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Driefttasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit btt

Schristleitung.)

Interessent der MainKrastwerKe-AKtken. Dir werden uni bemühen, Ihren Wunsch baldigst zu erfüllen.

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Handel.

(Berlin, 8. Febr. Am Devisenmarkt fetzte sich bei zunehmendem Angebot die Sen­kung der Prüfe fort, so taft dte Auszahlung Neu- hvrk von 37 ODO bis zur amtlichen Dotierung auf 33 500 zurückging. später aber wieder etwas höcer mit ungefähr 34 030 genannt wurde. Auch für Effekten hörte man Im Freiverkehr zumeist etwas niedrigere Kurse nennen. Doch erhielt sich für einzelne Spezialitäten, besonders Kaliwerte, bei erhöhten Kursen das Kauiinteresse.

Frankfurta. M, 8. Febr. B ö r s e n st i m- mungsbild. 3m Einklang mit der gestrigen MarkbZserung in Neuyork trat eine merkliche Ab­schwächung auf dem Devisenmarkt ein. 5ki6 De- schäft war im Frühverkehr klein, und dte Kurse für ausländische Hihlungsmittel sind durchweg niedriger. Der Dollar setzte mit 3635 000 ein; an der Börse trat eine weitere Abschwächung ein auf 34 500. später 33 750. Diese Bewegung beeinflußte den Kursstand der Balutapapie e. Der Effekten- verkehr war nicht sonderlich lebhaft. Die Speku­lation hielt sich zurück. Es wird auf die Dsld- nrarktverhältnis e hingewieien, aber es machte ftch auch Abgabeneigung bemerkbar. Die Kurse ent­sprachen nicht voll den gestrigen Höchstkursen. Die S.iminung ist abgeschwächt sowohl für Industrie­papiere als auch für Montanwerte. Um 1 Uhr nannte man den Dollar 33 500.

Geschäftliches.

Erweiterung des Hamburg-Neuyorker Dienste- der American Line.

Mit Beginn der Sommersaison wird der Hamburg-Neutzvrker Dienst der Ameriian Line durch Einstellung der Dampfer »Finland" und Kroonland" erweitert werden. Beide Schiffe haben eine Kajütenklasse und Dritte Klasse. Sie werden mit den Dampfern »Mongolin",Man- churia" undMinnekahda" einen Wochendienst direkt nach Neuyork ausfühven. DieFinland" wird ihre erste Reife von Hamburg am 12. Mai, dieKroonland" am 2. Juni antreten. Beide Dampfer sind Schwesterschiff > von je 12200 Sennen und für Oelfeuerung eingerichtet.

tränte Mensch <ruS der GesÄlschast zurüchzteht, weil er fürchtet, von den gesunden irgendwie be­helligt zu werden. Dasselbe ist bei den Tieren der Fall, nui daft hier die Grausamkeit gegen Kranke, das furchtbare Gesetz des Kampfes ums Dasein viel schärfer hervortritt. Die meisten Tier«, die gesellig leben, lasten die kranken Genossen ganz unbeachtet; nur die höchststehenden Tiere, die Assen und ernten, suchen Drrwundete mit fort- zuschaffcn. Da das kranke Tier die gesunden in ihrer BewegungSfähigkeit hindert, fo entledigen sie sich seiner oft mit Gewalt und es ist daher ver­ständlich, daft das kranke Tier sich möglichst vor seinen Genossen verbirgt, um in der Einsamkeit ungestört zu gesunden oder zu verenden. Da die Tiere in den allerseltensten Fällen an Alters­schwäche eingehen, so erklärt sich auch daraus die Tatsache, daft man so selten in der Ratur auf Tierleichen stöftt. Das kommt nicht nur daher, Latz die Tiere beim Herannahen ihres Todes sich un­auffindbar verkriechen, sondern die meisten wer­den von ihren Scinten erlegt und dann aufge- fressen, und endlich spielen auch die Aasfresser eine grvhe Rolle, die von einem oufgefunbenen Äaiaöcr nicht viel übrig lassen. Droste Massen­gräber von SleriL leiten, die in einigen Gegenden, b.svn^rs im Rellowstone Park in Nordamerika, gefunden wurden, hat man aus dem Trieb der Siete, sich vor dem Tode zu verstecken, erklärt. Es ist aber jetzt erwiesen, Last es sich bei solchen Aufhäufungen von Tierleichen um natürliche Tierfaden handelt. Der Tod dieser g vsten Massen Wurde durch das Ausströmen giftiger Gas« her- votgerufen, die in Höhe von 1 Meter über dem Dvnen lagerten und alle in ihoen Bereich kom­menden 2vb:ti>;fen vernichteten.

*TäubchenderNotzeit. Aus Kassel Wird uns g;f J> L-b2n: Der l.tzte Wochemnar-kt trug deutlich den Siegelabdruck der Notzeit, in die uns betKrieg" gegen Frankreich gestürzt hat, und doch brozzelten am Sonntag in den Töpfchen zahl­reicher wirklich nicht wohlhabend Familien zarte Täubchen. ... So meinten L-enigsknS die Ehe­männer, aber sie Irrten. Erst später werden die klugen Hausfrauen den Schleier gelüftet haben. Was als Täubchen auf den Lisch kamen, waren nämlich Spatzen, regelrechte Sperls«, die be­kanntlich in diesem milden Winter so seist und fett gewor^ea sind, als wenn sie in Devisen machten. Die Kaseler Landwirtschaftskammer hatte kürz­lich den Spa'-.en den Kri<g erklärt und zu rück­sichtsloser Bernichtung aifßoforbert. Schwerlich wird Wohl ihr Botfitzenk-er dadri an den schlauen Landwirt g^cht haben, der die abgoschossenen und gefangenen Spatzen einfach in einen Korb packte und nach Kastel brachte, wo sich die Haus­frauen geradezu um die ebenso lockeren wie lecke­ren Bögel schlugen. Es wird Nachahmung er- erwartet! . . .

Rauche linnen als Brandstifte­rin n en. Ein grimmiger Feind ist ten zigaretten- rauchm'-cn Damen in den bereinigten S aaten in dm Feuerversicherungen erstanden. Diese haben eine Statistik veröffentlicht, derzufolge die Ge­samtverluste durch Feuer im (Zähre 1921 die Rie­sensumme von 500 Millionen Dollars betragen. Nach eingehenden Untersuchungen sollen davon Brände, die einen Derlust von 25 Millionen Dol­lars veranlassten, auf die Nachlässigkeit von Rau­chern zurück-'stühren sein, die Streich^lzer oder noch brtnnence Zigaretten achtlos fortwarfen. Des weiteren behaupten nun die Feuerversiche­rungen. das) die Frauen zu diesen unabsichtlichen Dvandstif e-n kos grösste Kontingent steilen. Die Raucherinnen gehen mit ihren Giimmstengeln und mit ihrem Feuerzeug sehr viel weniger vorsichtig um als die Raucher, unMo wird das Zigaretten­rauchen der Damen zu einer nationalen Gefahr, die dem Lande Milllonenschäden zufügt.

(Telegraphische Auszahluag.)

8. Aeoruftt

Danknotea.

^rflnhurt a.M.. 8. Februar.

GttimeiAcr Noien..........

Französische Norrn Däniictie 9toten...........

Schwedische Noten Holländische Noten D enifdj-Ce'terreid) A100 Kronen «iiievifiinitcüe Noten E nnlifdie Noten Italienische Noien B elgtsche Vkolen U nnntlfdie No en

T schechoslowakische Noten .. .. 9i orweaische dtoien R ntuänische istoten S panische Noten

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, 8. Febr. Produktenrnc^kt. Der weitere Rückgang der Devisenpreise patte auch heute keinen nennenswerten Ernflust auf die Preisgestaltung am Getreidemarkt. Das Angebot hat sich noch nicht verstärkt, und die Kauflust ist ziemlich grob, wobei allerdings gewünscht wird, unter den gestrigen Notizen anzukommen. Dies war nur vereinzelt möglich und durchschnsttlich ha­ben sich daher die gestrigen Notierungen behauptet. Für Weizen blieben die Mühlen weiter Käufer, und für Roggen fand da- vorhandeT» kleine An­gebot rasch ein Unterkommen. Gerste und Hafer wurde für Jndustriezwecke gesucht. Hüstenfrüchte und Futterstoffe waren im Preise behauptet. Nach Kartvffelflocken bestand viel Nachfrage.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

fpd. Frankfurt a. M., 8. Febr. Auftmeb. 5 Rinder, 551 Kälber, 145 Schafe und 241 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebend­gewicht: Kälber feinster Qualttät 200 030 bis 210 000 Ml., mittlerer Qualität 170 000 bis 195 000 Mark, geringerer Qualität 130 000 bis 165 000Mk.; Schafe 90 000 bis 170 000 Mk., Schweine unter 80 Kilo 220 000 bis 280 000 Mk., von 80 bis 100 Kilo 300 000 bis 320 000 Mk., über 100 Kilo 300 000 bis 350 000 Mk. Der Kleinviehmarkt wurde bei flottem Handel geräumt. Schweine hinterlietzen bei langsamem Geschäft etwas ^leberstand.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Gefährdung des Wirtschaftslebens in Essen.

Essen, 8. Febr. (WTB.) Dte Milch- gelleferuna Der Stadt ist in den letzten Tagen autzerordentlich zurückgegangen. Der fran- zösstche Einbruch äußert sich in einer für die Be­völkerung autzerordentlich bedrohlichen Wei.e durch fortgesetzte Preissteigerungen, besonders auf dem Lebensmittelmarkt. Bei Fetten z. B. stellt sich die Verteuerung bis zum 7. Februar auf über 400 Prozent, was sich in der Lebenshaltung der Industriebevölkerung, die vor allem auf Fettver- forgung angewiesen ist, mit äuherster Härte be­merkbar macht. Aber auch in den Kreisen deS Handels schassen die fortgesetzten Preissteige­rungen eine bedenkliche Lage.

AuSgewiesen.

Köln, 8. Febr. (WTB.) Der »Kölnische« Zeitung" wird aus Koblenz berichtet: Aus ge­wiesen wurden mit fcfDit gcr Wirkung: Inge­nieur Nordmann aus Wiesbaden, die Privat­leute Cronier und Holl aus Wiesbaden, der Che­miker Dr. Bötsch aus Biebrich, die Privatleute Siegmund und Goebel aus Wiesbaden, weil sie das Deutschlandlied gesungen ha­ben. Das Singen wurde als Kundgebung gegen Frankreich aufgefaßt.

Zeitungsverbote.

Koblenz, 8. Febr. (WTB.) Die Rhein­landkommission hat die »Frankfurter Nach­richten" wegen einer Abhandlung vom 23. 3a- nuor auf einen Monat verboten, ferner den Ber­linerTag" für einen Monat und die »Drohe Berliner Illustrierte Zeitung" auf drei Monate.

DaS türkische Dorgehen in Smyrna.

Paris, 8, Febr. (WTB) Havas meldet aus London, die englisch: und die französische Regierung hätten sich gestern über die Antwort verständigt, die auf das Ersuchen AngoraS auf Zurückziehung der Kriegsschiffe aus Smyrna erteilt werden toll. Sie hätten beschlossen, di« türkische Aufforderung abzulehnen und zu ant­worten, datz die englischen und französischen Kriegsschiffe Befehl erhalten hätten, sich zu verteidigen, wenn sie angegriffen würden.

Wegen der Vorkommnisse in der Türkei ist Marineminister R a i b e r t i, der sich zur Kur in Nizza aufhielt, nach Paris zurückberufen worden.

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ihrem Meister getreulich assistierte. Teil der D'ebesbsute. die allein schon von 15 Millionen Mark ausmacht,

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Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen.

Verhandlung vom 7. Februar 1923.

3n der Lvhnstreitigke.lt des Deutschen Metall- ctrbetterverbandes, des Christlichen Metallarboi' terverbandes und des Zentralverbandes der Ma^

Kirche und Schule.

Kirchliche Dien st nachrichten. Dem Pfarrer Friedrich Vogt zu Hercheiihain wurde die evangelisch: Dsarrstelle zu Dernsburg und dem Pfarrer Wilhelm Krämer zu Pfungstadt- Hahn die evangelische Pfarrstelle zu Steinbach, Dekanat Gießen, übertragen.

* Erledigte Schulftellen. Erledigt jinb: Eine SHulstelle für eine katholische Lehrerin an der Volksschule in Heldenbergen, Kreis Friedberg. Eine Dienstwohnung steht zur Ver­fügung; eine Lehrerinstelle für die evangelische Lehrerin an der Volksschule zu R 0 d h e i m n. d. 'H., Kreis Friedberg. Eine Wohnung kann beschafft werden; eine Lehrerinstell? für eine evan­gelische Lehrerin an der Volksschule In Götzen- j) a l n, Kreis Offenbach a. M.; eine Schulstrlle für eine evangcl sche Lehrerin an d;r Boüsschule in Dreieichenhain, Kreis Offenbach a. M.

wagen. Die Räume des Frankfurter Diebstahls- komissariats gleichen einem Warenhause, aus dessen Beständen jetzt die bestohlenes.t Geschäfts­leute aller Gattungen ihr Eigentum heraussuchen. Gröninger war vor längerer Zeit aus dem Zuchthaus ausgebrochen und hatte noch sieben Hahrs dort zu verbüyen.

schiniften und Heizer mit dem Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberh-essen erging fol^tber Schiedsspruch: 1. Eine Nachzahlung für den Mo­nat Hanuar erfolgt nicht. 2. Für die Zeit vom 1 bis 14. Februar 1923 einschließlich wird für die Arbeiter über 22 Hahce '»Ine E-Höhung der Löhne um 115 P o;, für atte unter 22 Jahre eine solche von 100 Proz. zu den Löhnen fest- gesetzt, die nach dem Sch'.edsspruch vom 15. Jan. 1923 für die zweite Hälfte 6e3 Oanuat zu zckhlen waren. Angefangene Markteträge sind auf volle Mark nach oben aufzurunden. 3. Die ^Arbeiter­innen erhalten 75 Pro), der Arbeiterlöhne der­selben Gruppe und Altersklasse. 4. Die in der Vereinbarung am 5. Dezemter 1922 festgesetzten Zulagen für alleinige Ernäh.'er und Ve.heiratete unter 25 Hachre erhöhen sich um 100 Proz. gegen­über dem durch den Schiedsspruch vom 15. Han. 1923 für die Z weite Hanuavhälfte festgesetzten Satz. 5. Eine gcnsr-elfe Regelung des Akkord- grundlps/nes kann heute nicht stattfinden. Nach Erklärung ber Arb.i'geberbrisitzer sind Erhe­bungen über diesen Punkt ungeordnet worden. Es wird den Verbänden empfoh.e i, zunächst eine Regelung im Wege cejenleltiger Verhandlungen Herdeizuführen. Hiernach erhält drr gelernte Arbeiter über 25 Ha'hre 1138 Mk. Stundealohn, ber angelernte 1110 Mk. und ter ungelernte 1088 Mk. Die Streittsile erhielten Frist ar- Erklärung über Annahme oder Ablehnung t SÄedSsPruches bis zum 10. Februar 1923, mit-

Mreis Schotten.

* Laubach, 8. Febr. Der Gras zu Svlms-Laubach spendete für die Ruhr- Hilfe 500 000 Mk., die Beamten und Ange­stellten der Gräflich Solmsfchen Verwaltung über­wiesen 47 100 Mk.

* Volkartshain, 7. Febr. Unser kleiner, kaum 200 Seelen zählender Ort, brachte für die Duhrhilse 148000 Mark auf. Für dieHes­sen h i l s e wurden 1700 Mark in bar und 15 Zentner Kartoffeln gespendet.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 8. Febr. Bei einem Einbruch in eine hiesige Villa wurden in einer der letzten Nächte neben wertvollen Schrnuck- sachen, Kleider, Wäschestücke und zahlreiche andere Gegenstände irn Gesamtbeträge von mehreren Millionen Mark gestohlen. Die Täter entkamen unerkannt.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a. M., 8. Febr. Hm 150 Prozent sollen die geaentoätligen Straften- bahntarise voraussichtlich vom nächsten Sonn­tag ab erhöht werden. Die neue Deputation, die sich der Preisvolitik der Straftenbahn an- nehmen soll, hat sich auf einen Sah von 2 00 Mark für die Strecke biszu2 Kilometern geeinigt, gegen bisher 80 Mark. Bis fünf Kilo­metern soll die Fahrt 300 Mark kosten. Ob wohl bann noch Fahrgäste auf der Straftenbahn zu sehen fein werden?

* Frankfurt a. M., 7. Febr. Nach einer Bekanntmachung des Finanzamtes ist der Kauf­mann Albert Sichel, Rheinstraste 27, wegen Hinterziehung des RelchZnotvpse-s und der Ein­kommensteuer im Verwaltungs',.erfahren zu Marck 2 475 000 Geldstrafe verurteilt Worte 1.' Ferner wurde auch die Publikation der Entschei­dung auf Kosten des Bestraften verfügt.

fpd. Frankfurt a. M. 8. Febr. Gestern wurde der 37jährige Weiftbinder Wilhelm Gröninger aus Büdingen hier ver­haftet. Er hat im Laufe von wenigen Wochen eine ungezählte Fülle von Ladeneinbrüchen begangen, bei denen ihm Werte von vielen Mil» Nonen man spricht von mehr als 30 in die Hände fielen. Die groften. in den letzten Wock^n hier vorgekommenen Einbrüche kommen alte auf sein Konto und aus das der 25jährigen Ehefrau Katharine Kiefer, geb. Wolss-

jeht wieder herbeigeholt werden und füllte, als sie aus einem Keller der Schühm» strafte abgeholt wurde, einen ganzen Lastkraft-

Henkels puh« und Scheuerpulver, für Haushalh Gewerbe und Industrie unentbehrlich, «ffelnlgi Oerfltffer: HENKEL ft CiL. DÜSSELDORF.

Gießener Strafkammer.

, Dieben. 8. Febr.

Der Muchfuhrmann H. S. von Trais- Horloff war vom Schöffengericht Butzbach zu 2 Wochen Gefängnis und 10 033 Mk. Geldstrafe verurteilt worden, weil er Milch, die er von einzelnen Bauern in Trais-Horloff eingesammelt batte, zum Teil sehr stark gewässert habe. Auf seine Berufung hob die Strafkammer das ilrted auf mit der Begründung, dah die Täterschaft des Angeklagten nicht einwandfrei erwiesen fei, obwohl ein hohes Maft von Wahrscheinlichkeit für seine Schuld vorliege.

Der GelegenheitZaroeiter H. K. von Butzbach war beschuldigt, am 21. 7. 22 in Butzbach in Gemeinschaft mit einem bisher noch nicht er­mittelten Genossen ein Schaf aus einer Herde gestohlen, an Ort und Stelle abgeschlachtet, Fleisch und Fell im nahegelegenen Walde zunächst ver­scharrt und später a^geho.t zu haben. Das Schöffe: Spricht Butzbach hatte iijn mangels ausreichenden Beweises freigesprvchen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hob die Strafkammer das Ur­teil auf und verurteilte den Angeklagten zu 6 Monaten Gesänanis unter Anrechnung von 6 Wochen Untersuchungshaft. Die Angaben zweier Hungen, die den Bocgang von Anfang an aus einem Versteck mit angesehen hatten, erschienen dem Gericht im Zusammenhang mit dem Ge­ständnis, das der Angeklagte einem Zeugen gegen­über gemacht hatte, u.ib anderer belastender Um­stände so überzeugend, duft es kein Bedenken- trug, den Angeklagten für vollkommen überführt zu erachten.

Der Händler H. L- von Ober-Seemen wurde wegen Hinterziehung der Wandergewerbesteuer zu einer Geldstrafe von 200 Mk. und weiter zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil er als Wander- gewerbetreibender nicht im B.sche eines Straften» steuerheftes gewesen ist. Das Schöffengericht Ortenberg halte ihn freigesprochea. weil er die Ware nur beim Einziehen von Forderungen ange­boten habe. Die Strafkammer vertrat die An­sicht, daft selbst in diesem Falle der Angeklagte sich einen Wandergewerbesch ein und ein Straften- steuerheft hätte beschaffen müssen.

WerichLssaal.

tob. Köln, 7. Febr. Ein g .'D^er Papier- schiebe rproze ft hat dte Kölner Straf­kammer t4e ganze vorige Woche hindurch be­schäftigt und om Samstag nachmittag mit der Verurteilung der Angeklagten zu insgesamt 92 Millionen Mark Geldstrafe und Oe» fängnis strafen von e.ncm Mm at 2 Jah­ren 6 Monate f-dnen Al>lch!ub g efunden. Mit Un­terstützung l«s G-enecaldi edors T e i P e l der Reishol'.werke und e.nes Sachverständigen batten der Kölner Grostkausmann S iefer, txfl'en beiden Brüder und ein anderer Kaufmann, Markus A pst ein, in unerlaubter Ausfuhr insgesamt 76 Waggons Zeitungsdruckpapier als Klosettpapier nach Holland ver­schoben. Hn tem Urteil helft! es, daft bas Treiben der Angeklagten in feinen letzten Aus­wirkungen zu jenen ungeheueren Papier- Preisen g-'^ührt h.'-be, die jeder kenne, und daft die Angeklagten Hab-re hindurch dte Wirren und die Not des Vaterlandes zu rein egoistischen Zwecken ausgebeutet hätten. Der erzielte Ge­winn ist, soweit die Mengs des versäbvbenen Dapi-rs hat feftgeftetlt werben können, auf seiner Zeit 6 537 000 Mark berechnet wrn-den und wird eingezogen. Siefert Hot die höchste Gefäng- nisstv.>fe erhalten und muft auftevb-?m 60 Millio­nen Mark Strafe zahlen. Der Generaldirektor wurde zu zwei Monaten Gc-sängniS und 30 Mil­lionen Mark Strafe verurteilt. Vier Mitange­klagte wurden freigesprvchen.

Turnen, Sport und Spiet

ClubzweikampfEintracht"- Frankfurt Gieftener Sport-Club 1900 im Gieftener Dolkibod. Der Gieftener 6. C. von 1900 hat für den kommenden Sonntag die Sck>wimmabteilung der Turn- u. Sportgemeinkte Eintracht"-Franlfurt zu einem Club-Zweikampf im Schwimmen verpflichtet. Die Weltkämpfe W:-rk«n in den vier SHw mma ten, sowie Li Staf­feln und Wofterbullspielen au^drag-n. Es dürf­ten sehr spannende Kämvf-e zu erwarten sein, da ..Eintracht" über eine sehr gute Mannschaft ver­fügt, aber auch Gieften sebr gute Schwimmer be­sitzt. Das Programm wird noch durch Hugenb» und Damenkonkurrenzen vervollständigt. (Nähe­res im heutigen Anzeigenteil.)

Vermischtes.

Dampfer-Zusammenstotz.

Margate. 8. Fedr. (WostEin Zusam- m e n st 0 ft ereignete sich gestern abend auf der Höbe von Margate zwischen den Darnpferrr _Maid of Orleans" undGvdwin". Ein Mann der Besatzung des Dampfers ^Godwtn" wurde getötet, zwei andere schwer verletzt. Der Godwin", der schwer beschädigt wurde, schei­terte auf einer Sanbbanf in der Themfemün» düng. DieMaid of Orleans, die tn der letzten Zeit für den Passagierdi-.nst zwischen den eng­lischen und französischen Häsen am AerniLlkanal verwendet worden war, setzte ihre Reise nach London fort und konnte trotz schwe er Beschädi­gungen ihren Bestimmungevrt erreichen.

Wenn Tiere sterben. Das Reh. das sich beim Herannahen seines Todes im tiefsten Dunkel les Waldes vx-rbirgt, um still und klaglos »u verenden, bietet ein poetisches D.ld, das die Dichter aller Zeiten gern verwcn.et haben. Ueber- baupt nimmt man allgemein an, daft $iere, die ihren Tod fühlen, sich in dir verborgensten Ver­stecke vcrkriech.n. Die Gründe für diese Erscheinung erörtert H. Markwant in einem Aufsatz LesSt. Hubertus". Er ernnnert daran, Laft sich auch der

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