-semfeter amellSgemüß aus Vie Inhaber der Mzelnea Wohnungen umlegen.
Kreis Schotten.
Ulrichstein, 31. Dez. Die Kraft- Vvst Ulrichstein —Rixfeld verkehrt vom 7. Januar ab nur noch werktäglich.
Kreis Büdingen.
" Büdingen. 31. Dez. Unserer Stadt gin- l«n in den letzten Tagen wieder zweiDollar^ spenden aus Amerika za. Die eine Gabe (12 Dollar) erhielt die Kleinkinderschale. ülM der andern wurden der Armenkasse 10, dem Mathilden Hospital 3 und der G e - meindepflege 2 Dollar überwiesen. Heber wettere 5 Dollar war von den Spendern genaue Verfügung getroffen worden. Die Stifter sind ge- borene Budinger.
" Ridda 31. ®ea. Für die neuen Glocken unserer Kirche haben mehrere geborene Rid- baer. die jetzt in Iohnslown (Qlmerila) leben, summen 100 000 Rlark gestiftet.
Kreis Friedberg.
- Bad-Rauheim, 31. Dez. Die Stadt- !rvrdnelenvecsammlung beschloß. die Gemeinde- -undesteuer mit Wirkung vom 1. Januar 1923 o wie folgt sestzusetzen: Für den ersten Hund 10 000 Mk., für den zweiten Hund 15 000 Mk.. -ur den dritten Hund 20 000 Mk., für den vierten und jeden weiteren Hund 25 000 Mk. Die stauche Hundesteuer wird durch diese Festsetzung ,chi berührt. — Die Stadtverwaltung hat die Zuschläge zur Grundmiete mit "Di'knng vom 1 Januar 1923 an auf 20 00 P r o 3 e n t festgesetzt. 3m einzelnen sehen sich e Hu d)(äge wie folgt zusammen: Staats- und Gemeindesteuern 44 Proz., Brandversicher ings- beiträge 45 Proz., Müllabfuhr 11 Proz., Schorn- üeiniegergebühr 88 Proz.. Wasserfchädenversiche- rnst 35 Proz., Haftpflichtversicherung 32 Proz., ' nltung 65 Prvz.. laufende Instandsetzungen 480 Pro». Die Ausgaben für Zinssteigerungen ,nd f'ir Wasserverbrauch sind in den Zuschlägen nid) enthalten, sondern sind nach Bedarf aus- ^lschiagen. — Oberbademeister Franz Kissel ’ urbe zum dritten Beigeordneten ge» wählt.
Kreis Wetzlar.
ra. Hohensolms, 31. Dez. Die E»e- k ch tStaae für das Hohensolmser Land werden im Geschäftsjahr 1923 wie folgt obgehallen: 22. Januar, 12. März, 7. Mai, 25 Juni, 24. September, 29. Oktober und 10. Dezember.
Hessen-Nassau.
Frankfurts. M., 2. Jan. (WTD.) Die drei Heinen Kinder des elsässischen Flüchtlingsehepaares G u d a t wurden gestern in der .lterlichen Wohnung tot aufgefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Kinder vergiftet worden sind. Die Ellern sind unter dem dringenden Verdachte des Giftmordes verhaftet worden.
fpd. F r a n k f u r t a. M., 1. Jan. Dor einigen Tagen wurde in einer Scheune an der Ecken- ^rimer Landstrabe die Leiche eines unbekannten Rcmnes aufgefunden. Feststellungen ergaben jetzt, ■ab der Mann einem Raubmord zum Opfer gefallen ist. Als Täter wurde der 1899 in Sieben geborene Gärtner Hans Appel er- -nttelt und verhaftet. Appel hat mit dem Ge- totefen wochenlang bei Dreschmaschinen zusammen gearbeitet und stets mit ihm fteundschaftlich vermehrt. In der Rächt zum 17. Dezember hat Appel den Kollegen, während dieser aus seinem Strohlager in der Scheune schlief, mit einer Axt durch mehrere Schläge auf den Kopf getötet. Dann hat er sein Opfer ausgeraubt die Sachen für 2000 Mk. in 5-vanffurt verkauft und in Dornholzhausen eine Stellung angenommen. Die Leiche des Erschla- genen wurde durch Zufall aufgefunden. Wie der Tote heibt, tonnte noch nicht ermittelt werden. Auch Appel will ihn nur unter dem Ramen Hans gekannt haben. Angeblich soll der Ermordete aus Frankfurt stammen. Der Mörder, ein schwäch- iche, kränklicher. Mensch, war früher Fürsorge» -.öqUng. Er hat die Tat in vollem Umfange zu- geslmrden. — Rach einer heute erlassenen Ma- ^ißratsverordnung dürfen künftig Spediteure. Möbelträger usw. nur dann ilmgüge ausführen, t)xim sie im Besitze eines vom Wohnungsamt e ausgestellten Erlaubnisscheines find. Die Polizeibeamtsn sollen die Umzüge darauf ton» :rolliercii. Zuwiderhandlungen werden mit Geld- ^.Tafen bis zu 100 000 Mk. geahndet.
(Bieben im Jahre 1922.
II.
Die eisenverarbeitende Industrie
Der Beginn des Geschäftsjahres 1922 stand noch unter dem (Sinflub des im Dezember des Vorjahres plötzlich eingetretenen Kurssturzes der
Unter dem Hreiheilsbaum.
Roman von Clara Die big.
S. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)
Hinter Herz Rosenblatt setzten ihrer vier, fünfe drein. Die Seele im Leib zitterte ihm. vh wäre er nur nicht gelaufen I Gr war stch eines Anrechts bewußt, nur nach einem Handel- spürend war> er umhergeschlichen; da kam 9ärm. Sie griffen ihn, visitierten ihm die ifr/» rissen die armen Plündern dabei vollends ent-,a'ei, durchsuchten ihn bis auf die nackte Haut si rnnten nichts finden. „Er hat's fortge- _n. rasch weggeschmissen!" Man hatte es ja gckben. Sie bläuten auf den Herz Rosenblatt
■'d zerschlugen ihm schier die Knochen. — Das Fest der Galgenverbrennung hatte kein freundliches Ende genommen. Die Trierer dräng- en nach Haus, es war ihnen unheimlich geworden aus der 'Eurener Flur. So weit war es also schon gekommen mit der Unsicherheit, dah man nicht mehr geschützt war dicht vor Triers Toren? Es ward bald ganz ruhig auf der Eurener Flur, still blinzelnd nur guckte der Mond über die •itiDeigenben Hohen.
Der ' canzösische Kapitän mit den Demoisellen batte auch den Heimweg angetreten, aber er ging nicht die 'Landstrabe, die die anderen gingen. Er hatte sich seitab verloren, und seine Begleiterinnen halten nichts dawider. Suzette fühlte sich sicherer Doi neugierigen Augen im deckenden tonnte sie niemand an Adami verraten. Uno Tuch Minette wurde freier, der CBater wurde es doch nicht gern gesehen haben, dah sie am Arm
Franzosen ging. Im Wald war's ganz finfter.
Jean-Claude hatte lange gewartet. Erst in Geduld, bann in Ungeduld, zuletzt in Wut: kam der Kerl denn noch immer nicht? „Vermaledeites Cochon!" Er hatte ihn wohl mit den Mamsellen verschwinden sehen. Run würde er sich auch nicht länger zum Rarren halten lassen. Müde mar er auch: morgens den Thron gestürmt, abends den Hanswurst von so einem gemacht, dazu die Langeweile des Wartens. Er band beide Pserde an; den Adonis drüben an die Buche, die Liberte hier an die Dirke, er selber lieb sich an einem Tannenstamm nieder. Verträumt starrte 3ean- Claude in das große Schweigen. Wie sich das Silber des Mondes immer mehr und mehr Übers Feld ergeb! Rebel fliegen auf, leicht wehende, weibliche Schleier; eine Linke rief unter Steinen, das Hang wie Glöckchen, und Grillen zirpten ihr Schlummerlied, ganz traulich, so wie abends bei Saarlouis in der Mutter Haus. Die gute Frau, ob sie wohl noch lebte? Seit die Franzosen ihn geworben — wie verfluchte er das bereits —, hatte er nichts mehr von ihr gehört. Sie konnte nicht schreiben, und wenn sie auch hätte schreiben können, wo sollte ein Brief ihn finden? Bald hier, bald dort; hingeblasen bei der Trompete Ton, hingewirbelt bei Trommelschlag, ohne eigenen Willen, dem Kommando blind folgend.
der Pfad, der- parallel mit der Landstraße auf die Stadt zulief, war schmal, fit' mußten sich dicht aneinanderdrängen. Links die Blonde, rechts die Schwarze; die zarten Arme verliebt an sich drückend, verlangsamte d'Aubrh immer mehr den Schritt. Hatte er seid Pferd, seinen Burschen denn ganz vergessen? »Sehen wir uns ein wenig, mes charmantes I“
2uSllmv«vevisen. Obgleich die Eisen verarbeitende Industrie darunter weniger zu leiden hatte, so trat doch mit der Besserung der deutschen Valuta an die Stelle der' vorher beobachteten stürmischen Rachfrage eine Zurückhaltung seitens der Verbraucher; der Auftrags eingang in der Industrie verringerte sich wesentlich. der Auftrags bestand bot aber fast überall noch feine ausreichende Beschäftigung. Durch die fietgenben Verkehrsschwierigleiten infolge von Störungen im Eisenbahnbetribe unb die dadurch außerordentlich erschwerte Kohlen- und Kotsversorgung wurde die Leistungsfähigkert der Industrie beeinträchtigt. Mit der zunehmenden Roheisenknappheit, eine Folge der durch den Kohlen- und Koksmangel bedingten Einschränkung der Produktionsfährg» feit, stellte sich eine Aufwärtsbeweaung der Eisen- Preise und dairn auch ein Anziehen der Preise
für Fertigfabrikate ein. Dies führte zu einer gewissen Zunahme der Kaufneigung. Das Ausland
Derhielt sich aber immer noch abwartend, was ^namentlich bei dem verhältnismäßig geringen
Inlandsbedarf von der Masch.nenindust'i? stark eins, furchen wurde. Der weitere Verlaus des Jahres brachte neue Erhöhungen der Kohlen- und Roheisenpreise, oeranlabt durch die Steigerung der Eisenbahngütertarife. Kohlensteuer. Löhne usw. Die Anpassung des inländischen Prcrs- niveaus an die Entwertung der Mark im Auslande vollzog sich weiter in rapidem Tempo. Die Rachfrage im Inland wurde reger, dagegen blieb das Exportgeschäft ruhiger. Man erwartete Verschärfung der Konkurrenz mit dem Auslände, das seine Selbstkosten ständig herabzusetzen such'e. Die politische Lage brachte alsdann wiederum eine gewisse Zurückhaltung in der Erteilung von Aufträgen, die sich gegen Mitte des Jahres hin noch verschärfte. Dabei führten die wieder in aus- steigender Richtung sich bewegenden Devisenkurse zu neuen Preissteigerungen für wich ige Rohstoffe, besonders für Kohle, hinzu tarnen durch die Teuerung bedingte Lohn- unb Gehaltserhöhungen; beide Faktoren zusammen bewirkten eine Erhöhung der Gestehungskosten und gaben zu Preissteigerungen der Fertigerzeugnisse Veranlassung. Durch die Reparationsleistungen des Kohlentributs machte sich die mangelhafte Versorgung mit Kohlen und Koks für die Industrie immer fühlbarer geltend. Auch die Roheisen- lleferung blieb weit hinter dem Bedarf zurück, so daß viele Werke gezwungen wurden, sich mit ausländischem teuerem Roheisen zu versehen. Mit der schwachen Belieferung in Roheisen war leider auch eine Abnahme in der Qualität der Roheisensorten bemerkbar, welche die Fabrikation erschwerte. Der September brachte eine neue Erhöhung der Preise für Rohstoffe aller Art in einem bisher noch nicht gekannten Ausmaß, sowie starke Lohn- un'e Gehaltserhöhungen, die eine Preisbildung in steigender Richtung zur natürlichen Folge hatten. Die Industrie blieb aber gut beschäftigt. Für den Wiederaufbau in Frankreich blieben die erwarteten Lieferungen aus. Die Wiederholung eines unerhörten Marksturzes im Oktober und die dadurch hervorgerusene Preissteigerung führten eine sich immer stärker fühlbar machende Geldknappheit herbei, die den Geschäftsgang belastete, indem sie die Beschaffung von Rohstoffen erschwerte, zumal die Lieferungen meist früher bezahlt werden mußten, als das Geld für die verkauften Erzeugnisse einging. Gegen den Schluß dcS Jahres hin kam der 6m» fluh der riesigen Teuerung auf allen Gebie en allmählich zur vollen Auswirkung, die sich auch noch weiterhin empfindlich bemerkbar machen wird. Bisher war es dank eines befriedigenden Auftragsbestandes, den Maschinenfabriken, und namentlrch der in der hiesigen Industrie vertretenen Werkzeugmaschinenfabrikation, möglich, den vollen Betrieb aufrechtzuerhalten. Wie lange dies noch möglich sein wird, hängt von der ferneren Entwickelung der politischen und der dadurch bestimmten wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie auch davon ab. ob wir trotz des Hochstcurds der Preise unsere Er
An unsere Postbezieher
Der Bezugspreis im Januar ist für den Gießener Anzeiger auf
800 Mark
festgesetzt worden. Die Post hat aber nur 650 Mark bei freibleibendem Bezugspreis erhoben. Es sind deshalb
150 Mark
nachzuzahlen. Wir bitten unsere sämtlichen Postbezieher um sofortige Einsendung des Mehrbetrages mittelst Der heute beigefügten Zahlkarte.
Verlag des Gießener Anzeigers
xeugnifTe untere Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande werden erhalten können.
Armaturenfabrikation und Appa- ra tenban.
Trotz der politisch äußerst verworrenen Verhältnisse war der Geschäftsgang wahrend des Jahres 1922 bei diesen Unternehmungen noch befriedigend. Ungeachlet der hohen Preise gehen immer noch Aufträge in genügendem Umfange ein. Der Umsatz nach dem Inland hat allerdings, namentlich in gesundheitstechnischen Anlagen, etwas nachgelassen, weil solche Anschaffungen in das Gebiet des Luxus fallen und nicht unbedingt notwendig sind. Dagegen hat stch der Umsatz in wärme technischen Anlagen entsprechend gehoben, weil die Industrie bei den heutigen hohen Drennstoffpreisen mehr denn je darauf bedacht sein muß, alle Wärmequellen im Betriebe nutzbar zu machen. Die hiesige Fabrikation dieser Branche liefert bekanntlich für solche Anlagen seit langen Jahren Spezialapparate, die allerdings 'beute sehr teuer sind, die aber trotzdem Käufer finden, weil damit erhebliche Ersparnisse an Brennmaterial erzielt werden. Auch der Absatz nach dem Ausland hat sich gegen früher nicht unwesentlich erhöht. Die gegentoärtigen Da- lutaverhältnisse kommen hier dem Absatz zu statten. Wie sich das Geschäft in den Spezialartikeln bei rückläufiger Währung gestalten wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Jedenfalls macht sich m einzelnen Ländern jetzt schon die englische, belgisch» und schwedische Konkurrenz bemerkbar. Die Auslandindustrie ist infolge der großen Konkurrenz, die Deutschland notgedrungen durch seine für die Ausländer sehr günstige Währung macht, schwach beschäftigt und fetzt manchmal unter Verzicht auf jeglichen Gewinn alle Hebel in Bewegung, der deutschen Industrie die Spitze zu bieten. An und für sich ist die Durchführung eines internationalen Geschäfts- wie des der Armaturen- und Apparateindustrie bei den Schwankungen der Valuten und bei den sich manchmal sprunghaft überstürzenden Veränderungen der Materialpreise, Löhne und Unkosten außer ordentlich schwierig. Dabei scheint die Aufwärtsbewegung der Löhne und C«hälter, der Preise für gewisse Materialien, insbesondere auch derjenigen für Kohlen, elektrischen Strom usw. noch kein Ende nehmen zu wollen. Dazu die ungeheuren Frachten, Fuhrlohne, Postgebühren, Rc-isespesen usw. Eine weitere Erhöhung der Preise erscheint aber für die Unternehmungen der Branche recht fraglich und sogar bedenklich. Man merkt hier deutlich, daß man mit den Preisen der Fabrikate, so weit es sich nicht um ausgesprochene Spezialitäten dreht, an dem sogenannten Weltmarktpreis angelangt ist. Eine gewisse ©tabilifierung des Preisniveaus auf allen Gebieten der Wirtschaft und des Verkehrs wäre also dringend zu wünschen.
Vermischtes.
E'me Stiftung für bedürftige Studenten.
Berlin. 30. Dez. (WTB.) Eine ungenannte Persönlichkeit aus dem Geschäftsleben machte in dankbarer Erinnerung an die Studienzeit in der Charlottenburger Technischen Hochschule dem Unterrichtsminister eine Zuwendung von 3‘/i Millionen Mark zur Gewährung von Deihilfenan würdige bedürftige Studenten.
Gestohlene Geheimrezepte der Knifinfarben# fabrttation.
Berlin, 30. Dez. Der ehemalige Postaushelfer Franz T h e u m e r, der von der Staatsanwaltschaft Linz wegen Betrügereien gesucht und in Berlin verhaftet wurde, hat in Bitterfeld, wo er Zuckerschwindeleien verübt hatte, die Bekanntschaft eines gewissen Schneider gemacht, der sich auf noch nicht geklärte Weise Abschriften von Geheimrezepten der A n i (i n f a r b e nf a br i f a t i on verschafft hatte und Theumer beauftragte, diese an Ausländer zu veräußern. Da Theumer äußerlich schon zu heruntergekommen war, um mit wohlhabenden Leuten in Verbindung zu treten, übergab er einem Dienstmann, der auf dem Anhalter und Potsdamer Bahnhof häufig Gelegenheit hatte, mit Ausländern zusammenzukommen, Abschriften der Rezepte. Der Polizei ist es gelungen, auch diesen Dienstmann zu ermitteln. Vor seiner Verhaftung hatte er die Geheimrezepte in einem Lokal zwischen die Flaschen am Schanktisch geworfen, um sie später wieder abholen zu können. Die Rezepte wurden aber entdeckt und beschlagnahmt. Schneider wurde verhaftet, als er auf einer Besuchs reise nach Berlin kam.
Handel.
Frankfurt a. M^ 30. Dez. Börsen- stimmungSbild. Am heutigen Börsen- seiertag zeigte sich bei leicht abgeschwächter Grundtendenz nur geringe Unternehmungslust. Dollarnoten waren vormittags für 7250 bis
das war Soldatenlos. Wenn er sich Mühe gegeben, hätte er vielleicht ein Briefchen zustande gebracht, aber Dienst machen, Montur putzen, Pferde striegeln, essen, trinken, schlafen und wieder Dienst machen und Montur putzen, und Pferde striegeln, das nahm die Lust, Unb doch mußte Jean-Claude jetzt so sehr der Frau gedenken, an deren Herd er gesessen hatte, seit er fitzen konnte. Da hatten die Grillen gezirpt in der Hüttenmauer, geradeso wie jetzt, und die Mutter hatte ihm übers Gesicht gestrichen mit der Hand, die rauh war von Arbeit und doch so weich: „Sch'afe, schlafe Schankelödchen!" Jean-Claude schlief ein.
Hm die Pferde herum bewegte sich etwas — waren es Schatten? „Bei mein Gesund, e feines Peerdchen," wisperte Mohnsam. „Was wird der Herr mir geben dafür, daß ich ehn hab geführt her?" -
Der Fremde im dreieckig aufgekrempten Hut, der vorhin am Galgen getanzt hatte, spuckte verächtlich aus: „Gor neift, du Hund!"
„Richts, gar nichts? Ich schrei Zeters"
Der Jude wollte schreien, aber er brachte nichts vute« heraus, die Hand des Fremden preßte iym die Gurgel zusammen. Ein Tritt Moyses Mohnsäm fiel um, lag am Boden. Er getraute nicht mehr sich zu rühren und auch nicht zu schreien.
Gewandt band der andere beide Pferde los, auf Liberte schwang er sich, den Klepper nahm er an den Zügel. Heidi, fort, lautlos — ein Spuk.
An den Häusern von Euren vorbei stob der nächtliche Reiter. Plötzlich scheute das Handpferd.
„So kommste nit weit," sagte eine Stimme. Keck stand das Weibsbild, mit dem er vorhin
7275 zu haben, zogen auf 7350 an unb beweg» ten sich auf 7325 bei sehr bescheidenem Geschäft. Kurse wurden im Effektenverkehr nicht genannt. Man konnte feststellen, daß die Rachfrage nach Effekten überwog. Mm 1 Mhr wurde der Dollar 7350 genannt. 2lm 2. Januar findet nur ein amtlicher Verkehr in Devisen And Roten statt. Am 4. Januar findet die Wertpapierbörse statt.
Frankfurter Devisenmarkt.
(Telegraphische Auszahlung, Amtliche Rotierungen.
Datum: 29. Dezember 30. Dezemo«!«
Geld Briei Geld Brie? Antw.-Brüssel . 493,75 490,25 490,25 498,75
Holland 2987,.j0 30O2."0 2K97.75 291225
London 34W4.10 34S3H.90 34039,70 34210,30: Pariö 543.05 54685 527,20 7?9.so
Schweiz 141145 1418,55 1347,05 i:i30.‘.ft
Spanien 1167,05 1172.95 1137,15 N4L8L
Iialien 371,55 373.45 :<?•'. 16 371,96
Lissabon-Ovorto —'
Dänemark.... 1528,65 1530,35 1480 25 1499,75
Rorweaen . .. . 1400 45 1413.o5 1380,50 1393.50
Schweden .... 2009,95 2020,05 197005 1979,96
-velsinaiorS. — —184,55 186,45
Weunort 7531,10 7598.90 7359.55 7393,45
Deuisch-Oesterr. 10.47 1052 10.47 1063
Budapest 321,92 322.08 304/20 305.80
Prag 234.70 235.50 5^50 .*34,50
Sofia 4L88 . 40,12 48.88 ??
*
Märkte.
Berliner Produktenmarkt.
Berlin, 30. Dez. Der Produftenmarv- ruhigen Verkehr; die Getreidepreise -tberter» sich nur unwesentlich Das Geschäft war in den übrigen Artikeln so gering, daß eine Tendenzrichtung nicht zum Ausdruck gelangte. Weizen, pommev- schen 15 500 bis 15 100 Mk., schlesischen 14 900 bis 14 700 Mk. (etwas schwächer). Roggen, märkischen 14 000 Mk., pvmmerschen 13 900 bis 13 800 Mark (still). Wintergerste, märkische 12 500 bii 13 500 Mk. (unverändert), Hafer, pvmmerschen 13 400 bis 13 200 Mk.. schlesischen 13 300 bis 12 800 Mark (matter), Mais, La Plata, loco Berlin 15 600 bis 15 500 Mk., toaggoirfrei Hamburg 15 200 bis 15 000 Mk. (etwas meitler), Weizenmehl' (100 Kilo) 44 000 bis 46 000 Mk. (unverändert), Roggenmehl (100 Kilo) 38 000 bis 42 000 ML (unverändert), Weizenkleie 8200 bis 8500 Mk (stetig), Aoggenkleie 8300 bis 8600 Mk. (stetig), Raps 25 000 bis 26 000 Mk. (stetig), kleine Erbsen 27 000 bis 30 000 Mk., Futtererbsen 25 000 bis 26000 Mk.. Peluschken 15 000 bis 16 000 Mk., > Ackerbohnen 16 000 bis 19 000 Akk., Wicken 15 000 bis 18 000 Mk., Lupinen, blau 24 000 bis 28 ( 0 Mark, aelb 15 000 bis 16 000 Mk. Seradella, alt 20 000 bis 21 500 Mk.. neu 33 000 bis 38 000 Mark. Rapskuchen 10 000 bis 10 500 Ml., Trocken- schnitzel 6400 bis 6500 Mk-, Kartosselslocken 8500 bis 8600 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 6200 bis 6500 Mk.. Haferstroh, draht- gepreßt 6200 bis 6500 Mk.. Stroh, strohseiige« bündelt 5500 bis 5900 Mk.. Wiesenheu. gut, gesund und trocken, Dormahd 6200 bis 6400 Mk < Rachmahd 6000 bis 6200 Mk. (Soweit kein cm- dei.es Gewicht genannt, verstehen sich alle Preist pro 50 Kilo.)
(3n einem Teil der Auslage wiederholt.)
Die englischen Reparationspläne für die Pariser Konferenz.
London, 30. Dez. (WTB.) ,,Daist) I'dt- graph" zufolge hat das britische K a b t n e t r gestern im Verlaufe einer sehr kurzen 5ihunL die Haup t g r u n dla gen der Politik gebilligt, die Bonar Law und die britisch, Delegation auf der Pariser Konferenz vertreten werden. Die technischen Fragen dieser Politik scheinen gestern nicht mehr erörtert worden zu. sein. Man sei der Ansicht, daß die britischen Vor" schlüge von keinem der Alliierten summarisch als ungeeignete Grundlage beiseite geschoben werden konnten. Was jedoch von den britische'^ Dele-- gierten von Anfang an klargemacht werden würde, sei. daß die nicht unedelmütigen Zugeständnisse an die Alliierten Englands in der Frage der Kriegsschulden notwendigerweise und unbedingt abhängen würden von der Zustimmung einer Regelung, die von England nicht nur als falt, sondern als praktisch angesehen werde. Der fam tbetrag der Entschädigungen müsse ermäßigt werden auf 40 — 5ö Milliarden Goldmark, je nachdem die bereits gemachten Sachleistungen und Zahlungen mitgerechnet werden sollen. Auf dieser Grundlage könne Großbritannien möglicherweise einem teil- weisen Erlaß der ihm von seinen All <ier» ten geschuldeten Summe zustimmen. Großbritannien werde aller Wahrscheinl'chkeil' nach außerdem ein Moratorium für Deutschland fordern, was 2—4 Jahre und vielleicht mit dem Grundsätze einer darausfolgenden aufsteigenden Zahlungsskala und einer gleichen Skala für die Sachleistungen, lei es während oder nach Dem Moratorium.
getanzt hatte, vor dem Reiter „Hirnm mich mit laß mich aufsihen!"
„Wohin willste denn?"
„Zum Hannes Bückler." Die Bänkelspielecin lachte. „Hab dich gleich erkannt. Hab dein Bild angeschlagen gesehen, Jetzt hab ich dich Johannes Durchdenwald!" Sie lachte immer übermütiger.
„Schrei nicht so!"
„Hab auch deine Gesellen erkannt, drei toarett bei dir. Hab ihnen geholfen beim Hut. bei bet ilbr, beim Fazenctle (Taschentuch), bei der Gelb- börs, unb was sonst noch da war
„Sih auf!"
Sie schürzte den Rock An den Sattelftu# fassend, schwang sie sich leicht auf den Klepper Sie setzte sich wie ein Mann
„Du gefällst mir. Wo haste s Reiten 'Y-r?*
„Don rnei'rn Schah, den französ'schen Husaren- ofsizier. Din mit dem gezogen en ganz- Kchr, auch als Husar."
„Poh Teufel!" Er sah sie bewundernd an. Hatte sie ihm vorhin schon so gefallen am Galgen- plah, daß er sie beim Tanz an sich preßte mit verliebter Glut, so gefiel sie ihm jetzt noch rufend- mal mehr. „Wie heißt du?"
„Julie. Bin das Iulchrn aus Weherbach. Aber der Hunsrück kann mir nit gefallen s au armselig da. Unb zu eintönig. Kennst ja iuch die Elendsgegend."
„Woher weißt du das?" fuhr er sie cm
„Ei je,> bat weiß doch ein jede > bst Bücklerhannes her is Frag jedes m ?, dem Hannes aus Rastätten — sie kennen dich rör
(Fortsetzung folgt)


