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Vie Ums->hsteuerMcht btt freien Berufe, Beamten, Letzter und Angestellten.

Bon Steuerinspektor E. Lehr.

Mn Einführung des am 1. 1. 1920 tn Kratt getretenen neuen Um5a&ftru.T)efe6-4 tom 24. 12 1919 (ReichSgef -Bl S. 2L>7j, erfuhr tz 1 des Gesetzes gegeuüter vorher rnpiern eine rocientiidx fltenberung, als auch die Enrgelle einer f e I 6 (1 8 n» big beruflichen läng Feil in tie Benenn-ung ein begriffen wurden. Wahrend man nun rteiiad) ju der Auffassung hmneigi, diese Gesetzesstelle lei lediglich aus die Angehörigen der freien Berufe an» ÖOtoGar so trifft dies nicht zu Auch Beamte, Leh­rer und sonstige Angestellte unterliegen der Umsatz» befkucrung, falls es sich um eine selbständige, entgeltliche und außerhalb der Berufs- pslichten liegende Tätigkeit handelt. Um fveilhin bestehende Zweifel über die Ausleaung dieser Ge- setzesstelle nach Möglichkeit ouszukbiren, follen in kurzer Zusammenfassung die wefentlichsten Merk­male zur Begründung der Umsatzsleuerpllicht einer kleinen Betrachtung unterzogen werden.

Ter Begrifffreie Berufe" nach dem Um- satzsteucrgesetz deckt sich nicht ganz mit der allgemein eingebürgerten Anschauung und ist nicht selten der Streitpunkt bei der Umgrenzung der Umsatzsteuer- pslicht. Beide, freie Berufe und Bewerbetreibctnoe, streben nach Erwerb. Wahrend die Angehörigen oer freien Berufe sich bei ihrer Tätigkeit nutz' der Mit­tel der lernst und Wifsensdratt bedienen, ist bei den ©ctoerbrt reibenben mehr die praktisch-techniscke »oer kausmännifche Ausnutzung der Mittel ausschlaa- yebend, trotzdem auch^dier nicht selten künstlerische imb rvissensclfastliLe Mittel zur Anwendung kom­men. Maßgebend ist vielmehr die foriafe Anschau­ung Eine Tätigkeit, die sich künstlerischer, wisfen- schastlicher, unterrichtender oder ersetzender Mittel bedient, hebt sich mit merklichem Unterschied von der praktisch-technischen ober kaufmännischen Be­tätigung ab. Man kann deshalb wohl ruhig sagen, daß den freien Berufen nur solche Tätigkeiten zu- oezählt werden können, die, wie die reinen Wissen- schasten, Jtunft und Religion, ohne Rücksicht auf die wirtscl>aitliche Auswirkung ihrer Ergebnisse bv- ttieben werden.

Was mm die Umfafrbeftcummg der freien Be­rufe betrifft, so ist steuerpflichtig das gesamte, innerhalb eines Steuerabschniltes (Kalenderjahr) in Ausübung des Berufes vereinnahmte Ent- ael t, ohne Berücksichtigung der Beruts-Ausgaben, die also nicht abgezogen werden dürfen. Ter Rechtsanwalt darf somit die Kosten für Bureau­bedürfnisse, Angestellten Vergütungen, Porto- und Reisekosten ebensowenig in Abzug bringen toic der Arzt Kosten für Fuhrleistung^n, Unte.h ltung eines eigenen Fuhrwerks, Vergütung für eine DillS- fdwfter usw. 5km ärztlichen Beruf sind gemäß § 2 Ziff 9 des Gesetzes steuerfrei: ärztliche und ähnliche Hilfeleistungen, soweit die Ent­gelte für sie von den reichsgesetzlichen» Krankenkassen und k n a p v sch as t l i ch e n Krankenkassen zu zahlen sind. Tic ähn­lichen Hilfeleistungen umfassen die Lei­stungen im Sinne des 6 122 der Retckisvers -Oro- ituna wie z B. von Hebammen, Heildienern, Heil- igehilfen, Masseuren, Zahntechnikern usw., wenn sie der Arzt anaaoibnet hat oder wenn in dringenden ^Fällen ein solcher nicht »ugezogen werden konnte, sowie die Lieferung von Arzneimitteln durch Apo­theken und solche Personen, die solche gemäfc §375 R. A O. feilhalten dürfen. Tagegen sind Ein nah men miß Erstattung ärztlicher Gutachten jeg­licher All steuerPfl 1 ck) 11g wie auch Ceiftunaen, die von den B<rfick)erungllläi<ttn (Berufs lenossen- schaftcn, Landesversicherungsanstalten usw.) auf Grund von Binträgcn mit flirrten erfolgen, wenn Jie nicht als Vertrauensärzte im fllngestelltenoer- 'hülNns flehen.

Bezüglich der Umsatzsteuerpflicht der Rechts­anwälte, Notare und Patentanwälte erhalten die S§ 107 bis 113 A B. »um Ums St Ges., insbeson­dere über Buchführung, nähere Anweisung, Hervor- u beben ist, dah die sogenannten durchlaufenden Posten, b b bkieninen Beträge in flll'zug gebracht werden dürfen, die der Anwalt für feine Auftrag­geber in dessen 9?amen und für dessen Rackmung vereintrahmt und verausgabt. Raummangel ver­bietet es, näher hieraus einzugehen.

Richt selbständig und daher umsatz- steuerfrei find die Beamten, Berufs- wie Laien- beamte, firhrer und sonstige Angestellte. Diese BerufSgruvven unterscheiden sich von ben vorlrer erwäbnien freien Berufen dadurch dast sie in ihren Tätigkeiten gemf'en Einschr'n'nngen unter- Tvgcn Ter Selbuändige kamt aibriten, wann er will, also ohne bestimmte Arbeitsstunden ein halten »u müssen, auch braucht er die Arbeit nicht selbst anSzuführen Er übt die Tätigkeit für eigene Reckmung und unter eigener Verantwortung aus ArderS mit den Wtrijtie.bitmtbigen Diese stellen ihre Arbeitskraft zur flVrfflgung und erimfen drriür Entschädigung: sie sind der Di'ziplin ihrer Arbeitgeber unterworfen, haben befien Anwei^uii' gen und Anordnungen zu befolgen. ES besteht jedoch die Möglichkeit dah and) Beamte usw. eine selbständige, aus dein Rahmen ihrer Dienst­

verrichtungen lkraus'allende Reden de tätr- g u n g ausführen können, hierbei ist ledoch wiederum zu prü en, ob bieic Tätig leit auf Gcund eigener Enpchließung beruht, also selbständig ist, ober ob ein werteres DienstoerhLltnis eingegangen ist. Rur im ersten Falle ist bie Umsatzsteuerr>Nicht gegeben Ein Lehrer ber Fortblldungs unter richt erteilt, ist umiatzsteuerfrei. ba ja nach Art. 47 bed tzess. BolkSschulgefetzeS die (Erteilung die es Unter» nchtS »u seinen Drenstobliegcnherten gehört. Da­gegen tritt Besteuerung ein room er Privat­stunden (i B in Gegenständen deS Schulunter­richts, Klaoierstunden. Zeichenstunde ufroJ .gibt. Tos Gleick)e gilt, wenn ber Bv mte, Se'./rer und Angestellte sich schrittstellerisch durch Schreiben von Büchern, Beiträgen für Bettungen wenn hier eine gewisse Nachhaltigkeit oorhegt, An­fertigung von Uebcrfetzungen usw. betätigt. Be­uchen ledoch Beamte für innerhalb ihrer Beamtenpflichten gehörende:igfci:en Gebühren, wie z. B. Notare, Kreisärzte, Ge- rirfjtÖJouri ber, UntDerii:ä:#onofef;ut)en auch für Kolleggeld, so find diese (Entgelte der Besteue­rung nicht unterworfen lieber bie Besteuerung der Entgelte für bas Halten von Verträgen be­stimmt 8 3 A B zum U. ©t. (Sei. daß Lehrer an Universitäten und anderen Hochschulen ach wenn sie nicht Beamte ober Angestellte sind, wegen der Borträge wissenschaftlich belehren­der An. wenn sie an Anstalten ober aus Grund einer Veranstaltung durch sonstige öncnt.ich-recht- lichc Köivcrscha ten gel a ten werden, steuerfrei 'inb Es find demnach Entgelte für Borträge fonfltger Art, wenn bie genann en Voraussetzungen nicht vorliegen, steuerpflichtig.

Zum Schlüsse sei noch auf bie sogenannter, handwerkSmähiaen Angestellten htngewteen, bi? ebenfalls ber Umsatzsteuer unterliegen, wenn sie während der freien Zeil in nachhaltiger Weise gegen Bezahlung selbständige Arbeiten verrichten, wie i B. wenn ein Schneibergeselle in feiner freien Zeit Kleidungsstücke anfertigt oder au?bessert.

Ta bie Frist zur Abgabe der Steuererklärun­gen bereit- mit dem 31. 1. 1921 abgelauien ist, ist es im Interesse der Beteiligten gelegen, ihren Verpflichtungen zur Abgabe ber Erklärungen um­gehend nachzu kommen.

Aus Statt und Land.

Gießen, den 22. März 1921.

Abbau der Freizügigtettsbefchräntungen.

Auf Grund einer Verordnung des ReichS- arbeitsministers treten mit dem 31. März 1921 alle Unordnungen über bie Freimachung von Arbeitsstellen außer Kraft, die auf Grund der Reichsverordnung vom 25. April 1920 erlassen waren. Nur Städte mit mehr als 100 000 Einwohner können unter gewissen Voraussetzungen derartige Anordnungen beibehalten ober neu erlassen.

Für Gießen fallen damit die durch An­ordnung vom 19. November 1920 eingefützrten Be­stimmungen weg, die zur Entlassung Auswärtiger oder solcher Personen verpflichten, die auf den Er- roerb nicht angewiesen sind oder früher in der Land- ober Forstwirtschaft, als Bergarbeiter ober als Ge­sinde tätig gewesen waren. Auch das Verbot bet Neueinstellung solcher Personen tritt damit außer Kraft.

Von den hessischen Städten bleiben nur Mainz hmd Offenbach unter Umstünden in der Lage, die Bestimmungen aufrecht zu erhalten: Offenbach mit Rücksicht auf die Gemeinsamkeit des WirijchastS- gebiets mit Frankfurt.

Es findet damit ein Zustand gegenseitiger Ab­sperrung der Städte ein Ende, ber höchst unerfreu­lich 'war, den einzuführen sich aber eine Stadt nach der anderen geznmngen sah, um nicht allein txm Zustrom der anderwärts Weggemiesenen auSgesetzt yu fein. Ter Zweck der Bestimmungen war, bem Zusammenströmen Arbeitsuchender nach den grö­ßeren Stabten entgegen zu wirken unb sogenannten Toppe!verdienst Zugunsten Erwerbsloser zu »ihin- bem. Nach den allenthalben gemachten Eric bim gen sind tiefe Zwecke in nur sehr geringem Umfange erreicht worden. Es zeigt fick), daß Toppelverdknst zwar sehr häufig in der Einbildung der Nachbarn und Bekannten, selten aber in Virflick k it vor­kommt. Es erwies sich ferner, daß da- Vorgehen gegen Zugezogene und frühere fllnaehZrige anderer Berufe meist Daran scheiterte, daß die Maßnahmen zu unerträglichen Härten für die Beteiligten ge­führt hätten.

flluf bie amtliche Bekanntmachung wirb ver­wiesen Alle noch schwebenden Beria bren f;nben ihre Erledigung, olme daß die beteiligten fltrbeitgeber ober Arbeitnehmer einen besonderen Bescheid er­halten.

Veranstaltungen.

Dienstag: Stadttheater, 7 Uhr, Das Wicken von Heilbronn". Arnnrrium, 8 Uhr, Mitgli^rivriammliing der brrnoTcafi chen Partei (Sai6 Lrid, 7>', Uhr, Kvn-ert und Borstellung t>r Medick-Mcibingct. Lichtspieltheater, wie gestern.

fVettcrHoranSsage

für M itt tooch:

Unbeftänbig, kühl, Regenschauer, tOKbicInbe Winde.

Bon Irland naht ein Tief, bas morgen über TeutkHano ziehen roirb Unter ieüum Einfluß n>?rben wir mu unbeständigem Wetter zu rechnen haben.

Amtliche Person al nachrichten Ter Oberfinanzrat Tr Petry wurde zum Mit- g.ieb ber Prüf.lngstzomMission für das Forstfach ernannt. Ernannt würbe am 14. März: ter Prioatdozent an der Unwerfitäi Leipzig Tr. Meran der Hoffmann aus Le p» g zum ordenl- lichen Professor für VollSwirk: chaf tslehre an der Technischen Hochschule zu Tarmilabt vom 1. flLpril 1921 ab. Uebertragen wurde am 16. März: ban Lehrer Friedrich Schön zu RrrfeQ», ÄreiS Lauterbach, eine Lehr erstelle an ber Volksschule zu Altenburg, Kreis AlSfekd. Erledigt llib: die Stelle bes Borna-ebeä ber Obe.förfierct Mörfelden: bie Försterstellcn der Forst ivarieien Romrod in der Cocrförfteret Romrod Süd: Stre­ben Dorf in der Oberförster et Storndorf. Er­nannt wurde am 18 März ber Tireftor des Ernst-Ludwrg-Scmiuars in Beitobrim Christoph Glückert z> m voctragrnden Rat in dem ßantfi cmf für bas Büdungo wesen, Abteilung für Schul- angclegenheiten, unter Verleihung ber AmtSbe- zeicharung Oberschulrat' mit SBtrfung vom l. April 1921 ab. Erledigt ist die m t einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu fcöiiigcn (Kreis flllSseld).

WaS bie Solltet berichtet. Ent­wendet wurden aus einer Gartenlaube ein hellblau gestrichener Gartenstu^l, 2 Spaten, l Re­chen und 1 Waschseil; ans einer Wohnung 7 weiße Taman-Bett ejüge, 12 Kopfkiste", bczüge, 11 Syanbtüdzr m t rotem Rand, 5 Dand ücher mit zwei roten Strriidm, 12 vandtücher, ge; E.E., 2 Tischtücher, einttge öemten, Untrirboien unb Röcke, aus einer Fahrrad Halle ber Eifen- lwhntetriebswerkstätte ein Fahrrad, das reu schwarz über stricken ist. Tte Lenksbaiigc ist envas nach oben gebogen imb angcroftEt Die beiden Bbile sind verichiedenarng. Tie Bereifung unb Drnter- rabspeickleu find neu. Fe st genommen wu bc em Arbeiter von hier, welcher gestern au5 einer still stehenden Brauerei einen Treibriemen, unb vor einiger Zeit noch andere Gegenstände bart entwendet hatte.

** ff te Ostereier. Die Zufuhren an 6rem vergrößern sich von Tag zu lag unb bie Preise gehen toi er zurück. Für bie näck-ste Zeit rechnet man mit noch weit größeren Zusuhien und weiter srnkennen Preisen. Gegenwä t n n^ri en bc* Mahlt für 1 St in München 1,10 Mk., Beemer# bauen 1,20 Mk., Breslau 1,401,50 Mk., Frank­furt 1,40-1 80 Mk., Berlrck 1,20-1,50 Mk., Leipzig 1,601,80 Mk. im Klein verkauf Tas Kreisamt Lauterbach hat vor eintiien Tagen als Richtpreis ber KreiSpneisprü ungss-elle für frische Hühnereier 8085 Bi. sefd'e ctzt Höhere Preise seien im Ein kam beim Geflügelhalter zur 3eit nicht mehr gerecht fertigt.

Kieme Mitteilungen. Die am 1. fllhril ablaufenben MilchauSweitzkarten für Krrwer von 2 unb 4 Jahren müssen auf brni Lebensmittelamt. Alles St>l^> haus (Zimmer 7,', zur Umschreibung vorgelegt werden Näheres siehe An- zergentell. Born 23 bis ernschl. 31 b. Mts gelangen in ben hiesigen KleinbandelSgefchästen für jede Versorgungsbererbtigtt Person 600 G r. flbprotzen tlges Weizenmehl, (ergefteKt aus amerikanischem Weizen, zur AiiSrabe. Ter Preis beträgt 4,45 Mark für das Psuld. Siebe Anzeigenteil. Ter NackSrng zum Tarif­vertrag für de flamm, unb tedpt Angestellten m der Stadt Giehen vom 22 11 1920 ist mit Wirkung vorn 1. 11. 1920 vom Reichsarbritö­nt Mister für allgemein verbindlich erklärt roorben.

Kreis Schotten.

X Born Vogelsberg, 21. März. Sein Winterkleid hat der obere Vogelsberg nochmals an­gelegt. Am Sonntag hat es heftig geschneit.

Kreis Friedberg.

* Friedberg, 22. März. In der letzten Sitzung oer Handelskammer Friedberg für die Kreise Friedberg, Bübingen und Schotten ergab sich aus den von den einzelnem Industrien und Vertretern deS Handels ber Korn uer wgr- gangenen Berkfiten über die tmrtfcbn tfiftc Lage während dcS IalireS 1920 fctienbed Gesamtbild: Ter GestbäftSämig ber bt dem HanbriSkamNver- bezirk Fri.bberg gelegenen Industrien und des Hanbris wäl'retzd des Jahres 1920 kann im alb g-m i:ien wider Erwa ten als relativ befritzigend, M:m Teil sogar als gut bezeichnet werden Trotz Krise roäfrrcnb der Monate AprilSepteml'er, von bet auch unser Handel unb Industrie nicht verschont blüb, kam es ni.tzt au größeren Ar­ie: ter en tlassimgen, ha es den Iirdu trim gelang, durch Arbeit Sstrrcküng auf Vager arbeiten die B>

triebe atfrräft zu erDaHen. Tr

vechckltnisse find un Laufe des IahreS gün .\cn geworden. Besonders die A.dcllSs.eudig: u sich seht gehoben. Bor all cm bott, roj Akkv r o« löhne bezahlt werden ober die Cm lolmung nexf) Zeit mit einem fruchtbaren Prämien tyttm x<x- bunben ist. läßt sich eine ständige Zuna.mc der Arbeitsfreubi'steit festsir-len. Tie Lohne ic.b i rg» auch bie Qkhättet ber Angestell:e.i toi*rbe.i g» w.'hnlrch durch Abschluß vv.i Ta »wertragen jm. fdicn Arbeitgebern unb Arbeid.ehmern grr^ Lohnstreiks größeren UmsangS kamen nutzt Allerseits wird über bie Ende bes Zaine- reu Kraft getretene Erhöhung be4 Gut er tat ss fefleg, Tte Handel stammet Friedberg ist ber Alliich, daß dir Zwangswirts cha f t nicht mehr reckst iu erhalten ist. Tie »ut Qtinjubr bendtigten Mittel werden »wat seht groß sein, aber b e Ät<v aabe des Handels wird, wie eS auch bei den fruchten der Fall war, bezwecken, daß der Sckste-ch- bandel aufhört, unb btt Preise nicht allzu doch steigen, wie allgemein desürch et wird, zumal die Weltvorräte tn Weizen bebeutenb gröber gnnottet smd und mit einem Rückgang ber Breite zu rrdt« ist. Die großen Berwaltungskosten der ZwanßS. bewirrichattung werden erspart und so rot* br^ Fletsch toirb auch beim Brot eine Verb s erung btt Qualität zu erwarten sein. Die Bodperiammknj will sich ledoch in Anbetracht der well tragend«, Bedeutung dieser Frage noch nicht auf eine entz, gültige Stellungnahme festlegen unb beschießt, diesen Punkt zur endgültigen ©relümgnabme ajf bk Tagesordnung ber nächsten Vollsitzung zurück- »ustellen. Die Vollversmn,nlung spricht sichl«. lür aus, bei ber Oberpostdivekrion für die ött» dereinf ühr ung bet Boftautolmten Friedberg Ranstadt (der ersten Bott« autolink Deutschlands) unter fl3eibcbaltimq bet Lmie Bab-Naubeim Ziegenberg NeuweilnaL einiutreten. dagegen erachel sie die ErrickMoig einer Autolink Filldbcrg Bab-fllaulrim dach für unrentabel, ba ber Berfleht auf ber Strech Ft «ebbetg Bab-Naudrim Z etienbcrg berrttf durch bk Ufinner Strecke gewährleistet ist Detin« hm toirb beschlossen, bei ber Eisenbahndirekd,, Frankturi a. M. 8ugeinkaungen b;w Fahrke» änbenmgen aus ben Strecken Buyb^rch Freit» furt Hauptb, Bob Homburg Fr.edberg Nauheim, Fvankfurt Ha notbGe In bauen, ®rn» bautenBübingen, FriedbergHunscn, tn*

genLaubach zu beantragen.

Hefien-Nasfau.

Gin Skk-FuDa.Kinzig Kvnalprofltt.

X. Fulba, 20. Marz. Ein Kanalpto» jekt, das im Zusammenhang mit bem Main- Donauweg sicht unb das bie Interessen un­serer Gegend in ganz besonderem Maße be­rührt, ist eine N o r d s ü d l i n i e, dir eine Verbindung hcrstellt zwischen Rhein-Marn- Donau und deren Verkchrsgebieten einerseiti und dem norddeutschen Kanalnetz bzw der Nord- und Ostsee andererseits. Neben de« Konalproiekt von Bambera über Meiningea nach Norden (Werraprojekl) gewinnt setzt dai von Hanau über Fulda gedachte ,Finzig-K» nalprojekt" an Interesse unb Bedeutung. Gestern zvurde in einer eindrucksvollen Brr» sammlung, die im Stadtsaale stattfand, bie Gründung eines Sce-Fulda Kinzig - Kanal« Vereins vollzogen, der die Förderung -esUn­ternehmens latfrflftig in die Hand nehmen, soll. Für Propagandazwecke wurden in der Versammlung rund 100000 Mk gezeichnet. Die Handelskammern Hamburg, Bremen und Lübeck hatten tatkräftige Förderung des sta- nalprojekts zugesagt. Anwesend waren Ver­treter des Obcrpräsidenten und des Regie­rungspräsidentenin Kassel, der Oberbürger­meister und der Handelskammerpräfident aul Frankfurt, Vertreter der Städte Hanau. Äschaffenburg, Würzburg u. a.

* Kurze Nachrichten aus Hesse» unb den Nachbarstaaten Der 1 innu#« klub D'tierau unb der Zweig verein Friedb. ry- Bad-Nanheim des V H. E. hielten am Sam-iar ihr bkSjahrines Auszeichnungsfest in Fried- berg ab Dk Markierungen im ArbeitSbeieS bes Taw'uslliii'S flBe.t nni werden zur j l wieder aufgefrifcht, besonders bk in bie närSliitz Welterau nach Münzenberg und ArnSbuta fubm« ten Linien. In Bodenrod am Hau-besß ist bk Erösfmmg einer 9B anbet herberge geplant - Dem Gesamtverein bes V. H E wurde von kf Erben des verstorbenen Apothekers Tr.

b'imer in Gkßen eine wertvolle Geweihsamntz^ übrrrokfen, Pie im Klubzimmer bei H o herods- kopsklubhaufeS auigchängt mürbe Tv * weihe stammen fast alle von Wild, bas im berq erlegt worden ist. In bet Nähe der o-r« ladestrlle A l t t b u r g bei HartmannSdain enlN« bkfer Tone durch die Maschine eines Gütenu " ein Walbtzrond, ber schnell um sich griff. Slreri** arbettern gelang eS, baS Feuer einmbämmen.

Leben und Sterben.

Skizze von E. b c t.

(Nochdnick tvrboten.)

Vor bem Tor einer Villa in ber Ttergarten- straße hielt eine Equipage. Em sunges, ref> gekleidetes flTläMrn fckstvong sich amutig berouS und wmrd,k sich dem Home 11, nutzt ohne einen sprechenden Blick aus glilcflidm binnen Äu^en nad) rückwärts in ben Wvaen w werfen. tnird<diritl ben knosp ' pro Botfta ten mit einem, wie von inneren Geisitzlen Itscknvinqten Schrill Erst als siean ber HauStÜr 'stand unb die Glocke fo<i, legte sich plötzlich rin fremder Ernst fl[*r chic Züge Am öfntenben Diener vorbei eilte sie die trpvichl'elegten Treppen Wnaui tn ben -weiten Stock unb kloickte bann atemsckÄvtzend leite an cme Tür. Tie Herrin des Hauses, eine statt­liche, noch iugmblidw Erscheinung lieh sie ein und erro bertf ib en Grus; mit ernster fBürtx yfl^ie gebt sS tbea b.-ute?" fragte das junge Mädck<n gespannt.

Seche fdiecht/' mitnxntete bk Mutter lefie, -.Du bist seit drei Tonen ntdn hier gewesen, Gertrud/' fetzte sie vorwursSvoll hinzu,Tl,ea fehnte sich nach dir."

Getrud blickte zu Boden. Es toar ich hatte verzriben Sie mir," stammelte sie mit ernstlicher Bitte.Kann ich Tl?ea fe.e.t?1'

Tie Mutter neigte das Haupt. . Nur um em« bitte ich dich, Tltea ist sehr schwach T<-Üe ihr nicht- Aufregendes mit. weder Trmirigrs, sie faßte ben Gast schärfer ins Auge,noch ?vrcu- bujei

Gertrud errötete.Gdvitz nicht," versicherte sie ernst.

Tie Mutter blickte schweigend auf das be­klommen baftefKjtbe Mädckien nieder. Sie mu&'c barxm denken, w vor einem ballen I»hr ihn* Tockker unb die FreirMn, beide leben»ieltg unb kUembar bride aeiintb, derersten Saison ' ent* gegengnuWt ballen! flldi hinter her einen flrnb damals schon, btc Sense schärie-ck), der Tod! Mit Bitterfeit fall? sie sich, wodurch die andere ein soviel glück.ickereS Schickal rertwrt Haie.

Dars ich Thea sehens wiederholte Gertrud bittend.

Tic Grüklnde strich mit ber Hand über b e Stint und führte den Gast in bis mit dem Sck^arillmi ber Vicbe auSgestaito e stllankenzimmer Bemalte Scheiben liessen bad Li ist nur gedämpft bcremfallen, fo daß das Auge sich erst an dis Hai Ist) tm lei gettMl'nm mußte, y.tmal bk khirtren bunfelroten Vorhänge an ben leben Fenstern t.a b zulammenaewgen waren. Nelen einem wob!- qriüllten Bücherschrank stand am einer dunklen Marmorsäule die Büste des Eros Umge'en v.ni diesen unb a-ib'ren Poriiei d S LurnS, brschntt.t von ben Biä tern einer (xxfu ifra nbet Palmr, lag die ftranfe aus einer Couchelte Tas zmn Ei schrecken abg idirre Gesiäst toar von lick'tbraunem .Haar umrahmt, aus dem weiten Aerrnel eine# saltenreichen Gewandes sah eine vagere von Cer imbigen seidenen Teckr sich schart abjricftnenbe Hand hervor. Tte Mutter beu.it: sich über die Kranke:Thea hier ist Gertrud!^

Tie fllngernfme tälu.i bie grosten dunklen Augen auf, ba? einzige, was noch Lesen in der reau'tg.Zlo'en Ges a't zu ba'en frbn:Willtom- ffien4" jagte jie mit jchßvacher Ctuaee.

Tie Mutter ließ bk Freimbmnen allein Gertrud löste ben Hut von bem d onden Haa'- (noten, neigte sich sanft zur Leidenden nieder unb füfete zärllich khre Stirn:Wie geht es btr, liebste Thea?"

Ter Hauch von Kraft und Ge-unddeit beleb'e die Kranke:Besser. D.et bester," antwortete fte hörbar.Tas Ficber ist fast gau| vorüber nur noch etivaS Schwäche doch dafür gibt es Heilung in Italien."

Wann denkt Ihr zu reifen?" fragte Gertrud mit gepreßter Stimme.

In einigen Tagen. Alles ist bereit!"

Tarnt wirst du also von uns beiden zuerst die Sll'tinische Kapelle und alle Herrltickriten b*r ewigen Stabt setzen, für bk wir wtl in btt Kunst- gcfchichtsstunde so begeistert haben Und Neapel"

Vedere Napoli I" baudüe TT en, ,,aber nicht sterben! Rein, es ist nicht möglich ich habe ia kaum angerangen zu leben i Freilich, im Anfang meiner Krankheit o Gertrud, bie Furcht! Als der Arzt meine Lungen untersucht hatte nach imern unglüflicficn Fall am dem Eise er sprach bann allein mit Moma ich glaubte, er fei fdvn fort imd ging bi ein! Ta war Mamrs Gesicht ga- » trerronnbelt!" Ein Schauer lies durch ihre Glieder, sie atmete tret unb schwer.

Tte Freundin faß still an ihrer Brite und iudke vergebe:!- nad) einem heiter ermutigenden Wort.Tas toar ein Zufall," brachte sie end­lich b ertöt.

Die Kranke schien sie nicht zu hören, sie starrte inS Leere. , E>? war ent etzlich," flüsterte sie. utjoOfleriiien »u werden aiu dem Zespaal dcs

Lebens, wenn kaum bk L'idttrr ange-üib t st Tie Welt ist lo schön der grüne Frü!»li 'S ber Winter mit seinen Feiten, die Kunst w-J bie Liebe, nicht immer brglückvnd. ober vnn'l schön! Ünö alles zu verla ien! Mama -- uitb---Ab. da hab ich oft in ber

wenn Mama fctCef, wie Zephta^ Tod>ter gewnJ um meine Jugend."

Gertrud kämpf'e mit ausstrigenden Trlnwi; N legte bie wriche, warme Ha d au- btt fa k, tn faltiger Haut überzogene der Freundin: hebt Thea!"

..ES ist vorüber," schloß Mele ka^ia »3* glaubte an bie Stevindru' t. aber itz nute nur Nerve ab ornnung! Näv'len Wvto bin ich ganz gesund! Ti and) mal srrillch"

Sie brach ab unb scküoß bir Augen. ,,Er»Äir' bat fie,von der Matostointha !"

Gertrud blickte traurig auf bie tn die W6 eingedrückte Gestalt

,^kl) flarm btr wohl wenig Neues mfrtnld nach dem ausführlichen Bericht in den Ze:tvn-er. Tas Theater war auSvertoust. Dir hotten - Reinwaldt," sie nügerre einen Augenblick bei W Nennung deS NamenS, .einen Platz in rdete Loae angcbatrn, ben Rücks tz ber im ® liegt Er nahm ei an ta er ratü lib a < "® Tiditer des Drama- möglichst unbemerk' tz > wünschte Al- ber Botbang ainnrng. fri M** wvdl nitbt nur ihm da- Herz Ater fuV* burdi bte ersten Szenen wurde das PubliütM ° wärmt.

(Schluß folgt.)