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T t e n ft e der Freun de wenden, um in der trit tigert ^vroge zu interpolieren. Ter Bundesrat würde fick freuen, roeim auch die französische Regierung diese» Verfahre i Mr Beilegung der Streit-
ESctlcrvoraussage für Dienstag: Vorwiegend wolkig und noch
trocken, kühl, wechselnde Winde.
Der tiefe Druck über Mitteleuropa verflacht: von Irland her naht eine neue Depression, die uns nach vorübergehender Aufklärung wolkiges Wetter und verein-elte Niederschläge bringen wird.
** DieOrtsgruppeGießendes deS T eu ts cher Boden re fvrmer hi
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Romanlesern eine angenehme AdwechsluT-, bieten, da es sich diesmal um eine reine Abe» teurergeschichte handelt, die im Verlaufe (brr spannenden vandlung immer neue Berwrä I ungen und überraschende Lfsunaen bring- Der scharfsinnige Leser wird sich eine Freak--, »araus macken, im voraus zu erraten ®r ich Öerr Philipp Collin, der Mb des Jfrafu Heller'scheu Romans, aus jeder y, fährlichen Situation herausfinden miro Her Collin ist nämlich ein ganz verwegenem Abenteurer. Er schmeichelt sich ioqa:a vielfach im Verborgenen eine An ousgleickei! )er Gerechtigkeit zu spielen, wobei er eS afle^ rings niemals verschmäht, auch die eigens. Interessen wahrzunehmen.
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Nach ber kcheit-, imb
rage annehmen wolle
Die Volksabstimmung in Tirol.
Innsbruck, 24. Avril. (Wolff.) Von ctina 150000 Stimmberechttgten haben ungefähr 90 Prozent ihre Stimme abgeben, von denen mindestens 120—125 000 Tür den Anschluß an Deutschland gestimmt haben.
Innsbruck, 24. April. (Wolff.) Gin- zelerg ob nisse der Volksabstimmung: Innsbruck (Stadt): 33954 Stimmen mit |a( 472 Stimmen mit nein, 134 Stimmen ungültig, davon von den auswärts Zugereisten 2144 Stimmen, von denen 2139 mit ja, 5 mit nein stimmten; Kufstein 18352 mit ja, 165 mit 'nein, Schwaz 10 457 mit ja, 56 mit nein, Imst 7899 mit ja, 71 mit nein, Landeck 9654 mit ja, 242 mit nein.
Innsbruck, 24. April. (Wolff.) Nach Nachrichten aus Bozen hat heute dort ein Zusammenstoß zwischen Faci sten und
predigt Cbcrnfarrer Stnobt in ©duifc
ist, auch bei ber Hauptveriammlung, imllwmm -
— Tie Hagenbeckschau. kenwnn^ noch in Fran Hurt a M. gafriert. rnnnaii® ; Gießen an Sie wird anfang» Mar wrr ftabt in ÖSwaldSgatten auf-rfuaaen (W gu>‘
Donners lag abend im Postkeller ernt gut beiuthg Versammlung ab. Herr Tr. Riemann. ty<i einen beifällig aufgenom menen Vortrag nber öi-- jen und die Bodenreform, inbem n CT Hand statistischen Materials nachwies wie imtr dem Einstuß der privaten Bodensvekulotwn ttr Preis des Grund und Bodens, bet An^mg be achtziger Jahve je nach Lage mit Mk 0.30 bi? l - vro Cuabratmrttr bezahlt wurde, auch in Qwfa eine gewaltige Steigerung erfahren hate Die Vn-> hält Nisse in Gießen lägen für die
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♦* Unser neuer Roman, den wir in, 4 © a b - 91 aubciw'«?\hZ « <hd e rctwi
der heutigen Nummer beginnen, wird unserenI Versammlung des hiesigen ^tiouuu-
ab brach. Dann Tttmm brt ®T’fVön^uhr*' haltens und 'lbwar^Iastatl e pe» darunter Tiere wn höchstem Wett, rrt und nach geschlachtet weeden, r*!nri
dressierten Rmcktiergruppen. M Seuchen brachm aus i^rv^em^^Me in die großen Ticrbdtinbe Mne g*
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aller Art. darunter 22 erst dem^^ portietter Eisbären und daneben roten rw- lichen artistischen oxrtuA<nv
KrriS Friedberg.
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Ihn Läuse ber ToScÄk wurde erklärt, daß am 128. Avril auf dem Shrngteß von London die französischen Gewerkschaftler sich mit den Vertretern ber deutschen Organisationen begegnen werden und alsdann Aufllärmrg darüber geschaffen werde, aus welche Mitarbeit man von d.'Utschw Seit? zählm könne. Eine ganze Reihe von Bürgen meistern trat für die Beteiligung ber deut i'.ch e n Arbeiter ein. Des -'ernenn wurde bekanntqegeben, unb war durch die 9(bgejrbnet?n Hennessy und Anrial, daß sich die franzö'i'cke WicderausbaiUätigkeit auf fünf bis sechs Milliarden im Jahre belaufe. Frankreich würde also 20 Jahre brauchen um wiederaufmbauen. Die deutschen Arbeiter und das deutsche Baumaterial leien unbedingt erforderlich. Auch im Namen der verschiedenen Genossenschaften wurde die Erklärung abgegeben, daß das Land mit Deutschlands Hilfe wiederaus-' gebaut werden müsse.
J'üertin« cM t Stadt, und pdi1 ^ZeiNlNscv u - Butzba.l! „-schule, dl« ' ^aanoenktl > Lungen als » ,fl Sommer
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deutschen Bauern, die zur Messe nach Bozen gekommen waren, stattgefunden. Dabei wurde eine Person getötet und 43 verwundet, darunter acht schwer. In der Stadt herrscht große Unruhe. In Innsbruck wurden nach dieser Nachricht die Abendkon^erte in den Konzerthäusern unterbrochen und die Ber- ämmlungen, die anläßlich der Volksabstim- inung stattfanden, aufgelöst. Es fanden auch Demonsttationen vor dem italienischen Konsulat statt, bei denen nationale Lieder gesungen wurden, ohne da ßes zu ernsten Zwischenfällen gekommen wäre.
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Aus Statt und Land.
G ießen, den 25. April 1921.
Der Ausbau des wirtschaftswissenschaftlichen Unterrichts an der Landesuniversität.
Tie im vorigen Semester an umerer Unttw - sität aufgenomrnerten Voile,m'.gen üi-er Privat- wirtschafläilehre ‘ba.eu einen \o reichen Erfolg gchabt, daß ft 6iit diesem Semester rartgcievt werden. Herr Pros. Tr. Bruck wird über B an Politik lesen. Außerdem ist es gelungen, nnctxr zwei erfahrene Kenner ber fauhnännifd'en Prarrs für die Abhaltung von privammtscl)aft.ichen Kur- jat zu gewinnen, und z-var wirb Derr Pvokunu Will'bas Wese.l ber Bilanzen erläutern, und der Bevollmääüiate der Mitteldeutschen Gr.tn.t- bant, Derr Schan ze, die Technik des Börsenbetriebes darstellen. Umfangreiches Tenronstrationsmalerial roiib ba>u hergebracht werden, so daß eine Einsicht in bt-ic für den Laien nicht leicht erkennbaren Vorgänge gewährleistet erscheint.
Tas Studium der VersicherungS- Wissenschaft, das im vorigen Semester einen erfreulichen Auffchchung genommen hat. nnrb wieder in einer Anzahl von Sondervorlesungen gepflegt werden.
Äanz neu in bat Lehrplan ist btc sogen, wirtschaftliclie „Auslandskunde" ausgenommen worden. L«rr Pvof. Tr. Bruck spricht über britische Imper i um, und der Syndikus an der nicderläitdischen ^anoelsiammer in Frankfurt a. M., Herr Tr, Metz, über die Niederländische Volkswirtschaft. Au' diese letzte Vorlesung, die im Vorlesungsverzeichins noch nicht angekündigt war. sei ausdrücklich 1)tn- gewiesen; sie nnrb unentgeltlich gelesen und beginnt am Tonnerstag, 28. April, um 6 Uhr. Tie Vorlesungen über Auslandskunde verfolgen den Zweck, die Kenntnisse unserer nnrtschaflltchen Beziehungen zu vertiefen, waS in anbetracht der Tatsache, daß in Zukunft ein größerer Teil ber akademisch gebildeten Deutschen tm AuSla^ b 1 einen Erwerb wird suchen müssen, als wünfchenSwett erscheint.
Verwaltung und der S aat^egierung für fP ufc-ite zur Verfügung gestellt. In der letzten StutHrv • ordnetenversammlung fei die Anstellung mH Svottsachverständigen beschlossen worden, mw Dohnungs- und Siedlungsfachix-rstmidigen ox|l- stellen, daran denke aber fein Mensch Tie w* sammlung gab der tiefempfundenen Ueberjeugirw Ausdruck, daß die Beh-bung der Wr»hi,m;ckwt damit der Arbeitslosigkeit eine Lebensfrage 5H deutschen Volkes sei. Evoßzügig und zi»4bewvßt ei ganzen Reiche das Riesenwerk in Angriff nehme«. Millionen deutscher ^amüien, die im DohmmgS« elend schmachten erlösen, das $>eer der Arbens'o^- nrieber zu produkttver Tätigkeit gelangen lasten «i jetzt die größte Aufgabe der Reichs- und Land» bebörden, der Gemeindeverwaltungen und dfcr polittschen Patteicn. Hinter ihr müssen die wichtigen zurücktreten. § 155 ber Reichsvenastiav dürfe nicht nur aus dem Papier ftefrn bleiben, er müsse Wirklichkeit werden. Die yobenrtferae stehen weaen der Geld- und Oandbeschafnmg eri auf dem Boden der Beschlüff? des räirbigen t**.- rats beim ReichsnrbeitSmmisterium, da ein beste« gangbarer Weg bisher nirgends p-tzeigt hnrrt* T: erster Linie müssen sofort ausreichende Mittel i» reitgestellt und auch gegeben werden, um bie » gefangenen Siedlungsunternehmen zu Ende c führen, ohne die Siedler wirtschaftlich zu Grese zu richten. Mit £>ilrc der Mietsteuer im> e» derenDehelsSmittel seien dieseFrag-en nicht Dies könne einzig und allein nur durch br gäbe von Heimstätten-Darlehnskasst'nscheinen Durchführung der Beschlüste des ständigen Reindl für joeimstättenwesen beim RrichSarbeßSmiwim rium acschaffcn werden. Die Versammlung be'ci»B mit aller Energie für diesen Gedanken bet täq Gelegenheit einzutreten und demnächst mit pnü- tischen Vorschlägen an die Stadtverwaltuog hc«r> zuttcten.
•• DaS Pfeft der silbernen vochz^i- feiern heute Lagerhalter Heinrich Männche Mß Frau, Blcichsttaße 16.
Bornotizen.
-- TageSkalender: Lwttl EinbeM 4 Uhr, Vortrag über ..Feuerung und Heizung " Zukimft": 8 Uhr, Tveater Barietö — 5?indenburg, 8 Uhr, Mitgliedervers<nn7nlunq freinnlligen Feuerwehr. — Caf6 Leib, 8 Um, zett einer Kölner Kapelle. — Licbtlviellxms ^ Boß, der Millionendieb 4. Tel". — Licvl'^ SelterSweg, „Die ungültige Ehe" und ..w» Adjttis, die Rofe deS OstenS". .
— Innere Mission. BesmcherS sarn gemacht wird auf die morgen tagende Jahresversammlung deS „Cbetfirj Vereins lür Innere Mission". Da in Zeit auch diesem reichgegliedetten Seaer.swen gnvk schwere, aber auch schöne er liebende 1** »■ gaben erwachsen, wird, nach den üblidkn t>~r alS Fachmann bewahrte frühere Agent und Schttftfüknrer ber fübrocflbeuW” ferenz für Innere Mission, Geh.
D. Kavser, FranffuttÄuchschlag, über E ee wa rtSprobleme und -aufpaven Inneren Mission Vortrag ballen, an oen
zöfische Regierung an ihrem grundfätzlichen Stand- muckt scsthalt, bürftc kaum ein derartiges Zuge- slaiiduiS binreichend >ein, um zu einer Uebertin- stimmung der Parteien zu gdaniien. Ter Bundesrat bemerkt zum Schluß, ba6.joertn zwei Parteien, die wie Frankreich und die Schmnz durch Bande einer sehr langen Freundschaft TKtbunben sind, lociui uiu jiLvuiuwnvwu^uuiiw» wn LA-i . sich nicht über Die direkte Regelung einer Streit- deutschen Regierung zur Schatpmg einer Sicher | frage verständigen tönnat, \ ic Den Spruch
Der oerummen A.xnuDurgci
bekannt und vertraut wäre Ebemo N" SchSpfunaen „Stellingen", das ber $fc,
bene ftttrt Öagendeck gegrün^f bot. 'rl gen beckschau, die sein tjuri
beit und Garant« für die Reparationen vor dem IderRichteranrufen, oder sich an die g u t e n 1. Mai 1921 bie Uebertragung des gesamten Me-> - h<r Rroohr nvntvn uw m der
ta'lbestandes der Reic^bcork an die gteichdbant- filialen in stöln ober Koblenz vettangt, so liegt es nabe, Diee Entschließung darauf zuruckzutühren, das; der Absatz 2 des Artttels 248 Des Friedens- vettragcs, nach welchem die deutsche Regierung ohne vorherlze Zustimmung der Reparalionskvm^ mifsivn weder Gold ausrührcn, noch parüber oer- fügen, noch seine Ausfuhr und noch die Ber- higung darüber gestatten darf, irfit Ablauf des 1. Mai 1921 außer Kraft tritt. Die deutsche Regierung verkennt nicht, welches Interesse die alliierten und assoziierten Regierungen daran haben, daß die'e Bestimmung nicht efcr außer Kraft tritt, als bis eine grundsätzliche Verständigung über die Losung des Reparationsprobleins erfolgt ist. Sie erklärt sich baber bereit, sofort btc erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen zu treffen, banrit noch vor dem 1. Mai die Geltung ber gesamten Bestimmung bis »um 1. Oktober verlängert wird. Diertnit glaubt die deutsche Regierung, einen beide Teile befrieov gen den Ersatz für bie von ber NevaratvonsÜom - Mission ins Auge gefaßten Maßnahmen vorzu-
lagen.
Tic verlangten Maßnahmen auSzusühren, ist ber deutschen Regierung schon aus dem Grunde n i ch t m ö g l i ch, weil die Reiffisbank als Privat - inftitut in ber Verwaltung ihres Privateigentums insbesondere ihres Metallbestandes frei und von der Reiff)sfinanzverwaltung unabhängig ist. Tic Aufrechterhaltung des formellen Eigentumsrechtes ber Bant würde bie c Bedenken nicht beheben Tic Maßnahme würde auch dem von der Reparations- tommission erstrebten Zweck, die Durchführung der deutschen Revarationsverpfliffstungen siffierzustellen, nicht dienlich sein, es würde durch die erzwungene Degführung der letzten Golddeckung deutscher Banknoten eine erneute schwere Erschütterung ber deutschen Valuta und dies deutschen Geldwesens unausbleiblich ein treten. Eine 10 hervor gerufene erneute starke Entwertung der deutschen Valuta würde M einer schweren Krise der deutschen Wirtschaft und einer dauernden Herabminderung ihrer Leistungsfähigkeit Uhren. Sie nriirbc zuletzt alle Besitzer deutscher Matt im Auslmide sowie übei> Haupt alle auslänbischen Gläubiger Deutschlanbs sehr in Mitleidenschaft ziffhen.
** Vom Kunstwissenschaftlichen Institut ber LanbeSuniversität wird uns mitgeteilt, baß Prof. Rauch Mittwock von 6—7 Uhr für HSrer aller Fakultäten ein Kolleg übet „Einführung in bie Kunst ber neuesten Zeit" liest Das Kolleg wurde erst später in ben Vorlesungsplcm mit aufgenommen unb war baber am Samstag in unserem Blatte nicht aufgefflbrt.
Neue WohnungSverordnungen.
Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes sinb drei Bekanntmachungen enthalten, die neue, einschneidende Verordnungen auf dem Wohnungsmarkte bedeuten. Zwei dieser Verordnungen gehen vom hessischen Landes-Arbeits- und WirtschastSamt aus und besagen, daß vom 1. Aebruar rückwirkend ab jroer WechselimEigentumoderimBesitz eines Wohnhauses von dem bisherigen Eigentümer und Besitzer bei Erbfällen von Erben dem Wohnungsamt bei Strafe mitzuteilen ist, ferner, daß jeder, der außer seiner Wohnung noch eineodermehrereWoh- n u n g e n in ober außerhalb seines Wohnortes besitzt, dies zu melden und anzuaeben hat, welche Wohnuna als seine Hauptwohnung angesehen werden soll.
Die dritte Verordnung weist zu Beginn des Sommersemesters der Universität barau: hin, bah auch bie Vermietung möblierter Simmet bem Wohnungsamt zu trieb- den ist unb daß nichtangezeigte Mietsverträge rechtsungültig sind.
hältniffe in Gießen la
ber Bestrckungen brr Bodenvttm-met l die Stadt Gießen bereits ein Dritkel des lanbc# ihr Eigen nennt Die in Gießen frrrftfv** unerträgliche Wohnungsnot habe die OHefww» Bodenvefvrmer aus ihrem Schlafe aufgerütttli Zu Stadtverwaltung macht manchmal einen erfm. lichen Versuch zur Besserung der Verhältnisse, w >er kürzliche Beschluß ber Stabt oetortmrtt»» Versammlung, das Gelände an ber Licher Stow gegenüber der Siechenanstalt in Erbvacht zu h.. icdeln. Doch sollen schon wieder Kräfte am Vek sein, diesen Beschluß nicht zur Durchführung e bringen, angeblich wegen Mangels an Bangest, i-fft dabei sind bereits 700 000 Mk. von der $t4*«
Französische» Strafurteil gegen deutsche Firme«.
Nürnberg,23. Avril. (WTB.) Durch verschiedene Zeitungen geht die Notiz, daß die bekannten Bleistiftfirmen A. W. Faber und Johann Faber von der Pariser Strafkammer zu hohen Strafen verurteilt worden sind, angeblich, weil sie entgegen den Vorschriften eines (im Jahro 1912 neu ausgelegten) Gesetzes vom Jahr 1892 vor dem Kriege große Mengen Bleistifte und andere Bureauartikel ohne Angabe deS Ursprungslandes nach Frankreich geliefert haben. Die beiden Firmen erklären dagegen, daß sie seit Jahrzehnten vom fraw- zösischen Finanzministerium (Generatdirek- tion der Zölle in Paris) ausdrücklich vom Ur* prungshinweis befreit waren und zwar in der Erkenntnis, daßdiese Marken zur Genüge als fremdländische Marken allgemein bekannt eien. Von einer Gesetzesübertretung kann also nicht die Rede sein und noch viel weniger von einer Hintergehung des französischen Zoll> amt». Es ist unbegreiflich, wie das unge- ;euerliche Urteil des französischen Gerichtshofes zustande kommen konnte, wenn nicht le- liglich die Absicht maßgebend ist, zwei große leutsche Firmen um ih r bei Kriegsbeginn beschlagnahmtes Eigentum zubringen, dessen Wert sonst im Ausgleichswege dem Deutschen Reiche gutgefärie» ben werden müßte. Selbstverständlich legen die betreffenden Firmen Berufung dagegen ein.
Frankreich und die Schweiz.
Bern, 23. Älpril. (Wolff.) Das politisff)e Trtxrrtc'ment hat der frcmzösisff)eu Botschaft in Bern am 19. April folgende Rote überreicht als Antwort auf die französische Rote, worin die ftanzöfische Regierung dem schweizeri- sck>en Bundesrat zur Kenntnis bringt, daß sie entschlossen sei, sich ihtt Handelsfteil-cit ioieber zurück- zimehmen, um in ber Kammer einen Gesetzentwurf cinzubringen, ber sie ermächtigen würbe, die ftan- zäsische Zollinie an der Grenze zwffckien den beiden Staaten zu errichten.
Ter Bundesrat erklärt in seiner Antwort, er habt nie einen Ztveijel darüber gelassen, daß er zwar der in Artikel 433 enthaltenen Vereinbarung zustimme, jedoch ausdrücklich feine Ausdehnung adlehnc, wonach die seithettge Freizone zu bestehen aufgehört habe. Er habe sich immer bereit erklärt, den neuen Berßälwissen Rechnung zu tragen, uoer er habe immer crüärt, daß die neue Crbnung bie Struktur ber Zone unberührt lassen müsse. Die schioeczerische Regierung habe in keinem Augenblick znnegeben, daß in dieser idinftcht bie geringÜen Zwiceutigkeiten zwttff)en den Parttten auf tauchen konnten. Ter Bun des rat kann bie lebhafte Ueberrasclmng nicht tetheimlidien, die er empfunden hat angesichts der Tatsache, daß die Regierung der Republik Frankreich sich entschlossen hat, diese strittige Frage s e l 0 st ä n d i g ffu erledigen Solange er nicht vor bie ganze Schwere ber vollendeten Tatsacl« gestellt ist,.kann er sich nicht entschließen mizunehmen. baß bie französische Regierung sich tatlädriid) Innivegfcrcn lvill über alle Uebcrtcgungcn, bie im Interesse ber guten Beziehungen zwischen ben beiden Ländern eine andere als eine einseitige Lösung er* heischen Wenn dieser Fall trotz alledem doch eüitreten soll, jo würde sich der Bundesrat genötigt setzen, hierin einen zu dem Völkerbundspatt in Widerwruch ftebenben Gewckltccki zu sehen, unb er müßte sich das^Reffü Vorbehalten, alle seine Sacke förbentben Schritte zu unternehmen Ter Bunbesrai ipöic bereit, wenn eine Vemanbigung unter diesen Bedingungen zu erlangen fein sollte, in eine teillveise Abänderung der gegenwärtigen Abgrenzung der kleinen Zone ein zuwilligen. Er verziöüel darauf, an dieier Stelle einen neuen Vorschlag zu formulieren; beim solange bie fron*
bcutfdien Regierung in ber Angelegenheit des Reichsbanl^onros an bie Repaixuloh-? fc nrrniiston äbgcacbene Rote bat folgenden Wortlaut:
IM 'Jhiftrage bei deatsffre.l Regierung beehrt sich Die beutfehe K riegslastenkomMission auf die Rote der ReparattonSldmmission vorn 16. Apiil wegen des Metallbestanbes ber Rcicks- banf folgendes zu envibern:
Wenn bie Reparalionskommission von der
«ßerhast feil Jt^rbe bis 1 "bri anyigel •jbnmtg anz •firttung gij s-usbaltes. 1 «-mc Wahr keche
ob fiflt so ist ■rnntrnrn. n •^n nx ^.dmvezie ß* Wvhm
Wochen ßkn Geme «ndrs-Arbei Mobr^ SSL lft di ■^^r lu r
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(Eine deutsche Note wegen der Nrieg5beschuldigten.
Berlin, 23. April -Wolff.) Der Botschafter- konfrvenz ist am 21. April folgende Rote über die K r i e g s b e j ch U l b i g t e n übergehen worben:
Der englische Gen"rolstaatsanwält erflärte kürffich im Unter Hause, baß oie von ben alliierten Mächten beschlossenen sogenannten Sanktionen zu nicht geringem Teile aus bas Verhalten Deutschlands in der Frage der Kriagsbeschnldigten zurück- zu führen feien. Diese Erllärung gibt der den t- schen Regierung Veranlassung auf das zurückzukommen, was aus der Konferenz von London der Vorsitzende in der Sitzung vom 3. Mar; zu dieser Frage sagte. Er erwähnte, baß Deutschlanb nut bet Erfüllung seiner Verpflichtungen rn bieser Hmsickt im Rüffsianbe sei, unb begrünbete seinen Vorwurf damit, baß bie deutschen Kriegsbeschulbigten trotz des Vertrages von Versailles unb bet in Svaa übernommen'm Verpllichwng noch nicht vor baS Gericht gestellt feien, obwohl sich die Unterlagen feit Monaten in der Hand der deutschen Regierung befänden. Diese Begründimg ist nicht stichhaltig. ~
Tatsächlich haben die Regierungen von Italien, Rumänien und Serbien das Belastungsmatetral. besten Unentbehrlichkttt für die Durchführung der Seihuget Prozesse Lloyd George durch seine eben angesülwten Worte selbst anerkennt, dem OberveichS- anwatt in Leipzig bisher überhaupt norf) nicht zu- g--hen Taffen. Das Material aus Frankreich imb Belgien war ihm zur Zeit der Londoner Konferenz erst zum Teil übersandt worden. Auch davon entsprach wiederum nut ein Teil den Anforderungen danach deutschem Recht erfüllt sein müssen. um seine Verwertung vor dem Pnvzeßgettcht zu ermöglichen. Erft in der allerletzten Zeit ist ber Rest des belgischen Matettals eingegangen. DaS französische steht zum Teil jetzt noch ans. Das englische Matettal wurde im November 1920 Über- sandt, aber ebenfalls in enter Form, die seine Verwendung bei ber !c>aiivtVerhandlung nach den beut- fchen Gesetzen nicht gestattete Die deutsche Anllage- behörde Hit zunächst bie in Deutschland vorhandenen Unterlagen unb baS von den fremden Regierungen überfanble Material zusammengestellt und geprüft. Diese Arbeit wurde dadurch wesentlich erschwert, daß die in bet „ersten Liste" enthaltenen Fälle sich meist vor mehreren Jahren zu trugen. Wie s ch w i e- r i g eS ist, berartige Fälle nach längerer Zeit, wenn die Teilnehmer in alle Winde zerstrent sind, auf- zullaren, erkannte sowohl bie französische wie die britische Regierung bei anderer G'legentzeit selbst ttn. Die französische Regierung erklärte auf bie Bitte um Aufklärung eines Vorfalls, ber sich im September 1920 im Arbeitslager von Poncilac abspickte, im März 1921, baß bie Ermittelung des Sachverhalts mit Rücksicht aus bie inzwisffien vergangene Zeit unmöglich sei. Die britische Regienrng äußerte sich am 6. Februar 1920 in bet Frage ber Mißhandlung ber deutschen Besatzungen bei bet noch nicht acht Monate zuruckliegenben Versenkung bet deutschen Flotte in Soava Flow in ähnlicher Weise. Rack der Beendigung der SarnrnlungZ* und Prü- fung*irrtirit mußte bie deutsche AnklagAehörde dafür Sorge tragen, baß baS auSlänbisch^ Beweis- material bem Gericht in einer Form zugänglich gemacht werde, die bem deutschenVroz eßrecht genügt. Aus ihre Veranlassung hat sich beSbalb die beutsche Nietung mit bet Bitte an bie britische, ftanzösischc unb belgische Regierung gewandt, sich mit ben Besprechungen über bie technische Seite ber Beweismittelbttchaffung einverftanben zu erklären. Die» führte zu Verhandlungen zwiskchm dem Vertretet deS OberreichSanwalts unb ben Vertretern ber englischen imb belgischen Justizverwaltung, die unmittelbar vor ber Londoner Konferenz ftattfanbm unb bei baten Abreden über die Frage des persönlichen Erscheinens der Zeugen vor dem Reich^nettcht unb über bie Form bet Vernehmung ber nicht ettcheinenden Zeugen durch btc englisch.n unb belgischen Gerichte getroffen worden sind. Die französische Regierung gab der Anregung der beut- fchen Rcgierimg biSber nicht statt. Aut emo tu den letzten Tagen von ihr gestellte Anftage nach bem Gegenstanbo ber angeregten Besprechung wurde bie deutsche Boffffxift in Paris beauftragt, hierüber nochmals gmauc Aufklärung zu g.'ben und der fron- zöfischen Rrgiening vorzusälagen, bie in London unb Brüssel aufaestellten Grundsätze ebenfalls an- zu nehmen. Die Vernehmung der englischen unb belgischen Zeugen, btc nicht zum Erscheinen in der Hauptverbanblnng bereit sinb, steche unmittelbar bevor. Sobald sie erlebtgt ist, werden bte Verhandlungen in Leipzig beginnen.
Denn gleichwohl ber Vorwurf ber Verzögerung des Prozesses erhoben 'imb die Behauptung aufgestellt wird, daß bie deutsche Regierung feit Monaten im Besitze deS erforderlichen Material» fei. so ist dioS umso befremdlicher, als der englische Gmeralstaat-Sann'alt noch am 13. Februar aut eine Anfrage im Unterbaute erklärte, daß bis dahin, iebcnfatlß aber biS Ansaatg Januar, der beutfeben Regierung ein Vorwurs bet ^rschlepvimg nicht gemocht nvrben könne, umsomehr, alS er selbst an ben inzwischen geführten Berti rnblungen teil genommen hat. Eine SöumniS Tcutt'cklandS in dieser Fvage liegt nicht vor. Dor Betsum. die in London desffl.ffenen ^'ttwaltmaßnabmen damit zu begründen, mutz an ben Tatsachen scheitern.
©ine ablehnende dentsche «ote über da» Gold der Reich»bank.
Berlin, 23. April. (Wolff.) Die von ber


