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ßreitag, November 192!

17L Jahrgang

Lrfter Blatt

GietzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Dmd vnd Verlag: vrlihl'sche Unio.-Vuch. nnb Steinöruderei H. Lange. Sdfriflleltnng, Seschüflrftelle unb Druderel: Schnlftratze 7.

jLrbtfSAnhl#uunq 112; für Druckerei, Der tag nb Uxt d)d|i$|trO< 51. *nld)rt!t für Drak-rnach- richten Anzeiger ckietze». poNILeZkoalo: grentlerl a. öl. 11686.

Ur. 255

Tu ticftcntr Srjefder er'chelul täglich, außer Sonn, unb Aetertaa,. ülenefllöf tttioipre lr. M" L5O «n'chl. Träger- lohn, burd) bie Poll Ulk. 6.50 nn-'d.L veflell. gelb, auch bei Dichlerfcher. n.n rifl;<:nfr Dummer» infolge (»Oberer ®ctx>alL J.rn prech.Lnfo.iune:

Annahme von Mttieloti für bie laqeanummer bi| zum Nachm nag vorher oKnejebel>crbinbr.d)heit Sreis |it 1 mm hbhe für nzrigenv 34 mm SrcUe örtlich 55 *Pt. auswärts 65 Pf.; für Hehlern«. Anzeigen von 70 "iw T'tfür 250*P|. Bei Platz. »orf4)rh 20 . Huf chl.ig Haupschnflleiter Lug. (5 och Verantwortlich für vofiäli: Äug. Voerz; für ben übrigen Teil: flarf Walther: für ben Anzeigenteil yan» deck, fümlllch in Dietzen.

Die Kreditaktion der Industrie und ihre Bedingungen.

Merlin. 10 7t o» 175X75) Der Reich«- derba n b der deutschen 3 n b u fi r i e halte. r>'c bekannt. ®nbe der Bergungen en Wochr in Si-unien bei Präsidium« und ber ®enerall>er- femmlung erneut zu ber Fraae Stellung ge- »ommen, auf welch? TBeie durch Kredit- e f 11 o n bem Reiche Dvldvalu'en zug führt wer­den könnten Dar Ergehn « die'er AuSfvrachen würbe in einer brr OeffmfichV.t bereits be­kannten Re o t on n eber e e^t Zur Gr äuterurg d efer Ttcfo'ution hatte ber Reichskanzler heute die 73 rtreter be« TleichSoer^ande« der beuilrfien Industrie zu fi- gebeten Der Sprecher de« Re chlverbande« Dr Sorge f 'b^te nach Ueber'c -uni ber Hcfoulion etwa 'o ge de« aus:

TTbqeft^en von ben unter TB twirlung ber parlamen ar schen 3nrtan ei au löferden Fragen einer sparsame i F nan w rtschalt unb ber D> freiung U' Wirtlcha tS eden« von b*n 15m auf- erlegten Fesseln. kommen zunächst A'te ber ®e- fergebunq in Frage, die er ermög'ichen, mit b*n ReichSeisenbabnen beg nnenb. I t * foift li bff.*nt: d)*r £anb befinbli-rn 75-t riebe in Priva> toirtfctafHicbe Teilen zu brnien Die Durch- fubnim so'chr 7Rah ahmen ist rn ög ich auf ®runb einet burf) ®efeigebung zu scha senden Errnäch i aun'**ae,# ei. bat ben D'r'auf »unäf/t ter Re'ch'el'enadnen an e n? pr vatw rt ch ist ihe ju­ristisch' Der'on in bie TBtqe leitt Di? 3n'uftrle w rd Dorsch ä 'e aitarMten unb sie zu gegebener t ben iiuftänbhen Stelen voregen. au« bm?n edicht'id) ist, in we'cher Form diesem Grmädbti- gungSge'ei braft f ber 3nt<ft gegeben werben muft. Re n wirfchasilich tnub tie e 2T- tton dahin führen, baf) von einem nicht zu fern liegenden Zeitpunkte ab die ö1f<T5nbnen ein zu vereinbarende- Kapital der juristischen Person ve-zin'en. bah gleichieitig da« Reich von allen persönliche unb sachlichen tasten au« bHen Unternehmungen befreit wird. Die Entlastung be« Reiche« von Ar- ideltSkräften. die treVr (brr Zweckbest im - yming nach rrch tn wirtschafllicher T^-ietung volle OTurung finden, kann nach Auffassung ber In­dustrie nur in Verbindung mit grokl zügigen Siedelungen erfolgen, die wieder an sich unb nach ihrer örtlich'n Saae eine mihbrinnenbe Te'<6iMI,*ung bHer Persönlich' iten sicherstellen Die Industrie ist st - darüber fiir. baff bie Durch­führung Meter TTTtion, insoweit Artikel 28 be« Fried<n«vertraae« bie R-uch'e de« Tlußlande« be­gründet da', entsprechendeVerhanblun- g e n mii den Vertrag«aegnern erforber- Tkf) macht, die glci ebnet tiq daiu führen müllen, tm Zusammenhang mit der Lösung ble'er Frage <ruch die Verpflichtungen au« dem Ul­timatum (f vr anderweitigen 2 ö f u n g FU'ufübren. Auf bHen Grundlagen wird bie Industrie In Verbanblungen mit ben deutfchen Obanfen rtntrem. um. sofern eine Aenderung de« Londoner Ultimatum« sich nicht ftfnn au« den vvich-r angebeuteten 73erbanblungen ergibt biefenigen Kredite zu beschaffen die not- wendin find, um die finaniiellen V'rvllichtnnaen de« Reiche« sowie die EntwicklungSmöasichkeit der angestrebten Tteuoroanfationen der Reick«- brtrirb' zeitlich und sachlich sicherzustellen Die Durch^hning dieser Kredfaktion e'n'chlieststch der Derhandlungen mit den nu«tt»3rttqcn Kredit­gebern kann nur unter Führung ber beutfch-n 3"bupde unb Im Einvernehmen mit den deut­schen Vanken erfotnen. Selbstverständlich muh wenn sich die deutsche Volkswirtschaft und da- wi' d-r deutsche Staat an« den fetzigen Verhält­nissen bera'i«arb*fen will, die DolkSgemeinschaft d b b-r S'aat denjenigen die heute dielen jetzt frehüilTii übernommenen St^eMt zur Verfügung stellen in einer zu vereinbarenden TBeife ent­sprech-nbe Dntlastiing gewahren.

Der Reich-kanzlei nahm diese Tltit- felTunqen entgegen und --rfllrte. dah die Relch«- Te-fc-uTfl ,>i den A i«tübrungen d-r Industrie mit der n*botenen Veschleunigung Stellung neh­men werde.

Am Aachmittag empfing der Reich«kanzler tn Anw-'enb-it von V-rtretern der bticUinten Lelch-rellor!«. die in V'rlln eiigrtroffene Re- paration«kommiffion. die von dem B'-ä- s'd-n en D u b o i « geführt wurde. In ein*r An«- sprache, die sedinlich einen einleitenden Tharakler friin. gab der RelchAkamler einen kurzen lieber- trief über bie finanzielle unb wirtschaftliche vage Deutschland« wobei er die in einem Teil der A»l«sand«vres'e vertretene Auffalluna zurücf- trie«. dast N* b'utsche Regierung ben 3ufammen- hruch der Mark absichtlich fördere, lieber den ®ana ber weiteren Derhanblunaen und dir vvr- au«stchtliche Dauer können vorläufig Mitteilun­gen "ich» gemacht werben

Ver'-n 10 Rov (735TB1 Die Vachricht. tast de R e v a r a t I e » k o m m i f f i o n re-en d e beab ich igte V-to d ng5er^ö uni der Vram- ten Einspruch erbosen hat. kann nach Erkundi­gungen an mahgebender Stelle als falfch be- Teich nat werben

klärung mit der Vltte. sie unverzügllch zur Kennt- nt« ber Reich«regterung au bnnqcn:

5>te beute im groben vivung«faale be« Pot«- bamer Dahnhv'« verlammeUen benvNmöchtigten Vertreter förntlicher ®r^horganifaiwnen dc« Stfendahnpersonal« find sich barüber einig, tab die deutschen Reichsbahnen nur in Form be« un­mittelbarenBetriebe« durch ba« Reich tie ®e- währ für richtige Drsüllung ihrer volkswirtschaft­lichen Au'gabe bieten tonrei. Ci? leb xen de«halb au« vale läidifch n unb wirtscha Uichen ®runden die Privatisierung ber Reichsbahnen in jeder Form ab unb erllarea. da st sie be.i Destrebungen auf Dntstaatlichung ber Dahnen mit ber grössten CfrUkbiebcnfrnt cntfegcntreien unb in dieser Ce- be.-^.iage ber deutschni Tisenbahner auch vor ber Anwendung äufterfler gewerkschaft­licher Mittel nicht zurücklchrecfen we­ben Vom Reich«verkehr«minister trid erwartet, tast er seinerseits mit allen Är2|ten sich ben Versuchen nach Privatisierung der llöahnen ich entgcgenstellt.

Lvcitcre Tariferhöhungen in AnSsiilit.

Verlin, 10. Vov. (7DV ) 3m ordentlichen J)au«balt der Reich« ba hnen für 1921 war ber Fehlbetrag auf 66 M.lliarden be­rechnet worden. Inzwischen erhöhten sich die Ausgaben info'ge ber ®cbaIt«erl>öbungA im August und Cttob r unb ber starten Mateeial­preise um 10,5 Mi l arten. Die ei Mehrausgaben stehenMehreinnahmen in Hrhe von 2.Z Mil­liarden au« der Erhöhung ber Gütertarife und der zum 1. Dezember M vorstehenden Perfonentarije icgenüber. Der voraussichtliche Fehlbetrag würte ich damit um 7,8 Milliarden v er von 6 5 auf 14,3 Milliarden erhöhen. Der ReichSverrehrS- mlnifler mu'itc demgegenüber eine to e i t e r e X a- riferhöhung im Güter- unb Perfonenverlehr um je 50 Prozent in Aussicht nehmen. ES ist dabei beabfidtt:gt, hinsichtlich ber Gütertarife eine organifchr Durchbildung vorzunehmen, wobei eine weitere Staffelung ber Tarife zu Gunsten ter ür ben De^ug von VetarlSartikeln unb dcm Ab'ay ber Gryugniffe ungünstig g legenen Ge­genden, namentlich Ostpreu ren, vorgesehen ist. Die Vwrsch'.age für diese Umd.lbung der Gütertarife weiDen cem vorläufigen Reiit>«ei e bahr rat vor­gelegt. Die Vooaröeiten sind soweit gefördert, das) Oie neu durch gearbeiteten Gütertarife «um 1. gebruar 1922 ein geführt werben können. Auch im Personenverkehr wirb bie Tarif­erhöhung vor dem 1. fiebruar 1922 na« tech­nischen Gründen nicht turchgefühl werden kön­nen. Die Mo ate Februar und Vllrz im lau­fen ben Hau^haltSjah e würben durch de Xarif- erhölning Mehreinnahmen von zw-| Milliarden erwarten lassen, so daN noch ein Fehlbetrag von 12,3 Milliarden übrig bliebe. Infolgedessen sieht sich da« Reich«verfehr«mtnistertum genötigt, für den Gütern-rkehr b-re'.t« ab 1. Dezember 1821 einen ?.u'chsag von 50 Prozent durch rein rech­nerische Srhöhmng der Tarife etntreten zu lassen.

Vin Moratorium für mehrere Jahre?

Pari«, 10 Vev (73X75) ®eorie 75 f u m. ber 7krtreter be« ,Journal" in D;r in berichtet, englische Finanikreise und Mitnlieber ter rnq- lischen Dotschift in Verlin bütten ber beutschen Reglerun, einen Pan unt-rbreitet, gegen ge­rn sie Garantien ein TH o r a t o r I u m f"r mehrere Jahre zu rnw2hren. TBährenb dieser 3eit hätte ba« Deut'che Re ch keine Rer>arIt'onSver-f ich- tuncei au^z> f Hr n De Rraiier ni eine? der­art gen D'anei tarne ni ht nur e ner bebinqu-g«- losen Achankun) der französ schen Po liil g ech. sondern s e hätte auch politisch K ahquen'en ron denen be ger mere die fei. bist dir rni'itirifche Scherbelt Frankreich« da unter leibei m sse Die Politik 2orb b Abernon« würde den Verzicht F-an're'ch« auf jede Art T^t'chibiiuni bedeuten. Fran re ch brauch' Garanten. aS loch' würden ernpfob'en: de 73er.fänb- m der 732 ber. ter Zolleinnahmen unb der Salinen Diele' Mora­torium bebente e:n?n TnumoH der Po'itik der nationalilti'ch'n Pa-teien, tie fort aele.it bie ö - bebung ber Vo k ma len g-gen Zran'r? ch und gegen b e Ausführung be« Fried n 'vertrage« predigten Tlach me' reren Jahren be« Ab au'S eine« derartigen Moratorium« würde e« Frank­reich materiell unmögli ch fein, selbst die A >S- fübrung be« zehiten Teil« der deutschen 73er- pfUchtunzen zu cr.angen.

(S ri (Ersuchen nm Nnfskchnb brr ZahlnnstSverpflichtuuq?

Pari«. 10. Vov. Hava«. DerSecolo" veröffentlicht ein Telegramm au« Töerlin. too-* nach Deutschland England gebeten haben soll, bie ReparationSkvmmission zu benachrichtigen, bah seine finanzielle Lage eS ihm nicht ermögliche, die am 1. Januar fälli­gen 50 Millionen zu bezahlen, und baf) die deutsche Legierung um Aufschub ersuche.

Die E srnhahner flrnnt dir Vntftnntlichnnq.

Verlin, 10. 7lov. (73X75) H-ute tna-en 73'rtre er der Gewerkschaften der Ellen- Eabnbeamten und Arbeiter, sowie der Haupt- beamtenrat unb der Hauptbetrieb«- r a t ber Reichsbahnen yfammengetreien, lim mit dem Verkehrsminister die Frage ber 5we^m2*igk it der Entstaatlichung der Reichsbahnen xu erörtern. Sämtllche Or- MTifatiorei und V.rriedSvertre'ungen sprachen sich mit nroher ^chstrfe gegen jede Aenderung In ber 75ctrieB«form ber Reichsbahnen au«. Sie Lderr^ch^n txm 73erkehr«minister folgende Er-

Der Kampf für die Wahrheit.

Pari«, 10. Aov. (73X73 ) Der bekannte Schriftsteller H. ©. 73 e 11S veröffentlicht im .Pctit P< -isien" und in ber .Chicago Tribüne" Tlrtikel über die Abrüstungskonferenz von 73 a f h I n g t o a . Der dritte Artikel be- fchösiigt sich auch mit Deutschland DaS beutlhe Voll, sagt 73ellS. nehme die zentralste Stellung in Europa <.n und übertreffe an Zahl die an­deren europäischen Völker mit Ausnahme de« russischen. Sei ErziehungSniveau sei eben sv hoch ober höher al« da« irgend eine« anderen Dolle« in ber Mell. Die Deutschen

3frf1örtrnfl5ttmt brr Xirftrrfirn.

Prestburg. 10. Aov. (Del s) Da« Maria- Theresladenkmal. ein« der be- brutenbrten ungarischen Kunstwerke, wurde von den Xschechen zertrümmert. Die unga­rischen ÄünflLet richten daher eine« Aufruf an

seien al« Volk ehrlich. fleiMg unb intelligent. Don ihrem sozialen unb politischen Äohlergeden und ihrem wirt­schaftlichen Gedeihen hinge ba« Gedeihen England«. Skandinavien«. 3:alienS und in nicht geringem Grade auch ba« Frankreichs ab. Die Deutschen besähen grobe Traditionen und eine grobe Literatur. Ein solche« Voll von der Karte auSzustreichen. sei unmöglich, wohl aber lasse e« sich wirtschaftlich unb f o - a Ia l auf bie Knie zwi n g c n. 73ell« er­innert daran, bab bie TJerbünbeten, besonder« England und Amerika, während be« Kriege« bäufid erllärten. sie kämpften nicht gegen da« rea sche Tol , sondern geg.'i bin bnitschrn Impo- rialisrnuS. Al« aber ^«^utfchlanb erschöpft und geschlagen sich im Jahre 1918 auf Grund der 14 Punkte 73 i l f o n S ergeben habe unb die Krieg«ziele erreicht gewesen seien, seien alle diese Verpflichtungen von ber Versailler Friedens­konferenz al« Feyen Papier behandelt wor­ben. Der Friede fei ein Strassrieben ge­wesen, genau, alS ob In Verlin ein Kaiser ge­wesen wäre, eine rach'üchtige Umkehrung deS französisch-deutlchen FiiedenS von 18kl. THan sei mit den Deutschen umgegangen wie mit einer Rasse von moralischen Ungeheuern, obwohl nie­mand davon überzeugt sei. bab sie von ben Eng­ländern, Franzosen und Amerikanern verschieden seien. Heber Deutsche sei einzeln für ben Krieg verantwortlich gemacht worbest, obwohl jeder Franzose. Gncländer unb Amerikaner wisse, bab. wenn jemanbe« 73aterlanb im Kriege stehe, er zu kämpfen habe, ob ba« Recht ober Unrecht sei. Eine dauernde Kampagne mit Invasionen und unmöglichen Forderungen fei gegen die erschüt­terte d?utfche Zivilisation unternommen worden unb werde gegen sie fortqefübrt gegen eine Zivili­sation. die für die 73elt mindestens eben so lehenSwich'ig sei wie die französische. Well« ver­langt. bah die besten deutschen Persönlichkeiten und die lehr vernünftige republikanische Regie­rung Deutschland« zur Washingtoner Konferenz zugezogen werben.

London, 10. Aov. (73X73.) Auf bem Guildhallbankett wie« Lord E u r z o n in bem Xrinkspruch auf ba« diplomatische Eorp« auf ba« zunehmende Verstehen und Zusammen­wirken. wje e« da« Werk de« TJölferbunbe« unb die Konferenz in 73ashington zeige, hin unb er­klärte. ein geschlossene« internatio­nales Vorgehen fei ba« einzige Heilmittel gegen ba« Uebel. worunter bie Welt leide.

(Sine Nenhernng Vrinnds.

Pari«, 10 Aov. (73X75) Aach einer Ha- va«meldung au« London soll 73r t a n b tn eirem Ivtl-rview erflärt haben. Frankreich verlange nichts. Wir ftnb nach Amerika gekommen, faqte er. einzig und allein um bie moralische So- 11 b a t i t ä t unter den groben Völkern herb-1- Aufübren. 73cnn wir am Konferenztisch Platz nehmen, ist e« mehr um zu horchen, al« um zu reden, mehr um zu lernen: zu erfahren, welches bie Wünsch? ter anderen prohm Tlattnnen seien. Solange nicht von F ankreich rerlangt tri d. etwas von feiner Souveränität unb von seiner natio­nalen Sicherheit ab-,urebcm, benrfif'en wir eS von ganzem Herzhen, an diesem 73ert mitzuarbeiten.

Frankreich aeqen die PrütiMsi des Wicderherstellnnstsp^obsrmS auf der Washingtoner Llonferenz.

Paris. 10. Aov. (Wolff) Pertinar m»lbet dem _E^o de VariS" auS W a f H i n a t o n. Mlni- stm-präfident 73 r I an b fbube vor ®Öffnung ber Korf'renz Staatssekretär HugheS ti' Grund­sätze erläutern zu können, die ihn leiten. Frank­reich denke nicht daran, die Revision be« von Wilson unterzeichneten ,°ufat)bcr,rige* tu verlan­gen. weil c« von ben Amerikanern keine Mnh- nahmen wünsche, die ihren Xrrditionen unb ihren augenhlicllichen Tendenzen widersprechen Aber eS sei nicht zulässig, bah sich die Debatte auf ba« Reparation-Problem und die damit hn Zusammen hang stehenden Fragen ausdehne. Die Debatte dürfe richt au« bem offiziell feftaefeg­ten Rahmen herauStreten. Wenn eS opportun cr- I scheine, eine Prüfung ber finanziellen unb toirt- | scha^tlich'm 2ngclere"H?iten zu untemebmen. so scheine Pari« viel eher al« Verhand­lung « o r t geeignet zu sein al« Washington.

Marschall Iosfre

steht ebenfalls anf Neisen.

Pari«. 10. Aov. (73X75) Marschall Hoff re tritt eine Reise nach bem Pj nt an. Gr fcaibt sich dorthin tn offU^IIer Misiinn. Für bie Tauer fer Rei'e sind fünf Monate oorgeeben. Zuerst dewcht der Tllarlchall Tlnnam, dann Japan bann China und schlieblich die 73ereinigten Staaten.

JlnS der englischen Thronrede.

London, 10. Aov. (73X75) 3n bet Thronrede, die d i ter dutixenVertag.»--g de« Parla-.ke-t'S verlesen wurde. Heidt e!: Die Deutsche Regierung hat befrlebf- genbe Zor11chri11e in ber Ausführung be« ihr durch ben Verwiller Vertrag auferlciren Tc-- bfTdi u"*gen gemacht. TBeitcr wird erw Hat, au? ber TteichSkonferenz Hätten sich diePremierminllter einstimmig dahin au'gefp ochen. tast die Ctirfe kx-s bei tilgen 73eln--iche« zur See jeber an bereu Tllacht gleich sein müsse.

bte Künstler der zivilisierten 73clt. In bem sie um Schutz ber ungarilch.m Kunfiwerke tn ba» lD«flctrennien ®ebteum bitten.

Das neue preutzische Kabinett vor dem Landtag.

Verlin. 10. TLoo

Saal und Tribünen sind stark beleot

THiniflerpräfibent (Braun:

Der Tkrfaffung entsprechend habe Ich svla-nde Herren zu Ministern ernannt: Iustizminister: 3 e h n h off. Miniiter be« Innern Oeoetin j, Kultusminister: Dr.'V ö l i h (Unruhe bei ben Kommunisten), HandelSmini ter: ©lering, Zi- nanzminister: Dr. v. Richter (Hufe bei ber Kommunisten: Der alte Kavpilt!). Landwirt chaftSminlster: Dr. Wendorf Ich bcab ibtlqe, ten Derband«'e?ret2r Hirlfiefer, ber gegen- toärtlg im AuSlande wellt, zum TDoblfayu«- Minister zu ernennen.

Der Ministerpräsident gedenkt dann ber Aot ber besetzten Gebiete unb besonders ber Lo«- reihung Oberschlesiens. Mi: ben oberlchlesifchen Drüdem, die von unS scheiben, bleiben wir im Geiste verbunden. Kein Machtspruch be« Sieger« kann die getftlge und kulturelle Gemeinschaft eine« Dolle« zerreiben. Ihn ben Staatshaushalt zu balancieren, muh die steuerliche Kraft unsere« Volkes noch weiter angespannt und vor allem ber Delitz in feiner ganzen Leistungsfähig keil heran- gezvgen werden. Sine gröbere Selbständiakeil her Staatsfinanzen ist anzustreben. Die wirtschaft­lichen Kräfte untere« Dolle« müssen gcf3rberi wer­den. besonder« die landwirtschaftliche Srzeuguna. Wir wollen Sicherung unb AuSbau her Sozial­gesetzgebung. Die Auswüchse des Wucher«, der Preistreiberei und der wüsten 6;e'ulatioi auf bem Waren-, Effekten- unb Deoisenmirk e müffe.i be­kämpft werden. Dvr allem muh die Iugenberzle- hung in den Schulen auf Stärkung Der geistige» Seite gerichtet fein. Eine der wichtigsten Aufgaben ber Regierung ist bie Demokratisierung ber Ver­waltung. Die dazu bestimmten Gesetze werden mit tunlichster Deschleunigung Dorgclrgt werden. Die 73eamtenschasi muh bereit fein, die Der'alsunn mit allen Mitteln zu schützen Ein zei'grm^st.-S Di'zip- linargeseh ist in Vorbereitung Die Absplitterung einx^Iner Gebietsteile au« dem p erihischen ©taat«- gefuge kann die Regierung nicht unterstützen Wir wollen ein gedeihliche« Zusammenarbeiten der preuhischen Reaierung rat der Reich«- regierung Die Arbeit-gerneinschaft ber vier Parteien wird ihre ganze Kr.-.ft einfetze i. um unser Land und Dolk vor dem Zusammenbruch z-.i bewah­ren und einer besseren Zukunft entgegenzusi'ch, tn. (73?ifa(l bei der Mehrheit, Zischen und Rufe aus ber äubersten Linken.)

Mg. Hauschild (Soz.) erklärt, dah seine Partei daS neue Kabinett unterstützen werde.

Dbg. Herold (Z.) verliest eine Erllänmß feiner Fraktion, die sich für daS Kabinett auS- spricht und mii Da nies Worten auf StegerwalL f (bücht

Dbg. Dr. von Krause (D Vpt.): Die Ar­beitsgemeinschaft ter vier Barte len. ki? ba« neue Kabinett gebittet Halen, hindert di fe Parteien, gegeneinander zu arbeiten und nötigt sie zur Zusammenarbeit Jede Meter Parteien muh des­halb einzelne Ziele zu rückst ecken. Die Xätigfdt be« Ministerpräsidenten Cieq rxalt) re dient die trännfle Anerkennung. (Widerspruch bei den Un- abbärglgen unb Kommunisten.) Meine F-eunde tre.bcn dem Minister^rsiidenten 73i.au n ci.ifum- mig ihr 73ertrauen bekunden,

Lbg. Meyer lKomm.): Diele Regierung vereint merkwürdige Gegensätze. Wir denken daran wie ber Minister Seveii a kämpst- neiep den Kappisten von Tlichter und ber Ministe, Hänifch gegen den Monarchisten Deelitz (Sehr gut bei den Kommunisten.) Wir brauchen die Konfiskation be« 75 sitze« der De i «mden. (Ttuje: Wie bei Adolf Hoffmann! Heiterkeit!)

Auf Antrag der Deutfchna iovalen wird 73er* tagung zur toelteren Au-sprache befchlosien.

©in-' Reihe DefoldungSvoi lagen werden hie» auf nachträglich auf die Tagesordnung gefetzt unb bcbattelo« den Ausschüssen überwiesen

Aächste Sitzung: Frei'ag. vormittanS II tche. Aussprache über die Regierungserklärung.

Die ^fraqe der Vcrwendnnst dentschcr -lrdeiter in Frankreich.

Paris, 10. 7lov. (73X73) Die parlamen­tarische Gruppe der zerstörten D partcmcv S hat heute tm Senat über den Ausbau von elf Dörfern in der Gegend von ThaulneS durch deutsche Arbeiter verhand lL 6« tru be lebhafte Defchwerde darüber vorgetraaen. bah die T^rbanthingen über diele Angeienenh it ohne Zuziehung irgend eine« ParlarnentSni glieke« ge­führt worden feien und auf bie Droteste hinge- wiefen. die von den Zweigverbänden ehemaliger KriegStLllnehmer erhoben worden feien. Sie Gruppe nahm eine Entfchlieh'ung an. in der flc die Ansicht auSfproch, man könne und müffe zwar jede Hilfe fuchen. die c« ermögliche, den Wiederaufbau ter zerstörten Dörfer zu besch'eu- ntgen. Hierbei handele es sich aber vollkommen um Lieferung r.^n Daren und THaterial dunh Drullchland. Die Verwendung deutscher Arbeiter fei zwar nicht gnfd'äyllch abzu­lehnen. mülle aber unter Anwendung wirk amer DorfichtSmah-ea ln erfolg-n Ied n a I« fel bte« noch mehr al« bte Lieferung von Ma:erial An- gelegenbtil ter Ttzgtenmg und nicht Sache von priva en Hnt rnehmungex D e Grupp? te langt in der Sntschliehung eine Erklärung von feuae I ber Regierung.