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Donnerstag, 29. Juni 1922
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Nr. ,50
Zwettes Blatt
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Die
schnell und fast scheu ver-schwurLen ohne iri>rs i Zeichen des SynxLeäV Es gab so viel oeltfames l | yui) älneMäiLches io dreiem bunfehi ßanbe 1
§ Gr oh-Eichen. 28. Juni Die HauS- einrichlungcn lür bas elektrische L t ch t lind jeyl in unterer Gemeind? wie in Unter* uiw Ober-Scidertenrod u a. Gemeinden fertiggcftellL 2üin beginnen o,e Arbeiten für bk S)od>fpannunfl und die Ausstellung des Onsnehes. Llnsere Gemeinde plante zuer i die Herstellung einer eigenen Leitung, deren Maste schon ausgestellt waren, durch Wasserkraft. Aber die Ersahruno, die Ober- Ohmen damit gemacht, lieh sie den Anschluh an die Ueberlandzentrale suchen.
Da drang der scharfe Hall eines Schußes aas I dem dichten Gebüsch von Oliven und Dattel-1 palmen das die User umsäumte, und bald dara it färbte duntelrotes Blut die Stelle, wo der Knabe und sein furchtbarer Verfolger versunken waren.
Darm schob sich die Gestalt eines jungen Europäers durch das Dickicht, mit der einen Hand sich vorwärts arbeitend, tn der erhobenen andern einen noch rauchenden Browning hallend, der bereit schien zu einem zweiten und auch dritten Schuh. Kurz darauf erhob sich ein Weiher schuppiger Bauch aus den Wogen und trieb langsam fluhadwärts, eine breite Mutspur hinter sich zi- rücklassend.
Eduard von Wallten sandte noch eine Kugel nach dem zuckenden Leib, dann watete er in den Strom um rasch die Stelle zu erreichen, wo der Knabe verschwunden war. Er tastet? mit den Händen über den Grund, dessrn auf* gewühlter Schlamm das Was'ec wüt hin g: trübt und fast und urchs.chtig gemach', hatte. Die gefahrvolle. mühsame Arbeit war von Erfolg gekrönt denn nach wenigen Minuten des Suchens hielt 'Wulsten den fingen Dabier am Arm und zog ihn hinter sich her aus den heimtückischen Wogen.
Eine Verletzung war an ke.n Körper des Knaben nicht wa! rzunehmen. dennoch aber schien alles Leben aus seiner Brust entflohen.
An dem kleinen Tisch, wo sich Eduard «lieber- lieh, sah bereits ein Herr von merkwürdigem Aeuheren. Er war sehr hager und kielt sich etwas vornübergebeugt. Sein Gesicht war schmal und verfallen, und trockene graue Augen Lagen unter den starkgeröteten Lidern. Sein Haupthaar war nahezu ausgegangen, und der rötliche Bart, an welchem er nervös mit den Fingern zupfte, war dünn und ung-pflegt. Der ganze Mensch machte einen schwindsüchtigen Eindruck und schien einer absonderlichen Welt zu entstammen.
Eduard von Wulfsen zauderte erst einen Augenblick und sah sich lucherck) im Kreise um, ob nicht ein andrer Platz zu finden wäre, aber alle Tische waren schon besetzt, und so muhte er bei seiner verspäteten Ankunft froh fern, wenigstens hier noch unterzukommen.
Er verbeugte sich kühl und setzte sich nrrder.
Auch der Fremde grühte mit einer etwas etfigen Bewegung, wobei er sich tief nach vorne neigte, während er seinen runden Bücken empor- schob.' Er nannte undeutlich seinen Hamen, bet Doktor Perzelius lautete
(Fortsetzung folgt)
gäbe führenden Verlags unterstrichen, regten an zu neuen und bestärkten, schon geplanten Gründungen weiterer Gemeindeblatter im Dekanat
• Erledigte Stelle. Erledigt ist die mit einem akademisch gebildeten Lehrer zu besetzende Stelle des Rektors an der höheren Bürgerschule zu Ober-Zngelheim.Meldungen bis zum 7. Juli an das Landesamt für das Bildungswesen.
Schöffengericht.
(Rieben, 27. Zuni 1922.
Viertelstunde um Viertelstunde re strich und immer noch lag der (Zunge wie tot auf dem harten Gras. Eduard von Wulsten rieb die Glieder des Knaben legte M en Haupt lief hllrtenüd.r ind versuchte auf jede Weise, re e i Atom i.i die halbertrunkenen Lungen zu billigen.
Endlich öffneten sich die drohen, tierisch dunkeln Augen des fuigen Afrikaners, die Lippen bewegten stch und formten unverständliche, fremdländische Laute.
Wie heiht du beim?' fragte ihn Wulsten auf englisch erhielt aber nur einen graben ver* ständnisioseu Bl.ck Aach langer Mühe gelang cß ihm jedoch, dem Knaben boga.ijltch zu machen, was er meine
ben hatte ihn seltsam erregt, und die geheimnisvollen Worte, die er vernommen hatte, liehen seine ©cbonfen nicht zur Rahe kommen. „Korn Ombo" klang es in ihm nach, „Kom Ornbo . . . Ombo . . .“ Was mochte sich hinter dem 21a- men verbergen ? Und woran- war der Änabc so
ausgenommen werden.
Abg. Esser jZ.): Das Gesetz sei ein geeigneter Unterbau für die kommende Arbeitslosenversicherung Ein Monopol der öffentlichen Arbeitsnachweise würde einen gesunden Wettbewerb verhindern, der nur nützlich wirken könnte. Von den Ausschuhbeschlüssen könne das Zentrum nicht abgehen. Die Einheitlichkeit in der Arbeitsvermittlung werde durch die Landesämter gewährleistet. Das Gesetz sei ein Instrument zur Herstellung des Wirtschaftslebens. „ , , ,
Abg Aufhäuser (U.): 3m Ausschuß habe eine Mehrheit gegen die Stimmen der Arbeiter-
Roman von E r n st S ch e r t e l.
(Dachdruck verboten.)
Erstes Kapitel.
Sin glühender Abend dampfte über ben Kup- Mn Kairos. Wie aus Silber und Elfenbein gebaut erhob sich die märchenhafte Stadt aas dem braunroten Dunst, der von der Wüste her- überzog. Kein Windhauch rührte sich m der purpurnen Stille.
Dur hier und dort plätscherten rnd gargelten die Wasser des Alls, der mächtig angrichwol- fen seine Fluten daherwälzte. Wenige Sand- bäiite ragten noch hervor, die bedeckt waren mit Tang und Millionen glänzender Steinchen.
Auf einer dieser Bänke tummelte sich ein schlanker mäbischer Knabe, braun and mit langem, schwarzem Haar und nur bekleidet mit ewem kurzen, leinenen Schurz. Er sammelte grobe Matter und warf sie auf den breiten Rucken des Stromes, der sie langsam davontrug. Dann tauchzie der (Zange vor Fre-ade and watete tief hinein in die gelbgrünen Wellen, um noch eine® der Blätter zu erhaschen oder ein neues da; i zu werfen.
Plötzlich aber- erstarrte sein Lachen zu einem atembeklommenen Schrei: wie nxrbnfimng arbmtete er- sich durch den weichen Schlamm bes? Grunds dem Lande zu, laufend, kriechend and schwimmend. Und hinter ihm her schotz, ungestüm die Wogen zerteilend, ein riesigrs KriKodil, aus dessenRachen unheimliche, schnaubende Laute drangen. Mttwe- nigen Schlägen seiner kurzen, häßlichen Beine hatte das Ungetüm den Knaben erreicht und schwang sich mit einem gewaltigen Stotz aus dem Wasser- empor um sein Opfer mit einem raschen Bisse zu erhaschen
Hilflos vor Entsetzen sa ik ter Knabe in die Knie, die ihn nicht mehr zu tiGK.x vermochte i, die Wasser schlugen über ihm zusammen and das Untrer warf sich keuchend ihm nach
Parteien eine Vorlage zustande gebracht, die durch aus nicht vereinbar lei mit dem neuen Kurs bet Sammlung der republikanischen Arbelterscha, gegen den Feind, der rechts steht.
Reichsarbeitsminister B i a u n: 3n den Parteien, die die Aussch iNbeschlaste ge atzt haben, sitzen auch republcka ich g f nnte Arb iter.
Adg Rlese berg (S.-tlJ: En Monopol für öffentliche Arb itsnochw.lse würde u erträglich fein. Dem Ha.rdwerksmililer muh die Möglichkeit g.g ben fein, s.ch Ne gec(gntcn Kräfte he ranz a ziehen. Die Lehrstellenvermitttang and die Berufsb^r.»tang m-ffea bei den 3nnangen ini> den Hand Wertskammern bleiben.
Abg. Dr Most (D. Vp.): Die künstliche^ Schaffung eineS Monopols der öf entllchen Ar- deilsnachweise würde einer emh.itlichen Regelung dei Sache schaden. Redner stimmte den Ausschatzbefchlussen zu.
Abg. Dr. Fick «Dem ): Am besten würde sich der Apperat des Arb.itsr.achw iSwcfenS Völl g auf dem Boden der Sristverwallang aufbau-rn. Wir möchten die aus den Organisationen der '21 rbeitgebei und Arbeitnehmer herauSgewuch- fer»n Aib.ltsnachw ls? nicht be eiligen. Darum stimmen wir den Ausschivboschlü sen zu. Die Häufung der vielen 3.stta zen sagt ans nicht zu. Wir werden der Ber.i fachung zustimmen. Den Meldezvxnrg leh.-en wir ab.
Abg. Schirmer (Bayer. Dp ): Das Gesetz darf nicht zu einer Schematisierung und Bureau- kiatisierung führen. Die Freiheit der Persönlichkeit muh unangetastet bleiben. Wir müssen Verwahrung dagegen einlegen, das) sich die Vertreter der sozialistischen Parteien als die alleinigen 2Ir- bütervertreter ausgeben. Wir stimmen dem Gesetz im ganzen zu.
Abg. Malt zahn (Komm.): Die Arbeiter werden dje arbeiterfeindliche Tendenz des Gesetzes bald durchschauen.
Die Weiterberatung wird auf Freitag 1 Uhr vertagt. Außerdem - Getreideumlage und kleine Vorlagen.
Schluß 8 Uhr.
„Äon: Ombo," entgegnete der Knabe
CEuIffen Iah ihn erstaunt an und erkundigte sich nach der Lage dieses ihm unbekannten Ortes.
Der Knabe aber deutete nur mit dem Arm in die Gegend, aus der der All daherglitt.
Dach diesem kurzen Wonw-'ch el blieb der (Zunge wieder in Schweigen versanken liegen, dann erhob er sich langsam, machte einige Schritte, wie um die Geschmeidigkeit seiner Glieder zu prüfen und verschwand in dem knisternden Dickicht.
Eduard von Wulfsen sah ihm verwändert nach horchte noch einige Sekunden auf die katzen- bast'leisen Schritte des jungen Eingeborenen and wandte sich endlich zum Gehen, den Häusern Kairos zu.
Die Sonne stand schon tief am Horizont und goß flammenden Scharlach über das Eandmeer der Wüste und die schweigenden Spitzen der Pyramiden, die im Dunste der Feme versanken. Wie Rubine glänzten die Fenster der nahen Stadt, dann flog ein bläulicher Hauch über das Ganze, wurde dunkler und dunller, legte sich in breiten Fasten über die Ebene und erstickte die letzten Schimmer des Tages.
Ein kühler Wind wehte von dem sumpfigen Dil _£ei und nach und nach erloschen alle 19e- räusche.
Eduard schritt rascher ais. um noch vor dem völligen Einbruch der Dacht in sein Hotel zu gelangen.
Das tur?.e Abenteuer mit dem nubischen Kna-
„3smais," kam es leise von den braunen Lippen
„Woher stammst du berat?" singt 2 nun Eduard wieder, mit allen möglichen Gesten seine Worte unterstützend.
ne- zu
Unter solchen Betrachtungen hatte Eduard die ersten Strotzen Kairos erreicht und winkte einen öer Eseltreiber heran, um sich von diesem tn seiner Behausung b in gen zu lassen.
3n den engen Gassen war es schon Dacht und nar manchmal leuchtete ein Weitzer Burnus oder eine schwelende Oellampe aus der blauen Finsternis. Ein Geruch von F.-schen, überreifem Obst und vielen braunen Menschen verschlugt Eduard oft fast den Atem
Endlich hatte er eine der heller leuchteten Hauplstratzen erreicht und bald stand er In dem eleganten Zimmer seines HotelS und kleidete sich um für das Abendessen.
Als er in Frack und Lackschuhen in den strahlenden Speisesaal trat, hätte niemand tn ihm den kühnen Abenteurer erkannt, und er selbst fragte sich wiederholl, ob er sich wirklich tn einer Stadl des dunkelsten Erdteils befinde.
Auf 100 Mk. des allen SleuerwerleS der land- I und forstwirtschaftlich genutzten Grundfläche sollen । 1,25 Mk. an Beitrag erhoben werken Der Mindestbeitrag fü jeben landwirtschaftlichen Betrieb beträgt 10 Mk. Die Deruf-genossenscha*t besitz! eine eigene Hastpflichtversicherungsanstalt. sowie ein eigenes Un allkrankenhaus. in dem jeber Versicherte vom Unsalllagc ab kostenlos Ausnahme 'Inden kann Reben der Durchführung des früh- zeitigen Heilversahrens wird künftighin die Uebcc- ivachung der Betriebe in Bezug auf die Unfallverhütung durch technische Äufsichlsbeamte eine wesentliche Förderung erfahren.
Landkreis Gietzcn.
— Garbenleich. 29. Juni. Der bei der Firma Buderus in Wetzlar in Arbeit stehende 48jährige Maurer Wallbotl von hier ist gc ftern nachmittag im Walzwerk tödlich verunglückt. Er wurde von einer an einem Krahn hoc^ezogenen und abstürzenden Wa^e so unglücklich getroffen, daß der Tod nach wenigen Augenblicken eintrat. Der Verunglückte war lange Zahrc an der Dahn bedienstet, gab aber dann diese Stellung auf, um sich selbständig zu betätigen. Vor (fahren verunglückte sein erwachsener Sohn an der Bahn tödlich, indem er von einem Zug überfahren wurde. Der früher sehr wohlhabenden, jetzt aber in dürftigen Verhältnissen stehenden und nun ihres Ernährers beraubten Familie wendet sich allseitige Teilnahme zu.
Mreiä Alsfeld.
Ober-Ohmen, 27. Zuni. Heute abend war fast die ganze Gemeinde, der Krieger- und Gesangverein und le; Polaunenchvr aus Unter- Seibertenrod unterwegs, um das neue Geläute, das von Mücke kam, adzuholen und keim ins Dorf zu geleiten. Auf vier Wagen tarnen die neuen Glocken, voran die grotze, die mit ihren 24 Zentnern gar stattlich aussah: alle vier Glocken waren mit Outrlanben und Gewinden prächtig geziert. Zwei Vorreiter im Festgewande eröffneten den Zug. An der Gemar längs grenze begrüßte der Posaunenchor den G'ockenzug. Frl. Euler sp ach ein Degr-ützungtg^dicht und Herr Pfarrer Jung kurze, herzliche Worte zum Eintreffen der Glocken.
Kreis Friedberg.
* Bad- Dauheim, 25. Juni. (Zn den Räumen des H u p f e l d - K u r p a r k - Kasinos wurde am Donnerstag, 22. Juni, eine Mode-Revue inszeniert. Die künstlerische Leitung lag in den Händen von Willi Kühn, dem beliebten Humoristen, der die Modelle dem Publikum in seiner ulkigen Art dorstellte. Die Modelle legten in Form und AuSarbei- tung Zeugnis ab von dem reifen Modekönnen der beteiligten hiesigen, sowie auswärtigen Firmen. Einige Damen und Herren von der hiesigen Kurhausbühne und das Künstlerper- sonal des Kurpark-Kasinos beteiligten sich an
der Modeschau.
4 Dad-Dauheim, 27. Juni. Zu einem Ereignis tm diesjährigen Unterhaltungsprogramm der Kurverwaltung wurde am Sonntag das Konzert des Kölner „L l e d e r k r a nz e s". Die 220 Sänger trafen mit reichgeschmücktem Sonderzug hier ein und wurden vom hiesigen Gesangverein „Frohsinn" in feierlicher Weise empfangen. Die Vorsitzenden beider Vereine wechsellen Worte herzlicher Begrüßung, wobei die Kölner unter dem lauten Beifall der Menge daS Gelöbnis abgaben: Der Rhein bleibt deutsch immerdar! Das Konzert der Kölner auf bei Terrasse am Dachmittag bot Perlen echt deutschen Männergesangs und brachte den Gästen stürmische Huldigungen ein.
a).Ober-Mörlen, 28. Zuni. Ein tragischer Unglücks fall ereignete sich gestern hier au der nach Ziegenberg führenden Straße. Der neunjährige Sohn des Maurers K 3 u n g wurde von einem Auto erfaßt und sofort getötet. Der Kop war vollständig zerquetfchl.
Kreis Schotten.
aus dem Borjahre 1570, so daß insgesamt 4312 Unsallsachen zu bearbeiten waren. Für Renten usw. wurden 1 899 211 Mk. gezahlt und 4726 Renlenbescheide erlassen. 3n den Betriebsfonds werden 15 000 000 Mk. eingestellt, da die Renten- zulagen und die Renten infolge der erhöhten Zahresarbcltsverdienste Aufwendungen in dieser Höhe jährlich erforderlich machen. Die Umlage
Bon der Anklage der L a n d ft r e freigesprvchen wurde ein (Secbniter aus berg, weil die vorhandenen Verdachtsg seiner Verurteilung nicht ausreichlen.
3m März l. ZS wurde ein Kranken- faffenlontrolleur aus Lollar abend« in der Ostanlage dahier von zwei Schutzleuten an gehallen, well er ohne hellbrennende Laterne auf feinem Rad fuhr. Dabei stellte sich heraus, daß er keine Radfahrkarte bei sich batte. Als ihm die Schutzleute eröffneten, er werde eine Anzeige zu getoärtiaen haben, rief er ihnen zu: .Wenn icheine Anzeige bekomme, rechne Ich mit 3 hnen ab!" Wegen Übertretung der D O. bett. den Radfahrer- verkehr wird er zu 2 Geldstrafen von 20 und 15 Mark und wegen (Beamten nötigung unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 1 00 M ark verurteilt.
3n der Dacht zum 20. 2lprll L 3 -echte ein Reisender aus Mar bürg mit verschiedenen Personen in einem hiesigen Hotel. Da er nicht In der Lage war, seinen Änlell an den Kosten des Abends zu bezahlen, gab er feinen Trauring einem Gastwirt aus Heskem zum Pfände. 3n betrunkenem Zustande gingen die beiden dann zum Bahnhof Dauern der Gastwirt hier eingeschlafen war, nahm ihm der Rei--
glelchen DamenS gibt, muß näher bezeichnet werden. Welche zusätzliche Bezeichnung im Einzelfalle zu wählen ist. ergibt sich aus den Poststempeln oder aus dem „Ortsverzeichnis zu den Pvstleltheften". das bei den Postanstalten eingesehen werden kann und auch das 2lus- land umfaßt.
— Die Genossenschaftsversammlung der land- und forstwirtschaN- lichen Berufsgenossenschaft fand kürzlich in Darmstadt statt. 3m Berichtsjahre waren 2742 Betriebsunfälle angemeldel. Hierzu tarnen
Kirche und Schule
X Der DekanatSkvnferenz der Geistlichen des Dekanates Gießen wohnte zum erstenmal wieder seit 1913 anläßlich einer DekanatSvisitativn Superintendent D. Petersen bei. Gruß deS Vorsitzenden, Dekan G u ß m a n n , und Gegengruß des Gastes waren gestimmt auf den Ernst dieser Tage und die Zuversicht, daß die hessische Landeskirche, wenn-die neue Verfassung auch den rechten Znhalt erhalte, ihrem Dienst am Volke gewachsen sein werde. DaS GedächMiS des Heimgegangenen Pfarrers Köhler- Steinbach wurde wie üblich geehrt. Dach amtlichen Mitteilungen hielt Pfarrer Becker- Gießen einen Vortrag über „GefänHniSseel- sorge", für die Hilfsmittel das Studium der Personalakten und die Lektüre der ein- und ausgehenden Briefe. Hauptmittel Unterricht, Gottesdienst und Abendmahl und persönliche Seelsorge. Eigene Erfahrungen und verlesene Gedichte von Gefangenen hinterließen einen tiefen Eindruck. Pfarrer Sattler- Wieseck sprach unter Vorlage des ersten Vierteljahrs seines „Gemeindeboten" und anderer Ausgaben des Gvang. Verlags-Heidelberg über „Praktisches zur Gemeindeblattsache^ und zeigte, wie dies Blatt, eingesttmmt auf die besonderen Fragen der Einzelgemeinde, mtt dem „SvnntagSblatt" nicht konkurieren wolle, schöpfend aus Geschichte und Gegenwart für die Zukunft stärke und die engere Gemeinde mit der in der Welt zerstreuten durch Festigung deS Heimatgefühls verbinde. Die Ausführungen, die auch die persönlichen Bedingungen des^seit 1922 eine hessische GruppenauS-
Deutscher Reichstag.
139. Sitzung, 1 Uhr nachmittags.
Berlin, 6. Zuni 1922
Präsident Lobe grient! -unäck/l des lurcht- : oaren Menbahrainglücks auf dem Dordring und 1 spricht den Verwundeten und Ht"le bliebe-,ien der Geröteten das Mitleid des Reistages aus. Die Abgeordneten i-atten sich erhoben.
Der DachlragSclal für 1922 wird in allen drei ; Lefungen angenommen mit einer Entschließung, die sozialen Beamlenzulagen der Geldeniwenung anzupassen. Ebenso wird endgültig angenommen . tkT Gesetzentwurf über die E Höhung der stalisti- kfym Gebühren für den Warenverkehr mit dem 1 An^.ande und eine Verlängerung des (3. ier.ee zur vorübergehenden Hecabs.hung oder Au h.bung von Zoll bis zum 30. Zuni 1923. Das Gesetz über Abstieichungen vom Biersteuergeseh geht an den DolkSwlrtschaftsausschuß. Ein ,3usatzab- tonunen zu dem deutsch-polnischen Abkommen über , Oberschlesien wird endgültig angenommen, desgleichen die Abkommen über Erleichterung des ErenzverkehrS und über berg- u-.xo hütlenflska- lisches Eigentum. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über die Arbeitszeit tm (Bergbau unter Tage. Der Ausschuß hat das Gesetz auf afie* ®rubcn ausgedehnt Die allgemein durch Tarife festgesetzte Arbeitszeit soll bindend fein. Überstunden können durch allgemein verbindliche Tarisverträge vereinbart werden.
Abg. Stöcker (K.) beantragt, das Gesetz auch auf die Salinen auszudehnen und die Schichtzeit auf längstens 7 Stunden festzuseyen.
Retchsarbettsminister (Braun erklärt sich mit den Ausschußbeschlüssen einverstanden, bekämpft aber die kommunistischen Anträge, die zu einer Drvduklionsminderung führten und die Durchführung des Gesetzes verzögerten
Abg. Piper (H) und Aba. Zanschek (0.) stimmten den AusschußbeschMssen zu Die Vorlage wird in der Ausschußsassung in zweiter und drittel Beratung angenommen, dazu eine Ausschußenlschlleßung, die eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit auch für die Angeslelllen verlangt. GS folgt die
(tocite Beratung deS DrbeitSnachweisgesetzeS.
Die Regierung will die gewerbs-- mähige ©tellüe emittier neu konzessionieren und die vorhandenen der Aufsicht der Arbeitsnachweisämter unterstellen. Weiter bringt die Vorlage den Zwang zur Errichtung öffentlicher Arbeitsnachweise und für die Arbeitgeber den Zwang zur Anmeldung offener Stellen. Als Arbeitsnachweise werden eingesetzt die öffentlichen Arbettsnachweise der Landesämter für Arbeitsvermittlung und als Spitze das Reichsamt für Arbeitsvermittlung.
R ich arbeit5minifter Braun: Die Vorlage schafft keinen neuen großen Kampf mit einem neuen (Beamtenbeer. Die Zahl der Arbeitsnachweise wird eher vermindert. Maßgebend sei der Grundsatz voller Parität zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und der Schuh der Minderheiten. Die Vorlage bedeute einen wesentlichen Fortschritt. Die Arbeitsvermittlung werde unentgeltlich geleistet. Wegen der im Herbst zu befürchtenden Arbeitslosigkeit sei das Gesetz unentbehrlich.
Abg. Kaiser (Soz.): Wir freigewerkschast- lich organisierten Arbeiter glauben, daß es nach den Dielen Vorarbeiten möglich sein müsse, das Gesetz vasch zu erledigen. Dicht verständlich ist es, daß die Hirsch-Dunckerschen und die christlichen Gewerkschaften ihren eigenen Minister im Stiche gelassen haben. Redner empfiehlt Abänderung der Anträge, die ein Verbot der gewerbsmässigen Stellenvermittlung schon vom Zahre 1925 ab verlangen. Der landwirtschaftliche (Betrieb dürfe nicht, wie der Ausschuß wolle, von der Meldefrist
§ Aus bem Vogelsberg, 28. Zuni. Ausfallend stark erscheint jetzt nach den letzten Riederschlägen der Stein- oder Edelpilz In unteren Wäldern. 3n ben letzten beiden Zähren blieb er ganz aus. Da er zu den besten Speisepilzen zählt, wird sein Erscheinen von den Pilzfreunden begrüßt. Aber fein frühes Auftreten hat einen Rachteil: die Pilzmaden befallen im ilcbermahe ben herrlichen Pilz. Fast kein Stern- Hohe jährlich ersvrverttch macyen. zne aimiage , plar ist ohne zerfressenen Stiel anzutreffen. Hier für 1921 beziffert sich aus rund 20 000 000 Mk. I bringen erst die kälteren Dachte Whilse.
Aus Stadt und Land.
Gießen, ben 29. (Juni 1922.
•* Die verzögerte Beförderung von Postsendungen ist in vielen Fällen auf ein Verschulden des Absenders, nämlich auf die Anwendung einer mangelhaften Aufschrift, zurückzuführen. Namentlich ist der B e- stimmungsort oft so undeutlich geschrieben, daß nicht nur die Verteilung der Sendungen bei den Postdienststellen sehr erschwert und verzögert wird, sondern auch Verwechselungen mit gleich- oder ähnlichlautenden Ortsnamen vorkommen, was Fehlleitunaen und Verzögerungen zur Folge feat Es ist daher unbedingt notwendig, den Damen des Bestim- inungsorts, oder, wenn dieser keine Postanstalt hat, des zuständigen Bestellpostamts durch große deulliche, sogleich ins Auge fallende Schrift und durch Unterstreichung hervvrzuhe- ben. Dies gilt besonders auch für Pakete. Bei Herstellung der Aufschrift ist zweckmäßig schwarze Tinte oder kräftiger Farbstift anzuwenden. Die Lage nicht allgemein bekannter Orte, und solcher Orte, von denen -es mehrere


