Samstag, 4. August 1923
Erstes Blatt
175. Jahrgang
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
tfretf »Bd Verlag: vrühl'fche U»iverßlüts-Vuch- enö Stein6rndtrel R. Lange in Kietzen. Schristleit»- mib -efchZstrfteve: Zchnlttraße 7-
ImU* tee A«,»>«« ftrbir laqnnemmerbif gern 51a4)mittaq vorsto ob"* i<t>< ’Derblr.ötidjketL Pnts lir 1 mm Höste rüt Hnjtiqtno 27 mm2>reit< 6rll. 2400Ulk .auimart« 32neIHk.; f.Xehlom«. 2n jttqrn von 70 mm ‘'»--tc 10000 PI .b- vlast. oot1d)tift 2i)* . Auf chlaq. l^eupilchnltUitfT. Auq. liioel). 'Seronleorthl) für "Politik Auq. Goetz: |ür ötn utmnen I<il: Ernst Llumul>, n ■ ur len Unieiqentnl. nun, Seck, |8mthd) in ©legen.
Hr. 181
Srfchemi lüqllch. «etm jonn- und ^«ttTlegi, fflHbeiSamstogsbeUoge: «ZietzenerFamiliendlüNer M«»«tstcheSe,»a»vrtlse: -Ireibltttxnb 8OCO0 TR* *,tnH)(. IrägerL, b.ö Post ,0000Mark,ouchd Nicht- <rid)einen einzelner Num. nern mfolqe döherer Bemalt.- Fernfprech. ?:n|d)lü|k fürbwSdjrift» rtunq 112. für Der log und ©e!chofl,ftelle 51. Anschrift |ür Drohtnoch. uchten Aujeiger »letz«».
PvliCcu'ivm». {fOWttirt a. M. 11686.
Was tut (England?
Baldwin und Lord Turzvn haben vor dem englischen Parlament hocbbedeutsame ^rfiärunqcn abgegeben D.c Dell wurde nri er Tatsache bekannt gemacln. dos, e« der eng. leben Regierung nicht gelungen ist, DteBc.- i-ndeten m Parts und Brüssel au irgendeinem Entgegenkommen au bewegen, womit die rundlage für ein gemeinsames Vorgehen in xr deutschen Frage gesunden werden könnte. Alit einem Um ertön von Empörung stellte da« Sabinen Baldwin seit, in den eingezangenen Jlotcn werde der brllifJ* Entwurf einer 2Int- wort an Deutfchlnnd nicht einmal er- iv ahnt Darum fei man nun In England ent- vMqfien, die Dokumente au veröffentlichen, die nach dem 1er,ten deutschen Er- "2!*.Aunn«cngtfcot gewechselt worden seien, um Ye Dell von der „gebieterischen Rolwendig- (eil eine« raschen, einheitlichen Vorgehen«“ zu uberAeugen.
Deichen weiteren Plan die Leiterder britischen Politik verfolgen, bleibt zunächst dunkel. Außerordentlich charakieristisch ist die Hiebe und fünfte Auedrucksform der eng- . ichen Staatsmänner, die in dem Satze Bald- urm- gipfelt, er schrecke vor jeDer Handlung Zurück, die al« Anzeichen für eine Spal- ,ung unter den Alliierten angesehen werden ie". Man vergleiche damit den barfd'C.t, lern den Ton PoincareS, der auch durch die ute im Auszug vorliegende franiösische Arn- . ortnote hindurchgeht. Dieses diplomatische Eeduldspiel Englands hat aber zweilel- lo« einen ernsten H ntergrund Denn - ic englische Regierung hat die Pa- riser und Brüsseler Roten mit drängenden Zu- iufen eingetrieben, und sie kann ihr bestimmt mrmulierte« Ziel, zu einer raschen Lösung Au kommen, nicht latloS liegen lassen. Besitzt । ,e die Mittel, ihren Willen durchzuseyen, so r.iuii fie sich« im De fühl ihrer Uebeilegenheit leisten, Geduld und Rachsicht mit Frankreich au üben. ES muh nicht Schwäche sein, immer noch einmal die Tür der Verständigung zu । ffnen, die Herr Poincars in heftiger Aufwallung, und zuletzt auch mit grimmiger Ironie, wiederholt ins Schloß geworfen hat. Lloyd George freilich äußerte in der Debatte, es fei nutzlos, den französischen Ministerpräsidenten noch weiter überzeugen zu wollen, und di« Regierung möge jagen, wao ihre enbgüinge Politik fei. Man kann eS jedoch begreifen, dah nach der Veröffentlichung des Rotenwechsels ein neuer Beschluß der englischen Regierung besser verstanden und vielleicht auch besser wirken könne
Einsnoeilen verweigerte Baldwin die Bekanntgabe seiner weiteren Richtlinien Er wird mit dem Kabinett erwägen, . welche Antwort den Herren Poincare und Theunis erteilt werden soll. Schon in seiner Rede bei her parlamentarischen Diskussion sprach er aber, für den Fall, „daß die Wunden Europas offengehalten statt geheilt mürben“, von der „Entfremdung der Herzen“ zwischen Frankreich und England, und eS 'cheint, daß er von der Einsicht der ®cgcn- icitc nicht mehr viel hält. Liest man b-utv das französische, von Eigenfinn und advo- kalorischer Verbissenhe-t starrende Elaborat, so schwindet in der Tat jebe Hoffnung. Aus bo3 ..RiemalS“ des H'rr:. Poincarö kann H.'tr Baldwin im Ernst nur an die Weg- Lcicitung eines eignen, unabhängigen Vor- gehenS denken. Völkerbund oder internationale . achverständigenkonferenA werden wohl die nächsten Meilensteine des zeitraubenden und darum beben fliehen Verfahrens sein.
Die Pariser Presse bat den Kamps gegen die englischen Absichten in den letzten Tagen mit viel Bitterkeit und Schärfe geführt. Der ©eilt Beaumarcl>aiS' geht ii Frankreich wieder um, und die Zeichen der Freundschaft, von denen Baldwin sprach, rufen bei den FranAosen nur Beklemmung und Verdruß her» vor. Die Denkschrift Beaumarchais' vom Zähre 1778, in der England „her natürliche Feind Frankreichs“ genannt wurde, enthielt gepfcf» erte Sätze: »Mich erfüllt die Hoffnung, daß ein neues politisch.'? System in Europa aufkommen und England endlich an seinen wählen Platz werde zuruckgedrangt werden.“ 3n den französisch n Zeitungen kinn man heute last schon Aehnl.cheS lesen. Enaland will weder me deutsche, noch eine französische Hegemonie n Europa. Es sieht in der Mehrheit seines Volkes jetzt allmählich ein. daß seine Zell- nähme am Welttrieg und besonders seine Mitwirkung beim Versailler Vertrag nicht in
-'n richtigen Grenzen gehalten worden Ist. urzon sagte, in England sei beinahe jede '.-hlistrie von der Ruhrbesetznug in Mitleiden- lehnst gezogen, und beinahe in jeder Hütte 'ngl-.'.nds mache sie sich bemerfbar. Das 21 n - eben des britischen Weltreiches war in feiner ganzen, von so v.el auswärtigen Lebenslagen i)ura)U'uhhen Geschichte niemals so stark ;i Frage gestellt wie gerat’ejcQL__
WaS will das Kabinett Baldwin? Sein für Deutschland bestimmter Antwortentwurs enthielt für uns einige schlimme lieber- lraschungen. lieber die Verwaltung der deutschen Finanzen soll danach eine internationale Kontrolle gclcg. werden. Das hangt zweisellos zusammen mit der von Baldwin in seiner letzten Diskussionsrede geäußerten Besorgnis, England werd sich künstig dem stärksten Konkurrenten gegen- übersehen, den e« je gehabt habe Der eng- lische Minister ift uns noch eine Erklärung darüber schuldig, was er sich dabei gebucht hat, al« er meinte, unsere Erportgüter. deren Gewinn den Reparations.Aahlungen diene, würden ,alles auf natürlichem Dege absorbieren“. Jedenfalls brauchen wir nicht darüber zu trauern, daß fein Antwortentwurs eine ungünstige ot>ei vielmehr gar keine Ausnahme gefunden hat. Denn eS steht in diesem Entwurf auch eine Mahnung an die deutsche Regierung, sie solle die Eliistellung des passiven Wider st andeS durch Zurückziehung der darauf bezüglichen Erlasse und Verordnungen erleichtern. Dagegen nimmt selbst der „Vorwärts“ Stellung, und eS ist in der Tat eine allen bisherigen Versicherungen der englischen Regierungsmänner widersprechende Zumutung, daß wir das letzte Mittel der Wehr und Hilfe aus der Hand legen sollten, ohne daß wir dagegen etwas anderes erhielten als die fragwürdige Versprechung „erneuter Erwägungen“, wie die Besetzung und eine allmähliche Rückkehr zu normalen Verhältnissen im Ruhrgebiet fernerhin eingerichtet werden könnten.
Der Leidensweg Deutschland« würde ein gänzlich trostloses Bild bieten, wenn wir annehmen müßten, daß unsere Reichsregierung keine Entschlüsse zu sassen weiß. So viel steht doch wohl fest, daß wir in unserem Wider- stände Frankreich gegenüber gerade jetzt keine Stunde wanken dürsen. Dazu müssen innen- und außenpolitische fefte Ziele vor uns stehen. Wenn das bisherige Sntente-Gespjn'ä zerfällt, wird man von unseren ReichSspitzen ein mutige« Handeln verlangen. Baldwin hat zwar den bedenklichen Satz geprägt, „England wolle den deutschen Widerstand ganz und gar nicht stärken, weil eS genau wisse, baß, je länger er dauere, die Sage umso hoffnungsloser °(ct". Er scheint demnach mit der Kapitulierung zu rechnen. Deutsche Augen werden die Dinge anders anschauen müssen. D>e Verantwortung Frankreichs für Rot und Tod Europas muß mit Fanfaren der Wett verküiivigt werden, nicht nur mit Der sanften Stimme Baldwins. Jetzt erst beginnt der eigentliche Befreiungskampf!
(Eine (Entschließung der sozialdemokratischenReichstags, frahtion.
(Berlin, 3 2lug ’DV ) AIS Ergebnis ihrer heute beendeten zweitägigen Aussprache Übei die innen- und auhenpriilisch' Lag: bat diesvziaI- demokratilche Re i ch s t ag S s r a k 11 o n mit groher Mehrheit eine Lntichliehung Hertz angenommen, die den drohenden rfu- fammenbrud) der 3nnen- und Auhenpoliiik Deutschlands in erster Linie al« Folge der Palii- entät der RetchSregi rung bezeichnet und von der Reich«regierung gröhte aukenpolitilche Aktivität forbert, um unter Ausrechterhaltung der Einheit der Republik, der Srbattung de« Rheinlande- beim Reich und der Befreiung der Ruhr zu einer endgültigen Verständigung über das Reparation«, prrblcm zu gelangen 3n einer energischen Verhinderung aller Sabotageakic und einer radikalen Untcibinbung der Rüstungen der illegalenQrgani- fatirnen cvblidt die sozialdemokratische Fraktion eine biingcnbc innerpoliiilche und unbedingte auhenpcli'ilä.- Rrtwendiglei' 3neb.fonbcrr lot- bert die Snischliehang den sofortigen 11 m - bau de» deutsche» Steuerst) st em» und die Ausbringung bei ReparationSIasien durch Ve- loftung de« Sach besitze« Zum Schluh der Sntschlich^ng heiht es. die ,Fraktion erklärt, dah fie die ganze Kraft der Partei zur Erfüllung ihrer Forderungen einsetze Sic macht Den dem Ergebnis dieser Anstiengungen ihre nxi cre politisch" Haltung gegenüber der Regierung 6uno abhängig
Der .Svzialdemoti atische Pailam-ntSdienst bemerkt zu der Entfchliehung Die Ab'' mrnung bat danach ergeben, dah die grobe Mehrheit der an- netenden 120 Fraktiensmitglieder zur Zett keinen Anlah lab über die Frage der Koalition«. Politik eine Entscheidung herbeizusühren. Eine Dntschliehung Oucsfel-Levi die Der Regieiung das Mißtrauen au«spricht und die grobe Koalition ab- lefcnt wurde verwvrsen. ebenso eine Entschließung Hoch die ähnlichen Inhalt« war
Auch Belgien veröffeotkicht feine Tchriftstacke.
Brüssel. 4. Aug. IWTB.» Die belgische Regierung veröffentttcht Die mtt England gewechselten Schriftstücke über Die Antwort <24 Die deutsche Rot«-
Die schroffe Ablehnung Frankreichs.
Pari«. 3 Aug i WTB t Die Hnva«-Ag.n- I tu - veröllentlicht ein Resumi^ der sranzöli- ichen An iw ort. die am 30. Juli der eng- nlchen Regierung iibermittelt wurde Tie Iran- zofiiche Regie, ung ciflärt sich zuerst bereit, schon letzt rnii der briiilche» Regierung die deutschen Vollchiagc vom ! Zuni zu prü- > e n. aber s,e stellt fest, bah diese Vorschläge nicht die V.rpslichlung der deutschen Regierung enthalten, den pailiven Wiherstan) aufzugeben, durch den sie leit sechs Monaten die AaSsübrung ie« FriedenSveitniges vereitle Tie soanzoli che Regierung hat aus die verschiedenen Fragen die ihr von der britischen Regierung gestellt worden sind in bestmöglichster Weile geantwvitet Wenn die englische Regierung noch andere Fragen zu stellen hat. ist die sranzöstsche R gierung bereit, uut» ^zuc zu antworten Aoer wir müiirn chvn jent an den Srundlatz crinn.nt. d.n die britilch- Xigiciung übt.gen« leit Der Ruhrdesetzung kennt, nämlich, bah F ankreich und V-igien da« Ruhrgebiet nur gern ah der von der deutschen Regierung geleisteten Zablungenräumenwer- den Rach vier Jahren de» Abwarten«, der Versuche aller Art. der Ultimaten, die von keinem 5r;c!g begleitet wa.en. der Koiiseienzen. die die britische Regieiung Vorschlag, und deren Kon- ItuLcncn n c.nal« zur Au -tübrung gelangten, und den versch cd.nen Moratorien, die man Deutlch- la, d bcioill gl hat. lind die sranzö'iiche und die belgische Regierung zu Der Sch u'isalgerung ge» lonimen, bah allein die Prozedur angewendet Werden muh, zu der auch Deutschland im Zähre 18'71 geschritten ist TT i i werden das Ps and. las wir in Händen haben, nur progressiv auf geben. 15?-aa den passiven Widerstand anbzlnfft. Io sind wir. wenn Deuttchland ihn vollkommeil aufgibt, bereit, in unserer Ve- sctzun, die Abänderungen w kressen, die wir mit der Licherheil der Truppen und der 3n- ger.teure, sowie mit der Konservierung des Plan- des. das Sir in Händen halten, nur vereinbar halten Wenn wir anders vorgehen würden, würden mir d e öffentliche.-. Erkl-runz-n srrkug.ien, die wir in Brüssel ergeben liehen. Wir haben ein zu grohe» Vertrauen zu der bntifchen Regierung, um anzunehmen, dah he jemals versuchen würde, von unS einen Derartigen ÜDiDerru, zu verlangen der einer Demütigung glelchkame und zu einer Ausbreitung de« Revanchegeistes in Deutschland führen würde.
Die britische Regierung glaubt, dah die Ve- Ichung de« Ruhrgebiete« nicht den geringsten 8r- folg gehabt habe Wir teilen bieten Pessrmi«mu« nicht Man bart lieh Über baA Ziel, das mir im Ruhigcbic! verfolgt haben. »Ich! täuhbeu handelt sich keineswegs darum, hort die sofortige und vollständige RerarationSvahlu ig zu suchen Wir muhten sehr wohl, dah die Ausdeutung de« Ruhrgebiets durch Die Alliierten an sich nicht hie notwendigen Summen ergeben würde, leibst trenn die deutlche Regteru.ig sich gemah dem Friedensverttag verhallen und un« die Kohlen und die Steuern einziehen lassen würde Wa« wir wollten, war vor allem und besonders, durch die Psandnahmi: und Den Zwang in Deutschland den Willen zum Zahlen zu schallen. Da« heiht. wir wollicn Der wirtschaftlichen und politischen Organisation des Deutschen Reiche« eine solche Verlegenheit bcre'ten, bah sie die 2lu«- suhrung des Ver.iages schlichlich Behinderungea verziehen würde Wir wollteti also nach vier Zayren erlangen die A icrtennu >g der Verpslich- tungen durch Deutschland .üb’ nur in allgemeiner und theoretischer Weile sondern i i praktischer Hinsicht Der passive Widerstand, den Deutschland uns im Ruhigebiet entg.ge igesctzt hat. war nur Die Entwicklung des Widerstandes, den Deutschland feit nici .lahren dem Fr edenSvertrnz entgegengesetzt hat. in euer schärferen Form. Die deutsche Regierung hat die Politik feftgelegt, tie he feit 1920 betrieben Hal. und wem der Marlsturz sich beschleunigte, so bat Die Mark nur hie Kurve genommen. Die von Der Deutsche > Regierung bcltimmt war. und die den Bemühu igen seiner Industriellen e uspr chi, um ihr Vermögen dem Fisku« und den Reparationszahlu >gen zu entziehen Alle Auskünfte, die wir belitze.i, beweisen übrigins. dah. wen i Deutschland nicht auf ein; Uneinigkeit u Her den Alliierten spekuliert hätte, c» rasch nachgegebe i haben würde. Es lind die Druüch.m unö licht Frankreich und Belgien, die Die Aussuhr der Ruhrprodutte verbinde, n Weil die 2>euttl?n sich weig rn. Aus- fu*'tli,enAe., zu erlangen, stockt der Handel Weil die Teuilchen tich weigern, ihre Waren der Iran- zölisch-ielgilchen E,senbahnregie anzuvert-nuen. können ticlc Waren nicht transportiert .r>eid:n. Drcs; Regie rst nur eingerichtn worden, weil die deutschen Eisenbahner gemäh dem Befehl De« Deutschen Reiche sich weigern, Die Züge zu bedienen Wir baden Di; Ueberzeugung. wen n D i e britische Regierung einfach dem Deutschen Reiche mitteilen würde, dah sie eine Politik mißbilligt, tne den Ruin Deutschland« herbeisühn und auch Europa zu ruinieren droht, dann würbe alle« sofort wieder in feine Ordnung zurückkehre.r.
Die französische Regierung lei mtt der englischen einig in der Auslassung. Dah Deutschland leinen Kredit wiederherstellen. seine Währung stabilisieren, fein Budget in« Gleichgewicht bringen und seine Produktion erhöhen müsse Da« seien Ratschläge, die die Alliierten Deutschland leit 1920 erteilten Sie seien zuerst von der Brüsseler Konferenz ausgesprochen worden, dann sei. um die Verwirklichung dieser Reformen zu sichern, da« Daranttekomitee geschaffen worden Aber alle diese Bemühungen feien vergeblich gewesen. Deutschland habe viel
mehr alle Ratschläge In den Wind . 'chlnaer. alle von der Erfahrung geb.ili.i'. - der Volkswirischasi aus den Kops qr '.hi und die loltfte Finanzpolitik getrieben e.-m derzeitiger Ruin sei nichi Nio Werl ' r Riihr- tKlchung. es lei da« Werk Denilchstr ‘ ' 'e!!>st Richt die Belegung gewisser Iii^iiiiriegebrete Dcutlchland« sei es. wodurch eine i'inj der Wirtlchastssragen pcrbinfcri werde die'e Lösung liege einzig und allein in der Hand Deutlchlands Rur wenn die deutsche Regierung und die deniiche Bevölkerung selbst aulrichtig gewillt seien, wieder Ordnung tf ihre Itzstematilch berunterg.wirilchal trten Finanzen zu bringen, lei d>e> möglich So sei der passive Widerstand wie das die englische Regierung auch ancrlcnnc, das eigentliche Haupthindernis für die Viederher- sieiiuna einer norm iiet^,uage. unö öi r pal iv; Widerstand müsse ein Ende nehmen, denn er lause dein Friedensvertrag. er laute dem allgemeinen Wohl zuwider, und wenn > ic Alliierten einig wären, würde er tatsächlich l'-öingung«- lo« und ohne Kompensationen cinqr't. ■ werden, da die Bevöllerung ihm DolUonu::-.! lernstehe und sogar dagegen sei Rach Aulialhmn der sranzoiischen Regierung müsse alwr die'e Einstellung i m voraus erfolgen und konnten mit ihr keine gleichzeitigen Vorteile Han in Hand gehen Daö hätten übrigens die srnnzohsche und die belgische Reg'erung öflcnth.h e11■rt Sie würden mit der deutschen Regierung erst in Unterhandlungen treten, wenn biete zunächst die notwendigen Anweisungen erteile, famit der passive Widerstand aulhötc Eine loiche ErNu- rung revidieren, bi eh." die beiden Negierungen in Wahiheit selbst desavouier;-,. a*ie ein Erfolg für Deutschland wäre und der deutichen Regierung den Beweis liefern wurde, bah sie etwas dabei zu gewinnen habe, wenn fie sich dem Willen der Alliierten widersetze Die beiden Bedingungen. Vie nach Ansicht der britischen Regierung erfüllt werden muhten, himlt Deutschland Den passiven Widerstand einstelle, hnb Die Festsetzung der Zahlungsfähigkeit und dte Wiederinstandsetzung de« Ruhrgebiets Damit e« produzieren kann Wie bereit« getagt wurde, bedauern wir. bah wir diese Bedingungen nicht mit der Einstellung De« passiven Widerstandes in Verbindung bringen lallen können, jedoch wollen wir sie beide prüfen
Die britische Regierung ist der Ansicht, dah e« notwendig sei. aus« neue die Repara - tion«zisser zu kalkulieren und bah M<»<» 'jihbnn der deutschen R'—ferung af« gerecht und erfüllbar angenommen werde Man kann sich fragen, warum eine Bei l)-umg. Die heute von irgendwelchen Sachverständigen unternommen würde. Den Tatsachen besser entsprechen werbe, als die, die 1922 gemacht wurden. und warum diele Ziffer noch >n zehn ober 20 Zähren ben Tatsachen entsprechen solle Besonder« feit bem Kriege und bei ber augenblicklichen wirtschaftlichen Umwälzung, für die Deutschland übrigens hauptsächlich verantwortlich ist. ist e« unmöglich. vvoauSzusagcn. was die Zukunft bringen wird D i e Zahlung«- sähigkeit eine« Staates i st eine lehr .Dar fable" Sie ein für allemal *u bestimmen. erscheint un« ein wirtlchaltlicher Widerspruch. und ber Frieden«vertrag wäre befonebr« bevorzugt, sich von einem derartigen Irrtum sernzuhalten Rach Artikel 234 hat die Repa- rativn«kommission von Zeit zu Zeit über die Hilfsquellen und Mc Z.ihlungssähigkeit Deutschland« zu bestimmen, allo die Reparation«» k o m m i I f i o n selbst hat durch ihre Konstitution ein offene« Auge für die wirtschaft- liche und finanzielle Lage Deutschlands Sie kann an jedem Dag bi Zahlungslorm und die ZablungSmobahtaten ändern und .Zahlungsaufschub gewähren Es befiehl keinerlei Grund, Diele Sachbefugnisse Der Re - parationSkommifsion zu entziehen. Die ftaEjöfifdze Regierung famt fick) keinem TortoUge an schließen, der Darauf abztelk, auf« neue Den Gesamtbetrag Der Deutschen
Schuld festzusehen
Der genannte Artikel 234 betagt, Dah ein Rachlost in Der Schuld nur mit Einstimmigkeit erfolgen kann, und Frankreich wird niemals seine Zustimmung zu einem Derartigen Rachl^h geben, vorausgesetzt, dal» man Frankreich seine eigenen Kriegsschulden erläßt lieber- dies können die Erleichterungen, die sich aus einer bloßen Abä nderung des Zahlungsstatut« ergeben, bedeutender Art sein Wenn Moiatorien notwendiq sind, kann die Re- parationSkommissivn solche gewähren, wie sie eS bereit« getan hat. aber es wäre nach unterer Ansicht em A.t höchster Unvorfich'tgkeit. heute ein für allemal Die ZahlungSläh gkeit eines Lande« abzuschätzen. da« sich adsih l-ch zugrunde gerichtet hat und Deren Währung nichts mehr a>cn ist. Wir können eS nach zehn Zahreri mit einem Dermahen blühenden und dermaßen mächtigen Deutschland zu tun haben, bah wir es bitte» bereuen würden, und zwar England ebenlokhr wie wir. dah wir die deutsche ZahlungSsähigkeit endgültig festgesetzt Haden zu einem Zeitpunkt, wo Deutschland selbst diese Festsetzung verlangte, weil es bat Gefühl halte dah diele Zahsungolähigkeit im Augenblick auf ihrem tiefsten Punkt angelangt war. Es ist übrigen« nicht zu erwarten, bah man renal« dahin gelangt, eine Ziffer feltzuletzen, die die deutsche Regierung al« gerecht und durchführbar auch anerkennen würde, oder, wenn Ile sie al» solche anerkennt, so würde nicht« sie barrar verhindern, am nächsten Tage da« Gegenteil m


