BL 205
Erft« Blatt
. 1?3. Jahrgang
Samstag, t September 1923
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macht. Keine Aufgabe ist heute dringender und
>fjc Koalition oder die Volks»
Hier klare und heilsame Grundsätze zu schalten, erfordert zweierlei Kenntnis der T5irHd)jft und der Regeln ihre« bestmöglichen Ged.ib.nS und einen starken Sinn für gerechten Aus- gleich, für die soziale Wiedergeburt Drutsch- landS. Ts bedeutet einen zunehmenden Zerfall des Volkes und ein unüberwindlicl>eS Hemmnis für seine Erlösung aus her l5r?TT’bft2.,r- schaft, toerm die heutigen Zustände ^ortdiuern. daß ein modernes Faustrecht des wlrtschaft- lichen Lebens zahlreiche Stände nieöenD.rft, dahinsiechen läßt, während her Geschäftstrieb und die Gewinnsucht anderer die materiellen folgen des nationalen Elends von sich ab- kurvenden wissen Gs gibt hier kein anderes Mittel als den Zwang, der sich gegen bie- jenigen zu wenden hat. die etwa ihre Vor- friedensverdienste, ihre VorfrledenSentlöhnung, oder gor noch mehr. In Anspruch nehmen wollen, ohne dabei in Rechnung zu stellen, dah die Gesamtheit, Reich und Staat, in Schulden verfallen sind Es toäre d.e Aufgabe des Reichswirtschaftsamtes, hier nach einem Ver- armungs Index zu suchen, dem auch die Preise anzupossen waren Eine produktive und eine gerechte Wirtschaft sind keineswegs Gegensätze. Viel Unmut und Misttrauen, 2uch falsche Mrtelle, Verdächtigungen und An- 'tuibungen würden aus unserem Volke hernuS- geschafft. toenn eS sich an die btnh?nh?n Richt- 1
Den Mord an der I ta 11 en t f che n Grenz» reg lierungSkvmmission in Albanien bcantttviiete Italien mit einer unerhört Idgafcn 6übn.a:iion gegen Griechenland Mlnisier- piöstdenl Mussolini lieh der attzenffchen Re» SlcL-ung lieben überaus schroffe Fvr- e r u n g e n überreichen, die er den schkeunigsi Aulnmmenbcruknen Vertretern der aUHertcn Ö'aatcn Enaland und Frankreich gegenüber mit einem Wort bezeichnete. daS in deutschen Ohren bitter und aufreizend dingt San kIionenl
Und mm iux» mehr ®r lässt nach einer tx/rch- auS emgegcirfommenben Orflätung der griechl» l<f)cn Regierung (bte wir in einem Tett her geftngen Auflage unseres 'Blatte« bereit» ge»
b'Otalla“ schreibt zu der Vesetzung der 3nfe[, es handle sich nicht um einen feindlich« Akt Im Sinne des Internationalen Rechts, sondern nur um eine Pfandno hme zur ©urjntlcning her italienischen Forderungen. ES werde gegen Griechenland fein Krieg geführt, sondern nur das Recht einer beleidigten und verletzten Großmacht verteidigt. — Siner weiteren Vlättermeldung aus Rom zufolge sind auf Befehl der Italienischen Regierung fämtlldK Schiffsverbindungen zwischen Italien und Griechenland unterbrochen worden.
Rom, 31. Aug. (WTB.s Roch elr«er Meldung der ^Agenzia ötefanl“ gab Musso» Hnl im Ministerrot den Wortlaut der Antwort der griechischen Regie rung bekannt. Die Antwort sei unan nehmbor und eS seien Infolgedessen ent sprechende Beschlüsse gefaßt worden. Der Ma- rinemlnifter und der KriegSmintster hätten ebenfalls Erklärungen dazu abgegeben.
'.Inten einer obersten ReichSbedö halten
-hcnialK mit her Phrase einer .'srtcdllch« Mak». nähme", einer in den Bahnen deS Rechte« ge» Ixi l lenen Pl«Fndsicherung Auch hier ein Hohn auf die Völkerbundlatzungi
Aber nicht« wäre tönchier, al» nun in der deutschen Ortsentlichkeit für da« G riech eniand' gegen 31 alben
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Pari«, 31. Aug. (MTB.) TBte Ha- da» ae« Athen meldet, haben di« Statte» ■*r heut, nachmittag Korfti besetzt. Diese Rach- richt ruft groß« SutrSstung und Bestürzung hervor.
Poris, 31. Aug. (WTB.) Die die Blätter aus Athen melden, hat die Italienische Gesandtschaft gestern nachmittag um 5 Mhr dem Ministerium des Aeustern eine Rote übergeben. In der sie mitteilt, dah um 4 Mhr nachmittags Korfu von der italienischen Flotte beseht worden sei. In der Rote toerhe erklärt, bah diese Maßnahme einen friedlichen und vorübergehenden Charakter habe Gleichzeitig habe der italienische Gesandte der griechischen Regierung elnzweitesMltlmatum übergeben, dos innerhalb fünf Stunden die Annahme der von Italien für die Ermordung der Italienischen Offiziere geforderten Reparationen verlange.
Mcbcr die Besetzung von Korfu wird aus Athen berichtet" RachmittagS um 3 Mhr ging der Kapitän eines italienischen Kriegsschiffe« in Korfu an Land und erklärte dem Präfekten, dah eine Division der ltali.nl- schen Flotte die Insel blockiert halte und dost sie um 4 Mhr die Stadtfriedlichbesetzen werde. Darauf fuhr eine ouS mehreren Kriegsschiffen zusammengesetzte Flotte In den Hafen ein. Der Befehlshaber der Flotte forderte die Mebergabe der Stadt und da« Hissen der weihen Flagge, die er später durch die italienische ersehen werde Der Präfekt erbat die Möglichkeit, sich mit seiner Regierung In Verbindung z u setzen, um Anweisungen einzuholen, wobei er hinzufügte,daherson st gezwun- gen sei, Wider siandzu leisten Aber noch bevor diese Instruktionen eingetroffen waren, begann bie Ausladung der Italienischen Truppen. Die AuSla- düng fand unter dem Schutz der italienischen Flotte statt, die über dieStadthinweg feuerte und Has Gebäude der Poll- zeischule beschoß, da« in Braud geriet. Gleichzeitig überflogen Flugzeuge die Staöt. und feuerten. Die Verwaltung liegt In den Händen des Admirals Bollini. Die Italiener haben erklärt, dah die Garnison und die Gendarmerie sich zu ergeben haben, die entwaffnet werde t soll« und dah die Kasernen und das Kriegsmaterial zu übergeben find
Rach einer Blättermeldung aus Athen hat die griechische Regierung an das Skte- tarlit de« Völkerbundes telegraphiert, dessen Rat heu.e zusammentritt, und die Bitte un.«breitet, nach Art. 12 de« Völker- bundpaktes zu intervenieren Außerdem hat die gr echische Regierung beim Völkerbund gegen die g r i e ch r n feindlichen Demonstrationen protestiert, die in verschiedenen italienischen Städt.n stattgefunden haben. Sie wert.« besonders ®engu- tuung für die Zwischenfälle in TrIest ter- langen, in deren Verlauf Faizisten eine grie- ch > sche Fahne verbrannt hätten.
Die da« „Journal- aus London meldet, soll auch die Insel Samos von den Italienern besetzt worden sein.
Rach einer HrvaSmeldung aus Athen berichtet ein Telegramm aus Korfu, bah die italienischen Granaten mehrere Personen, die In die Polizeischule geflüchtet waren. getötet hätten. Rach dem „Zournal" soll dieZahlderToten ISbetragen
Rach einer Meldung d«S „Petit Parisi«- aus Achen Ist über Griechenland der Belagerungszustand verhängt worden.
R o m, 1. S.pt. Das .& i o r n a l e
Tentfcfjnnlionnle ond ReichSregierung.
Dir erhalten solge.il>« 3uf<$rih
Dir müllen c« u.i« nerfaje i. aus bie gestrige Veröffentlichung brr .Gelöst »stelle her hic'igrn Deutschen VelkSrartet" näher ein^ugehen Denn wir hatten in Rr lS) bzfc Jiest. 2 cz nur bie Erklärung unsere« Parteivorlisten. den Srz Herat, dir dieser in b-r Reichstrg«- sihung vom 17 August abjib. im Wortlaut verös'entlichl. gleichsam a l i Antwort aut dicL»
Deutsche TcXf^twi lei enthalten und gedenken, von t:<km Dtanhpu ikte auch tu Zukunft nicht abzu- gtdrn TBir übtrlasfen ti daher auch unteren DaiUisreunden sich über die ge trige .Erlluru-g" der bteHjen Geschäft »elkn,a der Deutschen VollS- partei selbst ein Mrteil zu bilden.
Für den Provin^üMvorstand der Deutsch-
® 4- Kling. Vorsitzende»
rat« gob Reich» mi nist er von Raumer eine p. uQiüiiLmji ische C^Mcuna uo. 3a birfri £00 der
IntH< hi lijtlra fttr Mt legeemueeer Me |we Kachmlttag vorher »hnesrdeverdinbllchheU. drei» fir 1 nie h»d« für tln|<larnB 27 mm Brette #rtl 60000 3R, «xemärti 76000Ul; fUtUae«.
fache Ani ragen von Parteiangehör »rn auch I vom Lande — über die Ttel'ung unserer Partei 1 ’ur gegenwärtigen Reichjreaieruno Bet di-ser 1 t ------ --- - , Verölsrnklichuna haben wir uni all-e I
"«Ui. Sei Oiuui bedürf in so ungewöhnlicher I oder offenen, gehässigen' Angriffe auf t*e tz
Gelegenheiten eine kostspielige Mngeschickllchkeit. wäre eS ein diplotnatischeS Verbrechen Allerdings kann man eine« nicht unterlassen, und d-eses Recht zur Kritik besitzt auch ein gedemütig- tc* Deutschland, nämlich einen Vergleich anzu- ft^üen zwischen diesem neuen Balkankonslikt und der erschreckend ähnlichen Lage im Juli 1914, al« O.Tierreich sein Ultimatum an Serbien richtete Damals wie heute rin politischer Mord, der durch naticnalc Spannungen vorbereitet war Damals wie heute eine politische Schuld, die von dem Stärkeren benutz! wird, um Macht tragen gegen einen Schwächeren durchzusehen. Während jedvch da« vüerrelchtsche Ultimatum von der offiziellen GAchlchtslchreibung der Ententeländer zur 1 schwersten Anklage gegen Oesterreich u Dvutich» lanb ge nacht wurde, während aus Grund jene* Ultimatum« dem Deutschtum da, europäisch. Bürget- und Me.nschenrech: abgeiprochen und nxgrn dieser Minbeni'rtigkeit die Vernichtung über Mitteleuropa txr ,j |t wurde, zweifeln wohl diesmal die Guten und D rechten mnetbalb de» Weltpreises der Entente feinen Augenblick, daß bte italienische t Sanktionen gegen da» nach einem u glücklich n Ki ieg am Boden liegende Griechenland ebenso ehrenwert und heilig wie notwendig und nützlich sind Didei besteht sogar noch ein Unterschied zugunsten des einstig.-n österreichischen Ultimatum» In Lerajewv war der Thronfolger eines ehrwürdigen KaiterstaateS ermordet morgen, unb gab genügend Beweise einer lang-n plan- mastigen 5trfd)'rörung und einer Unterstützung b.dei Verlchwöruaq durch serbische RegierungS- ktrnfe Bei 3anina sind am 28 August 1923 einige Cftiatcre von einer griechischem Binde ermortwt tr .rben gewist auch ein scheußliches Verbrechen, aber ,eoer.iau» geschchen ohne »eietligu.ig Oer grtechischer R.-.t mng Nimmt doch Mussolini selbst in seinem Iupiter-Donner gegen Athen nut c.nc moralisch' Mitv rrntwortung de g echi'chen Regierung durch Jahrlässigkeit an weil sie es rertaumt habe, er Hetze in griechisch-1 Rational.sten'reil t 1 -'.t^eiti ] entgeg n uwirken
Mit d. le. Vcrschär ung ist also heute erlaubt, »a« 19if .rpötit wurde Willie man von einem Staatsmann d.. Entente eine Erklärung über biesen Zwiespalt de'- Natur verlangen, so hieße e» sicher 3a L u.scher Michel, bai ist ganz wn« anderes Viel! iß! dämmer! aber allmählich den ^leutialen und den Einsichtigeren in Sntente- staaien die Erk-nntni» aus, daß an er Versailler Schuldsruge. die aus jcne.:i österreichische 1 Ultimatum in letzter Linie abgeleitet mi-.b. doch irgend etwa« nicht in Ordnung ist.
Eine programmatische Erklärung des Reichswirtschaftsminister.
'Berlin, 31 Aug sMTD) In der Heu»
Mochenrückdltck.
Stresemarms Won, Deutschlands beste Lchnrpvlstlk ftf gegemoänfg, im Innern Orbnung «u schaffen, scheint auch für »ngkmb ein Leitmotiv geworden zu sein, denn im Fvreign Office henlcht Fertenstiste Die "eltrnben englischen Staatsmänner haben eine Pause in ihrer Arbeit eintreten lassen, und die belgisch« Antwort, In der kein« An- daUSPwck« für irgendwelche Vermittlung gefunden tvurben, hat nach allem, was au« Lon- don verlautet, die Ratlosigkeit und Untätigkeit vermehrt. Man wartet draußen auf neue Wendung« in Deutschland, und fürwahr, die Zeich« steh« so schlecht, daß man sich viel- leicht allmählich daran gewöhnt, uns auszu- geben, tromit sich auch dte französisch-«glische Spannung von selbst lös« würde War doch von unverantwortlich« Berliner Presiestellen in bm letzt« Tag« behauptet worden, der passive Widerstand in d« besetzten Gebiet« solle durch Verhandlung« in Kob- lenz abgebaut werden, eine Meldung, die allerdings amllich sogleich dementtert wurde. Richttg ist eS fedvch, daß Vertreter des Reiche« in Koblenz mit zuständig« Persönlichkeit« de« besetzt« Gebiete« über die bessere Regelung der Lebensmittelzufuhr in Verhandlung« begriff« sind, von denen in dem erwähnt« Dementt gesagt wirb, daß eine Benutzung der Regiezüge für Transporte bisher von keiner Seite empfvhl« worden sei. D« schädlich« Gerücht« hatte der „So- zialdemokro tische ParlameniSdienst" vor gearbeitet mit der bekannten Deröffenllichung für die sich bisher keine triftigen Unterlagen ftnb« lieh« —, die Arbeiterschaft des Ruhrgebiete« sei unter bestimmten Bedingung« bereit, d« pasiiv« Widerstand einzustell«
Mit Recht hatte die Jtöln. Ztg." ihr Befremd« über solche Mach«fchost« ausgesprochen, und e« war von einer gewiss« beruhigend« Bedeutung, daß dieses vorsichtige und bi seiner Tendenz gemäßigte Haupwrgan de« Rheinlande« von jener rechtsrheinischen Stappenanertreiberei erstaunt und empört abrückte. Wir hoffen, daß da« Kabinett Strese- mann diese an Erzberger erinnernd« plump« Ligerrmächttgkeit« zu greif« und unschädlich ju mach« vermag I
U eher bautet, toenn die Regierung nicht rasch, entschloss« und krafwoll die Zügel in die Hand nimmt, toird sie nicht lange bestehen fönn«. Die Mark ist aufs neue rapid gefallen, die Preise steigen demgemäß und die Verzweiflung greift weiter um sich. Ist das bereit« eine Wirkung der neuen Steuern? Es würde keinen Wert hab«. Sachwerte zu erfass«. Abgaben zu erheisch«, toenn das Relchswirtschaftsminlsierlum nicht endlich feinem Rarn« Ehre macht. Es gilt, einer falsch« AbwälzungSmethode der Steuerzahler den Riegel vorzuschieben! Wir harren der Durchführung j«ei Ankündigung Strese- mann«, daß eine Art diktatorischer Ge- walt auf parlamentarischer Grundlage seyt dem Wettlauf der Preife und Löhne ein Ende
erlangen, toenn der Odem des Rechls und des Vertrauen« sie durchweht Deuffchland hat den Krieg verloren, ist verarmt: wohlan, so müssen alle Vo l k« sch i ch- ten gleichmäßig an dieser Verarmung teilhaben. Die ungerecht liegt in dieser Beziehung noch alle« bei uns durcheinander!
Zeit der Rot eine« ganz anderen Kitte« al« In sriedlichen Tagen Eine probukttve au«- sättige Politik^ die un« alle wieder empor» 1 führen soll. Ist nur möglich, wenn da« Volk in gerechtem sozialem Ausgleich innettich wieder [ versöhnt und geeinigt ist. Hier treffen wir auch wieder auf den von Dr. Slresemann gerühmten Ausspruch de« pr«ßttcven König« der Befreiungskriege Nachdem der Staat an materiellen Gütern verarmt Ist. soll er an sittlichen und idealen Kräften um so reicher lverden. War im Kriege die Heerführung die wichtigste Funktion, der sich fast alles unter- ordnen mußte, so ist e« j e tz t an der Zeit, daß die wirtschaftliche Strategie gegen alle Tücken und Verwirrungen sich krafwoll durchsetzt.
Kleine Anfänge In dieser Entwicklung haben wir gesehen in der zunehmenden Erkenntnis der Arbeiter und ihrer Getverkschasten, daß Lohnregelungen, die nicht der Der- armung Deutschlands Rechnung tragen, die Arbeiter selbst schließlich um« Brot bringen werden Ein befriedigende« politisch?« Symp- tom ist die sozialdemoftatische Einwirkung gegen d« kommunistischen Kur« in Sachsen, wobei der sächsische Ministerpräsident Dr. Zeigener bindende Zusicherungen gegeben haben soll. 3m Leipziger Landkreise hatten Ar- beiterttupp« in Batrernhäusern gewaltsam „Enteignungen" vorgenommen. Die Hlltung der durch vier Minister im Kabinett Strese- mann vertretenen Sozialdemokratie wird für bie nächste Zukunft entscheidend sein. Sie soll beweisen, daß der von deutschnationaler S.-ite erhobene Dorwurf. Herr Sttesemann stehe unter dem „Einfluß der Straße" und er werd.' -u vorzeitigen und verderblichen Verhandlun- g« mit den Franzosen gedrängt, grundlos ist. Da« von d« Landesverbandsvorsitzenden der Deutschnationalen Partei herauS- gegebene „Aktionsprogramm- steht im Grunde In keinem schreienden Widerspruch zu d« Reaierungsabsichten. tote sie Sttesemann verkündlgt hat. E« fordert eine Rachprü- sungderSteuergeseye. denen die Fraktion bekanntlich unter der Regierung Cunos zugestimmt hatte. Durch die zunehmende Zersetzung der deutschen Wirtschaft seien bte Ab- gab« undurchführbar und untragbar getoor- ben. CS Ist unseres Erachten« doch bedauerlich, dah durch eine solche Feststellung in einem beträchtlichen Teil des Volkes eine Steuer- Unlust erweckt wird, die das Ziel der Sanie- rung unserer Finanzen und unserer Wirtschaft gefährden könnte. ES bleibt wahr, daß nur der größte Opferwille uns au« dem Valuta- Elend herauszuführen vermag. Raiürlich ist.'S richtig, daß unleidliche Hirten bei den Gesetzen unterlaufen fein mögen, einer getoiffen» haften Nachprüfung In dieser ^-ziehnng braucht man sich nicht zu verschließen. Aber Im groß« und ganzen kann, gerade wegen der zunehmenden Verschlechterung ter Mark, von den Steuern nichts oesttich-.'n werden.
Einige andere Punkte der deutschnatio- nalen Opposition sind jedoch verständlich und einleuchtend. WaS über die zu treibende Außenpolitik gesagt wird, ist grunos äyllch zuttesfend. Vielleicht ist eS sedoch flug, wenn Vergeltungsmaßnahmen {.e «über den west.ich« Gegnern zunächst nicht angewandt werden, damit desto z eibewußter her IDeq zur Wehrhaftmachung unsere« Volke« beschritten werden kann. 2Iud> die Deutlchnationale Partei ist für eine Art D 11» taiut, „die unabhängig vom Druck der Strafte, der Parteien und Parteikoalitionen, die zur Rettung der Ehre und Zukunft unlcrcö Volkes ertorbe.I'cben Schritte tun fann“. W tS ab.r wäre eine Diktatur ohne eine innerliche Cr euer ng des deutschen Volk S? Ein Dichter- wort Eoar Jerd. MeverS sagt dazu „TBic wird verlorene Freiheit wieder gewonnen? Durch einen au« der Tiese de« Volke« kommenden Stoß 11 n h A # 11 r m h » » lIcheN Kräfte.- Mit bloßer Gewalt,'einer doppelten Gewalt, nämlich nach außen und Innen, könnte das besiegte Deutschland nichts au«richt«. Der Gedanke der Volks- clniflunq muß auf alle nationalen Kräfte Deutschland« übernagen »erben, und dies wird sich auch die Koalition von Sirefemann bis Hilserdlng in Jeher Stunde ihre« Handelits vor Augen halten müssen.
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