Der Gewalt Des Orkans zum Opfer gefalle«.
Berlin, 23. Sept. Das „B. T." meDet aus Stettin: Orkanartiger Sturm hat in Pommern schweren Sch aden angerichtet. Zahlreiche Scheunen tourben abgedeckt. In Stralsund trieb der Sturm einen Schlächterwagen in den Hafen. Bei den Lleberlandzentralen wurden größere Zerstörungen der Stromleitung verursacht.
Hamburg, 23. Sept. (Wolff.) Der englische Kohlendampfer „Earlshall", der am Freitag der vergangenen Woche mit 3200 Tonnen Kohlen nach Hamburg abgegangen war, ist überfällig. Da die Fahrtdauer gewöhnlich 48 Stunden beträgt, wird angenommen, daß das Schiff im Sturm gesunken ist. Alle Nachforschungen blieben bisher vergeblich. Schwere Bluttat an der sächsisch-böhmischen Grenze.
Neugersdorf (Sachsen), 23. Septemb. (Wolff.) Gin schwererZwischenfall ereignete sich gestern abend in der elften Stunde an der Grenze zwischen Neugersdorf und Filipsdvrf. Drei junge, aus Böhmen stammende Burschen, die in Neugersdorf gezecht hatten, wollten die Grenze überschrei- t e n. Als ihnen der Landespolizeiwachttneister Ziegenwald aus Kamenz und noch ein Posten entgegentraten, um von ihnen die Ausweispapiere zu fordern, kam es zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf ein Bursche auf den Wachtmeister mit einem dolch- artigen Messer einstach und ihm die Hals - schlagader durchschnitt, so daß der Wachtmeister bald darauf verstarb. Der andere Posten wurde durch Messerstiche an der Hand verletzt. Der Tater sowie seine beiden Helfershelfer wurden verhaftet.
Erdbeben in Frankreich.
Paris, 23. Sept. (WTB.) Nach einer Havasmeldung aus Perpignan ist heute nacht gegen 1 Ahr im Departement ein E r d - stoß verspürt worden. In mehreren Gemeinden wurde dadurch Schaden angerichtet, daß Mauern barsten und Dächer einstürzten.
Mannheim. 23. Sept- (WTB) Der Stadtcat hat in seiner gestrigen Sitzung die Einführung einer sog. Nachthockersteuer grundsätzlich genehmigt.
Berlin. 21. Sept. Die Notgeld-Ausgabe nimmt immer größeren Umfang an. Neuerdings 'Hat das Neichsstnanzministerium folgende Genehmigungen zur Ausgabe von Notgeld erteilt: Landesbank der Rheinprovinz in Düsseldorf bis Mm Höchstbettage von 500 Millionen Mark, Stadt Barmen bis zum Höchft- bettage von 100 Millionen Mark, Aktiengesellschaft für Bergbau unb Hüttenbetrieb Phönix, Abt. Hoerder Verein, in Hverde bis zum Höchstbetrage von 50 Millionen Mark, Stadt Plauen bis zum Höchstbetrage von 6 Millionen Mark.
SaNdel-
Frankfurt a. M., 23. Sept. Da am heutigen Wochenende offiziell auf dem Devisenmarkt beschräntter Börsenverkehr herrschte, keine 'Veränderung. Infolge des jüdischen Neujahrs- . festes war der Besuch schwach. Geldknappheit und 1 die bedingte Anluft beherrschten das Dörsenblld. Im Esfettenverkehr von Dank zu Dank herrschte große Geschäftsstille. Dollarnoten gingen mit 1400 v bei sehr beschränkten Umsätzen um. Im freien ? Verkehr waren freibleibende Kurse zu hören. Bagdad 218,25, Zolltürken 1350, 4prozentige ungarische Kronen- unb Goldrenten behaupteten ihren Kursstand. Otavi 4600. Dollarnotierung um 1 Ahr 1405.
Berliner Devisenmarkt.
Delo Brief Geld Brief
Datum: 22. September 23. September
Olmnö -Rotterd 53732,75 53867,20 54232,10 54367.90 Drüssel-Antw 10062,40 10087,65 10112,3010137,70 Christiania ' 23395,70 23454,30 23470,60 23529,40 Kopenhagen ' ' 28963,75 29036,25 29088,55 29161,45 Stockholm. . 36754, - 36846, 36853,85 36946,15
Aelsinafors • 3071,15 3078,8o 3071,15 30/8,85 Italien . 5867,65 5888,35 5942,55 5957,45 London ' ' . 6142,30 6157,70 6217,20 6232,80 Deuhvrk 1388,26 1391,74 1405,75 1409,25 Paris .... 10601,70 10628,30 10736.55 10763,45 Schweiz 25967,50 26032,50 26367, - 26433, - Spanien 21123,55 21176,45 21523,05 21576,95 Deutsch.Oesterr» 1,88 1,92 1,80 1,84
Prag 4404,45 4415,55 4394,50 4405,50
Budapest . . . 53,93 54,07 57,92 5b,68
Buenos AireS . 489,37 490,62 489,37 490,62
Bulgarien . . . 843,90 846,10 843,90 846,10
Japan 665,15 666,85 671,65 673.35 Rio de Janeiro 166,79 167,21 167,79 168,21
Züricher Devisenmarkt.
Wechsel auf
Holland 100
Deutschland 100
Wien 100
Prag 100
Paris 100
London 1
Italien 100
Brüssel 100
Budapest 100
Neuyork. ..... 100
Agram 100
Warschau 100
23. 9. 24. 9.
Schweizer Franken FI. = 207.40 207.40 Mk. ---- 0,38 0.38
Kr. = 0.0075 0.0075
Kr. 16.85 16.75
Fr. --- 40.70 40.80
£ a 23.66 23.64
L. = 22.50 23.52
Fr. --> 38.57 38.50
Kr. --- 0.21 0.21
| = 535-75 535.-
Kr. --- 1.82 1.80
Kr. - 0,07 0.07
- Marknotiermrgerr. MM
Datum: 1.7.14. 22. 9. 23.9
Zürich Fr. 125.40 -,38 -.38
Amsterdam Fl 59.20 -.18 — ,18
Kopenhagen Kr. 88.80 -,37 -.,37
Stockholm Kr. 88.80 -.28 -,28
Wien Kr. 117.80 5285,—
Prag Kr. 117.80 2.32 -,-
London Sh. 97.80 0,031 0,032
Neuyork $ 23.80 0,07 -.07
Paris Fx. 125.40 0,95 0,94
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Die französische Annekttonspolitik im Nhem- lande.
Berlin, 23 Sept. (WTB.) Von besonderer Seite toirb der „Germania" geschrieben: Wenn auch eine gewisse politische Entspannung in den politischen Verhältnissen zwischen Deutschland und seinen Gläubigern verzeichnet werden kann, wäre es doch grundfalsch, sich sorglosem Optimismus hinzugeben. Solange der nationale Block in Frankreich besteht, bestehen die Gefahren unvermindert fort, die das Rheinland und damit die Einheit des Reiches überhaupt gefährden. Der französische Ministerpräsident wird sich natürlich hüten, Frankreichs Annektionspläne unverhüllt zuzugeben. Dies Geschäft besorgen die fran- zösisck^n Blätter und die französischen Militäc- polttiker viel besser. Die finnzösische Regierung wird indessen nicht in der Lage sein, die Pläne zu verleugnen, die ihr von Dariac, dem Präsidenten des Finanzausschusses der Kammer, vorgelegt worden sind. Dariac ist ein einflußreiches Mitglied des nationalen Blocks, der im Auftrage der französischen Regierung Dienstteisen im besetzten Gebiet unternommen hat. Er ist kein Eigen- brödler, und das „Journal" gibt selbst zu, daß die Pläne Dariacs die völlige Billigung Poin- cargs gefunden haben. Das „Journal" gibt aus dem Dariac-Bericht einen Auszug, in dem es il a. heißt: „Wir haben den größten Teil des Ruhrgebietes beseht, ebenso die Ruhr- und Rheinhäfen, durch welche die Hochöfen mit Erzen ver-
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sorgt werden. Damit schneiden wir die Eisen- industtie mitten durch Wenn wir wollen, können wtt die von den Rohstoffen abhängigen und die verarbeitenden Fabrikanlagen im unbesetzten Deutschland, die nichts weiter tun, als diese Erzeugnisse fertigzustellen, von ihrer Kohle, ihren Erzen und ihren Eisen- und Stahlerzeugnissen ab- schneiden. Solange wir unsere gegenwärtige Haltung am Rhein innehaben, stellen wir also eine ständige Drohung für 10 bis 12 Herren der deutschen Industrie dar, die tatsächlich die finanziellen Herrscher Deutschlands sind." Auf dieser Grundlage fußend, verlangt Dariac folgendes: Die erste Attion der aktiven französischen Rheinlandpolitik ist die finanzielle Organisierung des Rheinlandes, die Aufrichtung einer Zollgrenze im Osten gegen Deutschland und die Niederlegung der Zollgrenze im Westen gegen Frankreich. Im Zusammenhang mit dieser finanziellen Organisierung müßte die Trennung des Staatshaushalts der Rheinlande vom Reich und den Ländern erfolgen. Gleichzeitig wird die Einführung einer besonderen Währung an Stelle der entwerteten Mark verlangt. In der zweiten Etappe verlangt Dariac den Ersatz der preußischen Beamten durch rheinische. Drittens Toirb die Erweiterung der Vollmachten der Rheinlandskommission und die Einberufung einer besonderen rheinischen Volksvertretung verlangt. Das Ziel dieser Politik ist nach ben eigenen Worten Dariacs ein freies Rheinland unter dem militärischen Schutze Frankreichs. Knapper und deutlicher sind die französischen Formulierungen für das Rheinland bisher nicht erfvlgt.
Eine Mohammedanische Deputation beim Dizekönig von Indien.
Simla, 23. Sept. (WTB.) Wie bereits gemeldet, empfing der Vizekonig von Indien 25 mohammedanische Mitglieder der Ge- setzgebungsversammlung. Diese wiesen auf den tiefen Eindruck hin, ben der türkische Sieg aus die Mohammedaner Indiens gemacht hat. und gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die Bedingungen des Friedens der Würde der Türkei entsprechen würden. Dazu würde gehören die türkische Souveränität über Thrazien, einschließlich Adrianopel. Konstantinopel, Kleinasien mit Smyrna. Für den Schutz der Minderheiten muffe Sorge getragen werden. Die Meerengen mühten der Türkei zurückgegeben werden, nachdem diese die nötige Garantie gegeben habe. Endlich verlangte die Abordnung die Entsendung eines indischen Komitees zu den Friedensoerhandlungen. Der Vizekönig versprach, daß er die Wünsche der Abordnung der brittschen Regierung unterbreiten werde. Es wird hervorgehoben, daß die Abordnung aus Mohammedanern der gemäßigten Richtung bestand.
Der Vormarsch der Türken.
London, 23. Sept. (WTB.) Reuter meldet aus Konstantinopel: Die ke - malistischen Streitkräfte an der Tschanakgrenze haben bisher keine feindliche Aktion begangen, doch nimmt ihre Zahl dauernd zu. Anderseits melden zuverlässige Berichte, daß große Zusammenziehungen der Kemalisten bei I s m i d stattfinden, wohin sich auch Mustafa Kemal persönlich begeben haben soll. Es scheint Grund zu der Annahme zu bestehen, daß die Kemalisten eher Konstantinopel zum Ziele nehmen als das Gebiet von Tschanak, da große Vorräte in der Gegend von Jsmid vorhanden sind und weil gleichzeittg die feindlich gesinnte Bevölkerung Konstantinopels Schwierigkeiten im Rücken der Engländer verursachen könnte. Immerhin herrscht in Konstanttnopel eine opttmistische Stimmung vor, die sich auf das Vertrauen der Franzosen auf die Versprechungen Kemal Paschas an
General Pallet stützt, daß er nämlich die neutrale Zone respektieren werde, wenn er wegen Thrazien (Garantien erhalte.
Der Seeverkehr von England gesperrt
Neuyork, 23. Sept. (WTB.) Der Konstantinopeler Berichterstatter der „Associates Preß" meldet, daß der ganze Verkehr zwischen Konstantinopel und dem Schwarzen Meer, sowie zwischen ben Häsen des Mar- mara-Meeres und dem Bosporus gesperrt ist. Eine Bekanntmachung besagt, dah die brittschen Kriegsschiffe gegen jedes Schiff, das gegen dieses Verbot handelt, das Feuer eröffnen werden.
Die Hessische Landeszeitung auf drei Tage verboten.
rrn. Darmstadt, 22. Septemb. Die „Hessische Landeszeitung" in Darmstadt wurde wegen eines Artikels ihrer Nummer 213 mit der Aeberschrift „Schönfärberei", in welchem dem Reichskanzler-Dr.. Wirth eine Entstellung der Wahrheit vorgeworfen toirb, auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik auf drei Tage verboten. Dies Verbot wttkt umso empfindlicher, als am Samstag unb Sonntag in Bad-Nauheim der Deutsch-Nationale Parteitag stattfindet.
* Darmstadt, 23. Sept. Die Schriftleitang and der Verlag der „Hessischen Landes- zeitung" teilen mit, daß sie gegen da S Verbot des Blattes durch das Ministe- rrum des Innern sofort Beschwerde eingelegt haben.
Aus Slsaß-Lothringen.
Paris, 23. Sept. (WTB.) Nach einer „Matin"-Meldung aus Sttaßburg hat Baron Zorn von Bulach seine Kandidatur für die Sttchwahl in Niederbrvnn zurückgezogen und seine Wähler aufgefordert, gegen den nationalen Block zu stimmen.
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An eine solcheDame,Ninon de LencloS, knüpft sich eine ttagische Begebenheit. Ihr eigener Sohn, der feine Mutter nicht kannte, verliebte sich in sie, als sie schon eine Greisin, aber dem Aeußeren nach ein junges Mädchen war, und erschoß sich, als er die Wahrheit erfuhr.
Die vor noch nicht langer Zeit auf Schloß Löbichau in Thüringen im Alter von über 90 Jahren verstorbene Acarenca Pignatelli, Herzogin von Kurland, bezaubette noch im Aller von 60 bis 70 Jahren die Herzen der Männer.
Auch heute noch gibt es Damen, denen man ihr Alter nicht im entferntesten ansieht. Wir sind nicht so ungalant, das wahre Alter einer bekannten Bühnen-
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Warum altert zuerst das Gesicht und erst viel später Arme, Schullern und Nacken usw.
Um diese Frage zu beantworten, muß man weiter fragen: Wird das Gesicht anders behandelt als die übrigen Körperteile? Und da haben wir die Lösung sofort: Das Gesicht wird häufiger und auch stärker mit Wasser und Seife behandelt.
Der Organismus bildet Fett und sondett durch die Haut Fett ab. Nicht um diesen wertvollen Stoff zu verschwenden, denn der Organismus verschwendet nichts, sondern um die Haut zu schützen.
Die Seife aber löst Fett auf, verwandelt es ebenfalls in Seife.
Hätte die Natur die Poren der Haut durch Seife schützen wollen, statt durch einen feinen Fetthauch, so wäre ihr das ein leichtes gewesen. Sie wollte aber Fett, und der Mensch verwandelt es in Seife.
schönheit zu verraten, aber ihr Toilettegeheimnis wollen wir enthüllen, es heißt „Marylan-Ereme".
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