Mittwoch, 18- Januar 1922
172. Jahrgang
Erster Blatt
Die ein
Ein Telegrammwechsel zwischen Poincars und Lloyd George.
Die Not der Zeitungen.
Berlin. 17. Ian. (WTB.) Die immer um erträglicher werdende N o t des deut sch en Zeitungswesens hatte Montag und Diens- tag dieser Woche die Vertreter der deutschen Verlegerschaft aus allen Teilen des Reiches zu ernsten, schwerwiegenden Beratungen in Potsdam zusam-- mengeiührt. Die Versammlung nahm nach ausgiebigen Besprechungen einstimmig folgende E n t-
Die auswärtige Politik in der französischen Kammer.
könnte.
Paris. 18. Jan. (WTB.) Havas meldet aus Washingwn, man kündige offiziös an. dafe der Gesetzentwurf über die Konsolidierung der alliierten Schulden bereits die Zustimmung des Präsidenten Har- ding gefunden habe.
schaftskonferenz, die am 8. März in Genua beginnt, eingeladen. Lloyd George wird an der Konferenz teilnehmen und man erwartet, das; er etwa zwei Wochen von England abwesend sein wird. Seine Ratgeber in Wirtschaftsf ragen werden sein: Sir Robert Hörne, Sir Basil Blackett und eine Anzahl von Vertretern des britischen Schatzamts. Angenommen, daß die Delegationen und das Sekretariat jeder Nation durchschnittlich 40 Personen umfassen, werden an der Konferenz von Genua etwa 1000 Personen teilnehmen. Die Konferenz. wird daher wahrscheinlich die gröf-itr bisher abgehaltene Konferenz ihrer Art sein. Wie verlautet, haben bereits die meisten der eingeladenen Länder ihre Annahme mütgeteilt. Es steht noch dahin, ob die britischen Dominions auf der Konferenz vertreten sein werden. Laut Affv' ciated Preß sollen sie eingeladen werden, wenn sie den Wunsch ausdrücken, auf der Konferenz vertreten zu sein.
Die Absicht her Sowjet-Negierung.
Kopenhagen. 17. Jan. (WTB.) Wie die „DerlingSke Tidende" aus HelsingfvrS meldet, wünscht die Sowjetregierung bei der Wirtschaftskonferenz in Genua folgende Fragen zur Beratung zu bringen: Bezahlung der russischen Staatsschulden. Schadenersatz für die Verluste infolge Intenven- tion fremder Mächte, Zurückgabe der russischen Handelsschiffe, die von Denikin. Judenitsch und Wrangel weggenommen wurden, Regelung der ostßbirischen Frage, wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands, Regelung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Auslande, Regelung des KvnsulatSwesens, Erörterung der Valutafrage. Die Räteregierung hat eine besondere K van Mission unter Leitung Tschitscherins € mannt, die diese Fragen im einzelnen ausarbeiüen soll. Als Vertreter der Räteregierung auf der Konferenz in Genua sind Tschitscherin und Lunatscharski ausersehen worden. Lenin wird unter keinen Umständen an der Konferenz teilnehmen.
Amerika und die Kriegsschulden.
Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 300Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 '»Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gtetzen.
verhindern könne.
3m weiteren Verlaufe seiner Rede tarn der Reichskanzler auf die große Partei! o a l i - t i o n zu sprechen. Er bitte alle, die sich für die Erweiterung der Regierung interessieren, sich für das große Problem in den nächsten Tagen zu interessieren, das sehr leicht Fundamente für eine größere Regierung abgeben könne. Die Plattform, auf die man da treten könne, sei kein glatter Salonboden, sondern ein Boden, der an eine Art Folter erinnere, wo man bei jedem Schritt bald in indirekte, bald in Desihsteuern hineingerate. Das sei die Plattform, wo min zeigen könne, daß man bereit sei, unter Opferbringen eine große Verantwortung zu übernehmen. Die Koalition auf breiter Basis müsse eine Regierung auf längere Sicht sein. Die näch- ften Tage würden uns vor außerordentliche Aufgaben stellen. Die Lösung in Cannes sei keine definitive, die große Bereinigung stehe noch aus. Die allergrößte Frage, wie die Völker überhaupt unter den Reparationslasten nebeneinander leben wollen, sei noch vollkommen offen und könne überhaupt erst gelöst werden, wenn der wirtschaftliche Schwerpunkt der Welt, Amerika, sowohl wirtschaftlich wie finanziell geneigt sei, sich für Europa zu interessieren. Wer wissen wolle, wie weit die Erkenntnis von der Gesamtsolidarität der Welt
(Eine Reichskanzlerrede auf dem Ientrums- parteitag.
Heute ist der Tag der Reichsgründung. und da gehört eine Stunde auch wieder der Einkehr in die Bedürfnisse der DolkSgesamtheit, wie sie die Erinnerung an das Mnzendste Ereignis unserer neueren Geschichte vor uns hinstellt. Einigkeit und Recht und Freiheit — diese Worte sind heute keinem denkenden Deutschen eine bloße Phrase. In der augenblicklichen politischen Lage scheinen sie uns aus allen Sphären zugerufen zu werden; die Vergangenheit und ihre Toten rütteln die Gegenwartsmenschen auf, der Mahnung Gehör zu geben. Der Reichskanzler Dr- Wirth sprach gestern auf dem Zentrums- Parteitag von einer bevorstehenden Erweiterung der Regierung und bat alle Vvlkskreise, sich in den kommenden Tagen lebhafter für das große Problem zu interessieren. Wir können uns über die Daseinsfrist des gegenwärtigen Reichskabinetts heute, am Reichsgründungstage, kein festliches Bild entwerfen, und es hätte keinen Zweck, gerade jetzt zu prüfen, was recht und falsch, was Erfolg oder Schicksal war. Der Gedanke der Volksgemeinschaft ist nicht in erster Linie auf dem Boden der jetzigen Regierungskoalitivn erwachsen. Es wäre aber erfreulich, wenn die Parteigegensätze sich jetzt angesichts der außenpolitischen Lage, wie sie der Reichskanzler schllderte — noch bedeutsamer, wirksamer und verdienstlicher waren zweifellos die gestern mitgeteilten Vorhaltungen Rathenaus vor dem Obersten Rat, die in llarer Weise nachwiesen, welch unannehmbare, unerfüllbaren Forderungen an das geschlagene Reich gestellt wurden — etwas ausgleichen würden. Notwendig ist eine Einigung in den Steuerfragen; kommt sie nicht zustande, dann wird Herr Wirth freilich das Feld räumen müssen. Notwendig ist aber vor allem ein Zusammenarbeiten aller Parteien zur Vorbereitung für die Konferenz von Genua! Der Beginn dieser Konferenz, der 8. März, muß für uns eine noch hoffnungsvoller leuchtende Gegenwart heraufführen, als der heutige Amblick am Tag der Reichsgründung sie uns aufzuzeigen vermag.
Paris, 17. Jan. Nach einer Havas- meldung aus Washington sollen die Verhandlungen über die alliierten Kriegsschulden bei Amerika ausgenommen werden, sobald der Kongreß die Ermächtigung dazv. erteilt. Zunächst würde mit England und daran anschließend mit den anderen beteiligten Nationen verhandelt werden. Man glaube zu wessen, daß von der amerikanischen Regierung' die Lage jedes einzeltten Landes sorgfältig geprüft, und daß dabei gewissenhaft den Eimnahmequellen Rechnung getragen werden solle, deren eS sich zur Abtragung seiner Verpflichtungen bedienen
daß die Wirtschaft der ganzen Welt eine Ver- ständigung der Menschen vorausseht, dieses Ziel habe Deutschland auf feinem Leidenswege von London am 10. Ma i bis Cannes erreicht. Hinsichtlich der Wirt- schaftskonferenz in Genua erklärte der Reichskanzler, man sehe, daß dem Gedanken Bahn gebrochen worden sei, daß nur die Solidarität der Völker, mindestens in wirtschaftlichen Fragen, die große Katastrophe der Weltwirtschaft überhaupt
Berlin, 17. Jan. (Priv.-Tel.) volksparteiliche „Zeit" erfährt, daß Steuerkvmprvmiß zwischen den Unterhändlern des Zentrums und der Sozialdemokraten nunmehr zustande gekommen sei. Es bedürfe nur noch der Zu- timmung der beiden Fraktionen. Die sozialdemokratische Reichsta^sfraktivn wird heute nachmittag zu dem Kompromiß Stellung nehmen. Weiter soll heute nachmittag eine Besprechung im Reichsfinanzministerium mit den Vertretern anderer Parteien, auch der Deutschen Volkspartei, stattfinden, in der diese mit dem Inhalt des Kompromisses bekanntgemacht
werden sollen.
Entgegen der Meldung der „Zeit" er- llären „B.T." und „Vorwärts", daß die Aussichten für ein Kompromiß noch völlig unklar seien. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion werde erst Mittwoch nachmittag endgültige Beschlüsse über die Haltung der Mehrheitssozialisten in der Steuerfrage fassen. Wie der „Vorwärts" schreibt, wird die Fraktion eine schwierige und verwickelle Lage vor- finden. Das Blatt ertlärt, daß die Sozialdemokratie weiter den Gedanken der Erfassung der Sachwerte vertritt, daß sie aber auch Bereit ist, unter gewissen Voraussetzungen an den Verbrauchssteuern mitzuarbeiten.
die Regierung über die allgemeine Po- liti k zu interpellieren. Ferner hat der Abg. San gniet ein Ersuchen um Inter- >ellation Über die auswärtige Politik der Re gierung und Über die Pläne bezüglich der wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas eingebracht.
Paris, 17. 3an. (WTD.) Wie Havas mitteilt, wird bejr Abgeordnete Bonnet den MinisterpräsidewtLN über die Durchführung der Resolutionen interpellieren, die der interalli-' ierte Ausschuß zur Begutachtung der Leipziger Kriegsbeschuldigtenprozesse dem Obersten Rat unterbreitet hat.
Die Konferenz in Genua.
London, J7. Jan. (WTB.) Wie gemeldet wird, werden außer den Vereinigten Staaten alle Nationen in Europa, etwa- 25 an der Zahl, zur Teilnahme an der europäischen Wirt-
Pa r i s, 17. Ian. (WTB ) Havas zufolge hat Poincaröan ^e Mi isterprasiden'en der alliierten Regiei-ungen Begrüßungsteleg anune gesandt. Tas Telegramm an Lloyd Ge> orge hat folgenden Wortlaut:
Ich lege Wert daraus, Ihnen im Namen der französischen Regierung die Versicherungen, die ich im Lause unserer freundschaftlichen Besprechung am Samstag aus eigenem Antrieb and persönlich gemacht habe, zu erreuern. Frankreich wird sich beeilen, die Prüfung der verschiedenen Fragen, die ge enwär ig zwischen England und ihm schweben, in freundschaftlichstem Geist wieder aufvinebrnm. Ich hege die Hoffnung, daß es uns gelingen w>rd, sie durch gegenseitiges Vertrauen zam Besten der Interessen u 'serer beiden Länder zu lösen. Die französische Regierung ist überzeugt, daß es d n beiden Völkern, die aus den Sch achtseldern für ein und dieselbe Sr.che so eng vereint grkimpst haben, gelingen wird, in genieinsamem Ei. vernehmen unter Aufrechte haltrng des europo'.fchen Friedens die Durchführung der Ver- träge, die sie unterzeichnet haben, and die Reparationen für die durch die Invasion verursachten Schäden ficherzaste'len.
Lloyd George sandte folgendes Antwort - telegramm: Mit großer Befriedigung haben meine Kollegen und ich Ihre im Rainen der neuen französischen Regierung abgegebene freundschaftliche Bestätigung der Versicherungen entgegengenommen, die bei unserer persönlichen Aussprache am letzten Samstag ausgetauscht wurden. Die britische Regierung hat in einem vor kurzem veröffentlichten Dokument die Politik enger Zusammenarbeit, die sie mit Frankreich aufrecht zu erhalten wünscht, in großen Linien dargelegt, so daß jede Wiederholung ihrer Ansichten an dieser Stelle sich erübrigt. Es mag genügen zu sagen, daß wir die Sicherheit des französischen Gebiets gegen einen deutschen Angriff, die Bezahlung der Frankreich für seine zerstörten Gebiete geschuldeten Reparatw- nen und die Aufrechterhallung der Bestimmungen des Versailler Vertrages als gemeinsame Interessen des französischen uird britischen Volkes betrachten, die beide Staaten gemeinsam verteidigen müssen. Wir wünschen lebhaft und wir sind glücklich, festzustellen, daß Sie denselben Wunsch hegen, die unerledigten Probleme in der Weise zu regeln, daß das enge Einvernehmen zwischen Ihrem Dolle und dem unsrigen durch nichts gestört werden kann, und daß der Gerst der Kameradschaft, der zwischen uns in Kriegszeiten geherrscht hat, uns weiter beseelt bei t^n hohen Ausgaben, die darin bestehen, die Volker Europas durch einen gerechten und dauerhaften Friedenspakt zur Einigung zu bringen.
Berlin, 17. Ian. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Zentrumsparteitages ergriff der Reichskanzler das Wort. Er stellte fest, daß die Verhandlungen des Parteitages ergeben hätten, daß die Gesamtrichtung der Politik der Reichsregierung von der Zentrumspartei im großen ganzen gebilligt wurde. Untere Politik, wenn sie Zentrumspolitil sei, sagte der Reichskanzler, müsse ihre Kraft aus den Quellen der christlichen Weltanschauung schöpfen, die es zur sittlichen Pflicht mache, in keinem Augenblick unserer Geschichte, vor allem dann nicht, wenn sie nach einer großen Katastrophe neu anhebe, und in keinem Augenblick vaterländischen Unglücks die Hände in den Schoß zu legen. In keinem Augenblick dürfe die Zentrumspartei aus parteipolitischen Erwägungen sich von der Verantwortung drücken. Es sei kein Leichtes gewesen, gegenüber der ungerechten Entscheidung in Genf über Oberschlesien die Politik des Reiches weiterzuführen. Man müßte an der menschlichen Vernunft und an den Menschheitsgedanken überhaupt verzweifeln, wenn es nicht möglich sein sollte, auch in dem Chaos, das die ganze Weltwirtschaft jetzt umgebe, schließlich wieder dem Gedanken der Vernunft freie Dahn zu schaffen. Gegenüber den Vorwürfen wegen Unterzeichnung des Ultimatums erinnerte der Reichskanzler, daß er schon bei der Annahme des Ultimatums sagte, daß die wirtschaftlichen Folgen den Gegnern zur Last fallen. Das damals Gesprochene sei heute noch als richtig anzusehen. Damals sah die gesamte Welt die Lage nur politisch, nicht wirtschaftlich. Heute sei er dessen gewiß, daß man auf der Gegenseite über die Zahl der Milliarden, die das deutsche Volk zahlen solle, und über die wirtschaftliche Bedeutung dieser Milliarden sich überhaupt nicht unterrichtet hatte. Heute habe man in allen Ländern gelernt, was Milliarden an Geld eigentlich wirtschaftlich bedeuten. Wäre das deutsche Volk in der Lage, allesbuch st üblich zu erfüllen, hätte es Nahrungsmittel
und Rohstoffe, um durch die Erzeugung
und den Verkauf die Versailler und Lon
doner Bedingungen buchstäblich auszuführen, und wäre es so boshaft, es zu tun,
so würde, abgesehen von den deutschen Schornsteinen, kein Schornstein in der ganzen Welt rauchen können. Sei, so fragte der Reichskanzler, die große Katastrophe damit wieder gut gemacht, daß nun ein einziges Volk isoliert herarsgehoben werde, daß man das deutsche Voll a -i s p r e j ! e. wie eine Zitrone, um es dann als ausgewischt aus der Geschichte beiseite zu legen? Die Kaufunkraft des deutschen Volles, hinzugesetzt zu der Unfähigkeit der östlichen Vö.ker werde den Welt banke rott unter allen älmständen herbeiführen. Der Gedanke der Wirtschaft and Solidarität aller wirtschaftstreibenden Völker der ganzen Welt müsse als großes Prinzip der internationalen Politik von Mund zu Mund, von Ohr zu Ohr und von Volt zu Voll weitergetragen werden. Telegierie alrer Völker müssen sich über die WirtichafÜ- und Finanzprobleme und damit
fortgeschritten fei, werde es merken können aus ( unserer Note an Frankreich. Als der Gouverneur < der Bank von England Havenstein eröffnen liefe, . daß unter den Deutschland auferlegten Zahlungsbedingungen Kredite in England für Deutschland zu Reparationszwecken nicht zu erhalten seien, war das der Moment, in dem das deutsche Volk, ohne daß man ihm auch nur mit einem Iota den Vorwurf der älnausrichtigkeit machen durfte, seinen Gegnern sagen tonnte: „Bitte, setzen Sie sich zusammen und prüfen Sie angesichts dieses für Die ganze Welt bedeutungsvollen Spruches die Leistungsfähigkeit Deutschlands nach." Diese Prüfung sei nicht abgeschlossen, aber es sei nicht zu erwarten, daß von heute auf morgen, nachdem die großen politischen Fragen viele Iahre lang diskutiert worden sind, dieses Problem in ein paar Tagen endgültig vom Tische der europäischen Völker pLrschwinden werde. Was wir brauchen, ist ein aufrichtiges Bekenntnis, daß es uns innerpolitisch Emst ist, die Finanzen des Reiches in Ordnung zu bringen. An Gegensätzen über die Frage der Steuern und ihrer Verteilung fehle es im Zentrum nicht, aber die parteipolitische Befähigung zeige sich darin, daß wir ein Kompromiß zustaudebringen werden, dafe beider- eits, bei den Besitzenden und Nichtbesihenden, als ein anständiges Kompromiß angesehen werden kann. Sei es nicht möglich, dieses Kompromiß zu finden und mit der Mehrheitssozialdemokratie zu einem Kompromiß zu kommen, so fei innerpolitisch unsere Politik gescheitert. Wenn die Regierung nicht imstande sein sollte, die Probleme der Verbindung mit den Parteien, die guten Willens sind, zu lösen, so sei sie in offener Feldschlacht im Reichstags- Plenum zu stürzen. Wenn sich Leute fänden, die bereit seien zur Lieber nähme der Verantwortung, die Besseres leisteten und sich mehr anflrengten als das Zentrum, dann sei für das Zentrum die Zeit gekommen, sich parteipolitisch und persönlich einmal etwas auszunihen, aber nicht, um in prinzipielle Opposition zu treten. Wenn man ein Volk vor sich sehe, das immer nur auf ein paar Monate Brot zur Verfügung habe, und dessen Valuta von heute auf morgen geschäftliche Entschließungen umwerfe wie ein großes Kartenhaus, dann überlege man es sich dreimal, ob jetzt die Zeit gekommen sei, ein solches Volk nach dem Schlag'wort zu spalten, daß jetzt die große Entscheidung zwischen links und rechts gekommen sei. Keine Schlagwortpolitik, sondern Realpolitik! Politik treiben heiße für das Zentrum, auch Opfer zu bringen, steuerlich wie politisch. Die Zentrumspartei sei ein dienendes Mittel, um das deutsche Volk und die deutsche Nation zu retten. Die Zentrumspartei, die zum Teil die gefährdeten Bezirke Deutschlands im Westen, das Rheinland und die Pfalz, vertrete, sei die Partei, die gerade die deutschen Randgebiete wieder mit dem nationalen Gedanken der großen Einheit und Geschlossenheit unseres Volkes erfüllen müsse. Es sei nicht gut, wenn in den Reihen der Zentrumspartei das Schlagwort ausgekämpft werden solle: Hie LInitarismus, hie Föderalismus! Es fei notwendig, daß im Zeitalter der Katastrophe die Kräfte mehr zusammengefaßt werden. Daß da die Länder auch Opfer bringen müßten, sei ganz flar. Man müsse über die engen Grenzpfähle der Heimat hinaussehen. Neben Hes -
: sen. Sachsen, Baden und Bayern gebe ; es auch noch Thüringen. Daneben müsse ’ man auch noch Verständnis haben für die große ■ Geschlossenheit des preußischen Staatswesens. : Man könne nicht mit einem Kochlöffel in der : ganzen Sache herumrühr en und nur von einem : Zipfel unserer heimatlichen Erde aus unsere i Reichspolitik treiben wollen. Gerade am Zen- • trum solle man sehen, daß es seine Wurzeln hat t in der nationalen Einheit unseres Vaterlandes.
auch über das Problem der Leistungen unter hat-1 die ihm über alles gebe. Der Dienst am deutschen ten Tiefes Ziel, daß man in der Welt wi.t- Vaterland und Doll und die Arbeit an seiner
schädlich sehe und die Verbreitung der Erlenntnis, | Freiheft ist für uns Gottesdienst und Christen-
. .. . . — ' -—* •*— ------ rm.ti — rn-"— dienst, ist die große Liebe, die nicht nur das
eigene Doll in sich begreift, sondern auch im
Dienste der Menschheit allen, die Menschenantlih tragen, etwas Gutes tun Witt.
in. 15
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Berlin, 17. Ian. (WB, In der heutigen Schlußsitzung nahm der Reichsp irteftag Der deutschen Zentrumspartei 3 Resolutionen an, die sich auf Oberschlesien, das Saargebiet und das besetzte Rheinland beziehen. Die Annahme der Resolutionen erfolgte aus Antrag d.s Reichsministers a. D. Dr. Dell. In dem Schlußwort stellte der Präsident $)r. Porsch "jct, daß die Partei geschlossen hinter der Politik des Reichskanzlers Hebe.
Ein titaietlompromife?
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Druck und Verlag : Vrühl'sche Univ.-vuch- und Zleindruckerei H. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und vruckerei: Schulstrahe:?.
schliehung an: .
Die in Potsdam zu einer Vorstands- und De legiertensihung aus allen Teilen Deutschland zahlreich zusammen gekommenen Vertreter des Vereins deutscher Zeitungsveuleger (Herausgeber der deut- schen Tageszeitungen) e. D fühlen sich, gedrängt von der Schwere der auf ihnen lastenden ^toant Wortung für die Erhaltung der deutschen politischen Tagespresse, verpflichtet, mit ernstem Nachdruck Paris, 17. Jan. (HavaS.) Der Ab- auf die Gefahren hiuzuweisen, vvn denen die deutgeordnete Ba renne ist vvn der s v z i a - sch- Presst: bedroh-: wird Die Mittel undgrafte listischen Gruvve aufgefvrdert worden.I vrivater Mtzungs- und Abwehrorgamsationen


