toirfte, Trude Heh' /Better“ war eine geradezu
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erstaunliche Leistung schauspielerischer Verwand- auf 3000 Mark. lungSkunst. — Der musikalische Teil zwischen den rt L i ch, ]
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auShnltung
Detter aus Bremen" errang durch feine
zwingende Situationskomik den unausbleiblichen , Prügel-, Stock- und'Well-nhv'Ein anaemeffeier Heiterkeilserfolg. Die drei Mitwirkenden Adolf i Preis wurde festgesetzt, der sich zwischen 700 ’ unb
Mittellun nach der l
lungSkunst. — Der musikalische Teil zwischei beiden Lustspielen verdiente eine eingehe '... Würdigung, als eö in diesem Rahmen möglich ist. Die jugendlichen Sänger und Sängerinnen machten der Leitung des StudienratS Wilh. Kraus alle Ehre. Es war ein Genuß, von den prächtigen
900 Mark für die genannte Menge bewegt. Bei den neuerdings stattgefundenen öffentlichen Holzversteigerungen sind die Preise weiter gestiegen. Die.Klafter (4 Raummeter) Buchenholz kam bei- Ipielsweife in den fürstlichen Waldungen bis
einer besonderen Nachprüfung unterzogen wird.
Noll als Pächter Veit, Trude Heh als Gretchen und Rolf Leopold als Franz hatten ihre besten Momente in der Drei-Dettern-Szene, wo sich die beabsichtigte Komik in der glücklichsten Weise cms-
Landwirtschaft.
a. Aus demsüdlichenDogelSberg, 16. März. Trotz des strengen Winterö ist der StandderSaatim allgemeinen gut; eine Ausnahme macht der Raps, der größtenteils verschwunden ist. Das herrliche Frühlingswetter, das nun schon einige Tage anhält, ist für die landwirtschaftlichen Arbeiten sehr günstig. so daß mit der Frühjahrsbestellung begonnen werden kann.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 17, März 1922.
•• Invalidenversicherung der Lehrlinge. Die OandeSversicherungsanstalt „Hessen" schreibt uns hierzu: Von Frankfurt am Main ausgehend ist in letzter Zeit eine
— Gin Original-Idealkohlen- sparkocher wird von morgen ab im Hotel Prinz Carl ausgestellt. (Näheres s. Anzeige.)
Landkreis Gicsten.
s. Trohe, 16. März. Unser Dörflein ist neben Heuchelheim wohl der einzige Ort bei Gießen, der k e i n e n W a l d besitzt. Wie schmerzlich das aber gerade in der Gegenwart ist. weiß jeder, der stundenweit gehen muß. um Holz zu steigern. Durch die heutigen hohen Fuhrlöhne verdoppelt es sich fast int Preise. Ein Teil unserer Gemarkung - die Hardt —. die bei Annerod liegt, ist ja. wie der Name sagt, einmal Wald gewesen, aber längst in Ackerland verwandelt und an Rödgener Dauern verpachtet.
4 Lich, 16. März. Die Holzversorgung der einheimischen Bevölkerung hat nun durch den Gemeinderat eine befriedigende Regelung gefunden. Es kommen auf die Haushaltung etwa 6 Meter festes Jvlz, bestehend aus Scheit-, nd Wellenbol -.. (Sin nnnernt>s'c>
ig durch die Tagespreise gegangen, Lehrlinge, die täglich unter 6,67 Mk. (männliche) oder 4,67 Mk. (weibliche) ver-
Hesstscher Evangelischer Landeskirchentag.
rm. D a r m st a d t 16. März. Präsident Dr. t). Diehl eröffnet die Sitzung um 8^/4 Uhr. Das Gebet wird von Abg.Stlftstechant Lenz-Lich Verlesen. Dann wird in die Beratung über die §§ 101—110, die daS Kirchenregiment behandeln. eingetreden. Abg. Dr. D. Schian weist auf die grüßen Schwierigkeiten hin. die sich der Erledigung dieser Frage im Verfassungsausschuß entgegenstellten. Es war unmöglich, alle Wünsche zu erfüllen, doch kam man zu einem annehmbaren Verständnis. Die Kirchenregierung soll gewählt werden, davon zwei Mitglieder lebenslänglich. Man entschloß sich auch zur Beibehaltung teS Landeskirchenamtes (seith. Oberkonsisto. iu ns), das die Derwaltungsangelegenheiten regelt. Der Prälat soll als oberster Kirchenh-err doch neben den Supenintendenten stehen. Geh. OberkonsMorialrat Dr. Flöring stellt die volle HebereinflilTrmung
Kirchenregiments mit dem Bersas'ungsaus- schuß fest. Gr steht auf dem Standpunkt, daß an die Spitze des Kirchenregiments ein tüchtiger Late und umsichtiger Derwaltungsbeamter sich besser eigne als ein Geistlicher. Den Vorschlag, einen vierten Vertreter als Geistlichen neben die Super- i^^öenten zu stellen, könne er nicht empfehlen Der Gedanke, neues Blut in die Kirchs zu schaffen, dürfe nicht von dem Grundsatz überflügelt werden gute, bewährte Ideen zu beseitigen.
Die Weiterberatung wird hier ausgesetzt und bei § 116 fortgefahren, der die Superintendenten betrifft. Abg. Dr. Hermann erklärt die Bedeutung der im ganzen Volke Mannten Stellung und des NamenS des Superintendenten. Abg. Jakob mochte die Auffassung, daß der Superintendent der Seelsorger des Pfarrers sei, nur in beschränktem Sinne gelten lassen. Abg. Lenz- Lich führt aus. daß der Geistlich! einen wirklichen Vertrauensmann benötige, mit dem er die Sorgen seines kirchlichen Lebens beraten könne, dazu müsse der Superintendent mehr Zeit haben, als bisher, um mehr Herz und Verstände nis für die Nöte des Pfarrers mitbringen zu können. Bisher war der Superintendent mehr Derwaltungsbeamter. Abg. Weber stimmt dieser Auffassung zu. Die religiöse Welle zeige sich nicht nur im Volke, sondern auch bei den Geistlichen selbst. Alle religiös gesinnten Pfarrer verlangen daher mehr Entlastung der Superintendenten von der Nebenarbeit. Abg. D. Schian unterstützt int Namen vieler seiner Freunde die Ausführungen des Dvri'edners. Geh. Oberton- sistorialrat Dr. Flöring glaubt, daß in seelsorgerischen Fragen der Superintendent immer Zeit für den Pfarrer hat. Der Wunsch nach weiterer Befreiung des Superiittendenten von Verwaltungsgeschäften sei nicht so leicht erfüllbar. Abg. Dr. Uhrig: Auch in Laien kreisen erwartet man, daß die Superintendenten sich ihrer oberhirtlichen Tätigkeit mehr widmen wie seither. Abg. Weber erwähnt, daß auch in Fragen der Evangelisation und in der Gemein- schastssache der Supettntentent dem Geistlichen mehr zur Seite flehen soll. Der § 116 wird dann angenommen, ebenso § 117 bis auf Absatz 8, der von der Ueberwachung des Religionsunterrichts handelt und nochmals vom Ausschuß beraten werden soll. § 118 setzt die Zuständigkeit des aus fcrt Superintendenten und dein Prälaten zu bildenden Kollegiums fest und wird angenommen. Paragraph 119, der von den Aufgaben des Prälaten handelt, wird ausgesetzt. Hierauf wird der Abschnitt 111—114, soweit er das Landeskirchenamt behandelt, beraten. Abg. Dr. Sch ian führt als Berichterstatter aus, daß das Landeskirchenamt die oberste kirchliche Der- waltt.ngsbehörde und dem Kirchen egitnent verantwortlich ist. Die Entscheidungen sollen in kollegialem Sinne erfolgen. Das Landeskirchenamt besteht aus dem Prälaten, der den tVorsitz hat, dem stellvertretenden Präsidenten, den Superintendenten und der erforderlichen Zahl von Räten, deren Zahl nicht festgesetzt ist. Geh. Oterkonsisto- rialrat Nebel erklärt, daß man in das Landeskirchenamt nur Beamten erhalte, die eine Dauerstellung einnehmen. Dem Bedürfnis nach Vermehrung der Räte im angebeuteten Sinne wird man sich nicht entziehen können. Abg. Dr. Sell empfiehlt die rein geistlichen Fragen dem Landeskit cher.amt abzunehmen .während Abg Hak ob auf das eigentümliche Verhältnis hinweist, das dadurch entstehe, daß die Mitglieder des Landeskirchenamtes und damit auch die Vorsitzenden der Kirchenregterung verantwortlich seien. Abg. Freiherr von Hehl gibt Aufllärung übet die Gründe des Ausschusses, welche zu der Fassung Veranlassung gaben. Hierauf wird § 111 angenommen, § 112, der den Prälaten betrifft, wird ausgesetzt: §§ 113 und 114 werden angenommen. Dann wird § 101 weiterberaten unb dieser angenommen, 102 bis 188 werden auSgeseht, ß 109, der die Aufgaben der Kirchenregierung behandelt, wird bis Abs. 15 angenommen. Zu Abs. 15 beantragt der Abg. Wahl-Schlitz, daß außer der Amtsbezeichnung für Beamte auch die Titelverleihung für Beamte und Pfarrer ermöglicht werden solle. Abg. Dr. S ch i a n spricht sich dagegen aus, da man durch das staatliche Vorgehen ja weitgehende Möglichkeit habe, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Abg. Frhr. v. Hehl möchte gerade dem Vorgehen des Staates, der ein offizielles Verbot erlasse und „hinten herum" doch alle möglichen Titel verleihe, nicht folgen, man solle offen und frei von dem Recht, die Geistlichen unb Beamten für ihre Verdienste zu ehren, Gebrauch machen, die Titel sollen aber den kirchlichen Verhältnissen angepaßt sein. Der Zusay wird abgelehnt. Dann werden noch die §§ 120 unb 122 angenommen, 121 ausgesetzt. In 8 123 gibt Abg. Wagner noch seinem großen Bebauern Ausdruck, daß es nicht möglich war. bad rechtliche Verhältnis zwischen Staat unb Kirche zu klären. Abg. Dr. Schlau unterstützt die Ausführungen des Vorredners. Die neue Kirchenregierung müsse alles daran sehen, um eine Verständigung über die Vermögensverwaltung und die anderen Fragen zu erreichen. Vielfach werden auch die Bestimmungen des Gesetzes von 1832 vollständig gegen die Bestimmungen deS Selbstverwaltungsrechtes gehandhabt. Es sei Zeit, daß hier bald eine Aente- rung erfolgt. Vielfach sei die KirchengemeindÄ gegenüber den staatlichen Bestimmungen rechtlos. Man soll, sobald die 'Schaffung zu Ende beraten ist, dagegen vorgehen. Nach weiteren Ausführatz- gen des Abg. Orth und verschiedenen versön- ltchcn Bemerkungen zwischen den Abg. Wahl- Schlitz unb Abg. Dr. Schian unb Wagner werden die §§ 123 unb 124 angenommen.
dienen, von der Derpslichtung zur Znvaliden- versicherung befreit seien. Diese Auffassung ist unzutreffeno. BetslcherungSfrei sind Lehrlinge nur dann, wenn sie noch nicht 16 Jahre alt sind oder lediglich freien Unterhalt beziehen. Erhält ein Lehrling, der über 16 Jahre alt ist, einen Darlvhn, so stellt sich dieser ohne Rücksicht auf seine Höhe als Entgelt int Sinne deS 9 1226 der Reichsversicherungsordnung dar und begründet die Invalidenversicherungspflicht des Lehrlings. Sine Sonderbestimmung besteht nur bezüglich der Handlungslehrlinge unb derjenigen in Apotheken, die nur dann versicherunaspflichtig sind» wenn ihr regelmäßiger I^hreSarbeitSverdienst 2000 Mk. an Entgelt nicht übersteigt.
•• Verliehen wurde dem Offizier- Stellvertreter Karl Hellwig, zuletzt im Rw.-Sch.-Regt. Nr. 22, Gießen, der Charakter als ßeutnant, zugleich die Erlaubnis zum Tragen der Uniform deS Feldartillerie-Re- giments Nr. 33.
Zu unserem gestrigen Bericht über die Verhandlung des Schwurgerichts vom 13.Marz bittet uns Herr Schlossermeister Schmidt (Gießen) nachzutragen, bah er mit bent erwähnten Schlossermeister Sch. nicht identisch ist.
I S. Lehrerversammlung in Gießen. Am Mittwochmorgen fanb in bet Volksschule in bet Schillerst raße eine Lehrerversammlung statt in der Herr Pros. Alles ben Anwesenden den neben Provinztaldirektor, Herrn Staatsrat Matthias vorstellte. 3n einer kurzen Ansprache begrüßte er die Lehrer und versprach, stets ein warmer Freund unb Förderer von Schule unb Lehrerstand zu sein. Dvbann ergriff Lehrer Loh von Leihgestern bas Wort zu einem kurzen Vortrag über ben Heimatgebanken Im Erdkunden- unterricht. An Hand einer ganzen Reihe. von Beispielen zeigte er. wie man bte Grundbegriffe der Geographie in und bei dem Heimatdorf gewinnen kann. Als zweiter Redner versuchte Lehrer Braunewell aus Wieseck den Heimatgedanken im Rechenunterricht zu entwickeln. Der Rechenstofs ist der Heimat unb dem Erfahrungskreis des Kinbes zu entnehmen. Alle Aufgaben sinb möglichst im Kopfe zu rechnen-, bte Tafel ist nur im Notfälle zu gebrauchen. Auch Aufgaben aus dem Wirtschaftsleben des Volkes sind heranzuziehen. Ein solcher Unterricht erfordert ein eifriges Stvff- sammeln des Lehrers. Beide Vorträge fanden den Beifall der Versammlung. Für die nächste Konferenz wurden zwei neue Themen festgesetzt: Das Helmatsprinztp in der Naturwissenschaft (Balser- Daubringen) unb: Die Frage im Unterricht (Linbenstruth -Gießen). Der Dor- sitzende macht eine Reihe von Mitteilungen. Gr weist auf die pädagogische Woche vom 3—6. April in Wetzlar hin. 3m April soll eine Wahl der Lehrer, ble Mitglieder der Kretsschulkommission werden ftattfinben. — Eine längere Aussprache fand über die Fortbildungsschule statt. Auch übet andere Punkte deS neuen Schulgesetzes entspann sich eine lebhafte Aussprache. Eine der brennendsten Fragen ist die der Schulgüter. Jeder Lehrer bekommt einen Morgen Land, den ihm die Gemeinde au übergeben hat.
•• Der klassische Lustspiel- unb Liederabend Im kath. Derelnshaus war in allen seinen Teilen vorn besten Gelingen begleitet. D'e Besucher wurden mit einer solchen Fülle hochwertiger Darbietungen überschüttet, daß sich daS Verhältnis von Leistung und Gegenleistung sehr zu Ihren llngunften verschob. Die Gießener Wclld- bühne kann den gestrigen Wend als einen ihrer ^önsten Erfolge buchen zu dem die Spielleitung
? 8mit beitrug. Hebet Goethes Lustspiel Die Wette" ist hier das Nötige schon früher gesagt worden. Die Fein- ?ie?0CLauJVn diesem verhältnismäßig unbedeutenden Werk des Meisters enthalten find kamen durch das Spiel der Mitwirkenden zum erwünschten Ausdruck. Hans Arbeit gab lern besorgten und dabei doch humorvollen Vater Dorn lebenswahre Züge. Seinen Freund Förster zu verkörpern war Georg Franke mit Ecfola bemüht, doch wirkte die Maske des älteren Mannes nicht recht glaubhaft. Das Dedientenpaar Johann unb Friederike wurde durch Rolf Leopold unb Trude Heß in glücklichem Zusammenspiel bar- gestellt. Die im Mittelpunkt ber Handlung stehenden, aber die kleinsten Rollen tragenden Liebenden Eduard und Leonore.wurden von Josef Hei hier unb Friebel Lerch gegeben, wobei besonders ble letztere ben Ton sehnsucht-kranker Liebe traf. Das bekannte Lustspiel Theodor Körners «Der
Stimmen in bester Schulung alte Volkslieder und andere schöne Weisen großer QKufifer vorgetragen zu hören. Besonders die jungen Damen machten ihre Sache gut, wobei die Begleitung der Laute und vor allem auch der Geige lobend erwähnt werden muh. — Die Zuhörer gaben ihrer Befriedigung reichsten Ausdruck und ließen erkennen, daß der Wunsch nach baldiger Wiederholung eines solchen Abends allgemein ist. tr.
•* Luther- Feier in der Dtadt- k i r ch e. Die vom Evangelischen Bunde in Gemeinschaft mit dem Evangelischen Arbeiterverein und dem Wartburgverein veranstaltete Luther-Feier hatte am Sonntagabend eine zahlreiche Zuhörermenge in der Stadtkirche zusammengeführt. Es galt, Luther-Erinnerungen aus ben Jahren 1521 unb 1522 aufzufrischen unb ben Reformator In Kamps unb Arbeit aus der Wartburg vorzuführen. Studienrat Dr Kauer- Wetzlar, der Redner des Abends, entledigte sich der ihm gestellten Ausgabe in äußerst ansprechender, geschickter Weise, indem er aus- führte, wie der neue Gast der Wartburg, Ritter „Georg", in ber tiefen Stille ber waldumrauschten Burg, unter betn Druck einer auf gezwungenen Untätigkeit sich Rechenschaft ablegen mußte über die furchtbare Verantwortung, bie er burch seinen Kamps gegen bte Kirche aus sich gelaben hatte, wie er aber auch hier sich zu ber Ueberzeugung burchrang, nur seine Pflicht gegenüber seinem Gott unb betn beutschen Vaterlanbe getan zu haben. Unb dann ging es von neuem an ble Arbeit. Ohne nennenswerte Hilfsmittel entftanb bte geniale Uetersehtmg beS Neuen Testamentes, bie 1522 fertiggestellt war, begann ble Uebetsehung auch bes Alten Testamentes, entftanb bte beut* s ch c Bibel, beren Sprache noch heute in ihrer Wucht unb Kraft, in ihrer Volkstümlichkeit unübertroffen basteht. Aber schon forderten neue Aufgaben gebieterisch Lösung, war doch das Werk des Reformators in Wittenberg gefährdet, wo Stürmer und Schwärmer, frühere begeisterte Anhänger Luthers, einen blinden Dernichtungsfeld- zug gegen die Einrichtungen der alten Kirche begonnen. Nun litt es Luther nicht länger im Frieden der Wartburg, er eilte nach Wittenberg, um dem ungeistlichen Treiben dort durch sein persönliches Eingreifen und durch kraftvolle Predigt ein Ende zu machen mochte auch seine Popularität, sein Einfluß auf ble Masse, schwer bar- unter leiben. — Mit einem warmen Appell an ble Hörer, ben alten Luther-Geist nicht ersterben zu lassen, fonbern als Wegweiser zu neuem beut» fchem Aufstieg zu gebrauchen, schloß ber Redner seine Ausführungen. — Umrahmt war der Vortrag durch musikalische Darbietungen verschiedener Art. Zwei Doll der einheimischen Sängerin Frl. 3da Stammler (Arle aus „Samson" und ,.Mariä Wiegenlied" van Max Reger) befriedigten burch vollenbetetz Vortrag unb tadellose Aussprache ebenso wie ein Lieb beS Gemischten Chors bes Evangelischen Arbeitervereins (Leitung Musiklehrer G e r n h a r b t), das hingebenbes, erfolgreiches Dtubium verriet unb ben weiten Kirchenraum wundervoll ausfüllte. Daß Organist Otto G ö r l a ch mit gewohnter Meisterschaft die Orgel bediente und besonders In einer Sonate über ein Lutherlied sein Können vorteilhaft zeigte, sei ebenfalls mit besonderem Dank erwähnt. Alles In allem ein stimmungsvoller, wohlgelungener Familienabend!
Bornolizeu.
— TageSkalender für Freitag. Stabttheater. 7 Uhr: „Donna Diana". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Das Mädel von Bicabilly", 2. Teil, „Eine luftige Der* brecherjagd" unb „3hre Vergangenheit".
— Aus dem Stadttheaterbureau. Es sei ganz besonders auf ben „Heiteren Plaut-Abend" hingewie- en, der am Mittwoch, den 22. d. M.» im Stadttheater ftattfinbet. Joseph Plaut, der überall beliebte Künstler, wird sich auch in Gießen sein Publikum im Sturm erobern und ein gern gesehener Gast werden. Wir geben hier einen Auszug auö den Bremer Nachrichten: „Joseph Plaut, der Meister heiterer Vortrags- kunst, hat sich wieder einmal mit vollem Er- olge darin erprobt, eine große Zuhörermenge über Zeit und Stunde hinweg in glückselige Heiterkeit zu versetzen. Wie rasch er sein Bremer Publikum für sich gewonnen hat, konnte nicht besser bewiesen werden, als durch den vollbesetzten großen Saal, Doch was Plaut bietet, ist nicht Erheiterung an sich, sondern die Gelegenheit, sich zu erbauen an den Leistungen einer Persönlichkeit, die sich in der Vermittelung literarischer Perlen aller deutschen Dia- ekte zu einer kaum noch zu übertreffenden Höchststufe emporgeschult hat. ... ES war beneidenswert, wie vollkommen Plaut jedermann, alt und jung, in den Bann seiner reifen Kunst zu zwingen vermochte."
— Auf Jordans Meisterbilder- Andachten, die am Sonntagnachmittag unb Sonntagabenb in ber Zohanneskirche stattfinben. el nochmals hingewiesen. Alles Nähere ist aus betn Anzeigenteil ersichtlich.
-- - .dk 16. Marz. Heute mittag stürzte &cc "ch bis unter bas Turmgäßchen erstreckende Tunnel, aus dem Erbe für den Ringofen gefördert wirb, plötzlich zusammen, als gerate otoel Arbeiter mit einem Förberwagen Im Begriff waren, den Tunnel zu verlassen. Der eine kam mit dem Schrecken bavon, ber andere, ein Mann aus Birklar, erlitt einen Fußbruch. — 3n einem Garten hinter ter Butzbacher Straße würbe in einem Sack versteckt ein Treibriemen irr Werte von Über 3000 Mark aufgefunben. Es stellte sich heraus, baß er auf dem Hofgut Coln- hausen entwenbet worben war. — Die neue
Die Attgcleqettßeiten des Kindes von Nancy.
Berlin, 16. März. (Wolff.) 3n ber Angelegenheit des Kindes von Nancy wirb mitgeteilt: Die deutsche Botschaft In Paris hat von Der französischen Regierung ble Regelung bet Angelegenheit erreicht. Die betreffende Summe wurde von der deutschen Botschaft ausgelegt unb in Nancy bei ber Polizei niebergclegt. Die Einreiseerlaubnis für die Mutter nach Nancy wurde bewilligt. Am Samstag wird die Mutter in Nancy eintreffen, wo ihr das Kind ausgehändigt wird. —---
Nus dem Reiche.
Die Notlage der Gemeinden.
B e r l i n, 16. März. (WTB.) 3m finanzpolitischen Ausschuß des vorläufigen Reichs- wirtschaftSratv wurde bei der Beratung des LandeSsteuergesetzeS in zweiter Lesung zu den Paragraphen 17, 43 und 56 folgende Entschließung gefaßt: Mit Rücksicht auf die finanzielle Notlage, in der sich vielfach die Gemeinden befinden, hält 06 der Ausschuß für erforderlich, daß die Frage der Teilung der großen Reichs steuern (Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer) zwischen Reich, Ländern und Gemeinden
Damit Ist bte erste Lesung bis auf die aus« gesetzten Paragraphen beenbet.
| Nächste Sitzung Freitag früh.
S t raße auf bem Wall wirb jetzt hergerichtet. Die neu entstandenen, an ber Stabtmauer liegenden Garten find von ber Stabt eingezäunt worben. Mit bem Bau zweier weiteren Zweifamilienhäuser wirb zur Zeit begonnen. — Verhaftet wurde hier ein Mann, bet In auffälliger Weise unter Versprechungen Kinder an sich locken wollte.
Strcid Büdingen.
□ Nibda. 15. März. 3n ben auSgebehnten Waldungen zwischen Nidda, Ulfa und Robheim haben sich neuerbings wieder starke Rubel oon H 0chwilb gezeigt, so besonders In bei sog. Harb. Der diesjährige Schnepsenstrlch dagegen ist nicht besonders günstig.
KreiS Lauterbach.
△ Lauterbach, 15. März. Zwei neue Vereine wurden hier gegründet, nämlich ein Hausbesiherveretn und ein Verein für das Deutschtum im Ausland (Deutscher Schulverein).
△ Lauterbach, 15. März. Bürgermeister Alexander S t ö p l e r wurde heute unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft zur letzten Ruhe gebettet. Die Vertreter der Provinzial- und Kreisbehörden, der Stabt unb Vereine eröffneten den Leichenzug. Die vereinigten Gesangvereine unb ber Kirchengesangverein fangen Trauerchöre. Am Grabe würben zahlreiche Kränze nietergelegt.
△ Angersbach, 15. März. T 0 0 lich verunglückte im Walbe ber Gastwirt Keller. Er war mit Ausladen von Bauholz beschäftigt, dabei stürzte ein Stamm ab unb verletzte ihn so schwer, bah er nach drei Tagen starb.
△ Wallenrob, 15. März. Eine Ziege, die in fünf Zähren 15 Zunge zur Well brachte, besitzt ein hiesiger Züchter. Dieser Tage überraschte sie ihren Besitzer mit fünf munteren Ziegenlämmern.
KreiS Schotten.
□ Laubach, 15. März. Heute morgen 9 Uhr verstarb dahier dec hiesige Bürgermeister Rudolf Ritter. Er war der Sohn des Bürgermeisters Ritter, der von 1865—1833 dieses Amt bekleidet hatte, und der Nachfolger des Bürgermeisters Wilhelm Zochem, ter von 1883—1911 als solcher wirkte. Der heute Verschiedene war ein sehr pflichttreuer und geschäftsgewandter Mann, der sich besonders auch im Kriege als Verwaltungsbeamter vorzüglich bewährte. Große Derdieiiste hat er sich auch auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge erworben. Unter ihm errichtete die Stadt die Anlagen der elektrischen Leitung als eine ter elften Gemeinden deS Kreises. Rudolf Ritter ist geboren zu Laubach am 22. August 1857, besuchte die hiesige Stadtschule und darauf die Realschule zu Alsfeld. Nachdem er zum Kaufmann ausgebildet und 1878/79 als Einjährig-Freiwilliger beim Leibgarde-Regiment Nr. 115 zu Darmstadt gedient hatte, war er als Reisender tätig. 1884 errichtete er ein eigenes Manufaktur- Geschäft In Laubach, dis er erst vor 6 Zähren verkaufte. Der Tod beS trefflichen Gemeinbebeamten wirb allgemein hebiuert. — Gestern schoß der gräfliche Förster Krautwurst vom Forsthaus Glashütte bei Freienseen im sog. Kreuz- seener Kopf einen Hirsch von 8 Enden, der sein Geweih noch nicht abgeworsen hatte. Bekanntlich werfen die Hirsche in der Regel schon im Monat Februar das Geweih ab. Der Bestand an Hirschen in ben gräflichen Waldungen Ist sehr zurückgegangen. Dor 2 Zahrzehnten waren noch 100—120 Stück oorbanben; heute sind es höchstens 15—20 Stück. Die Schnepfen streichen vorerst noch schwach: bie Witterung ist noch zu ungünstig.
4 Droh-Eichen, 16. März. Der Plan, eine eigne Kraftquelle für bas elektrische L l ch t zu bauen, würbe nun endgültig aufgegeben. Der Anschluß an ble Provinzzentrale würbe vom Gemelnberat beschlossen. Die Arbeiten slnb Im Gange.
Kreis Friedberg.
4 Frlebberg, 16. März. Die Handels- k a m m e r für die Kreise Friedberg, Bübingen unb Schotten wählte in ihrer letzten Plenarsitzung ble folgenden Herren wieder: Vorsitzender Kommer» zienrat LangSbors (Friedberg), stellvertretende Vorsitzende Kaufmann Phil, M üller (Bad- Nauheim) u. Dipl. merc. L. Fertfch (Friedberg).
4 Butzbach, 16. März. Das Leipziger Flugzeug, das bei der Meguin A. G. zu Gast war unb Llchibllbaufnahmen ter Werkanlagen hergestellt hat, trat unter ben jubelnben Abschieds- rufen bet Bevölkerung bie Heimreise wieder an. Diese Jing ebenso flott Donftalten wie bie Herreise. Bor ber Llbfahrt hielt Oberingenieur See- kah, ber Führer des Flugzeugs unb zufällig ein geborener Butzbacher, den Schülern der Volksschule unb ter Realschule auf bem Exerzierplatz einen lehrreichen Vortrag über „Flugzeug und Flugwesen' .
Hessen-Nasian.
fpd. Wiesbaden, 16. März. Kurz nach der Besetzung ter Stadt durch bte Franzosen ging bad erste Hotel, bet „Nassauer Hof" in französische Hände über. Zeht hat ter Znyaber tes Grand Hotels in Dad-Nauhelm, Zeschke, bie Aktienmehrheit käuflich erworben unb damit das Haus wieder in deu tschen Besitz gebracht. Die Franzosen haben ihre Anteile unter bem Ein- stanbsprelse abgegeben. Die Uebemahme erfolgt am 1t April.
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