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19.

der

Sechs

Das Einkommmensteuergesetz

Becker

die neue Fassung

die weiteren 200 000 TRf. 40

waS In der Ferne vorging.

(Nachdruck verboten.)

15. Fortsetzung.

sich

vom vom vom vom vom

die weiteren 100 000 Mk. 3Cf vom die weiteren 10000 Mk. 35 vvm

15

20

25

Hundert, für Hundert, für Hundert, für Hundert, für Hundert, für

die weiteren 20000 Mk.

die weiteren 20 000 Mk.

vom vvm vom

Aus dem Reiche.

Der preußisch« Landtag.

Laden, wobei Scheiben demoliert wurden.

Plünderer konnten verhaftet werden.

Eisenbahnverkehr.

16. Dez. (Wolff.) Zur Frage

Spuren im Schnee

Roman von Sven Elve st ad.

Ermächtigte Ueberfetzung.

eS) sich nur darüber freut! rrornotizen.

To geSkalender

Moment gegenüber den rein politischen Erwä­gungen Sieger- so klar in den Vordergrund getreten, wie gegenwärtig. Das deutsche Dolk habe seinerseits die Wege der Erkenntnis zu ebnen, indem es hinter die Regierung trete uno die ümerpolitischen Rotwendigkeiten der außenpolitischen Lage untervrdne. Der Schwer­punkt liege in den steuerlichen Plänen, die unbedingt zum Abschluß gebracht werden müßten. Deutschland müsse ernstlich seinen Willen kundgeben, steuerlich das zu leisten, was nach einem verlorenen Kriege notwendig sei.

das Rechnungsjahr durch das Kalenderjahr erseht wird, soll mit Wirkung vom 1. Ja­nuar 1922 in Kraft treten.

eine solche Angst, daß die beiden Frauen laut ausschrien. Die alte Maria hängte sich fest an seinen Arm

Aber endlich Tom der Kapitän doch zu klarem Bewußttein, wo er sich befand. 6etn ganzer Kör­per war krampfhaft gescannt, die Hande warrn geballt. Langsam öffneten sie sich, seine Mus- kein erschlafften, die Haut vor feinen Augen war weg. und der in- Weite gerichtete TM la machte dem eine- sc^ecken-vollen E>staunen» Platz

Sr fuhr sich mit den Händen übers Gesicht, wie um ein innere- Schauen zu verjagen.

daraus fügte er hinzu:

»Den Kops weg! Den Kops toeg!"

Und bann klang e- angstvoll und rasch: .Da- Fenster! DaS Fenster!" Aus der Stimme tes Kapitän» verriet

Zanuar.

Der Berlin,

Maria faßte ihn am Arm und flehte:

.Wachen Sie doch auf, Herr KapitänI ö» ist nach Ihnen geschickt worden."

Da fing der Kapitän an, sich langsam aus seinem Stuhle zu erheben. Gr beugte den Ober­körper und den Kops vor. Sein Blick glitt an den beiden Frauen vorbei und starrte In- Weite. Immer noch starrte er nach etwas hin. wo- nicht in der Nähe, sondern In weiter Ferne vvrging.

Als ihn Maria zögernd und ängstlich am Arme schüttelte, sagte er:

.Blut ist auf dem Telegramm!"

(3r sagte diese Worte außerordentlich rasch, als ob an dem geheimnisvollen Ort, wo sich seine Gedanken befanden, große ilnrube herrschte. Kurz

Vorsichtig und aus den Zehenspitzen schlichen sich die beiden Frauen In» Wohnzimmer Sie waren so verwirrt, daß sie sich in dieser Weise in acht nahmen, den Herrn ja nicht zu wecken

DaS Wohnzimmer lag im Halbdunkel: die große Stehlampe auf dem Tisch war am Sr- sösch.m. Der Kapitän schlief noch immer in seinem Stuhl, ab<-T er hatte seht während des Schlafes seine ©tetlunfl verändert. Der Kopf war ihm auf die Seite heruntergegsitten, und er atmete schwer durch den halbgeöffneten Mund Beide Händ elagen krampfhaft geballt in seinem Schoß

.Da» ist ein schrecklicher Schlaf!" flüsterte Maria. Dann aber fdnittelte sie ihren Herrn und rief seinen Hamen; allein, er wachte nicht auf.

.Schläft ct immer so tief?" fragte Karin

.Zuweilen, wenn er v rich edene Rächte nicht hat schlafen können; dann ist e» beinahe un­möglich. ibn zu wecken."

Maria faßte ihn nun bei den Schultern und schüttelte ihn noch einmal k:äft!g. und end- lid) lab es aus, alS ob der Odilafcibe zur Brfinnug kommen wollte. Gr schlug die Augen auf.

Aber die beiden Frauen fuhren erschreckt zu- scrmmen, als sie seinen seltsamen Blick gewahr­ten. und Fräulein Karin fing auf» neue an, ver» zweiflungLvoll zu schluchien.

Die Augen des Kapitän» standen weit offen, allein eS war. alS sähe er nichts von seiner Umgebung. Bor die großen, starren Pupillen war

und als er allmählich alles wieder erkannte, flieg seine 'Tk-raninberunn noch mehr. Plötzlich glitt ein Ausdruck der Erleichterung über seine Züge und er sagte:

.Gottlob. eS war mir ein Traum!"

Er wars einen Blick nach der Uhr; sie zeigte eine Stunde noch Mitternacht.

»Warum habt ihr mich getoedt?" fragte er, und da sich im seiden Augenblick seine Aufmerd- samkeit auf die beiden Frauen richtete, fügte er hinzu. .Was ist denn geschehen T*

Sr nickte Karin einen Gruß zu und fragte:

.WaS führt Sie hierher, Fräulein Karin?"

Unb gleich darauf:

.Warum weinen Sie?"

»Sie sollen sofort kommen, Herr Kapitän," sagte Karin. ,3n ter Apotheke ist etwas Gnl» rehiiche» geschehen. Herr Frykmann ist ermordet worden."

Bei diesen Worten fuhr der Kapitän in heftigem Schrecken in die Höhe und fetn Gesicht p-rzerrte sich vor Entsetzen. Gr taumelte einen Schritt »urück und stutzte sich schwer aus Den Tisch D e Lampe klirrte unb wäre umgefallen, tnemt Maria ftc nicht rasch fest gehalten hätte.

.Ich träume noch immer!" fag'e ct heiser.

»Min, nein!" rief Karin. »Das ist wirk ich geschehen. D Herr Apotheker ist tot. Irgend jemand hat ihn totgestochen."

.Hier herein ins Herz?" fragte der Kapitän unb beutete auf feine eigene Brust.

.Ja, faf

Benützt schaute Der Kapitän vor. der ein« zur anderen, und mm lag wieder etwa» in feinen

Hundert, für

Hundert, für die wetteren 500 000 Mk. 45

Hundert, für die weiteren 500 000 Mk. 50

Hundert, für die weiteren 500 000 Mk. 55

Hundert und für die weiteren Beträge 60 Hundert. Die neu« Gesetzesvorlage, in welcher

Neue Plünderungen fei Berlin.

Berlin. IS. Dez. (WTB) Heute mittag ist eS an verschiedenen Sollen de» Zentrums fast

Berlin, 16. Dez. (Wolff.) Der p r « u - ßische Landtag erledigte in einer kurzen Sitzung die dritte Lesung de» StaatShauS- vertagt« sich bann auf den

Berlin, 16. Dez. (WTD.) Im Reichs- tagSauSschuh für Steuer fragen ist heute unter Zugrundelegung des Antrags (D. Vp.) und Lanae-Hegermann (Z.) Fassung des Einkommensteuer-

Zentrnlverlanb deutscher Krsigsbrichädigrer und Krieg tt-intcrbliebe.ier wird uns gasch, i«:>en: An­gesichts der Jahreszeit unb im Intereise weiter Botts kreise ist es notmenbig. darauf hin,uweifen, bei eintretend, m Schneewetter oder Regen ner- bunben mit Frost, die Bürgersteige mit Sand ober Asche zu ft reuen. Fällt dem gefunben Men­schen das Gehen bei solchen Witti-rungSverhält- nissen schon schwer, so ist den Tausenden Bein» verletzten. Halb- oder Ganjblinden es säst un- rnöglich, sich auf die Straße zu wagen. TSir richten deshalb an die Bürgerschaft die drin­gende Bitte, die Bürgersteige zu streuen. E» liegt dies auch im Interesse der Haus- und Grundbesitzer. da diese bei Unfällen unter Um­ständen scha den erscrtzpf lick)'tz gemacht werden kön­nen. Ganz besonders richten wir die Bttte an die Jugendlicher, die Schüler darauf aufmerk­sam zu machen, keine Schleisbahnen auf den Straßen anzulegen, dir für einen Teil der Mit­menschen eine Lebensgefahr barfteßen.

6 in verschärftes Schlagsahn»» verbot ist. wie man un» mitteilt, mit dem 1. November tn Kraft get:'tten, nach tvn nicht mir die Verwend' nq der etgentidym Sa im«, son­dern jeglitte» ähnliche« Erzeugnis, das unter Ver­wendung von Milchprodutten. Butter o der'Butter- feiten bergeHeHt ist, verboten ist Das Verv)t wurde auch hier durch et ten Beamten allen in Betracht kommenden (Geschäften zur Krnntni» ae- brächt Wie in andere i Städten, sind auch die hiesigen einschägiaen Geschäfte bestreit, lolanqr die derzeitige Äittchknapvheit harscht, ihrerfcr » dazu bey eitrigen, Bindern, Kranken unb G.eckrn die notwendige Qfabrung nicht durch HerUellung der enldehrttchen Sahne zu enkzie<>e:i, sondern find mit allen Mitteln daraus bedacht, da- Ver­bot einzuhalten, und sind ettschl)sien. Anders- banMnbe >ur Anzeige zu brimen. Sie bitten aber ihrerteits ihre Kunden unb Gäste, sie hi Die- tem Bestreben zu unterftühen unb Da» immer- währende Fragen und Verlangen nach her ver­botenen Sahn« zu unterlassen. u n nicht dadurch Öen einen oder anderen Geschäftsinhaber trotz de» Verbotes auf Abwege zu bringen.

A Technischer Filmvvrtrag. Der Film wirb in neuerer Zeit immer mehr al- Lehr- mitte! im Dienste der Technik verwendtet. 3m Saal« des Hotels Einhorn wurde gestern abend von den Kugellaaersabriken SKF, Norma, die Herstellung der Wälckaqcr. d. h. der Kugel- unb Rollenkager von der Rohstrssgewinming ti4 tum fiertiqfabrilat gezeigt. Da» Wälzlager Dürfte In hervorragendem Maste mit dazu berufen sein, bie heute so dringend notwendige Sparsamkeit dadurch zu unterstützen, dah der Kraft- unb Schmiermalerialverbrauch Augen, toa» Maria veranlaßt«, angstvoll unb jammernd zurückzuweichen.

,Da» habe ich geträumt." tagte der Kapitän »Blut war auf dem Telegramm."

»Blut auf dem Telegramm?" fragte Karin PerSstm verwundert. .Wa» meinet Sie damit, Herr Kapitän?"

Plötzlich kam der Kapitän wirklich zur Be­sinnung.

»Hut und Mantel her!" rtef er. »Aber rasch. rasch k"

Die Frauen reichten ihm seine Verchen und er zog sie hastig an.

»Ich gehe voraus," sagte er, al» er die Tür öffnete

Unb als er jetzt ging, murmelte er etwas vor sich hin, das nur Karin hörte, die heftig zusammensuhr.

Die alte Maria warf emrn Mantel um und begleitete Karin bi die Apotheke. Sie fühlte fld) so erregt, daß sie nicht wagte, allein zu bieiben.

Al» sie auf die Straße tarnen, sahen sie ben Kapitän schon nicht mehr, er hatte sich so beeilt, daß er bereit» um dte Ecke verschwunden war. Die beiden Frauen hasteten ihm nach, fo rasch sie ver­mochten.

»Haben Vie gehört, Maria, was Der Ka­pitän g tagt hat, als er Daiwnltef T* fragte Karin.

.Rein," erwiderte Maria. .Ich habe nur gehört, daß er etwa» vor sich hinsagte."

»Gr bat gewiß noch immer geträumt, beim er hat etwa» hächlt Mcrkwürd-.ge» getagt. Ober war lein Deckt verwirrt von dem, wa» ge­schehen ist."

. Wa» hat er denn gesagt?" .Doktor Flo bin lebt«"

I (Fortsetzung folgL«

Der Reichskanzler über die neue Lage.

Berlin, 16. Dez. (Wolfs.) 3m Haupt» a a s , ch u ß und im Auswärtigen Aus- - schaß de- Reichstages machte Reichskanzler Dr. 1 Wirth ringeI-ende Mittei ungen über dieneue ' politische Lage, die durch die Absendung der deutschen Rote vvm 14 d. Mi», an den Präsidenten der ReparattonSkommission entstan­den ist. Der Reich-tanzler verwies auf die Be­mühungen, die von der dcusichm Rcgiering im 1 Verlaufe des Sommers unternommen wurden feien, um Len RcpnrationLv.rpflichtungcn nach­zukommen. Rach all diesem habe niemand in der Well Anlaß, an dem ernsten und ehrlichen Witten Deutsch.aud» zu zweifeln, seine 'Berpflichvingen piS tut Grenze des äußerst Möglichen zu erfüllen. Was Teut-chland habe tun können, habe eS gr- , tan. Din großer Teck dessen, was Dem Deuts chen Reiche auferlegt sei, hänge aber nicht allein von Deutschland, sondern ven ter *20 r s^siSi-'g'' Su- ropas, ta Der ganzen Wett ab. Das Erfüllen- wollen bedeute noch nicht Da» Erfüllen- 1 können! Infolge der d slxrigen-restlcsen Sr- : füllung fei die deutsche Mart jah ges mten Aber , eS '?ien noch andere wirrschaftliche Folgerungen einget.-eten, die allen Völkern der Erde naße gegangen seien. Die Berp'l.chtvngen tm Januar ' utu> Februar nächsten Jahre» könne D-utschlnnd nur y;m Teil decken. Nir auf Dem Wege de» Kredits könnten dte'e Derp l chungen restlos erfüllt werten. Der Reichskanzler erinnerte an sein an die ReparattonSlommissim gerichtetes > Schreiben vom 19. November. In difern Schrift­stück h<lve er angetundigt, daß Deutschland Dffi- zielte Schrttt« u rternehmen werde und oifl,io|e schon unternommen habe, um den benötigten Kre­dit zu betommen. Ötoeiten» habe er darin das Er ucheu ausgesprochen, daß die Rcparationst>m- miffion die deutsche Ditte um Kredit an den zu­ständigen Stellen unterstützen möge. 3m Bers ilge dieser Politik habe Deutschland ist London wegen lang- und kurzfristig« Kredite Fühlung genom­men. In der deutschen Rote, dte gestern i;t Paris überreicht wurde, finde sich das, was die eng­lische Hochfinanz auf das deutsche Kredit­gesuch rtcaiTttooriet habe. De tomty en teste Stelle eines Der größten FiNanzländer ber Wett habe danach erklärt, daß unter der Herrschift dcr Dedninungen, Die zur Zeit für die Zahlungs­verpflichtungen ter deut chrn Regierung gegen­über der Reparcttionskommisfttm während der nächsten Jahre maßgevc-nd sri, we er eine lang­fristige, noch eine kurzf> istige Anleihe m Eng­land zu erlangen sei. Damit sei zum Llli-druck gebracht, daß nicht mehr die Kreditfrage allein im Vordergründe stehe, sondern das Krcdit- begebren der deutschen Regierung das Re- parationsproblem als solche- er­neut aufgeworfen habe. Die Sinnlosigkrit der Kreditgewäh-cirng unter den bisherigen Tte- parationSlirdingungen fei nun von Der Gegenseite selbst zum Ausdruck gebracht worden.

Trohdetn warnte der Reichskanzler vor über­eiltem Optimismus. Deutschland müsse der Er­kenntnis, die draußen in der Welt gewachsen sei und manche politischen Rebel zerstreue, ent­gegenkommen dadurch, daß es unbeirrt »ei­ter z u erfüllen versuche, was es er­füllen fönue. Folgende Maßnahmen müßten als­bald zum Abschluß kommen: Erstens die Etats müßten möglichst rasch verabschiedet werden; zweiten» der P o st e t a t unb der Eisenbahn- etat müßten unbedingt tn» Gleichgewicht ge­bracht werden. Deutschland müsse der Welt zei­gen, daß es enlschlofsen sei, seine eigenen Inneren Verhältnisse auf solide finanzielle und wirtschaft­liche Grundlagen zu stellen. Keine Schlagworte wie Privatisierung der ReichScisenbahnen, die wieder nur andere Schlagworte, wie Sozialisie- l rung anderer Betriebe ins Leben riefen, könnten . hierzu helfen. Aktive Arbeit zur Inne» F'ren Gesundung sei nötig. Den Entscheidun­gen der alliierten Staatsmänner wolle der Reichs- ? kanzler nicht vvrgreifen; aber die Scheinblüte Deuilchlands, die lediglich auf einer künstlichen Aufblähung infolge feiner niedrigen Währung beruhe, sei cb?nfowenig isoliert zu betrachten, wie Die Arbeitslosigkeit in England und Amerika. ES könne der Weltwirtschaft nicht gleichgültig fein, wenn sich das Unvermögen der Kaufkraft der ost­europäischen Völker auf Mitteleuropa ausdehne, wie es schon daS traurige Beispiel Deutsch» Oesterreich- zeige. 3n England seien jetzt ge­wisse politische Probleme der Lösung entgegen- geführt worden. Es sei zu erwarten, dah die englische Politik nunmehr der großen Frage der Arbeitslosigkeit im eigenen Lande nähertreten werd«. Diese Frage werde ihre Lösung sinden, wenn nicht nur die englische Finanz» und Han- delSwelt. sondern auch die englische Politik selbst ihre Blicke wieder Dem europäischen Kontinent zu wende. Kaum jemals in den drei vergangegen Jahren, die für Deutschland rin ununterbrochener LeidenSiveg gewesen seien, sei daS wirtschaftliche

Aus StoÄI und Land.

Dießen, den 17. Dez. 1921.

Der goldene Tonntag.

Der kupferne ber silberne der gol­dene so hiesten die drei Sonntage vor Weih­nachten in den gesegneten Zeiten vor dem Kriege, als wir noch Geld, bares Geld im Beutel trugen. Der Bolksmund hat die Be­zeichnungen aud) ln die^Gegenwart hinüber ge­nommen, obwohl jetzt Kupfer, Silber und gar Gold uns nur noch iin Form teurer Wertgegen­stände bekannt sind, für die wir viel, sehr viel schmutzige und zerrissene Papierfetzen ylnge- ben müssen, wenn un» der Sinn nach ihnen steht. Dafür sind diese Papierchen auch im Gegensatz zu den lächerlich eintönigen Münzen schön bunt und wechseln zudem so oft Form und Aussehen, dah eS für Sammler und für Falschgeldmacher eine wahre Lust ist.

Wie gesagt, eS ist nicht mehr weit her mit demgoldene n Sonntag. Weder die Zahlungsmittel, noch die Derhälmisse könnte auch ein unverbesserlicher Optimistgolden" nennens ,^Tu Geld in deinen Beutel" diese klassische Mahnung muh sich jeder Käufer vor Augen halten, wenn er morgen auSziehk, um Gcstkenke zu kaufen. Sin Blick auf die Schau­fenster lehrt ihn, dah «S Waren wieder in Fülle gibt; ein zweiter auf die angcheftetcn Preiszettel eröffnet weniger erfreuliche Aus­sichten. Zu anderer Zelt würde wohl der oder jener mit einem vielleicht nur halb un­terdrückten unguten Wort weiter wandern und, wenn er am nächsten Gesd)äft dieselben Preise sieht, noch viel mehr schimpfen und dann viel­leicht ganz auf den Einkauf verzichten mit dem Trost:Es muh ja nicht sein", oderEs wirt ja noch eine Weile gehen", oder so ähnlich.

In den Tagen vor Weihnachten ist man für gewöhnlich anders gestimmt. Zwar wird man sich über die Höhe der für Geschenkzwecke anzulegenden Summen auch nicht gerade freuen, aber das Fest Her versöhnenden Liebe, da» nun mit Riesenschritten näherrückt, wirkt doch besänftigend und ausgleichend. Mit nur leisem Knurren zückt man die Scheine und

Kohlenversorgung der Reichs- eisenbahnen wirb vom Reichsverkehrs- Ministerium mitgeteilt, dah einzelne Eisen­bahnbirektionen, bie nur auf zwei bis brei Tage mit Kohlen eiygebeckt waren, BerkehrS- einschränkungen Haden ankündigen müssen. Durch die Beschlagnahme von Kohlentrans- Porten ist eS jedoch gelangen, den D e r - kehr voll aufrecht xn erhalten. Man hofft auch über Weihnachten unb Neujahr, wo die Eisenbahnen bSsonberS stark in An­spruch genommen werden, ohne Einschränkun­gen deS Verkehrs auskommen zu können.

Das Eisenbahnfinanzyesetz.

Berlin, 16. Dez. Wie nach demB.T." über den Entwurf de» Eifenbaynfmaazgcfetzes mikaeteilt wird, sollen die im Eigentum deS Reiche- flehenden Eisenbahnen unter der Bezeich- runqDeutsche Reichsbahn" daS Sonder- vermögen deS Reiches bilden. Artikel 92 ber Recchrverfafsung wird entsprechend abqeändert we.dm müssen. Dte Reichseisenbahn wirb damit ein selbständiges Wirts hastliches Unternehmen mit eigenem Haushalt, dessen Leistung für andere Zlvriae der Reichsverwaltung voll zu verhüten sind. Tic Verwaltung der Reichsbahnen wird durch den Reichsverkehrsrnfnisler selbständig geführt unter Mitwirkung eines Verwalwngsrcttes, der sich aus Mitgliedern des Reichstages, Reichsrats und Reick^wirtfchaftsratS, sowie aus Vertretern des Personals und Sachverständigen zusammensetzt.. Dieser Derwaltungsrat tritt in alle Rechte, die bisher ber Reichstag besah, rin. Er stellt den HciuShalt fest, fienefmitgt die Aufnahme von An­leihen und die Aenderung ber Tarife unb Löhne. Bei plöl sichen und erheblichen Aenderungen des Geldwertes oder ähnlichen dringenden Fällen ist der Rrichsverrehrsminilter selbständig befugt, die Vlehrausgaben durch Tariferhöhungen unverzüg­lich auszugleichen. Solche Maßnahmen unter­liegen ter nachträglichen Genehmigung durch den Verwaltungsrat. Für die Rechte und Pflicküen der Beamten der Reichsbahn find die beamten- rechtlichen Vorschriften der Rrichsgesetze anzu­wenden. Das Eejetz soll am 1. April 1923 tn Kraft treten.

g« setzeS angenommen worden, die fol­gende Staffelung vorsteht: Für die ersten an­gefangenen oder vollen 50 000 Mk. 10 vom die weiteren 10 000 Mk.

tag. Stadttheater, 3Ahr,Der Froschkövig", 7 llfjr,Da» DreimädelhauS".

Aus bemEtadttheaterbureau. Im Anschluß an bi« Veröffentlichung de» Spielplanes in heutiger Nummer, ber bie Vor- tcflungen bis über ore Fetertag« hinaus um* aht, ve'fen wir bcsonberS darauf hin, bah der Kartenvorverkauf für alle in ber heutigen Anzeige angefünbigten Ausführungen am Sonntag, 18. Dezember, vormittag» 11 U&r beginnt.

Oberhessifcher Kunstverein. Die gegenwärtig« Ausstellung bleibt mir noch morgen, am Montag unb am Mittwoch von 111 Uhr geöffnet Reu würben noch zwei Gemälde von Professor Koberstetn-Berltn ausgestellt. Dte Verlosung, bie voraussichtlich am 3. WeihnachtSfeteNage ftartftnbet, wirb den Mitgliedern im Anzeigenteil demnächst betanntqegcbcn.

Der Hau-beliyer-Verein hält am Montagabend S Uhr tm Hotel Srvhherzvg eine Mitgliederversammlung ab.

- 1 872- 1922 Dio nächst jährigen Fünf­ziger treffen sich Dienstagabend (2V. dS Mts.) tm Bahnhof Hotel Len» (f. Anzrige)

Der Vereinigt« Männer» ch o r Harmonie-Gemütlichkeit hält am Sonn­tag, 18. b. Mts abends 7 Uhr, m ber Turn­halle lOswaldSgarten) feine Weihnachtsfeier mit Theater, Dortragen, Verlosung unb Ball ab.

L U Don ber ßan De» un I»er111ät Dr. K. Äar fiten, der Hd) für das Der deutschen Philvlogte und vergleichenden Sprach­wissenschaft an unterer Univrr itäl zu Dabilitieren wünscht, wird Dienstag, den 20. Dezember 1921, nachmittags 5 11 hr c t. in ter Ä;ei.:en Aula feine öffentliche Probevorlesung hatten uber ba» Thema: Die Probte:»« dc» deutschen Minnesanzs.

Streut bie Bürger st ei ge! Bom

Der Antrag des Oberretchs- anwalts im Prozeh Iagow.

Leipzig, 16. Dez. (Wolff.) Der Ober­reichsanwalt beantragte am Schluß sei­ner über zweistünbigen Ausführungen unter Zubilligung mildernber Umstänb« gegen v. Iagow eine Festungsstrafe bon f le­be n Jahren, gegen v. Wangenhelm und Schiele eine solch« von je sechs Zähren.

Leipzfa, 16. Dez. (WTD.) Im Za- gowprozeß ergriffen nach dem Straf an- trag des Oberreichsanwalts die Verteidiger bas Wort. Rechtsanwalt G r ü n f p a ch bean­tragte nach längeren Darlegungen für v. Z a - aow Freisprechung ober Einstellung d«S Erfahrens auf Grund ber Amnestie. Zustiz- rat Goerres als Verteidiger v. Wan­ge n heims beantragte gleichfalls Frei­sprechung ober Einstellung deS Verfah­rens. Hierauf wurde die Weiterverhandlung auf Samstagvvrmitlag vertagt.

gleichem ein Häutchen gezogen, und hinter die-1 »Wo bin ich?" flüflette er. »Bin ich zu fern Häutchen schienen die Augen etwas zu sehen, Hause?"

waS In ber Ferne vorging. Verwundert schaute er sich im Zimmer um.

' gleichzeitig zu neuen P l u n der u n g e n gekom­men. die sich meist aus Trödler- und Alkllrider- läbcn erstreckten und woran meist Zugendliche be­teiligt waren. Gegen 1 Uhr drangen zirka 200 Personen m ein Kleidergeschäft in der Gvllnowstroße ein und raubten für etwa 50 000 Mark Kleidungsstücke. Beim Erscheinen der Schutz­polizei waren Die Tater bereits verschwunden. Sie demolierten zuvor noch die Schausensterfcheibe eine» anderen KleidergefchäfteS. Etwa- später überfielen etwa n ge Leute ein Kvnfek- iionsgeschckl m der G«psstraße und raubten Kltt- dungsstücke und Bettwäsche, zogen aber so schnell ab, daß die Schutzpolizei niemand mehr fassen konnte. Einem Trupp, der einen anderen Laden in der Gipsftraße übcrf'el, formte die Schuhprli.'ei die Beute fast vollzählig wieder abnehmen. Auch in der Linienstraßc kam eS zu Raufniberfällen auf