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Mittwoch, 10. Mat 1022

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 109

Zweites Blatt

len, ba bicfc doch am 1. Juli erfolgen ^a9 foroen, muinpngien p i«uie «.ii««« Sufe Aulforderung hat in den Heiden I m,t^0; es ist, als pflanzte man ein Korn und Ten Lehrer die größte Erbitterung ge- erntete siebenhundertfältige Frucht. Der ame°

,werde.

der älteren Lehrer die größte ®rbitterung ge-

Energiequellen wie folgt:

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Dienst. 'Hur ein roter Blutfaden trat über te-2

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27 viel- nicht

Kein anderes Land (mit Ausnahme leicht Chinas, dessen Möglichkeiten noch

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16

Aus dem Tlmtsvcrkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsbiat Ar. 61 oom 9. Mai enthält: Listen für die Quit>

Lehrern aufgeben lieh, ihre Penswnierung zu i beantragen, da diese doch

m zwei (engl.) Pfund Kohlen ruhen. Ein ja­panischer Bergarbeiter, der 1400 Pfund Kohle am Tag fördert, multipliziert so seine Energie

über das Matz dessen, was sie selbst leisten kann, hinauSgeht. Die Kraftleistung eines Durchschnittsarbeiters entspricht etwa dem zehmen Teil einer Pferdestärke. Die von einem Bergarbeiter während eines Achtstundentages persönlich entfaltete Energie entspricht der, die

ganz zu übersehen sind) verfügt also auch nur über ein Fünftel der Gesamtenergie-Mengen der Bereinigten Staaten, was diesen eine in­dustrielle Blüte garantiert, wie kein anderes Land sie je wird erreichen können, weil es nicht entfernt über die Energiequellen der Ber­einigten Staaten gebietet. Dazu kommt, dah die Bereinigten Staaten ein junges Land sind und datz der grötzte Teil dieser Kraftquel­len der Bereinigten Staaten noch nicht er­schlossen ist, während ein Land wie Japan seine begrenzten Möglichkeiten, die sich auf nur ein Fünfhundertstel derjenigen der Bereinig­ten Staaten belaufen, schon in sehr weitgehen­dem Matze erschlossen hat.

rikanische Bergarbeiter fördert täglich 8800 Pfund und miltipliziert damit seine Energie mit 4400. CS gibt in den Bereinigten Staaten 41 Millionen Lohnempfänger und ihre Ener­gieleistung dürfte 4 Millionen Pferdestärken wenig übersteigen, was nicht mehr sein würde als etwa die Energien, die in der von 9000 Bergarbeitern geförderten Kohle gewonnen werden. Kohle und Petroleum und Wasser­kräfte sind die wirklichen Kraft- und damit Machtquellen eines modernen 3ubuftricftaa= tes. Aach den Schätzungen der wahrscheinlich und möglicherweise vorhandenen Kohlen- und Petrolcumschatze und Wasserkräfte in den Hauptindustriestaaten verteilen sich (in Millio­nen von Pferdekrästen ausgedrückt) deren

tungskarten. Mieteinigung Zämter. Wohnsitz der Lehrpersonen auherhalb ihres Dienstortes. Besetzung von Lehrerstellen an der deutschen Schule im Haag. Errichtung von Gebäuden in der Aähe der Dahn. Gebühren für Zeugen und Sachverständige. Walzarbeiten. Dienst­nachrichten. ^elbbereinigungen Heuchelheim und Treis an der Lumda.

Die Sperrung der Kreisstratzenortsdurch« sahcten Albach, Klein-Linden und Röd­gen wird aufgehoben.

3n der Gemeinde Angenrod (Kreis Als­feld) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Angenrod wurden zum Sperrbezirk erklärt. Ort und Ge­markung Borkenrvde wurde zum Deobachtungs- gebiet erklärt. 3n der Gemeinde Leusel (Kreis Alsfeld) ist die Maul - und Klauen­seuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Leusel wurden zum Sperrbezirk erklärt.

Geldvergeudende Beurlaubungen.

AuS D a r m st a d t wird uns geschrieben.

Bor kurzem brachten wir die Aachricht, datz die hessisch' Schulbehörde mit ihrem VLjährigen Staatspräsidenten Ulrich an der Spitze, unter Umgehung der Bvlksvertrctung den gleichaltrigen

Gerichtssaal.

Diebstahle bei der Eisenbahn.

Frankfurta. M., 9. Mai. Bor der HK» sigen Strafkammer hatten sich sechs Eisen­bahner zu verantworten, die aus einem Waggon

datz es sich um Lene handelte, war ihm klar. Wie ein ferner Bohrer arbeitete der Gedanke in dem umdämmerten Bewußtsein, und ruhte nicht, bis es vollends klar darin geworden war.

38 das eine Macherei?" hörte er dre Schlupfline aufbegehren.Wenn eins ein Krankes warten soll und läuft davon, als wie der Has aus dem Kohl!"

.Das wundertätige Wasser" wollte Roman erklären, aber er fand die Kraft nicht, datz es laut tourte. Es stritt und kämpfte in ihm gegen das ohnmächtige Gefühl. Das ungestillte Ver­langen, Lene zu rechtfertigen, steigerte sich unter ter Schmähsucht ter Weiter bis zur Qual Lang­sam setzte sich in ihm der armselige Rest ter Lebenskraft zur Wehr.

Line!"» floh es von seinen Lippen.

Ater die Line hörre nicht. Sie ritz gerate mit Getöse das Fenster auf. Der eisige Luftzag traf den Kranken wie ein Pfeil.

Lene! Lene!" schrie sie hinaus. Und da keine Antwort tarn, schmetterte sie das Fenster wieder zu.So! Ietzund Weitz ich's. wo der Barthel den Most holt! Schau 'naus, Weberin, und sag, ob die Rächt nit so schwarz is, als wie ein Loch? Das is die Zeit, wo das Böse draußen umgeht! Da verhandeln sie letzt am den Buten seine arme Seel!"

Ein markerschütternder Schrei ließ die Weiber entsetzt zusammenfahren. Ausrecht stand Roman in seinem Bett, wachsbleich. Den Hals voc- gestreckl in Atemnot, stand er da und rang nach einem Wort. Allein die Brust versagte ihm den

Lchlichtungsauoschuß der Provinz Lbcrhcsscn.

Derbandlung vom 9. Mai 1922.

Für die Arteiter des Scheidhauer und Giessing'schen Ouarzilbruches E d.'n- rod tourten enlsprechcrd tem Angebot 25 Pro­zent Zulage ab 1. Rai vorgeschlagen. Der Spitz en- lohn ter Bet i.bsarteiler t nun: hiernach auf 12,40 Mk. Der anLagftcllente Beru^verband Deutscher ©kinorteitcr lehnte den Schieds» pruch ab.

Die Arbeiter ter Zigarren un ö Ta« baksabrit K. Ehr. Weber in Schotten hatten seit tem 1. Mai 1922 de Arbeit nicter- gelcgt. weil die Entlohnung nah dem neuen Reichstarifvertrag für die teu fche Zigarren- Herstel.u g v rweigert Wirte Da feix Aus- r.at)meoervä.lniffc l ie e De weig.ru g teg. unter erscheinen liefen, wurde ter Firma l i Anerken­nung der Lohnsätze des Reihstarisved'a^es von ter Wiederaufnal-me ter Artei', an au,gegeben Die fristlose Ent.a sung eines 'Sdiieb8rat6mlb gliedes tourte für unwirksam erklärt

De n E nsp uh des B t ieb r t vmfitzcndrn der Draunkohlengruden Salzhausen gegen fristlose Entlassung tonnte nicht stattgegrben werten.

Weihes Hemd. Dann schlug er lautlos über daS Bett zurüä.

Kreischend rannten die beiden Weiter da­von, in die Wirtsstute hinein, wo die Tollwut xuntergleich angehäuft lag.

Der Bub is tot. Der Bub is tot! schrieen sie

.Donnerkeil!" Der Waldsackerer hatte die Faust auf den Tisch geschmettert, datz die Gipser sprangen. Der rote Rand um seine Augen ver­tiefte sich. Er stand auf und ging mit schweren Scyritten hinauf. Wenn die Line gelogen hatte, mochte sie sich vorsehen!

Die Brütern stolperten hinter dem Walds­ackerer drein. Ein paar Frauen führten die halb­ohnmächtige Waldsackerin herbei. Als ter Krug­wirt vor ter Leiche seines Buben stand, wich ihm alles Blut aus tem Kopf. Verwirrt durch die Plötzlichkeit tes Ereignisses sah er sich nach Lene um.

.Wo ist das Mädle?" herrschte er die Schlupf­line an.

. Ausgerückt I 3m Stich hat sie den Buben gelassen!"

Mehr bedurfte es nicht, Miene und Torr taten das ihre.

.Kein Mensch Weitz wohrnk" ergänzte ter Weberin erregt.

Weil ich das Hnfelige hab' in mein HauS genommen!" wimmerte die Waldsackerin unter ter erstickenden Tränenflut. Alles Mißliche, dos' sie durch Lene erfahren, erschien ihr unter tem Schmerz, den sie litt, in anterm Licht

l Fortsetzung folgt)

Der lag leise stöhnend in seinen Kissen. Der arge~n entritz ihn dem Halbschi unmer. Er hörte wohl, was um ihn vorging, aber er hörte e3 wie durch ein fremdes Ohr. Die Eindruck* -> icun. -tun tarnen und wichen, wie Wellen am Strand. Rur > bläulichen Lippen und schlangelte sich über srm

Wechsel nicht mit sich, da der neue Fahrplan vom 1. Juni eigentlich einen Zahresfahrplan darstellt.

A A u tounfall. Ein Kraftwagen über­fuhr bei Klein-Linden zwei Rad.ahrer. Beite stürzten! ter eine tourte schwer verletzt und brach zwei Rippen, S:tn Rad tourte vollständig zer­trümmert. Der andere-kam auch zu Fall, wobei seine Kleidung zerrissen wurde.

Hreis Alsfeld.

§ Mücke, 8. Mai. 3eht erst konnte die Forellenbrut in die Bachläufe ein­gesetzt werten, gegen sonst eine vierwöchent­liche Verspätung. Die Brut tourte von der Zucht­station Gietzen in besonderen Fischbehältern hier­her verbracht. Don den' Eiern waren nur 25 Pro;, ausgegangen. Demnach tourten die Besteller nur mit dem vierten Teil ihrer Bestellung beliefert. Auf das Tausend kamen nur 250 Setzlinge.

Hreis Schotten.

§ Groh-Eichen, 8 Mai. Unter grobem Andrang fand gestern die Enthüllung und Ein- toeihung unseres Denkmals für die Ge­fallenen statt. Das Denkmal, von einem Bild­hauer aus Friedberg L H. hergestellt, erhebt sich auf dem bestgeeignetsten Platze des Friedhofes. Der Posaunenchor Bobenhaulen eröffnete die Feier. Vorträge tes hiesigen Gesangvereins, des gemischten Chores, der christlichen Gemeinschaft, Schülergesang, Einzelvorträge von Schülern und Erwachsenen rahmten stimmungsvoll die Fest- und Weiherete tes Ortspfarrers Staubach ein, der eine kurze Anspvache von Lehrer Fig vorangegangen war. Darauf erfolgte die Rieter- Icgung von Kränzen am Fuße tes Denkmals, zu tem ein hiesiger Gärtner eine prächtige Umrah­mung geschaffen hat. Die Vertreter ter Derg- werksgruben Luhse und Luise legten gleichfalls prächtige Kranzspenden nieder. Zuletzt danfte der Ortsbürgermeister Faust in herzlichen Worten allen, die zum Errichten des Denkmals und seiner Weihe beigetragen haben.

Kirche und Schule.

Don der Volksschule. Man schreibt uns: Am 1. Mai d 3 ist ein Schulmann in den wohlverdienten Ruhestand getreten, ter sich um die Hebung des Diehener Volksschulwesens her­vorragende Verdienste erworben hat, nämlich Herr Rektor H. Knauh. Er kann mit Stolz auf eine 52jährige, rcichgesegnete Dienstzeit zurück­blicken, von ter er 31 Jahre in ©leben, zuerst als Lehrer, später als Leiter ter Stadt-Knaben­schule zubrachte. Mit nie ermüdentem Eifer und mit grösster Treue lieh er sich stets die Erziehung und die geistige Förderung ter ihm anvertrauten Jugend angelegen sein, und gsvh ist die Zahl seiner Schüler, die in dankbarer Erinnerung zu ihrem einstigen Lehrer emporschaut. Auch das ©iebener Fortbildungsschulwesen hat unter seiner tatkräftigen Leitung einen neuen A ftschtoung ge­nommen und konnte sich mit seinen Leistungen durchaus sehen lassen, was von ten daran inter­essierten Kreisen anerkannt wurde. Der Knaben­hort fand in Herrn Knauf; einen eifrigen För­derer und warmen väterlichen Freund. Reben feiner eigentlichen Schularbeit fand er aber noch Zeit, seine Kräfte in ten Dienst zahlreicher ge­meinnütziger Bestrebungen zu stellen, von denen hier nur die Kaufmännische Fachschule genannt sei. Diese verdankt Herrn Knautz vor allem ihre Entstehung, und dort hat er als Lehrer und Leiter sein reiches Wissen und Können in der Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses im Kaufmannsstante vorzüglich bewährt. So war er aufs herzlichste bestrebt, seine Schüler zu nütz­lichen Gliedern ter menschlichen Gesellschaft heran- zubilten. Durch sein entgegentommenteS Wesen, durch ten Pflichteifer und die Treue im Berufe hat sich Rettor Knauh m hohem Matze die Wert­schätzung und das Vertrauen seiner Amtsbrüder und Amtsschwestern erworben, was be anders bei ter Feier seines 50jährigen DienstjubiläumS zum Ausdruck kam. Die Lehrerschaft sah in ihm nicht ten Vorgesetzten, sondern ten väterlichen Freund und Berater, ter jedem, besonders aber den jüngeren im Lehrerslande, gern mit Rat und Tat zur Sefte 4land. Sein Wirken fand aber auch über den Kreis tes Gießener Schullebens hinaus warme Anerkennung, und so erfreute sich Herr Knautz in weiten Kreisen der hessischen Lehrerschaft eines hohen Ansehens und der all­gemeinen Wertschätzung. Möge ter verdienstvolle Schulmann nach einer so arbeitsreichen Tätigkeit im öfsentlichen Schuldienste sich noch rech! lange körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frrsche er­freuen und möge ihm ein schöner und glücklicher Lebensabend beschieten fein.

ri. Lich,' 9. Mai. 3n Hofherm i. T., too er bei seiner Tochter zur Erholung weilte, st a t b im 8 2. Lebensjahre Pfarrer i R. A/b. Hunker. Der Entschlafene, ctn Licher Kmd, war 8 Zahre als Vikar und Pfarcverwalter in Ridda, In seiner Vaterstadt Lich, wo. er auch an der Walzschen Privatschule wirkte, und m Langs­dorf tätig, tarn an Reuiahr 1876 nach Rhein- Hessen, too er Pfarrstellen an verschiedenen Orten bekleidete und kehrte, nachdem er in ten Ruhe­stand verseht toar, in seine Vaterstadt zurück Seine Herzcnsgüte und Mildtätigkeit machten ihn allgemein beliebt

tragen, was ja auch begreiflich erscheint. Hat das Uebergehen der Volksvertretung damals schon Aufsehen erregt, so muh ein weiteres Vor­gehen der höchsten tessischcn Schuldes n- se die S roßte Entrüstung aller Steuerzahler und das irflaunen über das lässige Zusehen ,,.c su>lks- vertceter Hervorrufen. Die Schulbehörde b.u näm­lich die Au geforderten, die alle noch voll arbeits­fähig sind, gegen deren Willen und gegen deren ausdrücklich ausge­sprochenen Wunsch, weiter Unter- richt erteilen z u wollen, beurlaubt und lätzt den Dienst durch jungeSchul- Verwalter toahrnehmen. Dieses auto- kratische Dorgehen der höchsten Schulbehörde stellt sich tem Maifeierdiktat des Ministerpräsidenten würdig zur Seite. Man will die Kammer an­scheinend vor vollendete Tatsachen stellen, die nur Ja und Amen dazu zu sagen !>at. Es mutz sich doch jeder Steuerzahler fragen: Sind denn unsere Interessen gleich Rull und hat denn unsere Dolks- bertretung kein Bestirnmungsrecht mehr?

3m Hinblick auf die schädlichen Wirkungen des Zwangspensivnierungsgewhcs machen sich in den ßäntem starke Gegenströmungen geltend. Sv haben, wie wir schon berichteten, die badischen Lehrerveltreter Front dagegen gemacht und jetzt brachte, wie aus Berlin berichtet wird, die rechts­stehende Arbeitsgemeinschaft. Zentrum und De­mokraten, einen gemeinschaftlichen Antrag ein, das Zwangspensionierungsgejeh einstweilen autzer Wirksamkeit zu sehen zur Herbeiführung erleich­ternder Voraussetzungen. Die besondere Eile, in ter man in Hessen die Sache betreibt, scheint hiermit im Zusammenhang zu stehen und bei uns, too das Regiment Ulrich immer mehr absolutistische Formen annimmt, verschleudert man unterdessen das Geld ter Steuerzahler in ter unerhörtesten Weise. Es drängt sich für jeden die Frage auf: Haben die an ihre grohen Gehälter ge­wöhnten Herren am grünen Tisch denn gar keinen Begriff mehr vom Werte tes Geltes und kein Verständnis mehr für die Rot der Steuer­zahler und unsere ungünstige Finanz!tge? Wir haben Mrzlich schon auf das Unwirtschaftliche und Ungerechte solcher Matznahrnen hingetoiesen. Betrachten wir und einmal die finanziellen Wir­kungen näher. Wir haben in Hessen rund 8000 Beamte und Lehrer. Rehmen wir im Durch­schnitt für die Folge 100 Zwangspensionäre pro Hahr mit einer Durchschnittspension von 40000Mk. an, so würde dies jährlich zur Zeit 4000000 Mk. betragen, die ausgewendet werden mühten, um arbeitsfähige und arbeitswillige Beamte am Weiterarbeiten zu verhindern. Es kann nicht an­genommen werden, dah unsere Volksvertreter diese Geldverschleuderung mitmachen und das älnrecht an ten alten erfahrenen Beamten und Lehrern so kostspielig bekräftigen.

Die höchste Schulbehörde hat allerdings ten Fehler gemacht, dah sie eine Heberfüllung tes Berufs nicht mit weitschau entern Blick verhinderte. Aber es wäre unangebracht, solche Mittel als Abhilfe.heranzuziehen. 3m Schulministerium selbst gibt es deispielsweise auch noch Stellen, die zur Zeit von Beamten und Beamten anwärtern versehen werden, und es würden sich sicher auch für solche Stellen, die im Wege der Verschiebung freigemacht werden könnten, Reflektanten zeigen. Außerdem könnte die Zahl der definitiven Stellen vermehrt werden.

gerückt sind und der Winter im hohen Borden noch festen Fuh gefaßt hat. 3m ru s schen Kon­tinentalklima tritt der Hebcrgang fast ganz rc- gelmäh.g ein. denn der Sommer beginnt eben Ende <üiai. Nachher tut und kein Nordwind mehr Schaden. Die letzten kalten Nordwinde sind freilich die empfindlichsten und schäd­lichsten.- * uk.

Die Geltung des Sommrr- ahrplans, der am 1. Juni eingeführt wird, war ursprünglich bis zum 30. Septem­ber vorgesehen. Seine Dauer ist jetzt bis zum 7. Oktober verlängert worden. Es g.lt dies auch für die mannigfachen Sonderzüge, die der neue Fahrplan Vorsicht. Sie sollten bisher bis zum 30. September verkehren, laufen aber bis zum 7. Oktober einschließlich. Die Verlänge­rung rührt davon her, daß im besetzten Gebiet in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober die Rück­kehr von der Sommerzeit zu der westeuropäi­schen Zeit erfolgen wird. Die westeuropäische Sommerzeit entspricht bekanntlich unserer mit­teleuropäischen Zeit. 3m besetzten Gebiet muß demnach mit dem 8. Oktober ein neuer Fahr­plan eingeführt werden. Mm den doppelten Wechsel des Fahrplans am 1. und 8. Oktober zu ersparen, tritt im ganzen Bereich der Reichsbahn der Fahrplanwechsel am 8. Okto­ber ein. Große Bcränderungen bringt der

Die Vereinigten Staaten als derstärkste" Staat.

Einer Veröffentlichung des Bergwerk- bureaus (Bureau of Mines), die streiflicht- artig die noch im weiteren Bereich der Ber­einigten Staaten schlummernden Möglichkei­ten oder Energien beleuchtet, entnimmt der F. P. S. folgende interessante Mitteilungen:

Die wirkliche Gruundlage der Macht einer Nation stellen mehr noch als ihre Men- schcnkräste ihre Energiequellen dar. Die mo­derne Art und Weise, die Energie eines Man­nes nutzbar zu machen, ist, ihn etwa so zu ver­wenden wie den Detonator eines großen Ge­schosses: die kleine Ladung setzt die große in Gang und löst damit eine Arbeit aus, die weit DieSakramentshex.

Roman von Marie Kerfchen st einer.

16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Waldsackerer ging bedienend zwischen den Lärmenden hin und her. Ei: umßte sein ganzes Anseten aufbieten, um die Rahe a isrecht zu erhalten. Hnd es war ihm von tem Dielen Be- febeibtrinten selbst bereits ein wenig nebelig za- mat. Die Waldsackerin hantierte aufgeregt in Küche und Keller, oie hatte ten ganzen Tag lang nur ein einziges Mal Zeit gefunden nach ihrem kranken Buben zu sehen. Da sie ihn friedlich schlummernd im Bett gesunden, ging fte rasch wieder aus ter Stute, ohne Lenes Abwesenheit bemerkt zu haben. Die Schlupfline batte ihr versprochen, vor tem Schlafengehen noch einmal nach dem Rechten zu sehen.

Die nahm diesmal ter Sicherheit halber die Weberin mit.

Als Roman die Tür gehen hörte, schlug er hastig die Aagen auf. 2&cr es war immer noch nicht Lene mit tem wundertätigen Wassert 01 jr wir ein Hauch ging ter Gedanke durch fnn Bewußtsein, ter.m drückte die Schwäche ihm von neuem die Augen zu.

ß nimmt mich wunder, ob der Bud noch lebt? wisperte die Line, als fi> ans Bett trat.

Schnauft er noch?" wollte die Weberin wissen.

Sie hielt ihr Gesicht vor das des Knaben, um deutlich zu sehen:3<b mein, er lebt noch. Slter lang, Line, macht ter's frei nimmer! Aufs Tüpfele so is es bei meinem Traugott le selig getoeft: Eh man's meint, is es vorteil"

Aus Stadt und Land.

Dietzen, den 10. Mai 1922.

Die Eisheiligen.

Mamertus, Pankratius und Servatius, die drei Eisheiligen oderdie gestrengen Herren", wie sie Friedrich der Große nannte, klopfen an die Pforte. Es ist zwar nicht feststehend, dah gerade die betreffenden Tage, nämlich der 11., 12., 13. Mai, kalt sein müssen, indessen lehrt die Erfahrung, dah um diese Zeit so ost ein Kälterückschlag erfolgt, dah die Gärtner ihre Sommerpflanzen nicht eher ins Freie setzen. Zwar will man die Beobach­tung gemacht haben, dah in Nvrddeutschland der 11., in Mitteldeutschland der 12., und in Süddeutschlanb der 13. Mai der kälteste Tag sei. Zutrifft dabei nur, dah die Kälte eben von Norden kommt. Ein Wetterapostel schreibt uns:Diese drei kalten Tage beruhen auf wei­ter nichts, als auf dem Satze: bekommen wir ungefähr bis zum zweiten Drittel des Mai noch Nord- oder Ostwind, so bringt er Kälte. Für die Richtigkeit stimmt schon die Tatsache, dah in manchen Jahren von diesem Kälterückfall nichts zu spüren ist, das ist ganz einfach dann, wenn der Wind um diese Zeit nicht zufällig nach Norden umschlägt. Späterer Nordwind ist nicht mehr kalt, weil dann der Sommer in Nvrdruhland, wo es nur Winter und Sommer gibt, durchgebrochen ist. Den Unterschied zwi­schen unserem Klima und dem nordischen müs­sen wir naturgemäß dann am meisten emp­finden, wenn wir im Frühling schon weit vor-

Die Schlupfline nickte.3a. ja, so geht's als!" Ein wenig ratlos nestelten die Weiter an ihrem Kopftuch herum, sie wußten nicht recht, was beginnen.Wenn ich ihm vielleicht em Weihwasser anfpritzen tät?" meinte die Weberin, und ohne ter Schlupfline Meinung abyitoarten, langte sie nach tem Weihwasserkessel, ter über Lenes Bett hing. Liter unversehens schlug es ihr den Arm wieder herab. Denn das Bett toar leer! Unberührt lagen die prallen Kiffern Line, das Mädle!"

Erst stcmten sie beide tote vom Blitz ge­rührt. Aber baß> kam Bewegung in ter Schlupf­line breitbasige Gestalt. Lautschattend fiel ihr Zelerrnordiv in die Stille.

.Das Mädle is ausgerückt! Weg ato wie ein Spinntoeb im Wind!"

Eie stemmte die Arme in die Seiten und sah Die Weberin Dielfagenb an.Was stehst, Weberin, und machst ein Gesicht, wie neun Tag Regenwetter! Wicd's dir beim atletoeil noch nit hell im Hirn?"

.Am End' hat sich das Mädle verstecken?" meinte sie blöde.

.Bersteckelt!" äffte ihr die Schlupfline nach .Du red'st als tote du's verstehst!" Ater sie machte sich trotzdem daran, mit ter Weberin die Stute zu durchstöbern. Der Hausrat tourte von den Wänden gerückt, alle Winkel und Ecken durch­forscht. Nichts blieb an seinem Fleck Der tränt* Knabe wurde darüber vergessen.

kohl«

Petroleum

Bereinigte Staaten

500 000

400

China

200 000

60

Deutschland

48 000

2

Canada

40 000

40

Großbritannien

27 000

?

Australasien

19 000

?

Ruhland

17 000

280

Polen und Tschecho-

slowakien

14000

45

Britisch-Ostindien

11000

70