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nr. 2'6 Soeltcs Blatt

Gießener Tlrncfqcr (Gen'raT=7TnjeIqer für Oberßefjen)

Samstag, 12 November f92f

Das bessere Deutschland im Kriege.

Dieeübbeuttoen WonaiShefte" setzen (hrt txtbl?nfh>oUe AuMänr.gsatbe'.t mit bem f re bem er1d)knenen H?srt fort, bal bm Titel IrAqt: .Da« bessere DeutsGla.qb im Weat- T?h her .©eicnrrcbnuiq unb bem .Großen Tetnig" bat dir Qtebaft.oo ber _>beutschen Monatshefte- außerordentlich viel dazu bel- getragen. Im Aurlanbe verleitete Toni ttr ile unb ttnbenMöfc Darstellungen äu zerstören Bnb diese 2luf!Llningeortr It wird noch einen Viel grö>ren Erfvlg als bisher erzielen, wenn einmal bl-|t H'see In enalifch-r. spanischer unb schrvebischer ©P-ache erschienen s:nb. was in aflrma<hf*rr Zelt per Fall sein wirb.

Der Inhalt ber neuen Hummer ber©üb- deutschen Monatsh-fie" Ist nichts anderes als eine deutsche Wiedergabe des brkannten Buche« ron dem englischen Schriftsteller i^'-ald Pictvn. .Detter Gennany in War Lime". In dem Autor lernen wir einen auf­richtigen Vertreter des .besserTN England?" fennrn. ber den Mut fand, als einer der ersten seiner Gesinnungsgenossen ouS Objrfttültbt vnb Wahrheitsliebe bem deutschen Boll ge­recht zu werben. Friedrich W lhelm Utsch. bem man die Vermittlung deS UebersetzungS- rechts verdankt, hat dem Buche selbst eine kleine Divgrapdie beS aufrechten Engländer« dvrangegeben Cr sagt, dah ber höchste Wunsch Ptctvns darin gipfle, beizutragen zu einem gegenseitigen Verständnis ter Völ'et unter­einander um durch Zusammenarbeit und Liebe Streit und Hast zu verdrängen. Hach seiner Ansicht steht die Welt vor ber Wahl zwischen Zusammenarbeit oder Temldftung. In einem Artikel im Crtnherhcft ber .Forelqn AfsalrS" verleiht er diesem Gedankenqang dahin Aus­druck bah uns nur noch die Wahl bleibt zwischen .einem Aschenhausen unb einer Welt grvhmsttiger Htzen" Die .Südbrutschen Mo­natshefte^ selbst haben bem Tuche. baS die tveiteste Verbreitung verdient, ein Vorwort mitgegeben, worin sie betonen, dast sie nichts an dem Originaltext geändert haben. Die Ttc- baftlon wollte dem Verfasser auch da. wo er Irrt, nicht ins Wort fallen. Das ist fa die Be- deutung dieser Veröffentlichung, das) sie dem deutschen Leser ein englisches Buch bietet, so wie eS von einem Engländer für einen En- länber geschrieben wurde Der Punkt, der die deutsche Negierung, so heitzt es. bisher ver- hindert hat. die Wahrheit zu sagen, ist die Irrige Auffassung, bah man die Beziehungen zu anderen Völkern verbellen, toenn man baS eigene preisgibt Ein so menschlich unb un- militaristisch denkender Mann wie Picton würde doch niemals zulassen, dast man seine Oandsstmte verleumdet unb vergewaltigt. Diese Art non Internationalismus ist eine deutsche Eigentümlichkeit. Rein Ausländer kann sie sich verstellen. Unb dies ist die Eigentümlichkeit, durch die auch ein so wohlwollender Beur­teilet wie Plcwn Irregeführt wird. Der 3n- latchdeutsche glaubt von seinen Landsleuten immer das schlechtere, von Ausländem Immer bas bessere Ihm sind Landsleute die eigent­lichen Feinde. Das kann sich ein Engländer, auch ein englischer Pazifist, nicht vvrstellen Ebensowenig wie er sich vorstellen kann, daß eine Negierung wider besseres Wissen da«' eigene Volk ber Schuld am Kriege bezichtigt

Auch Harald Picton hat ber deutschen Ausgabe einige Worte vorangefügt. wo cf am Schlüsse hecht: .Es mehren sich In England (ja selbst In Frankreich) die Stimmen, die det leeren Gewaltherrschaft müde sind. Wir tm .Feindesland", die wir nach einem wirklichen und gerechten Frieden streben, müssen auf Deutschland bauen. Wenn es uns als Gegner aller Gewaltpolitik vorangeht, gehen wir alle einer glücklichen Zukunft entgegen. Sonst wäre für uns. die Deutschland lieben, und die ganze Welt alle Hoffnung erloschen."

Das Buch selbst ist eine Art Gegenstück zur .De ge n r e cb n u n g. ES widerlegt gleichfalls durch unwiderlegliche Zeugnisse, grösstenteils von Engländern, aber auch von Neutralen. Schweizern. Amerikanern usw. die Verleumdungen. bah die auSländischenxNegS-

gefangenen m Deutschland schieche behandelt worden wäreu. Das Material gehl sehr in die Einzelheiten unb ist so u nfanareich, bah eS seine Wirkung nicht verfe-len kann. wenn e« in die Oefsentlichkeli bringt Bisher ist das Buch in England ziemlich totgeschwiegen wor­ben. aber einzelne mutige Publizisten haben stch bereits mit ihm belchäftigl. und es wirb feinen Weg machen, wie so viele andere. Büchet haben eben ihre Schicksale Auch über die Zivilgcfangenen ift ein etgeneS Kapitel enthalten. Von besonde em Interesse ist das Kapitel: ,Wie die Deutschen sein können" und .Repressalien in Gutem". W.r wünschen dem neuen H^fte die gröjte VerdrItung.

Der NeichStagsabgeordnete und zweite Vorstyende des Präsidiums bei Neichsver- bandes ber deutschen Industrie Dr. Ina Sorge hat die deutsche Industrie aufgeforbert. zu dieser AufNärungSarlxit beizutragen. Auch hier gibt sich wieder eine Gcegenheit. dieser Aufforderung Folge zu geben und man darf diese Bitte, die Dr. Sorge an die Industrie gerichtet hat. auch an alle die richten, die Ge­legenheit haben, im In- und Auöiaad aus- rtnb zu wirken.

(Siehener Strafkammer.

Die 2erhandlun7e» gegen Oberamtsrichter Dr. Pxfch.

DiePlödoyer«.

Im treltnen Verlaus ter B wet»aufrahme beftätlgl ber 3euge M.. einer ber heben A ,ge­klagten^ bah ber Zeuge Nichard W ihm mütfiltt, Puich habe ihm grlapt. Ile würben steig svrochen. wenn Ile lagten. bah Ile geglaubt hätten die TBagen feien angemelbeL Er ging nach Orten- berg und bestellte den A-chtSa -wall. dem er lagte. Ile würden freigelprvch n die fltaatifo le werde die Ko len traten, hierauf wird alS Zeuge der Vater deS Nichard W. ne-m^mmei. Er Ift der Verlader deS Ge uch « um Niede ichlagiing gewesen. daS er auf daS Änrae' d S An efLxglen eingei eicht tat. In ein m anN ren Salle hat rS den Anschein, als ob der Qlnacflaite eS an der nötigen Zurückhal'ung in Inner Eigenschaft al« Aicher bet fehlen kaffen. Um da» Verhalten de» Angeklagten näher zu schildern, kommt fol­gende An e'.egenh V zur Sprach,» ®» trat Haupt- Verhandlung in einer PrivatNage gegen einen GewersschastSsekretür. eine» guten F eu ibe» br» Angeslaqtm. Wie ein Zeuge, ein Bübinger Aech'-anwelt. befunbet. bat Dr. Pusch e» an- ieilich-r £ bet otU bblei last n Trotzdem ber aareflagte Partei ekretär w einem Vergleich, noch wHch-ni er die Beleidigung zurücknehmen unb die ganzen Äoflen ubemebm n tm Ute, bereit uxxr. agitierte Dr Pulch in ausfälliger Weile gegen den Vergleich bi« ber Vertreter be« Privat- Häger«, ein Siebener Antvall, ohne Dr Pusch den Vergleich ab'chloh. ber für ben B we i« de» Gegenteil», bah also der An geklarte flch objektiv gezeigt habe, lena urer ®icf'« iei Anwalt ift nicht in ber Lage, dem Angeklagten den Vorwurf ber Pa.tcihä-keit zu ersparen Au» der Fülle der fonft noch vernommene» Zeuget Ift d r al» 2eu- mu"d»;euge re mommene Bürgermeister von Hir­zenhain xu nennen, der dem Ang Nagten ein in teber Hinhch! pu e« Zeugni» au«flellt S» kommt dabei zur Grwähnung bah ter Angeklagte du ich die Mch hrirts z a b.m-'fta i che Pa t l In ben zu bem Ortenberaer De ichl»s:»ren, el gehörigen Gemeinden ben Antrag auf eine Ergebenheit»- ebrefle für ihn an da» 3ufli.vmniftemim hat Hellen las en. ba» In ben meisten ©emeinten auch abging

Aach Schl uh ber Beweisaufnahme erhielt Oberftaateanuxlt Hoffmann ba» Wort In 'einem fast einftünbigen Plädoy er führte er etwa au»:

Ich bin in ber Lage, auf Grund langjähriger ne'lönliflb'T Kenntni« ein ge iau « tirt<ll über den 5ba.af;er de« Angestagten zu utben. umfo mehr al« er einige Zeit unter mir gearbeitet hat Vorau»feven rnbch'e ich. bah ich nie eine Difle- renz mit ihm gehabt habe, fo bah Ich vollkommen objektiv fprechen kann.

Der grote Fehl r be» Ang ra ten 11 ber. bah er zu histsbereit ist. Er glaubt, jedem feine Histe au^zwingen zu müf'en. er Hai e« nichi verstand n die für einen Aicht-r unbedingt nötige Zurückhaltung zu wahren flh wa .Ian« Damp« In allen Dalsen". ein ..Ge'chafUhuber". wie der Bayer lagen würbe. Uebetall glaubte er. eln- grrtfen zu muffen ob genifen unb ertvün'ch« r a t rle Sr «t ab of Jl ;e$ r n m ff ", fkt) Sachen sagen lal.ei müssen, bte über je^e©

Mast dinaaSgingen Ich en 11 ihm m* ben Vor- wu:1 bet Eigennützigkeit machen und habe ba» nie getan. G» leüli ihm abei m E legliche ELa- rak.erstürke.

ES wi d ihm ber Vorwu 1 der Aechr»deuguna gemach ur Arch tbeuiung gellet <innai bah ein obi-k tD fastches Urteil oeriwgL S» bat bie Bewe,«au!na.'me ergeben, hab bei mm' est n» drei ter ti bm Angeklag ei em rbjefri» salfche» Ur­teil Vorgelegen hat Jhe Leute haben ba» selbst Migeybe-i Sie hielten, sich leib ft sür h.at fällig. CM gebö.t tt>.*t:er btn.\u. bah die AechtSb ugung gewollt ist. bah ber strafrechtlich' Mobu» vor- liegt, bah ber T4 er geee-i ba» Gefey und feine Xlebetyufung handel 1 wist Au» we ch m Motiv fcrau». warum er fo bandelt, ist einerlei Die 5a:'ad>e. bah willentlich gegen bei Gesetz ae- hantelt wi b genügt. Und da rieht e» durch bie unantech barm, durchaus g'aubwürblgen Aus­sagen de» Zeuzen Aschir) d».. verstärkt durch die be» August W seit, bah die Ueber*-uquni be» Angeklagten dahin ging, bah f.e ve ur e lt werben must en E- da nx W gHigt .Ei,e t ich muhtet Ihr re urt l t ne den " D e Au lag n d.»»Aicha b W lind Id genau und bestimmt, fle llnb fo in» einzelne g-bmb. bah in ihre objektive Nichtigkeit keine Zweifel gelegt werden können

Wenn man ba» Ergebnis der BeweiSaul- nähme nicht unterbiet, wird man mit unS zu d-r Ueder>eurung kommen, bah ber Ang klagte der Nech'Sb u ung schulbig ist unb deSwege' vernr- le I werlex muh Ich (nantrage d-xh t. ben An- ce Itig'en ler Aech »b u ung iminnv be» § Fee AStGB. Idjulbtg z u I prechen und in eine angemessene Strase zu netmm

Der Be lediger Dr vinzheimer Frank­furt a Hl lührtk au»:

Mir Ist e» leider nicht vergönnl wie dem Herrn Obcrfioateaiinwlt. bie P rsöul.chelt de« Angeklagten fchon Zabre hmdurch zu kennen Meine Rennt ii» ist cu| bie mit der letzt in Zusammenhang freäenbe.i Siche beschränkt.

Ich bin mit dem Vertreter der AnN^ge einig in ber Au sassung über die rech llche Wür­digung be» Verbrechen» der AechtSdeugung.

Hat aber eine A.-cht>deugu".g vvroelegen? War ba» Urteil obelliv ein Fälschet teil / Nur bcviglid) breier Urteile ist ein Fall vu teil auf­recht erhalten worden Es fragt f ch nun, find diese drei Urteile wi klich Falschurteile'/ Noch tz 2 der Te o d m xg vom 14 Dezemd r 1918 hatten die Besitzer von Heere»gerät (Wagen dto.) innerhalb einer bestimmten Frist ab uliefem, wenn fie sich über den rechlmä'ngen Erwerb dieser Gegenstände nicht auitneifen tonnten Befanden fie Hd) nach Ablauf der Frist unbefugter Weife noch im Besitz solcher Gegenstände, sollten sie nach § 4 bestraft werden. Die Leute fausten da­mals da» Gerät rtri Offizieren. Wach meistern und Dienststellen, to mten also glaubtn. ja fie muhten e» glauben, datz diele zum Verkauf be­rechtigt waren, dast alle ihr Erwerb ein recht- mählger war Wenn dieser Erwerb nicht recht- mähtg war. was ich »ugede. Io war dn» kein Verschulden ber Leute. Io d^rn d rjenigen Mi- litärpedoncn. bie verkauften De bamaliaen An­geklagten tonnten dap r glaub m. tah Ikr h 2 bzw 4 auf He keine Anwendung zu finden höbe. ®eim fte die Wagen nicht anmeldeten, fo fehlte lebe» subjektive Verschulden ihrerfeit». fie waren daher frei^usprechen Worüber ich mich wundem muh. ist. last die Staaieanwaltfchift nicht sch»-' lange TDlebercufnahme be» Verfahren» beantragt hat E» n4 t lehr Im Interesse der L u e unb der Angeklagten gewesen. Ich hatte da« sehr begrüht.

Wie ist e» nun mit dem Vorta) de« An­geklagten bestellt, mit feinem Willen, da« Nechc zu beugen? Der A,geNag»e lehnt jede« Ver­schulden ab De ganze 211Hage stützt sich daher aus d,e AuSsage de« einzigen Zeugen Aicha d W Diele» vfcugni» ift nach Tlngat» de» Ierrn Ol* float a iwalt» i u chaus glaubwürdig I S hm wir un» den ,-teugen näher a i, |o fehm wir in ihm einen einfachen BouerSmann. dem fchwier'ge tieberlecungen vorzunchme i, ihm nicht geläu j e TluSführur.gen aufz n< hmen 'd>n>--r falt Wo« bejht überlaubt glaubwürdig? Glaudw rMg im landläufigen Sinne ist eine 21u<|age dann, wenn lie ebne Stochen unb Zögern klar und bestimmt abgegeben wird, wenn der Zeu e sich In feiner Aussage durch Zwifchenfragen usw. nicht erschüt­tern läht, und trenn sie in da» ganze Bild dineinpaht. Ich fasse do» .glaubwürdig- ganz an­der» aus Glaubwürdig ist eine Au»lage bann, trenn die Per o ' be» Au »sagenden die Gewähr dafür zu bieten vermag, dah ber Au»|agende ba» oon ihm sinnlich Au genommene richtig »leber- zugebrn Dennag älnb ba<u Ift der Zruge Nich W nicht in der Lage Der Aigeklazte ist ein hcchgebildeter Wann, ber Zeuge ein einfacher Bauer Wie will er bie J-inheiten und d'e Nu­ancen bet Unterbaltu xg zwi chm briden. bie na­

mentlich in ten Worten de» A g klaglen flt'.e cn haben, vir Vergeben 1 Er ist nicht .a u im Stande. Der gh u.»t, iah der A g Ha .te al» geat b ter Mann Io plump tKvgega ike i ist! 4» Heil h er em glatte» Mi' v riänb d» :e» Z u ien vor da» nicfH dazu führen darf, aut ihm eine Jkrurtetlui^i auszubauen

Wenden wir un» zur Perfon de» 3 »gesag­ten. fo sehen wir in ihm ei t: i streu recht­lichen. aul hoher sitt icher Gru tdlag ic e .den Mann Er ist in er ter Linie Me.is^) un) ba m erst Nichter Er will ba.» ihn dji der O 'rtgk.it veillehene Schwert nicht dazu ben. o n u > zu richten, fondern un zu sch ichten M11 <ni) ih.i au» feiner ganzen LebenSau fa.fu tg h.'rau» per- siechen u xb oejreilen.

Denn man da I alle» derü^flch Ijt wi b man nur zu e.nrr Freisprechung tea Ang k.ag en kommen können

O^eritaatsanwaU Hosfmannü r c da­gegen au», bat sich all ralxg^ Ole Ber irieilung aul da» Zeugni» be» Aichar) D ge täot hi 'e. Wollte man len 2u» übrxnien b » He rn 2) r- tei Iger» über bie Glaubwürdigkeit der Aus­lagen eine« Zeugen folgen fs ti ne die S r.i|- gerichtsdurkeil eiuge te l wer en 9i.se 3 > ich en seien Piel zu eng. Ile feien Oelgib nicht nch tg. Da!) die bama l ien 3xge( ajte.i gc»u »i fki i ix. bah fie sich Itra f ilda gemacht biucn -'eoe.ie die Hart Auslage de» Nichard W. ber c3 tagte, er Ixibe Dr Pusch gesagt, fie muhten b: tru|t axr- den An der ganzen Auofuge de» D 'lei nicht zu rütteln. _

In dem Schluhworl falte der A gek ag e, bah er sich für nichtschu.dig suhle u xb da 1 e >n btefern BewulUlem eulL auch Li» Zuch.hau« geben werde.

Da» Gericht wird näch ten DonnerSta, seine Entscheidung pertiLxben, wir werden sie mU- lellen

Die Wahlbewequnq.

Von ber Deu tlchna t ionafen Volk» park ei wirb un« mitgrte |t Wie in der vorb.rgehmben Wveh' entfal ei die Deu'fch- nationale (Hesfifchel Volk«vartei auch In bieler Woche eine rührige Dätigkeit im Kampf ' um die Stimmen ber Wähler Allenthalben fanden in der Provinz gut b such e Veriamm'u igen fta't. in k« xen die zahlreich er chirnene' Hörer ben Au»- fübrungm bet Nebner lebhaft m 'Beifall fpen- deten fo in Qbeuern N eder-Of l iben Bledenrob, Teif.1 l>. Schxbn b.'ch Nudbe «bau en. ®ianhn- berg, H<-uchelheim Aa sto' t Dxuernh-Im Aiebev- Weife( Ulet lau. Ahenbeim Allend^rl a b Cbaw 51ei« a b Cba . Nit hx ViNf'g n i^^a-tshmten, Mitiel ® ünbau. Vurshard f l ex Vi lar. Cb-r- stadt ßretnfutl. Bellersheim. Dvrtelw ll. Queck- bom unb Au ü^ert-burg. In di sen Versammlun­gen traten alS 71 ebner aus ber Urmh Gunhta i«- abgeo bxc e Meyer- TH xgbebuti. i l lanb a « kand ibo en Pros. Dr Werner. Lanbwirt 4 l - f er-Mu'chenheim unb 2mt«gerich!edlektor Schmabl, Ctu'lrnrat Knauer- Wey ar, x b-rlehrer Dr Blank- Giesten unh Part.l »I c- ä Spitze. A I? Verstimm u 'gen ver l le > ub g. soweit Degenredner autraten. beuegle sich die Aussprache in ruhiger, sachlicher Wci.e.

Die Deutsche VollSpariei Hof Malermeister Ha ve mann, M'gl ed te» Aelchitaqe» sowie be* AeichSwirt cha t rat«. I r einen Vortrag Im Einhorn am D.enstag den 15 November. 8 Uhr. gewonnen Her, H«' e- mann w rd über TH ttelftanbs-, besonders Hand­werks- und Dewerbesragen. sprech n D e ch ei ig wirb sich Prvsessor Schi an a» Lanhlug»ka»di- dal der D V P oocilelltn. (Karten tm 2)oc* verkauf bei Thaliier.)

k Allendvrf ab. Lda. 11. Nov. Destert» abend fa 'd hi-r bie erste Wählerverfomm- lang statt. Prvfe'sor Dr Werner- Vtzitzbach sprach vor zahlreiche Zuhörern Er behanMte unsere Politik währenb be» Krieg"« unb nach bemlcfben. unb kenne» s ixe Be' auptungrn du ch zahl eich« Ma'erial ba» er mitieh < d>t baue. Die Versamm'ung. bie seinen Au»'üh"mgen auf­merksam zuhörte, fpenbete zum Sch'u'fe reichen VeifalL Em Gegenrebner meldete such nicht zuw Wort.

Wetterauer Museumsgesellschaft.

Am 10. November fand, tote wir bcreftS kurz meldeten, im Nathaufe zu Friedberg (Hessen) die Gründung derTB etterauer Museumsgesellschaft" statt. Sie be- zweckt. Hand in Hand mit dem GeschiebtSver- ein. den Ausbau des Friedberger Museum«.

Der Schutz im Blut.

Nvman von Horst Bodemer.

36. Fortsetzung (Nachdruck verboten )

Han« dankte und fühlte sich seiner ganz sicher. Für Gxvdvater hattte er sich auf der Stelle totf$4agen lallen Nach dem Abendbrot ging er dann und wann im Dorf wirt« ha ule einen Schoppen trinken, tarn aber Immer bald wieder heim Er fparte. denn In ber Friylarer TLrtxriter- fnetpc hatte er noch reichlich achizkg Mart Schul­den Die wollt« er dem Wirt durch die Poft |u 14)iden

Zu Haute ging e« kn der letzten Ze t wieder einmal redM ungemütlich zu Herr von Hol­tenau war noch jtneimal ba gewesen, immer nur nadynirtag» auf ein paar Stunden, unb hatte stch nun fett zwei Monaten nicht mehr fehen lasten. Die Grrte hatte Nerven bekommen, und dir Mutter war auch In sehr übler Stimmung, bie fie an Vater au«lleh. Nun. ber bot ja a^ch viele 21ng riff »punkte. Für den Sohn war» pein­lich. biefe 21u»einemPerlenungen mit anzuhören, und die Schweller stand der THutter bet .Wir sind nicht», wir können nicht aultreten. wie sich» für un« gehört, de«halb hält stch Holtenau lern." ba« nxxr der Angelpunkt des ganzen SireiteS. Der Vater war adgedrühl unb mürbe. Er lachte bann immer fpöttiM) auf.

.Hast du Pi (IeM4 bn Großvater mehr er­reicht al« ich? Geml-rst ha^> ich 1 rbenfall» noch nicht« davon. Nlag dem dem Leid and jah mich in Nudel-

Han« aber stand mit beiden Fitsten in Groß­vaters Lager. Necht hatte ter und er meist ben Vorteil davon, ilnö Vater war dagegen ge­

fälligen Klee zu Gemüte.

kam ihm die Bfinnurxg wieder.

Er parierte durch, streckte die THne weil nach

lirocr aus wm Oiauye. viu# »u vip iu

fernen, da« wollte er nicht, weil e« fo auigefeben hätte. alS läge er stch von felnei ®;t-rn lr« und wa« ihm die Duste erzäplen wu t-, te«

vorn, al» wollte er fich fester in den Sattel lenen gegen eine unsichere Macht, die ihn weiter ocripärt« zog! Dab er mit den Zügeln nach? Hatte er fönst eine Hilfe gegeben? Han« Wärhate touhte c» nicht, ter Fach» ging Im Schritt fr.ter. immer weiter! Unb ca» Herz in 1 einer Brust schlug wie tolL und ber Schweitz brach ihm au» allen Poren! 3n den Ohren brauste daS Blut, einen Druck fühlte er an ter Kehle. Unb tte S ute ging we ter Sch itl für Schritt. Bi» fie an eine Degegatelung kam. da b'.ieb fle fleben, zerrte bie Zuge! noch loler In Hän»che-» Hand, bog den schlanken Hal« zur Seite, 'ah ihn mit groben, fiug.-n 2Lugnx. alS wolle fie f-agen, wohin nun? D?r jung- Mensch säst rv.e gelähmt im SatteL bie freie Hand fuhr an bie Stirn, er fchlob bie 2Ugen. Wie viel schrien beim eigentlich? Da» war ja da» reine Konzert' Zwei btei vier fünf! Wah- haftig fünf Hirsche und jetzt o gelte noch einer ba unten in ter TH xlbt. In dem TBaP*- ftüd muhte er flehen, ba« stch übrr ben Bach hinzog D.e Stute nahm den 5topl gerate- au«, hob ein Vorderbein, drehte stch leicht nach recht«, ging tm Schr.tt vom TDeqe herab auf eirwn Kleeader. Ding weiter u .d weiter, lang- tarn den Hang hinab, dem Wa.d'üd zu Xat c» da» ebte Tier von allein "r Hatte Han» nach- Jrbclfen mit den Zügeln, mit einem Schenkefdruck?

k wu'itc e» nicht Er hörte nir di» Schreien der Hirsche, da» Traufenn feinen Ohren fühlte nur da« Hämmere in Ieiner Brust, bei Trud an der Reble ntb einm stechenden Schmerz tm HuxL«ckopf. der ihn wäl-Dl^S wachte. TSXUzn

welen. dast er Tafchevg>ld btbim und über feine I kam, touhte er felbst nicht auf einmal hatte er i Im Felde Wleb die ötute Heben, legte flä) geg.n ' freie Zeit verfugen lomtc. Da madye er stch ' da» Pferd ar wer test trabte an^ ging in Da- die Zogest Ne gaben nach, da zog fle sich ten lieber au» tem ©taube Sich zu Oro »ater zu lopp über Da

Der Morck) hatte l?in w-f-e» L cht über blt Erde gelegt zeigte auj weite Entternungen Cen N ei ter am Hange deutlich sichtbar, ter ,-jüldKner Förster muhe te ihn, da» Glu» an dm 2stig?n. Schcn ein paar Mal hatten In ter lentm ,^etl tp-.eter fremde Büchsen im Xenier geknallt, der TSaron hatte eine tobe Beloh u g nuöge e t rein er die Frevler erwischte. D.e jungen Sohne de« Gutsherrn waren kaum zu halten gern len. sie mellten den Wild bieten auf» F?U rüden Ihr Vater hatte nicht» bagegen. vvrau»gefetzt fie gin­gen mit dem Förster, bie Tkxronln ater war znt- fetzt geti'elen. Um de» lieben Frieden» willen hatte TLboIbert Züfch-n nachgege en. Ater b e Clu-igcn gingen heimlich durch, pirschten aul eigene Faxt ft nachts durch die TM (ber ES Hand. Ite fich ja nur um Tage, dann waren die Heilet- ferien vorüber.

Harxs stDärhohn dielt Wehl fünf TMnu'etz aus dem Felde, tonn rih er d r Ctite bei »toof dech Das edle Tier konnte efg-hen. wenn e» viel von bem taufeuchten, frifchen 5tte» »rntj. Unö farm warf er selbst den 5kvpf in ten Nacken. Or fing an am ganzen .stö-per >u z tirm Um Gctteswillen. weg von hier auf ier Stelle' Pen Fuchs warf er hemm, rank ihm die ©ro en in die Weichen, teugte Nch weiter vor im Satrest um die J)trtter*xrx6 zu entlasten. Im gevreckren Galr pp jagr ba» edle Tier d m telm tst ten ©fall zu aßie au» tem Waster g-zöger' waren 2Loh unb Netter, als Ne zu Hau|e an kamen.

(Forlletzung folgt)

kannte er schon Ifl gst. Da lieh er ll ter btc Fuchsstute satteln unb ifst grgm Atend spazieren In der Tömmemng und tei Nacht scheu e ste noch leicht, das woll'e er ihr adgewöhnen ®roh- naier lab es auch gern, bah et ausritt ©tand oft aut tem .Luginsland-, wein lein Enkel vor- überxilt und freute sich, wie gut ter zu Pferde fah. und wie fieber er die et) e © ute in der Hand hielt Sann rief er ihm wohl zu

Hänsche". mach d.e A gen a if. solange r« noch hell genug ist und fleh Mr an. wie auf an- deren Gemar.hingen die Wi te-frucht steh l Der Landwirt lernt viel durch ©,-hen . . Und bring mir die ©tute nuV warm in be- ©afTT

Am rädXfen Mor e be l l t e bx-n G of» pc»»r und der freute fich über ben offenen Bild feines Enkel» . .

Herbst war* geworden. Han« störte schlech­te« Werter niccht Im ®-genteiL ihm tat es gut. wenn ihm die N g-. sch u?r i S De ich sch ug n urxb ber Wind am die Obren Pfiff. 2Q> r durch Fritzlar ritt er immer noch nicht. obglciD der Wirt nun sein Selb harte. Ihm war » ordentlich leicht um'S Herz g n>or>en, alS er ba» Selb bei ber Pv'iageertur exTizahl.e

Sine» Abend«, er ritt gerate über einen Höhen rüden, wollte bestnwärt». br(t er mit dem Nud bie Fuchsstnte an. b ugte fM) w i: vor im Satte', und lauscht» Wahrdaftig. Vie H:ri<che lchrxen wirtet! ©a-g deutlich war es b« h er- her zu hören Da fing lein Herz zu hämmern an, l ber 2Uan psiH ihm durch die Keple. Wie es