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Datum:

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Gerichtssaal.

Die Ehrmgshausener Dhnamitatteniate.

x Ehringshausen (Kreis Wetzlar). 23.Oft. 3n der Neujahrsnacht 1921 wurden im hiesigen Orte mehrere Dhna- mitattentate ausgeführt, die teilweise zu erheblichen Sachschäden führten. Namentlich wurde das Haus des Sattlermeisters Gromm schwer in Mitleidenschaft gezogen. Als Täter ermittelte man mit Hilfe der Frankfurter Kriminalpolizei den 24jährigen Former Heinr. Kimmel und den 21jährigen Maurer Karl Neuweger, beide aus Ehringshausen. Die Täter hatten sich jetzt vor dem Limburger Schwurgericht zu verantworten. Während Neuweger freigespwchen wurde, verurteilte das Gericht den Kimmel zu einem Jahr und einem Monat Zuchthaus.

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II

Vermischtes.

S t n zeitgemäheS Inserat folgen­den Inhalts wird tn Pirmasens veröffenUucht: Für einen Kommissionär, Repräsentant einer grö­beren ausländischen Lederfabrik, wird zwecks wei­terer Ausbildung im gesellschaftlichen Verkehr eine ältere energische Erzieherin gesucht.

S r weib ihn zu nehmen. Eine lustige Geschichte, die die Ätelkeit Disraelis be­leuchtet, findet sich in den soeben erschienenen Erinnerungen des englischen Journalisten Sir Ed- toarb Eok. Eines Tages kam Sir Philip Eurrie ganz aufgeregt zu Lord Odo Ruffel und sagte: .Der Chef will morgen eine Rede in französischer Sprache halten und uns damit zum Gespött von ganz Europa machen. Was kann man dagegen tun r »Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, ihn davon al^ubringen wenn er sich es einmal in den Kopf gesetzt yat" sagte Nussel, .aber ich will es versuchen." Gr begab sich also in das Zimmer des Premierministers und sagte: .My­lord, ich höre, dad Die die Absicht habär, morgen in französischer Sprache zu reden." .Das ist meine Absicht," erwiderte Disraeli.Aber das wird eine furchtbare Enttäuschung werden," fuhr der geschickte Diplomat fort. .Ihr Französisch ist ja vollendet, aber jeder kann französisch spre­chen. Was die Botschafter erwarten und woraus sie gespaimt sind, das ist eine Rede in Englisch, gehalten von dem größten lebenden Meister in dieser Sprache. Wollen Sie sie wirtlich so ent­täuschen?" Disraeli sprach tn Englisch.

*EnthüllungenüberKuropatkins Tod. Aufsehenerregende Mitteilungen über das Ende des früheren russischen Oberbefehlshabers Kuropatkin weih der Sonderberichterstatter des .Matin" in Estland, G. Alerinski, zu bieten. Ku­ropatkin war im Jahre 1917, als er kaiserlicher Generalgouverneur von Turkestan war, von den bolschewistischen Behörden verhaftet worden und sollte dann später einen militärischen Posten unter dcr Sowjetregierung belleidet haben. Nach dem Bericht Alexinskis wurde im Herbst des vergan­genen Jahres eine besondere Rote Armee auf­gestellt, die an der indischen Grenze gegen England operieren sollte. Die Sowjetregierung verlangte nun von Kuropatkin, dah er diese geplante Unter- nehmung mit seinem militärischen Rat unterstütze, da er ja wie kein anderer die Operationsverhält­nisse im mittleren Asien kannte. Kuropatkin wei­gerte sich aber, der Aufforderung Trotzkis Folge zu leisten.Daraufhin," sagt der Berichterstatter, gab Trotzki, wie ich aus einer sicheren Quelle weih, den Desehl, den greifen General zu besei­tigen, und Kuropatkin wurde vergiftet."

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahll:

nnd ohne unnötigen ®i(len5nufronnb benuem ... schranken will, wünsche ich, daü er Raucherbeil ver­suchen möge. Wahrscheinlich wird er dann, wie viele andere, saaen: «Raucherbeil bat mir den Tabak

gen Verhaltens gegen die behördllchen An­ordnungen wurde der Angeklagte in Anbetracht seines leidenden Zustandes zu einer Geld­strafe von 1 00 Mark verurteilt.

Ein Kaufmann aus Frankfurt a. M., der in der hiesigen Hautklinik lag, lieh sich unter falschen Vorspiegelungen von anderen Patienten Geldbeträge von ca. 160 M k. zum angeb- llchen Ankauf von Lebensmitteln geben. Auch schwindelte er sich einen Filzhut und einen Spa­zierstock aus und verschwand dann auf Nimmer- wiederseheir. Der vielfach vorbestrafte Ange­klagte erhielt eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten.

Im Sommer l. Zs. wurden einem Ar­beiter im städtischen Steinbruch da­hier zwei blaue Zwanzigmarkscheine aus seinem in einer Bude hängenden Rock ent­wendet. Der Verdacht der Täterschaft fiel auf einen anderen städtischen Arbeiter, der heute auch trotz seines ßeugnend zweifelsfrei überführt und deshalb zu vier Wochen Gefängnis ver­urteilt wurde.

Ein junger Bursche von hier lieh sich tm Frühjahr 1920 von einem hiesigen Einwohner zu einer Hamsterfahrt ein Fahrrad geben. Unterwegs veränderte er es, weil es angeb- llch defekt wurde und nicht repariert werden konnte. Den Erlös behielt er für sich Wegen Änterschlagung bekam er unter Einbezie­hung einer früheren Strafe sechs Monate Gefängnis.

Vor einigen Wochen stahl ein Schul­junge in der Walltorstrahe dahier aus einem dort stehenden Milchfuhrwerk ein Paar Kin­derschuhe, das ihm bald darauf wieder ab- genommen wurde. Strafe 1 Tag Gefängnis.

Eine .Reihe anderer Sachen ist ohne all­gemeineres Interesse.

Turnen, Sport und Spiet

König Midas schlägt Ossian. Die Berliner Samstagsrennen auf der Grune- waldbahn brachten als Hauptereignis des Tages im Hohenlohe-Oehringen-Rennen die überraschen­de Niederlage des Weinberger Favoriten. Das Rennen verlief, obwohl es nur von drei Pferden bestrittten war. äuherst spannend. Nachdem Omen vor seinem Stallgefährten Ossian bis in den Einlauf geführt hatte, wurde der ständig auf dem letzten Platz gelegene König Midas vorgewvrfen. Ossian ging eingangs der Geraden an Omen vor­bei. Bald darauf tauchte König Midas an seinen Gurten auf. Von der Distanz ab begann Kopf an Kopf ein hartnäckiger Kampf, der unentschieden zu fein schien, die Zielphotographie erkannte je­doch in König Midas den Sieger um einen kurzen Kopf. 1. L. Lewins König Midas (Olejnif), 2. Ossian (O. Schmidt), 3. Omen (Danek). Tot.: 26. Kampf kurzer Kopf 4 Lg.

Die Rodelmeisterschaften des kommenden Winters. Neben der 6. Deut­schen Rodelmeisterschaft 1922, die im Februar tm Oberharz zur Entscheidung kommen soll, sind jetzt auch die Termine für die Mehrzahl der Meister­schaften der einzelnen älnterverbände des Deut­schen Rodelbundes bekannt. Do ist dieMRodel- meisterschast von Thüringen auf den 15. Januar nach Ilmenau anberaumt, die Niederdeutsche Ro- delmeisterfchaft wird am 8. Januar auf der Steinberg-Rodelbahn bei Goslar in Szene gehen, in Krumhübel wird sich die Ostdeutsche Rodel­meisterschaft auf der dortigen Dahn abwickeln, während die 2. Norddeutsche Rodelmeisterschaft zu Weihnachten in Harzburg entschieden werden soll. Die Rodelmeisterschast des Riesen- und Iser- gebirges wird diesmal wahrscheinlich das Iser- gebirge zum Schauplatz haben.

Der Stall Weinberg, unser weitaus erfolgreichster Rennstall, ist auf dem besten Wege, die 2 Millionen Mark an Preisen vollzumachen, soweit dies bei den wenigen noch zur Verfügung stehenden Renntagen überhaupt noch möglich ist. Bis jetzt beträgt seine Gesamtgewinnsumme 12 Ehrenpreise und 1 802 090 Qllarf, ein Betrag, der noch von keinem deutschen Rennstallbesitzer er­reicht wurde. Ossian, der Relordgewinner von 507 000 Mk., ferner der Derbysieger Omen mit 271 800 Mk. und Graf Ferry mit 263 000 Mk. waren die Hauptverdiener für die Waldfrieder Züchter.

Frankenthal, 22. Oft. (Wolfs.) Dor dem Landgericht in Frankenthal begann heute der Prozeh Lieser und Genossen, zu dem 50 Zeugen und Sachverständige geladen sind. Der Prozeß dürste etwa vier Tage in Anspruch neh­men. Es handelt sich um die grobe Bestech- unasaffäre der Badischen Anilin- und vodasabrik. Der Hauptangeklagte Lie­ser soll sich in den Zähren 1917 bis 1920 mehr­fach Bestechungen gegenüber Beamten der Ani­linfabrik schuldig gemacht haben, die ihm dafür Lieferungsaufträge verschafft haben und bei de­nen i>ie Anilinfabrik Millionenverluste gehabt Haben soll. Als Nebenkläger tritt auch der Ver­ein zur Bekämpfung des Destechungswesens auf, ,4doch muh über die Zulassung des Nebenllägers, da hiergegen rechtliche Bedenken vorgebracht werden, die Herbeiführung eines Gerichtsbeschlus­ses erfolgen, der die Aufrechterhaltung des Zu- lafsungsbeschlusfes ergibt. In seiner Vernehmung behaftete Lieser, dah sein Vermögenszuwachs hauptsächlich aus dem Verkaufe feiner Grund­stücke herrühre: natürlich hätten auch die Waren- ' objekte an Wert gewonnen, wovon aber auch die Anilinfabrik Nutzen gezogen habe, da sie z. B. dadurch, daß er ihr rechtzeitig Lötzinn verschafft habe, 5 Millionen erspart hätte. Er bestreitet, sich der Bestechung schuldig gemacht zu haben, er habe stets zwischen Geschäfts- und Privatverkehr Unterschiede gemacht. Die übrigen Angeklagten bestreiten auch, sich einer Tat, wie sie die Anklage vorsieht, schuldig gemacht zu haben: sie hätten sich Lieser gegenüber nie zu geschäftlichen Gefälligkeiten moralisch verpflichtet.

X Hanau. 22. Oft. Am Vormittag des Palmsonntags 1920 hatte an der preuhisch-hes- sischen Grenze ein mehrere Stunden währendes Feuergefecht zwischen wilderndenDorf- bewohnern der dortigen Gegend und fürst­lich Vsenburg-Düdingenschen Forst- beamten stattgefunden, bei dem der Landwirt Zakob G u i l l e m o n t aus Waldensberg einen Dauchschuh erhalten hatte. An den Folgen dieser Verletzung ist Guillemont am andern Tage im Kranken Hanse zu Gelnhausen gestorben. Sein Bruder, der Steinrichter Peter Guillemont, wurde nun angellagt, an dieser Schieherei teilgenommen zu haben und erhielt vom Schwurgericht Hanau am 12. März d. Zs. wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit Widerstand gegen Fvrstbeamte 3 Zähre 3 Monate Gefängnis. Gegen dieses Ur­teil legte der Verteidiger des Angeklagten Re­vision beim Reichsgericht ein, das am 7. Zuli das Urteil aushob und zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an die Vorin- stanz zurückverwies, infolgedessen das Schwurgericht Hanau sich erneut mit die­sen Vorgängen zu befassen hatte. Nach dreistün­diger Verhandlung hat das Schwurgericht den Angeklagten freigesprochen.

Schlichtunstsausschnft der Provinz Obcrhessen.

Sitzung vorn 18. Oktober 1921 .

Die Sägewerke, die der' Arbeitgeberverband der Industrie in Oberhessen angehören, sollen vom

ausgegeben, mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Max^Z o l l l n g e r in Verbindung mit Heim A m e l u n g und Karl P o l h e i m. 10 Teile In 5 Bänden gebunden, mit der Brief­auswahl 11 Teile in 6 Bänden gebunden. (Deut­sches Derlagshaus Dong & Co., Berlin W. 57.) Alice Deren dBruders Bekennt- n i s. Roman. Preis geheftet 18 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Alice Derend, als dichterische Gestalterin beS engen bürgerlichen All­tags bekannt, überrascht uns mit einer Hunde- gefchichte, deren Held und fingierter Erzähler ein braver Dobermann aus allem und was man nicht eben von vielen Menschen sagen kann rassereinem Geschlecht ist. AuS der Hundeper- spektive betrachtet, müssen sich natürlich die Wen»

1. Oktober 1921 an auf die seitdem bereits be­stehenden Löhne folgende Zuschläge zahlen: Ar» beüern über 21 Zähren 15 Proz., von 1821 Zäh­ren 10 Proz., unter 18 Zähren 5 Proz. und aufter- dem pen Verheirateten 20 Pf.'Stundenlohnzulage.

In einer weiteren Lohnstreitsache (Brauereien) vereinbarten die Parteien eine TarifschiedSstelle.

Sitzung vom 20. Oktober 1921.

Das Postamt Giehen will von den Posthelfern, die in den letzten Zähren zur Vertretung der zum Heeresdienst einberufenen und der jeweils beur­laubten und erkrankten Unterbeamten beschäftigt wurden, 23 in der nächsten Zeit entlassen. Der Deutsche Verkehrsbund rief hiergegen den Schlich­tungsausschuh an. Da die Kündigungen, wie die Verhandlung ergab, noch nicht ausgesprochen waren, konnte der Schlichtungsausschuh nicht nach dem Detriebsrätegefeh oder der Verordnung vom 12. 2. 1920 entscheiden. Er schlug den Parteien vor, vor Ausspruch der Kündigungen in einer Ver­handlung mit dem Betriebsrat die Möglichkeit der Arbeitsstreckung zu erörtern und festzustellen, ob tm einzelnen Fall Härten vermieden werden kön­nen durch andere Auswahl der von der Kün­digung am wenigsten hart Betroffenen oder durch Hinausschiebung der Entlassung über den zu er­wartenden stärkeren Weihnachtsverkehr.

Ein verheirateter Stationsaufseher der Der- sorgungskuranstall in Bad-Nauheim, dem wegen Aufh^mng eines TeillazarateUes gekündigt wor­den war, soll vom 1.1. 1922 an in der Stelle eines dann ausscheidenden ledigen Bureauangestellten weiterbeschäftigt werden. Beide Parteien nahmen den Schiedsspruch an, die Kuranstalt unter Vor­behalt der Genehmigung ihrer vorgesetzten Behörde.

Für einen Arbeiter des Schlossermeisters Wi- gandt in Giehen wurde ein Stundenlohn von 5 Mk. festgesetzt. Beide Parteien nahmen den Schieds­spruch an.

Zwischen dem Kreisausschuh des Kreises Lau­terbach und der Gewerkschaft der Hessischen Ge­meindebeamten war ©:reit über die Entlohnung der Kreisstrahenwarte. iNach der hessischen Gesetz­gebung und den Tarifverträgen, die für das lau­fende Rechnungsjahr zwischen den KreisauSschüssen und dem Verband der Gemeinde- und Staats- arbeiter und dem Zentralverband der Landarbeiter abgeschlossen worden sind, sind die Kreisstrahen­warte Arbeiter. Zum Ausgleich der Teuerung stellte der Kreisausschuh Lauterbach Mittel bereit, die einer Erhöhung der Tariflöhne um 20 Proz. vom 1.8.1921 an entsprechen. Hiervon sollen alle Strahenwarte 15 Proz. Teuerungszulage erhalten und die Warte, die für weniger als sechs Monate im Zahr Selbstversorger sind, auherdem monat­lich 17fe Mk. für die Monate, in denen sie nicht Selbstversorger sind. Der Verband der Hessischen Gemeindebeamten, zu dem die Warte des Kreises Lauterbach nach Abschluh des Tarifvertrages übergetreten sind und der ihre Anstellung als Be­amte erstrebt, verlangte dagegen eine Neuregelung der Entlohnung nach Art der Gemeindebeamten­besoldung mit entsprechend erhöhten Grundlöhnen und einer 20prozentigen Teuerungszulage auf diese. Der Schlichtungsausschuh erklärte die vom Kreisausschuh auf der Grundlage des Tarifver­trages vorgeschlagene Regelung nach den Verhält­nissen für angemessen. Die Frage, ob die Strahen­warte als Beamte angestell! werden sollen, wird dadurch nicht berührt: über die zu entscheiden, ist nicht Sache des Schlichtungsausschusses.

In einer weiteren Lohnstreitsache (Lauter­bacher Blechwarenfabrik) verständigten sich die Parteien.

(In einem Teil der Auslage wiederholt.) Bleiben die amerikanischen Truppen

am Rhein?

Paris, 22. Oft (WTB ) Nach einer HavaS» rneldung aus Washington erfährt man in dortiges Kreisen, dah noch nicht beschlossen fei, die ameri­kanischen Truppen am Rhein völlig zurückzuzieheö. DeutschlandfelbstseidieMacht, bte a» meisten die Beibehaltung einer amerila» nischen Truppenabteilung wünsche.

Eine Rede des ungarischen Minister» Präsidenten.

Budapest, 21. Ott. (WB.) Graf Veth, len hielt in Pecs in einer WählerversammluM eine Rede, in der er auf die Notwendigkeit bj Zusammenfassung aller politischen Kräfte hinwieS Ec bezeichnete es als eine dringende Notwendig, teil, dah beide Regierungsparteien zu einer eu> heitlichen, die Regierung unterslützenden Pan« verschmolzen würden, der auch alle intelligente» Elemente, welcher Partei und Vergangenheit stz angehört haben mögen, sowie auch die auf n:. üonaler Grundlage stehende Arbeiterschaft anschliehen sollten. Heber die Königsf rag, sagte der Ministerpräsident durch die Revv« lution und die Unterzeichnung Des Vertraget von Trianon sei Ungarn zu einem unabhängig« Staat geworden. Der König sei durch die 3* volution in der Ausübung seiner Herrscherrecht, verhindert worden. Da aber gnnätz der Ungar? fchen Verfassung in der Ausübung dieser Rechr, keine Unterbrechung eintreten d rfe, anbererieitl aber die Ausübung von der Annahme gcwi's« Bedingungen abhänge, müsse die Regierung i» Auftrage der Nation mit dem König über dies« Bedingungen verhandeln. Ihr obliege die Pflicht, ohne auf den Standpunkt zu verzichten, datz oit Erledigung der Königsfrage eine innere 2it» gelegenbeit sei, auch mit den Signatarmächt« die diplomatische Fühlungnahme zurSetanr^ gäbe des ungarischen S.anopunktes auszunehmen. Solange die Verhandlung.n zu Litern (Sr;eb if führten, würden alte D.strcbungen zur Aufwer­fung der Königsfrage jnnerhalb und außerhalb des Parlaments als verfassungswidrig und rero- lutionär von der Regierung unterdrückt werden. - Durch diese Erklärungen des Minislerpräsidenle, erscheinen, wie das Ungarische Eorrbureau er­klärt, die Gegensätze zwischen den ertremen Legi­timisten und den ertremen Anhängern der freien Königswahl überbrückt.

Kommunistische Aueschreitungen in Paris.

Paris, 22. Ott. (WTD.) Gestern abend hat eine Kommuni st enversammlung tn LokalWagram" ftattgefunben, um die Degnadi, gung der beiden Arbeiter Sacco und Dan^evj von der Regierung zu verlangen. Einige Kon» munisten hatten keinen Zutritt zu den Saal er­langen können und wurden vor der Tür mit bei Verteilung von Broschüren beschädigt. Als btt Polizei den Zugang zu dem Saal schliehen wollte, wurde eine Handgranate geschleudert, di» nach demEcho de Paris" 13 Personen, darunter 10 Polizisten verletzte.

Ein Telegramm de Daleras an den Papst.

London, 21. Oft. (Wolff.) De V alera hat ein Telegramm an den Papst gerichtet, worin er unter Bezugnahme auf die Botschaft des Pap­stes an ben König von England und auf die Ant­wort des Königs an den Papst erklärt, daS irisch» Doll fei sicher, dah die im Namen de< ÄSnlgi Georg gesandten Zweideutigfeiten in der Antwort an den Papst ihm nicht gerecht mürbai. Die Unabbängigfeit Irlands fei von den gewählten Vertretern Irlands formell Der* fändet und durch die darauf folgende Volksabstim­mung ratifiziert worden. 3n dem Telegramm heiht es auherdem, Irland sehne sich danach, m Frieden und Freundschaft mit dem britischne Volk» ebenso wie mit den anderen Völkern zu leben.

Englische Truppenlandungen in Sibirien.

Kopenhagen, 21. Oft. (WTD) Die Zei- hingPolitiken" meldet auS Riga: Moskauer Zeitungen zufolge hat England nach Wla­diwostok eine Truppenabteilung, be­stehend aus 600 antibolschewistischen russischen Offizieren, Matrosen und Kosaken, gesandt. Di» Sowjetzeitungen schlagen auS diesem An- lah einen sehr kriegerischen Ton an. Si» schreiben, wenn England, wie gerüchtweise ver­laute, an seiner Absicht festhalte, neue Truppen­landungen in Sibirien vorzunehmen, werde Ruh- land dies als Einleitung einer neuen Intervention auffassen. Sowjet ruh land dulde feine englisch» Einmischung In die inneren Verhältnisse der sibi­rischen Druderrevublik.

Der Streik im Berliner Gastwirtsgewe^E.

Berlin, 22. Oft. Nach einer Mitteilung des .Vorwärts" hat sich d.e Arbeit-gemrin ch^t der Arbeitgeber-Verbände im Berlins GaMo, i> getoerbe zu Verhandlungen mit den streike»- den Gastwirtsgehilfen bereit erklärt, da am Frei­tag keine Ausschreitungen der Streikenden ftatt> gefunden haben und somit der Hinderungsgruich silr die Ausnahme von Verhandlungen beseitigt ist.

Danknotenfalschungen in Frankfurt.

Frankfurt a. M, 22. Ott. -WTB.) Vo« ber Fallchgeldabteilung der Frankfurter Krimtnap Polizei wurden in den letzten Tagen bei hiesigev Banken und Devisenhändlern eine grö- here Menge salscher polnischer Tausend- Ma r k s ch e i n e beschlagnahmt. Ferner erwiesen sich holländische Gulder.noten, die einer Dame aus Essen während der Eisenbahnfahrt nach Frankfurt von einem Unbekannten angeboten wurden, als falsch und wurden beschlagnahmt. ]