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erhöhen HL £79 Deutschlänb die Lasten seines Angebots tragen kann, bleibt abzuwarten. Mit Sicherheit kann niemand darauf eine Antwort geben. Die Hauptfrage ist doch mir die, ob mir Mr Aufnahme der internationalen Handels- beziebungm gelangen können. Alle Mutmaßungen haben daher gar keinen Wert. Nur die Praxis allein ttritb die noch offen stehende Frage becmt- Worten. Es wäre viel gewonnen, wenn sich die Führer des internationalen wirtschaftlichen Svn- zerns mit einander verständigen würden. Wenn ». .B. die Herren Stinnes und Loucheur sich qn oen Verhandlungstisch setzten, dann könnte die aus den Fugen geratene Weltwirtschaft wieder ein- ;0ttenft werdm. Nirgends ist ein glücklicher Sieger, lleb.'rnll herrscht der gleiche Wahnsinn. Frankreich steht vor dem sinanzi'llen Ruin, England vor wirtschaftlichen Katastrophen. Nur eine Verständi gung, ein internationales Welt-Clearing-House, kann uns helfen. Die deutschen Vorschläge dürsten die Wege hierfür ebnen. Frankreich kann dann auch .ruhiger schlafen, als tocrm es seine Gewaltmaß- nahmen durchsetzt. Schon mehren sich die Fälle, daß französische Finnen sich insgeheim mit der deutschen Industrie in Verbindung sehen. Unsere wirtschaftliche 'Stäicke ist allein iMlande, Frankreich zu helfen. iDte deutsche Regierung wird noch auf Jahre hinaus lschwere Zeiten haben, selbst wenn der amerikanische Schnitt Erfolg haben sollte Deshalb wollen wir wolles Verständnis haben für die schweren Auf­gaben, welche die jetzige Regierung übernommen hat. Tas Bekenntnis Tirols für uns wird ähn- (ttdy? Ergebnisse in ©teiermatf, Kärnten und

esterreich l-aben. Die Entente mag sich überlegen, ob sie nicht lieber uns die Möglichkeit geben will, durch Zusammenschluß aller Kräfte uns in den Stand zu setzen, die Forderungen zu erfüllen. /Beifall.)

Minister SiMons dankt dem Vorredner, beffen Mlsführungen schon vieles seiner beabsich­tigten Antwort vorweg genommen hätten. Er habe in London nicht gegen das Schuldbekenntnis Knotest erheben können, weil die Entente dieses Bekenntnis ja schriftlich in Händen habe, und ein etwaiger rhetorischer Erfolg habe die Gefahr schwe- fier Schädigungen für das deutsckie Volk bedeutet. Er habe aber den deutschen Standpunkt zur Schuld- ckoage schriftlich fixiert. Es wird das Bestreben Der deutschen Regierung sein, die fremden Arclftve öffnen und bann die Schuldfrage unter neu­traler Kontrolle feststellen zu lassen. Der Vor­wurf, daß die deutsche Regierung zu wenig Vor­fühler nach Amerika ausgestteckt 'habe, trifft nicht Wi. Unter entsprechender Versuch ist gcftheitcrt. Für die Behauptung, die Form unserer Note sei Demütigend, ist mir kein Beweis »erbracht toori>en. Mir sind bemüht gewesen, der Psyche der Gegen­seite gerecht zu werden. Herr Helfferich hat mich «äls den Kämpfer für Gerechtigkeit bezeichnet, na­türlich mit dem Hintergedanken, ich sei als Mi­nister nicht brauchbar. Demgegenüber sage ich, Daß ich zu lange Jurist bin, uM für die Politik der alten Schule in Frage zu kommen. Ich gebe Ke Hoffnnug noch nicht auf, daß wir doch noch zu Verhandlungen fontnten werden. Freilich muß »hier der Gerechtigkeitsgedarcke mehr als bisher berücksichtigt werden. Wie die Franzosen bei den Reparationen rechnen, wird bewiesen dadurch, daß unsere Sachverständigen die Forderungen von 179 Milliarden auf 132 Milliarden zurückschrauben konnten, und selbst dos ist zweifellos noch zu viel. Andererseits ist doch die Forderung einer Entsckstibungssrift Von vin- undzwanzig Stunden nicht geeignet, etne sach- Kctße Verständigung lferbeizusühren. lieber den alt der Note wolle er nicht sprechen, es mache laber den Eindruck, als ob sich her französische Außenminister der Wirkungen der gcplanren Sanl- ltionen nicht mehr so sicher Jet. Weder die Schweiz, er-xl) Italien, noch Tschechö-Sbowaket 'wolle sich den Sanktionen anschließen. Daß Deutschland keine militärische Gefahr für Frankreich bebrütet, Nr d Mich von England anerkannt. Redner gibt sodann eine llebersicht über das Ergebnis der Wasseu- cbliefetung, die grandioseste Leistimg, die je ein Land geleistet. Wir lesitzen nicht cvunal 1000 Kanonen. Unsere Festungen sind ohne Geschütze. Aber ich habe noch nichts darüber gehört, daß nun auch die anderen mit der Abrüstrmg allmäh­lich beginnen. Bisher hat nur Deutschland abge­rüstet. Rur mit der baperischen Einwohnerwehr hapert es noch In der Frage der Luftschiffahrt verlangen wir ein SchiDsgericht. Gegenüber den jDersuchen dn Alliierten, uns Nickteinhaltimg un­serer Verpflichtungen in der EndvaffnungSsroge torznhalien, muß 7estgestellt wedm, daß wir un­seren Verpflichtungen gant nachgekommen sind Auch in der Frage der Kriegsscim Ingen stehen wir vor der Aufnahme der Verband ungen. Ok- genüber dem großen polnischen Heer von 600 000 Mann sind Besorgnisse im Osten Wohl 'lvrechsigt Die Aufregung der Grenzbevölkerung steigt, und es muh tttoad geschehen, um die Send Hennig zu beruhigen. Tie Vorwürfe reaktionärer Umtriebe smd. nicht am Platze. Eine Erkundigung bei der Botichafterkonferenz hat gestern die Antwort ge­bracht, daß Polen bereits feit Januar ab rüste. Tas trifft nicht zu und stimmt nicht iu unseren übrigen Informationen. Tie Maßnahmen der beutfdxm Regierung sind nur darauf gerichtet, zu verhindern, daß pie erregte Bevölkerung sich zu

Zwischenfällen' Hinreisen laßt. Die Verhandlungen mit Polen werden fortgesetzt. Namentlich die ober- schlesische Frage bleibt Gegenstand der Verhand­lungen. Tas Ostproblem ist aber so schwer, weil seine Lösung eine Schicksalsfrage für Europa ist. Tie Untersuchungen über die Unruheri üt Mittel­deutschland havm ergeben, daß ein Zusammenhang zwisckpn der Kommunistischen Partei Teutschlands und Rußlands besteht. Für eine Beteiligung der Sowjetregierung indessen hat sich kein Beweis erbringen lassen. Es besteht somit kein Anlaß, den Plan weiterer Verhandlungen mit Rußlano wegen der Aufnahme von HMidelsbeziehungen fallen zu lassen. Im übrigen vollzieht sich allmählich ein Wechsel in der Haltung der Sowjetregierung, die ftch allmählich wieder den Forderungen der Welt­wirtschaft anzupasseu fud;t. Auch in bezug auf den Wiederaufbau müssen nrtr in die Zukunft blicken, wicht nach rückwärts. Redner führt Stim­men aus dem Ausland an, die ebenfalls allmählich den deutschen Standpunkt würdigen. (Bravo.)

Abg. Gras Bern stör ff (Dem.): In diesem Augenblick verantwortungsooller Verhandlungen bedarf es der größten Zurückhaltung. Deshalb halten wir auch die scharfe Kritik von rechts und links an der Regierung zur amerikanischen Schiedst richterfrage für untzwLckmäßig. Ist das deutsche Voll irmerlich einig, so kann es alle Opfer tragen. Was die Schuldfrage anbetrifft, ist, es Pflicht joceS Deutschen, daran mitjuarbeiten, daß im Ausland sich darüber Klarheit verbreitet, daß wir den Krieg riicht planänäßig vorbereitet haben. Amerika ist nur wirtschaftlich, nickst politisch an den europäischen Verhältuisseri interessiert. Tos halb ist die Vermitt­lung dort in guter <£>anb. Es muß alles geschehen, um die Legende hu zerstören, daß Deutschland über­haupt nicht ^ur Erfüllung seiner Verpflichtungen bereit fei. Die mit dem Friedeusvertvag nicht ver- ebibarten Sanktionen bedeuten die Erneuerung des Kriegszustandes. Es entspricht bat Grundsätzen meiner Partei und auch der amerikanischen Re­gierung, daß man vor Eröffnung des Kriegszu- ftcrndes ein Schiedsgericht an ruft. Deshalb billigen wir durchaus das Ersuchen nuferer Regierung an Präsident Harding. Nachdem dieses Ersuchen ab­gefeimt Worden ist, dürfen die biplo-matilcken Ver­handlungen nicht durch rein negative Kritik gestört Werden. Es ist schon ein Gewinn, daß wir der Welt gezeigt haben, daß Deutschland nichts unversucht gelassen hat, uM -zu einer Verständigung zu kom­men. (Beifall bei den Demokraten.)

Abg. Tr. Spahn (Zentr.), der auf der Tribüne nur teilweise verständlich ist, schließt sich dem Abg. Bernstorfs in der günstigen Beurteilung der bei Amerika unternommenen Schritte an. Er wendet sich scharf gegen die angedrohten Sank­tionen, die es Teutschland unmöglich machen wür- ben, das einzige Mittel zur Wiedergutmachung anzuwenden: seine Arbeit.

Abg. Ledebour (USP.) verlangt, daß vor allem die Kriegsverbrecher zur Verantwortung gezogen iverben. Tas Salbadern der moralisieren­den Lldvokaten des Imperialismus sei gleich ekel­haft, ob es von Brianü, Lloyd George oder Helffe- rich ausgehe. Stinnes und Loucheur würden sich sehr leistet verständigen, aber die Kosten müsse dann die deutiche Arbeiterschaft zalsten. Tie Leute um Helfferich und die übrigen Kriegsschuldigen hätten kein Reckt, jetzt der Regierung Vorwürfe zu machen.

(Tie deutschnationalen Abgg. Laverrenz und Berndt springen bei diesen Worten auf und nähern sich mit drohenden Zurufen der Tribüne. ALg. Berndl ruft: Lügner! Vizepräsident Dr. Bell 'rügt energisch das Benehmen der Zuruser.)

Nach Erledigung Keiner Vorlagen vertagt sich das Haus auf morgen nachmittag 1 Uhr. An­fragen, Interpellationen wegen der Verfolgung der Kriegsverbrecher sowie Hehrere Vorlagen.

Schluß 5Vi Uhr.

Aus Statt unt Land.

Gießen, dm 29. April 1921.

Der Sport auf der Straße.

Ta in letzter Zeit Klagen über Belästigungen des Publikums durch Fußball-, Schlagball- w d andere Spiele aut der Straße laut gervoifrni sind, sieht sich das Polizeiamt veranlaßt, darani brnzu- weisen, daß nach dem Reicksstrafgesetzbuch derrenige mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Hast bis zu 14 Tagen bestraft n>itb, der aus 'Stvaß-m oder öfseutlickxn Plätzen mit cteinen oder anderen dst- genftänben wirft, wodurch Menschen beschi.digt oder verunreinigt roedben können.

Ist die mit Strafe bedrohte Hard'ung ton Kindern begangen worden, so weidm nach Ar­tikel 44 des Pvlizeistrasgesetzes die Eltern oder andere aufsichlspflrchti'ge Personen, btc es an der e r so rde rl i chen Aussicht haben teilten laßen, beim ersten Fall polizeilich verwarnt, rn Wieder- holungssalle mit Geldstrafe bis zu einem Trittei der aus die Uebertretung selbst angedrohten Sttaie belegt.

Bei eintretenden Körperverletzunaen können außerdem nach §§ 823 fr., 832 des Bürgerlichen Gesetzbuclsts sür den Täter und auffichtspflichttgc dritte Personen (Eltern ufro.) weitgehende zivil- rechtliche Schabenersatzterpflichtungen e.itstrhen.

L. U. Die e r ft? f e ter 11 cfy e Jmma- tr ifutation findet am Samstag den 30. April, vormittags 11*/» Uhr, pünktlich im großen Hörsaal der Universität statt. '

, ** Ter Wartburg Verein hat angeregt, daß seine Mitglieder cn den nächsten Sonntagen gemeinsam das ll/cuseum de) O b e r he ssi s ch e n Gefchi'chtsvereinS besichtigen. Zu diesem Zwecke hielt gestern abend Professor Helmke, der sich auch bereit erklärt hat, die Führungen zu über» nehmen, im dichtbe'etzten Martussaal einen Vor­trag über die Vorgeschichte Mitt cleuvo Pas, in» sonder heil Deutschlands. In lichtvoller Weist führte der Redner aus, daß für das deutsche Votk bi.* eigentliche, aus literarisckx.' Ouellen sick grün- deiide Geschichte erst ungefähr mit dem Jal>re 100 v. Ehr. begmut. Für die Zeck, dir vor diesem Ter­mine liegt, sind wir auf Funde, die man im Erd­boden gemacht hat, angewiesen. Man unterscheidet, indem man das Jahr 3000 v. Ehr. als Ausgangs­punkt nimmt, nacheinander die Steinzeit, bst Bronzezeit, die Hallslatte und die La Töne-Zml. Tiefe beiden zuletzt genannten Bezeichnungen grün­den sich auf die Namen der SiLKungen Hallstatt im Salzkammergut und La Töne in der Schweiz, bei "denen man bedeutende Bodenfunde gemacht hat. Dor. der Zeit vor 30l>Jäl)veri war der Zu- ftaird'der im heutigen Deutschland lebenden Mensch­heit sehr primitiv. Höhlen funde in Suddeutsch­laub beweisen, daß die Menschen damals noch nickst in der Lage waren, sich Werkzeug und Wohnhütten IieiWehen, und daß sie in Hohlen, die die Natur inr Gebirge geschaffen hat, Unterschlupf suclsten. Zn der Steiuzeit 9erfertigte man Waffen und Geräte aus Stein, die Bwihstzeit ist dadurch cha- raTterifiert, daß die Menschen Kupfer und Zinn verarbeiteten. Erst mit der Einwanderung der Kel­ten von Westen her um das Jähr 500 v. Ehr. beginnt _in Deutschland die Verarbeitung beä Eisens. Diese einzelnen Zeitalter hat die Wissen­schaft unterscheiden gelernt, indem sie sorgsam Gräber, Gerate und Reste von MLnsckstichen Woh­nungen aus der vorgeschichtlichen Zeit imterjncht hat. Veichältnismäßig spät, nämlich um das Jahr 100 v. Chr., sind die Germmien, vom Nordoslen kommend, in das heutige Teutschland eingewandert. Indem her Redner überall an Funde anÄrnpftc, bis man in Ober Hessen gemacht hat, gestaltete er feilten Vortrag sehr awziehend. Umrahmt wurde bet Vortrag durch banfbarfl aufgewomMene Musik- torträge der Herren Karl Philipp, Walter Mattk, Lorenz Schmolz und Julius Schmitz. Pforrev Becker sagte in seinem Schlußworte allen Mit- wittendesi Dank imb gab bekannt, daß die erste Führung kommenden Sonntag, nachmittags um 2 Uhr, ihren Anfang nimmt.

** Neuanstrich der Briefkasten. In den nächsten Tagen werden Die Brief­kasten in der Stadt neu gestrichen. Vorsicht bei ihrer Benutzung und beim Borübergehen ist daher angebracht.

** -Preuß.-Süddeutsche Klaffen- Lotte r ie. Tie Lost zur fünften Klaste müffen bis Mittwoch, 4. Mai, abends 6 Uhr, unter Vor­legung des Vorlla/senloses eingelöst werden. Für die in der 4. Klas>e gezogenen Gewinnlo'e mühen die Ersatzlost ebenfalls bis zu obigem Zeitpunkt eingelöst'werden. Tie Ziehung btefer SÄuMasst begimtt am 10. Mai und endigt am 6. Juni Zur Ausspielung kommen 180 000 Gewinne und d^ämien im Betrage von zufunmen 95 872 180 Mark.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Großer Hörsaol der Universität, 8'1. Uhr, Lickst- bilbertortrag über Euripides aus der Bühne im Altertum und Neuzeit. Hotel Eiithorn, b Uhr, Theater, Barietö. Eafö Leib, 8 llll>r, Konzert einer Kölner Truppe. Lickstspie^haus,Ihr letztes Opfer" undWie ein Film entsteh. Lichtspiele, Seltersweg,Die Todessahct des wcißM Häuptlings" uiid,/)crrwana", 6. 2eil.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 28. April. In der letzten Stadt­vorstandssitzung wurde mügetalt daß d e Warenhaus- und Fllialstener vom Ministermm ge­nehmigt sei, dagegen sei die Wohnungs- und Musikinstrumentensteuer abgelehnt worden. Ter Preis des elektrischen Stromes wurde mit Wirkung vom 1. April für Beleuchtungszwecke aus 3 Mark erhöht, für Kraftstvom auf 2,50 Mark für die Kilowattstunde. Tas Gelände derHohen Steintrift" vor demHomberg", das bisycr der Firma Hofmann zur Gewinnung von Quarzit­steinen diente, soll in 10 bis 15 Parzellen von je etwa 600 Qdm. aufgeteilt und bis zur Feld­bereinigung verpachtet werden. Tie Differenzen mit dem Stadtürmer sind beigelegt. Tieier über­nimmt torläufig das Blasen nach dem Gottesdienst für 10 Mark pro Sonntag, sowie das Maiblafen für 30 Mark für den Abend und daS einmalige Läuten für 1 Mark für den Abend. Von der Bürgerschaft wird es lebhaft begrüßt, daß die lieb- gewordenen Turmbräuch.* vorläufig erhalten blei­ben und gehofft, daß sie auch für d« Zukunft gesichert werden twrneiL In der nichtöffent­lichen Sitzung wurde als zweiter Geistlicher für die Stadt Alsfeld Tekan Dr. Unverzagt-Kirwrs zur Präsentation torgeschlagen.

Meis Schotten.

Ungllmdl i che Ho lu» re ist.

s. L a u b a di, 27. April. I)L heute abgcSatten^ Holzversteigerung brachte sehr hohe Pvnse^ Für 1 Meter Stöckelz wurden ungesähr 70 bis 80 Mk. bezahlt. 1 Meter Reisig kam im Durch- dinitr aus 10 Mk. zu stehen. lieber all Ragt man Über die hohen Preise und hier, wo die Leute eS elbst in her Hand haben, wird i'o sürLhast teuer geiteigert. Und dabei hat Laubach Holz genug Aber keiner aönnt dem andern etwas. Ein Glück, daß das Scheitholz rationiert wird.

Die diesjährigen Holzmackerlöhne her Gemeinde belaufen sich auf 150 000 Mk

Wir haben versckiedenllich zu der Frage der Holzversteigerungen Stellung genommen und sind dabei dafür eingetreten, daß daS M e i st g e b o t abgeschafst wird. Wie segensreich eine anbemvitig« Regelung wäre, bewerft gerade wieder bie fteigerung in Laubach.

Hessen-Nassau.

Der FuDaMuin-Konal

fb. Frankfurt a. M., 28. Aprll. Für den Ausbau des geplanten Kanals Zwischen Fulda und Kinzig und damit für die Schaffung einer Ver­bindung der Nordsee durch WeserFuldaRün zigMainRhein inti> Nordsee, bewilligte die heutige Sitzung der Handelskammern Frankfurt, Hanau, Fulda 20000 Mark.

Internationaler Verband der Köche.

sd. Frankfurt a. M., 28. Aprll. Teck internationale Verbünd der Köche feierte heute das Fest seines 25jährigen Bestehens und verband damit die Eröffnung einer Lehrküche für Juaeud, junge Frauen und für Aeuzst zur Herstellung von Tiätspeisen. Die Einrichtmig der Lehrküche erforderte einen Aufwand von 200000 Mark.

** Kurze Nachrichten aus Hessen und den Nachbarstaaten Zu Klein- Linden wurden in einer der letzten Nächst üt einer Höfte ist 6 Paar Strümpfe, in einer anderen ein Stallhase gestohlen und letzterer sofort an Ott abgeschlachtet. Auf Anregung der Liga zum Schutze der deutschen Kultur spricht heute in Lollar Tr. Ehlbacher-Gießen über btc Ein­korn mensleuererllärung. Ueber die Preis Ver­hältnisse in La ubach wird uns gemelOet, daß Ferkel 350 bis 380 Mark kosten, Eier im freien Handel mit 1 Mark bezahlt werden. Für Butter werden 25 Mark verlangt, für Fleisch 14 Mark Eine Familie in ^reicnseen erlftelt in Diesen Tagen die Nachricht' daß ihr Sohn aus einer Essener Fabrik verschwunden sei, um in die fran­zösische Fremdenlegion einzutteten. Im Hauptgüterbahnhof Frankfurt wurde gestern der 26jährige Rangierer Friedrich Fiscl»er aus Fried- berg-F a u e r b a ch von einer Mrschinc über fahren und lebensgefährlich verletzt. Bei Hanau, kletterst ein löjährige» Mädchen an der Hoch­spannungsleitung bo d), um sich durch den ekeklri. schen Strom iu töten, weil es von her Muttov schleckt behandelt worden war. Tav ML»ck>en wurde mit schweren Brandwunden ins Vanb- krankenhaus gebracht. In Seehei m an der Bergstraße würbe das frühere großber^oglichp Schloß von dem Hotel Hufnagel und ,rührte zu Kurzwecken eingerichtet. Auf dem Wege zum Standesamt erlitt zu Kitzin gen ein General- oberarzt am Arme seiner Braut einen Schlag­anfall, dem er sofort erlag. In Weil bürg wurde ein Oberasfistent beim Ueberschveiten der Geleise von Der Maschine eines EilzuaeS erfaßt und zur Seite geschleudert, wobei er so schve« Verletzungen erlitt, daß er in die Gießener Klinik überführt werden mußte. In Selbach (We­sterwald) zog sich ein 20jähriges Mädchen durch einen Nagel, der aus dem Innern des Schuhs lxuvorragte, eine lleine Verletzung zu, die infolge Starrkrampfes zum Tode führte. Die Lehrer her Bürgermeisterei Kwfdon veranstalteten anr Mittwoch in Odenhausen für die in den Ruhestand tretenden beiden Lehrer Klotz-Torlar und Müller-Odcnhaußm eine Abschiedsfeier.

Qod>febuliiad>rid?ten«

burg, 27. April. Die wissen» ,><x ft l rchen Prersaufgaben der Univer- ität für 1920/21 sind, wie am schwarzen Brett bekannt gegeben wirb, bis au| zwei nicht bearbeitet toorben. & banbelt sich bei den letzteren um eine "ramsche und eine archäologische Arbeit der philosophischen Fakultät, die insgesamt sechs Auf­gaben gestellt hatte. Preisträger sind bie Herrn canb. phil. Richarb Seid) ter unb stud. phll Wal­ter Wrede, denen her volle Preis tuertonnt nmrbc. Die Preisaufgaben der theologischen, iuri- medizinischen Fakultät haben Feine Bearbeitung gefunden.

Dcrmifcbfest,

Waldbrand.

Berlin, 38. April. sDriv.-Tes.) Wie die Blatter aus Brandenburg a. H. melden ist m der Pritzerber Haide ein großer Wald­brand ausgebrochen, der bereits 12000 Mor­gen Waldbestand vernichtete Arrch ein Teil des angren^enben Brandenburger Domforstes brennt. Sämtliche Feuerweyren der Um*

Herrn Collins Abenteuer.

Roman von Frank Heller.

I Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

Denn man Freitag, 19. Februar 1906, einen Buck in bie Wohimiig des großen Sehers gewor­fen hatte, so ivürbc man (oitobl das Waistezimmer y\c den Arl'eilsraum leer geftmden haben. Es waren augenblicklich stine Besuckie da, unb der ^eistn selbst satz tu seinem Prtvatgemack rn einem grauge kleideten Herrn, Denen nussehen an Kin eigenes erinnerte. Und un Yu'rten Jctncn Aussichiswinkel, ftmib etn giLrucki OK an em Loch zum Privatzimmer gre&er Spmimmg üttr

juns uteiusque^il^ E^in^mch ^e tSäMuro" Wie er dazu kam. ba zu wo er qefct ftx S -eigt wieder einmal bie Jrom- bei

Gerade in dem Augenblick c.itläufdt 'm, aeveat zu hcken glaubte, betrogen, a o e't strandet mit kaum tausend KwiiLi in k- hatte sich Pinlipp, nackd^-m er sich von ' ersten Betäubung erholt batte, beeut, nab Live pool-Stteet-<2tation umzusth'-en, um vielleicht not dort eine Spur des Unbekwmstn zu finden äa Dünnt aus dem Schisst war, daran zwei­

felte er fcinert Augeiiblick. Mes sprach dafür: bie SVajutc, die fiejufaininen gehabt Ixittcn, wo der Schurke leicht Phi ipps B^esrasche hatte ichen töimcn, d e Begegnunge-t im Lause des Morgens und die scharseii Blicke, bie er Phi ipp zugcwonen l-atte, schließ ich das Zusamnientiefien in dem Ge­dränge der Station. Aler alles Forscken nach dem lafd'cnb.cb war vergebens: in Lioerpool-- Etrect-Stalian war leine ^opur von ihm zu ftn- ben, und vergeblich durchstreifte.Philipp vi der nächsten Woche Lonixut von einem Ende zum andern. Seine Hartnäckig teil und seine Rachlucht waren erfolglos, und er hatte schon angetangen, an andere Auswege zu denken, als er eines schönen Tages seinen Mann vor sich sah.

Unb nickt in einem, sondern gleich tu dreizehn Exemplaren!

Tas heißt, was er sand, mar fein Porträt mie Philipp überzeugt war) aus ^em Rucken von dreizeh.t Sanbwi.men in Bond-Street. Dreizehn 5ai;broid>men, bie für den großen Magier Ä ftabir Re flame machst, i Und ur fev'cn Zügen er- .'annte Phi.ipp soivri bie des (stuckten Taschen- b.cbti.

Nachdem er einem der br izehn tzoanbwichmen einen Siockfchag auf die Ännoncen^fel versetzt hatte, um feinen Absclrcu vor dem Mann auSzo- drücken, dessen Bild er trug, und nachstm er Die wtigen Polizeibuhen hierfür erlegt hatte, stür-'e Lhilipp zu-dn angegerenen Ad'.ci.e, 118b Bo: d» cticet. Er rouebe von einem Tiener empfaneeii, der ihn fragte, ob er ein Rendezvous habe; er er­

widerte mit ironischer Verachtung, sein Rendez­vous sei schon über eine Woche alt, und wurde zu dem großen El Stabir eingelafjen. Zchn Mimtten später tvurbe er itadj einem peinlichen Auftritt etwas überstürzt aus dessen Wohnung herausgctvor- fcn. Drinnen L<i dem Magier Halle er gerunben, bab er insofern einen Irrtum ['egangen hatie, als nicht der Zauberer sechst, sondern ,ein eben* falls mrwescnder, in Zivil gekleideter Brud r, Mr Botesau, dii gesuchte Verbrecher war Jii brüh- heißem Frnnzosftch-Tänisch-Englisch l;atte Pli ivp sein Geld verlangt, ein rohes Lachen zur Andwtt bekommen, Trohungen fürchterlichster Ait ausac- swßen, worauf er von oen muskulösen Brüdern hinauszeschleudrrl wurde, während er ihnen btc unerhörte iten Strafen in Aussicht stellte und sckiwor, im Notfall,Hille bet der Polizei zu suchen, (fine Sekunde itoter wurde noch ein Herr dinau^gewor- Ten; das war 2 l >taÄrS Tiener, der feine Stelle verlor, roeU er Pyilipo eingelassen hatte. Philipp rettete sich vor dstem in einem Auw, und bevor er noch P ccadckty erreicht hatte, war seine Rack/c- plan terrig.

2Tm selben Nacknnittaa enrhie.te-t die Zeitungen u^terder Ru ckVanteb" evst 2bmx>nce, in der cai Platz als -tienei bei dem großen El Kab-.r m 'A>no*stTcet cngcHt bigt war. Am nächsten Tage wurde für deie S^le ein scttvetgfamer, brauner Hindu angenommen, der aus den Namen Faiz Ullah hörte. Nach toter TLoch: war er der Liebling seines Herrn wie dessen Kunden, und wenig ahnte der erste, daß die bannte Hi-nt unb

bie weiten indischen Kleider einen Mann Der* taigeii, cxm sem Todfet: d ivar, caod. iuris utnu^ que, Philipp Collin aiu üriüronshamn. Aber )o war es Uiü> während bic Ta« Dergmgen, !0($ai d.eie schnxrrzen indischen '2mgcn. bi' so oendUtg unb treu schienen, mit nie versage- b:r Autmerksamleit über alles, was sich im zweiten Stockiverk 118b Boud-^treet zutrug, unb ve- giitrierten alle verdächtigen Züge zur künftigen aantackachtung ein.

Unb was Philipp von Anfang an vermutet Unte, nahm in seinem Bewußtsein bald flarcre ö-ormen an. Nücht zufrieden mit bem Gewinn beS jcttai Dahrsagergcschoftes, verwendeitn du beiden Brüder die Mitteilungen, bie ste ihren Kunden entlocken tonnten, zu Privat-wecken ganz spezieller Natur. Cine Woche, nachdem bi: inr.gc Mrs. Morris Philipp hatte ihre Li,'ltenkarte selbst in Empfang geglommen ihr Renbezvous mit CI fitabir gchobk hatte, wuche am helliclcke-i Tage m ihrer Do!) untg ein kühner Einbruch verübt, wob« Jitwelen fier mehrere Tnmbcrt Pßunb qefühl-n wui- b-cn und bie Einbrecher eine merito.irb-.gv Ver­trautheit Mit ben Genuhnheite i des Hauses letaten d genvier^^unb MiliVV vatte nut strneu et jenen lauschtudru Obren gehört, rate der Magier ihr geraten hatte, an biciem Tage einen Ausflug zu unternehmen, . zur Vermeidung eines großen Unglücks".

lFortjetzung folgte