tob. Offenbach, 29. 2U>ttL Gin 7 7- jähriger Mann wurde tot in der Küche seiner Wohnung ausgefun den. Der gebrechliche alte Mmm harte wohl nicht bemerki, daß die Hähne deS GaSvfenL ■offen ftanben. Er hatte sich so eine G a S v c r - gif tung zugezogen.
• Neu-Isenburg. 30. April. 3n einem unbeaufsichtigten Augenblick inurben einem Fuhrmann b i c beiden Pferde samt dem W a gen gestohlen 2Ute Nachforschungen nach dem Gefährt blieben bisher erfolglos.
• Michelstadt, 30. April. Mm de: Stadt ein freundliches Aussehen zu geben und zur Hebung des Fremdenverkehrs beantragen, hat der Gemein berat nach dem Vorbild an- derer Städte beschlossen, einen Blumen - Wettbewerb zu veranstalten. Die Einwohner Michelstadts werden gebeten, nach Möglichkeit ihre Fenster mit Blumen zu schmücken. Zur geeigneten Zeit wird eine Kommission zu- fammentreten und an die Besitzer der schönsten Blumenfenster namhafte Geldpreise verteilen.
wd. Worms, 30. April. Der TranS» porlarbeiterstreik dauert noch an. Der SchlichwngSauSschuh hat eine Vermittlung abgelehnt, solange die Arbeit nicht wieder aufgenommen worden ist.
Hessen-Nassau.
Der „Wunderdoktor" von Homburg gestorben fpd. Bab Homburg v. d. H., 30. April , Die Welt ist um ein Original ärmer. An den Folgen einer Blascnvperation verstarb im Hvrr- burger Krankenhaus der weithin bekannte „Wun- derovklor" Gustav Adolf Müller-Czerny. Der Mann kam vor einigen Zähren auf die 3bee, jtianfc durch Desundbeten und Handauflegen zu heilen Die Idee schlug ein. Durch eine geschickte Reklame gelang es ihm, Tausende und Abertausende anzulocken, die bei ihm Heilung suchten. Glänzenbe Einnahmen hatte Müller, und flläiuenbc Einnahmen hatten dadurch auch die Straßenbahnen, die an den Heiltagen überfüllt waren von solchen, die nicht alle werden. Alle Versuche ernsthafter Personen und ungezählte Zeitungsnotizen, die Heilungheischenden von der Reise nach Homburg abzuhalten, waren vergeblich. Der Aberglaube ist eben nicht tvtzukric- gen. Müller nahm auch „Fernheilungen" vor. Die Folge war, dah ihm täglich Hunderte von Einschreibbriefen mit Geld in das Haus flogen. Man schätzte die Tageseinnahmen Müllers auf etwa 12—15 000 Mlark Die Annahme scheint richtig gewesen zu sein. Denn unmittelbar nach seinem Tode (am letzten Freitag» wurde das Besitztum beschlagnahmt und von einer Kommission bis ins entlegenste Winlelchen durchsucht. Unb was fand man? In allen möglichen und unmöglichen Verstecken wimmelte es buchstäblich von Geldscheinen. Bisher wurden nicht weniger als 5 6 8 4 9 2 QK'u r l aufgefunden. Bei Müllers Haushälterin beschlagnahmte man eine Tasche, die 120 000 Mart bar. Lind schließlich flieh man auf ungezählte Einschreibbriefe, die der Wunderdoktor seit Monaten überhaupt nicht geöffnet batte und die ebenfalls Geld in Hülle und Fülle enthielten, Geld, das die „Fernheilungsuchenden" gelchickt hatten. Das hinterlassene Vermögen Müllers schätzt man auf mehr al eine Million Mark. Wer mag sich zu seinem Nachfolger ernennen? Denn 'Patienten werden sich schon wieder einfinden. ilnb das Geschäft lohnt seinen Mann.
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Fulda. 30. April. Eisenbahn - d i c b st ä h l e. Ein Jugendlicher, der angibt, 20 Zahre alt zu sein, Karl Schneider zu heißen und aus Lwowek, Kreis Puck in Polen zu stammen, wurde am Freitag morgen gegen 5 Uhr auf dem Güterbahnhof in Bad Salzschlirf durch Eisenbahnpolizeibeamte festgenommen, als er zwei schwere, mit allem möglichen Diebesgut gefüllte Säcke aus der Güterabfertigung herausschaffen wollte. Der Langsinger hatte es besonders auf Zigarren abgesehen. Da seine Beschreibung auf einen Menschen paßte, der in letzter Zeit die Güterbahnhöfe von Grün berg, Alsfeld. Niederaula, Malsfeld u. a. bestahl, wurde der Festgenommene zunächst nach Fulda in Polizeigewahrsam gebracht, während Eisen- bal)ntrimina[beamtc weitere Ermittelungen in der angebeuteten Richtung anstellten. Der Verdacht gegen den angeblichen Schn., auch die Diebstähle auf den vorgenannten Bahnhöfen ausgeführt zu haben, hat sich nunmehr so sehr verstärkt, daß er dem hiesigen Ge- richtsgefängniS zugeführt werden konnte.
wd. Wiesbaden, 29. April. Ein Be - trüget hatte eine hiesige Bank um 65 000 Mark betrogen. Ein Geschäft in Frankfurt hatte an eine dortige Bank ein Schreiben gerichtet, worin es bat, einen Postscheck telephonisch an eine bestimmte Person in Wiesbaden zu überweisen. Die Frankfurter Bank gab einer hiesigen Dank den Aufttag zur Auszahlung. Diese fragte in Frankfurt noch einmal telephonisch an, und als die betreffende Person sich dann erkundigte, ob die Zahlungsanweisung vorliege, wurde ihr der Betrag anstandslos ausgezahlt. Später stellte sich heraus, daß der Brief der Firma gefälscht war.
Gießener Stadttheater.
Gastspiel /
des Großrussischen Dalalaika-Orchesters. Gießen, 1. Mai 1922.
Die Balalaika, das mandolinenähnlich? .-ussische Nationalinstrurnent, behauptete gestern abend in unserem Stadttheater das Feld. Die ostländischen Gäste zeigte.i. daß sie einmal über eine virtuosenhafte Technik verfugen und dah sie es auch verstanden haben, sich in den Geist der von ihnen gebrachten Tondichter so einzuleben, daß ihnen Griegs Pcer-Gynt-Musi! ebenso gelang wie Schuberts graziöse Schöpfung „Moment musikal". der Höhepuntt des Abends, und ihres Landsmanns Glinkas Weisen. Es war ein eigenartiger Abend und auch ein genuh- leichrr. wenn man sich auch wohl nicht verhehlen darf, daß die Balalailamufik. wenn man sie öfters hören würde, ein chenig gar zu eintönig wirken mühte. Sie ist nun einmal ein Volkslnstrument, und es will uns - bei aller Anerkennung de Leistungen der Gäste — doch bebünfen, als wenn
es letzten Endes mehr außer der hochernzufchähen- ken Technik der Vortragenden die Fremdartigkeit des Gebotenen war, die den Hauptreiz des Konzertes ausmachte. Zu loben ist die umsichtige und sichere Leitung des Orchesters durch den Dirigenten A Michailowsk y.
Bei den in die VortragSfolge eingefügten Nu ssis chen Volkstänzen bekam man gute Leistungen des Trios Natalia Michailowa Michail O r l o f f und Sergey Dmitriewsky zu feben: besonders anerkennend zu nennen ist hier O r t d f f d Tscherkeffentanz.
Zweckentsprechender wäre es wohl gewesen, den zweiten Teil vor den ersten zu stellen, da vor der 'Prüfe entschieden der wertvollere Teil des Abends geboten wurde. — r.
Kirche und Schule.
B. Kaulstos, 28. 2lpril. Welche Folgen der Krieg für die Schule hat, zeigte sich beim Beginn des neuen Schuljahres in unserer etwas über 200 Seelen zählenden Gemeinde. Neuaufnahmen von Kindern konnten überhaupt nicht vorgenommen werden, ein Vorkommnis, dessen man sich in der Gemeinde seit Menschengedenlen nicht entsinnen kann.
Sf. Friedberg, 29. April. Heute fand in der Festhalle der Augustinerschule eine Kreislehrerkonferenz statt, an der etwa 300 Lehrer des Kreises teilnahmen und in welcher der an Stelle des in den Ruhesland tretenden Schulrats Süß hierher versetzte Schulrat Feuerbach sein Amt in Friedberg übernahm. Kreisdirettvr Gräf hieß ihn in seinem neuen Wirkungskreis willkommen, Schulrat Feuerbach gab in seiner Erwiederung der Hoffnung Ausdruck, dah es ihm in dem gleichen Maße wie seinem AmtSvorgän- ger gelingen möge, sich die Liebe und das Vertrauen der Lehrerschaft zu erwerben. 3m Namen der Lehrerschaft entbot Rektor Koch - Friedberg feinen Willkommen. Bei der darauf erfolgenden Wahl dreier Vertreter der Lehrerschaft in die Kreisschullvmmission wurden gewählt die Herren Neuß- Rieder- Wöllstadt, S p i e l m a n n -Heldenbergen, und Mayer- Friedberg.
ss. Friedberg-Fauerbach, 28. April. Die während der Kriegszeit abgelieferte Glocke ist nunmehr durch eine neue erseht worden und gleic^eitig noch eine neue dazu ange- fchasft worden, so dah die Gemeinde nunmehr ein volles Geläute besitzt: die ©loden sind von der Firma Rinker in Sinn gegossen worben. Am letzten Sonntag wurden die neuen Glocken unter Teilnahme der ganzen Gemeinde durch einen Festgottesbienst, bei dem ber Ortsgeistliche, Pfarrer Z o h m a n n, die Einweihungsrebe hielt, zum ersten Male in Benutzung genommen unb ihnen bie Namen Detglocke, Fr lebensg locke unb ©ebächtnisglocke verliehen.
rm. Darmstadt, 30. April. Die Darmstädter Drogistenfachschule tm Zägertor wurde am Samstag bei Beteiligung von Vertretern der Stadt, der Hochschule, der 3n» dustrie und benachbarten Verbänden durch eine Ansprache des Mitgliedes der Schul- kommissivn, Apotheker L o g e l eröffnet. Der Leiter der Fachschule Dr. Dietrich gab em geschichtliches Bild über den Drogenhandel, wie über den Lehrplan. Für die Stadt sprach Prof. Pfaff, für die Rachbarverbändc Fachlehrer Braun- Frankfurt. Wegen starker Anmeldung kann die Eröffnung erft nächste Woche erfolgen.
Landwirtschaft.
Reue Fohlenmärkte.
mc. Frankfurt a. M., 30. April. Der Verband nassauischer Pferdezüchter hat beschlossen in Verbindung mit dem hiesigen Landwirtschaftlichen Verein alljährlich mehrere Fohlenmärkte abzuhalten.
Keine Landwirtfchaftsschule in Frankfurt?
mc. Frankfurt a. M., 30. April. Da die Landwirtschaftskammer keinerlei Zuschüsse geben will, werden sich die Bestrebungen auf die Errichtung einer Landwirtschaftsschule in Frankfurt a. M. voraussichtlich zerschlagen, da das Fachschulantt nicht in der Lage ist, die Kosten allem zu tragen.
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* Da u e rn i eg.e l n im M a i. Auch der Wonnemonat soll scucht sein, lieber kühl unb nah, als heiß unb staubig. Da bi? Vegetation schon einigermaßen vorgeschritten ist, können Nachtfröste jetzt ben empfinblichsten Schaden bringen. Die Eismänner sind gefürchtet! „Maifröste sinb unnütze Gäste." Darum heißt es auch weiter: Pankratius unb Servatius machen bem Gärtner manchen Verdruß. Pankraz und Servaz sieht kein Gärtner gern, Denn beide lind sehr gestrenge Herrn. Vor Nachtfrost bist du sicher nicht, bis daß herein Servatius bricht. Nach Servaz findet der Frost keinen Platz. Pankraz unb Servaz, die stehlen wie ein Spatz. Pankraz unb Urban ohne Regen bringt bem Weine großen Segen. Wenn Urban kein gut Wetter hält, das Weinfaß in die Pfütze fällt. Hat Urban gut Wetter und Vit starken Regen, bann bringt» ben Bauern großen Segen. Urban gibt den Rest, wenn Servaz noch etwas übrig läßt. Am Urbanstag Regen, für den Winzer keinen Segen Dagegen: 3ft am Urbanstag das Wetter schön, so wird man volle Weinstock sehn. Wenn an Philippi grünt ber Wald. Jakobi der Schnitter Lied erschallt. Weiter beißt es vom Mai: Maiküferjahr bringt gutes bar. Kühler Mai. das ist 'ne alte Regel. beschert viel Arbeit für Keller unb Flegel. Kühler Mai unb naß dabei, gibt viel unb gutes Heu. Mai kühl unb naß, füllt Scheuer und Faß. 3ni Mai ein warmer Regen bedeutet Früchtesegen. Florian noch einen Schrieehuk sehen kann. Maienregen auf *bic Saaten, bann regnet cs Duraten. Auf nahen Mai kommt trochier Zuni herbei. Viel (Sc-ritter im Mai, schreit der Bauer Juchhei? Weht im Mai der Wind aus Süden, ist uns Regen bald beschieden Wenn die Kröten fleißig lauter, wollen sie bald Regen saufen. Bienen- schwärmercr im Mai bringt viel Heu. Naffe Pfingsten, fette Weihnachten.
Turnen, Sport und Spiel.
furt" uoci 2*5 Kilometer statt Die Cdausse:n befanden sich in einem derart schlechten Zustande, baß viele ber aussichtsreichsten Fabrer vor Beendigung ber Fatzi t den Kampf aufgaben, viele andere schieden durch Stürze aus. '21 Jd) der erwartete Endkamp, fand unter diesen Umstände.i nicht statt und die Fahrer, die endlich nach Ueberwindung der ungeheueren Schwierigkelle-i das Rennen beenden lomitcn, kamen in große.« Abständen durch das Ziel. Bon den gestarteten 100 Amateuren und ca. 30 Berufsfahrern konnten nur wenige mehr als 20 in der vorgrschrie- denen Zeit das 'Rainen beenden. DaS Resultat ist für Berufsfahrer: 1. Schenkel- Leipzig 9 Stunden 29 Minuten. 2. Fischer- Köln 9 Std. 37 Min. 3. Straßer- Schweins.irth 9 Std 48 Min. 4 Aberger - Berlin 9 Std. 55 Min. 5. Adolf Huschte- Berlin. 10 Std 18 Min. Richard Haschke, der Bruder des fünften Siegers befindet sich auch unter den durch Sturz Ausgefchieoer.en. Für Amateure ist das Ergebnis folgendes: 1. Willy Stroh- Frankfurt a. M < F. R.-D. „Germania" Frankfurt o. M.) 10 Std. 27 Min. 2. Schneidewind- Schweinfurth 10 Std. 41 Min.
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-o- Turngau Hessen. Gestern hielt der 2. Bezirk (Gießen-Wenlar) im Anschluß an feine 4. Vorturnerstunde nachmittags hier einen BeziriS- t um tag ab. Die Verhandlungen leitete der 1. Be- zirksturnwart Paul Schüler- Wetzlar Bei ber Neuorganisation der Gauverwaltung ist die Selb- ständigteit der sechs Bezirke erweitert worben, nicht um zu zersplittern, sondern um bei ihrer bewährten Gautreue die Zusammenarbeit in bem großen Hcssengau, der im Mittelrheinkreis nach Zahl, unb Leistung an hervorragenber Stelle steht, noch Icbenbigev unb fruchtbarer zu gestalten. Den Bezirlsturnwarten wurden deshalb noch drei Verwaltungskräfte beigcgcben zum 1. Dezirksvcrlreter wurde Universitäts-Oberinipektor C r t e Gieß.;n, zum Schriftwart Kaufmann Karl Lang- Gießen und zum Dezirlspreffewart Rektor Bach-Gr.» Linden einstimmig gewählt. Das diesjährige volkstümliche Wetturnen im Bezirk (Weithochfprunq, Weitsprung, Kugelstoßen, Laufen unb eine Freiübung) findet am 16. und 17. Juli in Gr -Linden statt, dessen Turnverein die Feier seines dreißigjährigen Stiftungsfestes damit verbindet.
Süddeutscher Ruberverba nd. In der letzten zahlreich besuchten Dorstanbssitzung begrüßte zunächst ber Vorsitzende die Vertreter der beiden neu beigetretenen Deteine Mainzer R.-Kl. 1903 und Gießener R. -D. „Hella s", zugleich wünschend, baß biese zur gedeihlichen Weiterentwicklung des S. R. D. beitragen möchten. Die genauen Daten für bie in diesem Hahr flattfinbenben fünf Regatten würben wie folgt festgesetzt: Mannheim 10.—11. Juni, Frankfurt a. M. 1.—2. Juli, Gießen 15. 16. Juli, Flörsheim 29.- 30. Juli, Main) 12.-13. August. Die Ausfahrt bes Derbanbs-Stä bie- Achtes wurde dem Regattaausschuß der vier Frankfurter Vereine übertragen. Der Termin wirb in der nächsten Vorstandssihung bestimmt. Die Wett- fahrtbcstimmungen, bie unter Zugrunbelegung ber gesammelten Erfahrungen von einer eingelegten Kommission unb bereit Unter kommissionen bei Jetztzeit entsprechend neu gefaßt wurden, erhielten nach reiflicher Durchfprechung ihre Genehmigung. Neu eingeführt wurde die Bildung eines technischen Ausschusses, dem Gg. Henze, F. Heß und L. Wenner-Frankfurt, Mohr jr.= Ludwigshafen, A. Bender-Mainz, H. 3 ö b t - Gießen, sowie Delang jr.-Mannheim angeboren. Dem seinen Vorsitzenden aus seiner Mitte wählenden Ausschuß, dessen endgültige Bestätigung auf dem diesjährigen Rubertag erfolgt, find vor jeder Regatta bie Aichterämicr namhaft zu macken 3n seiner Befugnis liegt es, anzunehmen ober abzulehnen. 3m Einvernehmen mit bem Vorstanb würbe dem Ausschuß, ber seine Tätigkeit schon auf ben biesjährigen Regatten beginnt, bie Schlichtung ber evtl, zutage tretenben Meinungsverschiedenheiten übertragen.
— D i e Deutsche Hochschule für Leibesübungen verlegt ihr Bureau vom l.Mai ab nach bem Deutschen Stabion Derlin- Grunewalb. (Telephon Westenb 550.)
— Mclbungen z u ben D e u t s ch cn Kampfs pielen haben nur Gültigkeit, wenn sie auf ben vom Deutschen Reichsausschuß für Leibes- Übungen. Berlin, Kurfürstenstraße 48 anzufordernden Melbevorbruck abgegeben werben. Bei An- forberungen, benen Freiumschlag beizufügen ist, ist bie betreffenbe Art der Uebungen anzugcben.
— Skirennen imMai. Der Skiklub Arlberg bringt auch in biefem Zahre seine alljährlichen MaiMrennen in St. Christoph am Arlberg zur Entscheidung. Die Deranstaltung geht am Sonntag, 7. Mai, vor sich, unb sieht Lang- unb Sprungläufe für Alters- unb Jugendklassen vor.
Handel.
Frankfurt a M., 1. Mai. Marknotterungen.
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 28.4. 29.4.
Zürich Fr. 125.40 1,81 1,81
Amsterdam Fl. 59.20 0,90 0,92
Kopenhagen Kr. 88.80 1,69 1,69
Stockholm Kr. 88.80 1,38 1,38
Wien Kr. 117.80 2830,-
Prag Kr. 117.80 18,37
London. ....... Sh. 97.80 1,25 1,25
Aeuyork $ 23.80 0,35 -.35
Paris Fr. 125.40 3,81 3,81
Züricher Devisenmarkt.
28. 4. 1.5.
Wechsel auf Schweizer Franken
Holland 100 Ft. = 196.50 196.80 Deutschland 100 TRL = 1.79 1.625
Wien 100 Rr. — 0.06 0.06
Prag 100 Kr. — 9.925 9.95
Paris 100 Fr. -- 47.- 47.30
London \ £ — 22.76 22.80
Italien ICO 2. -- 27 - 27.50
Vrüfsel 100 Fr. — 43.05 43.42
Budapest ...... 100 Kr. — 0.67 0-67
Aeuyork 100 V = 514.24 514.75
Agram 100 Kr. — L70 1.77
Warschau 100 Kr. -- 0,12 0,12
Vermischtes.
Fünf Kmder durch Gas vergiftet.
Berlin. 29. Avril. 3m Schlafsaal des städtischen Kinderheims in Neumünster imb in ber vergangenen Nacht fünf Kinber durch Gas vergiftet worben. Ein sechstes Kind schwebt noch in Lebensgefahr.
BücherLisch.
gen
Rund um Frankfurt.
Frankfurt a. M 30. Ap.il. (WB.) Unter ußerordcn lich ungünüinen Littcru.gsbrbmg in-
>rord?n'lick ung^n!ugen jxiuccjngau<iu:iig m=. — Reichsmietcngcsetz vom 24. März
fc.nb heute die Rundfahrt „Rund vm Frank-j 1922. Bearbeitet von M. Hahn. Verlag Smft
Roth, Dietzen. — Alle Unklarheiten und Zweifel, bie der Test des Gesetzes mir erwecken könnte, sind in dieser Ausgabe durch ausklärende ^Anmerkungen beseitigt. Ein alphabetisches Sich- regifter erleichtert die AuSkunsl in Spezialiragen.
Letzte Nachrichten.
Gnglifche Pressestimmen gegen die Pariser Politik.
London, 1. Mai. (WTB.) Die Sonntag S p re s s e hebt berot-r, daß die nächsten Tage das Schicksal ber Genueser Konferenz entscheiden werden. Ein Teil der Presse nimmt bei ber Dehanblung ber enalisch-fi-anzösischcn Meinungsverschiedenheiten in seh' scharfer Weife gegen dir Pu ifei ’
„S u n bah Times" berichtet aus Paris, trotz- bem sich bie französische nationalistifche Prosse bemühe, ans die Nachteile einer nachgiebigen Haltung hinzuweifen, herrscht bei einem bedeutenden Teil des Publikums die Ansicht, daß es vielleicht vorteilhafter fei, einen versöhnlichen Geist zu zeigen Der Sonderberichterstatter der „Times" in Genua schreibt, die nächsten Tage müßten die Konferenz entweder loten oder heilen. Der deutsch»-russische (Bertrag könne eine Gefahr nur bann bringen, luenn Genua fehlschlage. Der Vertrag müsse in ein allgemeines Abkommen zwischen Rußlanb unb Westeuropa ausgenommen werben. Poincare sträube sich mit Hcknben und Fußen gegen bie Behandlung ber Repa rationSs rage in Genua. Diese Frage müsse jeboch vvrgcnommen werden, bevor iigenbein wirklicher Fortschritt bei bem Wiederaufbau gemacht werden könne. Poincarö schwenk« ben FrledenSvertrag im Anblick bes unter- gehenden Europas, ebenso wie Nero Hebelte, als Rom unterging. Poincar^ werde vielleicht den Vertrag von Versailles bebalten, wie Nero seine Fiedel behielt. Ein Vertrug ohne Frieden sei jedoch wie eine Fiedel ohne Bogen. 3n einem von per „0 u n ba t) Time s" veröffentlichten Artikel heißt es: 3n Genua streiten sich zwei, funbamental entgegengesetzte An« sichten über den europäischen Wiederaufbau, die französische und die britische Ansicht. Die Ansicht derer, die nicht von bem Fris* densvertrag abweichen wollen, unb bie Ansicht, die dessen Abänderung, und zwar dessen weitgehende Abänderung, für ben ersten Schritt zum Iwlitischen Frieben unb ber kommerziellen Sicher- ircit ansehen. Alle britischen Wirtschaftler unb bie meisten britischen Staatsmänner bereuten ben Versailler Vertrag unb sähen, baß der vom Kriege geschaffene Ruin nur vergrößert werde, unb baß bie Bestimmungen bes Versailler Der träges unb noch mehr der ©eist, der in ihm stecke, verhängnisvoll für die europäischen Interessen gewesen fei. bie bie Wiederherstellung jedes politischen Gleichgewichts ver- hincern. an dem Groß-Britannien mehr als ein anderes Land vital interessiert sei. Der Verfasser fragt. Können wir es uns leisten, Frank- »eich noch länger auf unterem Rücken zu tragen können mir es uns leisten, Frankreich weiterhin bei dieser Poliiil zu unterstützen die wie wir wissen, für den Frieden und die Wohlfahrt Europas verhängnisvoll ist?
Die einzige Möglichkeit: Herabsetzung der Reparationen.
London, 1. Akai. (WTB.) Der diplomatische Berichterstatter der „D a 11 b New S" kommt zu ber Feststellung, baß fast alle Finanz- männer in Genua, die er befragt hat, ber Ansicht seien, baß Gelb für Deutschland vollkommen unerhältlich fä, solange bie Reparationen nicht herabgesetzt seien. Die einzige Hossming für Deut schlank) sei ein fünfjähriges Moratorium.
Ein Aeberemkommen zwischen den balttschen Staaten.
Lonbon, 1. Mai. (WTB.) „Daily Mail" mdbet aus Genna, es sei xwischrn den baltischen Staaten ein fl-iedlichcs Ueberein- kommen zustanbe gekommen, das zu einem größeren Einklang ber gemeinsamen auswärtigen Beziehungen biefer Staaten führen würde. Wahrscheinlich werbe bieses Uebcretnfommcn bie Cde- tieffenbcn der neuen deutsch-bolschewistischen Koalition näher bringen und sie von dem Zusammenwirken mit Polen abbringen.
Französischer Votschaflerwechsel in Washington.
Paris, 1. Mai (WTB.) Der Pariser Berichterstatter ber „Associateb Preß" meldet, baß ber jetzige französische Botschafter in Washington 3 usseronb demnächst erseht werbe durch ben jetzigen politkschen Direktor am Ministerium bes Aeußern Grafen Peretti de la Rocca.
Folgenschwerer Blitzschlag.
Berlin, 30. April. Nach einer Meldung ber „Berliner Montagsdost" aus Breslau schlug gestern bei einem plötzlich einsehenden heftigen Gewitter ein Blitz in ben Innenraum bei von einer großen Zuschauermenge gefüllten Rab- renn bahn ein. Ein Mlann erlitt schwere Brandwunben, ein anberer verfiel in Krämpfe. Es entffanb eine Panik, bei ber zahlreiche Personen zu Boden gerissen wurden. Das Rennen mußte abgebrochen werben.
Todesstrafe.
Regensburg, 29. April. (Privattel.) Der Hilssarbeiter Döbler, ber im Verlaufe des gegen ihn geführten Prozesses drei Morde, drei Mordversuche unb sechs Brandstiftungen eingestand, ist dreimal zur T o b e s- strafe, zu 15 Zähren Zuchthaus unb ben üblichen Nebenstrafen verurteilt worden. Die ber Begünstigung Mitangeklagten Frauenspers onen Müller unb Lippert würben aus Antrag bes Staatsarrwalls sreigesprochen. weil sie dauernd unter der Bebrohung DoblerS gestanden haben.
CÄLMO
-REIFEN
QUALITÄT-KEINE REKLAME!


