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ihnen

Starkenburg und Rheinhessen.

®egi2rttoart Wirllrchlett

Frankfurter Theater.

Frankfurts. M, 15. 2lug. 1922.

trotz ihres noch schwächlichen Zustandes nach Deutschland bringen solle, wehrte er energisch ab und riet, wenigstens so lange zu bleiben bis die Mumifizierrng des Knaben Zsmais xi Ende geführt fei.

Zsmais war nicht mehr erwacht. Die Aerzte und auch Perzelius selbst hatten alles Vers uht, um il)!!v der vielleicht nur scheintot war, wieder zu beleben. Man hatte sogar insgeheim em en eingeborenen Medizinmann in das Geheimnis gezogen, da man hoffte, daß dieser in derartigen außergewöhnlichen Fällen ein Mittel wußte aber auch das war erfolglos geblieben. Als dann der Körper nach kurzer Zeit bei denr tropischen Klima in Verwesung überzugehen drohte, hatte der Va- rvn angeordnet, den letzten Wunsch des Loten zu erfüllen und ihn nach dem Ritus seiner Ahnen zu bestatten. Da jedoch diese Art der Beisetzung nicht mehr allgemein üblich war, machte es schon Schwierigkeiten, überhaupt sachkundige Leute zu finden, die es übernahmen, und auch dann dauerte der ganze Prozeß noch sehr lange.

Perzelius hatte dabei trotz seiner scheinbaren Teilnahmslosigkeit doch sorgfältig acht aus d.e Varvnesse und die seltenen Besuche, die er immer in den ihm kritisch erscheinenden Augenblicken ob­stattete. genügten ihm, um sich ein Bild von dem Verlauf ihres merkwürdigen Zustandes zu machen. Für ihn war es auf Grund seiner Kenntnisse in der Medizin und der okkulten Therapie klar daß noch irgend ebne psychisch-od sche Beziehung zwischen Silly und dem toten Knoben bestehen müsse, do ja mir durch innige Vermischung der Scelenkräfte der beiden die Erweckung des Mäd­chens aus ihrem totenäh ilichen Schale m'g'ich gewesen war Diese Verkettung d?r b.iden Seelen mußte so lange dauern, bis jed: Spur von Leben aus dem Körper Zsmais gewichen und somit Silly Wieder Herrin ihrer selbst geworden war,

zumal Zsmais ja wahrend des kataleptischen Zu­standes gestorben war und infolgedessen nicht mehr kroft seines Willens die Verbindung zu lösen Vermocht hatte. Erst wenn die Mumifizierung beendet und durch diesen künstlichen ©tngdff auch der letzte Rerv in dem Körper des Knaben zur Auhe des Todes gebracht war, konnte man hoffen, daß sich die Fühlfäden von Sillhs Seele zurück^ ziehen und von der Umklammerung des fremden Zch lassen würden. Aus diesen Lleberlegungen heraus war auch Perzelius dagegen, Silly jetzt schon in die Heimat überzuführen, da das nur eine neue Erschwerung in die ohnedies ver­wickelten psychi chen Verhültni se gebracht Hütte.

Auch war Perzelius nicht weiter besorgt oder erstaunt, als eines Tages Eduard zu i^n rnS Zimmer stürzte und ihm erregt berichtete, daß sich Silly in Krämpfen und Schmerzen winde und ihr Zustand zwischen höchster körperlicher Qual und völliger Gefühllosigkeit hin und her schwanke. Es war jo natürlich, daß sie alles mitempfand, was mit Zsmais geschah, und daß sie an ihrem eigenen Körper die Operationen der Mumifizierung fühlen mußte, die man an der Leiche des Knaben vornahm.

Aachdem diese letzte P<in überstanden be­ruhigte sich auch das Mädchen mehr -und 'mehr und.mit jedem Tage schien sie menschlicher zu werden. Sie fing an, wieder gesprächiger zu sein ihre Augen verloren den Ausdruck von Dreien- losigkeit, ihr Körper blühte auf, und Eduard war überglücklich, als sie ihn eines Morgens be­grüßte wie ehedem, natürlich und munter mit lebhaftem Znteresse und fast ttner Art Aeügier. Sie musterte ihn von oben bis -unten, wie man euren Freund betrachtet, den man nach einer lan­gen Reise wiedersieht, und dann sagte sie er­staunt und fast erschrocken: .Eduard Sie bob»^ ja weihe Haares

Zügen und doch einem Guß trat besonders ter bärbeihig-polternde General Don Lope, wie ihn Den Spanier als feine Chavakterstudie hinstellte, hervor. Die Zsabel des neu verpflich­teten Frl. H i l g e n st o ck Halle noch nicht durch­weg den vollen Ausgleich zwischen Empfindung und Ausdrucksvermögen erreicht, läßt aber für die weitere Entwicklung der jungen Künstlerin Gutes hoffen. Ein Genuß aber war es für die Besucher des Schauspielhauses, toieber einmal Im Banne einer Dichtung von Ewigkeitswerten zu stehen.

Baron Hallam sah es gerne, wenn Eduard kam, und ohne daß er darüber ein Wort mit ihm getwechfell hatte, war es selbstverständlich, daß Silly ebenso sehr dem jungen Manne gehrte wie ihrem Vater.

Doktor Perzelius saß den ganzen Tag auf seinem Zimmer und arbeitete. An ihm war man es gewohnt, daß er keinerlei Mittellung machte über das. was ihn bffchäfllgte. trotzdem schien er jetzt besonders verschlossen und einsilbig Slllen besuchte er den Baron und erkundigte sich dabei flüchtig nach dem Befinden der Barones e und fast machte es den Eindruck, als - eschehe' dies mehr aus Höflichk.it als aus Tät'-ahm-.' Air als der Baron ihn gelegen! ich fragte, ob man nicht doch die Heimreise beschleunigen -und Silly

Kirche und Schule.

Die Hessische MissiorrSkonferen- in Friedberg, sf. Friedberg. 16. Aug. Die Hess.

Missionskonferenz, die am 15. und 16. August hier tagte, erfreute sich trotz des über­aus ungünstigen Wellers eines sehr lebhaften Be- uches. Am Mittwochnachmillag hielt Missions­direktor D. Witte- Berlin einen hochwifsenschast- lichen Vortrag überVerwandtes und Gegensätz­liches in der ostasiatischen Religion und im Christentum".

Am Abend fand in der Stadtkirche ein Volksabend statt, der ein sehr reiches Pro- jramm bot. Rach einem Orgelvortrage begrüßte der Vorsitzende. Professor Werner, die Erschie­nenen. dann namens der Kirchengemeinde Stadt- pfarrer Ritter, welcher zugleich als Zeichen der Sympathie von fetten der Gemeinde eine Spende von 600 Mk. überreichte. Der Vortrag des

Kreis Wetzlar.

ra Wetzlar, 16. Aug. Unsere Stadt­verordneten beschlossen, für die hiesige Be­rufsschule eine weitere hauptamtliche Lehr­kraft speziell für Schlosser. Installateure und Elektriker einzustellen. Der Staatszuschuß be­trägt laut gesetzlicher Festsetzung pro Schüler 40 Mk., der Zuschuß der Stadt insgesamt 500 bis 600 000 Mk., trotz der hohen Beiträge der Arbeit­geber.

ra. Braunfels, 16. Aug. Das in unferm Städtchen geplante Denkmal für die Ge­fallenen des Weltkrieges soll im Fürstlichen Lindengärtchen" errichtet werden.

Hessen-Nassau.

Der Buchdruck erstreik.

§ ülrichstein. 16. Aug. Während von hier nach Mücke eine direkte Telephon­verbindung besteht, läuft diese Geltung durch Ruppertenrod, ohne das Postamt dort zu be­rührten. Eine telephonische Verbindung geht nach Ruppertenrod.erst über Mücke und ebenso eine solche von Ruppertenrod hierher erst über Mücke. Schon vor einem Zahr wurde deshalb direkte Telephonverbindung von hier mit Ruppertenrod angestrebt. Zeht geht dieser Wunsch in Erfüllung

(Rachdruck verboten.)

(Schllch.)

Eduard allein war es dessen Silly einigermaßen in die Welt der zurückzurffen vermochte. Wenn er

dienst die Abschlußprüfung in einer Präparan- denanstalt beftaußen haben. Anspruch auf die

einfache Ausgleichszulage von einem Viertel der nach § 27 des Reichsversorgungsgesetzes zu gewährenden Gebührnisse

Bit MWH m 5»05 Doman von Ernst Schert«!.

Schlichtuugsausschuß der Provinz Oberhessen.

Verhandlung vom 16. August 1922.

Für die Arbeiter der Gailschen Tonwerke - 'm Gießen und der Tonwerke Abendstern bei Heuchelheim und Hüllenberg bei Leihgestern wur- ven 30 Prvz. Lohnerhöhung ab 7. August und 35 Proz. (gerechnet von den Löhnen der 2. Zull- hälfte) ab 14. August bis Ende August durch Schiedsspruch vorgeschlagen. Die Detriebsarbeiter über 21 Jahren kommen hiernach auf 33,80 Mk. Stundenlohn ab 7. August und 35,10 Mk. ab 14. August, die Arbetterinnen auf 20,93 Mk. und 21,74 Mk. Gefordert waren die Löhne der dritten Ortsklasse des Dezirkslohnabkommens, z. D. 36.80- Mark für die Detriebsarbeiter. 23 Mk. für die Arbeiterinnen. Von Arbeitgeberseite geboten wur­den in der Verhandlung 30 Prvz. auf die bis­herigen Löhne.

Die Dad-RauHeimer und Friedberger Mtt° glieder des Südwestdeuffchen Arbeitgeberverban­des für das Transport-. Handels- und Verkehrs­gewerbe sollen die Tvanspvrtarbeiterlöhne für den Monat August um 35 Proz. erhöhen. Bei üäc verland führten über 2 Uhr mittags sollen sie außerdem 20 Mk., bei solchen mit plebernachten 50 Mk. Zehrgeld zahlen. Die Fuhrleute über 21 Zähren erhalten hiernach 1289 Mk., die Lager­arbeiter über 23 Zähren 1233 Mk.

Für die Asphalteure und Kiesbaggerarbeiter der Firma Konrad Rübsamen in Gießen wurden 50 Prvz. Lohnerhöhung ab 14. August vorgeschla­gen. Der Spitzenwi-n kommt hiermit auf 30 Mk. Die Festsetzung eines Lleberstundenausschlags wurde als der Eigenart der Asphallierarbell nicht entsprechend abgelehnt.

Zn diesen drei Gesanttstrettigkeiten erhiel­ten die Parteien eine Woche Frist zur Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schieds­spruches.

Dem Landwirt Aug. Reh in Rieder-Wöll» stabt wurde die tarifliche Entlohnung eines Land­arbeiters aufgegeben. Dagegen konnte dem glei­chen Antrag des Landarbetter-Verbandes für zwei Arbeiter der Wwe. Detth nicht entsprochen wer­den, denn es wurde eine schriftliche Vereinbarung der beiden mit der Arbeitgeberin über eine ge­ringere Entlohnung vorgelegt.

Zn vier wetteren Sachen betr. Enllohnung einzelner Arbeiter verständigten sich die Par­teien.

- bei fernen morgendlichen Besuchen den Empfangsraum be­trat, verloren ihre Augen etwas von der starren Leere, und ein Horch von Se4le glitt über sie hin. Dennoch war das Mädchen auch dann noch wortkarg und apathisch rnd schien sich kerne Rechenschoft zu geben von dem, was Dorgtng. Aber Eduard war glücklich, mr bei ihr sein zr bürfen und zr sehen daß sie lebte, wenn a ich einer Blume gleich, die von einem fernen Pla­net en auf die Erde verpflanzt worden. Fast gewann sie für ihn in dieser Steigerung ihres überirdischen Wesens einen neuen and erhöhten Veiz.

Die Schauspielhausfereien sind beendet, und eine würdige Reueinstudierung von Ealderons wuchtigem, gewaltigen DramaSer Richter ~ , ,, ~ ,von Zalamea" leitete die Spielzeit erfolgreich

\ l6" f ein. Mathieu Pfeil, der Regisseur des Abends

firmrert die Darmstadter Dank, nachdem dre, gab den Titelhelden in seiner wundervollen Mi- baiT . schung von Ernst und Laune, von Lebens kl i ghett delsgerrchtllch vollzogen ist, unter dem Flamen | und starrem unbeugsamem Rechtsgefühl. Reben Ä ° mml n h H . r w * n H nrVl ? Bl« D-fi-lt aus tauf«* Heten

tob. Mainz, 16. Aug. Heftige Gewitter und toolkenbruchartige Regengüsse, die in der Rächt bom Montag auf Dienstag langanhaltend im ganzen Rheinstrvmgebiet niedergingen, haben auch hier wie anderwärts erhebliche Schäden angerichtet. So muhte nachts die hiesige Feuer­wehr in der hiesigen Dampfmühle Schmidt den voll Wasser gelaufenen Keller auspumpen und auch im städtischen Krankenhaus helfend ein» greifen. Bekanntlich ist teilweise der durch Groh- feuer zerstörte Dachstuhl des Krankenhauses noch nicht wieder aufgerichtet. Ungehindert konnten nun die Wassermengen in die Gebäude einbringen und die Krankensäle unter Wasser sehen.

Tageskalender für Donners­tag. Astorra-Lichtspiele, ab heute:Die bren­nende Akrobatin" undHart an der Grenze!" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute:Die schwarze Lou" undDer Zlmmy-Affe".

Mellani-Ga st spiele. Das Zauber­theater des bekannten Prof. M e l l a n i trifft am kommenden Samstag, 19. August, hier ein und gibt im Caf6 Leib ein zweitägiges Gastspiel. Prof. Mellani erfreut sich überall großer Beliebt­heit. (S. Anzeige.)

Der Oberhessische Gesch ich t s - verein lädt durch Anzeige in dieser Rümmer zu einem Vortrag in Vilbel ein, der dort anläßlich der Vertreterversammlung der hessi­schen Geschichtsvereine stattfindet. Weiteres im Anzeigenteil.

Kreis Büdingen.

Liß berg, 16. Aug. Hafer Fluhtälchen brachte infolge des Regenwetters so große Wassermengen. daß die Arbeiten an der Talsperre sehr gestört wurden. Die Hnterkunfts- häuschen der Arbeiter standen zum Teil unter Wasser.

Kreis Friedberg.

Butzbach, 16. Aug. .Der Reu bau eines Dolsschulgebäudes soll jetzt in Angriff genommen werden. Die Baupläne sind von Architekt Lippert entworfen.

Aus Stabt uns Land.

Dießen, des 17. Aug. 1922.

Ausgleichszulage ffir kriegsbeschädigte Seminaristen.

Demäß § 28 des Reichsversorgungsgesetzes vom 12. Mai 1920 erhalten die Kriegsbe­schädigten eine Ausgleichszulage von einem Vier­tel der nach § 27 zu gewährenden Gebührnisse, wenn sie vor dem Eintrttt in den Militärdienst ober als Angehörige der Wehrmacht einen Be­ruf ausgeübt haben, der erhebliche Kenntnisse und Fertigkeiten erfordert. Zn der Verordnung der Reichsregierung vom 1. September 1920 zu § 28 sind die hierfür in Frage kommenden De- rufSgruppen näher bezeichnet. Den Angehörigen dieser Derufsgruppen wird gleichgestellt, wer die Abschlußprüfung einer Fachschule bestanden hat. Ein neuer Erlaß des Reichsarbeitsministers be­stimmt, daß die Präparandenan st alten Fachschulen im Sinne der Verordnung zu § 28 des Reichsversorgungsgesehes sind. Es haben also Schüler, die vor ihrem Eintritt in den Milttär-

fpd. Frankfurt a. M, 16. Aug. Der Streik geht weiter. Die Buchdrucker haben das Ultimatum der Arbeitgeber nicht an­genommen und beharren auf ihren Forderun­gen- Das Ende des Streiks ist demnach noch nicht abzusehen. Vor Ende dieser Woche dürfte demnach nicht an eine Aufnahme der Arbeit zu denken sein. Die wirtschaftliche Rollage unter ber streikenden Gehilfenschaft wächst inzwischen, ba, die Ausständigen keine Streikgelder erhalten und nur auf Sammlungen innerhalb der Arbeiter­schaft, soweit wir unterrichtet sind, angewiesen sind. Der nun schon neun Tage währende Streik hat zur Folge, daß von hiesigen Geschäften und Werken unaufschiebbare Drucksachen nach aus­wärts vergeben werden.

Der Streit um die Kaiserbüste.

fpd. Frankfurt a. M., 16. Aug. Bekannt­lich war während der Stadtverordnetenferien die überlebensgroße Marmorbüste Kaiser Wilhelms I. aus dem Stadtverv'.dnetensitzungssaale entfernt worden und Hat im Kaisersaal an bevorzugter Stesse Aufnahme gefunden. Diese Maßnahme be° gcgiietc in weiten Bürger kreisen scharfer Kritik und war nun am Dienstag in der Stadtoerord- r.ctenrerfammlung der Gegenstand einer aus­giebigen Aussprache. Die Deutschnatio­nale Volkspartei Halle den Antrag auf Zurückverbringung der Düste an den allen Platz gestellt. Der Antrag wurde gegen die Stimmen dieser Fraktion ab gelehnt. Alle anderen Parteien -Hießen die Maßnahme, nach­dem der StaLtverordnetenvorsleHer die Gründ> »t halle, gut. Die Büste soll an ihrem latze schon wiederholt beschädigt worden sein. Zeht steht sie inmitten der anderen deut­schen Kaiser.

Der Spiritist als Schwindler.

fpd. Weilburg, 16. Aug. Die Schutz­polizei verhaftete einen ^Dr. Larsen", der hier und an anderen Orten Experimentalvorträge über Phantome der Toten" angekündigt hatte Der Herr Dr. entpuppte sich nämlich als der längst gesuchte Schwindler und Verbrecher Ra­de cki. Zn Marburg und Dlllenburg halle der Gauner bereits Vorträge gehalten.

Das Reue Theater läßt in diesenSommer", monaten vorwiegend Stücke der leichteren Lite- ratur, die nicht mehr und nicht weniger als gute ülnterhaltung fein wollen, spielen. ZnDok­tor Klaus" undMein Leopold" von L'Arrongc konnte man sich wie alljährlich, der diskreten gutmütigen, feinkomischen Darstellungsart des Herrn Karl William Büller a. G. erfreuen und das Publikum war unbefangen genug, sein herzhaftes Wohlgefallen an beiden Stücken, ihrer gänzlich unproblematischen ßufligEett wie der bei­gesellten Rührseligkeit, unoerfennbar auszudrücken.

_ An die Tradition des deuffchen Singspiels knüpft Wlllh Bretschnelders Operette D i e oeiden Rachtigallen" (Text von' Leo Walther Stein) an, die Berliner Künstler im Opernhaus zur Ausführung bringen. Es ist ein attx9^ 8Ur komischen Oper aufstrebendes Weck, und die Vertonung verrät den gebildeten kul­tivierten Musiker. Mag auch der Melodienreich. tum nicht allzu üppig sprudeln und der Kom­ponist den deutschen Meistern von Mozart bis Wagner manches zu danken haben, die liebens- ^urdige Machart, eine hübsche Instrumentation uni das Ausbleiben alles Zweideutigen lassen den Enolg dieser, von Bredschneider selbst dirigierten Diedermeieroperette durchaus berechtigt erscheinen.

Dr. Georg Schott.

wird morgen durch ihre Randwirbel auch in un­serem D«)bachtungsgebiet wechselhaftes Wetter Hervorrufen. *

Amtliche Personalnachrichten.

Am 7. August ds. Zs. wurde der Anstellungs­berechtigte Aakob D i 11 m a h e r aus Dingen auf Widerruf zum Zollwachtmeister beim Hauptzoll­amt Dingen ernannt. Ernannt wurden am 9. August 1922 der Hauptmann a. D. Karl Daub in Densheim, der Hauptmann a. D. Karl Wagner in Lauterbach, der Leutnant a. D. Werner Kulz in Groh-älmstaöt und der Leut­nant a. D. Reinhold Stiepel in Fürth zu Amtsanwälten. Ernannt wurde am 10. Aug.

1922 der Registraturgehilfe Au ust Friedrich M i - chel zum Zustizsekretär bei ber Registratur des Ministeriums der Zustiz. Ernannt wurden am 10. August 1922 der Ministerialoberrevisor Georg Waldeck zum Rechnungsrat: am 9. Aug. 1922 der Kanzleiassistent Philipp (Br a n b au Nnn Kanzleisekretär. der Kanzlist Georg Kaiser und der Kanzleigehilfe Robert D r a u n zu Kanz- leiassistenten, sämtlich bei dem Ministerium der Zustiz. Ernannt wurde am 12. August 1922 der Ministerialoberrevisor Zakob Lutz zu Darmstadt mit Wirkung vorn 1. April 1922 an zum R-ch- nungsrat im Vermessungsdienst bei dem Mini­sterium für Arbeit und Wirtschaft. Zn den Ruh<fftand versetzt wurde am 12. August ber Lehrer an der Volksschule zu Sberftadt, Kreis Darmstabt, Ludwig R o de n b a ch. auf sein Rach­suchen unter Anerkennung seiner dem Staate ge­leisteten Dienste vom 16. August 1922 ab Am 14. August 1922 wurde ber Staatsrat im Ministerium ber Finanzen Georg Seip auf sein Rachsuchen unter Anspannung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 16. Oktober ds. Zs. ab in den Ruhestand versetzt. Am gleichen Tage mür­ben ernannt: der Ministerialrat im Ministerium der Finanzen Gust. Balser zum Staatsrat, ber Vortragende Rat im Ministerium der Fi­nanzen Oberfinanzrat Adam Krapp zum Mini- t fterialrat, der mit der Verfehlung einer Refe- ventenstelle hn Ministerium der Finanzen be- ' auftragte Rechtsanwalt Theodor Winbisch zum v Vortragenden Rat bei diesem Ministerium mit bem AmtstitelOberfinanzrat", der Mm.isterial- amtmann im Ministerium der Finanzen Finanzrat Hugo Ploch zum ständigen Hilfsarbeiter unter Belassung seines bisherigen Amtstitels, und der Rechnungsrat Karl Meisinger zum Mini- fferlalamtmaim im Ministerium der Finanzen mit bem Amtstitel Finanzrat", sämtlich vom 16. Ok­tober ds. Zs. ab.

Die,bstä h l e. Zn der Rächt zum 17. ds. Mts. traf eine Polizeipatrouille in der Stein­straße ein Ehepaar, das einen gefüllten Sack mit sich führte. Als es dieselbe bemerkte, axtrf es den Sack fort und ging flüchtig. Rach Ein­holung wurde festgestellt, daß sich etwa 50 Pfund Kartoffeln in dem Sack befanden. Rach län­gerem Leugnen gab das Ehepaar zu, die Kar­toffeln von einem Acker am Rodberg gestohlen $u haben. Eigentums berechtigte werden gebeten, sich mit ber Kriminalabteilung ins Benehmen zu setzen. Festgenommen wurde ein Dienst- Mädchen, das durch Erbrechen von Dehäll- nissen nach und nach einen Geldbetrag von 3000 - und 1500 Mark entwendete.

Kommanditgesellschaft auf Aktien, rm. Griesheim, 16. Aug. Ein blutiges Drama ereignete sich heute ffüh 7 ^Ihr in un­serer Rachbargemeinde Griesheim. Der etwa 23 Zahre alle Sohn des Mühlenbesitzers Roß­mann hatte die etwa 20 Zahre alte Elisabeth Feldmann, mit der er feit einiger Zeit im Ver­hältnis stand, erschossen und darauf sich selbst einen Schuß bergebracht. der ihn aber nur leicht verletzte, worauf er sich die Pulsadern öffnete. Er konnte noch lebend in das Krankenhaus in Darmstadt gebracht werden.

Kreis Lauterbach.

Zn. Zlb es Hausen, 16. Aug. Vergangenen Sonntag beging unser hiesiger Turnverein die Weihe seiner Fahne. Rach vorausgegangenem Preisturnen fand um 11 Llhr auf bem gegen Hochwaldhausen zu gelegenen Festplah ein Feld­gottesdienst statt. Zn der Predigt mahnte der Ortsgeistliche auf Grund von Osfenb. 3, 11 und anknüpfend an das Beispiel Zahns und der Männer uni ihn, an deutscher Art und christlichem Glauben bewußt und unbedingt festzuhallen. Mit von vaterländ.scher Begeisterung getragenen Wor­ten begrüßte Molkereibesitzer Bloh gegen i/23 illjr die trotz schlechten Wellers zahlreich Er- chienenen. Die Weiherede hielt der Ortsgeist­liche, dabei den Akt der Fahnenweihe als ein lautes Bekenntnis zur Lebensgemernschaft auch über die trostlose Gegenwart hinaus darstellend, worauf Fräulein B i n s e l mit passendem Gedicht die Fahne überreichte. Rach wetteren längeren Ausführungen über die nationale Bedeutung deutschen Turnens und herzlicher Beglückwün- chung des feiernden Vereins seitens des ©au- turnwarts, beschloß der Gesangverein Zlbes- hausen chie offizielle Feier.

Zn. Zlbeshausen, 16. Aug. Gegenwärtig wird unsere alte, durch ihre wundervollen, in einfacher Volkskunst gc.'allenm Tafelmalereien wie die fein gearbeitete Kanzel sehenswerte Kirche einer durchgreifenden Renovation unterzogen. Es ist geplant, an dieser Stelle eine neue, über die Gegenwart berichtende Urkunde zu versenken.

Kreis LchoLLen.

b. Schotten, 16. Aug. Heute vormittag verhaftete PolizeidieE Faay einen jiagendlichen Verbrecher Funk aus Gonterskirchen, 20Zahre alt, der vorn Weidedieh des Heirriettenhofs nachts eine Kuhgestvhlen, sie hierher tarnsporllert und einem hiesigen Viehhändler für 45 000 Mk angeboten hatte. Der Bursch; war, wie sich bei seiner Visitatton ergab, mit Revolver, viel Mu­nition, Dolch Stricken, größerem ©elbbetrag ver­sehen. Die Kuh konnte ihrem Eigentümer wieder zurückgegeben werden.

Eduard Halle die ganze Zett über nicht vitt auf sich geachtet and selbst seine sonst so sorg- fällige Kleidung vernachläsfigt. Zeht sah er ftd) in einem der hohen Spiegel und prallte vor ftd> selbst zurück: ein dicker, weißer Puder lagerte auf seinem ehedem schwarzen Haar, was seltsam abstach von seinem jungen Gesicht.

Um ZhrettoillenI" sagte er nur ernst und voll ausgueüender Zärttichkett.

Slllh aber trat auf ihn ji und reichte chm ihren Mund zum Kufle. Er schlang seine 21mje am ihren kindlichen Körper, der sich an den seinen schmierte, und so fanden sich die beiden, wie zwei runge Blüten, die der Reif zu vernichten gedroht, die ober tm Augenblicke ihres Abster­bens noch wachgeküßt to>rben waren durch etne gütige Sonne

Riernars fragte Eduard das Mädchen übet das, was sie in den unterirdischen Räumen er­lebt hatte Or wollte nicht etwas aufrühren was glücklich begraben toar. Auch sie selbst sprach nie davon. Wie ein düsterer Traum lag es hinter ihr.

lind nachdem Zahre bin gegangen waren und die beiden längst als Gallen miteinanber Lebten breitete sich der Schleier des Vergessens über die vergangenen Schrecknisse, und die Liebe, die damals ihren Anfang genommen, umwucherte gleich einem dichten Rarrkenwerk von Rosen die Mauern, hinter denen das überstandene Grauen schlief, und nur der weißliche Schimmer, der auf Eduards jungem Haupte lag, gemahnte noch an bie furchtbaren Erlebnisse in Katakomben von Omb os.

Ende.

Wettervoraussage

für Freitag:

Zunehmende Bewölkung, vereinzelte Regen­schauer, Südwestwind.

Die nordische Depression hat das Hoc^ruck- gebiet ostwärts abgedrängt. Sie beeinflußt be­reits die Witterung an der Rordseeküste und