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Samstag, 9. Juni 1923

173. Jahrgang

Erstes Blatt

Die Wirkung der deutschen Note

Wochenrllckblick

Das deutsche Volk steht diesmal einig und geschlossen hinter dem neuen Schritt der Re­gierung; auch die Presse der Rechten hält die Kritik zurück. Mit stolzem Ausharren Leutsch- lands in der bezogenen Stellung wird der Hochmut Frankreichs bald zu Fall kommen müssen.

Volkes, die der Meinung sind, daß eine ehrliche Verständigung der Völker die größten Opfer lohnt, können in der gegenwärtigen Politik Frankreichs keine Svur des Willens zu einer solchen Ver­ständigung erblicken und richten dement­sprechend ihre Stellung ein. Auch sie müssen es ausS stärkste empfinden, daß sich Paris beeilt hat, dem neuen Friedensschritt Ber­lins mit einer neuen Kriegserklärung zuvor-

Regierung dahin einig wäre, die vorherige Einstellung des passiven Wider­standes zu verlangen. 3n London scheine man anzunehmen. daß die deutsche Rote hin­sichtlich der finanziellen Pfänder gewisse neue Vorschläge enthalte, die in gewisser Beziehung festgehalten werden könnten. Jetzt handle es sich darum, festzustellen, ob der belgisch-fran­zösische Standpunkt einerseits und der britische Standpunkt andererseits miteinander vereinbar seien. ES sei wahrscheinlich, daß die franzö­sische Regierung dem englischen Kabinett sehr offen bekanntgeben werde, wie sie die Lage

Annahme van Hnseigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 27 mm Breit? örtl. 120 Mk., auswärts 150MK.;fürNeklame Anzeigen von 70 mm Breite 600 MK.Dei Platz. Vorschrift 20°/. Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Leck, sämtlich in Gießen.

auffasse.

Wie Poinear6 sich die Lösung denkt.

Paris, 9. 3uni. (WTD.) DasOeuvre" schreibt,' die gestern vor den vereinigten Senats­ausschüssen für Finanz- und auswärtige An­gelegenheiten von Poincare abgegebenen Er­klärungen über die Ruhrbesetzung hätten den günstigsten Eindruck nicht gemacht, da er keine neuen Momente vorgebracht habe, die geeignet gewesen wären, den einigermaßen pessi­mistischen Eindruck einer ziemlich großen Zahl von Senatoren, die den beiden Ausschüssen angehören, zu ändern. Rach demMatin" soll Poincare im Laufe der Sitzung vor den SenatSausschüssen erklärt haben, es sei der lebhafteste Wunsch in Paris und Brüssel, die Einigung der Alliierten in der Reparations- frage wiederherzustellen. Er habe erklärt, wie dec deutsche Widerstand beendet werden müsse. Die Ordonnanzen des Deutschen Reiches seit dem 11 Januar müßten annulliert werden. Eine Am­nestie müsse denen bewilligt perden, die mit Frankreich und Belgien zusammengearbeitet haben Die Sachlteferungen müßten wieder auf­genommen werden. Was aber das Schicksal der etwa 8000 Ausgewiesenen be­treffe, müßten die alliierten Behörden be­dingungslose Herren bleiben.

Lord Robert Cecil in Paris.

Paris, 8. Juni. (WTD.) Der Prästdent der Republik hat heute vormittag Lord Ro­bert Cecil empfangen, der auf der Durchreise von Genf, wo er an der Abrüstungskonferenz teil» genommen hat, nach London begriffen tft. Der Präsident der Republik hat hierauf den Minister­präsidenten Poincare empfangen.

Nr. 133

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In der Brüsseler Konferenz vom letzten Mittwoch wurde von den Franzosen und Delqiern noch einmal eine letzte Kraftanstten- auna gemacht, um die Ergreifung des Ruhr- vfandes zu legalisieren. Man mutet der deut- schen Regierung zu, vor irgendwelchen Der- Höhlungen den passiven Widerstand ^b^chlasen. Binnen weniger Stunden war eS

Die Haltrrna der deutschnationalen Volkspartci.

Berlin, 8. Juni. Der Vorsitzende der Deutsch nationalen Volkspartei, Abg. Hergt, hat heute vormittag vor den Landes­verbänden Berlin und Potsdam 2 eine Erklä­rung zur jüngsten deutschen Rote ab­gegeben, die derLokalanzeiger" als unzweifel­haft parteiprogrammatisch anspricht. Hergt kommt zu dem Schluß, daß die Deutschnationalen das Memorandum im ganzen nicht gutheißen könnten; indessen würde diese Ablehnung nicht der Ueber- gang zur grundsätzlichen entschiedenen Opposition gegenüber der Reichsregierung bedeuten. Richt mir, so führte Hergt aus, daß wir loyal die inne­ren Schwierigkeiten der Regrerung würdigen, totr fühlen uns vielmehr auch aus vaterländischen Gründen verpflichtet, solange die letzten Würfel nicht gefallen sind und die Regierung noch im Kampfe lleht, ihr in diesem Augenblick nicht förmlich auf zusagen. Wir lassen aber keinen Zweifel darüber, daß es jetzt heißen muß: Dis hierher und nicht weiter!

Die interalliierte Militär- Kontrolle in Deutschland.

Paris, 8. Juni. (WTB.) H a v a s teilt mit, daß die Botschafterkonferenz nach mehr­fachen vergeblich von ihr unternommenen Schritten gestern einmütig beschlossen habe, der deutschen Regierung mitzuteilen, daß die in­teralliierte Militärkontrolle in Deutschland wieder ausgenommen w e r d e n m ü s s e. Sie werde Deutschland auf- fordern, alle Maßnahmen zu treffen, um diese Tätigkeit zu erleichtern und zu verhindern, daß es durch das Verhalten der deutschen Beam­ten oder der deutschen Bevölkerung zu 3toU

Aktivität" mit einem Druck auf Deutschland, ö , einem Rückzug vor Poincares Aeberlegenheit I einleiten? Die Art, wie Deutschland sich bereit erklärt hat, seine Eisenbahnen, seine gesamte Wirtschaft, seine Zölle und Verbrauchssteuern auf ©enußmittel vom 1. Juli 1927 ab zu ver­pfänden, liegt in der Linie nicht nur der eng­lischen, sondern auch der belgischen Politik. Die Abtrennung des Sisenbah.tbudgets von der allgemeinen Reichsfinanzverwaltung, die Möglichkeit, daß bei deutscher Zahlungs­unfähigkeit der Gegner die Hand auf unsere Eisenbahnen, weiterhin auch auf private Sach­werte legen kann, bürgen doch wohl für den entschiedensten Willen des deutschen Volles, seine Finanzen zu sanieren und durch wohl- organisierte gründliche Arbeit wieder hochzu­kommen. Die gerechte Verteilung der kommen­den schweren Steuerlasten auf tragsähige Schultern bleibt der innerpvlittschen Gesetz­gebung Vorbehalten. Ein vierjähriges Mora­torium, wie es die englische öffentliche Mei­nung als unumgänglich notwendig bezeichnet hat, schließt auch das neue deutsche Ergän­zungsangebot noch in sich ein.

Poincars gelungen, seine belgischen Kollegen erneut auf die schroffe Formel zu verpflichten, die Besetzung des Ruhrgebietes könne nur im Zusammenhang mit vollzogenen Reparations­zahlungen zurückgezogen und Verhandlungen könnten nicht aufgenommen werden, bevor der paffive Widerstand beendet fei. Damit wird auch dem englischen Ministerpräsi­denten eine Äapitulierung vor Frankreichs Standpunkt unentwegt angesonnen. _ Herr Baldwin hat eine lebhafte Tätigkeit für die Losung der Wiederherstellungsfrage angekün­digt und den Terror an der Ruhr miß­billigt. Es liegt nun zunächst an ihm, sich zu entschließen, ob er ohne wet­tere Zusicherungen Frankreichs die von der Brüsseler Konferenz gestellten Bedingun­gen annehmen will oder nicht. Die Ge­fahr liegt nahe, daß PoinoarS, hat er erst

GicheimAMger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnlck und Verlag: vrvhl'sche UniversitätZ'vuch. und Steinbruderei R. Lanze in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: rchulsttatze 7.

Die Aufnahme in London. I Eine Rede Mussolinis. =rflatternkrn:^i§UncLi( E S8aH^S

Grundlage für vereinte Erorterunzen durch ^UnM^r^l^nt wt« ocnau, v , die Alliierten angesehen als die M>te vom 2.Ma..

Für den Augenblick sei jedoch Lord Curzon gewährten wirtsch^Etlichen und folonia-

der Ansicht, daß ein offizieller Kommentar meßt ausgeschlossen

ratsam sei. Der französische Botschafter G 1 ci f I 1L.0V^n während deZ Krieges uiiledd)ric*

U Sr^V^otf^ft^ Ä W auto Kraft

gesehen. Der britische Bvlschasle t I nehpipn imh nicht durch andere erseht worden.

Crewe, habe Qlnnxifunq erhalten in Fuh- ^el«, un» n«,l outaMmoro (ung mit d-m !^si,chen Auh«nmin, t-rium M 3 ?ch«r au, der italie.nlchen Wirt,-hast,

treten. Die britische Ansicht fei zweifettos oi., . verlorene 5 er«-

fcaß fch^n Form und Inhalt der deutschen Rote u>ie?e rzu gew i n neu und die verlv-

eme Verbesserung gegenüber der letzten dar- ein^ubolen. Der Ministerpräsident be­

stellen. Bisher habe keine Kabinettssihung statt- tDn(e J bie Lage seit dem Oktober in b&> fioTb^V^oVunb merkenswerte? We.se gebessert r>abc. Zedermann austausch zwischen Lord Turzon uno Italien eine Politik energischer Wah-

Pvrncars iei iedoch im Gange. Dnn ^tionalen Interessen zu verfolgen

Decichterstatter zufolge wird angeblich erwirtet. G gficbtl c uni> überall zugegen fein wolle, wo ® a Ä H e% ß iH - imS?iele seien. Der Zeit-

reich und Deutschland einem W affe nur 11 I b oollftsche Aktion allgemeiner Aa­

st andjmRuhrgebiet zustimmen, wahrend pun t .ur eine ^^us abziebr, soraschwie die Alliierten zunächst unter sich und dann nut a l ?ch d?e p v l i t i s ch e^L ci g e de S Kon- Deulschland über das neue deutsche Repara- (n normal zu gesialten. Es ist ein ^^^tzOebot und I italienisches Interesse ersten Ranges, fuhr der

lungsfahigkeit Deutich ands beraten. Das Ravinett ^misterpräsident fort, eine friedliche Lo- trete erst am Montag zusammen. Am Mon.ag euvopäi fdjen Krise zu be-

nachmittag werde ^c PremierMinister aufgetor- schleunigen. Diese ÄrijC wird feit dem Der- dert werden, e-ne Erklärung über die Derhand- M Vertrag von der Reparalionssrage be- lungen abzugeb-en. herrscht. Oegenüber d'.eier Frage ist die Stel-

London 8. Juni. (Wolff.) Der übrrwie- lungItaliensin ihren Grundzügen folgende: gende Teil der englischen Presse bereitet 1. Deutschland kann und muß d:e Summe be- dem deutschen Memorandum eine günstige zahlen, die bereits jetzt im allgemeinen aufgcftcllt Aufnahme, gibt jedoch der Besorgnis Aus- »ein scheint, und die von mehre^n huiwert druck, daß die französische Regierung das deutsche Milliarden, von denen nach Abschluß des Wa^en- Memorandum für u iannehmbur erkläreui werde, stillstandes die Rede war. weit entfernt ist. 2. Ita^ Ausgesprochen kritisch gegenüber den d-.-utschan llen kann keine Abänderungen oder TIm- Dorschlägen verhalten sich nurDalltz Mo.il"und Wälzungen territorialer art öul- Dailv Erpreß". Sogar die hochlonservative^Mor- den, die eine Hegomonle politischer, wirt- nina Post" die das deutsche Memorandum als schaftlicher oder mllitärischer Art herbeifühven eine .Rechts'criigung der Politik Poincares und tonnten. 3. Italien will seinen Anteil am Opfer der Ruhrbesetzung cmsieht, nennt das deutsche An» tragen, falls das für den Wiederaufbau der eurv» gebot bei allen gegen einzelne Punkte gerichteten paifd»en Wirtschaft notwendig fein sollte. 4 Die SinteenCungcit eine große Besserung gegenüber italienische Regierung beharrt heute mehr als je­der vorhergehenden Rote. mals, insbesondere angesichts der letz ten deut­

schen Rote, auf ihrem Standpunkt, daß die

Die Pariser Stimmung. Reparatwnsfixige und die Frage der Inter*

~ x <, «. alliierten Schulden miteinander in engem

Paris, 8. Juni. (WTB.) Aeber die Zusammenhang stehen und in geiniffem weitere Behandlung der gestern ußerreut)ten Sinne voneinander abhängig sind. Es bestcht deutschen Vorschläge seitens der fran- {e t n Zweifel darüber, daß die-Desehung zosjschen Regierung schreibt dasJournal des des Ruhrgebiets die Reparativ ns- Debats", offenbar beeinflußt: Obschon man krise außerordentlich verschärf t hat. noch keine Erklärung abgegeben habe, könne ^ie Meinung in Llmcrika. man annehmen, daß ein Mei nun gs aus- Aeuy o r k, 8. Juni. (WTD.) (Durch Funk­tau s ch mit dem britischen Kabinett erfolge, sp^uch.) Wie düs Journal of Commerce aus Wa- Die Frage, ob eine internationale Antwort shjngtön erfahrt, wird die neue deutsche nach Berlin gerichtet werde, bleibe unsicher. Qlote in amtlichen Kreisen als ein deutlicher ©ine interalliierte Demarche scheine nur dann Fortschritt gegenüber allem angesehen was möglich, wenn die englische Regierung von Deutschland bisher angeboten habe. Man sei der nun an mit der ftanz°st!ch-n und belgischen |

bilden, die letzten Endes in eine Verständigung ausmünden würden. Obwohl berichtet werden könne, daß hohe Regierungskreise der Ansicht seien, daß die Rote einen Hoffnungsstrahl darstelle, be­stehe doch kein Anzeichen dafür, daß die Vereinig­ten Staaten auf der vorgeschlagenen Konsereiiz bei treten zu sein wünschten, es sei denn^ daß sie von den Alliierten'ausdrücklich zur Teilnahme ein­geladen würden. Auch andere Dlätter haben ähnliche Rachrichten.

Die gestern veröfsenUichte deutsche Rote zur Reparationsfrage zeichnet sich in ihrer Kürze durch Klarheit und Bün­digkeit auö. Sie enthält nur Ergänzun­gen zum letzten Angebot und durste (darum auf polemische Erörterungen verzichten. Man kann sich jetzt garnicht mehr vor­stellen, daß die Gegner ihr gegenüber etwa wieder sich der alten Schroffheiten oder Ver­legenheitskünste bedienen sollten, die sie für die letzte Note vom 2. Mai bereit hatten. Es liegt in dem neuen Angebot kein Feil­schen, keine Zurücknahme früherer Feststellun­gen, keine moralische Unterwerfung. Die Form der deutschen Kundmachung liefert viel­mehr den Beweis, daß die Väter der Hinder­nisse und Mißverständnisse, durch welche v. ,

eine friedliche Lösung des Problems ver- ßjesen Trumpf mit Erfolg auSgespielt, m schleppt und erschwert wurde, in Paris und den Hauptfragen sich so unnachgiebig Setgen London sitzen. In der Tat: kann man mehr an- wird wie vorher. Die Wahrscheinlichkeit spricht bieten als die vorbehaltlose Unterwerfung aber dafür, daß die Belgier vor und während unter die endgültige Entscheidung eines un- ßer Brüsseler Tagung eine gewisse Berück- parteiischen internationalen Sachverständigen- sschttgung ihrer Wünsche nach baldiger end- rates, ist ein stärkerer Beweis für den Repa- gültiger Regelung der Reparationsfrage rattonSwillen Deutschlands denkbar als die durchgeseht haben. TheuniS und Iaspar glau- durch besttmntte Garantien und Derpfändun- ßen wohl, mit Hilfe Englands werde Deutsch­gen in ungeheurem Ausmaß erklärte Zah- [anb sich unterwerfen.

lungSbereitschast? Die deutsche Note ist abgegangen, ohne

Bisher wurde vom Ausland vielfach der j)arin ^e Beendigung des Ruhrstreites mangelnde Wille Deutschlands zur Mitwir- ^gendwie erörtert wird. Sie muß beantwortet hing bei der Entschädigungsfrage getadelt; werden, und Herr Baldwin wird uns darauf, jetzt ist es so weit, daß die deutsche Regierung na$ Qllentf man jn der letzten Zeit von ihre Gläubiger bitten muß, gnädig st mttarbei- England gehört hat, doch wohl etwas mehr ten zu wollen an zweckdienlichen Verträgen - n mür.-en a[6 eine Wiederholung der und sich nicht weiterhin au verschanzen Yinter cövü^cicr Bedingung. Die deutsche Re­den Stacheldrähten unb unmöglichen Zu- q^rung darf inzwischen nicht untätig sein, rüstungen des sogenannten Friedensverttages. mu^ die Thrannei der beiden Weft- Die amtliche Politik Englands hat neuerdings ^chte nach tote vor ablehnen, sonst stellt sie die Verelendung Europas als Folge der fal- alIe5 tn gragc, was wir an Ansehen bei der schen französischen Politik mit warnenden flentt6ten cfiklt in der letzten Zeit gewonnen Ausdrücken festgestellt. Deutschland, sein Volk haben. Wenn s i e nicht festbleibt, wie könnte und seine Regierung, harrt der praknfchen Fvl- das Kabinett Baldwin sich den Pariser An- gerungen aus dieser richtigen Erkennttus und maßunqen entgegensetzen? Um ihrer Forde- bietet alle die Opfer an, die einer tm Gedanken na(k einer Kapitulation Deutschlands des Völkerfriedens organisierten Welt als er- Nachdruck zu geben, haben die französischen wünscht oder notwendig erscheinen. unb belgischen Minister eine Verstärkung

Das Kabinett Cuno konnte über die Lei- ihrer Druckmittel an Rhein und Ruhr stunaSsähiakeit Deutschlands nichts anderes fa- angekündigt. Sehr bitter, aber leider nicht mit aen als es nach gründlichen Prüfungen und unzweideuager Marschrichtung, sagt dazu der Rachprüfungen am 2. Mai den Volkern bärge»Vorwärts":

tan hat. Wissen bie Völker über bieseTat- Vuch diejenigen Kreise deS deutschen

sachensrage" etwas anderes und besseres, so ' - -:

mögen sie nach dem neuen Vorschläge eine un­parteiische Entscheidung über Höhe unb Art der zu verlangenden Zahlungen herbeiführen. Die deutsche Regierung wird dazu alles ge­wünschte Material bereitstellen, jeden Ein­blick in die staatliche Finanzgebarung ge­währen, alle Auskünfte über die deutsche Volkswirtschaft herbeischaffen. Sind den Gläu­bigern Jahresleistungen lieber als Ka­pitalbeträge auf Grund von Anleihen gut, so , ^nimen. finden wir uns auch damit ab. Die Wirkung 3 auf die deutschen Finanzen bleibt ja die Neue Erfahrungen werden sich ergeben, aleiche denn bie Anleihen müßten ja von uns wenn es feststeht, ob unb wie sich bie Gläu- verzinst werden. bigermächte über bie Beantwortung ber deut-

!ch-n Schuld nicht scstftchen, konnte darüber et. °lgt- ^tschland die Einstel-

arbeit leisten. Die Sicherheiten können von Deutschlanb nur geboten werben, wenn es selbst vor der Willkür unb dem Zerstörungs­willen der Gegner sicher ist! Llvhd George wirb uns jetzt besser verstehen als vormals, da er auf ber Londoner Konferenz unmögliche Diktate herbeiführte. Die uns damals zuZemu- teten Leistungen erwiesen sich, wie die Englän­der jetzt zugeben, als undurchführbar; sie ver­urteilen den franzöfische.i ®riA nach dem Zwangspfand an der Ruhr. Würden etwa von Deutschland freiwillig dargebvtene Pfänder die zerstörende Gewaltpolitik, die heute in ihrer ganzen Verdorbenheit erkannt ist, nicht sanktioniert und unwiderruflich gemacht ha­ben? _ Jetzt bietet die deutsche Regierung Garantien unb Pfänder für eine vernünftige Schlußregelung, die durch Verhandlun­gen und internationale Sachkundige, nicht durch betörten Siegerubermut, herbeizufiih- ren ist. ES war unvermeidbar unb notwendig, daß dasKabinett ber Erfüllung" in Deutsch­lanb durch ein Kabinett des passiven Wider­standes abgelöst wurde.