Ur. I6| Zwelte; Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Mittwoch, 15. Zull 1921
252,
280,25
315.
415,
319,12
530,
Marknotierungen.
6,05
zwei Wochen.
13.7.
Schweizer Franken
am
2.
100 Fr.
100 Ar.
100 2.
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Ar.
10,17
100,40 27,78
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83,8)
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97,8)
125,43
23,8)
6,25
16,60
1,28
414, 586, 328, 287,
391,- 411,50
10,13
100,13
27,72
590, -
312,60
71,-
348,50
12.7.
7,90
4,07
8,15
bete das von
10,88
101,55
28,02
10,92
101,95
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178,50
157,50 645,-
Rt. Kr Sh. Fr. I
815-
416, —
342,25 317,-
286,50
130,35 357,60
284,45 78,29
608,35
Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag. . . . Stockholm. Wien. . . . London . . Paris . . . Neu?ork. .
17.11.
Fr. 125,4)
Fl. 59,2)
Kr. 88,3)
Ar. 117,33
Das Denkmal Friedrichs des Großen Unter den Linden war am Freiheitstag der Ver- einigten Staaten von Nordamerika der Schauplatz einer amerikanischen Kundgebung für den großen König. Sine Gesellschaft amerikanischer Damen und Herren legte zu den Füßen des Denkmalsockels zwei große Eichenkränze nieder. Der größere von beiden, der mit den umflorten Farben Schwarz-Weih-Rot und mit den Sternen und Streifen der amerikanischen Flagge geschmückt war, wies auf einer großen
Frankfurt a. M.. 13. Juli.
Berliner Devisenmarkt.
Gelb Brief Gelb Brief
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
*• Das Amtsverkünbigungsblatt Nr. 100 v. 12. 3uh enthält: Nachtrag zur 2. Ausgabe ber Deutschen Arzneitaxe. — Gebühren für die Aufstellung ber Grunbbücher. — Die Verteilung von Tierschutzkalenbern an bte Echuljugenb. — Ausübung ber Fleischbeschau. — Einsendung ber Kreisabbeckereiverzeichnisse. — Dienstnachrichten. — Aenberung ber Satzung über bie Benutzung ber Gemeürbeviehwage in Röthges. — Straßen- sperre-Aufhebung.
DienstnachrichtendeSKreiSamtes. Der Lanbwirt und Müller Heinrich Hofmann auf Bergermühle, Gemarkung Arnsburg, würbe zum Polizeikommissär für bie Gemarkung Arnsburg ernannt unb von bem KreiSamt verpflichtet. — Die Maul- unb Klauenseuche in G i s s e l -
412,
343,
Wechsel auf Holland .......
Deutschland.....
Wien Prag........
Paris ....... London .......
Italien ...... Brüssel Budapest ..... Neuyork. ...... Agram..... • •
Bukarest......
KurS
11. 7.
77.50
76,10
180*50
301,50 281,-
215, —
183, — 166,50
178,50
15',-
540,- 390,-
Vermischtes.
♦ Amerikanische Kranzspenden Denkmal Friedrichs des Großen.
weißen Schleife die Inschrift auf: „Daß für die Freiheit unsere Baker starben.... The League of Truth — Wahrheitsbund — Berlin°New York, 4. Iuly 1914/1921.“ Auf der mit dem alten deutschen Reichsadler und dem amerikanischen Wappen geschmückten weißen Schleife des zweiten Kranzes war zu lesen: „Zum 4. Juli 1921 dem Freunde Amerikas von einem dankbaren Amerikaner.“
Kurs 12.7.
77,50
79,76
77,10
69,80
171,— 302,-
280,- 214,50 183,- 166,-
178,84
154,84
543,25
392,50 413,-
584,- 315, —
281. - 8-22,-
414,75 344,75 317,—
294,-
234,50
193.25
8.20
0.825
8.-
47.55
22.06
27.70
46.50
2-175
603.-
3.90
8.70
600,
304,76 309,50 -,
Fl. = Mk. — Kr. = A". =
Kirche und Schule.
4 Düdelsheim, 12. Zull. Untere Kirche, die bekanntlich vor etwa l1/? Jahren abbrannte, ist nun wieder soweit hergestellt, baß sie am Sonntag den 24. bs. Mts. in Gegenwart bes <5ut>enmtenbeitten D. Petersen unb ber Deka- natsgeistlichkeit feierlich eingeweiht werben kann. Die Kirche hckt im Reudern einen neuen Dachreiter, im Innern herrliche Glasmalereien unb ein allen Anforderungen der Neuzeit entsprechendes Orgelwerk erhalten, das von der Firma Nikolaus unb Förster in Lich stammt.
Börsenkurse.
Frankfurt Berlin
Abend- Abend- Schluß- Schluß-
Datum:
Amsterdam- Notterd Brüssel-Antwerpen Christiania Kopenhagen ....
Stockholm . . . . •
Helsingfors Italien London Neunork Pans. ......
Schweiz Spanien Wien (altes). . • • Veutsch-Oesterr. . . Prag Budapest .
Bulgarien .... Konstantinopel. . .
192.-
7.65
0.85
7.80
46.90
22.-
27.30
46.10
2.215
605—
3.80
8.65
2497,502 02,50 2447,55 2452,45 598,40 599,60 549,40 590,60
1036,40 1068,601038,95 1041,0.' 1256,20 1258,801223,75 1226,25 16-8,85 1661,701623,35 1623,65 ----- 130,65 128,85 129,10 358,40 351,60 352,40 285,05 279,20 279,80
11. Juli. 1 2. Fuli.
erholungen.
Frankfurt a. M.. 12. Juli. Börsen- stimmungSbild. Die unerwarteten Rückgänge am Devisenmarkt haben nun ihre Aufklärung gefunden. Der Reichsbank ist eS gelungen, einen Kredit von 150 Millionen Goldmark in Holland zwecks Erfüllung der am 31. August fälligen Reparationsverpflichtungen zu beschaffen. Dadurch trat eine Ermattung in ausländischen Zahlungsmitteln ein, welche auch auf die deutschen Märkte zurückwirkte. DaS Angebot war nicht drängend, weshalb sich die Kurse gegen den Stand der Mittags- börse nur wenig mehr veränderten, zum Teil sich etwas befestigen konnten. Schwach lagen im freien Verkehr PH. Hvlzmann 382, 3837t, Deutsche Petroleum 81Ö genannt. ManSfelder Kuxe gaben auf 4975, Safseler Faß auf 686 nach. ES wurden Benz mit 228, Neckarsulmer 289, 288 umgesetzt. Unter den Montanaktien wurden Phönix 821, Deutsch-Luxemburg 391 gehandelt, je 4 Prvz. niedriger, Gelsenkirchen befestigt 41V/2. Gut behauptet blieben Nordd. Lloyd 156. Häpag 178. Elektrizitätswerte unregelmäßig. Schuckert mit 2867. schwächer. AEG. befestigt, 3197,, im Verlaufe wieder 317. Holzverkohlung gaben weiter nach. Deutzer GaS wurden stärker realisiert. Höher stellten sich Eisenwerke Meyer, BerzeliuS, SeUindustrie Wolfs, Kalkwerke Dornap wurden bis 900 gesteigert. Gegen Schluß traten erneute Rückgänge ein, die vielfach auf stärkeres Angebot zurückzuführen waren. Westeregeln büßten 10 Proz. ein. Phönix schließen 815.
7,70
3,98
7,95
6'10
980,-
6,17
16,50
1,27
. 100
. 100
. 100
. 100 . 100 . 1 . 100
Handel.
Berlin, 12. Juli. Börsenstim- mungSbild. Nachdem heute vormittag die Devisenkurse infolge der erneuten Verschlechterung der Markvaluta merkliche Steigerungen erfahren hatten, trat hierin zu Beginn der Börse auf unkontrollierbare Gerüchte von einem angeblichen neuen holländischen Millionenkredit ein Rückschlag ein, namentlich für Dollars und holländische Gulden. Dies gab der berufsmäßigen Börsenspekulation, die durch die gestrigen überhasteten Steigerungen ohnehin etwas ängstlich geworden ist, vermehtten Anlaß zu Realisationen. Infolgedessen er= uhren im Grvßverkehr die meisten Papiere Kursrückgänge von 5 bis vereinzelt 10 Proz. und für Phönix, Goldschmidt, Augsburg- Nürnberger Maschinen und Stettiner Vulkan- Aktien sogar bis 30 Proz. Daneben waren aber auch weitere Kurssteigerungen, wie bei Bismarckhütte, Bochumer Gußstahl, Zellstoff Waldhof und Lincke-Hoffmann bis 10 Proz. zu verzeichnen. Das Geschäft hatte dabei gegen gestern eine wesentliche Einschränkung erfahren, von geringfügigen Erholungen abgesehen. Weiter senkte sich der Kursstand im Verlaufe mäßig, da die Börsenspekulation mit ihren Glattstellungen fvrtfuhr und zumal das eingangs erwähnte Gerücht durch eine Verlautbarung der Reichsbank eine Bestättgung erfuhr. Dom Privatpublikum aber lagen zumeist noch weitere Kaufaufträge vor, was besonders von den zu Einheitskursen gehandelten Industriewerten gilt. Heimische Rentenwerte verzeichneten teilweise leichte Kurs-
Datum :
5 ’ 0 Disch firicgsanl. 4 7, Disch. Neichsanl. 3', Dlsch. Ne-chsanl. 4u „ Preuß Konsols 'DormftäMer Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Desellschast Dresdner Bank. . . Nationalbank s. D. . Mitleid. Creditbank. tz.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Bach Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. Belsenkirch. Dergw. .
Büchertisch.
— Johannes Wehrmann, Die Erben der Erde. Ein Roman. 230 S. Oktav, gebunden 16 Mk.. Geschenkausgabe 20 Mk. (Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 26.)
Müller'schc Badeanstalt.
Wasserwärme der Lahn am 13. Juli: 23° X
KurS Kurs 11.7. 12.7. 77,50 77,50
76.-
78,45 76,-2 76,93 609,65 599,50 600,60 126«,701271,30 964,- 966,-
kommenen Mißgriffe verurteilt.
Finanzmlnister Henrich verweist wegen der Beamtenfragen auf ole Besoldungsorbnung. Die Berkehrsfragen liegen auch ber Regierung am Herzen. Ein guter Ersah für Bahnen sind wohl bie Autolinien, bie man nach Möglichkeit unterstützen werbe. Die Lebensmöglichkcit muß jeben- falls nachgewlesen werben. Die Beschwerbe über bas Vorgehen ber Finanzämter gehe eigentlich an bie falsche Abresse . Eine ausführliche Antwort hierzu ist bereits nach Berlin gegangen. Manche Vorgänge sind übertrieben. Die Finanzämter verfahren im allgemeinen selbstänbig nach ihren Vorschriften. Maßgebenb für bie Beschlagnahme ist, was verschwiegen worben ist. Eine besonbers scharfe Erfassung ber lanbwirtschastlichen Steuerzahler erfolgt nicht, es wirb gegen alle Schichten gleichmäßig vorgegangen. Viel weiter als biese einzelnen Klagen gehen bie Klagen über bie allgemeine Steuermoral.
Nach Erwiderungen ber Adgg. Dorsch (Hess. Vpt.), W i b m a n n (Soz.) macht Finanz- minister Henrich nochmals kurze Mitteilungen über bie Maßnahmen, bie ben Finanzämtern zu- stehen zwecks Feststellungen von Hinterziehungen.
Das Kapitel 105, Ministerium ber Finanzen, wird sodann genehmigt, desgleichen die Kapitei 106—109. Daraus wird das Haus vertagt.
Nächste Sitzung Donnerstag 97, Ahr. Schluß 7 Ahr.
Züricher Devisenmarkt.
12.7.
(In einem Teil ber Auflage wiederholt.)
Die verheerenden Wirkungen ber Sanktionen.
Berlin, 12. Juli. Dlättermelbungen aus Bochum zufolge würben infolge der Entente- Zwangsmaßnahmen am Rhein biß Ende Mai bei der Düsseldorfer Regierung bereits 6 2 Stilllegungen ur.b Betriebseinschränkungen gemeldet. In ber Zeit vom 1. Mai bis 24. Juni folgte bie Stillegung bzw. Detriebs- einschränkung von weiteren 27 Betrieben Von 500 000 Arbeitern im Düsselborser Bezirk waren etwa 200 000 mit verkürzter Arbeitszeit beschäftigt. In verschiebenen Industrien sind Betriebs- rüdgänge bis zu 66 Prozent zu verzeichnen.
Aus der französischen Kammer.
P a r i s, 12. Juli. (HavaS.) In der Nach- miitagssitzung antwortete B r i a n d ßefebre, der nachdrücklich die Entwaffnung Deutschlands verlangte, daß er Fach, Wehgand und Rollet Vertrauen schenkte. Die Gewehre, Maschinengewehre und Kanonen, deren Vernichtung verlangt worden sei, seien zerstört worden und zwar innerhalb deS feft- gesetzten ZeittaumS. Was die Besetzung deS Ruhrgebietes vom Sicherheitsstandpunkt anbetrifft, so halte er diese Besetzung für unnötig. Immerhin erklärte Briand, daß er auf die Sanktionen nicht verzichte. Es hänge von Deutschland ab, daß sie nicht eingestellt würden.
Lieber die Volksabstimmung in Oberschlesien widerholte Briand, daß auf allen geographischen Atlanten, welche die Deutschen anerkennten, die Polen die Mehrheit in den strittigen Gebieten hätten. Der Verttag sei formell. Er werde dem Sinne unb dem Wortlaut nach aufgelegt werden. Wenn das Ergebnis der VollSabstimmung zugunsten Deutschlands ausgefallen wäre, so würde er für dessen Achtuna gesorgt haben.
Auf eine Anfrage betteffend die Leipziger Urteile äußerte Briand, die Regierung habe die ftanzöfische Mission telegraphisch zurückberufen, da sie der Ansicht wäre, daß sie der K o m ö d i e d e r Gerichtsverhandlungen nicht länger beiwohnen könne. Briand schlug vor, die Alliierten zu ersuchen, auf die Anwendung der Bestimmung des FrledensverttageS zurückzukom- men.
Der Gesetzentwurf betreffend das allgemeine Budget wurde dann angenommen.
Die amerikanischen Truppen am Rhein.
Washington, 12. Juli. Havas meldet In Widerspruch zu ben auswärts verbreiteten Mel- bungen, bah die Regierung ber Vereinigten «Staaten keinen Befehl zur Zurückziehung ber amerikanischen Truppen am Rhein erlassen habe.
Erfolge der Kemalisten.
L o n b o n, 12. Juli. Reuter meldet, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die griechische Offensive in dieser Woche noch beginnen werde. Die Türken seien nicht in die neutrale Zone eingerückt, hätten aber die griechische Front etngebrüdt und die Griechen hätten daher den Rückzug antreten müssen.
Konstantinopel, 12. Juli. Reuter meldet, bte Griechen verbuchten bei ISmid vorzu- , rüden, seien jeboch 20 Kilometer vor ber Stadt in einem von ber Bevölkerung unb ben türkischen . Truppen gelegten Hinterha lt geraten. Sie verloren in einem dreistündigen Kampfe mehr als । 4 00 Tote und Verwundete. Die Datio- ) nalisten erbeuteten viele Waffen, Munition, Zug- ; tiere und Lebensmittel. Auf diese Niederlage hin
Harpener Bergbau . Vberschles. Eisend.-B. Oberschles. Eisenind. . Phönix.Dergb -Akt.. Bad. Anilin- u. Soba Höchster Farbwerke. Elektr. A.L.G Schuckert.Werke. . . Felten.Guilleaume, , Daimler ‘Bub.- Eisenw.» Akt. , Adlerwerke .
zurückgestellt.
Zu Kapitel 105, Ministerium ber Finanzen, fragt Abg Dr. Osann, wie weit bie Organisation ber 'Bauverwaltung gebiehen ist, ebenso bie Organisation bes Geometerwesens unb ber llntererbcber. Die letztere Kategorie müsse bal- bigst erfahren, ob sie weiter Funktionäre bes Staates bleibt ober beS Reichs geworben sinb. Weiler wünscht er Auskunft barüber, ob es sich empfiehlt, in Gießen oder Darmstadt Kurse für Zollbeamten einzurichten.
Finanzminister Henrich: Lieber die Organisation der Dauverwallung läßt sich leider noch nicht mehr sagen, als im Ausschuß mitgeteilt wurde. Die Frage ber Schonung bes Selbst- bestimmungSrechts ber Kreise ist hierbei von großer Wichtigkeit. Die bisherige Kulturinspektion soll im bisherigen Zustanb erhalten bleiben unb nur organisch etngegliebert werben. Ich werde alles baransehen, bie Angelegenheit noch in diesem Jahre zu erledigen. Leichter wird sich bte Umgestaltung des Vermessungswesens burch- führen lassen. Es soll in ber Hauptverwaltung bem Finanzministerium unterstellt werben, bas Felbbereinigungswesen bleibt bem Landwirt- schaftsministerium überlassen. Alle in Betracht kommenden Gesetze liegen bereits im Entwurf vor. ®ie Frage ber llntererbcber ist sehr schwierig. Wir haben ben Wunsch, baß neben ben Reichs st eilen nicht eigene Lanbesstellen für bie Steuern bestehen bleiben, einmal aus Ersparnis- E'nben, anbererseits aus praktischen Grünben ben Verkehr. Eine Antwort, ob bas Reich eit ist, alle Beamten zu übernehmen, steht noch aus. Erst wenn diese Antwort vorliegt, kann auch über bie Stellung ber Untererheber ent- schieben werden. Die Frage ber Schule für Zollbeamten wird erwogen.
Abg. Herbert (Zentr.) wünscht, wenn bie Zusage nicht erfüllt werben kann, baß bis zum 1. Oktober eine enbgülttge Regelung ber Desol- dungsverhältnisse biesec Beamten burchgeführt wird, bann müsse unbebingt baran festgehalten werben, bah bie Regelung rüdtoirfenb erfolge. — Finanzminister Henrich: Ich habe nur erklärt, bah ich mich bafür einsetzen werde, daß bte Entscheidung beschleunigt werbe. Man kann aber nicht Stellen bewilligen, bie man vielleicht nicht benötigt. 2m übrigen stimme ich den Auffassungen des Abg. Herbert zu. — Abg. W ü n z e r
Hessische Volkskammer.
103. Sitzung.
8t. Darmstadt, 12. Iull 1921. Nachmittagssihung.
Mzepräfibent Soherr eröffnet bie Sitzung um 3 Uhr 20 Min. bei Anwesenheit von 15 Ab- geordneten unb gibt eine Einlabung zur Er- Mfnung einer Ausstellung alter Ktrchenkunst m Darmstabl bekannt.
Cd wirb bann in ber Beratung bes Staatsvoranschlags fortgefahren. Das Kapitel 78 bis 88 toerben bebatteloä genehmigt. 84 zuruckgestellt. Zu 89 fragt Abg. Knoll (Ztr.) an, wie es mit bet Verleihung bes Mutungsrechts an Private stehe e« sei vor Jahren ein Antrag Hofmann angenommen, diese Verleihung an Private nicht ftattfinben zu lassen. — Präsident Raab er- klärt, über ben Hainstäbter Fall nicht unterrichtet zu sein, er glaube aber, bah bie aesehlichen Bestimmungen eine Verweigerung des Mutungs- rechtS nicht zulassen. .
Die weiteren Kapitel werden bis Kapitel 94 ohne Debatte erledigt. Bei Kapitel 95, gewerbliche UnterrichtSanstalten, fragt Adg. Kaul (Soz.), wie weit die Schritte gediehen sind zur Vereinheitlichung aller gewerblichen hinten ichtsanstalten auf einer Grundlage. — Präsident Raa b erwidert. bah bie Frage sich nicht so einfach erledigen lasse. Eine gewisse Zusammenarbeit zwischen ben einzelnen Ministerien werbe jeboch in bie Wege geleitet. — Abg. Sames (Dem.) weist daraus hin, bah bie gewerblichen Schulen mit einer Ausnahme von ben Gemeinben unb ben OrStgewerbevereinen unterboten toerben. In ben Schulen steht heute die fachliche Ausbildung im Vordergründe. Die gewerblichen Anterrichts- anftalten sollen beim Lanbesarbeits- unb Wirt- schaftSamt bleiben, weil auch hier bie sonstigen Maßnahmen zur F örberung bes Hanbwerks liegen. — Abg. Dr. Köhler (D. Dpt.) hält es auch nicht für ratsam, bie gewerblichen llnter- richtSanstalten bem Lanbesamt für bas Bildungs- Wesen zu unterstellen. Das Interesse des Gewerbe- stanbeS an ben Schulen müsse wach erhalten bleiben, auch aus biesem Grunbe empfehle sich eine Loslösung von bem bisherigen Zustanb nicht. Die Zuschüsse bes Staates für biese Anstalten sollten jcboch möglichst erhöht werben. Im Vergleich zu anberen Llnterrlchtsanstalten werbe hier mit geringen Mitteln viel geleistet. — Präslbent Naab erklärt, bah in diesem Jahre 1 500000 Mark für blefen Zwed vorgesehen sinb, also 918 301 Mark mehr als im Vorjahre. — Abg. Reiber (Dem.) tritt für Vereinheitlichung e n, wenn auch nicht grunbsählich unter Aufsicht bes Landesbildungsamts. — Das Kapitel wird genehmigt. ebenso Kap. 96. Kap. 97 bis 104 toerben
(D. Vpt.) bringt Mängel ber Obentoälber Der- kehrSverhällnisse zu Sprache. Dringenb nottoen- big ist es. bah man ben Gemeinben, bie nicht am Eisenbahnnetz liegen. Anschluß an dieses vermittelt durch Krasttoagenlinien. Das liegt im Interesse ber Arbeiter sowohl wie auch ber Industrie. Wir müssen bafür sorgen, bah unsere Dedirgsbevölkerung sich nicht zur Abwanberung gezwungen sieht. Sie ist der Gesunbbrunnen un« ftrer Volkskraft. Schon jetzt haben Orte bes Odenwaldes an ihrer Einwohnerzahl Sinbuhe erlitten durch Abwanderung. Dem muß Einhalt geboten werden. Redner wünscht weiter bie Wiebereinsührung von Sonntagsfahrkarten im Interesse der Touristen unb ber Stabtbevölke- rung, bie Erholung auf bem Lanbe suchen muh. Redner bittet, sich dafür einzusetzen, bah bie radllose Male geäußerten Derkehrswünsche enb- 11(9 ihrer Erfüllung entgegengeführt toerben.
Abg. Loos (Dem.): Es ist richtig, bah bie von Herrn Dr. Wünzer geäußerten Wünsche im Verkehrswesen vom ganzen Qanbtage geteilt werden Wir sind im vorigen Jahre schon zu einer Sonderbesprechung über bie Verkehrsfragen zusammengetreten, geschehen aber ist noch nichts. Dielsach sind sogar bie ehedem schon primitiven Derkehrsmög'ichkeiten ganz unterbunden worden, z. D. ist das bei Hetzbach—Fürth der Fall, wo heute nicht einmal mehr ber Omnibus verkehrt. Die Regierung wirb bringend ersucht. Kraft- toagenlinien einzurichten, wo Eisenbahnbauten zur Zeit nicht möglich sind. Redner tritt besonders ein für Brandau—Ober-Ramstadt. Hirschhorn - Daldmichelbach—Fürth unb anbere mehr. Es
sei gar nicht nottoenbig, neue Mittel einzustellen, man sollte zunächst nur einmal die vorhandenen Mittel gerechter verteilen.
Abg. Dorsch (Hess. Vpt.) unterstützt bie Derkehrswünsche unb führt bann scharfe Bc- schtoerbe übet bie Art unb Weise, wie in Ober- Hessen bie nicht deklarierten Gelbbestände beschlagnahmt würben. Man sei habet in einer Art borgegangen, bie gerabezu barbarisch wirkte unb Nch mit ber Freiheit des Staatsbürgers nicht vereinbaren läßt. Man habe zubem ausschließlich bei Bauern nachgesucht. Sicher ist, baß heute bei manchen ßanbarbciterfamilten mehr Bargelb im Hause ist, als bei ben Dauern. Redner ersucht ba» Finanzministerium, das beschlagnahmte Gelb zu- rückzugeben unb orbnunge gemäß fest u[teilen, oa bie Gelder tatsächlich der Steuer entzogen werben sollten.
Abg. Nuß (Ztr.): Auch meiner Fraktion sind leb haste Klagen über das rigorose Dorgehen bei ber Geldbestandsaufnahme unb Beschlagnahme zu Ohren gekommen. Es geht nicht an, daß dieses Recht so ausgelegt wirb, baß man ganze Fn- milieft stundenlang einsperrte unb ber Freiheit beraubte. Zuständig für dieses Gebaren s nb bte Finanzämter unb letzten Endes die R ichef-.nanz- behörbe. Der MniDerfität Gießen, bie durch Errichtung ber Frankfurter Urtiöcrfität Schaben erlitten hat, konnte man einen Ersah bieten durch bie Angliederung einer Zollfchuie. — Abg. F e l b« mann (Dem.) wendet sich gegen bie Absicht, b e Eisenbahnlinie Mainz—Armsheim in et.ie Kleinbahnlinie umzuwandeln. — Abg Hartmann (©08) wünscht eine Automobilllnie durch den Odenwald. — Abg. Knoll (Ztr.) bringt Derkehrswünsche von Rheinhellen vor und tritt für eine Erschließung des Rieds ein. Weiter äußert sich Redner über Steuerfragen. — Abz. Res, (Soz.) fordert eine Verbindung für Vielbrunn und bringt sonstige Verkehrswünsche für ben Odenwald vor. — Abg. Widmann (Soz.) bedauert, daß man jetzt die Finanzämter kritisiert, wo sie endlich energisch zur Eintreibung der Steuern vorgehen. — Abg. Lux (Soz.) macht auf'Verkehrsschmerzen in Oberhessen aufmerksam. Di? Finanzämter gehen nicht nur gegen Landwirte mit Haussuchungen vor. Haussuchungen lassen sich in manchen Fällen nicht umgehen. — Abg. Herbert (Ztr.) meint, man solle nicht berg ssen, daß zur Einrichtung aller Autolinien die Sicherstellung bestimmter Zuschüsse erforberiß ist. — Abg. Knoli (Ztr.) verwahrt sich gegen ben Vorwurf, als nehme er Steuerbrückeberger in Schutz, er habe nur bie bei ben Haussuchungen vorge-
Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt:
11.7.
4° ofjeO-StaatsanL , 70,75
Elektron Griesheim. 335,— 344,25 -
räumten bie Griechen bie Gegend von Ismid.
Dante-GedächttiiSfeier in Preußen.
Berlin, 12. Juli. Der preußische Unter* richtsminister hat ben Blättern zufolge ange- orbnet, bah im September bieses Jahres anläßlich ber 600. Wieberkehr bes Tobestages Dantes in ben höheren Lehranstalten sowie den Lehrerbildungsanstalten des Dichters gedacht wird.
Das Zahnpulver »Nr. 23" reinigt die Zahne so vollkommen, daß schon nach kurz. Gebrauch d. Aussehen derselben bedeut.verbest wird. Krenx-Drogcrle, Bahnhontr 51, Drog. 0. Winterten, am Kreuzulatz, Dreg. Carl Bolbel, FraukstirlerStt^.
berg (Kreis Marburg) ist erloschen. — Nach- bem bie Maul- und Klauenseuche in Rixfelb erloschen ist, ist ber Kreis Lauterbach toieber völlig seuchenfrei. Das gefähr- Gebiet ist aufgehoben. Es besteht nur noch Deobachtungsgebiet Rixfeld auf bie Dauer


