Einzelbild herunterladen

nr.29

Der H-.egenn Dizelqer «Ichein: täglich, außer Senn» und F<iettaos. >O«Mche Beine«»re |r. Ttii. 4.25 em1d)l Träger» lohn, durch bU Post Mk. A elnkchl. Selieöqefb. Mit .Sport U m{d) öm SJÖL 5-50 einschl Tränet» lohn, durch die Post Ulk. 6.25 eiujchl. Befiellyeld. AerNiprech.Lnich lüste: fürdieLchriftleiiung 112; V erlag, «BefchLftufielle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Lietzen.

potzlcheafonto:

Sranffirt a DI. 116X6

Erstes Blatt

UL Jahrgang

Dienstag, 25. Januar 1921

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gderheffen

vrrck nnb Verlag: Vrühl'fche Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. Schriftleftung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulffraße 7.

3h .-^ne oo« Bmelie« für bu laqesnummer bte zum Nachmittag vorher ohne jede Verdindlichtielt. Preis für l mm Hage 'Lr Antigen o. 34mm Vielte örtlich 3> Ps^ auswärts 45 Df.; für Nedlame. Anzeigen von 70 mm Breite ISO'PI Bei Platz. Vorschrift 20*, Ä-Hcha- Hauptschnj Heiter: .'lug. choetz Berantworilich für Politik Aua Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Ne.nhold 9<nj; für de» Hnjeigenteit >> "Bcd^ 1Lmtlich in Sieben.

Vie schwankende Mark.

Ziemlich überraschend ist in den lebten tagen der Aufstieg der deutschen Mark vor sich gegangen, ohne daß dar­über völlige Klarheit herrscht, auf welche Umstände diese Tatsache zurückzuführen fei Daß in erster Linie dabei Amerika tvieoer einmal seine Hande im Spiel hatte, lag aus der Hand, denn es ist jo nicht das erstemal, daß sich dieses Spiel mit der Besserung un­serer Valuta vollzieht Aehnliches haben rott bereits im Frühjahr des üerqangciien Jah­res erlebt. Die jetzige Steigerung unserer Mark ist mehr oder weniger eine automa­tische Wirkung der Herabsetzung des Dollar- kurses, die von Neuyork aus zu dem Zwecke elngeleitet würbe, um die Valliten der curo -schen Länder zu heben und diese für die Aufnahme amerikanischer Waren, in denen die Vereinigten Staaten mefyr und mehr zu ersttckcm drohen, kauskräfttger zu machen. Von vornherein nxir aber anzunehmen, daß die Besserung unserer Valuta sich nicht in dem raschem Tempo fvrls.tzen würde, in dem die Bewegung begonnen lfatte. Denn schließlich sprachen auf amerikanischer Seite doch auch eine Reihe spekulativer Gründe für die letzten Markkäufe mit, da man jenseits des Ozeans mit Rücksicht aus die bald bevorstehende 2Bie> derhersdellung der normalen Beziehungen mit Deutschland und auf die alsdann zu ge­währende Kredithilfe an Europa an eine Besserung der Mark glaubt.

Allein auch Amerika wäre nicht in der Lage, aus eigener Straft einen erhöhten Mark- kurS aufrecht zu erhalten, wenn es nicht gelingt, die lange Reihe der anderen Mo­mente auS der Welt zu schaffen, die bisher

Wochen das Charakteristikum der deutschen! Mark bleiben, je nachdem die neuen Ver­handlungen der Entente die letzten Hoff­nungen auf eine vernünftige Durchführung des Friedensvertrages zertrümmern oder em schu'acher Hoffnungsschwimmer auf bessere Zeiten von Paris aus aufleuchtet.

In R k u Y o r k hat sich die Mark, die im Mvember bis auf 1,13 Cents zurückg aangrn war, unb damit nur den zweundzwanzißfirn Teil ihres Friedenspreises also etma 4/» Ps. wett gewesen >oar, auf 1,65 erhöbt, und bannt auf ctiva den viei-ehnten Teil ihres Friedenswcttes, gleichetwa 7 Pf. In Berlin ist der Dollar, der Mitte No­vember bis auf 81 Mk. emvorgrfchncllt »vor, auf etwa 59 Mk. zurückgeganaen: der holländisch' Wulhen von 25,42 Mk Mitte 9?vvemb?r auf

3,75

9,20

6,70

8,50

5,10

10,10

8,75

11,75

Amsterdam Zürich Stockholm Kopenhagen

59,26

123,45 88,RO

88,80

4,96

10,67

7,75

8,60

7,50

15,10

12,45

16,40

19,92 Mk.. .die schwedisch* Shrcm? von 15,95 Mk. auf 12,86 Mk., ba* enqlifdie Pf mW von 296 auf 225, der sran;ö'ische Franken non 4,91 auf 4,21 der Scl)wei-er Fraaven von 1*2,92 auf 9,35, die spanisch? Peota von 9,60 auf 8,00. Du Kürs- cntmirfhnia der Mark an den wichtigsten europäi^

schm Devisenmärktm zeigt die folg nde Tabelle: Friedensparität Ä.Funi 24.9100. 12^Fan. jetzt

Paris, 24. Jan. (WTB.) Nach einer ,,Matin"-Meldung aus London wird aus Washington berichtet, daß in den ersten zehn Tagen des Januar die Einsuhsr von Gold in den Bereinigten Staaten 5 898500 Dollars betragen hat. Bon dieser Summe kamen 1 338 000 Dollars aus Frankreich und 4088000 Dollars Gold aus England.

ben Mar7kurs unter Druck gehalten haben. Dazu gehören vor allen Dingen die passive Handels- und Zahlungsbilanz, unsere ret­tungslos verfahrene Finauzwirtschaft, die er- (schreckend anwachsende Inflation, und vor falTem der Versailler Friedensvertrag, an Hessen Auswüchsen von vornherein alle Be- mÜlpingen für den politischen und wirtschaft­lichen Wiederaufbau Deutschlands scheitern müssen.

Nun hat sich das neue französische Kabi­nett durch sein Mitglied Loucheur, der auf- fallend fdjarfe Töne gegen Deutschland an­schlug, and) im Ausland sehr ungünstig ein- geführt, und man wird sich daher im Zu­sammenhang mit den wenig hoffnungsvollen, kommenden Pariser Verliandlungen darauf gefaßt machen können, daß die Amerikaner ikhre spekulativen Markkäuse wieder ein stellen unb damit unsere Valuta einem neuen Druck nach unten äusseren. Denn man darf nicht vergessen, daß bte Amerikaner nicht etma geneigt finb, Deutschlanb um seiner selbst tzoillen zu Hilfe zu kommen, sondern daß die von Neuyork ausgehenden Markmanöver nur Lazu bienen sollen, ben Abschluß von ge- imnnbringenben Geschäften mit Deutschland zu ermöglichen. Bringen die neuen Pariser Verhandlungen nur iunerschwin gliche

drückende Lasten für Deutschland, so entfiele auch für Amerika das Interesse an der Her­stellung regerer wirtschastlick)er Beziehungen Allerdings ist nicht zu übersehen, daß sich die ammPaififcfje Finanzwclt an der deut schen Jndusttie auf dem Wege bedeutender Aklienerwerbimgen in weitgel^endem Maße mit der deutschen Wirtschaft verknüpft hat, und die Hoffnung ist banun noch nicht voll­ständig geschwunden, daß die amerifanifdx Gesck)ästswelt im eigensten Interesse ihr Veto gegen eine Ueberfpannung der Friedensver- tragSbesttmmungen einlegen wird.

Die Besserung unserer Valuta ist unter ben gegenwärtigen Verhältnissen.für Deutsch­lanb selbst ein »weischneibigeS Schwert. Denn ifte bedeutet schwere, verlustreiche Erschütte­rungen für bie beutsche Wirtschaft, die nur bann einigermaßen fibernninben Derben könn­ten, wenn beschleunigte Bemühungen ein- setzen, endlich eine Stabilisierung ber deutsch enWährung herbeizuführen. Tie schwankende Mark, die heute steigt und mor» fällt, ist für Deutschlands Wirtschaft der schlimmste Feind. Denn sie macht jede Kal­kulation der Geschäftswelt unmöglich und iftellt die deutsche Wirtschaft vor Aufgaben, die sie in ihrer gegenwärtigen hilflosen Lage zu lösen nicht imstande ist.

Vorläufig eröffnen Markbesserunaen kei­nerlei erfreuliche Aussichten für die deutsche Wirtschaft, die wieder einmal gerädert wird. Nun scheint es allerdings, als ob die steigende Tendenz der Mark, für den Augenblick we­nigstens, ihren Höhepunkt erreicht habe, und eine rückläufige Bewegung wieder einseyen wollte. Aber die deutsche Valuta ist doch zu Lehr der Spielball des größten Geldgebers der Welt, als daß man auch nur mit einiger Sicherheit ihre weitere Entwicklung Voraus­sagen könnte. Schwankungen nach oben muen werden au6) ben nächsten

Line Hebe des Ministers Dr. Simons im hauptausjchuh bcs Reichstags.

Berlin, 24. Jan. (WTB.) Im LxwvtauS- schuß des Reich-tags erklärte bei der Beratung des Haushaltsplans des Auswärtigen Amts Reichs- nnnister Dr. Simons u a.: Was die Paß- gebühren an betrifft, so sind bte hohen Einnahmen durch eine Reform.zustandcgckommen, die nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland viel­fach Mißstimmung erreiche. Eine Rückwärtsrevi dicrung der hoben Gebühren wird eintrrten und ein dementsprecheiwer G-s-tzentwurs dem Reichstag demnächst zugchen. Bei der Verwendung konsulari­sch-r Beamter in den dchomatrsch'n Dienst müssen Hebertreibungen vermies werden, fd>on mit Rück­sicht darauf, daß die Tätigkeit in beiden Dienst- kreisen verschicken ist. Aber dn: Vorteil eines ge­meinsamen Regimes der beiden Lauslahnen muß erhalten bleiben. Der Frage der mittleren Beamten und ihrer Hebern ahnte in den höheren Dienst wird besondere Aufmerksamkeit zugewandt, da gerade die mittleren Beamten das Skel tt des auswärtigen Dienstes finb. Die Zusammenlegung der Botfck>aft in Paris und der Frie ensdücgation erfolgt in den nächsten Monaten, sobald die enbgültig? lieber nähme ihres an sich selbständigen Arbeitsgebiets durch die Botschaft möglich ist. Der Bcrttag zwischen dem Wolffbureau imb der H a v a s- a gen tu r wirb in einer S^zialbeba'te b'hmbejt. Das Zusammenarbeitender einzelnen 2tv- teihmgcii im Amte roirb bnrrfi bie Direktoren- konferenz. die ich täglich in Anwesendrit der beiden Staatssekretäre abhalte, garantiert Bei Be- fckwerdcn über die Besetzung einzelner Posten, ist der Auffassung d-irchaus zuzustimmen, baß icbcr Beamte, de^es nickt über sich bringt, d-r heutigen Verfassung zu dienen, seinen Wschied nehmen muß. Tke Frage der Kulturpolitik im Aus- lande Wick mit besonderer Sorgfalt vcrwlgt Allerdings können wir eine >kulturproganba nach ftxmzösifchem Muster nickt betreiben. SStr munen uns damit begnügen, durch besonders gute Leistun­gen auf fach'ichnn, auf wisiensrhaftlrckem und tech­nischem Gebiet und durch Festhalte n an der deutschen Art bas Ansehen des Teutichen Rei­ches im Auslande toieirr herzu stellen. Besonders madje ich auf die erfolarrtbe Tätigkeit beu t- scher Aerzte im Auslände,-. B. m China, aufmerksam. . , .,

In dem Schluß der AusMrwigen wendet nck der Minis.er zur Reparationsftege und gibt einen Uebcrblid über bu? bisherigen Verhandlungen und die Grunde, bte Tür ein Eingehen auf t«n_<-orlalag der Festsetzung von Annuitäten für .tuns Jahre tnafjgebcnb waven. Er betont, baß wir auf die ^«stsetzuns der Gcsamtsckulltzumme, bic Deiilscklanb nach dem Friebens^ettrag lis 1. Jtm 1921 erwarten du se, nur verzichten können, wenn wir unv vorher mit unterem Gegner über Erleichterungen der uns. auf-erlegten Last verstckibigt haben, über die wir ui Brüssel au verbanbdn ('gönnen haben Stammt es nick' zu einer Berständigung über die bekannten Boraussetzungen unserer^.ei- ituncvunfäbigteii unb über die Methode der Lei­stung, mutz es bei der Festsetzung der ©e'amt» schuld zum 1. 5. fein Bewenden haben, da bte deutsche Reg erung ein unbilliges Diktat einer unerfüllbaren Verpflichtung vorziehen würde. Aut der anderen Seitedrntte die Regierung nichts versäumen, roe3 der Zu­sammenarbeit mir den bisherigen ®egnem jun gemeinsamen Siebe: bcrilKhrig der eurovärlchoi ftiremb« unb Dirischafrskra t dienllck >enärnm. Sie müssen ebenso wie ihre Ge-rner stch Emrdirrm* gen las>en von dem Aewußoein ber ?niadftn*

Die pariser Konferenz.

Paris, 24. Jan. (SBolffJ Haras meldet zu der heutigen Eröffnung der riteralliikTtei Mönfe* reuz nod folgendes: Die Aonserrnz wird sich nach der Erledig lnq der Entwasfnungsftage mit tkr ßtagv der Kohlenlieferungen lefaHm, rotil bekanntlich das btsüglklr Abkonrn'en neu Spao am 31 Januar abläuft und es sich für die Mliierten emDHAIt, bis dahin neue Entsch-ibunri.-n getroffen 8ii haben, bie Teutfctianb zu «legcner Zrit mit­geteilt werden können In den solge:idm Sitzungen wird der Rat die Hauvtstogm b.*r Revarati o n anschtueiden Haoas meint, die Anwesenleit Louis Dubois auf der .Konferenz lasse baraut schliesvn, baß bie Bor czfce des Wiedergulmachungs- aussckusses vollständig auinxlü erbet en wür> den und diesem di/? Außtabe belassen bleibe, d.n grfamien Reparations'.vtrag feftyuieten, der von Deutschland am 1. Mai 1921 geschuldet ro.rbc. Wem', schiießlich von ben M.iienen eine Pauschal- summe angenonmtrn wecken sollte, lierc 05mnb vor, aiTwunelymeti, daß diese Lösung nickt vor der endgültigen Festfetzung des Gutyaberrs der Alliier­ten eintreten roerbt. Hrugegm Wrine es, baß man sowchl auf svanzösischzer wu aus englischer S?üe für Jahres-ahlungen in bar und in SBarcn für eine vorläufige ^eüfvanne von fünf Jahren sei, ohne jedocki die in Berlin ausgei'ell'.en BedinMm.Ten anzunehmen, wi? W gfall der Absftmm'.ing in Ober- schlesien, Zuimckgabe emes TeUes der Hande's- flotte, fBer.-L-umma der Besatzungsloßen unb Ge­währung ber Handelsfreiheü

Der Oberste Rat wirb sich bann auch mit ber finanziell en Lage Oesterreichs belasset, unb mit ben Möglichkeiten, ihm zu brifen. Es liegt also Grund zu ber Annahme vor. baß die Orientfrage nicht verabschiedet werden kann.

Havas füflt hinzu daß das erste 3u"ammen- treffen zwischen Driand und Llond George besonders herzlich gewesen »ei unb ein gütistiges Licht auf den Verlauf der Verhandlungen to?rfe. Beide Ministerpräftdenlen halten sich gegenseitig versprochen, alles aufnubi»ten, ,Nimit bi? W-ferenH im gememfame!» Jnteref e b f bnden oerbünts-tm Nationen, sowie zur Wiederherstellung bes Frie­dens in ber Welt gleich Mhrh'r Ergebnisse zmftge. Da au hät n ?ie tr?i ftanzösischm im> engli ch n Staatsmänner einen i oi-uuf-igen Meinungsaus­tausch über das ArbeftSProgramm des Obersten Rates begonnen.

P a r i S, 24. Jan. lWTB Die interalli­ierte K on fercn- ist heute tvrmittag nach einigen BegrüsrungsWorten Brianbs in bie Tagesorbnimg cinflctretm. Es wurde bie Frage ber En t wasfnu ng Deutsckilanbs bisku- tiett Marschall Fock fnfre bie Festsrik^ungen bes Berichts bes interalliierten militärischen Ai's- sch^suses von Versailles nm 30 Dcsemlvr 1920 zusanimen. Er setzte alsdann die mkgenblicklick' Lage Deutfch/ands hinsichttlick der Trupprn unb ber Entwaffnung auseinander lieber erntzes«-« Vnnktc gab Genrnal Rollet A's'unst. De w.i- terc Tiskussron imirbe auf nachrirfttags 4 Uhr ver­tagt. i

Paris, 24 Ian. ^WB.) Tas am Abend ausgegebrne offt'ziclle C o rn rn u n i o u 6 hat sol- gmden Wortlaut: In einer Sitzung, die von 4 bis 7 Uhr nachmittag; bauerte, (>at die Kon­ferenz die B?'-<riicng der Entwaffnnngs- trage Teutsckla-'ds fortreietzt. Sie hat entsckße- ben, daß b> Saäwerständigm für ö.nr, Man-e imb Luftsck ffabrt lick morgen vormittag Irrtet Vorfitz von Ma-lckull Fock 'u'ammensinden to­ten, um dic Maßnahmen fcfty.rlegcn, die dirch TeuritHarb getrosten werden '/llen, um be'- l g? Ausvlhru^g l-^er F ickensverk ags7a Vein le- trefreno die Entwaffnung durch , i uh e". Tie verstänbigrti sollen der Konfe c z a'sdnri le idv len. In der mo^rn Bormit ai ft t fr* ber.fr n Sitzimg wick zunächst über die L-age in Oester­reich gefprocktn. Alsdann wick in eine Prü­fung der gtieclstschen intb der Dnentrrage euige­treten.

Zollunion zwischen Litauen und dem Memelgebiet.

Kopenhagen, 24. Jan. Die hiesige litauische Gesandtschaft teilt mit: Am 10 Ja­nuar ist zwischen Litauen unfr dem Me- melgebiet ein Abkommen getroffen wor­den, wonach zimschen den beiden Ländern eine Zollunion mit gemeinsamer Grenze gegen Deutschland errichtet wird, die sich längs dar Linie Schmallening- kenMemelRuß unb des Skirwreth- Beckens bis zum Kurischen Haft' unb weiter längs der Ostsee bis an die «litauische b;w. lettische Grenze erstreckt. Die näheren EurAel- heiten des Abkommens, namentlich des Zoll­tarifs, werden von einer besonderen Zolltarif- kommifsion ausgearbeitet, die chre Berhanb- lungen am 20. Januar begann.

Drohender Lchulstreik in Lcfterreich.

Berlin, 15. Jan. Nach einer Meldung derBoss. Ztg." aus Wien hat der Ver­band der österreichischen M i t t e l s ch u l - Professoren an die Regieruny ein bis zum 31. Januar befristetes Ultimatum gerichtet, in dem bie Gleichstellung der Mit­telschulprofessoren mit ben anderen Staats­beamten gefordert wird. Bei Lblehrrung des Ultimatums soll vom 1. Februar ab in sämt­lichen Mittelschulen Oesterreichs ber Unter-» richt eingestellt werden. Auch bte städti- fßöx 2LngetyHtEn luuzr naiexli^er

S:reikandrohung die sofortige Durchführung einer Gehaltsregulierung gefordert.

Die Wahlen zum lippischen Landtag.

Delmold, 24. Jan lWTB? Bei den Wahlen zum lippisaien L.iiidtag wurden abaegeben: Für die D'.ufck Ratio­nalen 17 600 «stimmen (bei ben letzlen ich-« tagswahlen 18000), Deutsche Voll <iriel 15 200 (18000), Demokraten 8S0 fs< . ,^e- werssck-astsbunb 4100, Mehrs-citSsone. ^ruo- 25 400 (23 000), Unabhängige 2100 OkRk)); Kommunisten 3400. Rach biesem ErgebitiL ist bie bisher im lippisck)en Laub tag be­stehende sozialistische Mehrheit ge­brochen. Von ben 2! ?ll'goorbiicten ent­fallen >ans bie Sozialdcmvkruten 7, bie Demo­kraten 2, bie Deutsch-Rationalen 5, bie Vollspartei 4, bie Oleiverkschaften 1, bie Kom­munisten 1. Die Uiiabbänflifltm gehen man­datlos aus: sie verloren dic Stimmen größ- teils an die Kommunisten f6*;! Mandat steht nod) aus, bis die Erge.br :ii.- >?t bricflidKrt Wahl, die zum ersten Male Diutschland durch Lippe eingeführt ist, morgen betamüae* geben werden.

7fu4 bem lleicbc.

Ct' i.'e. pflicht unb .KriegSan echen.

Berlin, 24. Januar. (WTB.) Im Steuerausschuß des Reichstags hat bei der Weiterberatung des Rotopferg^-setzes bet Reickssinanzminister Wirth l)iiisichtlich ber Annahme ber selbstgezeichneten Kriegsan­leihen eine entgegenkommende Erklärung ab­gegeben. Auf ben BerorbnungSwoae soll be­stimmt werben, baß bis zu einem Monat nach Zustellung bes vorläufigen Steuerbesck>eideS die nachweislich selbst geyidyneten Stücke Kriegsanleihe zum Renmvert in stahluna ge­nommen werden. Für bie an Ankömmling« geschenkte Kriegsanleihe soll bie Vergünsti­gung bei Zahlung des Reichs iw top fers nicht ein treten.

Die Ekbe^chiffohrt.

Dresden, 24. Jan. (WTB ) Die in­ternationale Elb e ko m m i ffi o n ist heute mittag im alten Landtagsgebäude zu ihrer dritten Tagung zufa mm enget rcten. Ihre Aufgabe ist es, einen Entwurf für die neue Elbe»Schisfahrtsakte gemäß Art. 313 des Versailler Vertrages zu sof­fen. Die «Atzung ber Kommission würd' du ch eine Ansprache des Ministerpräsidenten Buck eröffnet, der die deutschen und ausländi­schen 23 er tretet namens ber sächsisd>en Regie­rung begrüßte und den Aickeiten ber Kommis­sion besten Erfolg wünschte. Außer Rutsch- taub und ber tschecho»slowakischen Republik haben auf Grund des Versailler VerttageS Enaland, Frankreich, Italien und Belgien Delegationen entsandt. Ferner nimmt ein Vertreter des Völkerbundes an ben Beratun­gen teil.

Äfbie KmDgtburg b'S BimdeS Deut'chkr Mielerve reine.

Der.Gesanttvorstand bes Bundes Deut* ''ck)er Mietervereine beschloß in seiner Sitzung in Berlin nach eingehender Ausfpradie mit Vertretern sder Gewerkschaften unb Parteien einstimmig die Ablehnung der geplanten, ebenso unzulänglichen wie volksfeindlichen M i e t st e u e r und fordert dafür die Ausgabe von Heimstätlen-DarlehnSkassen- scheinen für die Bauperiode 1021 zur Be­reitstellung von Mitteln für Neubauten. Wei- lerhin lehnt er den neuen mieterfeindlichen Entwurf zum Neichsmietengefetzab- und fordert die Wiedeteinbringung des frühe­ren .Entwurfes, freu die Mieterschaft mitbera- len jund mit geringen Abänderungsvorschlä­gen anzunehmen sich im «September bereit- erklärt hat. Der Vorstand hält ferner durch? greifende Maßnahmen zur Verhinderuiig jeder Spekulation und unangemessener Preisforde­rungen auf dem Baustoffmarkt für dringend noiwendig. Im Gesamtvorstand herrschte Ein­mütigkeit darüber, daß, wenn die Regierung unv pie Mehrheit der Parteien diese Forde­rungen nicht erfüllen, durch eine Volks­befragung der Wille des deutschen Bolles festgestellt werden soll, weil Regierung und Ncichswirtschaftsrat die deutsche Mieterschaft bei der Beratung dieser beiden lebenswichtigen Gesetze übergangen haben.

Frauen im Iustizdienst.

Berlin, 25. Jan. Nach einer Ver­fügung des preußischen JnsttzministerS kön­nen F r a u e n , die die erste furisttsche Staats­prüfung bestanden Haden, zum Referen­dar ernannt worden, jedoch dürfen Per­sonen weiblichen Geschlechts zur fetbüänbtgeu Wahrnehmung der Dienstgeschä'.e eines R ch- ters, Staatsanwalts ober eines t5* I schreibers sowie zu Vertretern eines Rechts' anwalts nicht bestellt werden