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Mittwoch, 16. August 1922

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Swettes Blatt

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Werkes von ganz besonderer Bedeutung ist: für gebärens der Gemeinden Hand in Hand gehen.

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35. Fortsetzung.

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(Schluß folgt)

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Bekanntlich ist in Hessen der Gemeindebesteu'- erung das Gemeindeumlagengeseh vom 8. Juli 1911 zu Grunde gelegt. Auf den von Anfang durch die hessischen Handelskammern bekämpften Grundfehler des Gesetzes, nämlich die Kapitali­sierung des Anlage- und Betriebskapitals in Form von Zuschlägen beim Ueberfteigen einer Äormalrente von 6 Prozent, soll hier nicht näher eingegangen weiden. Die baldige Aen- derung des Gesetzes in diesem Punkte ist ja vom Finanzminister den Handelskammern zu­gesagt worden. Mit dieser Gesetzesänderung muh aber, wie bereits gesagt, eine Reform des Finanz-

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icherlich noch nach Monaten spüren.

Dazu kommt, dah die Rot d e r P r e s s e in­folge weiterer sehr scharfer Erhöhung der Pa­pier- und sonstigen Materialpreise in einigen Tagen allgemein im Reiche einen neuen starken Auftrieb erfahren wird. Die wirtschaftlichen Zustände und Aussichten im Druckereigewerbe und bei allen in ihm Tätigen ind sehr schwer und düster. Das muh sich die Oefsentlichkeit vor Augen halten, wenn sie über den jetzigen Kampf in Frankfurt, über die Mahnahmen der einen oder der anderen Seite, wie überhaupt über die Lage des gesamten deut- chen Buchdruckgewerbes urteilt.

Finanznot der Gemeinden und Aedersp-annung der Gewerbesteuer.

ii.

Es mag weiter darauf hingewiesen sein, dah nach § 3 des Landessteuergesetzes Gemeinde­steuern, welche die Steuereinnahmen des Reiches zu schädigen geeignet sind, nicht erhoben werden dürfen. Eine solche Schädigung wird aber bei Auf- rechterbaltung des Steuersatzes von 2,00 Mk. Un­treren, weil ja die Ertragsteuern bei der Aeichs- einkommensteuer vom Einkommen abgezogen wer­den dürfen und dadurch der Steuerertrag für das Reich vermindert wird.

lität der Milch erheblich verschlechtert. Wir ha­ben uns aus Grund dieser Klagen an das städtisch? Lc-bensmittclamt gewandt und von dort die gewünschte Aufklärung erhalten, die in den Berbrauchcrkreisen bci-u.jigenö wirken dürfte. Die auswärtigen Milchl;ändler, die Milch nach Giehen bringen, verkaufen diese direkt an die Ver- brauchrr. Eine Borschrift, diese Milch erst der Molkerei Grieb zuzuführen. besteht nicht: dies geschieht nach nicht. Während der vor etwa 3 Wochen 45 Tage dauernden 'Bestreitung der Stadt Giehen in der Milchbelieferung durch aus­wärtige Molkereien war allerdings angeordnet, dah die aus dem Gebiet der hiesigen Molkerei kommende Milch zuiiächst zur Molkerei gebracht werden ipuhte. Dies war notwendig, um eine gerechte Berteilung der zur vollkommenen Ver­sorgung der ganzen Stadt nicht ausreichenden Milchmenge vornehmen zu können. Es muhte ver­hindert werden, dah Bezirke, deren Lieferant aus der näheren Umgebung Giehens stammt voll beliefert wurden, während die von auswär­tigen Molkereien zu beliefernden Bezirke über­haupt keine Milch bekanien. Diese Milch hat jedoch den Molkereibetrieb nicht pas­siert, sondern es wurde lediglich die Fest­stellung der angelieferten Milch­menge und deren Verteilung dort als dem geeignetsten Ort vom Lebensmittelamt vorge­nommen.

geworden ist.

Zum anderen muh aber, wie bereits an an­derer Stelle kurz angedeutet wurde, eine grund­legende Reform des hessischen Gemeindeumlagen- gesehes und in Verbindung damit eine solche der kommunalen Finanzwirtschaft gefordert werden.

Hast beugte sich der Vater über das Gesicht seiner Tvchter und preßte es an sich.

Es war, als zitterte einen Augenblick lang die ganze Aatur im Schauer des Schmerzes.

Dann stand Hallam aus und trat zu den beiten andern. Stumm blickten die drei auf das Mädchen nieder.

Die Röte des Abends floh über ihren Körper und verlieh ihrer Haut den Schern des Lebens Auch ihr Antlitz trug nicht mehr den Ausdrick von Starrheit wie vorher, man hätte denken können, dah sie schliefe und gleich erwachen muhe.

Mit einer peinigenden Energie zwang sich Eduard in den Bann dieser Selbsttäusching, im nur noch e.ranal dir III ision der fcligften A rgen- blicke seines Lebens zu gemeßen. Er gla rbte wahrzunehmen, dah sich die Brust dec Geliebten hebe und senke dah ihre Lippen sich öffneten, und daß ihre Glieder sich im Schlummer leije bewegten, äeberwältigt von seiner Trcmmvorstel- lung stürzte er zu ihr nieder, ergriff dir Hande und drückte sie an seinen Mund. Dann schob er den Arm unter ihren Rücken und richtete sie sanft empor, bis ihr Antlitz das feine streifte. Gin zarter Hauch wehte dabei über feine Haut und bestärkte ihn in feinem wonnevollen Traum. Durchschüttelt von Grauen ind Glück md serner Umgebung nicht achtend, bedeckte er das Gesicht des Mädchens mit Küssen, und es wa-r ihm babei, als bräche der Glanz ihrer Augen noch einmal unter den langen Wimpern hervor, er glaubte ihr Herz pochen zu fühlen an dem seinen und den Druck seiner Finger von den ihrigen erwidert zu sehen. Er glaubte leise unverständliche Worte von ihren Lippen kommen zu hören - bann aber schwand sein Wahn und er stand n is.

Silly lag nun wieder nn Sande. Aber ihre Augen waren weit geöffnet, ihre Brust atmete und ihre Arme griffen unsicher umher.

Sie lebt," sagte Perzelius, der dem Ganzen untätig zu gesehen tyytte. Aber kaum war sich

Der Frankfurter Buchdruckerstreik.

Frankfurt a. M., 15 Aug.

Aus Stsdt und Land.

Giehen, den 16. Aug. 1922.

Von der städtischen Milchversorgung.

Vor einiger Zeit wurden verschiedentlich Kla­gen laut, dah die in die Stadt geleitete Milch in der Molkerei abgegeben werden müsse und von da aus erst in die Hände der Verbraucher ge­lange. Durch diese Verzögerung werde die Oua-

Eduard 'ani> dec Baron des Wunders bewifft geworden, als sie hineilten zu dem Mädchen um sich zu versichern, dah sie keiner Täuschung

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an

Mit erneutem Schmerz schaute er in das Ant lih feiner Geliebten, die immer rroch regungslos Mag. Liber er hielt sich scheu von ihr entfernt, ein Gva-uen hielt ihn ab, sie zu berühren. 3 gernd wandte er sich zu Jermtt «J«

gebreiteten Armen, mit dem Gesicht nach unten, im Sonde ruhte, wie hingestürzt.

Die Kohlen in dem Räuchergefäß waren ver» gsicht und erkaltet, und eine graue Asche staubte daraus hervor, als Eduard es berührte.

Ratlos stand er da. Dann fasste er Ismars am Arm und legte ihn auf den Rücken «ein Leben schien mehr- in ihm zu wohnen. Die Augen waren fest geschlosien und die Zuge krampfhaft aber nicht schmerzlich gespannt. Eher machte es dm ®ii£brud, als spräche eine ekstatische Seligkeit aas ^^E^^tlerweile waren auch Perzelius und der Baron angelangt. Gramvoll und mit verhaltener

Knaben der "ein fremdes Mädchen seine Seele hatte trinken lasten und darüber gestorben war.

Elftes Kapitel.

Eine seidene Ruhe lag in den Gemächern, welche Baron Hallam in seinem Hotel m bewbhnte. Seit acht Tagen war « mit Silly wieder dorthin zurückgekehrt, 'im erst die völlige Genesung seiner Tochter abzuwarten, ehe er die Heimreise nach Deutschland antrat.

Silly trxn die ganze Zeit über von einer Schweigsamkeit Überhängen, die nur. zi sehr ab- stacb von ihrer früheren Munterkeit. Die bru- taten Er-iL. welch- chre NEch- A-te schüttelt und durch die Qualen der T^esangst gepeitscht hatten, lagen noch in der Erinnerung als finstere Schatten, von denen em ^osthauch ausging, der jede Regung erstickte. Still und in sich gekehrt schlich das Mädchen durch die prunkvollen Räume, wie eine Rachtwandlenn bei jedem Laut zusammenschreckend, der von draußen kam Ihre Augen waren ohne Empfindung md Teilnahme in irgend eine unsichtbare Ferne ge­richtet die sie festhielt und aus der sie nicht mehr zurückkehren zu wollen schien.

v Der Baron drang nicht in Silly mit Fragen, sondern umgab sie mit einer leisen, ängstlichen Zärtlichkeit, um ihre Seele langsam dem Leben wiederzugewinnen. Diese Seele, die schon ent­flohen gewesen, war wieder eingekehrt in ihren Körper, doch wie in ein fremdes Haus. Sie. die bereits' im Reiche der Geister gewohnt hatte, fand sich nicht mehr zurecht auf der Ebene ddr Leiber. m

Die Aerzte, welche der Baron sofort zu Rate gezogen hatte, vermochten nichts auszurichten, die ganze Sache erschien ihnen durchaus unglaub­würdig, sie verordneten Ruhe und möglichst bal­dige Jurückführing in die heimatlichen Verhält»

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Roman von Ernst Scherlel.

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manche kleinere Duchdruckerei bedeutet der Streut einfach den Rain. Brachte den Druckereien der achttägige Streik der kaufmännischen Angestellten chon keine Aufträge ins Haus und erlitten sie dadurch große wirtschaftliche Ausfälle, ^ ver­mindert der nun schon acht Tage währende Buch­druckerstreik ihre wirtschastliche Kraft weiter um ein beträchtliches Teil. Beide Teile Arbeit­geber und Arbeitnehmer leiden schwer unter dem Ausstande und werden feine Wirkungen

Die Handelskammer saht ihre Ausführungen dahin zusammen, daß für die künftige Reform der Staats- und Gemeindebesteuerung bezüglich des Gewerbes folgende Grundfvrderungen auf­zustellen sind:

1. Aenderung des 8 11 des Gemeindeumlagen- gesehes im Sinne der Vorschläge der hes­sischen Handelskammern

2 Pflicht der Gemeindeverwaltungen zur An­hörung der amtlichen Derufsvertretungen durch Ausnahme einer obligatorischen Vor­schrift int Gemeindeumlagengesetz

Z. Festsetzung der Ausgabearten, welche durch Gewerbe- und Grundsteuern zu decken sind, durch Aufnahme einer fakultativen Vor­schrift im Gemeindeumlagengeseh

4. Festlegung der Höchstgrenze dec kommu­nalen Besteuerung durch Aufnahme einer obligatorischen Vorschrift im Gemeinde­umlagengeseh.

Inzwischen hat der Streik schon schwere Rach- teile gezeitigt, die wett über den Kreis der an ihm zunächst Detelligten hinausgreifen. Das Ge­schäftsleben aller Art, wie überhaupt das öffent­liche Leben ist empfindlich in Mitleidenschaft ge­zogen, da jede breitere Ankündigungsmöglichkeit fehlt. Das üble Spekulantentum kommt jedoch gut auf seine Rechnung. Die unglaublichsten Sensationsgerüchte werden in dieser poli­tisch auhermdenttich gespannten Zett von dunller Sette in die Welt gesetzt und von ber breiten Masse natürlich geglaubt, da ihr jede Möglich- kett zur Aachprüsiung durch das Richt er schein en der Heimatblätter und das rigorose Ausschalten der auswärtigen Zeitungen genommen ist. 3n

In dieser Beziehung sind auf der bereits erwähn­ten Gewerbesteuertagung der niedersächsischen Handelskammern, welche demnächst eine Fort­setzung in Goslar finben wird, recht beachtens­werte Vorschläge gemacht worden Sie gipfeln in der Forderung, daß die Gewerbesteuer in engste Beziehung zu den Ausgaben zu setzen ist, zu bereu Deckung sie erhoben wird. Hiernach sollen durch Gewerbesteuern gedeckt werden: die sachlichen Ausgaben für die Volksschulen und für die Für­sorge im weitesten Sinne, also gesetzliche Armen­pflege, Crwerbslosenfürsorge, freiwillige Wohl­fahrtspflege. (Durch Grundsteuern zu decken sind: Ausgaben für den Städtebau im weitesten Sinne, also Straßenbau und ihre Unterhaltung, Ent- wässerunasanlagen, Straßenbeleuchtung ufto.) Es bedarf aber einer gesetzlichen Vorschrift über die Deckung dieser Ausgabearten, was natürlich nur im Rahmen des Gemeindeumlagengesehes ge­schehen kann. Die Festsetzung der Höhe der Aus­gaben muh selbstverständlich der Gemeindeverwal­tung überlassen bleiben unter Berücksichtigung der im Gesehe gezogenen Steuergrenzen. Die be­teiligten Kreise müssen zur Mitwirkung heran- gezogen werden: es kann dies auf verschiedenen Wegen erreicht werden, entweder durch die Bil­dung von Gemeindewirtschaftsräten mit zwei Ab­teilungen für Gewerbe- und Grundsteuer oder durch Bildung von Ausschüssen, in denen vor allem die amtlichen Vertretungen von Industrie und Handel Sih und Stimme haben. Wenn dem­gegenüber von den Gemeinden geltend gemacht werden sollte, daß solche Vorschläge einen Eingriff in die Rechte der Selbstverwaltung bedeuten und deshalb von vornherein abzulehnen seien, so muß demgegenüber seitens der berufenen Vertretungen von Handel und Industrie mit allem Rachdruck betont werden, dah es sich, wie Dr. Bucerius meint, nicht darum handelt, Rechte des Staates, der Gemeinden und der Steuerzahler eifersüchtig gegeneinander abzuwägen und zu Verteidigern «sondern daß es heute um vieles mehr gilt: nämlich unsere Volkswirtschaft selbständig zu erhallen. Handel und Industrie sind die Haupttrager der staatlichen wie der gemeindlichen Lasten und von ihrem Wohlergehen hängt das Gedeihen des gan­zen Reiches ab. Die steuerliche Tragfähigkeit der Wirtschaft ist aber heute an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt, die. wenn sie um ein weniges überschritten wird, verhängnisvoll für die Gesamtheit des Staates und Volles werden muh.

Was kann und muß nun geschehen, um in Zukunft einer zu starken Anspannung der Ge­werbesteuer vorzubeugen? Da muß als erste Grundforderung ausgestellt werden, daß Die ®e= meinden ihre Ausgaben auf das unumgänglich notwendige Maß beschränken. Eine schleimige Abkehr von dem früheren Grundsätze, wonach es zum Wesen des öffentlichen Haushaltes gehörte, daß die Höhe der Einnahmen nach den als not­wendig erkannten Ausgaben zu bemessen ist, scheint dringend geboten. Die Gemeinden muffen sich heute den Grundsatz des privaten Haushalts zu eigen machen, und die Ausgaben sich nach den Einnahmen pichten, lind für beide Haushalte gUt heute mehr denn je die Forderung daß sie sich Einschränkungen auferlegen und mcht mehr Güter verbrauchen als vorhanden sind. Ergibt sich mm aber für den Haushalt einer Gemeinde, daß zur Deckung eines auf das allernotwendigste Maß zurückgeführten Aufwands die Anteile aus den Reichssteuern zusammen mit den sonstigen Gemeindeeinnahmen nicht ausreichen, so hat eben in erster Linie das Reich selbst die Pflicht, den Gemeinden aus seinen Steuererträgen so viel abzugeben, als zur vollen Deckung des Gemeinde­bedarfs erforderlich ist. Es darf an dieser Stelle und in diesem Zusammenhänge auch noch darauf hin­gewiesen werden, daß der vorläufige Reichs­wirtschaftsrat ja auch die Rotwendigkeit einer anderweitigen Teilung der Reichssteuern zwischen Reich Ländern und Gemeinden, als wie bisher festgelegt ist, anerkannt hat. Eine diesbezügliche Vorlage ist alsdann auch von der Reichsregierung dem Reichsrate gemacht worden, über deren Schicksal allerdings bisher nichts weiter bekannt

* Der Bestand an Kraftfahr­zeugen in Hessen. Rach einer Aufstellung der Kreisämter befanden sich am 1. Juli 1922 in Hessen 887 Großkrafträder, 1376 vorzugsweise zur Personenbeförderung und 854 vorzugsweise zur Lastenbeförderung dienende Kraftwagen. Dazu kommen noch 5 Kraftwagen für Feuerlöschzwecke, 5 selbstfahrende StraßenreinigungsmascAnen und 8 Zugmaschinen ohne Güterladeraum, zusammen 3135 Kraftfahrzeuge. Don den 1376 Personenkraft­wagen werden 109 im öffentlichen Fuhrverkehr (Droschken, Omnibusse) verwendet, 85 für Zwecke öffentlicher Behörden und 1182 für gewerbliche, berufliche und sonstige Zwecke. Don den 854 Last­kraftwagen finden 91 vorwiegend Verwendung ür Zwecke öffentlicher Behörden, 91 ttn Trans­portgewerbe, 53 im Drauereigewerbe, 10 im Müllereigewerbe, 46 im Braugewerbe, 9 in land- uiid forstwirtschaftlichen Betrieben und 405 für andere Zwecke. Don den Lastkraftwagen haben 316 ein Eigengewicht von mehr als 4000 Kilo­gramm. Die Zahl der Groß-Krafträder be­trug in den Kreisen Darmstadt 259, Mainz 110, Offenbach 85, Gießen 54. Pers onen-Kraft- wagen waren in den Kreisen Mainz 319, Offen­bach 194, Darmstadt 176, Worms 138, Gießen 127, und Lastkraftwagen in den Kreisen Mainz 281, Darmstadt 125, Worms 96, Offen­bach 63 und Giehen 57 vorhanden.

Rotizzette l". Kaum hat die Reichs­bank begonnen, die neuen Banknoten zu 500 Mark herauszugeben, so hat sie der Berliner Volls- mund auch schon neu getauft Ebenso wie die vor' einigen Monaten eingezogenen 50-Mark- Scheine mit dem Rahmenmuster auf der Rücksette sehr bald Disttenkarten hießen, so hat der Volls- mund die neuen 500-Mark-Scheine ihrer weihen Rückseite wegenR o t izzet te l" getauft. Uni) er hat damit gar nicht so unrecht Wer hindert z. B. einen Gast, zum Ans rechnen der Zeche die Rückseite des Zahlungsmittels zu benutzen? Der wenig kunstvolle Druck der neuen 500-Mark- Scheine wird zahlreiche Fälscher zurRacheife- rung anspornen: vielleicht ist dies der Grund, dah sich zunächst die Käufer in den Geschäften, "bie Kleinhändler usw. weigern, die Scheine an Zahlungsstatt anzunehmen. Auch in den Kreisen der anderen Geschäftshäuser bringt man dem neuen Zahlungsmittel seiner scheckartigen Form wegen keine allzu groben Sympathien entgegen, so dah schon jetzt gesagt werden kann, dah die Umlauszeit dieser Scheine keine allzu lange fein wird.

Hessen-Nassau. Gattenmord?

fpd. Fulda, 15. Aug. Am Johannisberg wurde die Ehefrau des 40jährigen gabrifr arbeitens Klüber verhaftet da sie im drm- aenden Verdacht steht, ihren Gatten durch Rattengift ums Leben gebracht zu haben.

Landarbeiterstreik.

fpd Kassel, 15. Aug. Aus sämtlichen grö° , Heren Gütern des Kasseler Bezirks sind auf Grund des Beschlusses einer Versammllmg : die Landarbeiter wegen Lohlicmseinander- : setzungen in den Ausstand eingetreten.

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H-Run verstand Eduard die Worte, die braune fixngc vor dem Abschied zi ihm sprechen hatte:Ihr sollt meinen Körper Ratron bestreichen und mit sieben Binden um- wickeln und bin an ter ln die Felsen ^grn- Hatte der Knabe gewußt, daß das gefährliche Fakir stück das Silly erwecken sollte ihn das Leben kosten würde? Mit vollem Dttvußtsern also hatte et ein Werk übernommen dem fern noch zarter Organismus nicht gewachsen war. tas eine Tiefe und Mächtigkeit des kataleptischen Zustandes erforderte, die sein Leben zerbracht

Gerührt hob Eduard den jungen Toten aif, fern ec das Glück seines neuen Daseins verdankte. Und während der Baron seine TochtAMiWetter- schreiten stützte, trug Eduard den Leichnam des

Fvanksurt ist seit einer Woche buch- , stäblich ohne Zeitung! Alle Franffurter Zettungen ohne Ausnahme werden bestreikt, und hie wenigen von auswärts hereinkommenden ; Dlätter, die im Postabonnement bezogen werden, ; fallen in der Halbmillionenstadt nicht ins Ge- , wicht. Die Dahnhofsbuchhandlungen sind als Zeitungsbezugsquelle lahmgelegt. Don der frühe ften Morgenstunde bis tief in die Rächt hinein werden die Derkaufsstände der Bahnhofsbuch­händler ununterbrochen von streikenden Buch­druckern bewacht, die scharf daraus achten, daß auch nicht eine Rümmer irgendeiner Tageszeitung, gantz gleich, welcher Richtung, einem zeitungs­hungrigen Mitmenschen in die Hände fallt Wo der schckchterne Versuch eines Verkaufs gemacht wird treten die Aufpasser sofort in Tätigkeit und vereiteln jede Derkaufsmöglichtett. Die Po­lizei ist gegen dieses Tun machtlos: sie beschränke ihre Tätigkeit bislang lediglich darauf, die großen Zettungspakete, die morgens und abends mit den v-Zügen aus München, Berlin oder Leipzig ein­treffen, nach dein Stationsgebäude zu begleiten und dafür Sorge z<a tragen, dah die ''Pakete ßn den Kellern sorglich verstaut wer­den. He müh aber macht sich aus den Straßen und in den Kaffeehausern eine neue Zunft auf, deren Mitglieder in eleganter Mappe die ^verbotenen" Blätter d e n G ä st e n schweigend Hinhalten und dabei teile den Preis f lüstern, der allerdings sehr viel böfcer als sonst gang und gäbe fft. Zettungs- valutapreise! Und an diesen stillen Verkaufen be­teiligen sich in zunehmendem Maße streikende Buchdrucker, die in dem Ringen um das tägliche Brot dem von den eigenen Genossen in Acht und Bann gesteckten Zeitungsverkauf er- gewerbe nachgehen.

Der Frankfurter Duchdruckerstreik ist ein sog. wilde r", d. h. die Buchdrucker organisa- t i o n hat mit ihm n i ch t s zu tun. Die Bewegung wurde, bevor die auf den 15. August festgesetzten Verhandlungen in Berlin über den Reichstaris begannen, von den Angehörigen des Frankfurter graphischen Gewerbes eigenmächtig mit Forde­rungen begonnen, die die Sähe des künftigen ReieMarifs weit übersteigen. Dazu kamen ^For­derungen nach Ueberteuerungszulagen. Auf dieses Verlangen gingen die Verleger und Druckereibe- sitzer nicht ein. lind am Dienstag früh war wie ein Blitz aus heiterem Himmel der Streik da. In den ersten Streiktagen hielt es (eine Seite für nötig, Derständigungsversuche zu machen. Hede Seite roartete auf die andere. Schließlich, als man die llnhaltbarkeit der Lage einsah, übernahm eine unbeteiligte Seite die ersten Ver­mittlungsversuche. Die Verleger mach­ten Vorschläge, und es schien, als ob der Weg zu Verhandlungen frei sei. Diese Vorschläge tarnen aber nicht aus dem Schoß der Vertrauens­männer der Buchdrucker Unaus, wie am Montag in einer Versammlung der Buchdruckereidesiher und Zeitungsverleger festgestellt wurde. Die D e r- trauensmänne rversammlung der Buchdrucker hatte die Vorschläge abge- lehn t, ohne das Plenum der Gehilfenschaft ge­hört zu haben. Seitdem ist der Kampf im Gange. Jetzt wird der Ausgang der Verhandlungen der Reichstarifkommission, der zuständigen Stelle für Tarifangelegenheiten im Buchdruckergewerbe, ab­gewartet Diese Verhandlungen werden voraus­sichtlich aber erst Ende dieser Woche beginnen.

llebrigens dürfen sich die L e h r l i n g e nicht am Streik beteiligen, sondern sie müssen auf Be­schluß des Buchdruckervereins jetzt täglich acht Stunden hindurch den Fortbildungsschul­unterricht besuchen, schon aus dem Grunde, damit sie von der Straße verschwinden.

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(Rachdruck verboten.) hau rm die aufrecht sitzende Gestalt des Knaben Ismais irgendwo zu entbeden aber nichts war au sehen. In llnruhe beschleunigte er seine Schritte, spähte in jede Ver­tiefung "mb stieg auf leben hvheren Hügel, um fernen Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Endlich entdeckte er in einer weitab gelegenen Mulde -zwei Körper, einen helleren und einen SXeTUe ^ Sande liegmch. Bald ver­mochte er auch Silly unb ^niaiszu erkennen. Doch was war mit dem Knaben? Schl^f er ober aus welchem Grande lag er ja den Fußen des Mädchens hingestreckt wie ein schlanker treuer Hund, der den Leichnam ferner Herrm bewacht r

Eduard eilte auf die beiden zu, rascher als der Baron und Perzelius nachzakommen her-

Platin-, Gold, u. Silber­gegenstände

zu hohen Prosen

Erich Beyer

Juwelier, ,n,D Gießen, Bahnhofstr, 1.

unterlagen.

Silly blickte verwundert und traumverloren um sich, und ihre Öligen schienen noch grinbloler als sonst. Sie erkannte scheinbar alles um sich herum aber sie vermochte nicht za sprechen. Rich ihre Bewegungen waren wie gelähmte. Rir lang­sam tarn mehr- Leben in sie. Dann erhob sie sich, ohne fremde Hilfe zu bedürfen, und stand nm da. angetan mit dem Grabschmuck, wie ein seliger Geist, der den Tob burchkostet hat and sich empor- schwingt zum Himmel.

Die letzten Strahlen des verglimmenden Abends rannen um sie und ließen das goldene Geschmeide an ihrem Körper blutig erstrahlen.

Andächtig und fast kindlich vor Glück hielt ihr Vater sie umschlangen, und Ebiarb kniete zu ihren Füßen, ohne seiner mehr mächtig zu sein.

Erst als die nun rasch einsetzenbe Dunkel­heit über bie Wüste strich, gedachte man des Äufbrachs. Hetzt erst erinnerte man sich des Knaben Ismais, der kalt und regangslvs lag

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Ferngläser Ärx WWiseiJ gtnfe u

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. diesen Tagen des wilden Aus und Rieder der | Stimmungen blüht bann der Weizen der Speku­lation! Die Streikenden selbst befinden sich in einer sich immer mehr verschärfenden Wirt­schaftslage, da ihnen, weil der Streik von den verantwortlichen Organisationsstellen als ein wilder" angesehen wird, keine Streikgel­der ausgezahlt werden. Aber auch für die Buch­druckereien und Zeitungsverlage be­deutet der Ausstand eine schwere S chü d i - g u n g, die in der gegenwärtigen Zeit der chlimmsten Rot der Presse und dec großen Bedrängnis des gesamten graphischen Ge-

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