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Donnerstag, 8. März 1925

175. Jahrgang

Die Aussprache im Reichstag

der Allgemeine Freie An

der

Bochum, 7. März. (MTB) Der Allge­meine Deutsche Gewerkschaftsbund, ~ gestelltenbund,

bund, der Deutsche

Berlin. 7.März.

Präsident Loebe verliest bei Eröffnung der Sitzung ein Schreiben der interalliierten Rheinlandkommifsion, das die Ausweisung des demokratischen Abgeordneten Ko rell aus dem besetzten Gebiet damit begründet, dieser habe dort eine verhetzende Tätigkeit ausgeübt. Darum sei auch seiner Familie aufgegeben worden, inner­halb von vier Tagen das besetzte Gebiet zu ver­lassen. (Stürmische Entrüstungskundgebungen. > Präsident Loebe knüpft an diese Mitteilung die Bemerkung, diese neue brutale Gewalttat beweise nur, daß Abg. Korell seine Pflicht als deutscher Abgeordneter erfüllt habe. Dafür ge­bühre ihm der Dank des Reichstages.

3n der Aussprache über die gestrige Kanzl.r- rede nimmt als erster Redner der

Abg. St. David (Soz.)

Unten des Reichsverkehrsministeriums und der Gewerkschaften.

Der Essener Hauptbahnhvf und der Bahnhof Essen-Rord sind noch immer von den Franzosen beseht. Bor den Südaus- gangen brachten die Franzosen im innern starke S tacheldvahtverhaue an.

Eine Bedrohung der deutschen Organisationen und ihre Zurückweisung.

Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher ohne jede NerdindlichKrtt. preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 70 MK, auswärts 80 MK.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 300MK.BeiPlatz Vorschrift 20"/, Auf ichlag. Hauprschristleiter: Aug Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: f,ans Beck, sämtlich in Biehen

Nr. 57

Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit berSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monotlicheveznarpreise: 2850 Mark und 150Mark T rögerlohn-,durch die^)ost 3000Mark,auchbeiNrcht- erscheinen einzelner Num­mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: für dieSchrift» kilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnach. richten: Anteiger Liehen.

Poftlchecttonto:

Zrantlurt a. M. 11686.

Die Besetzung des Bahnhofs von Langendreer.

-Berlin, 7. März. Heber die Besetzung des Bahnhofes von Langendreer meldet dasBerliner Tageblatt-, daß das gesamte Sisenbahnpersonal mit Kvlben- stoßen vom Bahnhofe getrieben wurde. Auch das Telegraphenamt ist besetzt worden. Die telephonischen Leitungen mit der Stadt sind unterbrochen. Der Bahnhof Langendreer ist einer der größten Berschiebe- bahnhöfe, im Ruhrgebiet mit 25 bis 30 Schienenstrangen. Durch die Besetzung der. Bahnhöfe von Langendreer und Wattenscheid ist die Linie Dortmund Bochum- Cs s e n nunmehr völlig blockiert.

Wie das Blatt weiter meldet, deutet das Borgehen der Franzosen auf eine baldige Be­setzung des Dortmunder Bahnhofes hin.

Schulrat Bach ausgewiesen.

Mainz, 8.März. Aus Mainz und dem be­setzten Gebiete ausgewiesen wurde heute der Schulrat I. Bach, der Dorsitzende des Lehrervereins. Er wurde heute früh ohne Angabe von Gründen in der Schule festgenommrn und mit noch drei ausgewiefenen Postbeamten mit dem Auto unter militärischer Begleitung ausgesetzt. Herr Dach gehörte mehrere Jahre nach Ried gebracht und dort auf der Landstraße dem Landtag an.

Gegen die Ausweisung des Reichstagsabgeordnetc» Pfarrer

Morell-Ingelheim hatdasHessischeOberkonsistoriumaus das Entschiedenste Verwahrung eingelegt.

Die Ueberfttllung der Mainzer Gerichtsgcfängnisse.

Mainz, 8. März. (WTB.) Das neue Gerichtsgefängnis ist infolge der an­dauernden Verhaftungen dermaßen überfüllt, daß das alte Gerichtsgefängnis zu Hilfe ge­nommen werden mußte, um die Festgenomme- nen unterzubringen. Das alte Gerichtsgefängnis war schon seit Jahren für Wohnungszwecke verwendet worden. Die Einwohner muhten | jetzt anderweitig untergebracht werden.

Die Berufungsverstandlung gegen Oberbürgermeister Jarres.

Aachen, 7. März. (WTB.) Sn der Be­rufungsverhandlung des Oberbürgermeisters Jarres von Duisburg gegen seine Derurtei- hing durch ein belgisches Kriegsgericht wurde heute das Urteil verkündet. Während in der ersten Instanz auf einen Monat Gefängnis er­kannt wurde, wurde heute die ©träfe vom Ober­kriegsgericht auf zwei Monate erhöht.

Die Franzosen in Remscheid.

Berlin, 7. März. Mehrere Blätter melden, daß gestern vormittag französische Quartiermacher auf dem Rachause von Rem­scheid erschienen, die vom Oberbürgermeister Quartier für 100 Mann verlangten. Der Oberbürgermeister hat gegen die Besetzung Remscheids, das zum größten Teile zur eng­lischen Zone gehört, feierlich Einspruch erhoben. Es wurde ihm erwidert, daß eine Be­setzung Remscheids nicht geplant sei.Man wolle nur die Verkehrswege nach dem Wup­pertal und nach Elberfeld unter französische Kontrolle bringen. Zu diesem Zweck sollen an per Peripherie der Stadt zwei Wachen ein- ; gerichtet werden.

der Allgemeine Beamten------- -

Gewerkschaftsbund, der Gesarntre band der Ey.rst- lichen Gewerkschaften, der Gesamtverband Deut­scher Angestelltengewerkschaften, der Desamtver- band Deutscher Beamten- ind Staatsangestellten- Gewerkschaften, der Deutsche Beamten bind, der Gewerkschaftsring der Arbeiter, Argestelllen und Beamten und die polnische Derrfsvereiniging er­lassen folgenden Ausruf: Dir Besät- zungsbehörde fordert alle Gewerkschaften und Vereine auf, ihre Dereinsziele and Statuten sowie die Damen der Vorstands­mitglieder usw. einzureichen. Demgegenüber weisen die unterzrichreten Organisationen darauf bin, daß für die deutschen Organisationen and Vereine nur die deutschen Gesetze gelten. Diese aber sehen solche Bestimmungen nicht vor. - Das Verlangen der Desayungsbrhörden ist also m= gesetzlich und maß st r i ck t e a b ge le h n t w e r - den. Wir fordern alle in Frage kommenden Funktirnäre a.tf, anberechtigten Anforderungen Besatzungsbehörden keine Folge zu leisten.

Das Schreckensregiment im Ruhrrevier.

Berlin, 7. März. Der Oberbürgermeister vvnDuerDr. Zimmermann wurde von dem französischen Militärgericht in Recklinghausen wegen Verweigerung von Requisition-sich- .nen von Kohle zu 10 Millionen Mark Geld­strafe verurteilt. Der Amtmann von Herten, K l e i n s o r g e, wurde aus dem.elben Grunde mit sechs Monaten Gefängnis bestraft.

Bochum, 7. März. (WTB.) Außer den bereits gemeldeten Bahnhöfen find heute morgen auch die Bahnhöfe von Bochum-Dord und Wattenscheid beseht wordem __

Paris, 7. Mär;. (WTB.) Dach ei -er Havas- meldung aus Koblenz hat die Rheinland.omm.s wn 48 neue Ausweisungen verfügt. Es werden unter anderen 10 Poft-, 13 Zoll- und 15 Eisen- bahnbsamte betroffen. , .

Oberhausen, 7. Mär;. (WTB.) Hier hat sich kürzlich eine neue schwere Dlutta. ereignet. Dachdem zwei französische So.daten ohne ersichtlichen Grund deutsche Zivillsten, de nachts auf einen Straßenbahnwagen warteten, mit dem Bajonett und Pistolen bedroht hatten, wandten sie sich gegen zwei diensttuende Sch upv- beamten. Diese wollten sich, um einen Zu­sammenstoß zu vermeiden, entfernen. Die Fran­zosen die inzwischen vier Mann Verstärkung er­hielten verfolgten die Schupobeamten, die auf ihre Haltruse sofort stehen blieben. Ein Franzose setzte einem der deutschen Beamten das Seiten­gewehr auf die Brust, das der Angegriffene zur Seite stieß und flüchtete. Darauf wurde der Be­amte von den Franzosen auf fünf Schritt En - fernung er schossen. Der zweite Schupobeamte wurde mit dem Gewehrkolbe nnieder- ges chlagen und schtyer verwundet. Ferner wur­den drei Schupobeamte ohne leben Grund verhaftet und zur Wache g^ schleppt. Dort wurden sie auf das Grausamste durch Faustschläge ins Gesicht und Fußtritte miß­handelt. Die Freilassung der Beamten erfolgte erst am nächsten Vormittag ___ .___

Bochum, 7. März. (WTB.) Von fr<rn- zösis cher Seite wird auf die Gis en - ba h n e r neuerdings ein starker D r u ck aus- aeü&t, damit sie $en Dienst unter französischer Führung aufnehmen. Es wurde ihnen aufgegeben, binnen 48 Stunden zu arbeiten, andernfalls sie die Dienstwohnungen räumen müh en. ein .Eisenbahningenieur in Reckling au'en mußte sorar. als er der Aufforderung nicht nachkam, binnen 24 Stunden die Wohnung räumen. Trotzdem r^° ten sich die Eisenbahner lediglich nach den Richt-

das Wort. Gr verweist auf die brutalen Gewalt­taten im Ruhrgebiet. DaS Vorgehen Frankreichs führe zu dem Schluß, daß es ihm nicht auf Reparationen, sondern auf die dauernde Be­setzung des deutschen Gebietes ankomme. 'Dem­gegenüber müsse erklärt werden: Mit einem Frankreich, das nur Reparationen und Ruhe will, können wir uns jederzeit verständigen. Mit einem Frankreich, das deutsches Ge- biet an sich reißen will, ist eine Der- ständigung unmöglich! Das im französisch- russischen Vertrag 1917 ausgestellte Annexions. Programm zur Losreißung der Rheinland soll jetzt offenbar verwirklicht werden. Das ergebe sich auch aus der geheimen Denkschrift des französischen Deputierten Dariac, dessen Programm setzt im Ruhrgebieet ausgeführt werde. Von dem Amerikaner Dvyden, einen hervorragenden Kenner der französischen Politik, sei schon vor einem Jahr vovausgesagt worden, bat? die fran- sosisch-n Gewaltpvlittker das Ruhrgebiet besehen würden, um die Hand an der Gurgel der 'Wirt­schaft Europas zu haben. Die Masse der sranzosi- schrn Kleinbauern und Arbeiter sei mit dieser imperialistischen Politik sicher nicht einverstanden Das deutsche Volk und die deutsche Sozialdemo, kralle werde solchen Plänen entschlossenen Wider­stand entgegensetzen An dem französischm Im­perialismus ist, fuhrt der Redner weiter aus, Tal dewiche E r s u 11 u ng s p oli t i k gescherten. Dennoch war diese Grfüllnngspolltik richtig. Sre hat bewirkt, daß Frankreich bei seinem jetzigen Vorgehen fast isoliert dasteht. Die Erfüllungs- polillk muß aber fortgesetzt werden. Wir begrüßen es daß der Reichskanzler getem diesen Willen ausgesprochen hat. Wer zur Ausgabe der Er- füllungspolillk rät, besorgt die Geschäfte der Franzosen. Die passive Resistenz hat im Ruhr­kampf uns bisher die besten Erfolge gebracht. Wir dürfen und wollen nicht den Ratschlagen ter nach Geßlers WortenVerrückten" folgen. Für unseren schweren Existenzkampf sind leere

I Redensarten gefährlich wie die von Hindenburg: : Wir kämpfen, bis die letzte Klinge springt!

Der Reichskanzler hat feine Worte über die Ver- Handlungen vielleicht unglücklich formuliert Gr meinte, die Mäh-nrng dazu sollte in erster Lime an Frankreich gerichtet Werder Die .Kreuz- Zeitung' überschreibt heute aber die Kanzlerrede nur mit der ^lebersch-.-ift: .Fort mit dem Gerede Über Verhandlungen!" Wie nennt man das? (Rufe bei den Sozialisten:Fälschung!') Deutsch­land muß im Sinne der Vereinbarungen aus den internationalen sozialistischen Konferenzen erklä­ren, daß es den Wie^e.aufbau der Gebiete Dord­frankreichs und Belgiens als moralische pflicht betrachte. Dor allem muß aber die -Re­gierung eine gerechtere Steuerpolitik einführen. Der Kampf geht jetzt um die deutsch? Einheit vnd um die deutsch? Republik, die diese Einheit verbürgt. (Beifall bei den Soziallsten.)

Als

Abg. Hergt (Dtschrrll.)

als nächster>ner das Wort nimmt, wird er von Kommunisten und vielen Sozialdemokraten mit höhnischen Zurufen empfangen. Er sagt. Ich dm gewiß berufen, zu dieser Frage zu reden, denn ich bin im Ruhrgebiet gewesen. (Lautes Gemachter aas der äußersten Linken.) Die Dinge sind wahr- hafllg nicht zum Lachen. Was man im Ruhrgebiet bei den Franzosen sieht, ist reiner Sadismus. (Laute Zurufe bei den Sozialisten. Es entwickeln sich Lärmszenen, in deren Verlauf Abg. Mittwoch (Komm.) zur Ordnung gerufen wird) Wir danken dem Reichskanzler für seine gestrige mannhafte Bede Das Wort Erfüllungspolitik maßte eigent­lich durch die Tatsachen ferne Existenzberechtigung verloren haben. Aber mit den 2llisführungen des Reichskanzlers sind nicht alle unsere Wunsche er- füllt. Wir hätten den Abbruch der diplo­matischen Beziehungen und Vergel- tungsmahregeln gegen Frankreich un& Bel­chen gewünscht. Das hätte dem Völkerrecht ent­sprochen, und Deutschlands Ehre verlangt eine solche Maßnahme. Die Regierung hat dem Geg­ner schon fast zu viel an geboten und ist damit eigentlich schon über den Rahmen unserer Lei­stungsfähigkeit hinausgegangen. Wir begrüßen die Erklärung des Kanzlers, daß feine unerfüll­baren Bedingungen unterschrieben werben tollem Wir begrüßen die Worte des Reichskanzlers, daß man mit dem Gerede über Verhandlungen aufboren müsse. Das müssen für das deutsche Vock

. Worte von Stahl sein. In dieser schweren Zeit I muh die Autorität der Regierung unbefugt ge- stützt werden. Wir verlangen das schärfste Vor-

I gehen gegen Landesverräter undFlaw I macher. (Erneuter Lärm auf der Linken.) Wir müssen diese nie wiederkehrende Stunde benutzen

1 zur Wiederaufrichtung unserer Existenz und unte­

rer Macht. Jetzt gibt eS kein Zurück mehr, nur noch ein Vorwärts! (Beifall rechts. Unruhe lintd.)

Abg. Marx (Z.):

In dieser ernsten Stunde sieht auf Jnferc Verhandlungen nicht nur das deutsche Volk, fön­te cn die ganze Welt. Auch die känchfende Be- vvllcrung an der Ruhr und am Rhein wird kein Verständnis für die Szenen, die sich soeben hier abgespiell, haben. Dem Abwehrkamps ist mehr damit gedient, wenn die Verhandlungen wieder die würdige Form annehmen, die wir an der Rede des Abg. Dr. David sehen. Den Optimismus aber, mit dem er die Stimmung des französischen Volles beurteilt, kann ich nicht teilen. In der west­deutschen Bevölkerung war selbst im Wellkrieg gegen Frankreich kein Haßgesühl vorl)anden. Erst durch das brutale Vorgehen Frankreichs nach dem Kriege ist dieser Haß erzeugt worden. Das feilte der französischen Regierung eine Lehre fein, denn es liegt im allgemeinen Interesse, daß die Beziehungen der beiden großen Dachbarvölker wieder friedlicher werden. Wir stehen leider tab sächlich allein. Aber wir haben weit mehr als im Weltkrieg diesmal einmütig die Lieberzeugung, daß das R«ht auf unserer Seite ist. Wir haben zum Reichskanzler das Vertrauen, daß jede Mva lichtet, die sich für eine Derständirung bietet, nah ge omme i wir) 3ejt nu en\<& Fr in (reich de.i -oerftanoigungdunilen zeigen. Ein großer Er­folg des Ruhrcinsalls ist festzustellen: Das deutsche Volk hat sich in seiner Ge samtheit endlich wiederges u nde n Was unter der Bevölkerung am Rhein und Ruhr an Opfermut gezeigt wird, das sind Heldestaten. die größer sind als Heldentaten im Kamps und Krieg. Die Arbeiterschaft im Ruhrgebiet ver­dient den ganz besonderen Dank der Ration. Wir werden den passiven Widerstand fortseyen. Dann wird der Qiy uns sicher fein. (Beifall im Zentrum.)

Abg. Dr. Stresemmm (D. Dpt.)

Eine neue Unterhausrede Donar Laws.

London, 7. März. (WTB) Im Unter­laufe verlas gestern Thomas ein Tele­gramm, das er am gleichen Tage aus Berlin von dem Gewerkschaftssekretär F i m m e n erhal­ten hat, in dem mitgeteilt werde, daß deutsche Eisenbahner in französischen Diensten eine Erklärung unterzeichnen mühten, in der sie den Zehnstundentag annehmen und sich ver­pflichten, für die französische Rheinrepublik zu wirken. Thomas machte sich über den Gedanken luftig, daß die Franzosen Eisenbahner entsenden könnten, um das deutsche System in Betrieb za nehmen.

Bonar Cato sagte zu Beginn feiner Er­klärung, die Angabe in Fimmens Telegramm, daß deutsch Arbeiter ersucht worden seien, für die Rheinrepublik zu wirken, habe keinen großen Ein­druck auf ihn gemacht. Dies sei nicht die Politik der französischen Regierung. England sei kriegsmüde, aber er könne dem Hause ver­sichern, daß, wenn die Sache, für die zahlreiche Redner eingetreten seien» angenommen touroc, man, statt die Entente zu erhallen, weitergehen und sich aus die Möglichkeit oorbereiten müsse, seinen Willen Frankreich durch einen Krieg auszuzwingen. Das .schöne eine unvermeidliche Schlußfolgerung zu fein. Er wurde sich nicht im mindesten der Annahme des Ver- fahrens, das die Franzosen angewandt hätten, widersetzt haben, wenn sie erfolgt wäre, um die Fvrdera gen zu sichern, von denen er denke, daß Deutschland sie erfüllen könne. Deutschland könne diese jedoch nicht erfüllen. Daher fei er der An­sicht gewesen, daß er ve r p f l i ch t e t gewesen sei, sich von der französischen Regierung abzusondern. Bonar Oaw erklärte weiter über das französische Ruhrunternehmen, die Re­gierung erkenne, abgesehen von der jedermann deutlichen großen wirtschaftlichen Verschwendung, die stattsinde, daß es für die (Rationen, Oie unternommen haben, was ein Olben teuer ge­nannt werden könne, sehr schwierig sei, einen Ausweg zu finden. Unter Bezugnahme auf das von Macdonald vorgelegte Schreiben Dan- derveldes sagte Donar Law, es habe nach der Pariser Konferenz geheißen, daß T h e u n i s nach ber Rückkehr stürzen werde. Gr sei jedoch nicht gestürzt worden. Der Grund sei Wohl, daß die belgisch? Kammer die Aktion im Ruhrgebiet schr gern sehe und sie vorläufig billige.

London, 8. März. (WTB.) Auf eine An­frage des Parlamentsmitgliedes Herbert, ob die schwarzen französischen Truppen imbesehtenGebietin Priva Musern unter- gebracht seien oder in Kasernen, erwiderte Mc Deill. er fei nicht in der Lage, dem Haufe Mn- zelheiten über die Vorkehrungen der französischen Desatzungsbckhörden zu geben. Auf eine andere Anfrage wurde seitens der Regierung erklärt, daß die Zahl der französischen Trup­pe n im ursprünglich besetzten Gebiet 60 000 und dann 160 000 Mann betragen habe.

schließt sich dem Dank an die Ruhrbevölkerung an und bezeichnet zunächst die Behauptung des Berliner Vertreters des Pariser ^Journal als ob die sächsische Regierung um ein Dach- geben gegenüber Frankreich ersucht habe, ass von Anfang bis zu Ende erfunden. Ebenso fei die B? btiap«.uny er Junten, daß die Fir n a Krupp i Essen sich unter amerikanischen Schutz gefiel!l habe Doch weniger wahr sei das Dörsengerucht, daß er (Redner) dem Reichskanzler entgegen­getreten und die Verständigung verlangen würde. Kein verständiger Mensch würde eine; Verständi­gung mit Frankreich widerstreben. Aber Frank­reich habe ja alle Voraussetzungen dafür außer acht gelassen. Wir wenden uns, fuhr Redner weiter fort, gegen jede Abtrenn u n g deutschen Gebietes, ganz gleichgül­tig, ob es sich um offene oder ver - schleierte Annexion handelt. Gegen diesen Bruch des Versalller Vertrages müßten nach dem Gebot des Rechts die Dationen ein­schreiten, die durch ihre Tkntersch-ift Deutschlands gegenwärtigen Bestand garantiert haben, aber auch diejenigen Rationen, die die intellektuellen UMber des Vertrage; sind, wenn sie ihn auch nicht unterzeichnet haben. D'.e französische Aktion hat tatsächlich den Erfolg gehabt, einen berech­tigten Haß gegen Frankre ich zu_er­zeugen, von dem selbst im Kriege nichts zu spuren war Daß F.ankreich keinen Anlaß hat, ein heim­lich betrafineteS Deutschland au furchen, zeigt sich ja jetzt, wo die Regierung me l^wer leidende Rilh-rbevölkeruna sch'"'oZ lassen mußte. Der Red­ner weist dann die De!h motuni ü ec D utsihlan^s mangelnden Leistungswillen zuruck. Auch von einem wirtschaftlichen Ziel im Ruhrtampf tonne keine Rede sein. Die F age sei nur, m wrlch-m Lande durch die Ttuhraktion größere wirtschaft­liche Werte zerstört würden. Ein Ersuchen um Verhandlungen sei schon darum zwecklos weil Frankreich erklärt habe, es betrachte jeden Versuch einer Vermittlung als feindseligen All. Das Ziel unseres Kampfes könne also nur das sein, daß Frankreich gezwungen wird, feinen Widerstand gegen die angebotene Fortsetzung internationaler Abmachungen über die deutschen Reparationslieferungen aufzugeben. Frankreta verbreite jetzt die Legende, Deutschland habe in Paris gar keine Reparationspläne unterbreitet sondern nur Herrn Bergmann reden lassen wollen. Das ist nicht wahr, erklärt der Abgeordnete ©tiefe- mann weiter. Deutschland wollte einen festen schrift­lichen Plan durch Bergmann unterbreiten, lehnte es aber selbstverständlich ab, sich von der Dis­kussion über diesen Plan ausschalten zu lasier. Dieser Vorschlag ist der Pariser Regierung sicher­lich genau bekannt. Deutschland kann zu einer wirksamen Sachbesteuerung erst schrei­ten, wenn das Maß seiner Reparativnslast fett- gestellt ist. Vorher würde der Betrag solcher Steuern nur ein neues Psandobjekt sein. P o i n- car 6 hat neulich gesagt, Deutschland habe Geld für die Stützung der Rtork, aber nicht für Repa­rationen. Jahrelang warf man uns vor, wir zer­störten unsere Währung. Aber jetzt da wir etwas für die Stützung der Mark tun, heckst es, dafür hätten wir Geld, aber nicht für Reparationen. Die Stützungsaktion war nötig, i-m der Behauptung des bet ügerischen Dankerotts entgegentuarbeiten, und weil sonst ein werterer Währungsverfall ein- getreten wäre. Wir haben nun aus eigener Kraft den Abwehrkampf durchzuführen. Die Par.eiunter- schiede kann man in einer Einheitsfront nicht auf­beben, aber man kann und muh sie zuruckstel^en. Das gill in diesem Augenblick auch für den Ge­danken des Klassenkampfes. Der Einheitsfront wird nicht damit gedient, daß P ha nt a||ie^n die Zähigkeit in dem schweren passiven Abwehrkampf

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Prud mid verlas- vrühl'sch« Univ«rsilülr>vuch- und Steinömdcrei B. fange In «letzen. Schrlflleltnng und «eschäsliftelle: zchulltratze 7.