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1Z3. Jahrgang

Montag. 4- )mli 1925 Annahme dor Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 27 mm Brette örtL 120 Mk.. auswärts

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Vrvck »vd Verlag: BrfflflW UniverfitSls-Vuch- und Ztelndruckerei R. Lange in Glehen. Zchriftleltung und Geschäftsstelle: Schulftratze 1-

London, 2. Juni. (Wolff.) Lord Ro­bert Cecil erklärte in einer Versammlung des Verbandes der englisch sprechenden Lan­der über seine Eindrücke bei seinem letzten Ve- such in den Vereinigten Staaten, Amerika zweifle daran, daß die europäischen Staaten wirklich beabsichtigten, den Frieden zu wahren. Cecil drückte die Hoffnung aus, datz, bevor es Unterstreichung.

werden sollten.

Eine amerikanisch-französische DenKmaisfeier.

müsse. __________

Eine Konferenz in Brüssel.

Paris, 3. 3unt. (Wolff.) Wie Havas mit- teilt, wird P oincar6 am Mittwoch vormittag in-Drgieitang tas-Fr-anzminist«^ d^^o-stsh - r i e und des Munsters für öffentliche Arbeiten Le Trocquer zu Besprechungen mit den bel­gischen Ministern nach Druffel reisen. Gr werde Donnerstag vormittag wieder in Paris cüitreffen Mich den Morgen blättern reist auch der Direktor am Quai d'Orsay, Perretti de la Rocca, mit Rach dem Brüsseler Korrespondenten des Echo de Paris" werden außer General De- gouttc und dem franz. Oberkommissar in den Rheinlanden Tirard auch der belgische Ober» kommissar Rolli n-Iacquemhns und der belgische Generalstabschef General Mag linse an den Verhandlungen teilnehmen.

Anatole France verurteilt die Ruhr- besetrmrg.

Paris, 3. Juni. (WTB.) Bei der heu­tigen Einweihung des Denkmals für den er­mordeten Faures in Parmux ergriff A n a - tvle France das Wort. Er verurteilte die Ruhrbesetzung und erklärte, er sei überzeugt davon, daß eine feste und friedliche Aktion ebenso wirkungsvoll gewesen wäre und daß im übrigen die Wiederaufn-ähme der Ge­schäfte mit einem benachbarten Volke dem französischen Volke in sicherer Form Wohl­stand bereitet haben würde. Namens der bel­gischen Sozialisten sprach Vandervelde, der auch den Gruß der sozialistischen Interna­tionale überbrachte.

Hölleiu wird in Haft behalten.

Paris, 3. Juni. (Wolff.) Wie die Morgen­blatter berichten, entschloß sich die französische Re­gierung, den deutschen Kommunisten Höllcin provisorisch in Haft zu behalten, um Re­pressalien für die angeblich willkürliche Ver­haftung von Franzosen in Deutschland zu üben.

Die Gewalttaten Im Welten.

Aktive Politik Baldwins?

London, 3. 3unt (Wolff.) Derdwlorna- tische Berichterstatter des .Observer schreibt, die kommende Woche werde den Beginn des er n- st e st en und verheißungsvollsten Der- fuchs sehen, der je gemacht wurde, um das furchtbare Durcheinander der Reparationen, der interalliierten Schulden, der Ruhrfrage, der fran- zösischen Sicherheit und ähnlicher verwandter Pro- vleme beiseite zu raumen Die britische Regte' rung nehme auf die persönliche Initiati^ Bald­wins hin eine entschlossene Haltung ein. Wahrend der letzten Woche habe Baldwin, der dw Reparativnsf rage und die Frage der Be­ziehungen Englands zu . Frankreich in den Vordergrund feiner Politik gestellt habe, die französische öffentlich: Meinung aller, S^tt° tierungen erforscht als Einleitung zur Politik des I britischen Reiches.

Ciue wichtige Erklärung.

Paris. 4. Juni. (WTB.) Der englische Mi- nisterpräsident Stanley Baldwin hat«Em Vertreter des »Petit Parisien hinsichtlich der französisch-britischen Beziehun­gen eine wichtige Erklärung abgegeben, die wie folgt lautet: Sie werden leicht versteh^, daß tch niä)t schon heute erklären kann, welche Losung man nach meiner Ansicht für die Probleme finden kann über die sich Frankreich und England ver­ständigen müssen. Ich hoffe demnächst Gelegen­heit zu finden, mich darüber mit meinen fran­zösischen Kollegen zu unterhalten. Iitzwischm möchte ich die Aufmerksamkeit auf zwei Punkte lenken: 1 Ich habe das vertrauensvolle Gefühl, so schwierig auch das Reparationsproblem fern mag. oder irgend eines der Probleme, die mit : bei- Ruhrbesetzung verbunden sind, daß- es doch keines gibt, über das England und Frankreich nicht einen Anknüpfungspunkt entdecken könnten, um in eine Verhandlung darüber ein- zutreten; 2. ich möchte, daß das franzosiscye Pu­blikum wisse, daß wir in England die Bedeutung des Problems der Sicherungen für Frankreich und Belgien begriffen und daß wir den lebhaften Wunsch haben, behilflich zu fein, um eine Regelung auf die Deine zu bringen, die für die Zukunst die A u f r e ch t e r h a l t u n g des europäischen Friedens garantiert. Persönlich bin ich zu glauben geneigt, daß nur wenige Punkte zu regeln unmöglich Und, wenn man einen klaren '-Begriff von den ®d?toietigteiten und den Willen hat, ste zu lösen. Ich habe das Glück gehabt, im letzten Winter die delikate Frage der englisch-amerikanischen Schulden zu regeln. Unter tar Bedingung, daß auch im gleichen Geiste die augenblickliche Schuldenfrage Europas an­geschnitten wird, ist nicht einzusehen, warum wir nicht dazu kommen sollten, auch sie zu regehr Auf alle Fälle können Sie damit rechnen, daß ich mit aller En tschiedenhei t ar­beiten werde Vielleicht werden wir anfäng­lich einen vorübergehenden M iße rf o I g erfahren, aber ich habe die Gewißheit, daß schließ­lich der Erfolg unsere Bemühungen krönen wird. Weitere Stimmen ans England.

Kaiserslautern. 4. Juni. (WTB.) We< gen einer Meldung über Unfälle auf den mili­tarisierten Strecken in der Pfalz find w Kaisers- lautem die beiden verantwortlichen Geschäfts­führer derPfälzer PES teigner, uni derPfälzischen Volkszeitung , Dr. Rohr, am Scnntag nachmittag verhaftet worden

Düsseldorf, 2. Iuni. (Wolff.) Zur Ge° schästsräumung desDüsseldorfer blatted wird mitgeteilt: Vor etwa acht -^a- gen erschien ein Vertreter des PariserIoarlial Officid bei der Geschästsleitung dorser Tageblattes" und fragte d.e Gefcha.tsloi- tunq, ob sie bereit sei, eine Zeitung für die f r an - zös ische Regierun g zu drucken. Es hani)!e sich um eine Tageszeitung, die nachts ge­druckt werden und morgens m einer Auflage von 50 0C0 Stück in deutscher Sprache, zunächsc vierseitig mit Bildern, erscheinen solle. Die Ge­schästsleitung lehnte dieses Ansinnen ab. Daran; erschienen am 1. Juni nachmittags vier fran­zösische Offiziere mit einer Wache und beschlagnahmten die Druckerei mit der Bemerkung, da dir Geschäftsleilung den Druck der von der französischrn Regierung befah- lenen Zeitung verweigere, werde die Desahungs- behörde den Druck jetzt selbst in die Hand nehmen; alle Angestellten und Arbeiter hat- tendasHaus so f ort zu verlassen. Dw ! Geschöf tslertung mußte die Schlussel abgeben wrd eine Wache wurde in das Haus gelegt. Dem Er­scheinen desTageblattes" fallen keine Schwie­rigkeiten gemacht werden; es soll seinen Druck außerhalb des Hauses bewerkstelligen können. Da bereits eine Reihe von Druckereien beschlag­nahmt ist. stehen diesem Druck selbstverständlich äußerste Schwierigkeiten entgegen. Die Setzer und Drucker desTageblattes" sind gefragt worden, ob sie für die Franzosen Weiterarbeiten wollten Sie lehnten dies ab und erklärten, daß. ihre De- triebsversammlung die Antwort geben werde. Die Geschästsleitung wurde auf den 2. 3-ini vormit­tags zur Bestandaufnahme bestellt. 'Diese Be­standaufnahme, die bei dem umfangreichen Be­trieb mehrere Tage in Anspruch nehmen wurde soll in wenigen Stunden erledigt sein, da da Franzosen angeblich sofort mit dem Druck ihres I Organs beginnen wollen. In der Bevölkerung, na­mentlich aber in der Zentrums Partei, deren Organ dasDüsseldorfer Tageblatt" ist. herrsch' große Erregung über diese ungeheuerliche 15er*

men sei.

Frankreich und das Washingtoner Abkommen.

Paris, 2. Suhl (Wolff.) Der Bericht­erstatter der zuständigen Kammer-Kommission für die Washingtoner Abrüstungs- verträge, Abgeordneter Guernier, Hai gestern einem 'Vertreter derChicago Tri­büne" erklärt, daß das französische Parlament die Verträge ratifizieren werde, ohne, wie ursprünglich vorgesehen, Vorbehalte zu machen. Frankreich werde sich jedoch durch die in Washington vereinbarten Verhältnis-- zisfern für die Stärke der verschiedenen Flot­ten nicht über das Hahrl936 hinaus oebunden erachten und zur Bedingung machen, daß jede Ausdehnung der Verträge zu einer Revision der Ziffern und zu einer Erhöhung des französischen Tonnage-Anteils führen

Paris 4. Juni. (WTB.) Lvucheur hielt gestern in Mau beuge auf dem Kongreß der republikanische Vereinigung des C&Cotrti von Avesnes eine Rede, in der er sich mit der Außenpolitik Frankreichs beschäftigte. Er ist da­von überzeugt, tatz Trotz der Sabowg«lkte der Deutschen Frankreich ehi-envvll aus der Ruhr­affäre hervorgehen und Rutzen daraus ziehen werde Frankreich werde bald das Ruhrgebiet verlassen, da Deutsch- sand durch die Desehung sehr ge­schädigt sei. Er werde die Regierung nicht diskreditieren was er aber wünsche, sei .daß man <;a mit den Alliierten verständige. Er habe den Eindruck, daß die Alliierten zu orcßcn Opfern bereit seien, vorausgesetzt, datz man französischu'seits sich nicht zu intransigent leige. Die erste Frage, die zu regeln sei, Jet die

gen zu erfüllen. D:e Verrinigtcn Staaten wurden es auch nicht begriffen haben, we m Frankreich die Bevölkerung der verwüsteter Gebiete im Elend lassen würde, ohne von Deutschland, des'en sämt­liche Städte vollkommen i taft sind, die Er>ü>lung der e.n gegebnen Verpflichtung n zu verlangen.

Paris, 3. Juni. (WTB) Rach der Senf- mailsenthültung in Chaumont sand ein Festmahl statt, in dessen Verlauf der Präsident der Repu­blik, Millerand, eine Rede hielt Wenn Frankreich im Ruhrgebiet stehe, erklärte er, so sei es nur die Illoyalität Deutschlands, die es dorthin gebracht habe. Es beiße bewußt die Ab­sichten und das Vorgehen Frankreichs entstellen, wenn man die Ruhraklion auf Erobe-uigs- und Rachegelüste zurückführe. Die Wahrheit sei ein­fach, Frankreich wolle, daß der Besiegte, nachdem er den Är eg entfesselt, feine Veroflichtunqen er­fülle und feine Verbrechen (?) wieder gutmache. Frankreich fei entschlossen und werde , nicht weichen, weil es sich auf die Gerechtigkeit f?) stütze. Die französische Republik hege im Zähre 1923 ebenforoenig militaristische oder annexio- nistische Pläne wie im Jahre 1914 und wie von 1871 bis 1914. Die Geschichte werd: ihr bie An­erkennung nicht versagen, daß ihre Außenpolitik sich unaufhörlich von derselben Idee leiten lasse:

Köln, 2. Juni. (Wrlsftt Die O st e r f e l d e r Stadtverwaltung erhielt am Dienstag ein Schreiben der Drsahungsbehörde zur Liebermitte­lung an Direktor Kal troff von der Gute Hoff- nungshütte. In dem Schreiben wird, nach der Kölnischen Zeitung", die Forderung auf 100 Millionen Mark, die der Stadt Oster­feld als Strafe für die tn der Rächt vom 12. Mai in ihrem Stadtgebiet erfolgten Drückenspiengung auferlegt wurden, wiederholt und die Festnahme des Direktors Ka l t h o f f und des Beigeordneten Lüdeborgals Geiseln mitgeteilt. Kalthoff, dem feine Verhaftung mitgeteilt werden sollte, ist auf Reisen und formte daher nicht verhaftet werden. Beigeordneter 2übeborg befindet sich schon feit einiger Zeit in Hast.

K ö ln, 2. Juni. (Wolff.) Heute morgen tra­fen mittels Sondcrzuges der Rheinuferbahn die Familien von achtzig ausgewiesenen Eisenbahnern aus Bonn und Umgegenb hier ein. Die Männer waren schon vor mehreren Tagen ausgetaiesen worden. Di? von Haus und Hof Vertriebenen konnten nur ganz wenig Gepäck mitnehmen. Auffallend war die große Zahl Hei- ner Kinder bis zum Säugling, die von den be­kümmerten Müttern mitgeführt wurden. Heute abend trifft ein neuer Transport von über fünfhundert vertriebenen Eisenbahnern mit Sonderdampfer in Köln ein; auch bei diesen befinden sich wert über hundert Kinder.

erfaßen wir. daß das gesamt« Personal desDüsseldorfer Tageblattes" es ein­stimmig abgelehnt hat, für die Focmsolen zu arbeiten.

Französische Justiz.

Düsseldorf, 2. Juni. (WTB.) Vor dem französischen Kriegsgericht hatte sich gestern der Student Paul Götze zu neranttoorten. Bei einer bei ihm vorgenommenen Haussuchung wurden sieben Pistolen mit Munition gefunden, bie Götze 1919 von einem Freunde erhalten haben will, um sich gegen die damaligen kommunistischen Angriffe zu verteidigen. Der Angellagte, der früher Mitglied der Reichswehr war, wurde zu zwei Jahren Gefängnis und 500 Frank Geldstrafe verurteilt. Ferner hatte sich der fran­zösische Soldat Lucie M o u l i n zu verantworten, der im März d. I. ein vierzehnjähriges Mädchen durch ileberfabren getötet hat, weshalb er der fahrlässigen Tötung und der Feigheit angeflagt war. Das Urteil lautete im ganzen auf einen Monat Gefängnis.

Mainz, 2. Zuni. (Wolff.) Das französische Kriegsgericht verurteilte einen Chauffeur aus Mainz unter der Anklage, ohne Zulassungs- schrin auf einem Lastauto Waren nach Bmgen befördert zu haben, zu einer halben Million Mark Geldstrafe. Der Bürgermeister Reigen von Wackernheim wurde unter der Anklage, für einen Eisenbahnbeamten einen Paß mit falscher Derufsangabc ausgestellt zu haben, zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt

Düsseldorf, 2. Juni. (WTB.) Als Rach- spiel zum Schlageterprozeß mußten unter der Anklage der Spionage die Mitglieder der sogenannten Gruppe Lorenzen vor dem fran­zösischen Kriegsgericht erscheinen. Das Urteil lautete gegen Sanders, der nicht bestritt, zur Gruppe Soren^en gehört zu haben, aber erklärte, nur gelegentlich Auftrage an ihre Mitglieder weitergegeben zu haben, auf zehn Iahre G e f ä n g n i s. gegen Iänecke, der seinerzeit aue Ober;chttsien ausgewie'en war. aus f ün s I-a h r e. gegen Marggraf auf zwei Iah re, gegen Weillant auf sechs Monate Gefängnis und je eine Million Mark Geldstrafe. Der fünfte Angeklagte, Sorge, der frühere Führer des Selbstschutzes in Mülheim wurde freigesprochen Abgesehen von Weillant, versuchten die Angellag. ten bei den Verhandlungen nicht mehr, die An­klage zu entkräften. Die Verteidiger setzten in längeren Ausführungen in Anbetracht der ^u^enL und Llnwifsenheit sich für eine milde Beurteilung bzw. für Freisprechung ein.

Die Verurteilung des Qberregierungs. rats Lutterbeck.

Sterkrade, 2 Juni. (WTB.) Der bis- beuge Stellvertreter des Regierungspräsidenten. Oberreg erungsrat Lutterbeck der am roetgen Scnntag auf Veran'asiung der Belg er von den Franzosen verhaftet worden ist. stanv gestern vor dem belgischen Kriegsgericht in Sterkrade unter der Anklage der Deleidigu.'g der velgischen Be­satzungsbehörde. Die Beleidigung wird erblickt in einem von Lutterbeck unterzeichneten Schreiben, in dem folgender Sah vorkam: Ich kann nicht an­nehmen. daß die Besetzungbehorden durch ihr I Stillschweigen zu den außerordentlich zahlreichen schweren Verbrechen und Ausschreitungen der Soldaten der Befetzungsmächte dazu b^utrage^

anbetreffe so könne sie nicht geringer sein, als läge i

der Betrag, der erforderlich sei, um das ehe- | Zweck hatten die Prasst malige Kampfgebiet wieder instandzusehen. Lou° cheur sprach sich dann wiederum für die Schaf­fung einerentbreiten Zone aus, m der die Eisenbahnen unter alliierte Kontrolle gestellt

bet alliierten Schulden W-s die deutsche Schuld I dieSicherheit Frankreichs aal Stund- Ä'MS Ä »fi IZMME Minister im vollen Einklang mit der das Parlament ihre Ehre dafür eingesetzt, die französisch-russische 3111 ^.n 5 r.a?Au;' knüpfen, zu befestigen und aufrechtzuerhaltea. Rach einem Hymnus auf De l c a s s fuhr Millerand fort, der Weltkrieg habe der Diplo­matie der französischen Poliiit ebenso wie ihren Waffen Erfolge gebracht. Als der deutsche An­griff auf Deutschland selbst zurückgefallen sei, hätte Frankreich zu seiner Verteidigung und zu seinem Heil gleichzeitig mit dem Heldenmut feiner Soldaten und der Feldherrnkunß seiner militäri­schen Führer die durch seine Politik vorbereiteten Allianzen zur Verfügung gehabt. Frankreich sei weder vergeßlich noch undankbar. Es spreche den heißen Wunsch aus, daß Rußland sich wieder erhole und von dem Alpdruck befreit werde, per feit fünf Iahren auf ihm laste. Es erinnere sich in dankbarer Bewegung auch der Hilfe, die ihm in tragischer Stunde von jenseits des Meeres geivm-

Paris, 3. Juni. lWTD.) In Chau- ] mvnt im Departement Ober-Marne wurde heure , in Anwesenheit des amerikanischen Botschafters , Herrick und von Vertretern des amerrkanttchen Heeres ein Denkmal zur Erinnerung an Die amerikanisch-französische Treund- schast enthüllt. Der amerikanische Botschafter verlas eine Botschaft des Präsidenten H a r d i n g, in der dieser die Hoffnung aus­sprach, daß die Freundschaft zwischen den Ver­einigten Staaten, die auf dem Boden Frankreichs im Kampfe für die Freiheit erneuert wvrdrn fei, dauernd sei and sich im Lause der verstärken möge. Der Botschafter der ^Ber­einigten Staaten sagte in seiner Rede, in der er auf die Geschichte der Beteiligung der Vereinigten Staaten an dem Kriege emging, folgendes: Fragen Sie die großen Generäle und die Offiziere. ob es nicht im Augenblick ihrer härtesten Prüfung das unerichutterliche Vertrauen ihrer Soldaten und ihr Opsersiim traten die die Ausführung jener Entsch'.usfe er­möglichte. die heute wie Die der übermenf glichen Vorsehung erscheinen. Ihr Vertrauen wurde aus bem Glauben geboren, daß sie für bie ge- rechte Sache kämpfen. Die G ef ah r en, brnen wir heute gegenüberstehen, find anderer Art, aber sie sind genau so groß. Die den Führern unserer Friedensepvch? obliegenden Ausgaden verlangen ebensoviel kompliziertes Wissen, eoen- scriel Qualifikation zum Kommenden und ebenso großen Mut, wve sie die Führer während des Krieges bewiesen haben. Untere Führer liefern jetzt die riesenhafte F r i e d e n s s chl acht, von der die künftige Ruhe der Weit, die Ruhe nicht allein der Siegerländer, sondern auch der Länder der Besiegten abhängt.

Ministerpräsident Poincare erin­nerte in einer längeren Rede zur Denkmalsent- hulluntz an die Ereignisse, bte die Der^knrgwlr Staaten veranlaßt haben, in den Krieg einzu- treten und sagte dann: Amerika war durch den Pakt vom (September 1914 durchaus nicht ge­bunden, und es hatte also das Recht, einen Son- I derfrieden abzuschließen Es hat sich den Ber- sailler Vertrag nicht zu eigen gemacht Es glaubte, daß. nachdem es sein Schwert auf eine Schale der europäischen Wage gelegt und dazu beige­tragen hatte, daß sie sich dem Rechte zunelgte, sich nicht länger mehr zu eng an die bewegte Politik einer alten Welt, deren unsichere Schwan­kungen ihm nicht möglich wären, näher zu ver- I folgen, anhängen zu dürfen. Es hat sich zuruck» I gezogen, ohne Frankreich seine alte Freund­schaft zu entziehen. Amerika habe sich von seiner natürlichen Sympathie für Frankreich von der erbitterten Propaganda, die Deutschland seit Deendicung des Krieges wieder in den Vereinigten Staaten auf genommen habe, nicht abbrUgen lassen. Poincare kam dann, nach einem längeren Hinweis auf die-Leilnahme der amerikanischen Botschaft an der Pasteur- feier In Straßburg u.rd einer bedeutangsvollen dl brüdte v>° Sonaung au» zu spät sei, Großbritannien und Amerlla ihre g<gcben hätten, sich von ihrer

Kräfte vereinigen wurden, um einvn Damm 8U überzeugen., auf die Rrhrbesehung zu

qeaen den Krieg zu errtchren sprechen. Er sagte, Amerika habe die gegen die

London, 2. ()uni. (Wolff.) Asquith schwarzen Truppen geschleuderten perfiden An­erklärte in einer Rede in Buxton über De-- I Hagen, diese DummhÄten, von sich gewiesen und ziehunqen der neuen briäschen Regierung zu als Frankreich rn das Ruhrgebiet 9? n ft lan 0 die neue Regierung habe nach sei, habe es nicht einen 2lu^tzblick g'glaubt taft AuTim nnne-vt eine nicht benei- Frankreich und Belgien von Eroberung staut bc- auften und auch iM nupi oeuei Mit betn bewunderungstaerten prak-

denswerte Erbschaft angetreten. @r freite f ä) tischrn Sinn der die Amerikaner auszeichire. habe jedoch, annehmen zu können, daß die Beseitt -ni A^ntril geg[aubt, daß Frankreich voll- gung der Schwierigkeiten mu Rußlarrd du^ch kommen im Rechte sei, daß es, um den Friedens- Konferenzen und Erörterungen bevvrstetze. U6 I vertrag auäzuführen. auf sich selbst zählte. Die sei zu hoffen, daß die russische Regierung auf Amerikaner würden sich nur schver erklären kon- henL enuiaen Weg geführt werde, durch den nen, wenn Frankreich, das durch den Sieg der sie zur Einsicht gebracht werden könne, datz es Waffen nicht das erzielt habe, was es erhoffte. mlntasteÄ Zenlo in ihrem eigenen Interesse gezögert hätte im Rahmen des S-^^ges minuyiii 1 i^nnfnnM ripnn wenn sie die ersvrderlichen Maßnahmen zu et greif en die

Asauith erklärte weiter, die wirkliche und dauernde Regelung des Problems der Re­pa r a t i o n e n und der Wiederherstellung der verwüsteten Gebiete könne nur durch einen unparteiischen internationalen Schiedsspruch zustandekommen.

Eine Ankündigung Loucheurs.