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Stellung Langers gemeinsam mit Frankreich

äußersten LinkenStaatSgerichtshc entsteht grober Lärm. DieRechteund

erichtshof"

Der neue Zankapfel um Tanger.

London. 19. Jan. (WTB.) Die ..Times" berichtet über die Möglichkeit einer Wiederanknüpfung der Verhandlungen bezüg­lich Tangers. Großbritannien habe mehr als

und Spanien zu erörtern unter der Voraus­setzung, daß ein internationales Re­gime für Tanger, wie eS vor dem Kriegs­ausbruch in Aussicht genommen worden sei, aus den Beratungen der drei Mächte hervor» gehe. Vor etwa einem Monat hätten die Franzosen einen Vorschlag gemacht, der, wenn er durch geführt worden wäre, auf eine Ausdehnung des Protekto­rates auf die Tanger-Zone hinausgelaufen wäre. Die britische Regierung habe aber der französischen Regieytng mitgeteilt, daß es zwecklos sein würde, die Verhandlungen mit Großbritannien und Spanten auf einer solchen Grundlage zu versuchen.

stattet, seine Waffen zu behalten, anstatt es auf dem Schlachtfelds zu entwaffnen? Poincarö erwidert: Der Präsident der Republik unter­zeichnet keinen Waffen,^llftand. Sie werden nir­gends seine älnterschrift sehen. Abg. Darthou: Pontius Pilatus I Poincarö fahrt fort: Er wolle nur für Dinge verantwortlich sein, die er unternommen habe. (Als ein Mitglied der

Der Regierungswechsel in Rumänien.

Bukarest, 19. Jan. (Tschechoslowaki­sches Dressebureau.) Der König hat die De­mission Take Z'onescus angenom­men und den Führer der Liberalen Bra- t i a n u mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut. Den liberalen Blättern zufolge, wird die neue Regierung bereits morgen gebildet sein. Das Dekret über die Auflösung des Parlaments wird bis längstens Montag ver­öffentlicht werden. 3m neuen Ministerium werden Bratianu das Präsidium, Duea das Aeuhere und Dintila Bratianu die Finanzen übernehmen.

Aus dem Reiche.

Die Wahlen zur Angestelltenversicherung.

Berlin, 19. Jan. Bei den bisher statt- gefundenen Wahlen zur Angestellten- versichrrung (59Bezirke) haben fast über­all (auch in den Großstädten) die Listen der HauptauSschußverbände den Sieg davongetragen. 3nSgesamt erhielten bisher der HauptauSschuh 20 4 DertrauenS- und 396 Ersatzleute, während auf den Afa ound nur 1 23 Vertrauensleute und 276 Ersatzleute entfielen. Die Mehr­heit der Angestellten hat sich damit für die Erhaltung der selbständigen An­gestelltenversicherung ausgesprochen.

bombardieren sich mit Zwischen­rufen. Schließlich aber erklärt Poincarö, Frank­reich müsse die Verhandlungen mit den Alliierten fortsehen, gestützt auf seinen eigenen Wert, und mit allen seinen Freunden auf dem Fuße der Gleichheit sprechen. (Beifall.)

Hierauf ergreift der Abg. H e r r i v t das Wort: 'Das die ändere Politik betreffe, so seien sie der Ansicht, daß die Konferenzen der Geheim- diplvmatie vorzuziehen feien Die Konferenz von Genua sei zu begrüßen. Auch daß Rußland dort vertreten sei. Hier sei das einzige Mittel gegeben, um Rußland dem deutschen Ein­fluß zu entziehen. Wenn ein Mann wie Lloyd George eine so folgenschwere Entscheidung treffe, könne Frankreich sich nicht desinteressieren, aber es dürfe die Frage der Reparationen nicht mit der Frage des wirtschaftlichen Wiederau, b-iueS in Europa verbinden lassen. Deutschland unter Mit­schuld der englischen Finairz suche nach einem Mittel, diese beiden Fragen miteinander zu verquicken. Das fei dieser Tage klar aus den Worten hervorg-gangen die Reichskanzler Wirth vor einer großen Reichst 'gsiomnnssion ausgesprochen habe. Denn mau die Schwäche be­sitzen würde, Deutschland zu gestatten, die Re« Parationsfrage wieder aufzurollen, dann würde man ein Plnrechi begehen. Dieses Manöver müf e die französische Regie ung zunichte machen. Frank­reich habe Deutschland Vorschüsse geleistet. Es sei nicht für die Rot Deutschlands rerantwvrtlich. Sn Hamburg habe er gesehen, daß Deutsch­land sticke Handelsflotte wieder aufbaue, die in fünf Jahren das sein werde, was sie ge­wesen sei. Die Reparationen könne Deutschland nur zahlen, wenn Handel und Industrie die un­erläßlichen Opfer brächten. Herriot schließt, in­dem er 'den Telegrammwechsel zwischen Lloyd George und Pvincarv begrüßt In der äußeren Politik könne man stets auf die älnterskützung der radikalen Partei zählen.

Damit schließt die Debatte, worauf P o i n - car6 die Tagesordnung Aragv annimmt, in der die Kammer die Erklärung der Regierung billigt. Alle weitergehenden Tagesordnungen werden ab­gelehnt und der Tagesordnung Aragv die Priori­tät mit 472 gegen 107 Stimmen zugebilligt. Die Dertrauenstagesordnung wird alsdann mit er­hobenen Händen angenommen.

wg. Gedern, 20. Jan. Von heute an wird der werktags verkehrende Personen- zug 4396 14 Minuten später gelegt und in Gedern um 1 Ahr nachmittags abgelassen. Die Eifenbahndirektion Frankfurt hat damit mehrfach geäußerten Wünschen, besonders von fetten der Eltern der die hiesige Hoflaplanei-- schule besuchenden auswärtigen Schüler. Rechnung getragen. Durch diese Fahrplan- änderung kommt auch das unangenehme Warten in Stockheim auf den Anschlußzug GelnhausenGießen in Fortfall, was eben­falls zu begrüßen ist. Außerdem wurde noch der Leerwagen zu g 5 196, Gedern ab 4.40 Uhr nachm., Hirzenhain an 4.53 Uhr nachmittags, für den Personenverkehr in beschränktem Umfange freigegeben.

dz. Herchenhain. 19. Han. Der hiesige

Aus Stadl und Land.

sießen, den 20. Jan. 1922.

Die Feier der Neichsgründunr;,

Zur Feier des Jahrestages der R e i ch S - gründung fand, wie wir bereits berichteten, auf OSwaldSgarten eine Paradeaufstel- lung des hiesigen Bataillons mit anschließen­dem Vorbeimarsch statt zu der die staat­lichen und städtischen Behörden der Stadt Studentenschaft und Militärverein e auf gefor­dert waren. Manche Erinnerung an frühere Veranstaltungen auf demselben Platze mag den Zuschauern gekommen sein; allgemein war sicherlich die Freude, daß eine militärische Feier der Reichsgrünüung überhaupt stattfin­den konnte, gleich groß die Befriedigung über ihr volles Gelingen. Nachdem die Truppen Paradeaufstellung genommen hatten, hielt der Regimentskommandeur, Oberst Wöll-- warth, eine der Bedeutung des Tages ge­recht werdende kurze Ansprache, die in die Mahnung zur Einigkeit die Voraussetzung des Wiederaufstiegs, ausklang. Unter präsentier­tem Gewehr folgte dasDeutsch land "-Lied, In das ein großer Teil der Zuschauer sichtlich ergriffen und bewegt einstimmte. Der nun­mehr anschließende Vorbeimarsch in Zügen dürfte bei allen Beteiligten, der Truppe und den Zuschauern die gleiche Befriedigung her­vorgerufen haben; er zeugte von der ziel- bewußten Arbeit, die im Rahmen des kleinen uns belassenen HeereS geleistet wird und ließ vor allem erkennen, daß die unbedingt not­wendige militärische Disziplin in den Trup­pen des Standortes nicht nur vorhanden, son­dern ihnen wirllich in Fleisch und Blut über»

(Kitte Erkrankung des Papstes.

R o m, 18. Jan. (WTB.) Nachrichten aus vatikanischer Quelle besagen: Der Papst hustet seit einigen Tagen, aber er wollte das Bett nicht hüten und setzte seine Tätigkeit fori. Morgens willigte der Papst, der leicht fiebert, auf die dringenden Vorstellungen des Kardinals Gaspari ein, das Bett zu hüten. Abends stellte der Arzt fest, daß der Zustand des Papstes unverändert ist.

Rom, 18. Jan. (WTB.) Wie aus siche­rer Quelle verlautet gibt der Zustand des Papstes zu einigen Besorgnissen Anlaß. Das '(Siebet stieg während des TageS auf 39,9Grad. Infolge der großen Ausdehnung des Bron­chialkatarrhs befurchtet der Arzt in An­betracht des Alters des Papstes Kompli­kationen. Heute verließ der Kranke trotz der Bitten der nächsten Umgebung, die ihn da­von abhalten wollte, auf einige Augenblicke das Bell. 3n vatikanischen Kreisen fragt man sich, ob eS dem Papst möglich sei, bis Ende Januar den König von Belgien zu empfangen. Heute besuchte den Papst sein Neffe.

Beschlüsse des Reichsrates.

Berlin, 19. Jan. (WTB.) Der Reichs- rat nahm zunächst den vierten Nachtrags­etat für 1921 an, der insbesondere durch die Abmachungen der Reichsregierung mit den Spitzenorganisationen der Arbei- terund Beamten über die Lohnerhö­hungen und Teuerungszuschläge notwendig geworden ist. Beim Etat des Reichsschatz­mini st e r i u m S schloß sich das Reichsrats­plenum dem AuSscyußbeschluß an, die Ausga­ben für diesen Etat nur noch auf ein halbes Jahr zu bewllligen. Ein Regierungsvertreter erklärte, daß sich die Reichsregierung die Auf­rechterhaltung _ der Regierungsvorlage Vor­behalte. Gegenüber dem AuSscyußbeschluß, die Mittel für den Personalbedarf des Reichs- ministerlumS.für Ernährung undLand- wirtschaft nur noch bis zum 1. Oktober 1922 zu bewilligen, wurde auf Antrag Bayerns die Regierungsvorlage wiederher­gestellt Die Abstriche im Personaletat wur­den nach den AuSschußbeschlüssen angenom­men.

Aach den Ausschußbeschlüssen wurde in erster und zweiter Lesung der E t a t d e r a l l - gemeinen Finanzverwaltung ange­nommen, der für 1922 eine Einnahme aus Steuern, Zöllen usw. von 97 Milliarden 428 Millionen, also gegenüber 1921 ein Mehr von 44,7 Milliarden aufweist, wovon auf die Der- krhrssteuern 30,2 Milliarden entfallen. Der Reichsrat stimmte ferner dem Haushalt zur Ausführung des Friedensver- träges zu, der einen Gesamtzufchuß von 187,5 Milliarden erfordert Zur Tilgung der Reparationen sind 135 Milliarden er­forderlich. Die Ausgaben für die inter­alliierten Kommissionen sind mit 1,8 Milliarden eingesetzt worden. Der Vorsitzende der militärischen Konttollkommission erhält jährlich 1 650 000 Mark. Für jeden Unteroffizier hat das Reich einen Zu­schuß von 138 000 Mk. jährlich zu leisten.

Angenommen wurde schließlich nach den Vorschlägen des Ausschusses daS Haushalts- gesetz und der Reichsh2 ushaltsplan. Der außer- ordenlliche Etat weist einen Anleihe bedarf von 3,1 Milliarden auf. Beträge zur Ver­billigung von Lebensmitteln find in Den Haushaltsplan für 1922 nicht eingestellt wor­den. Der außerordentliche Etat der Reichs- Postverwaltung weist einen Anleihebedarf von 2,4 Milliarden auf, die Relchseisenbahnver- kvaltung einen solchen von 6,7 Milliarden. Der Gesamtfehlbetrag des Haushalts­entwurfs für 1922 beläuft sich auf 181,9 Mil­liarden Mark gegen 162 Milliarden für 1921. Der Reichsrat stimmte ferner einer Ent­schließung der Ausschüsse zu, Der die Reichs­regierung ersucht, die Auflösung des Reichs- sc^ltzministeriums alsbald in Angriff zu neh­men und bis spätestens 1. Oktober 1922 burch- zuführen. ,

wird urteilen!) Poincare fährt tert: 3a> fürchte daS Urteil der Geschichte ntd>t aber ich hasse die Geschichtsfälscher. (Beifall!) AlS der Krieg gegen Frankreich erklärt wurde, war mein einziger Wunsch, den Steg mit dem Beistand aller im Burgfrieden stcherzustellen. Die Minister aller Parteien wurden berufen, um mit dem Präsi­denten der Republik 5U arbeiten. In der Zu­sammensetzung meines Kabinetts hätte ich gerne noch klarer diesen Wunsch nach Zusammenarbeit auSgedrückt Es hing nicht von mir ab, daß das nicht möglich gewesen ist.

Der Ministerpräsident geht dazu über, die mtnisterjelle (SrfKLung zu kommentieren. Die Re­gierung Labe nur ein Ziel, die Ausfüh­rung des F r i edensvertrages von Versailles. Man müs e anerkennen, daß dies daS gemeinsame Znte.'es'e Fiank.eichs und (Eng­lands sei. lieber die Ausführungsmethode gäbe eS Meinungsverschiedenheiten. Er habe nichts von dem zurückzuziehen, was er geschieben habe. Er glaube, daß die Akten studiert we.ben müßten und daß man vorher auf dem gewöhnlichen diplomatischenWege Dvrle eluncen t es­sen müsse, damit jedes MißverBündnis, jede 3m- provisie.-ung und jede lle e raschung ausgeschlos­sen sei. (Beifall in der Mitte.) @r wisse ganz genau, daß die Konferenzen, wie die von Cannes, nicht von der französischen Regierung verlangt worden seien.

Ich weih sehr gut, daß Deutschland behauptet, daß es für den Krieg nicht verantwortlich sei. Eine Postkarte, die von Wllhelm unterzeichnet ist, trügt die Worte:Die Behauptung, dah Deutsch­land Krieg verursacht habe, ist eine schamlose Lüge." Diese Lüge nehmen wir auf unsere Schultern. (Lebhafter Beifall.) D i c Geschichte wird Deutschland unter der Mit­schuld Oesterreichs für den Krieg verantwortlich erttäreft. Deutschland hat die Krstgsschäden durch die Mißhandlungen der Frauen und Greise und der Passagiere der Handelsschiffe erschwert. Die interalliierte juristische Kommission für dieKriegs- beschuldigten hat entschieden daß die Beschul, ig- ten gemäß der Bestimmung des Friedensvertrags von Versailles ausgelicfert werden sollen. Mi­nisterpräsident Poincare fahrt fort: Die fran­zösische Regierung ist der Ansicht, daß die Auslieferung der Kriegs­beschuldigten sobald als möglich verlangt werden muß. Weigert sich Deutsch­land, dann sind im Friedensvertrag Straf- mahnahmen vorgesehen. Das wäre dann eine neue Verfehlung, die vor allen Dingen eine neue Hinausschiebung der Evakuierung deS linken Rheinufers nach sich ziehen würde. Was die Reparationen anbetrifft, so kann die Reparationskvmmissivn nur einstimmig eine Entscheidung annehmen, die die Reparation.n vermindern, die uns geschuldet werden. Die Re- Parationskvmmission hat einen Aufschub bewilligt, aber die Alliierten müssen von Deutschland go Difse ZahlungSgarantien verlangen. Frankreich form selbst gegen zeitliche Befriedigung Rechte, die es aus dem Friedensvertrag hat, nicht auf» geben Frankreich wird auch den Grundsatz der Priorität zugunsten feines Verbündeten BÄgien aufrechterhallen. Deutschland hat nicht LaS Recht, die Revision des Frie­den Sv er t r a g c & z u verlangen. ES darf bafe nicht einmal auf Umtoegen tun. (Driand ruft: 3n Genua tmi e! das nich tun.) PoincarS antwortet: Zwingen Sie mt.j nicht, auf Einzelheiten einzugehen. Driand erwidert: Die Tagesordnung der Konferenz zeigt, dah diese »Konferenz eine rem wirtschaftliche und finanzielle -sein wird, und daß in keinem Augenblick die ^unterzeichneten Verträge diskutiert we.den können. »-Die zeigt ferner, dah auch die Reparationsfrage nicht auf der Tagesordnung stehen wird. Pvin- carö antwortet: Deutschland wird indirekt rei- suchen, die Frage aufzuwerfen, und deshalb hat der Reichskanzler sagen können, dah Deutschland sein Ziel erreicht habe. Sagen Sie, dah Frankreich und die Alliierten nicht gewollt haben, dah der Friedensvertrag von Versailles in Genua in Frage gestellt w rde; aber sagen Sie nicht, dah Deutschland das nicht gewollt habe Driand erheb! sich und erklärt: Wir und unsere Alllier- ten würden alsdann nicht zögern, uns von der Konferenz zurückzu i hen, wenn Deu s hland eine solche Haltung einnehmen sollte (Bei Aba. Blum ruft: Es ist überzeugend, da; Deutsch- lanb diese Frage stellen wird. P 0 incarß antwortet: Sie haben vollkommen Recht, denn ohne dies würde die Konferenz von Genua zu nichts dienen. Der Abg Blum prüzidiert das, waS er vorher gesagt hat, indem er hinzufügt: Wir sind der Ansicht, dah daS Revarations- prvblem von den allgemeinen Problemen der Wiederoufrichtung Europas abhln^t. Der Abg. H e r i 01 ruft dazwischen und zahlreiche Abgeord­nete stimmen ihm zu: Nein, Nein! Abg. Dlum erwidert: Aber das ist doch der Gedanke, dar die Konferenz von Genua inspiriert hat.

Poincare fährt fort: Driand hat gesagt, daß alle Garantien in Cannes geaen Deutschland getroffen seien. Alle Vorsichtsmaßnahmen wür­den von Frankreich ergriffen werden. Was Ruß­land anEeteefre, so habe man ebenfalls in Cannes Garantien geschaffen, namentlich was die An­erkennung der Schulden Betreffe Es wäre aber logischer gewesen, dah die Annahme dieser Be- btnflungen iter «Änladung vorauSgegangen wäre. Der Ministerpräsident spricht alSdann von der Anaora-Angelegenheit. D.e'es Lbkom- man habe die Ruhe im Orient zwischen den Türken und Franzosen heraestelll. aber nach der Schnee- fchmelze könnten die FeindseligkeitLN zwischen Griechenland und den Kemalisten wieder aus­genommen werden. Was also geschehen sei, sei nur provisorisch 3n der Tanoer-Ange- legenheit werde die französische Regierung versuchen, 6efnebigenbe Losungen zu finden, um jedes Mißverständnis zwischen Frankreich und. England zu beseitigen. Lloyd George sei auch bier der Ansicht, dah der französisch-britische Pakt die Krönung der Anstrengungen sein müsse.

Poincare spricht alSdann von den militä­rischen Vorbereitungen in Deutsch­land. Die Sozialisten hatten erflärt, dah ihre französischen Freunde von den deutschen Arbeitern afftamiert wurden. Dieselben Arbeiter hätten aber Haubitzen versteckt. Abg. Von- court ruft dazwischen: Ohne die deutschen Ge- wertschaften hätte General Rollet seine Ausgabe nicht durchführen können.

PoincarS fährt auf den Zwischenruf Bvncvurts weiter fort: Die Alliierten seien verpflichtet ge­wesen, Garantien gegen Deutschland zu nehmen. Sr wolle gern annehmen, daß Deutschland sich demokratisiere urrd pazifisttsch werde, aber in­zwischen müsse et, wie Driand daS in Washington gesagt habe, feststellen, daß Deutschlandwe- der moralisch noch materiell ab* I

** Falsche Reichsbanknoten z u 100 0 Mark der Ausgabe vom 21. April 1910 sind festgestellt worden. Die Zaischstücke sind im Griff glatter, härter und kräftiger als die echten Scheine und Heben bei starkem Druck am ange­feuchteten Finger. Die Faser-streifen sind durch bläuliche Druckstriche geschickt vorgetäuscht. (Die Striche lassen sich mit einer Nadel nicht civheben.) Die Fälschung ist im photographischenSrudtxr- fahren auSgeführt und zwar die Zeichensorm in Verbindung mit Ausfertigungsdatum und Unter* sch iften. Die nach echten Noten bräunlich ab={ gestimmte Kopie zeigt das NvtenbiW in allenj Einzelheiten doch merklich verschwommener und» fleckiger. Weiter ist herdorzuheben, daß die Num­mern ein dickes, mattvecschwvmmenes Thpenblld zeigen und daß die in der photographischen Kopie nur leicht angedeuteten Stempel durch mehrmali-, gen grünen Ausdruck in doppelter Zeichnung' unklar nachgebildet sind. Nummern und Stem­pel machen die Fälschung alS solche gut kenntlich.

Zur Beachtung!

Um Verzögerungen und unnötige Kosten zu vermeiden, bitten wir erneut, darauf zu achten, daß füralleAnfragenundZu- schriften geschäftlicher Art unsere Geschäftsstelle (Telephon Nr. 51) zu­ständig ist; insbesondere müssen alle Auf- iräge für den Anzeigentell dorthin gerichtet werden.

Die Redaktion (Dchriftleitung), Telephon Nr. 112, kommt lediglich für Ange­legenheiten, die den Text teil betreffen, in Frage.

**®ttneuc MilchpreiS. Die Vertreter des Städtebundes' und der Bedarfsaemeinden ver­handelten in Frankfurt a. M. mit den Vertretern der Landwirlschafi über eine weitere Erhöhung des Stallpreises für Vollmilch. Eine Einigung kam nicht zustande. Die Dertyeter des Stadte- bnndeS erklärten sich jedoch bereit, berechtigten Forderungen der Landwirtschaft entgegenzu­kommen und ab 21. (Januar 1922 einen Stall- Preis von 4 Mk. für den Liter Vollmilch (seither 3.50 Mk.) zu bezahlen. Der Kleinverkaufspreis erhöht sich hierdurch von 5 Mk. auf 5.50 Mk.

'"Gestohlen wurden am Montag kurz nach 7,Ähr morgens aus einem unverfchlosienen Vvr- vlatz nachfolgende Kleidungsstücke: 1 hellgrauer lleberzieher, 1 grünliche Zvppe, 1 dunkler Rock mit bläulichen Streifen, 1 brauner Rock, 1 grüm sicher Filzhut, 1 schwarzer Regenschirm und eine graue Patschfappe. Dor Ankauf wird gewarnt.

Bornotizen.

- Tages ialender für Freitag. 2tadttHeater, 7 ilfcr:Die Schmet erlings'chl cht"

Hörsaal. B aird'-satz 4. 8y« Ubr: Hölderlin- Abend. After a-Lich'spie'e, bis e.nschl S)nn- tag.5er geheimnisd Ile Do ch". Lich '.piel- haus, Bahnhofstraße, bis cinschl^ ©onrtag: .Der SchruBieler der Herzogin" undDer Richter von Zalamea".

Hermann-LönS-Abend. AlS der Reritator Dr. F. C a ft.e l l e, 62t zu d e'em Adrnd wiederum nach Gießen kvmmo" wird, zum ersten Male an einem Abend zugunsten der Gedächtnis- spende mitwirkte, da konnten wir über den Künst­ler Jn unserem Blatte folgendes berichten: . . . Mit Feuer und Einsachhett zugleich zu Gehör gebracht, wirkten die Vorträge äußerst warm. Den Höhepunkt seiner Darbietung aber stellte Wohl derScteDebenftunn auS dem Wer­wolf von H. Löns dar. Die Erzählung war von solcher Lebendiakeit, daß sie fast atemlos aus­genommen touroe. Die echte helle Freudigtel! und Schlichtheit Eastelles fand ehrliche Anerten^ nung . .." Damals wurde allseitig der Wunsch laut, den Künstler einmal in einem reinen Her mann-Löns-Abend zu hören. Man ist daher dem Bund zur Pflege von Musik und Literatur y.i Dank verpflichtet, wenn er unseren hiesigen Kunst­freunden am nächsten Sonntag die Gelegenhett zu dem seltenen Genüsse eines Hermann-Löns. Abends diese« Künstlers gibt (S. heutige An­zeige.)

Der Alice-Schul-Verein e. V. für Frauenbildung und -erwerb beginnt feine Sommerturse in Kochen, Sch ieite.it, Wci'nähen, Handarbeiten und Bügeln am 7. März; das Seminar für technische Lehrerinnen, das Frvbel- Seminar für Kindergärtnerinnen und die diesem angeschlossene Kindervsiegerinnens hule fangen do gegen erst am 19. April an. Anmeldungen und nähere Auskunft in den Schulhäusern Stein- sttaße 10 und Gartenstraße 30.

Landkreis Gießen.

X Dieseck, 19. Jan. Samstagabend für die Großen und SonntagnaHmittag für die Kin der wird unsere Klnderkirche ihr durch die Grippe immer wieder verschobenes Dühnenspiel ..Weihnachts-Schneeflvcken" von Ilse Pvsseldt im Saal von Wilbelm Dvrfeld aufsühren. Wit De geisterung wird schon seit Wochen geübt; gilt es doch etwas zu tun für unsere neue Glockc. 2luf fünf Bilder verteilen sich verschiedene Reigen, und der musikalische Teil wird von bewährter Kräften besi ritten. Nach langer Llnterbrechung durch die Grippe beginnt diese« Freitag die Volkshochschule; Dr. Schnabel zeigt die letzten seiner Lichtbilder auS dem Deutschen Hy- gierte <2Hufeum.

Kreis Schotten.

gerüstet habe. Der Abgeordnete Ch a u ff a 11 einmal angeboten, die zukünftige politische ruft: Warum haben Sie dem deutschen Heer ge- 1

gegangen ist. Neu gegen früher war, dah die berittenen Offiziere zu Pferde waren, was bei der verhältnismäßig geringen Truppen­stärke dir militärische Wirkung entschieden er­höht haben dürfte. Kommandiert wurde die Parade durch den DataillonSkommandeur, Oberstleutnant Fett.

Wettervoraussage für Samstag:

Dunstig, wolkig, leichte Niederschläge Tempe- __

ratur um 0 Grad, wechselnde Winde. I Z w e i g v e r e 'i n v v m V HUnnte am Sanis--

Die Wetterlage hat sich noch nicht wesentlich I ragabend als Gäste Schwestern und Brüder des

geänderp -ZweigdereinS Frankfurt a.M. Le-

i grüßen. Der Abend verlief in gemütlichster und