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MyflStn Ittßetterparteien. 5>er französische 715-1 go>ebnete Öembat erflärht, baö Schicksal "copoS spiele sich augenblicklich in Deutschland ab. 'Das in England, Frankreich, Belgien und Rnh- ianb geschehe, sei sehr wichtig, aber das. was Aogenwärtig in Deutschland vorgehe, sei von Ent- Icheidung. Es hängt von uns zum guten Teil ab, ob der Frieden dort gewinnt oder verliert. Der englische Abgeordnete Wallhead erklärte: Die unabhängigen Arbeiterparteien Englands ver- larrgen die Revision des F rieben sver-- t r a g es von Versailles. Die Klauseln die­ses Vertrages stellen Deutschland absolut in eine Stellung der Inferiorität. Dieser Vertrag müsse übrigens sowohl die Sieger als auch die Besiegten ruinieren. Der belgische Sozialistenführer V a n - dervelde sagte: Wir haben vor sechs Monaten erklärt, eine internationale Anleihe und eine Herabsetzung der deutschen Schulden sei not­wendig. Hnfere Gegner sagten damals, wir seien verrückt, heute aber nehmen sie schon unseren Standpunll ein. Die reichen Mächte sind voll­gestopft mit Gold: sie müssen am Wiederaufbau teilnehmen.

Der Ausstand in Irland.

Dublin, 15. 3ulr (Wolff.) Die Bericht­erstatter der Zeitungen in Dublin weisen darauf bin. wie schwer es der Regierung des Freistaates ist, die Ruhe im Süden und im Westen Irlands wiederherzustellen. Die Aufständischen sind viel stärker als man es allgemein erwartet hatte. Der Kampf, der am Dienstag um den Besitz von Limerick begann, wo die Aufständischen befestigte Stellungen in verschiedenen Stadtteilen haben, dauert noch an. Man sagt, daß die Trup- ven deS Freistaates eine befriedigende strategische Stellung einnehmen, aber man gibt zu, daß das normale Leben in der Stadt vollständig ausgehört hat. Flüchtlinge sagen, dah die Lage in Limerick sehr betrübend sei. 2 0 00 Personen sehen den Hungertod vor Augen. 200 Aufständische sind in Waterford eingedrungen und haben sich der Hotels und Pensionen bemächtigt, aus denen sie die Mieter versagten. Rach einem vierstündigen Kampf haben sich die Truppen des Freistaates in der Grafschaft Sligo der Stadt C o l l o o n e y bemächtigt, die energisch von den Aufständischen verteidigt wurde. 70 Aufständische wurden ge­fangen genommen und Waffen und Munition wie auch Bomben erbeutet

London. 16. Juli. (WTD.) Das Reutersche Bureau meldet aus Dublin: Die Freistaat­truppen haben heute mit dem Angriff auf das republikanische Bollwerk auf einer kleinen Insel in der Swilliybucht, einer trüberen britischen Marinestation, begonnen. Die republikanischen Stellungen wurden eingenommen. DaS Bollwerk wird von der Artillerie beschossen und einige vorgeschobene Posten sind bereits ein­genommen. Aus heftigen Explosionen im Boll- werk wird geschlossen, dah die Republikaner ihre Munition vernichten, ehe sie sich übergeben. Die Regierungstruppen nahmen heute die meisten republikanischen Stellungen von Dundalk, wo ihnen wenig Widerstand entgegengesetzt wurde. Bei der Einnahme der Kaserne tourben 250 Ge­fangene gemacht.

Dach einer späteren Meldung aus Dublin hat sich daS republikanische Dolllverk auf der Insel im Dtoilly-See, nachdem ein Sturm­versuch ter Freistaattruppen abgeschlagen worden war, mit 22 Mann Besatzung ergeben. Der übrige Teil ter Besatzung ist vorher ent­kommen. Dies war daS letzte Bollwerk ter Repu- t^tfaner nördlich und östlich von Donegal.

F

t Korfanty Ministerpräsident.

Prag, 16. Iult (WTD.) »Lidovo Roiny" melden aus Warschau. In der Sitzung des parlamentarischen Hauptausschusses, in ter Kor­fanty zum Ministerpräsidenten designiert wurde, sand eine stürmische Debatte statt. Der Führer ter polnischen sozialistischen Partei Darliscki er­klärte. seine Partei betrachte die Karrdidatur Kvrfanths als maßlos freche Herausforderung seitens ter Reaktion. Auch der Sprecher der Br-llSpartei Rataj verurteilte diese Kandidatur mit den schärfsten Worten. Aba. Daszyncki trat besonders leidenschaftlich gegen Korfanty auf. Er beschuldigte ihn, aus dem Herzbergerschen Pro- bagandaftmdS Geld angenommen zu haben. Daszhnski sagte, es wäre ein Unglück für Polen, wenn die Regierung Korfanty anvertraut würde. Abg. Stapinski warnte den Landtag, durch lieber- gäbe ter Macht an einen so kompromittierten Mann Polen ins Verderben zu stürzen.

Das Prager Blatt meldet weiter: Es wird in prlttifchen Kreisen darauf hingewiesen, daß der Rücktritt Pilsudskis, ter in der Armee sich ungewöhnlicher Beliebtheit erfreue, in dieser «ne Revolte Hervorrufen könnte.

Streit in Palästina.

Paris 15. Juli. (Wolff.) DieChicago Tribüne" meldet, die Lage in Palästina sei beunruhigend. ES drohten Feindseligkeiten zwischen den Juten und Arabern. Die Araber würden die Angreifer sein, obwohl einige zioni- stische Führer die jüdischen Elemente aufforterten, die Offensive zu ergreifen, bevor die Araber sich befestigt und organisiert hätten. Die von den Engläntern zurückgelassenen Waffen seien unter die Araber verteilt. Die zionistischen Behörden bemühten sich um Verstärkung ter englischen Gar­nisonen in Palästina, aber die englische Regie­rung komme ihrer Aufforderung nicht nach. Un­geduldig warte man auf die Zustimmung Ame- rckas zum Mandate des Völkerbundes über Pa­lästina.

Einfuhrverbote für Alkohol in Estland.

Berlin. 15. Juli. (WTD.) Die estnische Regierung verbot die Einfuhr von Alkohol und alkoholischen Getränken nach Est­land ohne besondere Genehmigung des estnischen Finanzministeriums. Desgleichen ist die Durch­fuhr von alkoholischen Getränken mit über fünf- qmdzwanzig Prozent Alkoholgehalt (Tralles) sowie ihre Ausladung auf estnischem Territorium ober Ilmladung in Territorialgewässern Estlands ver­boten. Ausländische Schiffe mit .solchen Waren werten vor Anlaufen dieser 5)äfen und vor dem Aufenthalt in den estnischen Hoheitsgewässern gewarnt. Auf Passagierdampfer in regelmäßiger Fahrt bezieht sich dieses Verbot nicht.

Aus dem Reiche.

Die Aot ter Presse.

D e r I i n, 15. Juli. DasB. T." meldet: Die Fraktion der Deutschen Volkspartei hat einen Antrag eingebracht, die Reichsregierung möge dem Reichstag eine Gesetzesvorlage zu­gehen lassen, wodurch die Inserate n- steuer als Sonderbesteuerung für die Presse aufgehoben und darüber hinaus die Um­satzsteuer für die Presse zunächst für sechs Mo­nate außer Erhebung gesetzt wird.

Berlin, 15. Juli. (WTD.) Dervvlks- wirtschaftliche Ausschuß des Reichs­tages hat sich heute mit dem Gesetzentwurf über Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Aotlage der Presse beschäfttgt. Para­graph 4, welcher die Verteilung der Rück­vergütungen an die Presse regelt, erhielt fol­genden Wortlaut: Die Rückvergütung erfolgt nach der Menge des Papierverbrauchs. Als Verbrauch ist das Papier nicht in Ansatz zu bringen, das zum Abdruck von Inseraten ver­wandt wird. Da die Regierung erklärte, dah sie dem Grundgedanken dieses Antrages voll­kommen zustimme, wurde davon abgesehen, über den Umfang der Zeitungen, die als ver­gütungsberechtigt anzusehen wären, nähere Bestimmungen zu treffen, oder die Höhe der Vergütung je nach der Menge des verbrauch­ten Papiers gesetzlich festzulegen. Sodann wurde auf Antrag der hierbei erstmalig in Erscheinung tretenden Arbeitsgemeinschaft der sozialistischen Parteien beschlossen, daß das Gesetz nicht am 31. März 1923, wie die Re­gierungsvorlage vorsieht, sondern erst am 31. März 1924 außer Kraft tritt.

Die Magdeburgische Zeitung verboten.

Magdeburg, 15. Juli. (WTB.) Oberpräsident Hör sing verbot die M agdeburgische Zeitung" wegen eines Artikels:Rur nicht der Polizeipräsi­dent!" auf vierzehn Tage. Gegen das Ver­bot ist Beschwerde beim Minister des Innern eingelegt worden.

Der nächste sozialdemokratische Parteitag wird demVorwärts" zufolge vom Partei- Vorstand auf den 17. September nach Augs­burg einberufen.

Aus Hessen.

Der Bericht deS Finanzausschusses über ten Hauptvvranschlag ist in feiner Zusam­menstellung soeben im Druck erschienen. Aus ter Einleitung ist die Feststellung von Interesse, daß die Annahme ter Regierung, bei Aufstellung des Voranschlages ein klares Bild über die Finanz­lage des Hess. Staates geben zu können durch die gesteigerte Teuerung durchkreuzt worden ist. Alle Zahlen sind heute überholt. Der Fehlbetrag, ter im Jahre 1920 rund 55 Millionen, im Jahre 1921 rund 50 Millionen betrug, dürste sich vor­aussichtlich auf rund 175 Millionen Mark er­höhen, zu deren Deckung vorläufig die Aufnahme einer Anleihe vorgesehen ist. An Mehrausgaben sind in erster Lime die Erhöhungen ter Dienst- bezüge der Staatsbeamten zu nennen, die allein in dem besonderen Rachtragskapitel über 132 Mllionen Mark ausmachen. Dazu kommen witerrufliche älnterhaltungszufchüte an Staats­dienstanwärter mit 10 Millionen Mk., etwa 41/4 Millionen für Wrrtschaftsbeihilfe für die Ge- meinbebeamten im besetzten Gebiet. Der teilweise Ersatz tu.ch das Reich w.rd aber niemals die vollen Ausgaben decken. Hierzu kommen Ortspolizei- lasten-Erhöhung um 161/3 Million, Schullasten um 25 Millionen, Fortbildungsschulen 10 Millionen, für Kreisstraßen 17 Millionen, 7 Millionen für notleitende Kleinrentner, 21/< Millionen für Ver­besserung ter Milchversvrgung usw. An Einnah­men find aus ter Einkommensteuer 326 Millionen und j[t Ausgabe als Ablieferung an ten Aus­gleichsstock 108 Millionen eingestellt, das bedeutet gegen 1921 eine Verbesserung von 88 Millionen Mark. Insgesamt sind die Anteile des Landes ati ter Einnahme aus Aeichssteuem veranlagt zu 412 700 000 OHL, davon in Ausgabe an ten Aus­gleichstock 121 Millionen. Für Cterfauf von Brenn- und Ruhholz ist ein um 50 Millionen QKarE er­höhter Betrag vorgesehen. Der llebernahmepreis für die mit dem 1. April 1920 an das Reich übergegangenen Staatseisenbahnen ist vorläufig auf 685 Millionen Mart festgesetzt Worten. Der Vermögensteil des Hauptvoranschlag ä schließt in Einnahme und Ausgabe mit zus. 1 408 505 949 Qltarf ab. ___________________________

Aus Stabi und Lund.

Gießen, ten 17. Zuli 1922.

Beruf und Erkrankung.

8. Vortrag. In ter chemischen Industrie kam zunächst die Rede auf das Phosphor. 21ach Hin­weisen auf Vorkommen und Bedeutung der Phos- phorverbindungen in der Organismentoelt und im Mineralreich, nach historischen Ausblicken auf die Entdeckung und erste Darstellung des Phos­phors und nach e^berimenteUen Nachweisen, daß dieses Element im freien Zustande in ter Ratu: wegen seiner Verwandtschaft aum Luftsauerstoff nicht existenzfähig ist, wurde die Gewinnung des Phosphors aus ter früher ausschließlich benutzten Knochenafche und die neuerliche Darstellung im elektrischen Ofen an Lichtbildern erläutert und der heute in den meisten Ländern verbotenen Fabri­kation ter Phosphorzündhölzer gedacht. Dann wurde die ilmtoanblung des giftigen weihen Phosphors in die ungiftige rote allotrope Modi­fikation vorgeführt und die Verwendung der letzteren zu Sicherheitszündholzern besprochen. Es folgte unter Vorführung von Lichtbildern eine älebersicht über die bet ter Phosphorfabrikation auftretenten verschiedenen Erkrankungen, unter denen die Rekrose deS Knochengewebes, deren Vorbeugung und Behandlung aus getoerbe- und sozialhygienischen Gründen besonders hervor­gehoben wurde. Als weiteren Zweig der chemi­schen Industrie behandelte der Vortragende die Verfertigung von ©ummitoaren nus dem natür­lichen, aus Pflanzensäften, bzw. tem künstlichen auf synthetischen Wege gewonnenen Kautschuk. Heber die bei ter Verarbeitung durch Einatmung von Schwefelkahlenstrffdämpfen au'tretcnten Er­krankungen tourte nach eigenen Untersuchungen unter besonderer Berücksichtigung der Arbeiten von Laubenheinter berichtet. Dann kamen die Gewinnung ter Amwandlungsprodukte pflanz­

licher und tierischer Fette, toic Seifen, Kerzen,! Glyzerin und die damit in Zusammenhang sieben­ten schädlichen Einflüsse auf die Arbeiter zur Erörterung. Den Schluß des Vortrages blldete die Besprechung der Erkrankungen in ter Indu­strie der Steinkohlenteerderivate, Benzol. Raphta- lin, Ritrobenzol und besonders Anilin, in Detref betet älntersuchungsergebnisse aus elsässischen Fabrikbetrieben vorgeführt wurden.

Rächster Vortrag: 18. Juli, Erkrankungen in der Glasindustrie, Keramik, Tabak-, Textil- und Papierwarenindustrie. '

Wettervoraussage

für Dienstag:

Vorwiegend bcwölll. Riederschläge, kräftiger Rordwest- und Westwind.

Die Depression hat sich erheblich vertieft und liegt mit ihrem Kern über der Ostsee. Das für diese Jahreszeit außergewöhnlich kühle Wetter wird verbunden mit böigen Regenschauern auch mor­gen noch anhalten.

*

** Amtliche Personalnachrichten. Am 14. Juli 1922 wurde ter Ftnanzprattikant Franz Wiemer aus Gwß-Gevar vom 1. April 1922 an zum Ministerialoterrevffor beim Mun­sie rium der Finanzen ernannt. Ernannt toirte Steuersekretär Karl Ehrhardt za LLainz (Fi­nanzamt kl) zum OberfteierfcEretär unter lieber» tiagung einer Ober.sterersxckretärstelle b.in Fi­nanzamt II West zu Francks art a. M. Erledigt ist die F 0 r st wa r te r 'E i ch ei­s' a ch s e n in der Ob er för fieret Schotten. 'Bewer­bungen find biS Ende ds. Mts. bei 'ter Mi- nisterialabteilung für Forst- und Kameral-Ber- irartung einzureichen. In den Ruhestand ver­setzt wurde ter Obert>ertoaILang5fefrelär Heinr. Wagner beim R.ich:vermeg niamt Gießen mit Wirkung vom 1. Rovember d. I. ab.

**A u f ihr Rachsu ch'e n. Bon einem Pensionierten. Lehrer wird uns geschrieben:Sie veröffentlichten vor etlichen Tagen eine Mit­teilung des Amtsblattes ter Regierung, nach der eine größere Anzahl Lehrerauf ihr Rach­suchen" in den Ruhestand versetzt seien. Die Redewendungauf ihr Rachsachen" stellt die üb­liche Formel ter, und sie mag wohl auch bei ein­zelnen ter genannten Herren den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Aber nicht bet allen ist das ter Sali. Im Hinblick auf diese Sachlage muß sich die amtliche Formelauf ihr Rachsuchen" doch eine Berichtigung gefallen lassen. Manche derauf ihr Rachsuchen" pensionierten Lehrer haben nämlich wahrheitsgemäß erklärt, daß sie ohne ihr Zutun in ten R ahestand versetzt worden sind: unter ten vier Pensio­nierten aus dem Kreise Gießen, die in der Rotiz vom 3. Juli genannt wurden, sind z. D. drei, die ohne ihr Zutun in ten Ruhe­stand kamen. Cs ist vielleicht nicht ausgeschlossen, daß man anderswo ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Weim nun in der Sitzung des Landtages vom 11. Juli Präsident 11 rst adt auf eine diesbezüg­liche vollsparteiliche Anfrage erklärte, die Regie­rung stütze sich auf das neue PensionierungSgesetz, nach dem Beamte, die das 65. Lebensjahr über^ schritten haben, ohne Angabe von Grünten pen­sioniert werden könnten, so ist zu dieser Antwort zu sagen, daß dieses Gesetz bis jetzt noch nicht veröffentlicht wurde, m. E. also auch noch keine Rechtskraft erlangt hat. Bei den Lehrpersonen hat man also ohne gültiges Gesetz die Zwangspensionierung eingeführt. Andere Be- amtengruppen mögen sich dies zur Warnung dienen lassen und beizeiten auf ter Hut fern, damit ihre wohlerworbenen Rechte nicht geschmä­lert werden. Wenn die Regierung Zwangs- Pensionierungen vornehmen wlll, so möge sie bei diesem Vorgehen zum mindesten die Formel a u f ihr Rachsuchen" weglassen, denn um die Anwendung einer Zwangsmaßnahme sucht sicherlich niemand nach."Wir geben dieser Zu­schrift als Meinungsäußerung zur hessischen Per- sonalpvlitik Raum und überlassen es ter berufenen Amtsstelle, sich dcyu zu äußern.

L. äck. DonderLandes-Aniversi- tät Dr. Phil. Louis Dede, Leiter ter che­misch-physikalischen Abteilung des staatlichen Instituts für 'Bäderkunde in Bad-Rauheim, ter sich für das Fach ter Anorganischen Che­mie gn unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird am nächsten Mittwoch, vor- mtttagS IV Llhr, im Hörsaal des Physikalisch- chemischen InstttutS seine öffentliche Probe­vorlesung überInnereKomplexsalze" halten.

* Der Einheitsverband deut­scher Kriegsbe schädigten undHin- terbliebenen hat im Gasthof Sauer, Reustadt, eine Geschäftsstelle eingerichtet. Jeden Dienstag von 10 Ahr vormittags bis 6 Ahr abends sind Sprechstunden. (Siehe An- zeigenteil unserer SamStagnummer.)

* * Das Sommersest im Phil 0 - sophenwald, veranstaltet vorn Verein für das Deutschtum im Ausland, war stark besucht und nahm einen guten Verlauf. Humo­ristische und ernste Vorträge lösten sich ab tn bunter Auf einander folge: kleine Theaterstücke, Lieber zur Latte, einige Werke für ©ritarren- Orchester und kleine Gedichte in Darmstädter und Elsässer Mundart, das war das reiche Programm. Ganz besonders gefiel ter Elsässer Volkstanz, ter von 3 Paaren vor geführt wurde and a 1) allgemeinen Wunsch wiederholt werten maßte. An ten Wänden des Saales ftaixten die Buten, die die köstlichsten Leckerbissen auftoiefen: Bier, Torten. Kuchen, belegte Brödchen, Likör and Rauchwaren. In verschwende i.cher Fälle waren Blumen aufgeba.it und auch hier war der Derkahr sehr lebhaft. Ganz besonders anziehend war die türkische Mokkabude, in ter man ten köstlichsten Motta trinken und feine Zigaretten rauchen konnte, von einem Türkenpaar bedient. Alle diese köstlichen Gaben waren gestiftet, und so mag recht viel Geld eingenommen Worten fein, be­sonders, als zum Schluß alles, was übrig ge­blieben war, amerikanisch versteigert tourte. Den Rest des Abends und den 'Beginn des neuen Tages füllte das Tanzen aus, das anscheinend, trotz bei Hitze, Enge und trotz des rauhen Bodens viel Freute machte, denn die Ausdauer war groß. Das Fest Ivar toohlgelungen und be­friedigte die Teilnehmer. Es ist zu hoffen, daß ter Reinertrag recht groß ist, da er ten deutschen Schulen im Ausland z 1 gewiesen werden soll.

* * Preuß. -Süddeutsche Klassen­lotterie. Die L)se zur nächsten Ziehung müffen bis Mittwoch abend 6 Ahr eingelofl werden. Fer­ner müssen bis dabin die Gewinnlose gegen Eriatz- lose au-getauscht sein.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag. Astvna-Lichtspiele. ab h-ntte: ., Fridericus Rex" 1. und 2. Teil. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße, heute:Der wchatten des Gaby Leed" undDer entflohene Hauptdarsteller".

Das deutsche Volkslied. Es (ei nochmals ouf die hüben Aufführungen deS Goethe- Bundes im StadttheaterDas deutsche Dollslied" aufmerksam gemacht. In Hinsicht auf den Gedan­ken, dem das Lieterspiel gewidmet ist, der 'Ver­herrlichung althergebrachter Vollslieder. ist eine Beteiligung aus allen Kreisen unserer Bürger­schaft sicher zu erwarten. In tem 5. Bilde, das uns hinaus auf die Alm führt, werden auch Volks­tänze aufgeführt, deren Einstudierung Herr Tanz­lehrer B ä u l k e übemommmen hat. Ferner sei nochmals, um Verwechslungen und Irrtümer zu vermeiden, besonders daraus aufmerksam gemacht, daß bei der ersten Aufführung am Dierrstag nur die blauen Eintrittskarten Gülligkeit haben, wäh­rend bei der zweiten Aufführung die rosafarbigen Karten gültig sind. (S. heutige Anzeige.)

Landkreis Gießen.

* Hungen, 16. Juli. Heute nachmittag sprach hier in einer Versammlung von Haus­besitzern Herr Geschäftsführer Becker vom' Gießener Hausbesitzerverein überZwecke und Ziele der Hausbesitzervereine", sowie über das Reichsmietengesetz. Die Ausführungen deS Redners fanden lebhaften Anklang und man beschloß, auch in unserem Orte einen Haus­besitzerverein zu gründen. 25 Her­ren haben ihren Beitritt zu dem neuen Ver­ein sofort erklärt, weitere zahlreiche Anmel­dungen stehen hi sicherer Aussicht. Für den 1. Vorsitzenden ist Herr Bauinspektvr List- mann in Aussicht genommen.

Kreis Büdingen.

)( Selters, 15. Juli. Gestern nach­mittag wurde unter großer Betelligung von nah und fern der Molkereibesitzer Fischer zu Grabe gebracht. Der Verstorbene hatte sich um das Molkereiwesen Hessens, als Ge- meinderat und Vereinsmttglied um das Auf­blühen der Gemeiirde und des neu aufstreben­den Bades Selters, als Mttglied des Kttchen- vorstandes und der Dekanatssynode, um die evangelische Kirche große Verdienste erwor­ben. Da sein einziger Sohn im Kttege ge- fallen ist, wird die Molkerei von seinem Schwiegersohn, Herrn Siegel, wetterqe- führt.

Kreis Friedberg.

ff. Sri ebb er g, 14. Juli. Heute sand im Lehrerseminar die feierliche Weihe der Krieger-Gedenktafel statt, die die An­stalt ihren im Felde gefallenen früheren Schülern gewidmet hat. Zu dieser Feier hallen sich außer den Lehrern und Schülern ter Anstalt, ten Ver­tretern aller hiesigen Lehranstalten auch die An­gehörigen ter Gefallenen und viele frühere Mit­glieder des Seminars versammell. Die Weihe- rede hielt Professor Keller. Rachdem die Tafel an ihrem Aufstellungsort, tem Treppen­haus des Lehrgebäudes, angebracht war, sprach noch im Ramen des Lehrerkollegiums ter Direk­tor, Herr Geh. Schulrat Dr. Karg, und im Ramen der Seminaristen ein Mitkämpfer, Herr Görg. Die Tafel, die schlicht und würdig ge­hallen ist, trägt die Ramen von 28 Gefallenen.

ff. F r i e o b e r g , 16. Juli. Zum Besten notleidender Studenten des hiesigen Po­lytechnikums fand gestern abend im Saaloau ein von der Studentenschaft veranstalteterBunter Abend" statt, ter sich eines sc-Hr regen Besuches erfreute. Die Begrüßungsansprache hielt Herr Dozent G ö d l, sämtliche Rummern des überaiS reichen Programms, das aus Musikstücken, Rezi­tationen, Gefangsvorträgen. einem Schwank von Hans Sachs usw. beftanb, wurden von Gönnern des Polytechnikums bestritten und fanden allsei­tigen Brifcrll. Vertauftb^ten sowie ein anschlie­ßender Tanz sorgten für die nötige Abwechselung. Wie zu erwarten, wird dem guten -Stoede ein hübsches Sümmchen zusließen. Qüt vielen höhe­ren Schulen bestehen bereits Vereinig lagen, welche die früheren Schüler der Anstalt zu einem losen Verband zusammenfassrn. 1 im ge­gebenenfalls auch größere Zwecke 51 nertolgen. Da an unserer altehrwürdigen Algistinerschill (Gymnasium, Realschile) ein derartiger Ver­ein noch nicht existiert, sand die Anregung zur Gründung einer solchen fruchtbaren Boten. Ein? Vorbesprechung, welche in ter Aula ter Schrie iattfanb, stand tem Gedanken durchaus sym­pathisch gegenüber. Ein vorläufig gewählter Vor­land an dessen Spitze Herr Bankvorstand Alex. Weber steht, wird demnächst weitere Schrill» ergreifen, um die Gedanckrn in die Tat im* zusetzen.

ch. Münzenberg, 14. Juli. Zur Zeit wird hier das alte, aus dem Jahre 1551 stam­mende Rathaus wiederherge stellt. Da der nach Rorden vorspringetrde Erker von seiner Schieferverkleidung befreit wird, kommt bei dieser Gelegenheit sehr schönes, z. T. durch Schnitzerei verziertes Gebäll zum Vorschein. Wenn auch das Holz leider durchs das Alter z. T. sehr gelitten hat, so soll doch nach Möglichkeit der Erker in seiner ur- prünglichen Form wiederherge- teilt werden. So steht in Aussicht, dah um» er Rathaus nach seiner Wiederherstellung ein chönes Zierstück unseres altertümlichen, an hübschen Baudenkmälern so reichen Stöbt* chens wird.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 16. Juli. Eine un­geheuerliche Steigerung des Gas­si reifes hat die Stadt vorgenommen, indem sie den Kubikmeter von 4,80 Mk. im Juni jetzt auf 9 Mk., also fast um das Doppelte, er­höht hat. Die Entrüstung hierüber tft allge­mein. Auch der Bier preis sowie das Brot sind sett gestern wieder entsprechend in die Höhe gegangen.

tob. Mainz, 14. Juli. Die franzö­sische Geheimpolizei verhaftete in Trier 8 Personen wegen Verdachts der mllitärischen Spionage zum Aachtell Frank- reick^S. Die Beschuldigte'^ wurden dem fran­zösischen Militärgefängnis in Mainz über­wiesen.