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anb Geichaflsstelle 51. Anschrift für Drohtnach- rid)ttn Anzeiger Aietze«. postschecftvnto:

grenffart a. DL 11686.

Eine Aussprache in der französischen Kammer.

Paris. 18. Oft. (WTD.) Die auher- orbent liehe Session der Kammer ist heute nachmittag eröffnet worden. Präsident Aaoul P e r e t gibt Kenntnis von den eingcgan- qenen Interpellationen und fragt den Minister­präsident Driand. wann er bereit fei, diese

Aus dem englischen Parlament.

London. 18. Oft. (WTD.) Rach einer Ferienpause von zwei Monaten trat heute nachmittag das Parlament wieder zu

lichen Sanft<vren aufg?hoben habe. Er erinnert daran, das) heute der Jahrestag der Schlacht von Jena sei. 3m weiteren Ver­lauf seiner Rede kritisierte Daudet heftig dte Politir der Regierung und erklärt, die nach­folgenden Regierungen würden einen Krieg führen müfsen. Minister­präsident Driand protestiert,, aber Daudet wirft ihm vor. daß er Frankreich den Rat ge­geben habe, sich die Ohren mit Baumwolle zu verstopfen, um nicht diejenigen zu hören, die schon 1913 und 1914 auf die deutsche Gefahr auf­merksam gemacht hätten.

Die interfraktionellen Besprechungen.

Berlin. 19. Ott Der Interfraktio­nelle Ausschuß des Reichstages beschäftigte fick gestern in einer Sitzung beim Reichskanzler mit der Frage der Kredithilfe durch die In­dustrie. Auch die politische Lage wurde be­sprochen. jedoch wurde eine Klärung nicht erreicht. Die Sozialdemokraten wiederholten ihre Erklärung, daß ein Rücktritt des Kabinetts Wirths nicht angängig sei.

Verhandlungen RathenauS mit tKngland?

Berlin. 18. Oft. (Wolff./ Iu der Web düng der ..Daily Mail" daß Deutschland mit der engli'chen Regierung über die Ablösung der Geldzahlungen dirch SaÜ (e l stun gen Verhandlungen anknüpfte, tinrZ) bcn -Dldt tem von zuständiger Stelle mitgetmlt. von I Verhandlungen keine Rede tan hätten

nur i'nverbmdliche Be'prechurgen RathenauS mit

I dem englischen Botschafter staUgefunden.

Als erster Inte pell:tionsredner ergreift hier­auf der Radikale M a r g a l n c, der zu Tegmn seiner Rede über die o b e r s ch l e s i s ch e Frage spricht, das Wort. Er seht den Standpunkt Deutschlands und Polens sowie den Frankreichs und Englands auseinander und erinnert daran, unter vxlchen ilmVä/ib.Tt die Ang legen he.t dem Völkerbund überwiesen worden sei. Er bedauert, daß Deutschland einen beträchtlichen industriellen Einsluh im Industriebezirk von Oberfchlesien be­halten solle. Der Redner spricht alsdann von der Wask ngtoner Konferenz und drückt seine Besrie- digung darüber aus, daß Driaad selbst Frank­reich dort vertreten werde. Margaine verbreitet längerer Rede über die innere Lage

einer kurzen Herbsttagung zusammen. In der es sich in der Hauptsache mit der industriellen Krise besaßte. Kennworthn beantragte, daß außer der Arbeitslosenfrage während der Herbst­tagung auch eine Möglichkeit zur Erörterung der oberschlesischen Frage, der russischen Hungersnot und der irischen Lage geboten werde. Aus eine diesbezügliche Anfrage wurde die Ge­samtzahl der Arbeitslosen von selten der Regie­rang auf 13,4 Millionen angegeben LloydGe - o r g e bestätigte die bereits gemeldete Zusammen­setzung der Delegation zur Washingtoner Konse­renz. Sr sagte un^r allgemeinem Beifall, daß er hoffe, persönlich nach Washington geben zu können, sobald die parlamentarische und die allgemeine Lage dies zulassen. Lord D e a 11 h wird in Washington die britische Flotte. Lord Cavat das britische Heer und Lnftmarschall Higgins die brrltischen ßuftftrrilf äftc ver­treten. Sir Bauerice H a n k e y wird ebenfalls nach Washington gehen. Ehamberlain teilte mit daß die Regierung im Zusammenhang mit £XAf Arbeitslosens rage vier Gesetzentwürfe cinfcringcK würde. Lloyd George würde morgen bei ihrer Einbringung eine allgemeine Erklärung über dte Dolitik der Scaierana abaeben. Eamoerley gab

Interpellationen zu beantworten. Briand erklärte, es fei wohl gut, die Interpellationen über hie allgemeine Politik der Regierung und über die auswärtige Politik der Regierung miteinander zu Detbinöen; die Regierung stehe sofort zur Ver­fügung des Parlaments.

hinwegsehen. .

Vicht für alle Zeiten wird der Grenzstein, den der italienische König soeben feierlich enthüllt hat. am Brenner stehen. Südtirol bis Salurn ift kern- deutsches Land, und die italienischen Soldaten, die da herumstolzieren, nehmen sich genau so fremd aus wie die italienischen Leute. Das merken die Ita­liener selbst am besten, und Einsichtige unter ihnen sind heute bereits entschlossen, danach zu handeln. So siel erst dieser Tage von sehr bedeutender ita­lienischer Seite das Wort: »Wir wissen gam ge­nau, daß wir das deutsche Südtirol nicht auf die Dauer behalten können. Wir wollen es auch nichL Die Freundschaft und der Handel mit Deutsch­land sind uns viel wichtiger." Dies ist ein weises □Dort aber einstweilen nur ein Wort und das eines Einzigen. Bis es in die Wirllichkeit um- aeseht werden wird, kann noch geraume Zeit ver­fließen. Diese Zeit aber wollen wir vom Reich auSnühen. die wackeren Deutschen in Südtirol in ihrem Dasein nach Kräften zu unterstützen.

Pestwünsche."

Der Sozialist Eompsre Morel laßt sich in einem Wortstreit mit Daudet ein. Daudet aber fährt in seiner Rede fort und spricht von den zahlreichen alarmierenben Rachrichten in Deutsch- land. Er spricht von Worten Ludendorffs und sagt zu Driand, er habe durch den Mangel an Klarsicht sowie durch feine Schwäche den Krieg nähergebracht. Man hätte Deutschland die Hand an den Halskragen l e g e n und die Ruhr besetzen müssen. Driand aber habe die französischen Soldaten für nichts mobilisiert.

stützuna erwarten, denn die führenden Persönlich- stch sodann in längerer Rede

leiten im Lande sind selbst viel zu klug, um nicht rn China unb erläutert die Interessen Japans, eiruu»fehen daß Im Augenblick mit Gewalt nichts der englischen Dominions und der Vereinigten aiuufanaen ist Staaten m China. Die englischen Dominions wur-

Zunächst ein Wort über die wirtschaftliche den England und Frankreich dazu bringen, eine ßage Die Hauptei zeugnlsse des Landes, auf denen gute Rolle hi China zu spielen.

der Reichtum beruht, sind Wein und Obst. Haupt- Der Sozialist M o u t e t interpelliert alsdann abnehmer für beide Produkte war der Rorden. ü^r die Maßnahmen, die getroffen werden müß- also das Deutsche Reich und Oesterreich. Italien tcn. um den Hungernden in Rußland hat selbst Wein und Früchte genug, auch kein Hllse zu leisten. In einer Zwischenbemerkung er- Interesse an der Förderung deS deutschen Wirt- ^ärt Ministerpräsident Driand. die sranzo- schastSlebens, und der Rorden kann bei diesem ^sche Regierung und die anderen teilnehmenden Stand dcr Valuta nur in ganz geringem Umfange Staaten Im internationalen HllsSausschuß hätten alS Abnehmer in Frage kommen. Wären nicht in keine Hintergedanken und nur das Ziel im Auge, diesem Jahre nennenswerte Weinkäuse von der Hungernden Hilfe zu leisten. Das sei eine Schweiz getätigt worden, dann wäre die Lage für menschliche Pflicht. Das Komitee habe aber die die Dauern und den Weinhandel noch viel kata- elementare Pflicht gehabt, sich zu versichern, daß strophaler. Die Holzindustrie, auch ein wesentlicher Hilfeleistung tatsächlich ihren Zweck erreiche Faktor Im fübtiroler Wirtschaftsleben, liegt ganz- unj> pah die Zuge mit Rahrungsmittel nicht ge- lich darnieder. Richt weniger als 300 000 Kubik- plündert würden. Abg. Moutet forderte die meter Holz, die nicht abzusehen sind, liegen auf Regierung auf, sich den Grundsätzen Dr. Ransens den Lagerplätzen herum. Zahlreiche Konkurse sind I anzu schlißen. Jetzt sei es noch Zeit, Rußland bereits eingetreten, weitere werden erwartet. Zu I «u helfen.

diesen Schwierigkeiten, unter denen die Devölke- Als dritter Interpellant tritt alsdann der rung furchtbar leidet, gesellt sich trotz des hohen Royalist Daudet auf. verbreitet s ch über Llrestandes eine schwere Geldkrise. Zwar wurde die Aufhebung der wirtschaftlichen Danktronen die österreichische Krone, wie bereits betont, zu [n Deutschland, die fünf 'Wochen nach Der Er- 0 60 Lire uingerechnet, aber bares Geld hatte die mordung des Kommandanten Montallgre erfolgt Bevölkerung, in der Hauptsache also die Bauern. |ei Rach seiner Ansicht scheine die Regierung in größeren Mengen nicht. Ihr Besitz besteht in Deutschland gegenüber eine ftarbeftimmte Polilft Grand und Boden und in österreichischer Kriegs- zu verfolgen, die zum Ausdruck komme durch anleihe. Von der Viertelmillion Deutschen In Süd- ms Abkommen i n Wiesbaden.

tirol sind Im Kriege nicht weniger als 326 Mil- biefem Augenblick unterbricht von der

Honen Kriegsanleihe gezeichnet worden ein glan- öffentlichen Tribüne aus, in der die Parlaments- xenber Beweis für bie treue vaterländische ®e- jouonalisten sitzen, jemand Daudet und nennt ihn finnung, zugleich aber auch ein Gradmesser für die Verräter feiner Partei. Der Ruhestörer

große Rot. in der heute das Land sich befindet. einem Saaldiener entfernt

Diese Rot wird mit jedem Tage cmp indlicher. denn schöne, daß die fran-

das sonst übliche Hilfsmittel, die Aufnahmen von Regierung die Geschichte verkenne und

Hypotheken versttgthiervollig: ^t^cnc.SLieber die Haltung des B.s.egten einnehme, die nen grundsätzlich die Begebung von Hypotheken Abschluß des Friedensvertrages von

ab. Sie wollen den Grand lind Boden kaufen, aber ^^^klles hätte gebilligt werden können, aber nicht beleihen, und sie hoffen baf) ihnen bie Rot I mehr zulässig sei Er tounbert sich, daß

der Zeit die an ihrer Scholle klebenden Dauern I Mörder Montalegres nur zu 5 Jahren ®e- doch über kurz oder lang fängnis verarieUt worden fei. Die französische

Kaum anders sieht es hinsichtlich der sogenann- nlcKt ihre Pflicht getan. Alles

ten Fremdenindustrie im Lande aus Schon allem ^ ^gelchehen auf einem Gebiet, das der Inter- die Tatsache, daß der gesamte Touristenverkehr nur aQ^crten Recht prechung unterworfen fei. 'B r i - 5 v.H der FriedenSzeit betragt, redet eine gerade- I fragt Daudet was er getan hätte. Dieser zu erschütternde Sprache, ilnb die Fremden, die crtotE)rt ^rauf, die Regierung habe nicht ihre kommen, sind in der Hauptst^e, ^aklener, die bie getan dadurch, daß sie wenige Wochen nach Reugier toerbt daS -^vberte Land kennen zu Attentat aus Montalegre bie Wirtschaft­lernen. Auch in rein wirtschaftlicher Hinsicht ftnb ... . - -------*

diese Gäste lange nicht so gern gesehen wie bie Deutschen. Einmal sind sie knauserig und drehen jedes Äubferftüd dreimal um. ehe sie es ausgeben, und zum andern klagen alle Gaststätten, bie an ben brutschen Ordnungssinn und bie beutsche Reinlich­keit gewöhnt waren, bah bavon bei den neuen Be­suchen um es recht höslich auszudrücken, nur sehr wenig zu finden ist. So ist die Sehnsucht nach dem deutschen Reisenden denn im ganzen Lande sehr groß und man bat die Absicht, durch ein beson- her es Entgegenkommen, auch in finanzieller Hin­sicht. im nächsten Jahre den Zuzug vom Rorden her zu verstärken. Lieber Schwierigkeiten und Schi­kanen, die untergeordnete italienische Stellen an der Grenze und sonst dem Reisenden gern bereiten, muß man Im Interelle der großen Sache, der der Besuch jedes einzelnen Deutschen dient, erhaben

Jur Lage in Südtirol.

Don Dr. Fritz Mittelmann. Md. R.

Bozen, im Oft 1921.

Der Besuch deS Königs von Italien, der dieser Tage in Deutsch-Südtirol stattfand, hat erneut die Aufmerksamkeit aus daS Schicksal der 250 000 Deut­schen gelenkt, die südlich des Brenners unter ita­lienischer Fremdherrschaft ihr Dasein sristen. Der Ausdruck .fristen" ist mit Bedacht gewählt, denn

werde.

London, 18. Oft. Reuter. Im Unterhaus« drang Kennworthy auf die Erörlerimg der ober­schlesischen Frage. Gr sagte, die Entscheidung deS Böllerbundes hatte zur Folge, daß die Mark um 20 Punkte gesunken sei. Sr bemerkte nebenbei, selbst die Franzosen gäben zu, daß die jetzige deutsche Regierung die beste fei. die Deutschland bisher hatte.

Chamberlain sprach sich gegen die Er- örterung der oberschlesischen Entscheidung auS. Dies sei eine Entscheidung deS Völkerbundes an die alle Verbündeten sich zu halten verpflichtet ftnb.

Einigkeit der Alliierten?

London, 18. Oft. (WTD.) Wie Reuter erfährt, erklärten sich alle a l l i i e r te n R e - gterungen damit einverstanden, bie Vorschläge desVölkerbunbsratesln bezug aus Ober- schlesien ohne je ben Vorbehalt anzu- nehmen. Sie betrachten eS als von höchster Wichtigkeit, daß Deutschland und Polen sich streng nach ihncsn richten. Was noch der Erwägung unterliegt, sind einzig und allein die Fragen, die das Verfahren betreffen, insbesondere die Frage der Ernennung der gemischten Kommission, die bie Durchführung ber wirtschaftlichen Vorschläge bes VölkerbundsrateS überwachen soll. ES wird für wichtig angesehen, daß diese erledigt werden, bevor Die neuen Grenzlinien der deutschen und polnischen Regierung bekanntgegeben werden.

Der Sturz der Mark.

L o n b o n, 18. Oft. (Wolff.) Auch bie MoiS genblätter befassen sich mit dem Stu r ze d er deutschen Mark. Wahrend die$ i m eS in einem Leitartikel schreibt, eine Ermäßigung der an Deutschland gestellten Forderungen wurde im gegenwärtigen Qlugenblicf bie wirtschas tlichen Aussichten in Europa nicht verbessern sagt ,D a l- lyRew s", nach ihrer Ansicht seien bie R e p a - rationssorderungen am Zusammenbruch ber Mark schulde wenn ber Sturz der Mark an­halte, so könne Deutschland womöglich die ge­forderten Summen nicht bezahlen, ülnter dem Hinweis auf den Schaden, den der Tlefstanbber Mark ganz Europa zufüge, fragt .Daily AewS, weshalb man auf ber Forderung der Reparatio­nen bestehe.

London, 18. Oft (WTD) .Westminster Gazette" widmet ber deutschen Mark einen Leit­artikel Das Blatt schreibt, ber Sturz der Mark sei bas bei weitem ernsteste Sreig n is i n E u r o p a. Deutschland glaube anscheinend nicht daran, daß die wirtschaftlichen Dürgschaften der oberschlesischen Entscheidung des Vollerbundes die friedliche Förderung der deutschen Industrie in dem geteilten oberschlesischen Gebiet sichern toertxm Es sei zwecklos, von einer Stabilisierung ber Wäh- rangen zu sprechen, solange ungeheure Verpsllch- tungen von denen jedermann wisse, daß sie nicht erfüllt werden könnten, nicht nur über Deutsch- land, sondern Über den meisten anderen eurvpä- schen Rationen schweben gelassen würden.

Einbringung eine allgemeine Erklärung über D Politik ber Regierung abgeben. Eamoerley g< ber Hoffnung Ausbrack, daß bie 'Tagung bi Parlaments nicht Länger als vierzehn Tage dauern

obgleich bei ber llebernahme des Landes bie öster­reichische Krone zu 0,60 Lire umgerechnet wurde ein an sich glänzender Kurs, wenn man bedenkt, daß heute füt einen Lire nicht weniger als 125 Kronen bezahlt werden müssen. so befinben sich bie beutschen Drüber in Südtirol dennoch in einer keineswegs beneidenswerten Lage. Politisch und wirtschaftlich geht es ihnen in gleicher Weise schlecht, ihre Hossnung ist das Deutsche Reich, von dem sie zum mindesten eine starke moralische Unter-

Die Beamlenbesoldungssrage.

Berlin, 19. Oft. (WTB.) 3m Be- amtenauS schuh deS Preußischen Landtages wurde über den Te ue rungS- antr ag des Zentrums weiterberaten. 3m Verlaufe der Debatte erllärte der preußische Finanzminister Samisch, die Staats­regierung verfolge mit wachsender Sorge die immer weitersteigende Verteuerung der wich­tigsten LebenSbedürfnifte. Von der Regierung werde anerkannt, daß hier eine durchgreifende Abhilfe dringend geboten sei. Eine weitere Anspannung deS Systems der Ausgleichs- und Versorgungszuschläge über 100 Prozent der Grundgehälter hinaus würde grundsätzlich be­denklich und nicht durchführbar sein. ES müsse deshalb versucht werden, im Rahmen der Be- svldungSordnung auf einem anderen Wege zu einer Reugestaltung der Bezüge zu kommen. Die Arbeiten dazu seien im preußischen Staatsm'.nisterium eing?le tet. Am aber e n Zu­standekommen der beabsichttgten Maßnahmen nicht zu gefährden, müsse er sich eS zur Stunde noch versagen, über weitere Einzelheiten Mit­teilungen zu machen. Er werde die Führer der Parteien zu einer Besprechung einladen, sobald die Verhandlungen mit dem Reich so­weit gediehen sind.

Der Berichterstatter Abg. Blank (Z.) wies darauf hin, daß schnellste Hilfe am Platze sei.

Die Redner sämtlicher Parteien stimmten dem zu.

Der Finanzminister erklärte darauf, er hoffe, nach Fühlungnahme mit den Parteifüh­rern innerhalb acht Tagen hinreichende Er­klärungen abgeben zu können. Die Regelung werde eine großzügige sein und auf alle Staatsbedienstete ausgedehnt werden.

65 Ps.: für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 250TM. Bei Platz. Vorschrift 20 . Äufttblag. Haupischristleiter Aug. Goetz Derontwortlich für Politik: Aug. Goey; für den übrigen Teil i D.:Aug.Goetz; für den Anzeigenteil: Han* Beck, sämtlich in Diehen.

Der Abgeordnete P e y r v u x vom Ratvna- , len Block ergreift alsdann bad Wort, um über bie Teilung Oberschlesiems zu sprechen. Er bebauert, daß Driand nicht bie gerechte Sache habe zum Sieg führen können. Driand erwi­dert. Frankreich sei im Obersten Rat nicht allein gewesen; er habe feinen Standpunkt vertreten, aber auch bie Verbündeten. Er fragt, was Pey- rou? gemacht hätte.

Peyroux v rtrift den Standpunkt, bah ber An­teil, ben der Völkerbund Deutschland zuge piochen habe, für Deutschland vollkommen une.wartel komme. Deutschland behält bie Möglichkeit, in Oberschlesien sein großes Kriegsarsenal wie­her aufzurichten. Der Abgevrbnete sucht burch Statistilen nachzuweisen, daß auch Deut^chlanb eine günstige industrielle Situation in Oberschlesien be­halte. Ökonomisch werbe es halb ben Teil des Industriegebietes absorbieren, der Polen zugefpro- chen worden sei.

Driand erklärt, der Friedensvertrag zwinge Frankreich Solidaritäten auf, die es nicht ohne Gefahr auf heben könne. Die Besetzung des Ruhrgebietes sei eine Bedrohung gewesen, sie wäre nur mit den Alliierten gemeinsam gemacht worden, wenn Deutschland das Ultima tum nicht angenom­men hätte. Wenn man das Einverständnis ber Alliierten vernichtet hätte, daS die wesentliche Be­dingung für bie gute Ausführung bes Friedens- Vertrages fei, dann hätte man Frankreich in eine Politik mit schweren Lasten verwickelt.

Briand erklärt aus einen Zwischenras Tar- dieus: Ich werde nur nach Washington ab- reifen mit ber Gewißheit, daß die Mehrheit, eine große Mehrheit meine Politik billigt. Dri­and erklärte weiter von seinem Platz aus, wäh- rcub ber Abgeordnete Peyroux auf ber Redner­tribüne verbleibt, daß bie Regierung zur Aus­führung bes Friedensvertrages zurückgekommen ei. Tarbieu protestiert heftig. Es entsteht em lebhaftes Zwiegespräch zwischen ben beiben Politikern. Tarbieu weist auf den Werl der Unterschriften des Vertrages hin. Briand er­widert, Tardieu habe gesagt. Frankreich habe ge­wisse Garantien erhalten, bie seine Sicherheit ge­währleisten. Wo seien blefe Sicherheiten unb Un­terschriften? Tarbieu fragt: Sinb wir nicht am Rhein? Drianb erklärt weiter, bah ber sranzo- fische Delegierte bei ber Reparationskommission allein leine Instruktionen von feiten seiner Re­gierung erhalten habe. Das Lanb müsse sich Rechenschaft barüber ablegen, bah ber Wech­selkurs ben Milliarben beutscher G olbmark ihre Debeutung nehme. Driand stellt fest, bah Deutschlanb bis jetzt ge­zahlt habe genau nach bem Zahlungsplan. Das Ultimatum sei angenommen worden, was wolle man mehr? Die Stellung Frankreichs sei weit davon entfernt, geschwächt zu sein. Die Politik, die Tarbieu und seine Freunde praktizieren woll­ten, betrachte er für katastrophal. Wenn sich in der Kammer eine ziemlich starke Mehrheit finden werde, die in ihm die Meinung erwecke, dah man andere Gedanken habe, dann mühte ein an­derer seine Rachfolgeschaft übernehmen.

Runmehr kann ber Abgevrbnete Tarbieu seine Rebe beenden, indem er darauf hinweist, man hürfe bie französischen Forderungen nicht verkürzen und die französischen Steuerzahler nicht über Gebühr belasten.

Die Weiterberatung der Interpellation wird bann auf morgen vertagt.

Ur. 215

Der Siebener »nzeiaer erschein! täglich, außer Sonn- und Feiertoas. Msnatlichetzezuarpreise: Mk 5.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 6.50 einschl Bestell- gelb, auch bei Nichterschei­nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fer n'prech.Anschlüfse:

Der Ministerpräsibent bestreitet, bah er ge­stattet habe, Frankreich solle sich die Ohren ver­stopfen. Er habe gesagt, Frankreich habe Arbert und Vertrauen zu sich selbst nötig. Die Worte der Entmutigung unb ber Beunruhigung, die fortwährend an Frankreich gerichtet werden, können es nur beunruhigen. Der Franzose müsse Vertrauen in sich haben. Aber das alles könne nur in Ordnung und in Frieden erreicht werden. Den Frieden wolle er aufrecht erhalten, solange dies möglich fei. und er habe dem Lande den Rat gegeben, nicht die Ohren Provokationen zu leihen. Leon Daudet fährt fort, über Deutsch­land zu sprechen. Sr kenne die deutsche Sprache wie seine Muttersprache. Er spricht deshalb über ben Geisteszustand in Deutschland und fordert die Kammer auf. allen Deutschen zu miß­trauen, namentlich aber ©trefemann unb Rathenau. Stresemanns Partei sei die alte Partei Bismarcks. Aber auch ben 6 o - »t al ift en könne man kein Vertrauen schenken. Rach bem Bericht der 2^ence Hcwas soll Leon Daudet gesagt haben: .Ich liebe die deutschen Sozialisten und Republv kaner sehr, weil ich Deutschland di.

Erstes Blatt M. Jahrgang Mittwoch, 19. ©«ober 1921

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General-Anzeiger für Oberhessen

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