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lauten vom Kirchturm den Abend ein. Autohupen tönt im Sausen herauf. Vielleicht hören die Tipp- Mädels all das nicht? Sie . wollen ihr Pensum der Stunde erreichen. Schnell perfekt werden. Schnell hinaus und in den noch unbekannten Kampf um Gelderwerb. Fort vom behaglichen Da­heim, wo die Tage so beruhigend vergehn. Hinaus in die Welt, in das kämpfende Leben. Viele lachen dem entgegen. Sie lieben so ungestüm leben, kämpfen und siegen. Sie haben Kraft und sind gestählt, kennen keine Verven und sind jung. Glück­haft jung! Aber andre? Müde. Allzufeine. Schwerblütige. Sie sollten nicht mit den Maschinen spielen. Sie lachen kaum, wenn eines der Tipp- Fräuleins ein Lied singt zur Begleitung. Einen Gassenhauer natürlich Oder to:im eine andre alles, was sie schreiben will, laut und mit Pathos de­klamiert. Zum Tippen muh man fröhlich sein, sonst ist die Schreibmaschine mit dem Klappern, dem Hellen Klingeln nach Zeilenschluß eine Qual, eine Hölle. Auch träumen soll man nicht vor der schwar­zen Maschine. Vehmt die Tippstunde als Sport, ^nkt ihr reitet, radelt, autelt und ihr lenkt Pferd, Vad oder Auto nach eurem Willen. Ihr gebt Tempo an, ihr wählt die Strahe, wo Pferd, Vad. Auto, Klappermaschine euch dienstbar sein sollen! Dann wird es stolze Freude sein: Das Tippen.

tragenden, was auch aus der regen Aussprache, die sich anschloß, zu ersehen war. Die aus der Versammlung kommenden Fragen wurden von den Herren R e n t s ch und H e b e r e r eingehend be­antwortet. Zum Schlüsse fand noch eine Gratis­verlosung von Sämereien statt. Eine Anzahl neuer Mitglieder treten dem Verein bei.

Ein unbekannter DiSmarckbrief.

Ein Brief von grobem geschichtlichen Inter­esse, der zugleich für Bismarcks Persönlichkeit lehr bezeichnend ist. wird im neuesten Heft ber v. Oerthel & Co. in Friedenau erscheinenden Auchographen-Rundschau" aus der Sammlung Oskar Uler zum erstenmal veröffentlicht. Das Schreiben ist an den Vegierungsrat Zitel- mann gerichtet, der Bismarck während seiner Frankfurter Zeit zur Seite gestanden hatte, und ausPetersburg vom 8. August 1860 datiert.

verordne Gewerbe! liehmigt: L Pwz, 3. a.

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Steven, den 23 Fedr. 1922.

Schutz den Weidenkätzchen.

Bekanntlich geht die Gesamtenlwickelung der Bienenvölker und die Höhe des Ertrages in der Bienenzucht Hand in Hand mit einer rechtzeitigen Frühjahresentwickelung Sie ist abhängig von der im zeitigen Frühjahr den Bienen zu Gebote stehen­den Vohrung: Als Vahrungsquelle sind in aus- gjebiger Menge zu dieser Zeit nur die Weiden- unb Haselnuhblüten vorhanden.

- Somit sind diese Sträucher zur Erhaltung der Bienenzucht von äußerst grober Wichtigkeit.

f Für den Kreis Gteben besteht eine Polizei­verordnung, welche das Feilbieten und den Ver­lauf von Weidenkätzchen verbietet und Zuwider­handlungen mit Geldstrafe bis zu 300 Mk. bedroht.

Ausnahmen können von dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft zugelassen werden. Anträge aus Erteilung der Erlaubnis sind bei dem Kreis- cunt Giehen unter Beifügung des Stempelbetrags von 1.50 Mk. einzureichen

An die Bevölkerung ergeht die Bitte mitzu- helfen. daß die den ersten Blutenstaub spendenden Sträucher, wie Weide. Haselnuh usw., in weit­gehendstem Mabe vor der Vernichtung und oft auch mutwilligen Zerstörungen geschont werden.

*

"SlneSitzungdeSProvinzial- auSschusses der Provinz Ober­hessen findet am Samstag, 25. Februar, vor­mittags 8'/» Mr, im Sitzungssaale des Re- gierungsgebäudeS zu Dietzen. Land­graf-Philipp-Platz Vr. 3, statt mit folgen­der Tagesordnung: Klage des Ortsarmenver­bandes Giehen gegen den Ortsarmenverband Elimbach wegen Ersah der für den Wilhelm

Landkreis Metzen.

k. Allendorf a. d. Lda., 21. C : 7. Sonntag veranstaltete der hiesige Zweig verein des Evangelischen seinen für diesen Winter letzten 11

Heidelberg, 22. Febr. (Wolff.) Die medizinische Fakultät verleiht heute an Pro­fessor Sauerbruch (München), den Direk­tor der Deutschen chirurgischen Klinik, aus Anlatz des 100. Geburtstages von Adolf Kuh­maul den Kuhmaulpreis für Verdienste um die Heilkunde, den die Fakultät alle drei Jahre einem deutschen Arzt für eine von ihm ersonnene und bewahrte Heilmethode zu ver-

__-iqene Kraft1 y<u. ^uuerurucy gar stcy um ote <zor- mm, fährt Bis-1 derung der Lunqenchlrurgie grohe Verdienste nächsten Sommer erworben.

villia wenigstens I --

Zur diesjährigen Frühjahrs­messe in Leipzig werden zwischen Frank­furt und Leipzig über Fulda folgende Sonder­züge gefahren: a) Meys onderzüge: Am 3. und 4. März Frankfurt ab 11.33 vorm., Leipzig an 7.32 nachm.; am 4. und 5. März Frankfurt ab 10.55 nachm.. Leipzig an 6.45 vorm.: am 9. und 10. März Leipzig ab 12.00 nachm., Frank­furt an 7.37 vorm.: am 10. und 11. März Leipzig ab 10.05 nachm., Frankfurt an 6.17 vorm. b) v - Züge Am 3. und 4. März Frankfurt ab 10.55 nachm., Leipzig an 6.45 vorm.: am 9. und 10. März Leipzig ab 10.05 nachm., Frankfurt an 6.17 vorm. Zu den Mehsonderzügen gelten nur Sonderzugkarten, die ausschließlich durch das Mehamt ausgegeben werden. Für die V-Züge lind D-Zugkarten zu lösen.

" Der Kreis-Obst ____ _______

bauverein Giehen hielt am Sonntag im Solmser Hof" zu Hungen eine gut besuchte Ver­sammlung ab. Der 2. Vorsitzende des Vereins, Kreisobstbautechniker He derer, gab einen kur­zen Veberblick über die finanzielle Lage des Ver­eins und über die Beschlüsse der letzten Haupt­versammlung und Vorstandsfihung in Giehen. Gartenbauinspektor V e n t s ch aus Friedberg hielt sodann einen Vortrag überDüngungsfragen im Obst- und Gemüsebau". Die Anwesenden folgten mit sichtlichem Interesse den Worten des Vor-

nicht: dann aber werde ich mich freuen, Sie in Berlin wiederzusehen, wenn wir leben. Mit der Gesundheit geht es wieder gut, Frau und Kinder Gott sei Dank auch. Aber viel Arbeit, mehr als in Frankfurt. 50 000 Preuhen, für die ich Landrat, Advokat, Vater und Mutter bin, und was für Preuhen! Und sehr mäßige Hilfe." In einer Vachschrift heiht es dann zürn Schluh:Ich be nutze diesen leeren Bogen, um Ihnen noch zu sagen, dah alle Gerüchte von russisch-französischem Bündnis Windbeuteleien sind. Seitdem VapolLvn in Polen von sich hat merken lassen, ist man hier voller Mihtrauen, denkt auch nicht an Teilung der Türkei, sondern ist froh, wenn Frieden und wieder Frieden bleibt: Bauernemanzipation. Finanz, Eisenbahn, Geldmangel beherrschen die Geister. Geht der Tanz doch los, so wird mau natürlich versuchen, nicht zu kurz zu kommen beim Ausschlachten der Türkei, aber man wird es ehrlich aufbalten, so lange man kann. Wan fühlt sich jetzt nicht gesund genug, um fest augreifen zu können, und der Kaiser liebt persönlich den Frieden. Wenige Dinge sind so sicher wie diese: aber mundus vult decipi.

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Tipp-Stunde.

Don Tita Weber.

Es gibt allerlei Moden: Kleidermoden. Tanz- mvden. Musikmoden Jetzt ist Schreibmaschine­lippen modern. Es ist schick heutzutage vor einer Klappermaschine zu sitzen und möglichst schnell zu schreiben Alle Topps-Mädels tippen Alle Typs Mädels wollen aus Tippen einen Beruf gründen. Geld verdienen! Der G')rgeiz der Tipp-Mädels ist verschieden Die einen wollm in ein Bureau und als lebendige Maschine Brieldiktate schreiben. Die an­dern wollen sich Arbeiten holen und in ihrem Zu­hause Abschriften machen Und ganz kühne planen Privatsekretärin zu werden. Sie denken an Ge­lehrte, die grohe wissenschaftliche Werke bearbei­ten und zum Selbstschreiben keine Vuhe haben. Wollen alle Launen eines solchen Herrn ertragen, um Geld zu verdienen. Andre denken an die gut- bezahlende Industrie. Protokoll bei Derhand- lunaen stenographieren und hernach tippen, Aus- landkorrespondenz exakt und schnell erledigen. Voch andre denken vielleicht auch, wie nett es sein Mühte, dem eignen llhann bei der Arbeit etwas helfen zu können mit der akkurat schreibenden Klappermaschine. Um all die Ehrgeize vielleicht irgendwann einmal zu befriedigen, sitzen blonde braune, schwarze Köpfchen eifrig und tief gebeugt über den lärmenden Dingern. Fliegen die Finger wie Vögel über die Klaviatur oder drücken energisch wie Hämmer^ die Tasten in die Tiefe. Schreiben die blassen, rosigen und hart verarbei­teten Hande Buchstaben. Worte, Sätze. Veihen sie aneinander, und es ergibt einen glänzenden Ge­schäftsbrief oder eine sinnlose Behauptung, ein­zig zur Hebung, dah man die Lage der Buch­staben beherrschen lerne. Dazu f:nqt das Gas. und der Ofen ist ausgegangen. Drauhen fallen die Schneeflocken. Don fernher klingt Musik Glocken

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schäftigen, vorkommen und entbehrlich sind, sie mir zu schicken. . . . Dah die Leute mich mit allen Mitteln zu verfolgen fortfahren, beweist zu meiner Genugtuung, dah sie glauben, ich könnte für Preuhen doch noch ein nützliches Rüstzeug fein, wenn ich auch weit vom Kampfplatz wohne. Sodann bittet Bismarck Zitelmann. er mochte doch, wenn er nach Berlin komme, Herrn v. Unruh aufsuchen und ihn fragenweshalb der Vational- verein mich anfällt, nachdem ich seit neun Jahren gegen Wind und Wetter, wenn auch mit konser­vativen Zielen und Grundlagen, doch einen parallelen Kurs steuere. Ich kenne die Artikel gegen mich nicht wörtlich: haben Sie noch Verbindungen mit der Presse, die Ihnen ge­statten, in unauffälliger Weise meine Verteidi­gung dagegen zu führen, so gibt Ihnen eine sechsjährige Anschauung meines Wirkens Mate­rial dazu, auch das Konzept des langen Memoirs, was Sie haben, besonders der letzte Teil davon. , - , v i ---------» o-

der hervorhebt, wie wir uns auf eigene Kraft' leihen hat. Sauerbruch hat sich um die För stützen müssen."Ich glaube kaum," 7-t* lW,",A ------fc-

marck dann fort,dah ich vor i.v..... ........_

nach Deutschland komme, freiwillig weniastens

gesttrnnn, der die Gelmngsdauer des Ge­setzes gegen die Kapitalflucht bis 31. März 1923 verlängert, mit der Mahgabe, daß die Erlaubnis zur persönlichen Mitnahme vvn Zahlungsmitteln der Geldentwertung ent­sprechend sich bis 20 000 Mk. erhöht.

Ein neues Reichsvereinsgeseh.

Berlin, 23. Febr. In einer der näch­sten KabinettSsitzungen wird, wie eine mehr- heitSsvzialislische Korrespondenz hört, der im Reichsministerium des Innern sertiggestellte Entwurf eines neuen Reichsvereinsgesetzes, der eine Anpassung des geltenden VereinS- rechtS an die Weimarer Verfassung herbei- führen soll, durchberaten werden.

Ein Schiedsspruch im Mansfelder Bergarbeiter streik.

Halle, 22. Febr. (Wolfs.) In Sachen des Mansfelder Bergarbeiter st reiks wurde in den heute nacht vom Reichsarbeits­minister einberufenen Verhandlungen folgender Schiedsspruch gefällt: Allen Arbeitern über 21 Jahren wird eine Lohnerhöhung von 1 1 Mark f ür di e Schicht zugebilligt. (Ge­fordert waren 20 Mark.) Die Arbeiter unter 21 Jahren werden anteilig gestaffelt und wie bisher im Tarif entlohnt. Der Schiedsspruch geht ferner dahin, dah die Arbeit sofort wieder ausgenommen werden soll. Beide Parteien haben sich über die Annahme oder Ablehnung bis zum 24. Februar zu erklären. Die Organisationsfrage wurde nicht verhandelt.

Sie ReichLkonfereaz der U. S. P. D.

Berlin, 23. Febr. Gestern tagte int Reichs­lagsgeb Kude eine zahlreich beschickte Reichs- konferenz der Al. S. P. D. Wie die F r e l» bei t berichtet, hielt Crispien ein längeres Referat über die politische Lage, in dem er die Gründe darlegte, die die Mehrheit der Unabhän­gigen Reichstagsfraktion bestimmte, das von den Regierungsparteien beantragte Vertrauensvo um abzulehnen. Dann sprach Bre'tschrid über die Mo­tive der 13 unabhängigen Abgeordneten, die sich der Abstimmung enthielten. Gr betonte, dah dem Fernbleiben der 13 Abgeordneten keinerlei Ver­abredungen vorausgegangen find. Vach längerer Aussprache wurde eine Entschliehung angenom­men, in der die Konferenz die Gründe billigt, die die Mehrheit der Reichstagsfraktion zu ih er Hal­tung bewogen haben. Darauf wurde über die Aufnahme der kommunistischen Ar­beitsgemeinschaft beraten und nach kurzer Debatte eine Entschließung angenommen, wonach über die Aufnahme als Mitglied zunächst der Vor­stand des Ortsvereins zu entscheiden hat. Am Schluß der Konferenz wurde ein Protest gegen die Auslieferung der beiden Spanier an die spanischen Behörden beschlossen.

** Steinkohlen-Bezugs-Gesell- s cha f t Giehen. In der am Montag im Post- keller stattgesundenen gut besuchten außerordent­lichen Hauptversammlung wurde in be^ug auf die Bewirtschaftung der Brennstoffe, un.er Berück­sichtigung der derzeitigen Verhältnisse, mit S im« menrnehrheit folgendes besch ossen:Da das bis» be ige Eiazahlungsversahren nicht mehr aufrecht­erhalten toerben kann, sollen zur Anlage eines Betriebskapi als, behufs 'Bezahlung der elntresfen- den Brennstofie, (Stammanteile von je kO Mk. für je 30 Zentner zu beziehende Brennstoffe ausgegeben werden. Eme Verzinsung findet nicht statt. Die Einziehung der Anteile, soweit solche nicht unmittelbar eingezahlt werden, soll mit etwa bestehenden Guthaben der Mitglieder ver­rechnet werden. Unbeschadet dieser Einzahlung auf die Stammanteile müs.en jedoch die bezogenen Brennstoffe sofort bezahlt werden.

Vornotizen.

Tageskalender für Donners­tag : In der Räumen des Gesellschaftsver- eins, 7 Ahr: Anterhaltungsabend zum Besten der Gießener Studentenhilfe. Johannes- saal, 8 Ahr: WohltatigkeitSkonzert zugunsten der Kleinkinderbewahranstalt. Astoria- Lrchtspiele, als heute:Der ZirkuSlönig", 2.Teil,Der Kassenraub im Zirkus King". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: Danton".

Konzertverein. Den auf dem Pro­gramme des letzten Konzertes in Aussicht gestellten Solistenabend der Mitglieder des LandestheaterS, Frau Hesse und Herr E n n e h j e l m, verhin­derte der Cisenbahnerstreik und die ebenso von ihm verschuldeten Verschiebungen und Arnderungen im Spielplan. Beide Sänger werden nunmehr vor­aussichtlich Mitte März kommen. Unterdessen ist die Konzertleitung bestrebt gewesen, dem jugend­lichen und schon aus der Höhe der Meisterschaft angelangten Eellokünstler, E. F e u e r m a n n, Ge­legenheit zu bieten, sich als Solist hier Horen zu lassen. Sie entspricht damit dem ausdrücklichen Wunsche einer großen Anzahl von seinem Spiele begeisterter Hörer und hat den Künstler umso lie­ber berufen, als es fraglich bleibt, ob er im nächsten Winter überhaupt zu kommen in der Lage sein wird. Herr Feuermann spielt in diesen Tagen im Leipziger Gewandhaus und am kommenden Sonn­tag und Montag in Frankfurt. Aus diesem Grunde findet das Konzert nicht, wie es in der ersten Anzeige irrtümlich angegeben war und wie es sonst üblich ist, Sonntags statt, sondern am S a m s t a g, den 2 5. Februar, abends Z1/2 Uhr. Der Künstler spielt in Gemeinschaft mit Professor Uzielli die hier lange nicht vorgetragene, zu den reizvollste 1 dieser Art gehörende -X-Dur-Cello- Sonctte von Beethoven und die zweite, he-r- liche Cello-Sonate in b-Dur von Brahms Als Solonummer für Cello al ein hat Herr Feuermann selbst die Reger'sche Suite, op. 131, bestimmt.

Der Verein ehem. Hess. Leib- Dragoner des Kreises Gießen hält am kommenden Sonntag im Hotel Grohherzog seine erste Generalversammlung und daran anschließend eine Familienunterhaltung ab. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder nebst ihren Angehörigen erwünscht, die dem Verein noch fernstehenden ehemaligen Leib-Dragoner sind willkommen.

Die Ortskartelle des Kreises Gießen halten am 25. Februar eine Ver­sammlung im Aquarium ab, in der Herr Westphal über die Tättgkeit der Kommis­sion in Berlin berichten wird. (Siehe Ein­ladung.)

Wettervoraussage

für Freitag:

Vorwiegend wolkig, meist trocken, wärmer, schwache südliche bis westliche Winde.

Das südliche Hoch beginnt unsere Wetterlage zu beherrschen und wird uns Aufheiterung und schwache südliche Winde bringen

tungßabenb. Im Mittelpunkte stand ein Vortrag des Ortsgeistlichen Lic. Professor Jäger, der überZweck, Ziel und Auf­gaben des Evangelischen Bundes sprach. Um­rahmt waren seine Ausführungen von musi­kalischen Darbietttngen. Großen Beifall fan­den verschiedene Trioö (Klavier, Violine, Cello) von Mozart, Haydn und Bach, die von den Studenten Jäger und Friedrich und Frl. Hemberger vorgetragen wurden.

Beuern, 22. Febr. Gelegentlich der Vergebung von Bau - und Werkholz nahm

Bismarck wendet sich gegen die heftigen Angriffe, die verschiedene Zeitungen des Vationalvereins gegen ihn gerichtet hatten.Ich soll," schreibt er, russisch-französische Vorschläge wegen Abtretung der Rheingrenze unterstützt haben und dergleichen älnsinn. Vorschläge der Art sind nie gemacht worden, wir im Gegenteil des russischen Bei­standes seit fast Jahr und Tag ziemlich sicher, wenn wir im Westen angegriffen werden sollten, da Rußland siegreiche französische Truppen in Posen nicht vertragen kann. Es kommt auf etwas mehr oder weniger Verleumdung meiner Person auch nicht an. Ich mochte Sie nur bitten, wenn Ihnen dergleichen Blätter, die sich in pikanter Weise mit mir be-

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Wasche

Schöni fahrig Verlang

Hasselbach aus Climbach aufgewendeten iln- terstützungskosten. Klage des Wilh-llm Haß­ler zu Gießen gegen das Kreisamt Gießen we­gen Versagung eines Wandergewerbescheines. Klage des Althändlers August Weber in Giehen, Marktplatz Vr. 8, gegen das KreiS- amt Giehen wegen Versagung des Wander­gewerbescheins.

** Umlagegetreide. Das Direk­torium der ReichSgetreidestelle hat mit Rück­sicht auf die durch den Verkehrsstreik hervor­gerufene Verkehrsbehinderung den Abliefe­rungstermin des Restes der Umlage für die Kvmmunalverbände auf den 15. Marz d. Is. festgesetzt. Für die Gemeinden des Krei­ses Gießen ist vom Kreisamt der Termin auf d e n 8. M ä r z d s. I s. feftgelegt; es liegt im eigensten Interesse der Erzeuger, diesen Termin einzuhalten, weil Gemeinden und Er­zeuger gemäß Reichsgesetz vom 21. Juni 1921 für die nichtabgelieferten Mengen Ersatz in Geld leisten müssen.

** D i e Militär.renten für März werden den in Giehen wohnenden Empfängern am 25. und 27. d. M. gezahlt. Die Auszahlung der R- erfolgt am 25., die der H= und p-Ren en am 27. Außer den Monatsguittungen für März sind die Iahresbescheinigunzen vorzulegen. Diese dürfen vor dem 25. von den Behörden nicht vollzogen sein.

* Auszeichnung. Dem Gutsbeamten Günter Schröter, Hardthof, wurde die deutsche Ehrendenkmünze des Welt­krieges am schwarzweißen Bande verliehen.

" Der Höch st betrag der Geld­strafe n.Man schreibt uns von zuständigerStelle: Auf Grund des § 1 des Reichsgesehes zur Erwei­terung des Anwcndungsge. iets der Geldstrafe ufw. vom 21. Dezember 1921 haben alle in Polizei­verordnungen angedrohten Geldstrafen als auf das Zehnfache erhöht zu gelten, ohne dah es einer Abänderungsverordnung bedarf. Hierdurch ist also ohne Weiteres jede Uebertretung einer Polizei- Verordnung mit Geldstrafe bis zu 300 Mk. straf­bar. Die Bevölkerung sei auch an dieser Stelle auf jene gesetzlich? Bestimmung besonders hingewiesen. Manche Uebertretung rein formaler Vorschriften läßt sich durch Ordnung und Achtsamkeit leicht vermeiden. Strafbar ist z. B. jede Person, die als Radfahrer die vorgeschriebene Radfahr^arte nicht bei sich führt, und sie einem Polizeibeamten auf Aufforderung vorzuzeigen nicht in der Lage ist. Auch diese Zuwiderhandlung kann in Zukunft von den Gerichten mit Geldstrafe in Höhe von 300 Mk. geahndet werden Es empfiehlt sich deshalb drin­gend, auf die Einhaltung derartiger Vorschriften die nötige Sorgfalt zu verwenden. Durch Achtsam­keit kann manche Mihhelligkeit vermieden und viel Geld gespart werden.

** Die Ge Werks chaftder st ädtischen Beamten trat, wie wir erfahren, dieser Tage zusammen. Die Gewerkschaftsleitung erstrebt eine wesentliche Höherstufung der städtischen Beamten. Die Grundlage bildet ein Manteltarif, der der Stadtverwaltung nach Zustimmung der Gesamt­beamtenschaft zugehen soll.

unsere Gemeinde 600 000 Mart ein, erzielte nahezu 500 000 Mark Einnahme.

Hb. L e i h g e st e r n, 21. Febr. In Kürze tritt der hiesige Polizeidiener Kaspar Bath in den wohlverdienten Ruhestand. 32 Jahre lang bekleidete er sein schwieriges Amt zur vollen Zu­friedenheit der Gemeinde und seiner Behörde. Väth war Mitkämpfer im Krieg 1870/71. Als seinen Vachfolger bestimmte der hiesige Gemeinde­rat unter 8 Bewerbern Gg. Reih, einen Sohn des hiesigen Vachtpolizisten.

Lollar, 22. Febr. Viele Schulen Der Vachbarfchaft haben Ferien infolge Man- geld an Heizungsmateriat. so z. B. 'Frohnhau en, Bell h'rasen,Sichertshausen, Hassen- Hausen and Leihgestern

' Trais-Horlofs, 21. Febr. Am kom­menden Sonntag findet hier im Gasthause von Hahn ein Vortrag derLandwirtschafts- lammet statt. Landwirtschaftsrat Dr. May spricht überBodenbearbeitung und Viehzucht"

Weickartshain bei Grünberg, 20. Febr. Die hiesige Gemeind.ejagd war bisher an Rentner Albers in Lauoach ver­pachtet gewesen, durch dessen Tod aber frei geworden. Der bisherige Pachtpreis war Jahrzehnte hindurch 300400 Mk. Der jetzige Pachtpreis beträgt 5000 Mk. Pächter ist Land­wirt Bing mann von Stockhausen mit noch zwei Herren vvn auswärts. Das Jagdgebiet umfaßt neben einer kleinen Feldgemarkung nur gegen 18 Morgen Wald. Hiervon ist jedoch nur ein einziger Morgen mit eigent­lichem Wald bestanden: die übrige sog. Wald- gemarkung ist mit jungen Fichtenpflanzen, die dem Wild keinen Schutz bieten, bepflanzt

Kreis Alsfeld,

tz Ruppertenrod, 21. Febr. Heute fand hier im Saale desReichs-Adler" die Brenn- und Werkholzversteige- rung aus den Gemeindewaldungen statt. Die Preislage des Brennholzes entsprach der seit- y^r üblichen starken Verteuerung. Das Raum­meter Buchenscheit kostete im Durchschnitt 300 Mark. Das Werkholz kam meist über den Tarif, war aber im Verhältnis zum Brennholz billiger.

Kreis Büdingen.

nb. Geiß -> Vidda, 21. Febr. Bei der frier abgehaltenen Holz Versteigerung wurden für 2 Rrn. Ducken-Scheitholz 1100 bis 1300 Mr. geboten, für 1 Rrn. Reisig bis zu,50 Mk.

nd U n t e r - Schm i t t e n, 21. Febr. Lehrer Otto Schneider ist an die Volksschule zu Gießen versetzt worden. Er hat frier über 16 Jahre segensreich gewirkt and war Bezirks- Vorsteher des Kriegerverbandes Hassia im Bezirk Vidda.

nd Ranstadt, 21. Febr. Eine Kuh des Pächters Hofmann hier brachte drei leben­dige Kälber zur Wett, die zwar etwas Hain, ater alle normal entwickelt waren.

nd Kohden, 21. Febr. Ein hiesiger Land­wirt stellte einen jungen Mann aus Frankfurt in Dienst, der aber schon nach einigen Ta­gen verschwand und Ersah schickte. Auch dieser verließ bald wieder die Stelle. Beide kehrten dann nachts heimlich wieder in die Hof- reite zurück und stahlen ein neues, silberplat- tiertcs Pserdegeschirr. Die Diebe wurden e r -= mittelt und verhaftet.

Kreis Schotten.

nd. Ober-Schmitten, 21. Febr. H-er erschoß sich gestern der 22 Jahre alte Ma­schinenschlosser Julius W. in feiner elterlichen Wohnung. Was den ruhigen und tüchtigen jun­gen Mann zum Selbstmord veranlaßt hat, ist unbekannt. Er war im zweiten Winter Seiler der Gewerbeschule Vidda.

a. Oder-Lais, 22. Febr. Auf Grund'der im Juli v. I. für Hessen erlassenen Pacht­schuhordnung wurde mit den Pächtern des Pfarrgutes der Pfarrei Ober-Lais von feigen des Kirchenvvrstandes eine Vereinbarung ge­troffen, derzufolge der Pachtpreis für Ackerland und Wiesen im allgemeinen auf 250 Marl pro Morgen festgesetzt wurde. Darnach beträgt ab 1921 bis zum Jahre 1921, dem Ende der Pachtzeit, der jährliche Pacht­preis 2377 Mark (seither 189,63 Mark).

Kreis Friedberg.

hr. Stammheim, 21. Febr. Im über» füllten Saale der Gastwirtschaft Geis wurde am letzten Sonntag ein nach jeder Richtung hin wohlgelungener ® e nve inbeabenb der evangelischen Gemeinde abgehalten Vach Begrüßungsworten des Ortsgeistlichen Pfarrer Hamburger ergriff der prakt. Arzt Dr. meb. Lenz das Wort, um über Deutsch- Ostafrika aus feinen eigenen Erlebnissen in dieser

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