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vrittk enö Verlag . vrLHI'sche Umv.-Vllch- und Stcinöruderei H. Lange. Zchnstleitung, Heschastrstelle und vruckerel: Zchulstratze 7.

Der Widerstand der Iren.

Lohnfragen in Frankreich.

Die

Der griechisch-türkische Krieg.

der griechischen Streit»

den 25. Au

gewichen weichen, werden.

Ein deutsch-polnisches Zusammenwirken.

An­pol» des

Volkswirtschaft nicht wieder sich belebt, dann hel­fen olle Gesetze nichts, dann sinkt unser Volk weiter nis Elend.

Die Führer der Arbeiterschaft haben die grosse Verantwortung. den ihnen nachfolgenden Waffen die Wahrheit zu sagen. Richt Unter- nehmerwillkür, nicht der .Staat" sind die Ur­heber der gegentodrtigen Rot, sondern der De- Waltfrieden von Versailles, der unserer Volks­wirtschaft die Grundlagen entzog. Wir müssen meh.r Wirtschaftspolitik treiben, denn wir müssen uns erst wieder die Möglichkeit zur Sozialpolitik erarbeiten. Man spricht so viet von Döllerversöhnung, vom guten Willen Deutsch­lands zur Wiedergutmachung gerade durch An­nahme des Ultimatums, man sollte aber guch die wirtschaftlichen Folgen nicht verheimlicyen, und Versöhnung und Verständigung zuerst einmal im eigenen Volke lehren Wir brauche,. einen ehr­lichen Verständigungswillen von Partei zu Par­tei. von blasse zu Klasse. Wie Alfred Krupp sagte: ..Unternehmer sein heisst immer mehr ar­beiten für das Allgemeinwohl." sagte Ferdinand Lassalle, der Begründer der deutschen Sozial­demokratie.Hingabe an die Gemeinschaft ist der ewige Maßstab des Sittlichen" und diese Worte zweier bedeutender Männer sollten alle Teile unseres Volkes in den kommenden Tagen beherzigen.

P a r i s. 17. Aug. (WTB.) Wie die Blätter melden, ist der Verwaltungsausschuss des All­gemeinen Arbeiterverbandes zu einer Beratung üher die Massnahmen zuscunmengetreten, welche gegendieHerabsehungdesLohneSer- griffen werden sollen. Es wurde eine Erklärung angenommen und veröfsenllicht, in der gesagt wird, dass der Verband sich gegen die Versuche von Ar» beitgebern und Staat, die Löhne herabzusehen, er­heben werde.

Die bevorstehende Tagung des Völkerbundes.

Paris, 18. August. (WTB.) Wie die Agentur HavaS mittellt, soll Baron Ifhi, nachdem in den (letzten Lagen ein lebhafter Meinungsaustausch stattgefunden habe, und

Tagesordnung wir fung der oberschlesischen Frage stehen.

Kattowitz, 17. Aug. (WTB.) Auf regung der neu geschaffenen Vertretung der nisch gesinnten Bevölkerung Oberschlesiens, obersten polnischen Dolksrates, fand am 12. August eine Vorbesprechung zwischen Deut­schen und Polen statt. Es wurde befchlosten, eine gemeinsame Versammlung aller deutschen und polnischen Parteien und Gewerkschaften Ober­schlesiens einzuberufen. Diese Versammkung fand am 16. August in Kattowitz statt. Alle deutschen und polnischen Gewerkschasten und Parteien waren durch ihre beufenern Führer vertreten. Der Vor­sitzende des Deutschen Ausschusses. Dr. Luka- schek leitete die Versammlung, deren Zweck die Besprechung von Massnahmen war. die geeig­net sind innerhalb der Devöllerung Oberschlesiens ein freundschaf.liches Verhältnis anzubahnen. Aach eingehender Besprechung wurde beschlossen, dass die berufenen Vertreter beider Rationalitäten g e- trenn leAufrufe an die oberschlesische Bevölkerung erlassen, die dem Sinne nach übereinstimmen, und gleichzeitig in deutschen und polnischen Zeitungen des Landes erscheinen wer­den. Die Aufrufe sollen die Notwendigkeit einer

Gerichtshof.

Genf, 18. August. (WTD.) Der ftän- digeinternativnaleGerichtShvfist nunmehr gesichert. Spanien und Haiti haben die bevorstehende Ratifikation des Protokolls telegraphisch angekündigt. Damit ist die not­wendige Zahl von 24 Staaten erreicht.

Dublin, 18. August. (WTD.) 3m Sinn» feiner-Parlament erklärte De Dalera:tob) können die englischen Dedtngungen nicht an­nehmen und wollen sie nicht annehmen. Die 3ren beabsichtigen, mit aller Macht Wider­stand zu leisten und sind bereit, unvernünfti­gen Ansprüchen Ulsters entgegenzutreten. Dir Iren sind bisher nicht vor der Gewalt zurück- und werden auch jetzt nicht zurück- weil mehr Wafien herbeigerufen

Albanien ruft den Völkerbund an.

Genf, 17. Aug. (Wolff.) Die Regierung von Albanien, Mitglied des Völlerbundes. hat die Intervention des Völkerbundes zur Wahrung des Friedens zwischen Albanien und dem jugoslawischen Königreich verlangt, den sie durch gewisse Vorkommnisse in Albanien für be­droht hält. Der Präsident des Völkerbundes hat die Frage auf die Tagesordnung der am 1. Sep­tember beginnenden Session des Völlerbundes gefetzt und^den anderen Regierungen davon Kennt­nis gegeben.

Eine Mahnung veS Botschafterrats an Serbien.

Paris, 17. Aug Der Bvtschafterrat, der heute vormittag zusammentrat, nahm Kennt­nis von den Telegrammen, die er über die Lage von Baranja empfangen hat. Ser Rat beschloss, rn Belgrad sofort die nötigen Schritte zu unter­nehmen, um mit allem Rachdruck bei der jugo­slawischen Regierung auf die für sie zur ge­bieterischen Pflicht gewordene Rotwendigkeit hin- zuweisen, die ungarischen Gebiete in Gemäss he ii der Best immungen des Vertrages von Trianon unverzüglich zu raumen. Der Rat erinnert die Regierung an die Mitteilungen, die er ihr bereits fricher in dieser Angelegenheit habe zugehen lassen. Eine interparlamentarische Konferenz.

Stockholm, 17. Aug. (WB.) Die Teil­nehmer an der interparlamentarischen Konferenz trafen gestern im Sonderzuge hier ein.Sozial­demokraten" widmet ihnen einen Begrüssungs- artitel und bedauert darin das Fernbleiben der französischen und ^belgischen Gruppe.Svenska Dagbladet" tritt scharf da­für ein, dass die Konferenz gegen diese Mani­festation des Krieges nach dem Kriege ebenso wie gegen die versuchte Isolierung der deutschen Wissenschaft Stellung nehme. Schücking besprach die in einem Interview in der holländischen Presse geäusserte Anregung, durch Bekenntnis der deutschen Schuld am Kriege, die Franzosen und Belgier milder zu stimmen. {!!) Er Bezeichnet die Erfüllung dieser Anregung als unmöglich.

Stockholm, 17. Aug. (WTB.) Die Ber- Handlungen der Interparlamentarischen Konfe­renz wurden heute vormittag im Reichstagsge­bäude in Anwesenheit des Ministerpräsidenten und des Aussenministers eröffnet Abordnungen erschienen aus den Dereienigten Staaten Rord- amerikas, Japan. Deutschland. Oesterreich. Däne­mark. Grohbritannien. Finnland. Italien, Ror» wegen, Schweden, Holland und der Schweiz. Der Vorsitzende des Interparlamentarischen Rates Lord W e a r d a l e (England) forderte namens des Rates Freiherrn von Adelswaerd (Schweden) auf, als Präsident bei den Verhand­lungen der 19. Interparlamentarischen Konferenz zu fungieren. Adelswaerd hielt darauf eine An­sprache, worin er zunächst daran erinnerte, wie die Konferenz, die im Jahre 1914 hätte ftatl» finden sollen, hn letzten Augenblick nicht eröffnet wurde. Die Union sei indessen nicht berechtigt,

dass Driand Frankreich vertreten werde.

P a r i s, 17. August. (Wolff.) .Wie,Lam­me Livre" mitteilt, wollte der Finanzminister D o u rn er , der Vertreter Frankreichs, auf der interalliierten Finanzkonferenz, wegen der Beschlüsse der Konferenz durüd- treten. Schliesslich sei es gelungen, ihn zum Bleiben zu bewegen.

Paris, 17. 2tug. (Wolff.) Wie dasEcho de Paris" mitteilt, hat Maurice B a r r S s an Briand ein Telegramm gerichtet, in dem er ihm eine 'Interpellation wegen der Gründe an­kündigt, die die Regierung veranlasst hätten, die Aufhebung der Rheinzollinie vorzu­schlagen. bevor Deutschland seine Verpfllchtungen erfüllt habe.

Rach einer

der Vormars-, - u r < ,,

frafte rasch weiter vor sich, ohne auf ernst­haften Widerstand zu stossm. Am 14 August befand sich die griechische Armee 70 Kilometer Über Eski-Schahir hinauf

Rach einer weiteren Meldung ist nach schwa­chem Widerstand des Feindes die Linie Kikil- Dulla- Siwri-Hissar (Iustinia-Ropol's)Tscha- dirPiopru erreicht worden. Die Griechen be­setzten Siwri-Hissar.

Paris 17. Aug. Rach einer Havasmeldung aus Athen melden die Blätter dass die Kema- listen die Halbinsel geräumt haben.

-- - * Iavasmeldung aus Athen gehl

Ueberbrückung der nationalen Gegensätze betonen und sich gegen jede gewaltsame Lösung der obci- schlesischen Frage sowie gegen Gewalttätigkeiten und Bedrohungen Andersdenkender erklären, die Bildung paritätischer, aus Vertretern beider Ra­tionalitäten zusammengesetzter Ausschüsse anfün- digen, die dafür sorgen sollen, dass in friedlicher Zusammenarbeit Sicherheit und Ordnung wieder­hergestellt werden. Die Bildung paritätischer^Aus- schüsse ist bereits in Angriff genommen. Ferner wurde vereinbart, dass alle Ausschreitungen, die von irgendeiner Seite Vorkommen, nachgeprüft werden sollen.

Die italienischen Verstärkungen in ^berschlesien.

Rom, 17. Aug. (WB.) Im Ministerrat er- latteten Bonomi. dello Tvretta und Soleri Be­richt über die Ergebnisse der Pariser Konferenz, in erster Linie über die Finanzfragen Der Mi­nisterrat beschloss darauf, zwei 'Bataillone als Verstärkungen der italienischen Truppen nach Oderschlesien zu entsenden.

50 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm V«itel80Ps Bei Platz- Vorschrift 20' Ausschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zen,; für den Anzeigentetl: Han» Beck, sämtlich in Dietzen.

in der Art und Weise, wie wir den Artikel 88 auffassen und vor allem tn dem Geiste, in dem über die Volksabstimmung entschieden worden ist. Das Gutachten des Völkerbundes wird, so sagte Briand, unsere Meinungsverschiedenheiten in dieser Frage beilegen. Im Obersten Rate waren wir eigentlich nur in zwei Punkten voll­ständig einig, llnfere Sachverständigen und vor allem die Zuristen, hatten cinftimmig folgende Schlußaufstellung angenommen:

Der Friedensvertrag sieht grundsätzlich und tatsächlich eine Teilung Oberschlesiens vor. 2. Für diele Teilung, die nach der Abstimmung der Be­völkerung erfolgen soll werden die ethnographi­schen Belange entscheidend sein.

Briand erläuterte sodann nochmals eingehend den französischen Standpunkt in der oberschle- sifchen Frage, sowie den Gang der Verhand­lungen. um eine Verständigung zwischen dem französischen uni> englischen Standpunkt zu er­zielen, was sich aber als unmöglich erwiesen habe und schloss: Die vberschlesische Frage habe eine vorübergehende Streitigkeit hervor- gerufen. Wenn diese aber einmal geregelt fein werde und das werde nicht lange dauern so wolle er hoffen, dass trotz alledem für die Völker der Entente die Rotwendigkeit be­stehen bleibe, ihre engste Einigkeit zv wahren, um Europa das Gleichgewicht und'die Beständigkeit zu sichern, die für den Frieden Der Welt unentbehrlich seien.

Die französische Politik.

Paris, 17. August. (Wolff.) Rach dem Eclair" wird in gut unterrichteten Kreisen versichert, dass im Gegensatz zu dem, was gestern gesagt wurde, Driand in Washington versuchen wird, die Debatte nicht einzig und allein auf die Entwaffnungs­frage, zu beschränken. Der fianzösische Mini­sterpräsident soll der Ansicht sein, dass die Ge­legenheit günstig wäre, um die meisten gro­ssen internationalen Probleme zur Sprache zu bringen und bei den amerikani­schen Freunden Frankreichs eine Darstellung der loyalen Absichten der französischen Poli­tik aller Welt gegenüber zu geben.

Paris, 17. August. (HavaS.) Der ame­rikanische Botschafter Herr ick stattete heute am Quai d'Orsay einen Besuch ab, wobei ihm Briand die fianzösische Antwort auf die Einladung zu der Washingtoner Abrüstungs­konferenz überreichte. Die fianzösische Regie­rung nimmt die Einladung an und teilte mit.

vor dem Missgeschick zurückzuweichen, das ihr durch den Kriegsausbruch zugestohen fei Roch habe sie eine Aufgabe zu erfüllen. Sie müsse chre Arbeit mit rtod) grösserer Energie und grösse­rem Optimismus aufnehmen als je. Adelswaerd wies weiter daraufhin, wie der Völkerbund ohne Mitwirkung der Interparla» mentarischenUnion zustande gekommen sei. Aber die Unten dürfe sich nicht denen anschliessen, die nur die Mängel des Völlerbundes sehen, toerni er auch zugebe, dass der Völkerbund unvollkom­men sei Der Redner erörterte darauf die Ab­rüstungsfrage und die Rechte der Nationalitäten und betonte, dass die Rechte der Rationen und Völker eine genau festgestellte Grundlage haben müssen. Zum Schluss hob Adelswaerd hervor, dass die Union den Völkerbund unterstützen müsse, in welchem er einen Gedanken der Union wenn auch nicht verwirklicht, so doch möglich gemacht er» blickte. . ,

Ramens der schwedischen Regierung be­grüßte Ministerpräsident von Sydow dte Kon- grehtellnehmer und gab einen Ueberblia über Die schwedische auswärtige Politik während des Welt-

Sodann wurde für jede an dem Äongreß teil­nehmende Gruppe ein Vizepräsident gewählt- <yur Deutschland Professor Schücking Oesterreich Dr. Mataja, Holland Senator van Kol und Schweiz Dr Ufteri Rach dem van K o l (Holland, Den Tätigkeitsbericht des Interparlamentarischen Rates vorgetragen hatte, schlug S l a y d e n (Ame-

Antimilitariftische Kundgebungen in Strassburg.

Paris, 18. August. (WTB.) Wie dem Echo de Paris" aus Strassburg gemel­det wird, fand dort gestern eine von den Kommuni st en einberufene antimlll- taristtscheBersammlung statt, um ge­gen das Eingreifen der bewaffneten Macht in Den Konflikt zu protestieren, der zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der M e * tallindustrie besteht. Dabei seien auf­reizende Reden gehalten und die-Menge zur Revolution aufgefordert worden, die schliesslich bie 3nter nationale in deutscher Sprache an stimmte. Die Polizei muhte einschreiten und schliesslich noch eine Eskadron Husaren hinzuziehen. ES wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Vriand gegen Lloyd George.

P a r i«, 17. Aug. (Havas.) Ministerpräsident Driand erflärte heute abend Pressevertretern gegenüber, er fühle keine Reigung, die Strei­tereien über den Ober st en Rat noch fortzusehen. Sie hätten nunmehr lange genug ge­dauert. Uebrigens sei der ganze Streitfall dem Völkerbundsrat zur Erteilung eines Gut­achtens unterbreitet worden und dieser Rat bestehe aus den Vertretern von acht Ländern, die alle Bürgschaften für vollständige Unabhängigkeit gewährten. Diese Männer würden in ihrem Ge­wissen und in ihrem Gerechtigkeitsgefühle die Grundlage für eine Ansicht finden, die dem Wort­laut und dem Geiste des Friedensvertrages ent­sprechen können.

Zu der Rede Lloyd Georges bemerkte Briand, die Rede gleiche ganz genau derjenigen, die Lloyd George im Obersten Rate gehalten habe. Er verteidigte die nämliche Auffassung mit Der gleichen Begründung, aber er, Briand. bleibe dabei, dass diese in keiner Weise der französischen Auffassung Abbruch tun tonne. Es sei ein großer Irrtum, wenn Lloyd George Frankreichs Haltung einzig und allein der Sorge um Frankreichs Sicherheit zu­schreibe. Er sei genau so gut wie Llovd George eifriger Anhänger des Gedankens de - Gerechtig­keit und der Durchführung des Friedensvertrages. .Sine Wemungsverscheidenheit bestehe dagegen nur

Aus dem Reiche.

Die Besprechungen über die aussen- und innenpolttische Lage.

Berlin, 18. August. Der Reichs­kanzler hatte gestern längere Besprechun­gen mit den einzelnen Parteiführern, in3be- sondere mit den Vertretern der Deutschen Volkspariei und der U. S. P. D., über die in­nen- und aussenpolitische Lage. Die für gestern nachmittag in Aussicht genommene Kabinetts- fitzung hat nicht stattgefunden.

Die Steuerfiagen.

Berlin 17. 2Lug. Die.Deutsche Allgemein, Zeitung" -bestätigt die Zeitungsmeldung, davon Zuge Der vorliegenden Steuerplane Etwa gongen eine Rolle spielen, wie man tue öa ä> werte bzw. die Goldwerte zur Deckung unter« Verpflichtungen Der Entente gegenüber nutzE machen könne. Das Blatt fügt hmzu, dass über den

Mehr Wirtschaftspolitik.

Der (Stfenbabnerftretf im Regierungsbezirk Raffel ist gewissermaßen Der Auftakt zu den allgemeinen großen Lohnbewegungen, die wir hn Herbst zu erwarten haben. Die Ursache zu dem Streik ist die weiter steigende Teuerung Wodurch ist diese aber hervorgerufen worden? Du vH die Annahme der Londoner Ultimatums, die ein scharfes Rachgeben des Markkurses zur Folge batte Daraus entsprang dann die Preis­steigerung der aus dem Auslande bezogenen Lebensrnittel. Die riesige Finanzlast des Ulti­matums zwang die Reichsregierung, die bisher durch Milliardenzuschüsse bewirkte Riederhaltung des Brotpreises aufzugeben, wir bekamen die Vrotpreiserhöhung. Die neuen Steuern, beson­ders Kohlensteuer und Umsatzsteuer, werden die anßeigenbe Preisbewegung noch verschärfen, das deutsche Voll wird in feiner Lebenshaltung noch einen Grad tiefer gedrückt werden. Hiergegen lehnt sich nun die Beamten- und Arbeiterschaft auf.

Mit aller Tatkraft muss dagegen angearbeitet werden, daß gewissenlose Schlagwortpolitiker Füh­rer der zu erwartenden großen Bewegungen wer­den Die radikalen Schlagwortpolitiker haben eine einfache Lösung der ganzen verwickelten Lage ge­funden: die Reparationen müssen die ..Reichen" auS ihrem Vermögen bezahlen und die Teuerung muss durch Lohnerhöhung ausgeglichen werden. Ganz so einfach liegt die Sache denn nun doch nicht. Wenn wir in Deutschland auch noch so scharf die Vermögen besteuern, bekommt der Staatssäckel immer mir Papiermark. Die Entente verlangt aber von uns Goldmark. Unsere beweglichen Goldwerte (Handelsflotte, Auslandsvermögen) nahm unS der Dewaltfrieben. Wir können das Ultimatum nur dann erfüllen, wenn es uns gelingt, ungeheuere Mengen neuer Goldwerte zu erarbeiten und aus» xufübren. um die Milliarden Goldmark zu er­langen Das setzt aber voraus eine Intensivierung unserer Produttivn und Arbeit.

Die LebenSmittelpreise werden steigen, dann ft eigen die Löhne. Dann wieder die Preise, daS hat stch doch nun schon so oft wiederholt, dass <4 eine Binsenwahrheit ist. die man hn Gespräch oft von den einfachsten Arbeitern hören tann: Wir wollen nicht Erhöhung der Löhne, sondern Abbau der Preise. Was nutzt dem Arbeiter ein grösserer Lohn, wenn nichts da ist, was er dafür kaufen kann. Wie gebannt fehen grosse Teile unseres VvlleS immer auf die sozialen Fragen, auf die Fragen Der Verteilung, wir können aber die schönsten sozialen Gesetze machen, die gerech­testen Steuern einführen, ein fein ausgeklügeltes Lohn- und Verteilungssystem erdenken, wenn un­sere Produktion nicht steigt, wenn unsere Land­wirtschaft nicht ihren alten Stand wieder er­reichen kann, wenn unsere Waren sich keinen Auslandsmarkt erobern können, wenn unsere

Hk. 192

Der Sitfcrner finjetfer eit bet Dienstags b erlagt .Sport Umschau' er­scheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags. ®owtfid?e8<i*<isprel|t: Mark 5 - emschlhhlich Träger lohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschliesslich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: fist die Sdmftleilunq 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Lietzen.

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rita) vor. daß die südamerikanischen Parlamente eingeladen werden sollen, Gruppen in der Union zu bilden. Der Vorschlag wurde einstimmig an- i genommen. Lord Weardale (England) hielt Herauf eine Rede über die Interparlamentarische Union und den Völkerbund. Auch dieser Redner betonte die Unvollkommenheit des Völlerbundes in seiner jetzigen Gestatt Der Völkerbund würde erst dann die Wünsche der Interparlamentarier verwirllichen, wenn diejenigen Rationen sich ihm anschlössen, die jetzt noch zögerten Weardale wandte sich dann an die amerikanische Abordnung und betonte, dass man ihre Vorschläge mit der grössten Sympathie und Aufmerksamkeit berücksich­tigen werde 3um Schluss erklärte der Redner, dass es feiner Ansicht nach nicht mehr möglich sei. Deutschland aus dem Völkerbund« auszusperren und richtete einen warmen Appell an die Amerikaner, sich nicht der Zusam­menarbeit bei der Schaffung einer universellen Organisation für die Erhaltung des Friedens zu entziehen.

Der ständige internationale

hauptsächlich infolge der am 17. August zwi­schen den ^Mitgliedern des VöllerbundsrateS in Paris abgehaltenen Besprechung, beschlos. sen haben, die ursprünglich auf den 1. Sep- ternber festgesetzte Session des Böller» bundSrateSaufeinigeTagefrüher zu verlegen. Der Rat soll in Genf gegen ~ ~ " gust Ausarnrnentreten. Auf der tg wird in erster Linie die Prü-

Erstes Blati Ul. Jahrgang Donnerstag, 18. August 1921

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General-Anzeiger für Oberhessen