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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesscn)

Kr. W Zweites Blatt

Mittwoch, fr. August 1921

die monatlichen Niederschlagsmengen in Milli-

Äut*

25

250.

5,35

5,65

17.8.

Schweizer Franker»

100 L.

1920 bis Juli

1919 20

369,75

332,25

90,90

695.30

650, 475.

491,50

725'-

sehlten sogar 150 1919 20 lag in den die nur 39 Prozent

125,85 126,15

379,69 38'1,40

393,60 394,40

348,15 348,85

255,

660,-

300,50

69,40

100 100 100 100 100

1 100 100 100 100 100

Kurs

16.8.

77,50

91,10

696,70

16.8.

6,30

3,49

6,90

314,90

85,91

315,60

86,Gd

Bad. Anilin, u. Soda höchster Farbwerk«. (Elehtr ?l.(E.®. . . . Schuckert.Werke. . . Felten.Guilleaume . Daimler Bud.- Eisenw.» Akt. . Adlerwerke 4°/, hess.Staatsanl . Elektron Griesheim

Datum:

Zürich Amsterdam . . tiopenhagen. . Prag Stockholm . . . Wien London . . . . Paris Neuyork. . . .

735, 420.

Kirche und Schule.

Klein-Linden, 15. Aug Ihr

Fl Mk. ftx. Kr.

r L.

125 Millimeter, also säst um dem normalen Jahresmittel Millimeter.

Die Trockenzeit im Jahre

5,77

14,-

1,05

>7.1 L Fr. 12,,41 Fl. 59,2) Är 88,8) Kr. 117,40 Ar. 83,8) Ar. 117,88 Sh 97,8) Fr. 125,4) S 23,8)

KurS 16.8.

77,50 78,90

77, 69,24

172,50 310,- 261,

= 6.75

= 0.70

= 7.-

= 46.10

= 21*67

- 25*875

aus dem Ertrage gezahlt werden Binnen. Jede andere Steuerpolitik führt zur Verschleuderung ZS'6 Vollsvermögens. Um Steuern zu zahlen, muhten sonst schließlich die Anlagewerte verkauft werden. Kaufen kann sie. da ja jeder Deutsche der gleichen Steuerlast unterliegt, nur der valutakräftige Aus­länder Der andere Weg: Die ^leberleitung von Vcrrnögensteilen in die Hand des Reiches Gold- Werthypotheken, Industrieanteile usw. würden aber einen so kostspieligen Derwaltungs- und Ueberwachungsapparat erfordern, dah der Ertrag der Steuern im wesentlichen von der Verwaltung verschlungen würde. Dieser Weg ist praktisch un­gangbar. Der Finanzminister darf kein .Sozialisie­rungsminister" sein, wie Erzberger es seiner Zeit in seiner ersten Finanzministerrede vor der Ra- livnalversammlung für sich beanspruchte.

Fei«-schicht eingelegt, um Kessel und Sorberma- schine ausbessern zu lassen. Die Belegschaft erhob dagegen Einspruch und beantragte Ersah ihres Verdienslausfalles mit der Behauptung, dah die Feierschicht nicht ohne Mitwirkung des Betriebs­rates hätte ungeordnet werden dürfen, auch sei sie nicht nötig gewesen, denn die Ausbesserungen :lb der Arbeitszeit, eventuell am

Drüsfel-Antwerpen . Lhriftiania Kopenhagen Stockholm helfingfor» Italien . .

London Neuyork Pans Schweiz Spanien Wien (alles). . . . . Deutsch-Oesterr. . . . Prag Budapest .

Bulgarien Konstantinopel. . «

Die rechts daneben stehenden Zahlen geben die Ab­weichung der Riedcrschlagssummen gegen die aus den Zähren 19011910 berechneten normalen Mo- natsniederschlägc an.

Interessant sind vor allem die Zahlen für die Gesamtniederschlagsmengen in den beiden Zeit­räumen. Obwohl das Iahr 191920 auch eine sehr ausgedehnte Trockenheit aufwies, erreichte es

184.- 6->0 0.70 6.96

45 85 21.64 25.70 *4.90

1.50

593.-

3.10

7.10

Trockenheit und Hitze in den Jahren 1920 und 1921. Von Dr. Aug. Kilbinger von der Wetterdienststelle Gießen

In diesem außerordentlich trockenen Sommer ist ein Vergleich der Riederschlagsmengen dieses Zahres mit denen des vorigen Jahres sehr tntct-

194,- 166,70

180, 172,75 615,-

490,25 527,,-

719, - 420,- 360,-

1100,- 520,

373,58 334,75 510,50

259,75 669,50

Wechsel auf Holland Deutschland TOien........

Prag ...

Paris........

London ......

Italien ....... Brüssel.......

Budapest ... Neuyork....... Agram..... .

Bukarest

Marknotierungen.

Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:

Handel.

Vermehrung der Zahl der KurSmakler.

fd. Franksurt a. 1, 16. Aug. Die Schwierigkeiten in der Kursfeststellung die durch die Steigerung der Dörsenumsähe an der Frank­furter Börse hervorgerufen sind, haben bei der Handelskammer zu Erwägungen geführt, die Zahl der amtlichen Kurs Makler durch Reuemennung und Beeidigung zu erhöhen.

77,50

78,50 77,10

70,

171, - 308,50 262 SO 22\ - 191,50 165,53 178,-

635, - 459,

52-., - 728,- 418,- 345,25

1083, - 460,-

Mvnaten Mai und Zuni 1920, bzw. 15 Prozent der normalen Rtederschlags- menge aufzuweisen hatten Diese Trockenzeit konnte aber nicht katastrophal werden, da der

15.8.

6,80

3,76

7,50

-» L50

--- 591--

= 3.10

-= 7.30

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Wend- Abcnd- Schlitz- 64)1 uh-

Rauheim ohne Angab: von Gründen ausgespro­chene Kündigung wurde gemäß § 84 Abi 1 Z. 2 des Detriebsrätegeseyes iür ungerechtfertigt er­klärt. Für den Falt 'der Verweigerung der Weiterbesch.>stignng durch den Arbeitgeber wurde diesem eine der Beschäftigungsdauer des Antrag­stellers entsprechende Entschädigung von 300 Wt ausertegl. Die Entscheidung ist bindend nacht;87 des BetriebsrätegeseNes i

Zwei weitere Fälle erledigten sich durch Ver­ständigung.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Lloyd George wird über die Pariser Der-

Handlungen sprechen.

London, 16. Aug. (WTB.) Lloyd Ge­orge hält heute, wie berichtet wird, im Unter­bau f e eine bedeutende Aede über die Be­schlüsse des Ober st en Aates in Paris. Besonders werde er zur oberschlesischen Frage und zur Frage der Bekämpfung der russisch« Hungersnot Stellung nehmen.

Don der russischen Hungerkatastrophe.

London, 16. Aug. (WTB.) »Daily Tele­graph" berichtete Die britische Vertretung tn Moskau hat sich davon überzeugt, das) die tm Ausland über die russische Hungersnot verbreiteten Aachrichten in keiner Weise über­trieben sind. Die Katastrophe in Rußland schein» im Gegenteil noch größer zu sein, als sie selbst in den pessimistischen Kreisen geschildert worden ist. Die größte Gefahr liege in der Tat­sache, das) sich die Hungersnot zweifellos im näch­sten Zähre tn noch gröberem Maste wiederholen werde.

Wie derDaily Telegraph" aus Moskau meldet, veranstalten die Bauern und Deserteure des Voten Heeres tn den kleinen Städten und Dörfern Rußlands Iudenpogrvme.

Die spanische Regierung über die Lage in Marokko.

Madrid, 16. Aug. (WTB.) Aach vchlust des gestrigen Kabinettsrates wurde fol­gende Mitteilung verösfentlicht: Die ersten Bera­tungen des Ministeriums betrafen die Fragen, welche sich an die Zone in Marokko knüpfen, deren Heeresbudget stets als ein unerlästliches Pfand für den Einflust und die Sicherheit Spa­niens angesehen werden must, koste eS, was es wolle. Der normale Ausbau des Protektorats hat unter dem jetzigen Oberkommtssar in dieser Zone baut der weisen Methoden dieses Mannes groste Fortschritte gemacht. Sie werden ohne Be- denken fortgesetzt werden, bis dieses politische Werk, von den Waffen der Aation unterstützt, zu Ende geführt ist. Mit diesem Ziel unb unter Berechnung des Widerstandes und der Angriffe must das Wert fortgesetzt werden, welches tn der Zone von Mellila begonnen hat

Das Sude des Duchdruekerstreiks.

Mainz, 16. Aug. (WTB.) Die Ar bet» ist heute von den Buchdruckergehilfen wieder ausgenommen worden. Auch in Wies­baden und WormS ist die anfängliche Rei- gung der Gehilfen, dem Beschlust des Tarifamtes nicht Folge zu leisten, nicht zum Durchbruch ge­langt.

S ftx.

dennoch beinahe das normale IahreSmittel von 550 Millimeter Im Zahrc 1920 21 blieb die Aiederschlagsmenae jedoch bei weitem hinter die­sen Zahlen zurüa^ Gegen 1919 20 blieb sie um i , zurück, und an

10'18 10,22 10,58 10,62 102,10 102,40 103,85 104,15 22,27 22,33 22,77 22,83

Züricher Devisenmarkt

16. 8.

674,30 675,70

1456,101459,- 1498,501501,50

1111,35 1113,65 1128,851131,15

Kurs

15.6.

77,50 78-

Oderschles. Eisenind.

Phönix-Dergb -Akt . 1070,

gewesen. Die Antragsteller wurden mit ihrem Anspruch auf den ordentlichen Rechtsweg ver­wiesen zur Klärung der strittigen Fragen, ob die Ausbesserung nötig war, ob sie sofort vorgenom­men werden muhte und ob ein ganzer Arbeitstag deshalb ausfallen muhte, ferner ob "die Gruben­verwaltung kein Verschulden an der Rotwendig- kett der Ausbesserung und der dadurch veranlast- ten Feierschicht trifft, ob sie Schadloshaltung durch Einlegung einer Ersatzschicht angeboten und die Belegschaft andererseits auf Schadlos Haltung durch bare Gablung des Ausfalles verzichtet hat gegen künftigen Wegfall der inzwischen wegen Absatz- I Rodung eingelegt gewesenen Feierschichten. Gegen- I über diesen Fragen erschien die Frage der Mit-

Derliner Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Dries

Datum: 15. August. 16. August

Amsterdam- Rotter». 2657,302662,702882,10 2887,90

--- 654,80 656,20 691,30 692,70 1101,35 11< 3,65 1208,75 1211,25 1361,10 1363,40 1543,45 1546,55

1806,65 1810,35 1998, - 2002, - ----- ----- 133,g5 iS4,i5

Schlichtnngsausschuß der Provinz Oberhessen.

Sitzung vorn 11. August 1921.

Den von Der Brennstoff-Gewinnungs- und Deredelunasgesellschaft m b.H. in Frankfurt a. M. in ihrem Betrieb in Friedberg beschädigten Ar­beitern soll mit Wirkung vom 1. Juli 1921 an ein Stundenlohn von 5,40 Mk. gezahlt werden, der sich vom 1. September an auf 5,60 Mk. unter der Voraussetzung erhöhen soll, dah alsdann der Gesellschaft von der Eisenbahnverwaltung eine höhere Vergütung für ihre Tätigkeit Durch­arbeitung der Kohlenschlacken auf noch verwert­bare Brennstoffe bewilligt wird Beide Par­teien edkumten den Schiedsspruch an.

Die Betriebsleitung der Drauneisenfteingrube Adler bei Gambach hatte am Karsamstag eine

Metern oder Litern pro Quadratmeter angeben. Schiedsspruch ab. Anliagsgegner erkannte ihn an Die einem Kellner des .Teichhaufes" 1i Bad-

Auf der Unten Seite stehen die Zahlen, welche Wirkung des Betriebsrates nicht von ausschlag- "*i- gebendem Bedeutung. Antragsteller lebntc den

Berlin. 16. Aua. Börsen st immun y s- bilb. Unter dem Eindruck des anhaltenden Rud- ganges des Markkurses, der heute zu einer wei­teren scharfen Steigerung der Devisenkurse führte, hält der durch die Marlflucht geförderte Kauf- anbrang an der Börse an, so dah der Börsen­vorstand sich zur Einlegung weiterer Börsenfeier­tage entschließen muhte. Gegenüber dem gestrigen Ueberschwang im Grohverkehr ist aber eine ae- wisse Ernüchterung insofern eingetreten, als die Börfenspekulativn und die Mitläufer den hohen Kursstand verschiedenllich zu Realisieren benutz­ten. so dah auf dem Montan- und chemischen Markte neben weiteren Steigerungen mäßigeRück- gänge überwogen. Dagegen setzten sich die Kurs­steigerungen in Elektro-. Maschinenfabrik-, Kalt- und anderen Industriewerten sowie Valutapapie- ren im Ausmaße von 10 bis vereinzelt 20 Prvz. fort. Eine führende Rolle spielten Phönix-, Thalc, Anglo Guano, Deutsche Waffen, sowie die Papiere des Rhein-EDe-KonzemS bei Gewinnen von 30 bis 40 Prvz. Der Rentenmarkt war unverändert flUL In den zu Einheitskursen gehandelten In­dustriewerten bleibt der Kaufandrang noch immer sehr grob, so dah hier erneut weitere, teilweise starke Kurserhöhungen ein traten. Die Kursfest­setzung verzögerte sich wieder erheblich. Am De­visenmarkt verhielt sich die Spekulation bet star­ken Preissteigerungen vorsichtig, weshalb die Um­sätze hier nicht besonders groß waren.

Frankfurt a. M-, 16. Aug. Dörsen- stimmungsbild. Rachdem die Tendenz, am Devisenmarkt am Schlüsse des Mittagsverkehrs überwiegend schwächer war, setzte im Abendverkehr eine neue Aufwärtsbewegung ein. Der Dollar zog unter Schwankungen erneut an. Auslands­papiere vermochten sich jedoch nicht voll zu be­haupten. Mexikaner gegen ihre Schlußnotierun­gen niedriger genannt. In Harpener und Rhein- stahl stellten sich Abschwächungen von je 5 (Prozent ein. . Deutsch-Luxemburg stellten sich 6 Prozent niedriger. Auch heute abend konnten die amt- llchen Papiere wegen Arbeitsüberhäufung der Maller zum,größten Teil nicht feftgestellt werden. Im freien Verkehr war die Tendenz unregel­mäßig. Es wurden genannt. Mannesmann 835, Elektron Griesheim 398400. AEG. schwacher, 373, Schildert 330.. Redarsulmer Fahrzeug lebhaft, umgestaltet, 475 plus 10 Prozent. Benz- Motoren ca. 253 Rhenania 575, junge Brown Doveri 235, Inag. 283. Kasseler Faß 730. Im weiteren Verlauf wickelte sich das Gefchäft unter der Spekulation ab, wobei die Kursbewe­gungen Schwankungen unterworfen waren. Der Schluß gestaltete sich ruhig und fest.

Frankfurt a. M., 17. August.

ordnung ausgesprochenen Anschaffungswert gemessener Abnutzun g. Es sind nur solche Steuern mit der Privatwirtschaft vereinbar, die

hätten aut, - .

Karfreitag, vorgenommen werden tonnen; die da­mit betrauten Qfcbeiter wären wohl dazu bereit

jähriges Jubiläum beging gestern unsere Kleinkinderschule unter Beteiligung bei ganzen Gemeinde. Psarrer Lenz aus Llch hielt die Fest- rede. Ein von hier gebürtiger Deutsch-Amerikaner hatte aus Anlaß des Festes der Schule 500 Mark übersandt.

tl Büdingen. 15. Aug Die zweite Zu­sammenkunft früherer Büdinger Pennä- l e r, die vom 13. bis 15. d M hier stattfand, gestallelc sich zu einer machtvollen Kundgebung der Liebe und Anhänglichkeit der früheren Schü­ler unseres Gymnasiums an ihre alle Bll - dungsstätte; waren doch fast 300 junge und alte Herren, viele auch mit ihren Damen, gekommen, um das Wiedersehen mit ihren früheren Karne raben zu feiern. Am Samstagabend fand im Raihaus'aale ein Kommers statt. Am Sonntag war Frühschoppen imFürstenhof", Festessen im Stern, Rachmittagskaffee auf der .Klippe" Abends vereinigte ein Konzert im Rathaussaal unb ein Tanz imFürstenhof" die Teilnehmer zu fröhlichem Beisammensein. Zur Errichtung einer Gedächtnistafel für die im Weltkrieg ge­fallenen früheren Schüler der Anstalt wurde ein Betrag von 2500 Mk. gesammelt, und auch ein Verband Büdinger Pennäler gegründet, der die Aufgabe haben soll, diese Zusammenkünste regel­mäßig alle 5 Iahre stattfinden zu lassen.

ra. Riedershausen bei Löhnberg, 13. 2uig. Dem Pfarrvikar Dender aus Bieber bei Rvdheim wurde die hiesige Pfarrstelle über­tragen.

überlassen

Der Hansa-Bund verlangt dringend das Fest- hallen an den bisher bestehenden Dewertungsvor- schriftcn, b. h., es ist für den Grundbesitz grundsätzlich von dem Ertrage auszugehen, den er erbringt Für die Detriebsanlagen ist dagegen feftzuhalten an dem in § 139 der Abgaben­ausgesprochenen Bewertungsgrundsatz: t abzüglich a n -

Die Gefahr der Besteuerung nach dem gemeinen Wert.

Dom Hansa-Bund wird uns geschrieben:

Rach den vorn Reichskabinett vorgeschla- genen Bewertungsvorschrillen für die neuen Ber- Taögem ileucrn sollen zukünftig die zum Grund­oder Betriebsvermögen gehörenden Bermoqcn--. obfeste nach dem gemeinen Wert zur ©teuer Heran gezogen werden Das RcichSkabinett geht in ferner 21bfiCbt, dieSachwerte in vollem Papicr- marfwerte der doch nur bei einer Veräußerung m die Erscheinung tritt, zu besteuern, einen Weg. be> jui i mid)tung unserer 'Wirtschaft fuhren muh Die Reichst egierung will also die früheren Goldwerte vervielfachen, um zu den heutigen Pa pierwerten zu kommen unb auf Gründ dieser Pavierwerte die Vermögensabgaben verrechnen. Danach sollen z. B Wohnhäuser, deren Er- lran beute von den notwendigen Reparaturen und den sonst,gen Lasten aufgefressen wird, zu dem rein lilliven Papierwert zur Abgabe herangezogen werden .

Soll wirklich ein Haus, das etn Rentner von feinen Ersparnissen mit 60 000 Goldmark im Frie- öen erworben hat und das heute einen .Wert" non 200 000 Papiermark hat, der beim Verkauf vielleicht auch realisiert werden tonnte, mit 200 000 Mark zur Vermögenssteuer herangezogen werden? Wie soll der Besitzer eines solchen Hauses die Ab' gäbe bezahlen? Ist es nicht Dilettantismus, dieser Frage aus dem Wege zu gehen, indem man he offen läßt! Die amtliche Bekanntmachung fagt: Der Entwurf will aber jeden Zwang zu unttrirt- schastlicher Abgabe vermeiden, es vielmehr der eigenen wirtschaftlichen Entschließung überlassen, in welcher Weise der Steuerpflichtige die regel­mäßig nicht aus seinen Einkünften tragbare Steuerlast abbürden will." SS ist weiter zu fragen:Soll etwa der Unterschied von 60 000 Goldmark zu 200 000 Papiermark alsVermögens- zuwachS" weggesteuert werben?" Rach der grund­sätzlichen Annahme des gemeinen Wertes wäre das der Fall. Soll der Fabrikant seine Maschinen zum gemeinen Wert in die Vermögenserklärung auf- nehmen ? Sine Maschinenanlage mit einem Frie- denSwert von 20 000 Goldmark hat heute mög­licherweise auch im Zustande fortgeschrittener Ab­nutzung einen Papierwert von 200 000 Mark. Ist das nun steuerpflichtiger Dormögenszuwachs? Im nächsten Jahr muß vielleicht, um den Betrieb den technischen Erfordernissen entsprechend aufrechtzu­erhalten. die Maschinenanlage mit einem Aufwand non 300 000 Mark erneuert werden. Wohersoll der FabrikantdasGeldnehmen, wenn manseinganzesBetriebskapitalein- sch ließ! ich aller Anlagen zum gemei­nen Wert steuerlich bereits erfaßt hat? Hat eine solche Steuerpolitik einen Sinn, nachdem unter Druck der Geldentwertung die Rot- wendigkeit der Grneuerungsfonds wenigstens für die Einkommensteuer auch vom steuerlichen Stand­punkt anerkannt ist.

Rach der Bekanntmachung der Regierung sollen für die Dauer von 15 Jahren besondere der Geldentwertung angepaßte Bewertungs­grundsätze gelten, mit dem Ziel, die Sachwerte voll und ganz in entsprechender Weise zur Ab­gabe heranzuziehen". Bei dem Betriebsvermögen soll insbesondere auf Gewinn und Umfaß des Hn» ternehmens Rücksicht genommen werden. Das alles soll aber nicht durch Gesetz, sondern durch Verord­nung des Finanzministeriums geregelt werden, die bann natürlich jederzeit vom Minister eigenmächtig abgeändert werden kann. Eine derartige Rechts­unsicherheit in der Besteuerung ist aber nicht ver­träglich mit geordneter Volkswirtschaft. Die gesetz­gebenden Körperschaften dürften gesetzgeberischen Schwierigkeiten nicht dadurch aus dem IBege gehen, daß sie die Schaffung neuen Rechts tn wesentlichen Punkten den Verwaltungsbehörden

essant.

3m folgenden sind die Riederschlagsmengen von August 1919 bis Hüll 1920 und von August 1920 bis Zuli 1921 zum Vergleich n ebene in c. über ------- 1920 21

Winter sehr niederschlagsreich war Die Monate Rovember, Dezember 1919 und Januar 1920 weisen Riederschlagsmengen auf. die weit über das normale Mittel hinausgehen, so daß sich im Boden ein genügender Wasservorrat ansam^ mein konnte Ganz anders aber liegen die Ver­hältnisse in der Trodenperiodc 1921. Im Iahre 1921 haben bereits die Monate Februar. März und April ganz abnorm geringe Regenmengen und in dem vorangegangenen Winter erhob sich nur der Monat Ianuar mit 170 Prozent wesentlich über das normale Mittel, während die meisten übrigen Monate erheblich unter 100 Prozent bite­ben. Außerdem fehlte tn diesem Winter eine ge­schloffene Schneedecke, die bei ihrem langsamen Auftauen einen starken Wasservorrat in den Bo­den gebracht hätte.

Die Riederschläge in den Monaten Mai unb Huni liegen wohl in der Rähe des normalen Mittels, jedoch stammten diese Riederschläge aus Gewittern unb kleineren Regenfällen, unb sind chnell abgelaufen, ohne in den Boben tief genug ein bringen zu können. Auch die Riederschläge des Iuli verteilten sich nur auf zwei Gewittertage und drangen ebenfalls fast kaum in den Boden ein.

Zu diesem Mangel an Riederschlägen trat aber im Monat Iuli noch eine ganz besondere Temperaturerhöhung ein.

An 21 Tagen war das Maximum über 25 (Arad EelsiuS, wovon 8 Tage Temperaturen über 30 Grad und 2 Tage Temperaturen über 35 Grad auswiesen.

Durch diese beiden Faktoren. Regenmangel unb säst tropische Temperaturen, würbe der Boben in einem Maße ausgetrodnet, wie es selbst in dem trodenen Iahre 1911 nicht der Fall war.

Die Getreideernte würbe weniger von dieser Trodenheit berührt als bie Kartoffeln. In manchen Gegenden ist daher in Frühkartoffeln eine Mißernte eingetreten. Die Spätkartoffeln haben sehr gelitten, tonnen aber durch genügende Regen­fälle zum großen Tell noch gerettet werden.

Grund zu ernsten Befürchtungen ist noch nicht vorhanden, zumal die allgemeine Wetterlage sich bereits günstiger gestaltet hat unb auch weiterhin Aussicht auf größere Regenfälle vor- hanben ist, in ber ersten Hälfte des Monats August fielen bereits über 25 Millimeter Regen.

Einschneidende Bedeutung hat aber die Trodenperiode für die Wasserversorgung der Städte unb Dörfer unb für die Schiffahrt. Wenn auch in der nächsten Zeit wieder genügende Regenmengen fallen, so wird eS doch noch Wochen dauern, bis die Reservoire des Bodens soweit wieder aufgefüllt sind, daß die Quellen aus­reichende Wassermengen liefern, um die Wasser- kn appheit der Wasserleitungen zu beseitigen, unb Monate wird es dauern, bis sich ber Wasserstau!) der Flüsse soweit hebt, daß die Schiffahrt voll wieder aufgenommen werden kann.

AIS Ursache dieser abnormen Witterungsver- hältnisse wird daS Auftreten riesiger Sonnen- leden in der Sonne angenommen. Die Störung ber atmosphärischen Verhältnisse war ja auch in bem Auftreten von Nordlichtern in unseren Brei­ten zu beobachten.

Der unmittelbare Grund für den Regenman­gel ist jedoch darin zu suchen, baß bie regen- bringenben Siefbrudtoirbel entweder sehr weit im Norden ober südlich der Alpen nach Osten zogen, ohne Mitteleuropa zu berühren. Auf jeden Fall aber ist sicher, daß die Wetter­dienststelle ©jeßen an dieser Trodenheit nicht schuld ist, sondern sie sich Dielmefrr bemüht hat, wenn auch ohne Erfolg Regen zu machen.

Ein neuer 3 trohhui für 1,50

Unter den Händen wird der sdimutzigste und ver­gilbtest« Strohhut blütenveiß und wie neu bei der Behandlung mit dem verbesserten Strobin mit seiner verblüffenden Bleidikraft. Verlangen Sie m Droge­rien und Apotheken ausdrücklich die neue Packung mit Aufdruck Mk. 1,50.

Datum-

5*, Disch ÄricnsanL 4/, Dtsch. 'JieidjsonL 3e/e Dtsch Tteidisanl 4 '. Dreust flonfels Darmstädter Bank . Deutsche Dank .

Disronto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Nanonalbank s. D. . Mitteid. Treditbank. tz..Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gußstahlwerk . D.-Luxemt' Bergw.. Gelserckirch. De:gr.'. . Harpener Bergbau . Oberschief. Eisenb.-D.

Monat

(Beiamt» nieder» ichtag in mm

Sb. wetchung v. lOilbr. Mittel 1901-10

(Befamt* nieder* schlag in mm

Ab. weichung D iGjäljr.

Mittel 1901-10

August

28.6

51 */.

27.6

49,

September

33.0

73

53.4

103

Oktober

14.7

33

24.6

56

yiooember

68.4

197

8.8

21

'Dezember

77.0

171

45.4

101

Januar

102.0

274

73.9

170

Februar

27.1

73 .

18.2

54

«März

28.3

67

9.4

23

April

53.1

140

13.6

35

Mai

20.9

39

48.0

102

Juni

7.9

15

58.1

110 ,,

Juli

633

94

16.0

26

GesamtjahreHmeuge 524.3

397.0