Stettag, 9. Sebruor 1923
173. Jahrgang
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einer Vertragsverletzung kann daher keine Rede sein. Selbst wenn aber eine fvr°
Neue französische Bluttaten.
Berlin. 9. Febr. Wie die Blätter melden, kam es gestern kur; nach der Besetzung des D-Zug .und ein Personenzug wurden von den Bahnhofs von Wanne durch die Fran- zvsen zu blutigen Zwischenfällen. Sin Franzosen angehallen und da; deut che Ti e.ibahn- peifonal wurde zum Verlassen der Züge gezwungen. Einem 64jährigen Zugsübrer wurde dabei von einem französischen Soldaten von hinten mehrmals mit dem Kolben auf den Kopf geschlagen. Der Zugführer brach zusammen und erlag bald darauf seinen Verletzungen. Die Reisenden der beiden Züge, die ausgestiegen waren, wurden von französischen Offizieren, die ihre Revolver gegen die Menge richteten und von den Soldaten, die rücksichtslos mit ihren Bajonetten auf die Reisenden, unter denen sich viele Frauen und Kinder befanden, einstachen, vom Bahnhof getrieben. Zahlreiche Personen, darunter Frauen und Kinder, er.ittrn Verl Hungen. Unter Zurücklassung des Gepäcks flüchtete die Menge, und bis weit in die Stadt hinein wurde sie von französischer Infanterie mit aufge- ps«r ztemBajonett rerfolgt Ein Postbeamter des Zuges wurde durch einen Bajonett st i ch schwer verletzt, als ec sich weigerte, die ihm übertragenen Gelder herauszugeben. Die Franzosen beschlagnahmten drei Kisten mit mehreren Millionen Mark.
3n Recklinghausen wurde einem Arbeiter durch einen Kolbenschlag eines französischen Soldaten die Kinnlade zerschmettert. Die Gewerkschaften h-aben darauf einen 24stündigen Prote streic pro! a wert.
Wegen der Be.etzunq I)e3 Bahnhofs von Wanne richtete der Amtmann Waid er einen scharfen Protest an den französischen Kommandanten mit dem Hinweis darauf, daß durch die D s tzung des b deutend.n Li enbahnknotenpunk e3 die Lebensmittelzufuhr gefä rdet sei. Der Bahnhof wurde daraus gestern von den Franzosen wieder geräumt. .
Wie die französischen Blatter aus Essen melden wurde gestern vormittag die grob’ Schau- fensteischeibe dec französische i Buchhandlung am Hauptbahn of zertrümmert. Ein französischer Offizier stellte einen in der Rähe stehcnden Schutzpolizeiboamten zur Rede und wollte ihn ohrfeigen. Eine rasch zusammengeström'e Menschenmenge entwaffnete darauf den °f ^ochu m. 8. Febr. (WTD.) Der Polizeibetriebsassistent Lüttke ist von einem französischen Offizier verhaftet und schwermihhandelt worden weil er Kindern verboten hatte, von der französischen Feldküche Essen entg genzunehmen.
Essen. 8. Febr. Der Verwalter des G u t e s K ö n i g s m ü h l e bll Mengede hatte das we.b- lichr Gutspersonal angewiesen, sich in keiner Weise mit den auf dem Gute einquartierten Soldaten abzugeben. Eine Polin hinterbrachte dies den Franzosen, worauf der Gutsvecwalter von den Franzosen in brutalster Weife mißhandelt wurde, so daß er ein Krankenhaus auf- suchen mußte.
Tapfere Schnpobeamte.
Essen, 9. Few. (WTD? G sten mittag versuchten die Franzosen einen S ch u p o d ea mt en, der nicht gegrüßt hV.te, fostzunehmm. Dieser f l o h. Der französische Posten l e g t e a u f i h n a n E.n anderer S ch u p o b ea m t e r, der in der Rahe war, zogdiePistoleund richtetesieauf den Franzosen Der Franzose schoß dann nicht. Ein französischer Offizier holte den Posten in die Wache hinein.
Unruhen in Wiesbaden.
Wiesbaden, 8. Febr. (WTD.) 3n der vergangenen Rächt wurden hier an den Litfas- säulen und Straßenecken Plakate angeschlagen mit einer Kundgebung der Behörden und Körperschaften, in denen gegen die letzten De- kanntmachungen der Rhe i n l a n d k o rn- Mission wegen der ülnterordnung der -Be» amtenschaft unter die Anordnungen dec französl- sch.m Behörden Stellung genommen und erklärt wird, daß für die deutschen Beamten nur öie Anordnungen der preußischen und Reichsregie- rung maßgebend sein konnten und daß sie wre Pflicht tun würden, komma was da mag. Dre Kundgebung war von den verantwortlichen Vertretern der Behörden, Körperschaften^ Derussverbände, Gewerkschaften und politischen Parteien mit Ramen un-
Stadt durchzogen, die Plakate entfernten und die Menschenansammlungen zu ze.stteuen suchten. Auch mshrere Trupps berittener S p a h i s, die augenblicklich in Wiesbaden in Garnison liegen, wurden mobil gemacht und ritten teilweise auf den Fußsteigen der Straßen, um die Menschenmenge zu ze.streuen. In der Schwal- bachec Straße kam es dabei zu einem blutigen Zwischenfall. Ein junger Mann kam mit einem Franzosen wegen dieser militärischen Kundgebung in einen Wortwrch'el, der damit endete, daß der Deutsche zu flüchten versuchte, worauf der Franzose seinen Revolver zog und hinter dem Flüchtigen her feuerte, der auch getroffen wurde. Ob die Verwundung schwer oder leicht ist, konnte noch nicht festgestellt werden, da bei den Behörden noch nichts Räheres zu erfahren war. 3n den Rachmittagsstunden 'herrschte in der Stadt wieder Ruhe.
Ausweisungen.
Essen, 8. Febr. (Wolff.) Hier liegen zahlreiche Meldungen über neueVerhaftungen und Ausweisungen vor. In Bckllngb "u>.i wurde ein Regierungsrat beim Polizeipräsidium verhaftet und ausgewiesen, ebenso eine Kommission von fünf Polizeibeamten, die wegen dieser Maßnahme vorstellig geworden waren. In Düssel- dors wurden ztr-ei Postbeamte verhaftet, die in der Rähe französischer Quartiere Richtlinien für das Verhalten der Postbeamten verteilten. In Duisburg und Oberhausen wurden die Telegraphm-Direktoven ausgewiesen. Der Gastwirt Graf in Drechten wurde ohne Angabe von Gründen ausgewiesen. In Hochlar hat die Desatzungsbehörde den Gastwirt Dachs dafür verantwortlich gemacht, daß. die französische Propagandaplakate nicht entfernt werden. In Witten wurde der PollzAkEptmann von O l z e - nius wogen der Te w i ernng des Gußes verhaftet; er soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden. In Herbede wurde em Postmeister und ein Pvstsekretär ohne Angabe von Gründen ausge- wtesen. Dem Postmeister wurde angekündigt, daß seine Ausweisung auf zwei Iakwe gelte. Kehrt er früher zurück, so werde er nach Algier geschickt werden. In -Göttinnen wurde dec Vertreter des ausgewiesenen Landrats, Regierungsassessor Gramsch, ohne Angabe von Grünven festgenom- men. In Weitmar weigerte sich der Amtmann Roedig Kohlenscheine für die Besatzung auszustellen. Er wurde verhaftet.
D ü s s e l do r f, 8. Febr. Das Hauptzvll - amt in Duisburg-Ruhrort wurde von der DLsatzungsbehörde beseht und geschossen; Zollinspllivr Jansen wurde verhaftet. Ebenso wurden die Zollämter Hamborn und Hattingen beseht. Zollinspektor Pfefferkorn, Re- gierunqsrat Dc. Emmer, die Leiter des Hauptzoll- amts Cleve. Zollrtt Deichmann. Leiter des Haupt- zvllamtes Kaldenkirchen und die Obeizollinspek- toren Alfer und Merle, ebenfalls vom Hauptzollamt in Kaldenkirck^en. wurden von dem belgischen Kriegsgericht in Archen xu je 8 Tagen G fängnis verurteilt, weil sie den Befehlen der Be'aiungs- bebörde nicht Folge geleistet ßaben. Die Sttafe wurde durch die Alntersuchungshaft für verbüßt erklärt. Die Verurteilten, die gefesselt nach Wesel gebracht worden waren, wurden mit ihren Familien ausgewiesen.
Koblenz, 8. Febr. Die Rheinlandkommission hett nunmehr sämtliche Referenten des Ein- und Ausfuhramtes in Ems mit sofortiger Wirkung ausgewiesen.
Mannheim. 8. Febr. (Wolff.) Wie die ..Reue Badische Landeszeitung" aus Ludwigshafen erfährt, wurden außer dem Präsidenten der Reichsbankdirektion L eberich noch folgende Beamte mit ihren Familien ausgewiesen: Ok-erregierungsrat Thomas, Amtsvorstand d- s Bezirksamtes Kirchhrimbvlanden. Regiernngsrat D u t h w e i l e r vom Bezirksamt Landau, Te- zirksamtmann Dc. Hauptmann und Fräulein Thoma aus Speier.
Born kastel, 8. Febr. (Wolfs.) Der staatliche Oberförster in KemPfele im Hunsrück ist gestern von den Franzosen ausgewiesen worden.
Der Derbaufboykott gegen die Franzosen.
Dochu m, 9. Febr. (WTD.) Der Verkauf- bvykott gegen di'e Franzosen ist irn gesamten Handelskammerbezirk Dvchum, auch in den llrinsten Gemeinden, durchg fü^rt.
Urteile des.Mainzer Militärpolizeigerichts.
Mainz, 8. Febr. (WTD.) Dor dem f r a n- zösischen Militärpolizeigericht hotten sich heute 7 junge Leute im Alter von 15 bis 20 Jahren zu re.'antworten, die wegen der anläßlich der am 24. vorigen Monats nach dem Tßyssenprozeß in Mainz veranstalteten Straßenunruhen von den Franzosen verhaftet worden waren. Zur Verhandlung waren zwecks Vermeidung von Ansammlungen vor dem Gerichtsgebäude in der Wallstraße militärische Maßnahmen getroffen worden. Einer der Angeklagten erhielt drei Monate Gfängnis, während die übrigen Angeklagten^ mtt Rücksicht auf ihr jugendliches Aller mit Gefängnisstrafen von 10 bis 15 Tagen davonkamen.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 27 mm Breite örtlich 40 Mk, auswärts 50 Mk.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite l80Mk.Dei Platz. Dor|d)nft 20°, 0 Anschlag. Hauptschristleiter: Aug, Goetz. Berantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Trust Blumschein; für ben Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen.
Französische Drohungen gegen die Ruhrrersen des Reichskanzlers.
Paris, 8. Febr. (Wolfs ) äl^er die R e i s e des Reichskanzlers im Ruhrgebiet wird von einer offenbar der Regierung nahestehenden Sie le folgendes Cornmu v.ue verbreitet.
^Mehrere Dlätter fragten sich wie es möglich gewesen sei, daß die Militärbehörden den ReichS- kanzler Cuno hätten nach dem Ruhrgebiet hineinlasen können und welche Maßnahmen die Regierung bei dieser Gelegenheit getroffen habe um zu verhindern, daß sich Zwischenfalle biefer
Holländische und schweizerische Proteste.
Dem. 9. Febr. (WTD.) Schweizerische De« pcschenc-gentur. Der Dundesrat hat die schweizerischen Gesandten in Der l i n und Paris telegraphisch angewiesen, bei den dortigen Regierungen Schritte zu unternehmen, um auf die schweren Schäden aufmerksam zu machen, die für Basel im besonderen und die Schweiz im allgemeinen aus den Verkehrsstörungen erwachsen und sie zu ersuchen, die S^wiengleilen zu beheben. Der französische Botschafter erklärte dem pol t ffei Deport m nt, dab de llnierbrech- ung des Zugverkehrs zwischen Da'el und Frankfurt a. M. auf die Maßnahmen zuruckzuf uhren sei, welche Frankreich treffen mußte, um auf die Maßnahmen von deutscher ©eite ju antworten. Frankreich werde sein Möglichstes tun, tae S.o- tungen zu beheben. Die Mitteilung des französischen Dvtschr-slers erfolgte unab.-angrg von dem Schritt be8 Bundesrats.
London, 8. Febr. (Wolff.) Die „Mormng Post' berichtet aus Düsseldorf, die Franzosen hat- ten Proteste von der holländischen und schweizerischenRegierung erhalten we- gen der Wirkung der französischen Sperre auf den Transport von Kohle nach Holland und der Schweiz. Dies bedeute eine sehr schwierige Frage für die Franzosen angesichts der Möglichkeit, daß
Art wiederholten. Die Ankunft des Reichskanzlers sei in der Tat weder dem militärischen Kommando noch der französischen Regierung mitgeteilt worden. Bis jetzt seien übrigens die im Ruhrgebiet geltenden Regeln betreffend die deutschen Minister nicht verschieden von denjenigen, die die interalliierte Rheinlandko m rn is - s i o n sich seinerzeit zu Eigen machte und über die am 7. Februar 1921 Instruktionen erteilt worden seien. Auf Grund dieser Instruktionen, die auf dem linken Rheinufer noch immer in Kraft seien, sei den Ministern das Betreten des befehlen Gebietes nicht verboten worden, nur seien sie währe:id ihrer Anwllenhllt gehalten, die Vorschriften der Kommission zu beachten. Wegen der Haltung des Reichskanzlers im Ruhrgeb.et und wegen des Einflusses, den er insgeheim auszuüben versuchte, seien jedoch die notwendigen Vorkehrungen getroffen worden, damit solch: Zwi.chenfälle sich nicht wiederholen, und damit gegebenenfalls Sanktionen erfolgten."
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male Verletzung des Vertrages vorläge, müßte es als ein Zerrbild des Friedenszustandes bezeichnet werden, daß die französische Regierung eine Maßnahme von so untergeordneter Bedeutung, wie die Einstellung zweier Zugverbindungen zum Anlaß nimmt, ohne weiteres ihre Truppen in deutsche Stabte einmarschieren zu lassen. Allerdings hat die französische Regierung, um das schreiende Mißverhältnis zwischen dem Deschwerdeerlah und der von ihr verfügten Maßnahme zu verdecken, den Versuch gemacht, noch weitere angebliche Vertragsverletzungen Deutschlands Heranzuziehen. Demgegenüber verweist die deutsche Regierung auf ;h"en früheren Rotenw^ch el mit der französischen Regierung. Sie stellt fest/ daß sie in jedem einzelnen Falle den gegen sie erhobenen Vorwurf der Verletzung ihrer Verpflichtungen in eingehender Begründung entkräftet hat, ohne daß die französische Regierung auch nur versucht hätte, die deutschen Argumente zu widerlegen. Den Rechtstitel auf den sie ihr vermeintliches Sanktionsrecht stützen will, führt die französische Regierung nicht an. Ihr stehen also in diesem Falle nicht einmal Scheingiünde zur Verfügung. In her Tat handelt es sich um einen Akt reiner Willkür unb G e wa l t, begangen unter Ausnutzung der Wehrlosigkeit des deutschen Volkes. Die deutsche Regierung erhebt hiergegen vor aller W.lt feie r- lichen Protest.
Arn Tage der ilebermlttlung der Verbalnote an die deutsch? Botschaft hat auch die Interalliierte Rheinlandtom Mission in Koblenz dem deutschen Rüchskommissar für die ^setzten rheinischen Gebiete eine Rote zugestellt, in der sie mitteilt, daß sie unter Billigung der von der franzöllschrn Regierung emgeie teten Besetzung von Oifenbucg und Appenweier beschlossen hat diese Gebiete unter das Regime des Drucken- kopses Kehl zu stellen und die Befugnisse ihres Delegierten in Kehl entsprechend zu erweitern. Das Rhein landabkommen umschreibt ebenso wie den materiellen so auch den örtlichen älmsang der Befugnisse der Interalliierten Rheinland- kommission. Rach Artikel 1 umfaßt das ihrer Zuständigkeit unterworfene Gebiet nur diejenigen deutschen Landesieile, deren Besetzung im Artikel 3 des Wasfenstillstandsablvmmens vom 11. Rovember 1918 und im Artikel 7 des Zusatz- Abkommens vom 16. Januar 1919 vorgesehen ist. Die Städte Appenweier und Offenburg liegen außerhalb dieses Gebiets. Keine Bestimmung des Rheinlandabkommens ocer des Vertrags von Versailles gewährt der Interalliierten Rheinlandkomm.ssion das Rech. das Gebiet ihrer Zuständigkeit eigenmächtig zu erweitern. Die von ihr ausgesprochene „Billigung" macht die vertragswidrige Maßnahme der sranzös schen Regierung nicht zu einem vertragsmäßigen Recht und kann ebensowenig der Interalliierten Rhein- landkcmmission für ihre Anordnung fehlenden Vertrags- und Rechistitel ersehen. Vielmehr zeigt dieses Vorgehen erneut, daß die Interalliierte Rheinlandkommission sich zum Werkzeug der französischen Politik machen I ä6 L Auch gegen diesen Rechtsbruch legt die deutsche Regierung V e r w a h r u n g ein.
Wegen der Mitwirkung der 3nterattuertcrt Otfcintanbfom-mrron finb e^sr-ch-"b«. Dorst-l- tmigen auch b i d^engli,ch°n unb ber bei- gischen Regierung erhoben worden.
Die Derkehrslage im Ruhrgebiet.
Essen. 9. Febr. (WTD.) Im Dezirk Essen hat sich die D e r k e h r s l a g e gebessert. Die Rücklau sperre wurde aufgehoben. Die Der- ladespcrre wird heute nachmittag ausgehoben. Im Dezirk Köln ist die Lage unverändert. Vormittags wurden die ersten Kohlenzüge über Hohenbudberg nach Aachen-West von den Franzosen gefahren. Es handelt sich um einen kleinen unb zwei mittlere Züge. Auf dem Bahnhof iLarop wurde wegen französischer Eingriffe die Arbeit von den deutschen Beamten niedergelegt. Verschiedentlich wird eine Deichl. gna.hme von Kohlen- zügen gemeldet. Zum Kohlentransport sind Wagen aus derSchweizim Anrollen. Der Postbstrieb im Dezirk Essen leidet weiterhin unter den Eingriffen der Franzosen. InDuisburg- M e i d e r i ch wurde das Telegraphenamt nach der Entfernung der deutschm Beamten beseht. Infolge der gestrigen Ausschreitungen in Deck - lin ghausen ist die dortige Arbeiterschaft heute morgen in einen 24stündigen Proteststreik getreten.
Essen, 9. Few. (WTD.) Dit Franzosen machen seit (eftern weitere S ch w e lg- feiten im Kohlenverkehr In me'rer n Fällen wird ber Einlauf und Auslauf der Wagen kvnttolliert. Die Franzosen lassen soviel Wagen aus dem befetten Gebiet als in es hin.stnsahren. Durch die Verhandlungen, die gegenwärtig noch schweben, wird vorauisihfich <rr i f)' we den. drß emige Bahnhöfe, dis bisher durch die Foanzoien für jeden Verkehr g-sperrt sind, wieder fr igegefen werden. An ditsen Stellen sollen Kontrollstationen errichtet w rden. M ' • Des'tzung der Dai n oft
Wann , Hern : und Gelsenkir hen a: i d. 7 ran- zisen die Ko.n—Mino nr_ini2 in Beilh gen. m- men und für jeden Verkehr stillgelegt. Die b:ul.= schen Eisenbahner werden gewaltsam von den Bahnhöfen vertrieben. Ein Vertreter der H<rn- delskammer ist gestern beim französiichen Kom» Mandanten des Ess.ner Telegvaphenumte? w gen Aufhebung der Telegraphen- und Telev^on- spe rr vorst llig geworden. Dec französisch: Kommandant lehnte die Forderung ab und verlangie Wiederherste lung des Zustandes vor dem 20 Januar und Zusammenarbeit en mit den Franken. Er wurde vor allem aus die Gefahren aufmerksam gemacht, die die Telephonsperre für das Krankenrettungswesen mit sich bringt Obwohl er dies einsah, glaubte er, den Forderungen keine Folge leisten zu können.
Aus Oberhausen wird un; g-meldet, daß die Fra-z s n gestern im Block Grafenbusch blindlings in den dortigen Wald hineinfeuerten, meistens im Daleenseuer. Infolge des Schießens ist das Betteten des Waldes mit Lebensgefahr verbunden Der Ausent- fa t von Wrld.irbeitern und Aufsicht cheam.ei ist unmöglich gemacht. Der Stellwercchosten an der Strecke Oberhausen—Wesel beschießt sinnlos deutsche Polizisten, die auf ihren vorgeschrieke en Pattouillengängen in Schußweite des Postens gelangen. Gestern vormimag riß ein junger Mann von der Ansch'ag'ä.ule vor der K.nnnldir ktion ein fr'N'/-fisches Flugb all ab. De' fran ösische Posten alar> ierte d : au hii d.e Wache. Junge Leute wurden von ihr berfiafet, einer davon wieder freigegeben, il -ber da. Ö ick- sal der übrigen fünf, von denen einer offen zugab, das Flugblatt abgerissen zu haben, ist. bis iefct noch nichts bekannt.
Scchifssrcvisiottcn ans dem Rhein.
Düsseldorf, 8. Febr. (WTD.) Ant Rheinufer in Düsseldorf liegt seit voriger Woche der neue große Rheindampfer ,D ü s I e l- d o r f" der H a p a g - Q i n i e mit einer großen Ladung hockwerliger rhein.scher Erzeugn sse. Am Samstag, als der Dampfer bereits auZreisefertig war, erschienen die Franzosen an Dord und verlangten die Ladungspaviere. Rach kurzer Duccy- sicht erklärten sie, es sei zur Prüfung zu spat, das Schiff müsse bis Montag liegen b.e ben. Am « Montag orderten die 'Franzosen dann die Vorlage der Ein- und Ausfuhrscheine. Außeroem wünschten sie die genauen Maße des Schiffes zu erfahren, und machten den Kapitän persönlich dafür haftbar, daß das Schiff liegen bleibe.
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Die deutsche Protestnote gegen die Besetzung von Offenburg und Appenweier.
Derlin, 8. Febr. (Wolff.) Der deutsche Geschäftsträger in Paris hat heute ber französischen Regierung folgende Rote übergeben: „Die französische Regierung hat in einer vom 2. Februar datierten unb am 4. Februar der deutschen Dotschaft übermittelten Verbalnote der deutschen Regierung eine Verletzung des Vertrages von Versailles vorgeworsen, die dadurch begangen sein soll, daß die Reichsbahnverwaltung die Durchleitung der internationalen Züge Pari s—D ufarcfl unb Pari s— Münche n—P rag eingestellt hat. Sie hat zugleich angetünbigt, daß sie als „Sanktion" für diese angebliche Vertragsverletzung die deutschen Städte Offenburg und Appenweier besehen werde. Die Besetzung der beiden Städte ist noch am Tage der Hebermittlung der Rote tatsächlich durchgeführt worden.
Die deutsche Reichsbahnverwaltung hat sich in
folge Kohlenmangels und anderer durch den fran» zösichchelgischen Einbruch in das Ruhrrevier verursachter Verkehrsschwierigkeiten zur Einstellung einer großen Anzahl fahrplanmäßiger Zugverbindungen des internationalen und innerdeutschen Dienstes gezwungen gesehen. Es ist richtig, oaß sich darunter auch die beiden in der Rote genannten Zugpaare befinden. Zeit und ilmfiänbe geben jedoch dieser Anordnung der Reichsbahnverwaltung offensichtlich den Charakter einer vorüber- e n Notstandsmaßnahme. Von
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General-Anzeiger für Gberhesfen
Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei H, Lange in Gießen. Zchriftieitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.
I terzeichnet. Im Laufe des heutigen Vormittags fanden vor diesen Plakaten große Menschenansammlungen statt bis gegen 11 Uhr französische Radfahrerpatrouillen die
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