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Druck unö Verlag: Brühl'sche Umv.-Vuch- und Steinöruderci R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe t

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Aus dem Reiche.

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Bei der Eröffnung der ©eneralstaaten durch die Königin ereignete sich ein Zwischenfall. Als die Königin die Thronrede zu verlesen begann, ertönten von der Tribüne herab einzelne Stim­men: Hermann Grvenendaal muh aus dem ®c- ängnis «atlassen werden. (©. befindet sich seit Monaten in Militärhaft wegen Dienstverweige­rung aus ©cwisfensbedenken und batte mehrere Wochen jegliche Aahrung verweigert.) Polizisten in Zivil entfernten die Demonstranten aus dem Saal Unter chnen befand sich die Gattin eines kommunistischen Abgeordneten der Zweiten Kam­mer

50 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite !80Pf Bei Platz. Vorschrift 202luf|d)lag Hauptschristlelter: Aug. ifiocty Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil i D. : Aug. Goetz: für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Dietzen.

uib bihnheitskeit- t Regenlchim, halt, 1 braune t Inhalt, eine toarie Samen- $a iergelX egenffänbe be- i machen, 'ann an jedem f) r nachmittags folgen.

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Das Kriegsziel der Türkei.

Paris. 20. Sept. Aach einer HavaS- rneldung aus Konstantinopel l>at M u st a p h a K emal in feiner Eigenschaft als Oberbefehls- »aber der türkischen Armee und als Präsident der Aationalversammlung die allgemeine M o bilisativn in Anatolien vom 15. Sep­tember an verfügt. Gleichzeitig hat er einen Aufruf an die Aation erlassen, in welchem er erklärt, daß die griechische Armee, welche di« nationalistischen Streitkräfte habe vernichten unt Angora besehen wollen, mit Hilfe des Allmäch­tigen geschlagen und über den Sakaria zurück- geworfen sei. Die türkische Armee sehe die Ver­folgung des Feindes fort Der einzig« Wunsch sei, das Dasein der Türkei zu sichern und die Unabhängigkeit durch zusetzen. Der Aufruf schlieht: Wir werden di« Waffen nicht niederlegen, bis dieses Ziel voll­ständig erreicht ist.

Paris, 20. Sept. Aach einer Havasmel- düng aus Athen dementiert das Presse- bureau die Dachrichten, bah die griechische Re­gierung zur Herbeiführung einer Dermi 11 - lang der Mächte zur Regelung des griechisch türkischen Konflikts Schritte unternommen habe

Amerika und Japan.

London. 20. Sept. (Wolff.) Wie die ..Daily Mail" meldet, haben die amerika- ni sch e und die j ap anisch e Regierung ein vorläufiges Abkommen geschlossen, nach dem Japan im Besitz der Insel DaP bleibt, datz aber die Vereinigten Staaten für ihre Kabelbedürfnisse jetzt Zugang zur Insel haben sollen.

9.

H 1. Oktober

Io- vom

Mexiko. 20. Sept. (WD.) Aach einem ' Kabeltelegramm aus Mexiko fand aus Anlatz der Jahrhundertfeier der mexikani- fchen Unabhängigkeitserklärung, de sich über den ganzen Monat September erstrecken wird, am Samstag ein Deutscher Tag statt, wobei die gesamte deutsche Kolonie dem mexi­kanischen Voll die Errichtung eines B e e t h o d e n- Denkmals als Geschenk in Aussicht stellte. Gleichzeitig wurde ein Wert über die mexikanische Archäologie überreicht, das der Versasler Pros. Hermann V e y e r dem Präsidenten Obregon nrib- mete. Ter Tag wurde eingeleitet mit einem Fest­akt im Teatrv Arbo, an dem der deutsche ®c- andte Gras M o n t g e la s. der mexrkam dr Mi­nister des Aeuhern Alberto Pani, sowie viele mexikanische Staatsmänner und auswärtige Di­plomaten teil nahmen. Sanitätsrat Pag en -

stecher brachte in einer eindrucksvollen An- prache, die von dem Minister des Aeutzern Pan, erwidert wurde, die tiefen Sympathien des beut- schen Volkes fürdasedelmütigeneutrale Mexiko zum Ausdruck. An den Festakt rechte sich Die Aufführung der Rüttli- und der Apftl- fchub-Szene aus .Wilhelm Teil", dargestellt von Lehrern und Schülern der deutschen Schule, so­wie musikalische Darbietungen unter Mitwirkung von Prof Julian Carnillo. des deutschen ©e- langbereiTtß uiÖ> der Solistin Frau Dorenberg. Aachmittags sand ein Vollssest im Lirapart statt, zu dem Präsident Obregon erschien. Blumen so­wie mexikanische und "deutsche Fahnen schmückten den Festplah, auf dem sich ein buntes Treiben entwickelte, an dem der Präsident regen Anteil nahm Bei der Festtafel hielt Ackerbauminister Villa Real eine Rede. indererdieDeut- schen als wünschenswerteste Kolvni- len bezeichnete, von denen Mexiko Ruhen zöge Der frühere mexikanische Gesandte in Ber­lin, Fabela, erklärte, die Mexikaner nähmen die Deutschen mit offenem Herzen auf. Den An­sprachen folgten Darbietungen der deutschen Ver­eine und Vorführungen mexikanischer und deutscher

Mittwoch. 21. September 1921 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Brette örtlich 40 Pf-, auswärts

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Kann Deutschland bezahlen?

London. 20. Sept. (Wolff.) Die .Mor- ning P ost" veröffe klicht den ersten Artikel ihres Sonderkorrespondenten in Deutschland zu der Frage: »Kann Deutschland bezah­len?" Dieser Artikel besaht sich eingehend mit dem gegenwärtigen Stande der chemischen In­dustrie in Deutschland. Der Korrespondent meint, dah die deutsche chemische Industrie trotz aller Hemmnisse, die der Friedensvertrag der deutschen Industrie auferlege, unter gewissen Vor­aussetzungen in der Lage sein werde, den Anteil an den deutschen Reparationen aufzubringen. Der Korrespondent fragt zum Schluh. wer die Waren, die Deutschland gezwungen wird zu erzeugen

I sda unter dem Zwange des Friedensvertrages die Erzeugung in Deutschland zu bisher nicht ge­träumtem Maye erhöht worden ist), verbrauchen wird. Ruhland scheide für zehn Iahre aus, China. Indien seien ebenso unsichere Faktoren. Wenn jedoch die Gläubiger Deutschlands auf die volle Erfüllung ihrer Forderungen bestehen sollten, so mühte einer der grössten Märkte für die bri­tischen Erzeugnisse fest geschlossen bleiben, während die deutschen chemischen Erzeugnisse, die sowohl an Qualität wie an Umfang zunehmen, die ganze Welt überschwemmen würden. De chemische In­dustrie in den anderen Ländern würde von der Wucht dieses Wettbewerbes erdrückt werden. Die Morning Post" schreibt in ihrem Leitartikel zu diesen Ausführungen ihres Korrespondenten, was I von der chemischen Industrie in Deutschland gelte, das treffe mehr oder weniger auch für die an- I deren Industrien in Deutschland zu. Das Blatt schlieht. Deutschland habe zwar feine Schwierig-

I leiten und seine politischen Aussichten seien I immer noch ungetoih, aber Deutschland habe den I Vorteil vor anderen Ländern, nämlich die Diszi- I plin seiner Arbeiterschaft.

Das Kreditangebot im Reparationsausschutz.

Volkstänze. .

Der 15. und 16. September waren offizielle Festtage. In den ©traben wogte eine ungeheure Menge, um die militärischen Paraden in Augen­schein zu nehmen. In der Kathedrale fanden in Gegenwart der deutschen und ausländischen Ge­sandtschaften Gottesdienste zu Ehren der Helden der mexikanischen Unabhängigkeitskampfe und die Einweihung neuer Regimentsfahnen statt. Den Deschluh bildete abends ein Feuerwerk. Die ganze Stadt war glänzend illuminiert Die Anwesen­heit zahlreich Missionen aus den Ländern des lateinischen Amerikas beweist die starke Einig­keit in allen internationalen Fragen, besonders hinsichtlich der Politik gegenüber den Vereinig­ten Staaten. Die Offiziere und Kadetten des argentinischen SchulschiffesSalmiente" das m Veracruz eingetroffen ist. nahmen an den Fest­lichkeiten teil. Reben vielen Veranstaltungen fest­licher und wissenschaftlicher Art sind auch Vor­bereitungen für einen internationalen Studenten­kongreh im Gange, an dem eine deutsche Ab­ordnung teilnehmen wird.

Die englisch-französischen Mihhelligkeiten im Orient.

London. 20. Sept. (Wolff.) Der diploma­tische Berichterstatter desDailhTelegraph" schreibt: Am letzten Freitag hat der franzö­sische Botschafter in London beim Fo- reign-Office offizielleDorstellungener- hoben gegen den Befehl des Generals Har­rington zur VerhaftungderVerschwo- rer in Konstantinopel. Der französische Botschafter erklärte, die ftanzösische Regierung sei der Ansicht, bah der alliierte Oberbefehlshaber sein Mandat überschritten habe, das rein mili­tärisch sei. und bah er sich mit politischen Fragen, I die dem alliierten Oberkvmmissar Vorbehalten seien, befahl habe. Dem Bericht desDaily Telegraph' zufolge scheint man in Frankreich der Ansicht zu sein, dah General Harrington so einen de facto- Zustand der britischen Hegemonie über die Meer­engen schaffe. Aus diesem Grunde sei man auch über die Flottendemonstration vor Konstantinopel verschnupft Der Berichterstatter desDaily Telegraph" weist darauf hin. dah die italie­nische Regierung trotz des Druckes von Frankreich im ganzen genommen eine neutrale Haltung eingenommen habe, und dah der italie­nische Botschafter in London, ebenso wie sein Kol­lege in Konstantinopel sich dem formellen Protest Frankreichs nicht angeschlossen habe. Die Zurück- Haltung Italiens und seine Freundschaft gegen­über England müsse umsomehr geschaht werden, als Italien Mühe gehabt habe, seinem Standpuntt in der albanischen Frage eine freundschaftliche Aufnahme in England zu verschaffen. Austerdem habe Italien nicht wie Frankreich, nachdem es den ©riechen nicht geglückt sei. Angora zu erreichen, eine unabhängige Friedensmission nach Angora geschickt Die Teilnahme der französischen Offiziere an dieser Mission verleihe ihr einen offiziellen

Nr. 221

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Die Thronrede der Königin von Holland.

Haag, 20. Sept. Korrespondenzbureau. In der in der' heftigen Sitzung der ©eneralftaaten vorn der Königin verlesenen Thronrede heitzt es: Die Folgen des Krieges machen sich immer heftiger fühlbar. Obwohl Gott uns vor schweren Schicksalsschlägen bewahrt hat, leidet auch unser Vaterland unter der allgemeinen Ver­wirrung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Unser aller Pflicht ist es, mit unverdrossenem Fleihe an der Wiederherstellung der Wohlfahrt zu ar­beiten. Die Finanzlage nannte die Königin besorgniserregend. An eine weitere bedeutende Erhöhung der schwer drückenden Steuern sei nicht zu denken. Es würde sich als notwendig Heraus­stellen, das öffentliche Leben auf eine bescheidenere Grundlage zu stellen. Auch in den überseeischen Teilen des Landes sei eine sparsamere Verwal­tung geboten. Sowohl in Oft- wie auch in West- 'indien verursachten die scharfen Preisrückgänge für Land- und Bergbauprodufte grotze Sorgen. Die intermativnale Lage erfordere auch weiter­hin die ernsteste Aufmerksamkeit, jedoch gebe die Entwicklung der Beziehungen zu den fremben Mächten in vielerlei Hinsicht Gründe zur Zu­friedenheit. Es wird ein Gesetzentwurf zur Re­gelung des Lebensversicherungsweserw und ein Flvttengesetz. hauptsächlich zur Verteidigung In­diens angelüiUiigt. In Vorbereitung befände sich ein Gesetzentwurf über die Möglichkeit der De- freiung vom Militärdienst für solche Personen die aus © ewissensbeden !en s^h weigerten. Militärdienst zu tun. Ewegesehftche Regelung über die Frage ber Landverpachtung. ferner ein Gesetz über die Invalidität und gltm Versorgung sowie eine Revidierung der Berfas jung seien in Vorbereitung.

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Auffassung.

Dazu bemerkt das Wolffbureau: Diese Reutermeldung bestätigt das, was bisher über den deutschen Standpunkt in dieser Angelegen­heit bekannt geworden ist. Die deutsche Re­gierung ist bereit, die Kommission mitzubil­den und anzuerkennen, der es obliegen soll, die sogenannten Diskriminationen zu prüfen, d. h. darüber zu wachen, dah kein Land ge­genüber dem anderen in der Handhabung der Einfuhrregelung benachteiligt wird. Sie wen­det sich jedoch und dieser Standpunkt wird nach dieser Reuter-Meldung von der eng­lischen Regierung geteilt gegen jede Erweiterung der Befugnisse der. Kommission, da hierdurch ein Eingriff in die deutsche Wirtschaftshoheit erblickt werden |

Charakter.

Verschlechterung der englisch-russischen Beziehungen.

London, 20. Sept. (WTB.) Das Reuter- Bureau verbreitet folgende -Mitteilung: Seit dem ^Abschluh des englifch-rufsischen Handelsabkommens enthielt sich die bn- tifdje Regierung loyal jeder feindseligen Hand- luna gegen die russische Regierung. Sagegen ver- fd}ärfte die Sowjetregierung ihren Feldzug der Unwahrhaftigkeit und Feindseligkeit gegen die britische Regierung in ganz Mittelasien und Afghanistan. Die britische ^Regierung ist ent­schlossen. ein solches Vorgehen nicht zu dulden. Sie richtete demgemah nach Moskau eine in lcharfen Worten abgefa hte Rote.

DieSanktionen".

Am 15. September sollten nach Beschlüs­sen des Obersten Rates in Paris wenigstens die wirtschafllichen ..Sanktionen" aufgehoben werden; die Aufhebung der militärischen wollte Frankreich selbst auf der nächsten Be­sprechung des Obersten Rates beantragen, wenn bis dahin Deutschland weiter seinen gu­ten Willen bewiesen hätte. So wenigstens hieß es noch vor einigen Wochen, und darauf wies die Deichsregierung mit besonderer Genug­tuung hin. Für die Aufhebung der wirtschaft­lichen Sanktionen war seinerzeit die Beding­ung gestellt worden, daß Deutschland am 31. August in Erfüllung des Ultimatums die erste Goldmilliarde bezahlt und die Entwaff­nung restlos durchgeführt habe. Beides ist bis zum letzten Heller, bis zur letzten Kanone und bis zum letzten Gewehr erfüllt worden. Aber die wirtschaftlichen und militärischen Sanktio­nen bestehen ruhig weiter. Die französische Re­gierung hatte eine Forderung 'gestellt, die zwar äußerlich die Zollgrenze abgeschafft, im übri­gen aber tatsächlich einen Zustand herbei- geführt haben würde, der eigentlich noch über das Fortbestehen der Sanktionen hinaus- ginge. Deutschland soll sich bedingungslos der Einsetzung einer Kontrollkommission fügen, die über den gesamten Ein- und Ausfuhrhandel an der Westgrenze zu /entscheiden haben würde. Das ist in anderer Form die Verewigung der Sanktionen und die Erweiterung des Loches 1 im Westen, durch das zum Schaden unserer Wirtschaft ftanzösische LuxuSwaren in unbe­grenzter Menge hereinströmen. Die deutsche Reichsregierung hat in einer schwächlichen Rote im Grundsatz der ftanzösischen Forde­rung einer Kontrolle über die Ein- und Aus­fuhr zugestimmt und nur bestimmte Milde­rungen im Wege der Verhandlungen ver­langt. Darauf ist sie einer Antwort überhaupt nicht gewürdigt worden, sondern aus der ftan­zösischen Presse erfahren wir, dah sich Deutsch­land einfach bedingungslos zu fügen hat, an­dernfalls bestehen die Sankttonen fort.

Man erinnert sich wohl noch der Vor­gänge bei Annahme des Ultimatum^ am 10. Mai. Da wurde ftnS mit aller Bestimmt­heit versichert, mit Unterzeichnung des Ul- ttmatumS würden die Sankttvnen sofort und

Abg. v. Kardorff über die Lage.

Berlin, 20. Sept. Auf einer Tagung Deutschen BolkSpartei in Lübeck führte Abg. v. Kardorff u. a. folgendes aus:

Die schwerste Krise, die wir seit dem Kapp- Putsch durchgemacht haben, ist der polttische Mord an Erzberger. Er ist eine Dummheit und ein Verbrechen zugleich. Die ganze politische Si­tuation steht unter diesem Ereignis. Wir t h s Reden am Grabe Erzbergers und auf dem Partei­tag des Zentrums in Berlin seien aber nicht gerade glücklich. Auch die Eingrifte in die baye­rischen Angelegenheiten bedeuten eine Ueberspan- nung des Einheitsgedankens. Kardorft rechtfer­tigte seine Zustimmung zu dem UÜimatum Datz es auf die Dauer durchführbar sei, glaube er allerdings nicht. In seinen weiteren Ausfüh­rungen stellte sich Kardorff auf den Boden der Demokratie, die er als die gegebene ©taatesfornt bezeichnete. Aber die Demokratie müsse behütet werden vor der Herrschaft der Klasse und der Strahe. Auch dürften sich die demokratischen Rft. nister nicht als Angestellte der Partei fühlen. Wir bedürfen heute einer Politik der Ruhe und der Sammlung. Ein Block der Mitte, Stresemanns gröhtes Ziel, muh Wuckttchkett wer­den. Verhängnisvoll wäre der Ruf ..Hte bürger­lich, hie sozialistisch!" Em Rechtsblock ift im Reiche und in Preußen unmöglich, da dann die Arbeiter die Republik in Gefahr sehen würden. Volksgemeinschaft, im nationalen ©eöanlen ge­eint, muh uns höher stehen als die Staatsform. Der Verlust des Krieges ist unser aller Dchmlb An dem Schlagwort vomDolchstoy m der Hei­mat" ist manches wahr, aber es ist em giftiges Scklaawort das vermieden werden mut). Mar- borffÄefi* am Schlüsse feiner Hebe b<m Steuerfragen zu. Er bezettziete die heutige Art ber Veranlagung als mihftch. da der ganze Ver- anlagungsapparat nicht funftioniere.

^Das Nachspiel zur Ermordung Erzbergers.

Frankfurt a. M^ 20. Sept. (Wolff.) 3n der Mordsache Erzberger wurde in Frank­furt a. M. der Leutnant a. D. Wilhelm p j n z festgenommen und der Staatsanwalt­schaft in Offenburg zugeführt. Ein Haftbefehl ist gegen chn erlassen worden.

Die Hetzerei derGermania".

Berlin. 20. Sept. (Privattelegr.) Die Germania" bringt einen AufsatzKap. pisrnus". welcher schllehlich die Frage auf- wirft: Hat Weihmann ober ber Reichskanzler Tatsachen aufzuweisen, bah in München unter bem Schutze ber reaktionären Regierung von biefer bemerkt ober nicht em neuer Kapp- Putsch von verbrecherischen Elementen, bie Den Morb als Mittel benutzen, vorbereitet würbe , Hier, Herr Reichskanzler, ist die formuliert« Frage. Beantworten Sie sie so schnell als möglich

Die Tarifverhandlllngen der Buchdrucker.

B e r l i n, 20. Sept. (WTB.) Die gestern in Berlin begonnenen Larisverhandlungen Des Tarifausschusses der deutschen Buchdrucker zur Festsetzung neuer Teuerungszulagen sind gc-

Berlin, 20. Sept. (WTB.) Der vom Re- parationsausschuh zur Beratung des Antrags Wissell auf Heranziehung der Sachwer t e für bie Reparation eingesetzte neungltebrige Ar- beitsauSschuh beschäftigte sich in mehreren ©fi­nnigen mit bem Angebot ber Industrie, dem Reiche durch Inanspruchnahme eines langfristigen Kollektivkredites die Mittel zur Erfül­lung ber auswärtigen Verpflichtungen für bie nächsten Jahre zur Verfügung zu stellen. In erster Lesung würbe ber von bem Referenten Dr. Wachenburg ausgearbeitete Plan yir Kredit­organisation gut gedeihen, der eine Zusammen­fassung ber Land- und Forstwirtschaft in An­gliederung an die Derufsgenoftenschasten vorsieht. Als Ärebitgrunblage ist eine Haftung der ein­zelnen Mitglieder gegenüber der gesamten Or­ganisation gedacht. Die Mitglieder sind berech- I tigt, diejenigen Beträge, die sie für die Amorti­sation mit Zinsen auftoenben, von einem bestimm­ten Zeitpunkt ab bem Reiche auf bestimmte Steuern zu verrechnen.

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automattsch fallen und Oberschlesien uns er­halten bleiben. Kurz darauf hieh es. die in Aussicht gestellten Milderungen würden ein- treten, wenn wir unfern guten Willen gezeigt I und die ersten Bedingungen erfüllt hätten. Auch das ist geschehen. Inzwischen ist man sich in Genf noch nicht einmal darüber llar ge­worden, wie man die oberschlesische Frage an­fassen, behandeln und erledigen soll. Die Sankttonen bestehen weiter, und ihre tellweise I Beseittgung wird von der Erfüllung neuer Bedingungen abhängig gemacht, die und neuen Schikanen aussetzen. DaS ist einseitiges Ein­halten von Versprechungen und Bedingungen gegen glatten Wortbruch auf der anderen I Seite. Unsere Regierung sollte sich viel ent-1 schiedener dieser Frage zuwenden!

London, 20. Sept. (Wolff.) Reuter meldet: ES scheint mit Sicherheit angenom­men werden zu dürfen, dah die deutsche Re­gierung die Entscheidung des Obersten Rates, nach welcher eine Organisation eingerich­tet werden soll, um die Gewährung von Einfuhrlizenzen durch Deutschland zu beobachten, loyal anzunehmen beabsichtige., Heber die genaue Auslegung dieser Entschei­dung gingen die Meinungen ziemlich weit aus- einander, indessen ist zu hoffen, dah die ganze Frage binnen kurzem geklärt sein wird, so dah die wirtschaftlichenSanktionen" hierauf aufgehoben werden. Die einzige noch ausstehende Frage Betrifft den Punkt, ob die interalliierte Organisation die Eigenschaft eines Beobachters haben soll, um über die Er­teilung der Lizenzen zu wachen, und über jede unbillige und unterschiedliche Behandlung an die alliierten Regierungen zwecks einer ettoa notwendig werdenden Aktion zu berich­ten habe, oder ob sie eine Körperschaft fein soll, die bevollmächtigt sei, gegen die Gewährung von Lizenzen ihr Veto einzulegen. Die brittschen Kreise sind für die erstgenannte

Heimatkunst'

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Erster Blatt M. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

in der sie die Aufmerksamkeit auf diesen schweren Bruch des Vertrauens lenkt.

Ein neuer Ausrnhr in der russischen Baltischen Flotte.

Paris. 20. Sept. Rach einer Havasrnel- bung aus Warschau wirb aus Helsingsvrs ge­meldet, bah in ber russischen Baltischen Flotte ein neuer Aufruhr ausgebrochen ser. 400 Offiziere seien verhaftet unb nach Moskau gebracht worden.

Deutsche Teilnahme an der Jahr­hundertfeier der mexikanischen Unabhängigkeitserklärung.

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