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Die Untersuchung .dvrkvmnren im zunM, da dre re- Lerhandlungm zu«

1. Mal. Am nach- ;g hält Direktvr San-wirtschaftlichen icn Bortrag über

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1. Mai. Unser De­utschen Bolts- ritrag der Gemeinde

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Hauptversammlung des Tesstschen evang. Pfarrvereins.

Frankfurt a. M., 30. Mai 1923.

Heute trat hier die diesjährige Hauptver- fa m mlung des Hess, e D a na. Pfarr - Vereins zusammen, die unter Leitung von Pfarrer W e i rn a r ° Vieder-Rarnstadt tagte, da dec Vorsitzende, toie alle Pfarrer Rheinhessens, tzicht erscheinen konnte. Vach Eröffnung der Ver­sammlung durch Schriftlefung und Ge§et gab der Schriftführer, Pfarrer Fritsch- VuppertSbui g, den Jahresbericht, aus dem eine befriedigend« Aufwärtsentwicklung des Vereins feststellbar war.

Pfarrer Wagner I.-Darmstadt leitete eine Besprechung über crhöhteKind erzu lagen i ein. Es wurde beschlossen, den Geistlichen, die durch die auswärtige Ausbildung ihrer Kinder ver­mehrte Ausgaben haben, die Kinderzulage um 25 bis 50 Proz. zu erhöhen. Die enistehenderr Kosten soll der Gesamipfarrstand durch Umlage auf gesetzlichem Wege aufbringen

Eine sehr eingehende Aussprache über O e - haltsverhLltnifse und GehaltSau s- Zahlung wird wohl das Ergebnis haben, dast bisher bestehende Mistständr behoben werden. Tin Antrag Guhmann - Kirchberg wurde angenom­men, nach welchem die naturalbezugsberechtigten ^-istlichen keineswegs schlechter gestellt uxvben dürfen, als die Pächter und Holzbezieher Ihre-- letreffenden Gemeinden. Es wurde in dec Aus- sp-ache hervor geh oben, dah der Vatu.albrzug ein v Ac^iuivalent sei für den gewaltigen Unterschied zwischen den Ortsklassen, dec die Geistlichen in den meisten Landvrtev 23 Gehaltsgruppen unter die oberste Ortsklasse herunterdi ücke. Allgemein war man sich einig über die starke Ungerechtigkeit des jetzt herrschenden BesoidungsshstemS

Ein Antrag, zur Wahl deS Prälaten Stellung zu nehmen, soll eventuell auf einer ruhec ordentlichen Hauptversammlung behandelt Verden

Die Jahresberichte deS Schriftführers und des Aeckrecs fand.nZu itmmung ES wur^e beschosset, für die notleidenden lächsischen, braun» chweigischen und thüringischen Pfar­rer eine Unterstützungsaktion zu organi» ieren.

Die Vachmittagssihung füllt: ein anregender Vvctcag von Prof. D. Diehl überKirchen- geschichtlicher Unterricht in der Volksschule" auS.

Hochschulnachrichlen.

Die Deutsche Landsmannschaft 'Eod L. C.) hielt so berichtet man uns in den Psivgsttogc.i unter dem Vorsitz der Lands- inarnschaft Darmstadtia ihrei alljZhclichcn Ps ingst tongref) .»b, dem dieses mal ei.rr besondere Tcl eutu.ig zuk.irn Denn 50 Jahr: s:nd in diesem Jahre seit dec ersten Zniamm-rnLlnft deutscher Landsmannschaften in Coburg verflossen. Zur Feier dieses Gedenktages o:c.-i.-.tr am Vormittag ioes Pfingstsonnt.'Zs ein Festakt dir Landsrnann- ^chasten mit zahlreich:.! Vertretern d:S herzog­lichen Hauses, der staatlich:n und städtischen Be­hörden. Vach den BrgrMungsL orten des Kon- grestleiters, Prof. Dc.^ K n e l l - Darmstadtia, (Siesten, gab Dr. Heupel-Magdeburg dem Zusarnmengchörigkeitsgrsühl zwischen Deutscher Landsmannschaft und Stadt Eoburg Ausdruck. Herzliche Worte der Erwiderung fand Oberbür­germeister H i r s ch s-e l d, de unter Ueberreichung der Stiftungsurku.ide Mitteilung von einer nam­haften Stiftung der Stadt zugunsten der L. C.» Unterstützungskasse machte Die,en Eindruck hinter» liest die pon tiefem Ernst getragene Rede des Schriftleiters der Landsma.nschafterzeitung, Dr. Mar Lindemann. Über di: Aufgaben der akademischen Jugend in dieser Zeit und die Wege zur Lösung dieser Aufgaben, di: mit einem Treu» gelöbnis an das Vaterland schloß.. Aus alle wei- lecen Festlichkette r hatte man mit Rücksicht auf die tiefe Vot unseres Volles verzichtet. Die ort» schl :stunden dreitägigen Derhcmdlungen stellten vor cillem 5 tagen des inneren Ausbaues des Verbundes der Ecz ehung für den Dienst für das Vtitcrtand, der körperlichen Erlüch igu tg und des - bedrängte; Deutschtums in den Rheinlanden, Honz'g und Böhmen in den Vordergrund. Die We.tcrentwicklung der Deutschen Landsmannschaft fand ihren Ausdruck in dec endgültigen Auf- iKitrnc der Landsmannschaften Marco-Vatangia- .ligsberw Rhe.>ania-Elausthal, Meroringia- Giesten. Vibelungia-Marburg, LH-e.uscia-Kiel. Vorläufig ausgenommen wurde Balthin-Wien. Die Ziele der Deutschen Landsmann­schaft kamen am Schluffe der Tagung in folgen­der Entschließung zum Ausdruck:Die Deutsche Landsmannschaft sieht an dem Ta rr, an dem sich zum 50. Male der Kongrest i Coburg fährt, mit Stolz auf ihre Gntwiä'.u g. Seil ihrer Gründung ho sch die Deftfch LandSma ftchast von irgend­welcher Partei poft isch.n Te äiija g ferag tbalten; ihre Mitglieder sind .ächt .zur Parteitüchtigkeit, sondern zu einer echten uio tiefen Vaterlands­liebe. zu einem starke.:, la tdsblütigen Deutschtum cioD;c.i. Geinäst ihrem Wahlfpruch: Ehre, F.eund» schft, Vaterland w.rd die 'Deutsche Landsmann-

« Das Moselhaus.

Roman von L u i f e S ch u l z e - B r ü ck.

42. Fortsetzung. (Vachdruck verboten.)

Sie hatte ihre Kartoffeln geschält und raffte mm die Schalen zusammen. Frau Goa stand auf, um tu gehen. Aber als sie der alten Frau die Hand reichte, zog sie diese zu sich ^runter und flüsterte ihr ganz sachte ins Ohr: ,Hään hat en Eisenkopp, hään gefft (gibt) sich net eso le,cht. 3aircr eich Han schun mied Eisenköpp mül gewen (weich werden) gesehn, baut must nuten richtig an- iK'-.xft geewen. Ihr werd baat elo nchtcg machen. Ihr iriegt en erum, Ihr hat baat richtig Schenie dafür. On wann mer alles verzählen könnt, wat tner wüht, do könnt eich noch eppes verrahden."

Sie redete nicht aus, sondern gab Frau Eva einen leisen Puff. Dann hob sie die groß,: bunte irdene Schüssel auf.Daat is Zeit, baat die uff Feuer kommen." Sie nickte ihr noch einmal zu. ®ut Zelt, Madamchen."

Frau Eva war ein wenig verlegen geworden unter dem schlauen Blicke der Lllten. Die ging auch jeht noch nicht ins Haus hinein, sondern blieb sieben und schmunzelte noch einmal vergnüglich. 3c jo, die alten WKwrr, die Han eso viel gesehen in ihrem Lewen, die wissen, wo Barthel den Most holt" Unb mit einer ihrer schnellen Bewegungen war sie im Hause verschwunden.

Langsam ging Frau Eva nach dem Rebstock zurück. Als Hans Dietrich zu Tisch kam, fand et fie sehr still, sehr nachdenklich Aber er war zu stark mit sich beschäftigt, um viel darauf zu merken.

schäft ihren Weg tad:erre\n> gen, uv der schwer­sten Zeit der Vot mit blankem Ghrenschtld, ver­bunden in Freundschaft durch die landsmann­schaftlichen Ideale, mitzuwirken an dem inneren und dufteren Aufstieg deS deutschen Volkes, auf dah dereinst wieder das stolze deutsche Danner über dem geeinigten freien Vater lande flattert.

Vermischtes.

Wieder-ulassmtg deutscher Missionare in ehe­mals deutsches Gebiet.

Berlin, 31. Mai. (WTB.) Die Vord- deutsche Missionsgesellschaft ordnet am 3. Juni in Bremen drei Missionare zum Dienst in Äeta (Togo) an der jetzt englischen Sklavenküste ab. ES ist dieS der erste Fall der Wiederzulafsung deutscher Missionare in ehemaliges deutsches Kolo­nialgebiet nach dem Kriege.

Wolkenbrüche.

ManSfeld, 31. Mai. (Wolff.) In der Gegend von Mücheln und Mansfeld haben in der vergangenen Vachl gewaltige Wol­kenbrüche stattgefunten. ilngefcrjre Wasser- maffen waft.ten sich von Viedecetchstädt nach c m Bahnhof Müch.ln und setzten die Drube Eli­sabeth ter Anhaltischen Kohlenwecke sowie den Ort Möckcrling unter Wasser. Die D.amtenkolonie am Bahnhof Mücheln gilt als verloren. Die Saaten sind boflitanbig ver­nichtet, ebenso die Obsteinte. Dec Schaden ist sehr bedeutend. Auch in Mansfeld mustte die Techinische Vothilfe eingesetzt werden, um die Leute aus den Häusern herauszuholen, die vom Einsturz bedroht sind.

Büchcrtisch.

Ludw. Thoma, Münchnerinnen. Roman. (Verlag von Albert Lungert in München.) Ist dieser nachgelasse e Roman Ludwig 3t) d- mo8 auch vom Dichter nicht ganz beendet w)rden, und fehlen ihm vielleicht noch ein oder zwei Kc^ pctel, die dem Plane nach hätten hinzugefügt wer­den sollen, so ist d)ch seine eigentlich Hüupt- haridlung mit dem, was vorliegt, abgeschlossen, und man hat von der Lektüre den ®.mi* eines vollständigen Werkes, das einen herzlich freuen kann. Denn dieser Roman gehört i.i jeder Bezie­hung ?u dem Glänzendsten, was Thoma überhaupt geschticben hat. Mit dec gleichet M:ist:rfchaft wie sonst feine oberbayrischen Bauern schilderst der Dichter uns hier eine Gesellschaftsschicht, die er ebenfegut kannte und durchschaute, den Münchener Sv ie Hb ärger. Es gibt viele Münchener Romane, aber kaum einen, dec so viel wirklich echte Mün­chener Luft und Stimmung hätte, in dem ein so treffendes humoristisches Bild von Bayerns Hauptstadt gegeben wäre.

- Fritz oonUnru h. Vaterland und S'cet- heil. Eine Ansprache an die deutsche Jugend. Mit einem Bildnis le es Dichters. Franz Schneider, Ver­lag, Berlin, Leipzig, Wien und Bem.

Falk und die Felsen. Roman von Anna Elisabeth Weirauch. (Verlag vlllstein, Berlin.) Ein Bühnenroman, Der nicht nur die Welt des schönen Scheins zeigt, sondern in den Bau selbst, hinter die Kulissen führt. Von vielen Enttäuschungen, von aufopferndem Willen, vom Ringen nach Letzter künstlerischer Form ist die Rede. Die Verfasserin hat mit diesem Roman ein farbenreiches, von feinster Beobachtungsgabe er­fülltes Bild entrollt, das die Verhältnisse in der heutigen Dühnenwelt, lebenswahr und in grober Innigkeit gestattet, veranschaulicht.

Das erste deutsche Borerbuch! Ha n S Drei te nst ter Meine Zv'ämpfe. Mit 30 Bildern. (Berlin. Dr. Evslec & Go. 21.-®.)

Mein Freund und Weggenosse Fr i h B in de von I. C. I. Ommerborn. (Verlag Bücherei Montanus, Elberfeld.)

Kirchliche Na6zrichten.

Isr. Religionsgesellschaft.a6batfeier 2 Juni, Freitag abend 7,50, SamStag Dorrn. 8, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.15, Wochengottesd.: morg. 6.30, abds. 7.30. Isr. Religionsgemeinde. Eottesd. i. ö. Synag. (Sudan!.) Samstag, 2. Zuni. Vorabd. 7.45, morgend 8.30, abds. 8.45 und 9.25.

Sandel.

Die Aeichsbank im Jahre 1922.

In der am ORittwoch in Berlin abgehaltenen Generalversammlung dec Anteils-rignec der Reichsbank gab der Prästdent des Reichsbank­direktoriums Dc. Haven st ein die übliche Er- gäcrzung zu den Zahlen des Geschastst ecichts. Aus seinen 2Iusführungen ist folgendes hervorzuheben: Alnter den Linwirkungen des verhängnisvollen Versailler 23ertrag^ machte die Zerrüttung un­serer Reichsfinanzen und Währung, sowie des deutschen Wirtschaftslebens uberhauvt im Be­richtsjahre ganz verderbliche Fortschritte. Zu­sammenhängend damit erreichten die an dir Reichsbank gestellten Anforderungen an Krediten und Zahlungsmitteln eine ungeheure Höhe, näm­lich 1112fache Ziffern des VorjahrLs. Die gt-

Da für den Vachmittag doch nichts weiter unter­nommen werden konnte, weil dc»s ®ewitter jetzt beroufgefommen war und schon drohend muckte, wollte er eine ausgedehnte Siesta halten. Das war Frau Goa sehr recht: sie muf>te Ruhe haben, um nachzudenken, zu überlegen.

Sicherlich würde Arnolds noch am Abend kommen und da war so vieles, was sie ihm sagen tot Ute, so vieles, was gegen feine Härte stritt und w<»s sie dach nur mit Vorsicht sagen durfte. Sie fühlte es wieder einmal tief, anders zeigt sich dem Weibe das Leben als dem Manne, anders urteilt das Weib, anderen Antrieben folgt es. Sicherlich Bürgermeister Arnolds hatte Recht in vielem, vielleicht in allem, und doch war etwas in Frau Goa, was sich dagegen aufbäumte. Lind ge- wch, auch Elisabeth war nicht die bedingungslos folgsame Tochter mehr, die sie noch ooc karger Zeit gewesen. Auch mit ihr war eine Veränderung vcrgegangem Vielleicht fast unmecklich für den Fernerstehenden, ober für jeden, dec scharf beob­achtete. sehr deutlich. Sie war reifer geworden, man konnte nicht sagen, ernster, de.m Frau Eoa kannte sie nicht anders als über ihr Alter gesetzt, wenn fie auch wieder ausgelassen lustig fein konnte.

Frau Goa hoffte, dah es wirklich diegroße Liebe' fei, die diese Veränderung bewirkt hatte. Gs war mehr zwischen diesen beiden als lindtsche Liebelei, und deshc»ib Hatter sie auch ein Recht daraus, ernsthafter genommen zu werden. Da gab es nur eins.entweder Arnolds gab feinen grund­sätzlichen Widerstand auf, oder sie muhten ab rei­fen. Das waren sie sich und dem anderen schuldig.

Sie sagte das alles später am Abend Ar­nolds, als sie auf der Moselftcahr langsam neben-

famle Kapitalanlage steigerte sich um nicht weniger als 1474.3 Milliarden Mark auf 1607.9 Milliarden Mark und der Votenumlauf erfuhr eine Zunahme um 1166.5 Milliarden Mark auf 1280.1 Milliarden Mark. Die Ziffern können indes nicht wundernehmen, wenn man bedenkt, dah in dec Berichtszeit der Dollar von 186.75 Mk. auf 7350 Mk. und die vom Statistischen Reichs­amt ausgestellte Grohhandels-Inderzisfer von 3665 auf 147 500 stieg. Die Entwicklung dec Kapital­anlage der Reichsbank wurde im abgelaufeaen; Jahre im Gegensatz zu den Vorjahren zu einem erheblichen Teil mitbestimmt durch den Kredit­bedarf der privaten Wirtschaft. Die jähe Dalutaverschlechterung bedang eine zuneh­mende Knappheit ;im Geld- und Kapitalmarkt, urib da sich für Industrie und Handel der Weg, die fehlenden Betriebsmittel durch Ausgabe von Aktien zu beschaffen, als unzulänglich erwies, lag es nahe, den seit mehreren Jahren revnachlässigten Handelswechsel als Instrument zur Vutzbac» machung einer Kreditreserve für die Volkswirt­schaft wieder auflebai zu taffen. In welch-TM Aus- maste dies unter Inanspruchnahme der Reichsbank geschah, zeigt die gewaltige Steigerung ihres Wechselbestandes von 1 Milliarde am 31. De­zember 1921 auf 422.2 Milliarden am 31. De­zember 1922. Die Steigerung wäre noch größer gewesen, wenn nicht die Reichsbank bestrebt ge­wesen wäre, die Kredite auf das volkswiftschaft- lich unbedingt notwendige Mah zu beschiänken.

Das starke Kredltbcgehren der Privatwirt- schajt wurde aber nach w'.e vor ziffei---mästig durch de K r e d i t a n s o r ü che des Reichs weit übertroffen, Lessen schwebende Schu d infolge der durch die sprunghafte GelLentwertunz be­dingten übermäßigen Ausgaben sowohl für die Leistungen aus dem Friedrnsvectcag als auch für den eigenen Berkehrsbedarf lawinenartig an- ivucfJ, ohne dah die Einnahmen auch mir einiger» masten parallel gehen konnten. So mußte, da der reguläre Anleihemarkt weiter verschlossen war, im Berichtsjahre an Reichsschntzanweisun^en ins­gesamt die ungeheure Summe von 1243 Milliarden r.xu ausgegeben werden Bei der kritischen Lage am Geldmarkt verblieben diese zum überwiegenden Teil in den Beständen der Reichsbank, so dah der prozentuale Anteil dec im freien Verkehr befind­lichen Schahanweisungsn an der Gesamtausgabe von 46 Proz. Ende 1921 auf 21 Proz. Ende 1922 sank.

Unter den Eigentümern der Reichs- bankan-teile befanden sich am 30. Dezember 1922 16 705 Inländer und 2284 Ausländer. Im TctiieU der Reichs bank waren Ende des Jahres 13 316 Arbeitskräfte beschäftigt (gegen 10 783 Ende 19211; an Zweiganstalten waren vorhanden 13 (1921 18, Reichsbankhauptstellen, 78 (77) Reichs- baniftellcn, 342 (345) Relch^banknebenstellen, 2 (2) Reichsl ankwarendepotb-. D'.e Reich^bankanstalten in Knttowitz und Königshütte wurden nach Ab­tretung der Gebiete an Polen aufgehoben.

Adlrrwerke dorm. Heinrich Klryer A.-G.» Frankfurt a. M.

In der 29. ordentlichen Generalversamm­lung am Mittwoch wurden 6er Jahresabschluß und die Gewinnverteilung einstimmig geneh­migt. ES wurde beschlossen, das Aktienkapital um 170 Millionen Mark auf 430 Millionen Mark durch Ausgabe von 167 Millionen Mk. Stammaktien und 3 Millionen Mark Vor­zugsaktien, die sämtlich ab 1. November 1922 gewinnb^echtigt sind, zu erhöhen. Die neuen Stammelnd Vorzugsaktien werden an ein Vankenkvnsortium unter Führung der Darm­städter und Vativnalbank in Frankfurt a. M. begeben, und Mar 130 Millionen Mk. Stamm­aktien zu 1500 Prozent und 37 Mill. Mark Stammaktien zu 100 Prozent. Zur Einzahlung gelangen 25 Prozent des Nominalbetrags und das Aufgeld. Das Konsortium hat den Stamm- und Vorzugsaktionären 130 Mill. Mark 2:1 zu 2000 Prozent zum Bezüge anzu­bieten. Die restlichen 37 Mill. Mk. werden im Interesse der Gesellschaft bestmöglichst ver­wertet. Die 3 Mill. Mk. Vorzugsaktien über­nimmt ebenfalls das Bankenkonsortium zu 100. Prozent, um sie den seitherigen Vorzugsaktio­nären bei 25proz. Einzahlung zu überlassen. Die Vorzugsaktien werden bei einer etwaigen Liquidation mit 115 Prozent vorzugsweise be­friedigt.

Frankfurt a.M., 31. Mai Der Dörfern- Vorstand gibt bekannt: 3m Manat Juni findet die Wertpapierbörse jeweils Mon­tags, Mittwochs und Freitags statt. An den übrigen Tagen ist jeder Handel in Wertpapie­ren in den Dörsenräumen untersagt. Es werden nur Devisen und Voten notiert

Frankfurt a. M., 31. Mai. Dörsen- stimmungSbild. Bei ziemlich lebhaftem Geschäft war die Tendenz am Devisen- und Noienmarkt fest. Auf lebhaftere Nachfrage

einander gingen. Das Gewitter war vorüber. Es hatte den Staub hin'weggespült und die drückende Echaüle in köstliche Frische rerwaadelt. Die Strahe war schon wieder abgetrocknet. Auf den Blättern der Weinstöcke glitzerten noch dir letzten Tropfen, unb das Gras am Gcabenrand war wie mit kost­barem Geschmeide übersät.

Aus die Steinbank vor einem kleinen Ka­pellchen setzten sie sich nieder. Eva sah gedanken­voll auf das Dors, das fo friedlich zwischen be-i Obstbäumen hervorlugte. So friedlich, als ob nicht Kummer und menschliches Leid unter den blanken Dächern sich einniften könnten.

Nun redeten sie über zweier junger Menschen Schicksal, und Frau Eoa fand wohl das rechte Wort. Was Mutter Hausmamr am Morgen hin- gewvrfen das nahmen die beiden nun auf. Hans Dietrich sollte zunächst sein Assessoreramen machen, und dann versuchen, sich an der Mc-sel einzuar­beiten. irgendwie hn juristischen Berufe. Dis da- hin aber sollten beide frei bleiben, ftch durch Zein gegebene^ Wort gegenseitig binden. Darüber muhte dann freilich noch eine ziemliche Zeit bin- gehen, aber Elisabeth war ja noch so jung, und für Hans Dietrich kam zunächst eine Zeit ange­strengter Arbeit, die ihm darüber hircweghelsen würde. Diese Trennung würde dann auch für beide nützlich fein, weil sie zur Klarheit über ihre Ge­fühle kommen würden. Es war nicht ganz leicht für Eoa, Arnolds das abzuringen, und sie seufzte in Gedanken, dah ein solch langes Warten doch für beide eigentlich eine Grausamkeit sei. .Armer Hans Dietrich!"

Bürgermeister Arnolds sah fie lächelnd an und nahm ihre Hand. »Liebe Foau Eva," sagte er

wurden neue Höchstturse erzielt. Der Dollar er­öffnete im Frühverkehr mit 65 500 und stieg im Verlauf auf 66 500 bis 67 500 bis 68 000. Sehr fest lagen Auszahlung London. 3m Effektenverkehr von Bureau zu Bureau war der Geschäftsverkehr lebhafter, die Tendenz vorwiegend fest. Die an der gestrigen Börse gegen Schluß einsetzende Aufwärts­bewegung machte teilweise weitere Fortschritte. Insbesondere bestand wieder Interesse für che­mische Aktien. Für Scheideanstalt nannte man einen Kurs von 110 000, Elberfelder Farben 78 000, Höchster Farbwerke 69 000. Ausgespro­chen bevorzugt sind Theodor Goldschmidt, 160 000. Von den übrigen Werten stellten sich Rheinische Braunkohle auf 290 000, Mansfel- der auf 95 000, Norddeutscher Lloyd auf 89 000. Sonst blieben Zuckerfabriken, Man­nesmann, Badische Anilin, MarSwerke-Nürn- berg gesucht; letztere über 30 000 genannt, gestrige erste amtliche Notiz 28 000 rationiert. Sehr feste Haltung bewahrten Zolltürken, 120 000, ferner Bagdad II. Besonders 1902er Russen stark gesucht; es wurde ein Kurs von 10 500 genannt. Hammerstein u. HusiuS 17 000, Becker-Stahl 60 000 bis 62 000, und Becker- Kohle 50 000 bis 53000. Der Dollar schlicht mit 70 225.

Berlin, 31. Mai. Börsen bericht Die Strcfung in der Aufwärtsbewegung der Devisen­preise, die während der letzte Tage zu beob­achten war. wurde beute wieder von einer scharfen Hausse nbgetöst. Destirnme>rd hierfür warr.t aufjer der unerfreulichen politischen Lage poc allem das neuerlich starke Änschwellen der schwebenden Schuld des Reiches und des Votewrmlaufs der Reichsbank. Weite Kreise von Handel und In­dustrie, die in drr letzten Zeit ihre Bestände aas Furcht vor einer angeblichen neuen Stützungs­aktion verkauft, cespestive ihren regulären Bedarf zurückgestellt hatten, versuchten die verkaufte Wars zurück?,unehmen resp. ihren Bedarf zu decken. Da Abgeber so gut wie nicht vorhanden waren, zogen die Preise schon im Vormillagsverkehr sprunghaft an und bei der Festsetzung der amt­lichen Kurse konnte der Nachfrage nicht genügt werden, so dast, nur 25 bis 50 Prozent zugereist wurden. In Rückwirkung hiervon sowie dec gestri­gen hohen Schlusttucse waren' Es fetten aller Art, und zwar besonders Valuta und Montan and Petcoleumaktien stark gesucht, so dast die Kurs­schätzungen bei bem vollständigen 'Mangel an Ab- flfkm noch wesentlich über den gestrigen hohen Schlustpreisen lagen.

Frankfurter Devisenmarkt.

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(Telegraphische Auszahlung.) " 31. Mai

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Irankfurt a. M.. 31 Mai. Schwester Noten Ironwstsche Noten Dänische istoten Schwedische Noten holländische VZoten Detttsch-Oesterreich:! 100 Krone« Amerikanische Noten (fnnlifa'ie Noten Italienische Noten Belgische Noten Ungarische Noten Tschechoslowakische Noten Norweaitche 9tote:t Nnmänische Noten. . Spanische 'Jtoteti

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1236-J- 12240- 18100 17900 27235.- 26965. 98 50 98-

69975 69275- 323'110.- 320000.- 3345 - 3315 -

3890.- 3850 -

10.37.- 10.12

2065 2045 -

11150- 11050-

134.- 426,-

(3n einem Teil der Auslage wiederholt.)

Das älrfeil gegen Oberamtsrichfer Pusch- Orten berg: 1 Jahr Zuchthaus.

St. Darmstadt, 31. Mai. (Eigener Drahtbericht desGieß. Anz.".) Die hiesige Strafkammer fällte soeben in dem Prozeß ge­gen den Oberamtsrichter Dr. Pusch aus Ortenberg wegen Verletzung des § 336 St. G. D. (Rechtsbeugung) das Urteil. Der Angeklagte wurde im Sinne der Anklage für schuldig befunden und zu der Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus verurteilt.

herzlich, Jagen Sie das nicht. Ihren Bruder hat daS Leben immer mit zu Weichen Händen ange- fo6t, und Sie selber haben ihn zu sehr verhät­schelt. So ist es ihm ganz gesund, wenn er sich einmal einem starken Willen gegenübersieht, wenn er vor einer Entscheidung steht. Liebt er Elisa­beth wirklich, so wird ihm das Opfer zu bringen leicht sein."

»And Elisabeth?" fragte Frau Eva nachdenk­lich,glauben Sie nicht, dah eine solche älngewih- heit eine Qual für sie ist?"

Bürgermeister Arnolds lachte.Ach, Frau Gva, Sie haben Wohl gar zu schnell die eigene Jugend vergessen! Die jungen Leutchen werden sich schon ganz genau verständigen und wissen, woran sie sind. Hätten wic's denn zu unserer Zeit ander- gemacht?"

Frau Eva sah still da, die schlanken Hände ineinandergefaltet, die Augen au, den Boden ge­ratet. In ihre scnst immer blassen Wanzen flieg ein leises Rot. Sie schüttelte den Kops und sagte mit fast herber Stimme:Ich weist nichts von solchen Dingen!"

.Aber Frau Eva!"

Vein!" rief sie.ich weitz nichts davon. Ich bin durch das Leben gegangen, halb geschoben, halb gezogen, bis vor gaiQ kurzer Zeit."

Er sah sie betroffen an, aber er fragte nicht. Eben darum möchte ich, dah Elisabeth nicht so gezogen und geschoben würbe, dast sie frei wählen könnte und ihrem Gefühl folgen, dast sie ohne Zu­tun anderer ihr Glück ergreifen könnte."

(Fortsetzung folgt)