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Mittwoch. 25. November 1921

UL Jahrgang

Erstes Blatt

dem .Weltmärkte nicht in den großen Abgrund

. Kali.

400

Privatperson, ich leinen Cfcin-

fluh habe.

Maßnahmen gegen Wucher

frage und führte aus:.

Die Revarattonskommission kam ausschtieh- lich nachBerlin, um die Sicherheiten für bu Goldzahlungen vorn Januar und .^cbrjar fett-

Der Reichskanzler über das I-inanzproblem.

Berlin. 22 Rov. (Wolff / 3m öteuer- ausfchust des Reichstages beridite-e heute der Reichskanzler äder die Reparattvns-

wäri« zu drehen.

E« steht fest, dast in der Hauptsache vier gehören in den landwirtschaftlichen Betrieben ertragssteigernd »usammengewirkt haben:

1. vermehrte Düngung mit mineralischen Dün­gemitteln.

3. intensivere Bodenbearbeitung, Vertiefung der Ackerkrume.

3. verbesserte», hochgezüchtetes Saatgut,

4. sorgfältige Pflege der Saaten, Hackkultur mit Maschinen und Handbacke. ausgehend t>cn den Ziickerrüben-Wirischaften

Ts steht aber weiter fest, dast diese vier Fak- tcrcn im gröberen Umfange nur in den ©roh­betrieben Aur Anwendung gelangt sind, während die bäuerlichen Betriebe, die bekanntlich rund drei Viertel der ganzen landwirtschaftlich genutz­ten Fläche de» Deutschen Reiche« in Driitz haben. flröbtenteU« in altväterlichen Betriebsweisen stecken geblieben sind.

Für den ersten Punkt läbt, sich da- zahlen­mäst ig beweisen:

Vach den Berechnungen von Prof Dr M Avis mann verhauchte die deutsche Landwirt­schaft im Jahre 1909

1,3 Millionen Tonnen Vuperpbosvhat,

1,3 e , Thomasmehl, E

2.0 " . Kalisalze.

0,478 . Sb es lp.ttr.

0,300 . , schwefels Ammoniak

CTn diesen Düngemitteln sind schätzungsweise enthalten:

420 Millionen kg Pbosphorsäure,

in einer Plenarftnung M Reichstags. Die Re­gierung habe auch die Koeditaktion nach zwei Set­ten gefordert: nämlich durch die Beveitwilligkeit, gewisse Bürgschaften zu übernehmen und durch die Sondierung des Geldmarktes bezüglich eines lang­fristigen Kredites. Die Kreditfrage sei verknüpft mit dem Ausgange der Washingtoner Konferenz.

gen Rach Crnfornuittonen des Blattes lost ein Umbau de r bestehenden Prei « prU » fungskommiffionen beabsichtigt sein, Vie tollen durch Institutionen ab^dblt werden, ir denen den Konsumenten eine stadere Mitwtr^un^ gesichert wird <Ai bisher Auch losten diele 3n- ffitutioncn tm Zusammenhangs mit den Polizei- organen gröbere Erekutivmogli chkei - t c n verliehen erhalten, damit ste bei Fällen vor wucherischen Preistreibereien sofort einschreilen können.

Putschgelüste von links.

B e r 11 n. 23 Roo. (Privattel.) Die in Berlin anwesenden Arbeiterdelegationen, dtc bei dem Reichsiustizmlnlster Radbruch wegen der Freilassung der politischen Gefangenen vor­stellig geworden sind, haben sich nach der .Roten Fahne" al« provisorische Körperschast konstituiert, um die gesamte deutsche Arbeiterschaft zum Kampfe gegen

ein Moratorium zu verhandeln, lehnte die Reparationskommission ab. und zwar auch über die Frage eines bedingten Moratoriums, wenn | die Januar- und Fcbruarzahlungen geleistet wären. Heber alle di.le großen Fragen wurde nicht verhandelt Die Reparationskommi sion ver­folgte mit auNerordentlicher AufmerNamtett die Ärebitaluon der deutschen Indu­strie Sie wünschte wiederholt Definitive» dar­über zu erfahren. Die Grvärung, dast eine posititx' Aeusterung noch nicht gegeben werden könnte, wirkte auf dte Reparationskommission. enttäu­schend. Der Reich«lanzser wies aus die' überaus grobe Tragweite hin. welche die ReparattonS- kommlsfion der Aktion der deutschen Industrie beilege. Gr erwähnte die von der Industrie ge­stellten Bedingungen, wozu die Regierung in wenigen Tagen Stellung zu nehmen gedenke. 06 sei unmöglich, die Bedingungen mit derDemerkung ab zu tun. sie seien po­litische Unmöglichkeiten. Die Regierung werde positive Mastnahmen Mitteilen, am liebsten

der Industrie gestellten Fragen in Verbindung zu bringen Die Reichsregierung werde ihren Weg gehen, auch w enn Die In­dustrie nicht folgen sollte. Die Regie­rung nehme aber an, dast die Industrie neben ihr marschieren werde auf dem Weg zu einem Kredit, wenn auch nicht auf lange Sicht, so doch zu solchen Bedingungen, die nach.menschlicher Voraussicht eine ökonomische Grundlage haben. Die .Regierung werde damit die Politik fort- sehen, die sie bisher betrieb.

134 Stickstoff.

Denkt man sich diele Mengen gleichmästig auf die 32 Millionen S*>cttar umfassende lanb- wirksttaMiche Kulturfläche Deutschla td« frrteilt, so entfallen aut da» Hektar rund 13 kg Pbos­phorsäure. 12 5 kg Kali und 4.2 kg Stickstoff. Bei Preisen (in Gvldmark) von 0.3 Mark für 1 kg Pdosphorläure, 0.2 Mark für 1 kg Kali und 1,50 Mark für 1 kg Stickstoff ergibt sich so­mit ein Aufwand von 12.70 Mark für Handels­dünger je 1 Hektar im Durchschnitt der ganzen landwirtschaftlich genutzten Fläche. Da aber in intensiv betriebenen Wirtschaften der Auswand für diese Düngemittel 4060 Mark je Hektar beträgt, so darf gefolgert werden, bah bisher kaum ein Viertel der deutschen Kultursläche aus­reichend mit Handelsdünger bedacht worden Ist

Bezüglich des zweiten Punktes lehrt die Betriebsstatistik von 1382, 1895 und 1907. bah Damoi- und Motvrpflüge fast ausschließlich in ®rohbetricbcn Verwendung finden, und auherbem [legt eS auf der Hand, bah die Kräfte eines Kuhgcsvannes nicht auSreichen, um den Boden so tief zu bearbeiten, wie es für intensive Kultur nötig ist Wollte man z. B. die Höchstgaben an Hatchelsbünger wie Ne im intensiven ®rohbetrieb üblich sind auf kleinbäuerliche Aecker streuen, die entsprechend der Zugkraft eines KuhgespannS wenig mehr al-Z bandtief bearbeitet sind. Io wurde Lagerfrucht die Folge sein _

Für Punkt 3 und 4 fehlen statistische Gr­abungen, aber es Ist jedem Landwirt bekannt, bah hochgezüchtetes Saatgut sch^n seines hoben Preises wegen nur langsam in bäuerlichen Wirt­schaften Eingang findet, und dasselbe ist bezüglich der Hackkultur der Fall. Der Zuckerrübenbau liegt fast ausschliedlich in den Händen der Groh-

Devisenersparung Devisenbeschaffung.

Don Pros. Dr. Dvrnemnnn. Dad-Dauheim.

Die immer zwingender werdende Rotwen- diakrit bas deutsche Volk aus eigener Schotte zu ernähren, und die Anforderungen, die auch an ÖU Landwirtschaft bezüglich der Mithilfe hei Beschaffung der Repa rat ionsmilliarden her- a«treten, haben die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen die deut­sche Landwirtschaft in der Lage sei. nicht nur bas ganze Volk ausreichend zu ernäh­ren. sondern darüber hinaus noch Produkte für die Ausfuhr zur Verfügung zu stellen, erneut in den Vordergrund der Tageserörterungen geruckt.

Bildet man au« den Zahlen der Trntestatistik des Deutschen Reiche» für die Jahre ItoO btf 1914. und zwar aus den Zahlen der Hettar- erträge der vier Hauptgetreidearlen und der Kartoffeln, fünfjährige Durchschnittswerte so gleichen sich die auf den Einflüssen der Cwpre«- »tttening beruhenden Ertragsschwankunaen aus. und es zeigt sich, bah während dieser 35 Jahre die deutsche Ernte in jedem Jahrfünft um etwas mehr als 1 Doppelzentner (betreibe und 10 Dop­pelzentner Kartoffeln je Hektar gestiegen ist. Seht man diese Zahlen in Beziehung zu denen der Be- völkerungsstatistik. so zeigt sich, dah dte Rad- rungsmittelerzeugung in dem üenannten Zeit­raum stärker gestiegen ist als die Volkszahl, und unter der Voraussetzung, bah beide Kurven gleichmähig weiter verlausen würden, lieh s'ch der Zeitpunkt errechnen, an welchem die RaHrung«- mittelmeugunn so weit gestiegen sein würde, dah die ReichSbevölkeriing au» deutschem Boden Hätte ettiäbrt werden können.

Die Rot der Zeit und der unerbittliche Druck der Siegerstaaten lassen es aber nur als einen recht schwachen Trost erscheinen, wenn erst im Derlaufe etlicher Jahre für die deutsche Volks­ernährung auf Unabhängigkeit vom Auslande würde gehofft werden können. Somit drängt sich die Frage auf. ob mit Sicherheit auf eine we­sentliche Steigerung unterer DurchschgittSernten schon für 1922 und die nächstfolgenden Jahre gerechnet werden darf. Auch diese Frage kann gottlob bejaht werden, freilich aber nur unter dcr Vorau»>ehung. bah alle« geschieht, um da» Rab ber Entwicklung entsprechend schnell vor­

betriebe und ebenso werden im allgemeinen nur in diesen auch die übrigen Kulturen durch Hacken mit Maschine ober Hanb gepflegt. Infolge biefer Tatsachen ist ber durchschnittliche Ernteertrag in Cörohbetrteben lehr viel höher als ber Reichs­durchschnitt, woraus geschloffen werben darf, bah bei DurchtchnUtsertrag ber bäuerlichen Betriebe unter bem RelchSdurchschmtt liegen muh (Tur für einzelne, besonder« fortschrittliche Ortschaften ober Landstriche mag bleie bedauerliche Tat­sache nicht zutreffen sehr zum Ruhme ber dort ansässigen, strebsamen Landbevölkerung.) Durch Hebung ber bäuerlichen Erträge muh somit ber Reichsburchichnittsertrag nachhaltig und in höherem Mähe zum Steigen gebracht werben, al« es in ber Zeit von 18801914 ber Fall war. weil währenb dieser Zeit nur ein Viertel der Reichsfläche an der Steigerung der

des Wettrüsten» htneinrutschten. Weiter erklärte ber Reichskanzler, bah er aber der Krebitaklion auf lange Sicht mit gewisser Zuversicht entgegen- sehe Falls in Washington eine Klärung möglich ei, sei die Regierung bereit, auch einen Mittelweg zu gehen zwischen langfristigen unb kurzfristigen Krediten. In Frage komme, bah die Industrie vielleicht unter gleichzeitiger Forderung ber Ätc- bitaftlon auf lange Sicht einen Vorschuh erhallen könne, ber zur Abdeckung der Januar- und Ze- bruarverpfllchtungen herangezogea werden konnte. Der Reichskanzler rechtfertigte es. bah die Re­gierung in ber Vergangenheit einen kurzfristigen Kredit von 270 Millionen ausgenommen habe. Gerade diese Aktion habe die Erkenntnis der weltwirtschafllichen Folgen vertieft. Für die Zukunft sei dieser Weg der kurzfristigen Kredite nach der elngetre- tenen groben Katastrophe für die deutsche Mark jeht nicht mehr möglich Wenn wir Kredit zur Zahlung ber Januar- unb Februarrat en, fall» fic In Gvlb gezahlt werben mübten, mit einer RückzahlungSsrist von nur zwei bt» drei Mo­naten aufnehmen mühten, wäre daS für unsere Wärung absolut ruinös Die Erkenntnis, bah ein solcher Kredit nicht» bedeute, sondern Im Gegenteil nur Ruin schasse, sei auch bei der Repa- ratlonSkommisston vorherrschend Der RelchSkanz- ler erklärte, er sehe den Entscheidungen und Besprechungen mit grösster Spannung entgegen, unb er wolle die Kreditaktion mit der Industrie gemeinschaftlich führen. Er sei nicht in der Lage, daS Problem der Kreditaktion mit den übrigen

sprachen em Stickstoff hunger; unb endlich ist es eine traurige, aber unbestreitbare Tatsache, bah die Stickstossdünaung ber Wiesen unb Werben in Deutschland bisher ganz allgemein vernachlässigt worden ist.

Würde man also alle deutschen Aecker. Wie­sen unb Weiden mit einer Mindeststickstoffdüngung versehen, die 20 Kilogramm Stickstoff pro Hektar betragen dürste, so würde eine so hohe Steigerung der Ernteerträge erzielt werden, bah unter der Voraussetzung einer einigermafjen günstigen Iah- reSwitterung kaum noch ein Import von Ge­treide oder Futtermitteln notwendig fein würde. Indem endlich auch die rückständigen Be­triebe in diesem Windestumsange sich zu den­jenigen Werbekvsten herbeilassen, welche im in­tensiven Grohbetrieb unb in der fortschrittlichen Bauernwirtschaft so gewaltige Mehrerträge er-

.'inMgee ovo änjetat« für bie IdiK»nummrr Mt jum T.iKbm ttag vorher o' nejrbeüerbint'lidjhett. Srctt tür I mm höbe für

njeigene 34 mm Srrlt« iribd) SS Vf. autttärtl 65 ps. für «<hlame. SiuiQfn von 70 mm Br.ur CSOVl. v" Platz' orlAn<t 20 Kus chlag. Haupischr'ftleirer Lug. üotR leruniwoNttch für Vollnk: Aug.

süi brn übngrn Teil: Aarl IDültbrr; für ben Anzeigen:«»!, nane Beck, (Amtlid) in (Biegen.

Die Washingtoner Konferenz.

W a j h i n g t o n, 23. Rov. (WB ) Der Au«- ,chuh für den fernen Osten hat mit ber Sinzelerörterung betreffend bie territoriale und politische Integrität Ehina» begonnen Sarraut ersuchte ben chinesischen Delegierten, ausführlich darzulegen, welche Forderungen er stelle, unb welche Garantien er al» Gegenleistung für das Opfer bleie, bas die interessier.en M-ichte bereit seien, besonders in der Frage ber »fterntorialltäb zu bringen. _ i

Ein Untersuchungsausschust wirb daS ch l - nejische F l n a n z p r v b l e m prüfen Am Mittwoch wirb auf Antrag Briand« ber AuSschust ber Bevollmächtigten ber fünf Drohmächte ut*r ble Abrüstung zu Lande beraten, damit bie Frage vor Abreise be« französischen Ministerpräsiden- tcn in der Hauptsache geregelt ist.

Die Wirkung der Briandschen Rede auf die (Engländer.

Reuhork, 22 Rov (WTB.) Funkspruch Sin Telegramm ber Reuyorker Tribüne aus Washington berichtet, die Engländer daselbst seien ber Ansicht. Driand sei In seinen Leuste- rungcp bezüglich Deutschlands zu weit gegangen. Er habe Frankreich« Bedrohuna feiten« Deutschland sehr übertrieben Frankreich könne sein Heer wesentlich verringern ohne »Ich irgendeiner wirklichen Gefahr au«zusehen. S« gefiel den britischen Delegierten auch nicht bah Briand keinen Hinwei« mach-e auf die Unter­stützung. welche die Engländer den Franzosen wahrend des Kriege« zuteil werden liehen und bah er Englands Angebot, tote es in dem 'Var- lament geändert worden ist, so hinstellte, als ob e« dahin beute, bah bie Bereinigten Staaten Frankreich gegen weitere Angriffe Deuts chland« sicherstcllen sollten. Die« erkläre, Io meinten einige Engländer, Balfour« Bemerkungen, besonder« sei­nen Hinwei« auf die Zahl ber Briten, die im .Kampfe für Frankreich fielen. Die englischen De- Icgierten lobten Br iandS Redegabe in ben höchsten Ausdrücken, waren aber in ber Billigung feiner Ausführungen zurück­haltend

London. 23 Rov. (WTB) Die ,Sve- n in g Standard" veröffentlicht unter ber Ueberfchrift .Briand« Schlag gegen bie Ab­rüstung" eine Meldung au« Washington, worin c« beiht man sei in dortigen Konferenzkreisen ber Ansicht. bah nach Briand» Rebe die Frage der Abrüstung zu Lande eine Totge­burt sei. Wan halte es für sicher, bah die augen­blickliche Washingtoner Konferenz keine Vermin­derung in ber Heeresstärke annehmen werde Da« Blatt weist darauf hin. bah In ber Rede Bal- fvursundHughesErwiderungder An­frage Briand« Frankreich keinerlei endgültige Versprechungen gegeben mürben. ' beibe Erklärungen auf ein neues Zusammengehen mir Frarrkreich anspielten, wenn es wieder heraus- gefordert und angegrifsen werden 'ottw. -Svo- ning Standard" schreibt m diesen Lertariikel. Die deutschen Wittel- und den Krieg satt Wenn aber Dnanb« Politik des Argwohns fortgesetzt unb von Ironkreich ew grobe» Heer aufrechterhalten werde, bestehe ®e*

bringen t .

Die häufig gehörte Einrede, bah man ber Masse der Bauern eine solche Ausgabe nicht zu- muten dürfe, weil in einem Trockenjahre tote dem heurigen der ganze für die Stickstosfbüngung gemachte Kapitaleinsatz verloren gehen könne, ist hinfällig, nachdem durch ble Gutsbetriebe der Herrschaft Löwenberg ber heute unschätzbar wert- volle Beweis geliefert worben- ist, dah selbst aill armen unb trockenen märkischen Sandboden sich noch ein viel höherer Einsatz für Handelsdünger im Durchschnitt der Jahre bezahlt macht unb zu reaclmählg steigenden DurchschnittSernten fuhrt.

Auch dieses Beispiel zeigt wieder, tote wert- voll ja unentbehrlich bie intensiv bewirtschafte­ten 'lanbwirtschaftlichen ®rohbe triebe ber allge­meinen Volkswirtschaft sind: leiber aber schweben gerabe biese hochintensiven Betriebe in Gefahr, enteignet unb aufgeteilt zu werben. Wann end­lich wird das beutfche Volk einsehen, bah e« fid selbst zersleischt. wenn es die Grundlagen seines Kulturforilchritte« zerstört?! Für ben minder­wertig bewirtschafteten Grohbetrieb soll mit die­sen Ausführungen selbstverständlich keine Lanze gebrochen werben. Die Masse unterer gutgelei­teten Großbetriebe aber hat bie Führung auf bem Gebiete der lanbwirifchaftlichen Technik unb wird fic naturnotwenbig immer haben, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen mancher theoretischen Volkswirtschaftler. Ueberlafsen wir es ben Russen. Polen. Tschechen, Ungarn unb Ruma- ncn. ihre Landwirtschaft in ihrer Entwicklung zu hemmen! Ruhen wir bie Zeit, indem wir auf bem Best h nden organi'ch weiterbauen, um untere Ernährung sicher zu stellen. Das tchtieht nicht auS bah wir Reuland gewinnen, durch Urbar- machung von Oeblanb und Roden von Waldland Auch in dünnbevölkerten Landstrichen mögen neue Dörfer erbaut werden, aber das muh geschehen ohne Schmälerung und vor allem ohne ständige Beunruhigung der intensiven Gutsbetrtebe. Rur durch ruhige, stetige und auf bas äußerste ange­spannte Arbeit - also in Rotlagen wie ber augenblicklichen auch durch rücksichtslose- Durch­setzen des alS unbestritten anerkannten Fort­schritte- können unb werden wir den Zusam­menbruch de- Reiche- verhüten, nicht aber da­durch bah wir in leidenschaftlicher Doremge- nommenheü den Stand der Gutsbesitzer und Gutspächter beseitigen. Da» Allgemeinwohl nuif) den wirtschaft«- ober parteipolitischen Liebhabe­reien übergeordnet bleiben.

llt. 275

Der cktezener a«jeteet erfchemt tätlich, nutzer Sonn- enb Friert-«,. Men-ittchesetv-, »reife: Mi. 5^0 einlchl Träger- leb", dnrch die 'Post TIM. »JO emlchl Befiel- gelb, auch bei Nichterschei- nen einzelner Hummern (folge höherer ®«tx>alL Aern,»rea,-Lnjchiu>se: strd.eSchristleÜnnatl2,' für Druckerei. Der lag nnb iseichas'-stelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger ckietzeL. poßsche-ttonlo:

$r«tflnrt n. kN. I lb»4.

Berlin, 22 Rov. (Wolff) Im ©teuerau«- schuh kam Dr Hertz auf die Londoner Reife von Stinnes zu sprechen, bie er ein sehr ge­fährliches Beginnen nannte, benn StinneS fei der Vater der die Ärd>ltaltion erschwer enden Bedingungen, und er habe die Kreditattion da­durch vereitelt. Dr Spahn glaubt nicht, bah untere Schwierigkeiten so grob wären, bah wir schon jetzt unsere Leistung-Unfähigkeit eröären mübten. Der Reichskanzler warnte davor, die Katastrophe von heute auf morgen anzukün- bigen In allen Privatgesprächen mit Mitgliebern der Reparationskommission sei die Ansicht von der Prosperität der deutschen Wirtschaft und der deut- tchen Industrie zutage getreten Sin Mitglied der ReparationSkommisfion erklärte, es müsse für die deut!che Industrie ein Leichte« sein, durch ihre Guthaben im Auslande ben fraglichen Betrag von 500 bi« 600 Millionen Mark sofort zu ent­richten Der Kanzler wieS demgegenüber auf die Schwierigkeiten hin. diele Guthaben festzustelllen. Er habe angeregt, bah bie Industrie durch eine freiwillige Tat ihren Kredit zur Verfügung stellt. Rur ein solches deutlich sichtbare» Opfer könne nach feiner Auffassung auch zur Seruhiqunq der innerpolitischen Lage beitragen Die Reife Stm- nes nach London fei die Reife einer Prioatl auf die die Reich»regierung natürfic

da» Herr schende politische System aufzurufen. Die Konferenz deschloh, mit ben sozialbernokratischen Parteien unb bem Allgemei­nen Deutschen Gewerklchaltsbund in Verbindung zu treten Ferner sollen die Berliner Betriebs­räte zu einer Konferenz jufammenberufen wer­den, in der von der Delegation beantragt werben soll, einen allgemeinen deutschen Be- triedsrätekongreb oder einen Kongreh von Bel riebsvertretungen aus dem ganzen Reiche und sämllicher Arbeiterparteien unb Geweak chaften in kürzester Frist nach Berlin einzuberusen.

Die Plünderungen.

B e r l i n, 22. Rov. (Privatkelegr.) Heute vormittag kam eS nach derDeutschen All­gemeinen Zeituna" zu Plünderungen in Berlin-Weiszensee. Sine Gromchläch- terei wurde vollständig auSgeraubt. Vierzig Plünderer wurden von der Polizei verhaftet.

B e r l t n, 22. Rov. (WTB.) Infolge der polizeilichen SicherheitSmatznahmen kam eS heute nurvereinzeltzuPlünderun- gen. Die Demonstrationszüge der Erwerbs­losen am Wörcherplatz, vor dem Rathause in Reukülln und auf dem Wege nach Weihensee wurden zerstreut. In einer Bäckerei in Wei­hensee erzwangen die Demonstranten die AuS- licserung der Backwaren; eine andere Bäckerei wurde allSgeplündert.

Erträge Hauptsächlich beteiligt war.

Eine solche auf bie ganze Fläche ber bäuer­lichen unb berjentgen ® robbet riebe, ble bisher nicht zur Erntesteigerung beigetragen haben, totr- fenbe Mabnahme ist nun sehr wohl benfbar. Au« ben oben mitgctetlten Zahlen, betreffend den Verbrauch von Handelsdünger, erhellt, bah sich ber Stickstoff al« Pslanzennährstofs überall im Minimum befindet. ES muh sich also allein schon durch eine allgemeine Stickstoffzufuhr eine grobe Gintefteigcrung erzielen lassen (Ton einer Reihe, mu yxm ^uuu^ wi wuivuw».«» ~ anderer.sehr aussichtsreicher Mastnahmen sei bie? Ls handle sich darum, dast die freien Gel^tr auf gar nicht gesprochen!) Mit diesen Berechnungen K" ***

auf statistischer Grundlage stimmen die Beobach­tungen in der PrariS durchaus überein. Ueberall in Deutschland sind in Dorffluren solche Kar­toffel- und Getreidefelder, die reichlich mit Stick­stoff ernährt wurden, sehr selten zu finden: die weitaus meisten Saaten leiben unter ausge-

Berlin. 23 Rov. (Priv -Tel.) Wie bas Berl. TagcbL mit teilt, wurde gestern sowohl ün ReichStoirtschaftsministerium wie auch tn ber Reichskanzlei bie durch bte Teuerung und die Plünderungen von De- schästsläden in Bersin entstandene Lage bdbro- dynx An ben Beratungen nahmen der Rei chs- tangier, ter Rrichsminttter be« Innern Dr Köster, be- Reichswirtschaftsmmste Sch-1 >t u b der R ri^siust 'zmi i e Radb.mch 111 To i b o preußischen Staatsmimstern waren erich<enen ®ott>yi»IungOT M yanuar I a'irb.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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