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kjch 1922/23.

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Verschiedenes

>elchem sich jeder i M. sestgejeht,

'er 4150 Mk. 5ter4400 Mk 5ter5500Mk.

3ter 6000 Mk.

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4 ri'6.\,2. IRörj 1925

Zweites Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

15.

in den Ortet der Ortsklassen

1

1300

1200

1400

2.

1000

1100

1200

1300

3. als Familienzuschläge für:

550

600

450

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gehörige

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1100

800

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650

1200

850

1100

800

D und E

Dietz Anklage

von Büdesheim wegen vertritt Amlsgerichtsrat Dr. Wodaege, die Der» teidigung führt Rechtsanwalt Schröder

Erhöhung der Erwerbslose» Unterstützung.

Deutscher Reichstag.

309. Sitzung, nachmittags 2 Hbr.

Berlin, 1. Marz 1923.

Der Kohlen st euergesehentwurf geht an den Ausschuh.

Die Rovelle über die Erhöhung der Z u stän­dig k e i t s g r e n z e für die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte wird in allen drei Lesungen angenommen.

Die Zuständigkellsgrenze wird nach einem An­trag aller Parteien auf 8,4 Millionen Mark erhöht mit dem Zusah. dah die Regierung zu einer even­tuellen weiteren Erhöhung ermächtigt .st

Bei der zweiten und drillen Beratung des Einspruchs des Reichsrats gegen die Holz- a b g a b e von 2 Prozent imPressenvtgeseh wird ein Antrag des Ausschusses, die Abgabe auf 11/2 Prozent herabzusehen, angenommen, ferner ge­gen die Rechte eine Entschließung, dah die Re­gierung ausgefordert werden möge, baldmöglichst einen Gesetzentwurf vorzulegen, in dem die Holz- abgave all 2 Prozent heraufg seht wird und 5Pro­zent dieser Abgabe den Länvern zur Verbilligung der Schulbücher überwiesen werden sollen.

Vom Haushall des Reichsverkehrs­mini st e r s werden sodann die Abteilungen für Wasserstraßen und Kraftsahrwesen debattelos angenommen.

Morgen nachmittag 2 Mr: Arbeitslosen­versicherung, Krankenkassennovelle und Dollar- schahanleihe.

Schluß gegen 3 Mr.

an betragen:

700 650

600 560

c) unter 21 Jahr. 900 für weibliche Personen:

Holzmenge fteilt heute einen Wert 5 Millionen Mark dar

Hessen-Nassau.

Der Reichs rat hat in seiner Sitzung vom

Februar die folgende Erhöhung der Erwerbs- losen-Llnterstühungssähe beschlossen:

Die Höchstsätze sollen vom 12. Februar 1923

A B

Jl v*

für männliche Personen:

a) über 21 Jahre, sofern sie nicht im Haushall eines anderen

wg. Gedern, 28 .Febr AuS An Iah bei Taufe des jüngsten Prinzen lüftete d-r Fürstzu Stolberg-Wernigerode Gedern für die Patrvnatsorte Gedern, Uienborn, Glauberg, Liadheim und Ranstadt 153 Raummeter Buchen- knüppel und 120 Raummeter Reisigholz, welche nach dem Verhältnis der Seelenzahl der ein­zelnen Orte an die Bedürftigen ohne Ansehen der Konfession verteilt werden sollen. Die gespendete von über

der Edinger ihnen schwor, sie nicht anzuzeigen dann konnte man dem wodl trauen; der war ja fromm, der brach keinen Eid.

ilnb der Edinger schwor ,so wahr mir Eoll Helsel" Hab schwor noch extra bei den Hellst len und bei allen siebzehn Äothelfern dazu, dah «r's nicht würde zur Anzeige bringen

Danach hatte ihn Hannes noch ein gut Slück begleitet. Er traute seiner Bande doch noch Ncht recht; die war durch den grausamen Winter er­bittert, verbissen in ihrer Mut über ein ungerech­tes Geschick, gereizt wie ein Tier, das, In die Enge getrieben, auf dem Sprung ist mit flauen und Zahnen.

Der Edinger wußte sich gar nicht genug «j bedanken. Weih Gott, daß einer, schon so bei Jahren und dürr wie ein Zaunstecken, dazu mll einem Weib, das unbekömmlich war wie barer Essig, daß so einer noch so am Leben hing! Las verwunderte den Hannes. Aber ihm konnte es ja recht sein, denn der Edinger, noch heilfrsh, so davongekommen zu sein, hätte ihm gern, v»er weiß was zuliebe getan. Sie sprachen freund­schaftlich miteinander. Der Edinger salbaderte gern; er war der würdige Mann, der die elfte Stimme hatte im Kirchrnrat und bei allen Well- führten Dorbeter war. Er predigte dem Sünd^en von der Unruh der Seele, ilnb der Hannes le­st and berat auch ein: er würde gern einmal rußig wo sitzen, ohne Unruh und wissen, hier kommt keiner hinter dir her.

Der Edinger hatte ein Sommerhaus, das v-ar früher einmal eines Adligen Hagdschlößchen ae- wefen; es lag eine Stunde über Pünderich in len Bergen und versteckt im Walde. Das bot er feinem Lebensretter an, es sollte ihm da an nid öS fehlen. SS kam auch kein Mensch jetzt heraus, nur er würde ab und zu kommen und feinen Schützling besuchen.

(Fortsetzung folgt)

a) über 21 Zähre, sofern sie nicht im Haushall eines anderen leben . . .

b) über 21 Jahre, sofern sie in dem Haushall eines anderen leben . . .

c) unter 21 Jahr.

a) den Ehegatten b) die Kinder oder sonstige unter- stühungsbe- redjtigte An­

leben . . . 1500 b) über 21 Jahre, sofern sie in dem HauShall eines anderen leben . . . 1300

endlich einmal sich von ihrer Verhängnis vvlln Ta­rifpolitik abiebren. Aus allen liefen Gründen hätte die Handelskammer es auch lieber gesehen, wenn das Ministerium die Veröffentlichung jenes Er- lasses in der Tagespreise ganz unterlaßen hätte, denn solche Äuni-gebungcn sind doch nur geeignet, indem sie unrichtige Vorstellungen und fcüsche Hoffnungen ertoeden, Unruhe und ün^ufrieben- hrit bei den Verbrauchern und Bitterkeit bei der Kaufmannschaft hervorzurufen. Wenn eine Ver­öffentlichung schlechterdings nicht zu umgehen ge- toofan wäre, so hätte ta) Ministerium fl-? zum min» beften in eine Form II-tten irü e t. die rich' Unmut rn>Vcrä ge um, sondern Auf ä u g un.D iuh- gung gelw^cht hätte oder aber sie hätte sich lediglich an die Elemente wenden sollen, welche ter ehrbare Kaufmann schon lange von sich abaeschüttelt hat. Wiederholt hat der Reich?wirtschnstsminister In ähnlichen Erlaßen an die unterstellten Dehördeit darauf hingewicfen. bei irn breiten Massen mehr als bisher auf die Er kenntnis der wahren ilrsachen der Preisbewegung hinzuwirken. Unb wenn er da­rin u. a auch die Erwartung ausgesprochen hat, daß die Handelskammern die B Hörden in der an- gedeuteten Richtung unterstützen sollen, so glaubt die Handelskammer diese ihre Erklärung lediglich als einen kleinen Beitrag zu dieser Auf­klärungsarbeit betrachten zu sollen.

Aus Hessen.

Regierungsumbildung *?

rm. Darmstadt, 1. März. Gestern und heute fanden wieder Beratungen der Frak­tionen des Landtags (mit Ausnahme des Bauern­bundes bzw. der L^utschnationalen) statt, in denen übet den neuen Hauptvoranschlag sowie über die Regierungsumbildung, auf der das Zentrum bekanntlich unentwegt besteht, verhandelt wurde. Wie verlautet, sotten von der Sozial­demokratischen Partei neue Vorschläge und Richt­linien beantragt worden fein, die aber möglicher­weise nicht viel Anllang finden werden, so dalh zunächst ein bestimmtes Resultat nicht zu erwarten

daß sie hier fortkamen, wanderten in ein neues Revier die Rhön zum Gxempel, die war gar so übel nicht.

Die Julie war gleich dabei, sie hatte es hier herzlich satt.Hei. da kommen ich mit! Da brauch der Jung' mich nit mehr. Den lassen mir dann hier bei der Frau!" Zärtlich hing sie sich an ihren Hannes und schmeichelte ihm.

Er blieb die Rächt bei ihr. Aber es war keine Rächt mehr gleich jenen, die sie einst verbracht hatten auf dem Kallenfelser Hof. Hart und lall war das Lager, und alle Augenblicke fuhr Bück- ler auf und lauschte: horch. Tritte! Hörte sie nichts? Pochte es nicht?! Ihre Arme zogen ihn immer wieder nieder, sie umschlang ihn und küßte ihn mit aller Gewalt, aber ihr Kosen, das ihn sonst süß eingelullt hatte, hals nicht. Er war es nicht mehr gewohM, ruhig zu schlafen.

Es war ein Glück für ihn, daß der Holeph Edinger, ein vermögtichrr Werngutbesitzer zu Pün­derich. und ein Mann, so fromm, daß er lerne Messe auslieh und bei allen Wattfahrten vornan war mit Kreuz oder Fahne, einen Harren ge­fressen hatte an ihm ilnb das war so gekommen: der Edinger war Wein verkaufen gewesen mosel­abwärts, als er zurückkehrte, batten der Bückler und seine Gesellen ihm auf. Aus dem Buschwerk zur Seite der Straße stürzten sie, hielten das Wägelchen an. nahmen dem Edinger all sein Geld ab. und Placken-Klas und Fink der Rotkopf, die schlechter Saune waren, da der Hunger f'2 zwickte, wollten ihn gleich auf der Stelle tot- schlagen und ihn dann in die Mosel schmrißen. da lag der auf ewig stumm bei den Fischen, Das war kein Mensch das konnte nicht wider sie zeugen. Jedoch der Hannes hatte das nicht ge­litten. Der Edinger war niebergefmei und betete laut, Bückler stellte sich vor ihn zum Schutz, und als dir Genrssen murrend sich trüdersetzten, trumpfte er auf: noch war er, er allein es, der

Vermischtes.

Prügelnde Stadtverordnete.

Berlin, 2. März. Die gestrige Sitzung der Berliner Stadtverordnetenver­sammlung muhte wegen einer Prügelei zwischen Stadtverordneten und Tribünen bewuchern abgebrochen werden. Als der deutschnalionale Stadtverordnete Koch gegen den sozialdemokrati­schen Antrag sprach, den Friedhof der Märzgefal­lenen würdig auszugestallen, fand er bei deutsch- nationalen Zuhörern auf der Tribüne so starken Beifall, daß der Stadtverordnetenvorsteher die Räumung der Tribüne forderte. Als dieser Aufforderung nicht Folge geleistet wurde, stürmten mehrere kommunistische und sozialdemokratische Stadtrerordnete auf die Tribüne, wo sie mit den Tridünenbefuchern handgemein wurden. Schließlich gelang es dem Stadtvervrdnetenvorsteher. die Boucher zur Räumung zu veranlassen. Die Sitzung wurde darauf vertagt.

Krupp auf der Leipziger Frühjahrsmesse.

Trotz der Sperre der Franzosen im Ruhrgs- biet wird die von der Firma Krupp, Essen, geplante große Ausstellung auf der Leipziger Technischen Frühjahrs-Messe 1923 durchgeführt. Sämtliche Wagen mit dem Ais- stellungsgut der Firma habrn txiß Enbruchsgebiet rechtzeitig verlassen und sind zum Teil schon -uif dem Ausstellungsgelände der Technischen QHitHe eingetroffen. Die Firma Krupp wird diesmal unter anderem auch Texti l mas chinen zur Ausstellung bringen.

selber gesagt:Do lang du bei mir bisst kann mir nix passieren." ilnb ob er sie auch nicht ver­gaß? Eine immer rege Eifersucht war in ihr. Er hatte ihr zwar Treue geschworen, aber fie kannte ihren Hannes. Solange er nur Spaß machte, wie mit der Duzliesen-Amie und des Zltis-Hakob Frau mit mancher anderen hatte er noch geschnäbelt achtete sie's nicht für voll. 2lter wenn er eine andere ganz bei sich hätte, das würde sie sich nie und nimmer gefallen lassen!

Gestern war Hakob Osenloch bagewesen. Der Krämer-Hakob hatte ein Tabulett umhängen am Lederriemen: Seife und Tabak waren sein Haupt­geschäft, aber er hatte auch Band, Radeln unb allerlei Kleinkram zu verkaufen. Er hatte sich einen Bart stehen lassen, der fleibete ihn gar mcht gut; Julie hatte gebettelt und gescholten:Den mußte dir wieder abnehmen lassen"

Aber er hatte es nicht gewollt; er fand sich so ebenso schön, unb dann war er so weniger zu erkennen. Iltis-Hakob und der Schwarze Peter die Besten, waren versprengstilnb du bist auch nlt mehr bei mir' ich mein' halt, ich hab nit eso recht Glück mehr!" .

Der verflixte Jung'!" Sie stampfte mtt dem Fuß auf:Wenn der nit wär!"

Da hielt er ihr rasch den Mund zu:Du sollst so ebbes nit emal denken!" Es dang zornig. Unb bann weich: ..Der Jung', der macht mir esu vill Spaß. Kleine Kinder sind doch bat alters chonste auf dieser Welt!" Er nahm den eingebünbeUen Kleinen behutsam in feine Arme, kitzelte ihn am Kinn und sah chm bewundernd in die grölten blauen, ein wenig starren Augen. Tänzelnd ging er mtt seinem Bündel in der Stube auf und ab, pstsf unb fang, und das kleine Häuneschrn, das sonst so viel schrie, verhiell sich ganz still- Hannes wurde heiterer über dem Tändeln mit fernem Kind, so heller wie er gewesen war in feiner besten Zell. Er vergaß alle Widrigkeiten teS schweren Winters. Hetzt kam ja bald Kmhiahr, und wenn das erst da war, dann machten sie.

" Der Preis für den Zucker (ge­mahlener Zucker unb Kristallzucker), der auf Grund der ReichZzuwrisung für den Monat Februar zur Verteilung kommt, ist von der hessischen Can» desversorgungsstelle auf 760 Mark für das Bf und festgesetzt worden. Für Würfelzucker erhöht sich der Preis um 40 Mark, für Grießraffinade um 20 Mark für das Pfund.

güt Bahnversand leicht feuer- f a n g e n be r ® ü t e r ift ab 1. März wieder Be­deckung angeordnet, für welche die Verkehrstrei­benden selbst zu sorgen verpflichtet sind. Sie wer­den sich zweckmäßig selbst Wagendecken anschaffen oder solche von privaten Deckenverleihanstallen mieten.

* Eine Fahrkarte für 21/3 Mil­lionen Mark. Eine Fahrkarte für mehr als 21/2 Millionen Mark gibt die Reichsbahn vom 1. Marz an aus. Sie kostet 2 597 000 Mark. Es ist dies eine Reichsbahnnetzkarte erster Klasse für 45 Tage. Für 30 Tage kostet sie 1 733 000 Mark, zweiter Klasse ist eine solche Karte für 45 Tage schon für 1 301 000 Mark zu haben, für 30 Tage für 869 000 Mark.

** Gegen das Fahren mit Hand­wagen auf den Bürgersteigen sollen die Polizeibeamten künftig energisch vorgehen. Es ist verboten, auf den Bürgersteigen Wagen jeder Art, Karren, Schlitten und Fahrräder zu fahren. Ausgenommen von diesem Verbot ist das Fahren mit durch Menschen fortbewegten Kranken- oder Kinderwagen, sofern darin Kranke oder Kinder gefahren werden; solche Wagen dürfen jedoch nicht nebeneinander ge­fahren der Bürgersteige zwecks Ein- und Aus­fahren oder aufgestellt werden. Das ileber- fahrt zu Hofretten und Grundstücken ist ge­stattet, sofern dies im Schritt auf dem kürze­sten Wege ohne Aufenthalt geschieht. Unter BezeichnungBürgersteig" sind allgemein die Fußwege bis zur Gasse begriffen, ohne Unter­schied, ob dieselben erhöht und gepflastert sind | oder nicht. Bei Nichtbeachtung dieser Vor­

schriften sollen die Polizeibeamten unnachsicht- Itd) Anzeige erstatten. SS kann auf Geld­strafen oder Haft erkannt werden.

♦♦ Mark nicht gleich Mark! Sine be­deutsame Entscheidung für die Wertzuwachssteuer. Der Grundsatz .Mark ist gleich Mark" bat gerat* bei den Steuergesetzen zu den größten Ungerechtig­keiten geführt. Kaufte icmanb vor dem Kriege cm HauS für 20 000 Mark und verkaufte es jetzt für zehn Millionen. so hatte er von dem zahlenmäßig verrechneten Preisunterschied Wertzuwachssteuer zu zahlen, trotzdem in Wirklichkeit ja doch ein Verlust zu verzeichnen war. Der DleueiauSschuß des Reichstages hat jetzt diesem unhaltbaren Zu­stande ein Ende gemacht. Es wurde die Bestsin- mung angenommen, daß beim Ucbcrgang des Eigentums an Grundstücken die Feststellung des steuerbaren Wertzuwachses bei dem Erwerbs- unb Verkaufspreis die innere Kaufkraft der Mark an den beiden Zeitpunkten die Grundläge der Wert­bemessung bUben muß. Damit Ist auch bei der Wertzuwachssteuer eine obligatorische Deiücksich- tigung der Geldentwertung in die Steuergesctz- gcbimg eingeführt worden. Richt mehr der Unter­schied im Papiermarkpreis bilde die Grundlage der Bemessung des Wertzuwachses, sondern ledig­lich die innere Kaufkraft der Mark.

Landkreis Gicsjcrr.

* Heuchelheim, 1. März. Unsere Ge- meinbe stellte für das Deutsche Volksopfer 166520 Mk zur Dcr ügung, d r G e s a n g v e r ein Teutonia spendete 18000 Mk Das Geld wurde an die Sammel stelle des »Gießener Anzeigers" abgeführt.

Kreis Schotten.

ßur Frage der Preisgestaltung.

Der in Rr. 49 desGießener Anzeigers" unter der Ueberschrift , Gegen wucherisches Ge- schaftsgebahren" veröffciusichue Erlaß des Hesse- fchen Ministeriums des 3nnern an die Kreisamter unb staatlichen Polize.ämter gibt Lee Handels­kammer Gießen zu der folg-enben Erklärung Veranlassung:

Die Spitzen verbände der Industrie und des Handels haben unter dem frischen Eindruck der durch den Einmarsch der Franzosen unb Belgier in das Ruhcgrixet an dem d.ucschm Volke ver­übten Gewalttat gelobt, daß sie gewillt feien, an den Opfern der Gesamtheit teilzunehmen unb auch mit allen Kräften auf eine angemessene Preisbildung hinzuwirken. 3äi Einlösung dieses Versprechens b^t auch der Kaufmannsstand des Kammevbezirks feine Opferwilligleit wiederholt bekundet; er hat lies g.lan bei der Hessischen Rot­hilfe, es ist dies in erhebender Weise bei der Ruhrhilfe zum Ausdruck gekommen, unb auch in den jüngsten Tagen hat er durch Vornahme von Preisermäßigungen be ieiner ganzen Reihe von ArtikcSn bewiesen, daß er sich seiner vaterlän­dischen Pslrchten g g.n.tber der Allg meinhrit be wuht ist. Wenn dies nun nicht überall augenfällig in die Erscheinung getreten ist, wenn im besonderen die Preissenkung nicht in vollem Ausmaß der Rückwärtsbewegung der ausländischen Devisen­kurse gefolgt ist, so hat dies feine wohlbegründete Ursache in Umständen und Verhältnissen, auf Welche näher einzegehen hier der Platz fe.jlt. Es sei deshalb nur das eine kurz angebeutet: der Kaufmann kann bei einer Markstoigerung nicht eine sofortige Senkung der Preise re n schemarisch für alle sondern nur für gewisse Waren vorneh­men. Andererseits sind auch die Deri:rufspreise dem plötzlichen Emporschnellen b:s Dollarstandes auf etwa 43 000 Mark keineswegs gefolgt, sondern sind erheblich nichtiger geblieben, was besonders für diejenigen Waren gilt, welche der Fabrikation im 3nlonöe unterworfen sind. Umgekehrt konn­ten sich bei denjenigen Artikeln, welche Markt­preise haben, Schwankungen »nach oben und unten schneller bemerkbar machen. Schließlich darf auch nicht übersehen werden, daß der Einzelhandel als letztes Glied in der Kette vom Erzeuger bis zum Verbraucher am allerwenigsten in der Lage ist, einen entscheidenden Einfluß auf die Preisgestal­tung auszuüben. Die Verbraucheeschaft mag sich aber versichert halten, daß ?er Einzelhandel schon im Jntere s> der Selbsterhrittmq jeb? Gelegenheit benutzen wird, welche ihm die Abgabe seiner Wa­ren zu einem für den Käufer erträglichen Preise ermöglicht. Dafür darf er aber auch von dem Ver­braucher williges Verständnis für die in diesen Zeitläuften gewiß nicht leichte Lage des Kauf­manns erwarten. Wirb es doch leider noch viel zju wenig anerkannt, daß gerade der HandelK- ftand es ist, welcher unter Bringung von geldlichen Opfern die zur D schessimg und Bereitstellung von Waren erforderlichen Einrichtungen unter heute besonders schwierigen Umständen schafft, der sich auch verantwortlich fühlt für ein" geregelte und ausreichende Be forg mq der Bet ölk rum mit den Gegenständen des täglichen Lebensbedarses. Um so größere Bitterkeit muß ihn daher erfüllen, wenn ihm immer und immer wieder in der großen Oeffentlichckell der ganz allgemein gehaltene Vor­wurf des Wuchers gemacht wird, und wenn sogar von hoher amtlicher Stelle die Behörden und auch die Verbraucher zu tatkräftiger Mithilfe bei der Bekämpfung des Wuchers aufgefordert werden. Dieses Gefühl ter Bitterkeit ist um so stärker, als der ehrbare Kaufmann sich sagen muh, dah ge» nabe der Staat es ist, welcher in bnt letzten fahren die notige Einsicht in die Vielgestaltigkeit des praktischen Hebens und für die Bedürfnisse des Handels und der Industrie gar so oft bat ver­missen la'fcn. Anstatt bem Handel die Ausübung ferner volkswirtsch^tl'chen Funktionen zu erteich- tern, hat gerade der Steat eS mristerhaft verstan­den. durch die zahlreichen, sich überstürzenden Tat'fei Höhungen seiner großen Derkehrsinstitute, Post unb Eisenbahn, die Warene'-zruaung, -be- schaffung und -brrechnunq außerorden'lich zu er­schweren unb aus tiefe Wrifa zu b^r allgemeinen Verteuerung der Leben'Haltung beantragen. 3ft es doch heute feine Seltenbeit mehr, daß die Frachtkosten den Wert eines Gutes um das Viel­fache übersteigm. Und wenn j tz' von S'aats teeren an die Kaufmanirschaft die Aufforderung ergeh', Preisermäßioilngen vorzunehmen. so sollte doch gmade von dieser ©rite bedacht werden, daß der Kaufmann diese Mahnung nur dann auf die Dauer befolgen kann, wenn Post und Eisenbahn

Aus Siafct und Land.

Gießen, den 2. März 1923.

DieVerhandlungendesSchwnrgerichts werden sich mll folgenden Anttagesachen beschäf­tigen: _

Montag, 5. März, gegen Emma Adam von Düdelsheim wegen Kindestötung. ®ie Anklage vertritt Amtsgerichtsrat Dr. Wodaege, bte Ver­teidigung führt Rechtsanwalt Peters.

Dienstag, 6. März, gegen Kätchen Umsonst von Rieder-Florstadt wegen Kindestötung. Die Anttage vertritt Staatsanwalt Dr. Eckert, die Der- I teidigung führt Rechtsanwalt Mendelsohn.

Unter dem zmheikb-mm.

Roman von Clara Viebi«^.

53. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Julie Bläsius saß in der Hütte des allen Dauem^weibs unten am Äonbel, too oovann« Dückler. unter dem Hamen eines Qafob Ofenloch, wandernder Krämer aus dem Hessischen, sie em- gemietet hatte als seine Frau. Es t^ir yart für Sie Julie, so still zu sitzen; nxn war sie hier schon seit Winteranfang. Da war der Knabe geboren worden. t c. r-

Run war nicht daran zu denken, daß sie 0 rrch rauhes Wetter, bald hierhin, bald dorihin, unb immer auf der Hut. ihrem Liebsten folgen konnte. Sie. die einst so Leichtfüßige, ging jetzt schwerer und ermüdete rascher; auch hätte sie nicht mehr in ihre Hungenhosen schlüpfen können, fie war für die zu sehr in die Breite gegangen. Das machte ihr Kummer. Sie stand oft lange vorm Spiegelscherben und betrachtete sich- wurde sie noch auf dem veil tanzen können, oder sich aufs Pferd schwingen wie ein Mann? Eine Wut stteg in ihr auf, sie verwünschte den Jungem der fie fo viel gekostet hatte. » dann aber daran dachte wie sehr ihr Hannes sich über ^nf *^5' fo riß' sie das Kind aus der Wie^ ub^schauerie es mit ihren Küssen, drückte und berate es so ®itb daß es anfing, kläglich zu schrien. Es schrie ^^ein Kfaner han nie nit esu vill «maach." sagte die Alte vorw^fs^^^,^^ dem Säugling ein LemLnbauschchen, kfas in be­täubenden Mohnfamentee getunkt war, rns Ma il djen. So hatten sie Ruhe vo- chm.

Aber Julie fand doch keine ^ahe^sie immerfort an den Hannes benfer ^0 jetzt, was hatte er nun gerabe fror? Obs chm mich glückte? Run sie nicht mehr mll chm rar. ängstete sie sich nm ihn - früher hatte fte M sie geangftigt, je toller je lieber - hatte er doch

Die Reichsregierung hat diesen Beschlüssen zugestimmt. Durch die 2lenderung erhöhen sich auch die Bezüge der Kurzarbeller.

fpd. Franksurt a. M, l. März. _ tor derEontt", einer Gtiellschaft, bte sich mit der Dermitll u n g von Wohnungen befaßte und sich dafür horrende Summen zahlen ließ, sehr, sehr sellen aber eine Wohnung beschaffte, ein der Polizei von früher nicht ganz unbekannter Herr Sigmund Baumann, ist wegen zahlreicher Schwindeleien verschwunden. Er soll sich nach Wiesbaden begeben und sich hier unter den Schu tzder Franzosen gestellt haben.