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Unterhaltung »Erhebung»Belehrung tz-^7--,

Dürer.

Au seinem 450. <Ec2nrrt3tag, 21. Mar.

Von Geh. 9tat Max I. Friedl änder.

Dm 21. Mxn 1471 ist Albrecht Dürer in Nürnberg zur Well ge&nnren, rn d <at dem Tage der 450. $keberL,^r dieses Ereignisses stroHlt sein 3hton leL'er wit> klarer je. Die nwberre >kMtsftorsctzung 'hat fidi bejvnders bendt t, Entwicklimg und B^eienSart dieses grvstten gccmani- fchen Mldnergeistes bormertcn. Erne Zu- sanrmensassimg der gc-vVirnenen Ergeb­nisse, vertieft durch langjährige eigene Bo- schcisdigimg mit Dürers Werk und Welt, Keitt mit der Meisterschaft des hervor* ragenden Kenners der StreEror des Bi­ld'er Kicherst 1-kal rnetts GSh Nat Max I. Friedlänber in etirem ret' illustrier­ten Buch, das soeben fm Insel-Verlag erscheint. Wir gelien aus der Gaarntwür- bigimg am SchLuß euren bezeichnenden Abschnitt wieder.

Wir Arten Dürer nicht aus Dankbarkeit für dre beglückeTiben und erbaulichen Kunstwerke, die er unS hinterlassen hat, oder doch nicht äusschftek- lvch, nicht hauptsächlich deshalb: des Denkmals würdig erscheint zumeist der ftrebenbe Mann.

Wenn die Manniafaltt'gkeit in seinem Dun befremdet, gilt es, die Eiulhit im Kerne der Per­sönlichkeit aufzufinden und bie Umstände des Ortes und der Zeit zu beachten, unter denen dieser Geist sich fro viel fertig entfalten Mußte, in Bildern, Holzschmitten, Kupferstichen, Bne en und Büchern.

Ban $ürurteilen unserer Zeit reinigen nnr uns, wenn wir in diese Leistung eindring en. Ter ästhetische Maßstab, mit dem 'nnr uns gewohn- heitSmäßig einem Maler nähern, t"t ju kurz ünd k«ne»megs ausreichend. Nach neuerer Borstellüng ist dervon jedem Zweck genesene" Künstler weder der Erkenntnis nach dem Leben, -andern nur seinem schöpferischen Ingenium verpflichtet und schafft in gehegter.und sogar bewußter Naivität. Die Devise des Künstlers lautet nid# mehr ,^1S ich kann', sondernwie ich nruß". Dürer war kern Künstler in dem Strane, den das Wort für unS ntid) langer Entwicklung angenommen Hut Die Kunst nur ihrer selbst willen, herrschend und isoliert: btek Zumutung wäre ihm fremdartig und überheblid) erschienen. In ernster Sittlichkctt wagte er der inneren Stimme nur so weit zu folgen, wie er sicher war, ju dienen, »zu heften und zu nützen.Durch das Malen mag angezeigt werden das Leiden Christi und wird gebraucht tm Dienst der Kirchen Auch bewahrt das Gemälde die Gestalt der Menschen nach ihrem Sterben.''

Dürer war kein Handwerker. Auch der edle und gefeierte Begriff des alten deutschen Hand­werksmeisters deckt seinen Berus keineswegs. Immerhin ist es nützlich den Ausgangspunkt ferner -Sendung festvrstellen tm handwerklichen Baker- Hause Seine Ahnen waren Goldschmiede, fern Vater war ein Goldschmied.

Aus den wenigen, fiel empfundenen Worten, mit denen Dürer dieses BatrrS gedenkt, spürt man, wie fiel sich der Geist der mittelalterlichen und bürgerlichen Arbeitsstätte ihm etngeprägt hatte. Wie weit er sich auch von btefrm Heimatsboden ent­fernte, alS Erbe blieb ihm die em ft re Tüchttgkeit der Hand, die Arbeitsamkeit als sittliche Verpflich­tung und die ernste Gläubig Seit.

Der Handwerker fühlte sich alS guter Bürger, alS ein nützliches, selbst notwendiges Gll"d der Gk* wein de. Tiefer wrrtscha sv i.tien und gesellschaftlichen Geborgenheit entsprach die gciftiie Harmoure zwi- lchen dem Arbeiter und dem Auftraggeber, zwischen .Wärmen, Wollen und Sollen. Man war zufrieden, indem man Bedürfnisse, befriedigte. Dürer preist seinen Baker älS einenkünstlichen", also kunst­reichen Meister, der die Unterweisung bet Den großen Künstlern in den Niederlanden aufgesn.-l# hätte. Allein dieses Künstlertum lag noch Kon­fliktlos im Dmidwerksnesen, war sozusagen tm» manent, wirkte noch nicht alS Sprengstoff.

Bereits Dürers erste Regung von Selbstrndig- frit bedeutet eine Bweaung gegen die fanrilien- hafte und gilta mräßige Gebundestlieit. Tie ,Lust" trieb den Knaben zur Malerei aus der Gold- schmiedewc-rfslatt heraus. Nicht als ob der Maler nicht ebenso ro;e der Goldschmied ein Handwerker «wesen wäre. Weniger der Berufsloechsel als das Motiv wu diesem Berufswechsel entscheidet. Hätte der Knabe die Malerei ettvo wegen besserer ErwerbSauUliclü vor gezogen, so wäre er aus dem Gehege der alten Ordnung nicht heranSgetretcm, die Z(ßirft" aber, die ihn trug, war die frühe Der- kündlgung, der erste FWgeksckllag einer Gesbal- tungSknast, die sich vom Mutterboden der Tradition abläste.

Dürer bat die Kräfte, die sich in ihm regten, nicht nur gefühlt, ist sich nicht nur ihrer bewusst geworden, sondern hat sie sogar nurhfam in der brutschen Svracle, die er zu ästhetischer Erwä­gung erst geschrmndvg mache, muhte, formuliert. Immer wieder fcmfrrti er auf den Gegensatz zwisclen .^Gebrauch" undKünst" Ui sprechen.Gebraust»" tst ihm die ererbte Prarrs, das in den deut selben DerTstätten durch Beispiel überlieferte und ge­pflegte Können. Sein Wollen fand kein Genüge an dem Viecher hol en gewohnter Handhabungen. ^Nicht als ob er den Hang verspürt hätte, mit der Tradition zu bredicn, sein Streben ging vielmehr bewuhl unb ausgesprochen daichr, denGebrauch" mit derKunst" zu verm Ahlen.Tenn Gehranch und Kunst müssen beieinander fein." Sem Edr- Ski» lehte Jid> zum Ziel, dem Handwerk einen tbcoretstch vegadndeten, lernbaren Unterbau *u 1 masten. UnterKunst" nämlich versteht er nicht, '°tr damit meinen, vielmehr erkeimtnistafte Beftnrnrng und methodisch bemühtet Tün. Aller- «nH spürte er das oeht-tnini8no4Ie und traumhafte waltat der Phantasie und tat wgar für daS Un- axrfTprertf idz herrliche Worte gefunden. Tomack >ah swr en-on Weg mistoärts vor sich, den Weg flebanTTtd-cr Aukklänmg

Ter alte Gesellschaftsbau l-vkerte sich auf Tie Dia"er waren unter dm ersten, tne auSbroctan Dürer war zeitlrirenS cin guter Bürger, em treuer Sohn Nltrnbergs und (am bis an sein Ente all.m 'Verpflichtungen ^'vi flnihaf t nach. Dennoch reg. lei sich in ihm unrnlnge Triebe nach M.m'd-rbcu leit namentlich fern von der Heimat Der Mcmi der 1506 in Venedig den Waacruf auSstieh: , Wir wird mich nach der Sonnen frieren. Hc-c bin , ' ein Herr, daheim ein Sebmaretzer", ixitte <n ;

ein zufriedener Handrverler zu sein, er ighntt ein neues Herrentum und witterte d-,v Ruhm der als ein dem Handwrkstoneil strmdeS als eine Entlohnung von höherer Art die gesell- schafkliche Stellung, svwe tne seelische Struktur 'taS Walers völltg NHltfe

Dürer sagt tm5, mit wem er irmging, novrent- lich im Tagebuch der niederländischen Reise. Er ^ielt sich zu der Gelehrten, Geistlichen, Staate i-efretären und Kaufherren, also Leuten, die ftch nicht durch ihrer Hande Arbeft ernährten. Bon den Handwerkern traten ihm nur Goldschmiex und natürlich Maler naher. Antwerpen war eine moderne Stadt, icm sich der höhere Stand, die Gesellschaft, «u hüben begann. Tne Maler, Bild­hauer und Goldschmi^e stiegen in die Oberschicht auf, nicht als Mitglieder ihrer öWre, sondern eiw- t,rfn dank persönlickZer Tüststigkdt. Talent, Auf­treten und Berühmkl-eit wurden entscheidend. Jeder ausgaeichnete Maler, und Durer selbst tm höch­sten Grade, trug dazu bei, dem KünUerberuf neu­artige Einschätzung zu versdraffon. Die nieder- ländischen Maler ehrten sich sÄbsti, indem fie den deutschen Kunstgenvssen laut feierten.

Warn man den Humanisten Prrlhermer, den geistesstolzen Patrizier, frug, wie er mit einem Maler so vertraut verkehren könnte, dann tat er vermutlich nicht nur die Tugenden und geistigen Gaben Dürers gerühmt, sondern auch antike Sckriftststllen zitiert, wo von großen Malern und Bildhauern, nicht aber van Bäckern oder Schustern die war.

Kein Maler, der in dieser kritischen lieber- tzangszeit tätig nxrr, als sich Künstleurnspruch über Handwerksübraig erhob, hat io wie Dürer die Spannung der Wende empfunden, weil nrematw zugleich so gewssenhaft und treu, zugleich fv stveb- ram und bewußt an der Arbeit war. Seftr Bürger­sinn war so gvoß wie seine .Ruhmbegier, seine 'Heimattreue so stark totefeine 'SlcirKuItDaraus entstand Widerstreit und tragischer KvnfliÜ. Elie- mals malte man sich den Meister warm im Neste sitzend aus in glücklicher Harmonie mit Gott und Welt. Tamit ist cs nichts. Dürer bat die Un­sicherheit und Isoliertheit seiner Position mit Be­ängstigung empfunden, namentlich in seiner Ju­gend. ES nxrr schwer, dieLust" mit der Pflicht in Einklang zu bringen. Wenn er als Lebrknaoe in Wolgemuts Werkstatt viel von den Knechten zu leiden hatte, mag schon damals die stumpfe Ge­wöhnlichkeit sich in ihrer Art gegen das Genie gewehrt haben.

Die Selbstbildnisse lehren un3, tote "Dürer aussah, tote er ausizus^hen wünschte und tue!die Vorstellung er sich von seinem Wesen gebildet hatte. Sdwn, daß er sich sv oft porträtierte, deutet auf ein Selbstgefühl, das, nicht aus Stand, Macht und Vermögen gegründet, die Hülle des eigenen Wesens mit gesteigerter Teilnahme be­obachtet. Barttradst, Kleidung und Haltung ver­raten, daß er sich in der Griebeiraxng auszuzeichnen trachtete. ES war nicht Brauch, solche langen, sorgsam gedrehten Locken M tragen, wie sie in dem Bildnis tx>iu 1500 zur Schau gestellt sitch. Die frühen BLdnisst lassen eine leicht verletzlicl^e Seele ahnen, die sich verschlteht rast) abwenc-et, doch, ihrer UehMcgenijeit und Besonderheit dumpf bewußt, begrüßt nrrben modjte, bei geringer Hoff­nung, daß sie verstanden würde. In dem Porttät von 1500 blickt uns ein Mamr in die Augen, der sich Höchst feietlich uf.irmt. Das Jdvalschema des mämüid.en Kopses las er dem eigenen Antlitz ab ober trug dieses Schema in sein Bildnis ein.

Ter Anerkennung bedurfte Dürer, einer Be­stätigung seiner AiisiervrdeirtlidKrt im Urteil und Verhalten seiner Mitbürger. Seine sittlich ver­pflichtete Natur konnte aus umubetörter Ein­samkeit erlöst werden durch Dank, Wiikung und Erfolg. In den Briesien aus Venedig ist Dürer noch jung genug, den Beifall mit gesundem Hunger zu geniesten. FreÄich ist der fast übermütige Jubel gemischt mit Reiselust und Ireude an (übltdKT Sonne. Ju Venedig war der deutsche Maler eine Ausnahme und erregte Aufsehen. In der Heimat drückten die Standcssesstftr und waren schwer und langsam zu lösen.

Die flciambe Schätzung seiner Fähigkeiten, namentlich aber das Bewußtsein, frnft seiner per­sönlichen Gaben zu der hätten und verehrten Schickü deS Geistesarbeiters zu gehören, gab seinem Auf- tteten eine neue Sicherheit und Freiheit, machte ihn umgänglich und liebenswürdig, so daß er in den Niederlanden überall leicht Zugang sand. Die Sonne des RuhmrS verscheuchte die scheue Ver­schlossenheit, die feint Jugend überschattet hatte.

ttenmgen werden die Probe der Kleidsamkeit be­stehen. Und wer nur wenio Garderobe sich halten kann, wähle lieber neutrale Töne, iw vornehm und praktisch sind und bleiben, putze nur durch kleine bunte Zutaten aus Freilich der Sommer verlockt zum Farbcnftohsinn. Die frische Jugend darf darin mehr als das reifere Alter wagen. Und sie darf den Halsansatz und die Unter­arme zeigen, wie cs die Mode immer noch begehrt. Das reifere Alter wird den kurzen ober halb­langen Aerrneln bauschige, in ein Bündchen ge­faßte oder auch weit aussallende Unterärmel an­fügen wie aus unserer Mütter Iigendzeit.

Die heutige Jugend darf eint Schärpe oder einen breiten, bestickten Gürtel um die tief ge­zogene Taille schlingen: sie darf ein Stück fein be- strumpftes Bein aber nicht bis zum Knie! den Blicken preisgeben Nur vor den bösen Stöckelschuhen hüte sie sich! Die hohen Ab­sätze sind geurndheitsmordend. Manche junge Frau wird bei späteren Leiden mit Reue daran zurück­denken, daß sie als junges Mädchen die Absätze nicht hoch genug bekommen konnte.

Eine hübsche Neuheit ist der Jumper, ein kurzer Kittel aus Seihen trübt, der an Stelle der Bluse getragen wird.

Die reifere, gar die ältere Frau ist immer noch von der Mode karg bedacht. Gigentikfi gar nicht bedacht. Darum sei aber auch s i e der Mode gegen­über spröde und verzichte darauf, alsletzte Neu- foeit" gekleidet zu fein. Sie sei und bleibe eine würdige Gestalt? Was nicht sagen will, daß sie auf alles und jedes Modische puritanisch ver­zichten solle.

Der Grantt, seine Gewinnung und Verarbeitung.

Die Kunst, gewifle Hartgesteine, besonders Granit, zu sdjLeifen und zu polieren ist alt. Be­kanntlich wird durch das Schleifen der Gesteine die Struktur, Farbe und Schönheit deS Materials noch besonders zur Geltung gebracht. Bei uns in Deutschland hat sich im Saufe der Zeit eine ganz bedeutende Industrie entwickckt, welche sich mit der Herstellung von polierten Baustoffen, DQtkmälern usw. aus Hartstein befaßt. Tie meisten Grwrit- schleifereien liegen im FichöeftVebirgc, wo die dort vorhandenen mannigfachen farbigen Granite, Sye­nite und Porphyre eine große Industrie erwachsen ließen. In einer AarzaN von Steinbrüchen 'wird das Material gewonnen. In Friedenszeiten wur­den auch viele Arten fremder Hartgesteine einge­führt und verarbeitet.

Die Gewinnung des Rohmaterials geschieht mit modernen Hilfsmitteln. Große Kranen heben die Gestei ns massen aus den Brüchen und mit Preßluftbohichimmern werden die Steinblöcke an­gebohrt und durch Kelle auseinander getrennt. Ein Stamm von erfahrenen und gut geschulten Ar­beitern befaßt sich mit der weiteren Bearbeitung des Rohmaterials. Von Steinmetzen loerben die Granite kunstvoll behauen, nachdem die Steinsägen schon zeum großen Teil oorgoarbeitet haben. Ganze Reihen von Steinsägen, welche Tag und Nacht laufen zertrennen auch die härtesten Steinblöcke mit Hilfe von Sbahlsand. Haben die Sterne ihre Grundform erhalten, so kommen sie in die Sch lei- ferei. Hier sind sowolX Hand- wie Dioschinen- sdstcifer tätig, um das Material zu Kbleitcn und bis zur Hochglanzpolitur zu bearbeiten. Das Schleifen^ der Steine geschieht zuerst mit Stahl­sand, später wird mit Carborundran und mit Schrniryel nadw'fdüiifen und zuletzt wird mit Filzsdxiben die Politur auf dem Stein erzeugt.

Eine Spezialarbeit ist die Platten Herstellung. Die Gvanitblöcke werden in großen Sägegattern in 3 Zentimeter starke Platten auseinander geschnit­ten. Diese werden fein poliert, auf das richtige Maß zugeschnitten, um dann die verschieden­artigste Verwendung zu finden. Zu erwäfoien ist noch die Säulendreherei, wo sowohl Monumental-- säulcn als auch Walzen für technische Zwecke her- gestellt werden. Für die Dreherei werden die Granite von den Steinmetzen nur roh behauen und dann auf der Drehbank mit besonderen Vor­richtungen und eigens geformten Rollmefsern ab- gedveht und schließlich poliert. H. H.

Vie Sommermode.

Von Margarete Pvchharnmer (Berlin).

Die Mode wandelt immer noch in gleicher Bahn. Sie schreitet im kurzen Röckchen, mit spinn­webfeinen Florstrümpfen, durch die die Haut der Beine fd)immert. ans zierlichen Stöckelschuhen ihres Weges dahin Viel Neues hat sie Heb zum nächsten Sommer nicht auSgedacht. Eine deutliche Note haben eigcmlich nur die Hüte, an denen irgend etwas hängen muß: sei's eine große Blume, eine leichte Feder oder in die Länge gezogene Seiden schleift. An der rechten oder linken Seite oder gar an beiden muß dies Gedaumel herunter hängen. Sonst ist der Hut nickst modern. Zum Glück Kann man alte Hüte leich! in diesem Sinne umändern, kann auftechte Garnituren zuni Liegen bringen. Und zum Glück kann man überhaupt selbst" für die Kleidung mancherlei tun. Ist cs doch bei den heutigen Preisen vielen Jagen wir aetrvst den meisten Frauen der besten Gesellschaft unmöglich, in früher gewohnter Weise ei'izukausen Der eigene Kopf, die eigene Hand müssen stark mitbelfen, will man einigermaßen Schritt mit der Mode halten.

Ich möckste hier eines neuartigen RattreberS für solche aus sich selbst gestellte Frauengedanken, eines NatgeberS, dessen sich schon viele elegant fein Wollende mit Erfolg bedienen: die sogenannten Nielsen-Kleid-EntwÜrse der PotSdanvr Künstlerin o-rau Else v. PorcmSkv. ES sind btbioibuellc Modebilder, die für jede Bestellerin ie nach Wunsch und Geschmack entworfen werden. Wer sich durch Steigern deS jeweils Modetvvischen lächerlich macht, tragt selbst die Schuld: dan nicht oic Ver­antwortung aufbie Mode" abwälzcn.

Bestimmte Modefarben gibt es nicht. Erlaubt sind alte Farben des Regenbogen^ und alle teucbtfnbm ober Pastell warten Misch- tone. Wer d« AusstellungFarbe unb Mode" gesehen bat, d« kürzlich trt ter Akademie I der Künste in Berlin stattfand der roeifo m welch eine jaudner.br warben freudig kett

sich die Mode diese» Sommers Milt Zu einer Farbenorgtt «cadezu^wurde bv An ä.ifung leuch tenber Buntheit ni stossen mtb jMnVm Man- teln, Blumen. Bandcm F-'deru unc Hueu. G# taten einem davon die Augen web Und das nüchterne Nachdenken warnte Vorsicht Poc- licht ün Geb macht alle diele grriku SchtU-

Das Maikäfer-Pwblrm.

Der Maiküfer, die Freude der Kinder und der fkrger des Landmannes, hat sich in diesem Jahre reichlich eingestellt. Das Auftre-ten des braunen Ge- seilen ist aber mit einem wisjenschvftlichen Problem verknüpft, das bet uns M Deutscküand noch nicht genügend erforscht ist. Nur eine planmäßige Beobachtung unb Berichterstattung während einer Reihe von Jahren toratte dazu führen, daß auch bei uns in Deutschland für jedes Gebiet, in dem der Maikäfer als Schädling auftritt, das Eintreten eines Flugjahres vorauSgesehen und eine plan­mäßige Bekämpfung in die Wege geleitet wird Au diesem Zweck ist im vorigen Jahre von der Biolo­gischen Reichsanstalt für Laub- und Forstwirtschaft eine Umfrage veranstaltet worden, die viele Ant- Worten ergab und in diesem wie in den nächsten Jahren wiederl-vlt wird. An anderen Ländern ist die Maikäferforfckmng bereits weiter gediehen unb bat B. Niederösterreich die Maikäferilnglahre ge­nau feflgelcgt Eine restlose Aufklärung de-s no­blem# aber ist in der Schweiz erfolgt, wo bereits seit mehr als 103 Jahren die Maikäferbevbachtung imb -bekämpfnng systematisch betrieben wird. Auf Grund eines kürzlich erschienenen umsassenden Wer­kes von dem Sckvveizer Oberforstinsvestor Prosesfor Tecoppet behandelt diese Lösung des Maikäfer- Problems in her Schweiz Dr H Sacknleben in der Naturwiflenfcbastftchen W<xl>enschrift". Die Mai- läfer treten in beiiimmten Gegatd<m nur in ganz bestimmten Perioden auf, unb man tat früher ge­glaubt, daß diese Flu«iohre von der Witterung ab­hängig sind unb von den LebcnShedingu ngen, unter denen fick die Engerlinge entnnckeln. Tonn aber könnte die Wiederkehr der Maikäfer nicht in regel­mäßigen Zeitabnänden eriolg-m unb doch ist dies nach den jo hrfehnt dangen B-olochtungen der Fall. Ter urfprüimlidx und am weitsten verbreitete Gnt- iincklungSzyttus der MaiWer i'flirint der dreijähi-ige zrr sein. In mrr.timigen Abuänden kommen sie nur in einigen Wpenubibcm wieder, in Norddeutsch- land, in Don-mart und England, in einzelnen üv-qtnden Norbeirmpc. aum in tün jäh. ig^n D». ständrn. Inder GA.'-trci) findet sich nur der brei- löhrige Gnömalun,] der auch durch kalte

vnne ^ngriHbrt. <5* halben sich -wei oerfdxcbrne Maikäftrrassen auigebildet, eine her Ebenen unb euv her HockttLer, die mindestens to cujc beUwutte Zeit ajnlicn bkibea, scW wem»

| das Insekt neuen klimatischen Betmisungen nnttw worfen rarri). Mit Ausnahme der Hochtäler, wo | auch in der Schweiz eine merjährige Periode feste zrmellen ist, gibt es drei Gebiete in bäten dos Flug* iahr der Mailräer alle drei Jahre wiederkehrt. ES sind das das Basler Flugjahr, dessen IahurSzahk genau durch drei teilbar ist, so daß es buri 1917 und 1920 Flugjahre gab unb 1923 wieder eins zu ertvarten ist, das Berner Fluchcchr, bei dem bei Dreiteilung 1 Rest bleibt: 1918, 1921, 1924, und bttf Unter Flugjahr, bei dem Rest 2 bleibt: 19 16, 1919, 1922. Das Berner und Unter Flu»iahr sind bereits seit dem 17., das Boiler Flugjahr seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Zwei ober gar drei auf« einanderfolgende Flngjahre finden sich äußerst sel­ten und nur in Gegenden an der Grenze jrorict Okbiete mit verschiedenen Flugjahren Die Engn> ltnge des Hauptstammes rerhindern die Entwicklung ein oder zwei Jahre jüngeren Larven, indem fie ihnen die Nahrung fortnehmen. Im Kanton Zurich bestrU seit dem Jahre 1807 eine durchgrei- sende Organisation der Berichterstattmig und Be- kampftmg. Zu Beaimt des 19. Jahrhundert- herrsch^ dort das Benter Fluajachr: dieses war Segen 1840 von dem Urner Jahr ersetzt, bad seit 1910 abmmmt. Wahrscheiulich hoben die seit 1807 angewandten 2k[ämonnig?mittel unb die nassen ^jabre 1813 bis 1817 das Benter Flugjohr völlig txinicntet, so daß die Käfer bet Urner Periode sich öermejren und thre Flugjahre durchsetzen konnten. Die Bekampnmg und Vernichtung der Maikäfer- Plage ^ßt sich nur dann wirklich durchführen, wenn man über die Flugjahre genau unterrichtet ist.

Walther von der Vvgeltveide.

er Teilnahme unb lebhafterer

orcube als sonst blättert man jetzt in ben Dich- tunffnt unseres altdeutschen Lyrikers Walther von der Bogelwerde, der ein Kind Tirols war, deS schönen Berglands in tfer Südmark, das sich m

, Unahbängigfeii txm der etwas zaghaften unb Altchen Wiener Politik für ben Anschluß an daS Treuliche Reich erklären will. Tirol hat noch manch« andere alte Urkunden deutscher Art auszuweisen, r«von uns das Sonderbest der anregenden Zrit- ahiü.Ua an.f.t___» ^uch einige

Glanzstücke Walthers in der Simrockschen Uebev« tragung wtedergegeben sind, darunter

Die verschwiegene Nachtigall.

Unter der Linden, An der Heide, Wo ich mit meinem Tranten faß, Da mögt ihr finden. Wie wir beide

Die Blflmen brachen imb das Gra-. Bor dem Wald mit süßem Schall, Tandoradei!

Sang im Tal die NachtigaN.

Ich kam gegangen Zu der Aue, Da fand ich mehren Liebsten schon: Zch ward empfangen, ^eilige Fraue!

Daß ich noch selig bin davon. Ob er mir auch Küsse bot? Tandaradei!

Seht, wie ist mein Mund so rot!

Da ging er machen Uns ein Bette Aus süßen Blumen mancherlei. Des wird man lachen Noch, ich wette. So jemand wandelt dort vorbei. Bei den Rosen er wohl mag, Tandaradei!

Merken, wo das Haupt mir lag.

Wie ich da ruhte. Müßt es einer. Behüte Gott, ich schämte mich. Wie mich der Gute Herzte, keiner Erfahre das als er und ich Und ein kleines Vögelein, Tandaradei!

Das wird wohl verschwiegen sem.

Etwas vom S«fran.

Safran macht ben Kuchen gel", dieser 8er» m uns allen aus unserer Kinderzett geläufig. Was Safran ist, unb wv er herstammt, das wissen aber die meisten nicht. Man kennt ihn als tut braunrotes Pulver, welches in ben Apotheken tx* hältlich ist.

.. eme her ersten grüßt uns im Frühling dre blaue Blüte des Krokus in den Gärten Auch wild wachsend begegnen wir ihr auf Wiesen. Eine 11(1^ Verwandte unseres einheimischen Krokus, die m südlichen Ländern wächst, ist die Pflanze, die uns bat Safran liefert. Aus ihr wird bet Safran auf tojgenbe Weise gewonnncm. Sofort nach dem Aufblühen, am kosten am frühen Morgen, werden Die noch geschlossenen Bluten gepflückt, und in Körben gesammelt. Tarnt werden, diese Arbeit wird von Frauen verrichtet, die Narben, bie Zünglein" aus den Blüten herausgerissen und aus Roßhaarsieben über erhitzten Steinen lang­sam gedörrt. Die getcodnete Narbe des Zkrokus ist der Safran. Tie Heimat der Pflanze ist unbekannt. Wer wissen aber aus alten Inschriften, daß schon dte alten Aegypter den Safran kannten und ihn al» Ar-ua verwendeten. Im ganzen Orient bis nach Ghma hin ist er seit Jahrtausenden bekannt. Viele Schriftsteller des griechischen unb römischen Alter­tums «Mähnen ihn. Auch tm Mittelalter ist ost von ihm btt Rede. Heute findet der Safran nur noch m geringem Maße medizinische Verwendung. Da- gegen wird er wegen seiner kräftigen Farbkraft als Färbemittel und wegen seines schwach bitteren, eigenartigen Geschmackes als färbendes Gewürz viel verwendet Besonders der Italiener liebt ben Safran als Gewürz für seinen Rifott unb feine Rubeln. Äutb nt der Schweiz und in Oesteix /r Gewürz gebraucht. Bei und in Deutschland und in andern Ländern wird er noch dem obigen Kuchervcrs auch .um Kuchensärben benutzt. Diesen Gebrauch erwähnt schon WMiam Shakespeare.

meiste Safran kommt aus Spanien, Süd« frankvach unb einzelnen Teilen Oesterreichs und Ungarns, too er tm Großen gewonnen wirb. To bie Verarbeitung bes .Wud und die Gewinnuna des Saftans viel Arbeit erfordert, stelll er ein verhältnismäßig kostbares Gewürz 6ar.