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Nr. 185 Zweites Blatt Gtetzener Anzeiger (Genttal-Anzeiger für (tzberheffen) Mittwoch, 10. August 1921

gur (Biebener Ferienordnung.

Herr Rektor Fischer, der eine Aende- nmg der (Siebener Ferienordnung in unserem Blatte angeregt hatte, setzt sich nachstehend mit den Bedenken auseinander, die gegen seine Vorschläge erhoben worden sind. Wir möchten damit die Aussprache in unserem Blatte ab- schliehen und die Entscheidung den Schul- letrungen überlassen.

Die Ausführungen in Rümmer 173 deS Die- ßener Anzigers, durch die ich die Aufmerksam­keit der Ellern unserer schulpflichtiger. Kinder auf die m unserer Stadt bestehende Ferienordnung au lenken versucht habe, haben daS Echo gefunden, do- zu erwarten war: neben Zustimmung von »verschiedenen Seiten" auch Ablehnung der vor- geleglen Vorschläge. Prüfen wir, wie weit nach den voneiner Mutter" undeinem Vater von fünf Kindern" gemachten Einwendungen der in Rümmer 173 gemachte Vorschlag noch aufrechl- erhalten werden kann.

1. Die .Mutter" wünscht keine Ferien, die in die heißeste Zeit fallen; sie findet, daß sonst die Ferienzeit ungeeignet zur Erholung wäre. Dann soll also während der heißesten Zeit unter­richtet werden; und diese Zeit, die zu ungünstig ist für Serien, soll gut genug fein zum Unter­richt? ES ist schade, dah die Einsenderin nicht Gelegenheit hat, eine Klasse in den letzten Tagen vor Den Sommerserien bei der Arbeit zu sehen. Einer Mutter, die sich bei der Beurteilung der Frage so ausschließlich von der Sorge um die Erhaltung der Gesundheit der Kinder leiten lassen will (ein Standpunkt, den ich begrübe), sollte es doch zu denken geben, wenn sie sehen könnte, unter welch ungünstigen Arbeitsbedingungen die Kin­der sich abquälen. GS handelt sich ja. das sollte doch nicht übersehen werden, um das «Zusammen­treffen von Awei älebclftänben: nicht nur, dah die Iulihitze den Kindern daS Arbeiten so schwer macht, die Zeit von Pfingsten bis zu den Ferien ist ^ruch viel zu lang, und die Kinder wären auch ohne Hitze am Ende ihrer Kraft. Go erklären sich die vielen Fälle von Versagen der Kinder. ES kann dabei völlig auher Betracht Bleiben, bab wir In diesem Sommer ganz auher- vrdentliche Wärmeverhältnisse haben. Die Frage wäre auch bei einem normalen Sommer nicht weniger dringlich.

Ein Wort erscheint mir notwendig zu dem zweitletzten Satz des GingesandtS. Was soll das Hineintragen von Betrachtungen in die Aus­sprache, die nur dazu dienen können, der ganzen 5rage ein falsches Gesicht zu geben? Die Sache geht doch wohl alle unsere Schulkinder an. Es ist also zum mindesten überflüssig und geht an dem Ziel vorbei, wenn versucht wird, sie zu einer Sonderforderung einzelner Schulen zu machen Dah dabei in gönnerhafter Weife Be­lehrungen ertellt werden, macht die Sache nicht erfreulicher. Ich muh bedauern, dah eine ohne Zweifel Den gebildeten Ständen angehörende Frau diese Bemerkungen aus der sicheren Stellung der Anonymität heraus! nicht unterdrücken Tonnte.

2. Auch der »Vater von fünf Kindern" lehnt eine Verlegung der Ferien ab. Gr findet, die Schulen mubten der Tatsache Rechnung tragen, bab Dieben eine Universitätsstadt ist. und bab dieser Vorzug Verpflichtungen auferlege. Die­ser Einwand ist sicher von grobem Gewicht. Aber eS ist der Aufmerksamkeit des Einsenders wohl entgangen, bab ich auf seinen Wunsch bereits Rücksicht genommen habe. Gerade die Rücksicht auf die Universität hat mich Deranlafot, keine eigentlichen Iuliferien zu verlangen, wie es am nächstliegenden gewesen wärL sondern als So­rten beginn Mitte Juli vorzufchlagcn.

Es ist begreiflich, bab der Herr Einsender den seitherigen Zustand für angenehmer ansieht alS eine Früherlezung der Ferien um zwctWochen, und bab er diesen Zustand zu erhalten wünscht. Dun, reden wir einmal so offen, wie es der Herr Einsender in feinem ersten Abschnitt tut. Er be­zeichnet es selbst alS eine »Last" (die Dieben als Universitätsstadt nun einmal tragen müsse), bab die Mittelschulen zum mindesten in den Ferien Rücksicht nehmen auf die Hochschule. Ich frage: Soll dieseLast" für alle Zeiten in ungemindertem Mabe getragen werden, auch dann, wenn es auf Kosten der Gesundheit von 5000 Schulkindern geht? Auch setzt noch, wo wir damit rechnen müssen, bab unsere Kinder infolge der Wirkungen der Kriegs- und Rachkriegszeit noch auf Jahre hinaus weniger leistungsfähig und widerstands­fähig sein werden? Könnten nicht auch die Väter und Mütter aus dem Kreise des Herrn Einsenders viel mehr das Entgegenkommen sehen, das ge­boten wird, als einfach alles abzulehnen, was einen nicht nur nach unserer Meinung bedenk­lichen Zustand verbessern soll?

Aber auch. Ist es nicht etwas unvorsichtig, die Rotwendigkeit des Festhaltens der seitherigen Ferienordnung einfach mit den Lasten zu be­gründen. die der Vorzug. Universitätsstadt zu sein, unserer Stadt nun einmal auferlegt? Reizt diese Beweisführung nicht dazu, einmal Vergleiche anzusteilen mit anderen Universitätsstädten, in denen man längst eine zweckmäßige Ferienordnung hat? Zum mindesten könnten diese Vergleiche doch ergeben, bab ein Ausgleich der Lasten mög­lich ist.

Ich war mir von vornherein darüber klar, bab der Vorschlag der Früherlegung der Sommer- ferien um zwei Wochen nicht überall freundlich aufgenommen würde, und bab bet seitherige Zu­fl anb für mehr als eine Familie angenehmer fein Tonnte als der angestrebte. Aber ich glaube, bab für die ganze Frage nur ent scheibend fein darf: Wie bienen wir dem Ganzen am besten? ilnb: Dann sind bie Ferien für unsere Kinder am nötigsten?. nicht: wann sind sie am angenehmsten? Dab dabei ein Weg gefunden werden sollte, der auch einer Minderheit noch Rechnung trägt, ist von vornherein betont worden. Ich sollte meinen, bab auf dieser Grundlage eine Verständigung möglich fein mübte.

Hetzt mögen jie Schulleitungen die Ange­legenheit weiter prüfen. Fischer.

Aus Hessen.

Die Futterknappheit.

2ll>g. Häuser (Soz.. Bergmann in Steinberg bei ©leben) stellte in der hessischen Volkskammer den Antrag, bie Regierung zu ersuchen, eine Ver- orbrrung zu erlassen, bab die ftaatlichen lber geöffnet werben, um bet Futter- knapvheit zu begegnen. In ber Begründung

heißt es: Durch die langanhaltende Trockenheit I ist ein grober Mangel an Grünfutter eingetreten Die Futlerknappheit hat bereits Formen angc-1 nommen, so bab bie Landwirte jetzt schon genötigt sind, die Wintervorräte zu verfüttern, wenn sic nicht einen Teil ihrer Viehes abschaffen wollen. Am schwersten haben unter dieser Futlerknappheit bie kleinen Landwirte und Ziegenhalter zu leiben, bie nicht in ber Lage sinb, gröbere Mengen von Klee anzubauen. Anstatt nun bie Wälder zu öff­nen. um den Dichhaltern bie Durchhaltung ihres Viehes zu erleichtern, sind mir von einer Anzahl vberhesfischer ßanborte Klagen zugegangen, bab Oberförstereien bas Futterholen in ben Wäldern verbieten, ober aber bort, wo um Erlaubnis nach- gesucht wird, biefelbe verweigern. Ich möchte bie Regierung beshalb bringenb ersuchen, sofort zu veranlassen, bab bie Wawer zur Futterentnahme überall geöffnet werben.

AnS Vaterland, ans teure, schließ dich an!

Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Arn Sonntag, zur selben Zcit, al« die G ocken zur Ki che läuteten, fand hier auf dem Paradeplay eine öffentliche Versammlung ber sozialdemokratischen Arbeiterjugend statt. Der Besuch war sehr schlecht. Ein Herr Ave marie berichtete über ben sozia­listischen Iugendtag in Bielefeld. Unter anderem erL uhnte er auch Die Anwesenheit Der auslänbi- schen Iungsozialiften. »Wir merkten nicht, bab bas AuSlänber waren, und bie Auslänber nicht, bab wir Deutsche waren." Präsibent Dr. Strecker (Dem.) sprach als offizieller Vertreter ber hessi­schen Regierung für ben Schuh ber Republik und vom Kampfe gegen den Krieg. Im Hintergründe standen rote Fahnen, die Versammlung wurde von dem Gesang revolutionärer Lieder eingerahmt.

CanbroirHcfjaft.

Der Saatenstand in Preußen.

Verl in, 8. Aug. (WTB.) Die Statistische Korrespondenz meldet: Der Saaten st and in Preußen Anfang August wird, wenn 2 gut und 3 mittel bedeutet, für Winterweizen mit 2,5 gegen 2,4 Anfang Juli und Sommerweizen mit 2,8 (2,7), Winterroggen mit 2,6 (2.5), Sommerroggen mit 3.2 (3.1). Wintergerste mit 2.6 (2,5, Sommergerste mit 2,9 (2,8), Hafer mit 3.2 (3,1), Kartoffeln mit 3.5 (2,8) und Zuckerrüben mit 3,1 (2.7) begutachtet. Im Juli wurden viele Hoffnungen auf eine be­friedigende Ernte durch den Verlauf ber Witte­rung stark herabgeminbert, teils sogar vernichtet. Die fast ben ganzen Monat anhaltenbe Gluthitze hat neben ungewöhnlicher Trockenheit die meisten Felbfrüchte in ber Entwicklung unb im Gebeihen stark behinbert und geschäbigt. Die ab Ende 3uni bestehende ausgesprochene Trockenveriobe hält mit kurzen Unterbrechungen burch örtliche Regen ober Gewitter jetzt noch an. Die tzroßte Enttäuschung bringt bie Beurteilung ber Kartoffeln. Futter­pflanzen unb Wiesen. D<e Erntearbeiten inb über­all im Gange unb gehen bei sonnigem Wetter flott von statten. Sämtliche Halmfrüchte reifen schnell. Bei Fortbauer ber bisherigen Witterung glaubt man Witte August alles geborgen zu haben. Ver­zögerungen ber Ernte burch Streiks werden nur vereinzelt gemeldet. Bei vielen Fruchtarten ist in­folge Der tropischen Hitze, besonders beim Hafer, vielerorts eine Rotreife eingetreten. DaS einge­fahrene Getreide und bie Hülsenfrüchte befinden sich in solch trockenem Zustande, baß mit bem Drusch schon hätte begonnen werden können, doch fehlt es dazu meist an Zeit. Druschproben liegen somit noch toenlg ober gamicht vor. Der Stroh­ertrag soll beim Wintergetreibe im allgemeinen zu- friebenftellenb fein. Mit Besorgnis blickt man zur Zeit allgemein auf hie Entwicklung unb bas Ge­beihen Der Kartoffeln und sonstigen Hackfrüchte. Rur in wenigen Fällen wirb ber Stand ber Früh- unb Spätkartoffeln als günstig bezeichnet. Zumeist wirb angegeben, baß sie unter ber Dürre sehr leiben, mehrfach aber, das sie bereits verweltt unb umgefallen sinb. Das Wachstum der Rüben- unb Kohlarten ist gleichfalls zum Stillstanb gekommen. Die Pflanzen sehen recht bürftig aus. Ein burch- brtngenber Regen würde allerdings bei den Kar­toffeln unb Rüben auch noch jetzt Wunber wirken, obwohl zu erwarten wäre, baß hierburch bie schon notreif geworbenen unb bie am Reifen befind­lichen Kartoffeln frische Knollenansäye erhielten, lieber die Futterpflanzen lauten bie Rachrichten überetnftimmenb recht trübe. Sin zweiter Schnitt ist nur bei gut berieselten Flächen unb nassen Wiesen zu erwarten. Die Weiden sind gleichfalls kahl. Das Vieh mußte stellenweise in ben Statt genommen werben, ba ber erste Heuschnitt zwar gut hereingekommen, aber an Menge nur mittel­mäßig war, so ist mit einer Rauhfutterknappheit für ben Winter zu rechnen, wenn nicht eine längere Regenzeit halb einseht unb bas Vieh bann bis hoch in ben Spätherbst noch braußen genügenb Rahrung finbet Bisher war auch die Bestellung ber Zwischenfrüchte wie Stoppelrüben usw. zweck­los. weil ber Samen nicht aufgeht und bie Pflanzen verdorren. Ebenso versagten Serabella, Lupinen unb so weiter.

Bewertung des landwirtschaftlichen Grund­vermögens beim Reichsuotopfer.

Beim Reichsnotopfer der Landwirtschaft spielt die DewertungSftage des Grundver­mögens die Hauptrolle. Gegen die ursprüng­liche Absicht des ReichsfinanzministeriumS. für die Berechnung des Ertragswertes die Ergeb­nisse der Jahre 1914 bis 1919 zugrunde zu legen, haben die landwirtschaftlichen Körper­schaften des ganzen Reiches Stellung genom­men, weil diese Absicht gegen das Gesetz ver­stößt. Auch die Landwirtschaftskammer für Hessen in Darmstadt hat wiederholt m dieser Angelegenheit Schritte unternommen. Denn die Reinerttäge der KriegSjahre sind nicht, wie eS nach gesetzlicher Vorschrift sein muß, unter gewöhnlichen Verhältnissen zustande ge­kommen und auch nicht nachhaltig. Vor allem jedoch enthalten sie einen Teil des Betriebs­vermögens. der unter den Verhältnissen der Zwangswirtschaft entgegen dem Willen der Landwirte stüsiig gemacht worden ist. Zur ordnungsgemäßen Weiterfüh.ung des Be­triebs mußte sobald wie möglich dieses Geld wieder in Betriebsmitteln angelegt werden. Tatsächlich haben aber die im Kriege ange- sammelten Geldmittel bei keinem Landwirt in­folge der zunehmenden Geldentwertung aus- gereicht, den Betrieb nach Umfang und Güte des Gutsbesitzes und bezüglich des Arbeits­wertes der Maschinen und Geräte, sowie deS Gebrauchswertes der Gebäulichkeiten wieder

in friedensmäßigen Zustand zu versetzen. Ebenso wird der Umstand viel zu wenig be­achtet, daß auch die ErtragSfähigkeit des Bo­dens durch Mangel an Düngemitteln und in­folge der durch Arbeitermangel hcrvorgerufe- nen Verunkrautung stark beeinträchtigt wor­den ist.

Die landwirtschaftlichen Körperschaften haben deshalb empfohlen, statt nur die Zaßre 1914 bis 1919, die Zabre von 1909 bis 1919 zur Durchschnittsberechnung heranzu- ziehen. So begründet dieser Vorschlag auch war. hat *er Reichsfinanzminister doch nur insofern ein gewisses Entgegenkommen gezeigt, als er die Jahre 1912 bis 1919 nunmehr als Grundlage der Bewertung annehmen will. Bei der eudgültigen-Veranlagung zum ReichS- notopfer. die von Amts wegen stattfinden soll, wird daher als ErttagSwert der zwanzig- fache Reinertrag angenommen werden, wie er sich aus dem Durchschnitt der Jahre 1912 bis 1919 berechnet. Auf die Wichtigkeit dieser Bestimmung sei hiermtt ausdrücklich hinge- wiesen.

Kirche und Schule.

z. C r a i n f e l b, 8. Aug. Anfang deS vorigen Jahves wurde auf Veranlassung von Pfarrer Frank unb Lehrer Heldmann eine Höher eB ü r- gerfchule im hiesigen Ort ins Leben gerufen, welche sich allgemeinen Zuspruchs erfreute. Da ihr jetzt vorzügliche Lehrkräfte zur Verfügung stehen, hat sich die Zahl ber Schüler auf 30 (24 Knaben unb 6 Mädchen) erhöht, welche teils von hier unb aus ben umgebenden Orten flammen. Die Leitung des Schulunterrichts ist Schulver- toalter Decker und Dr. Alffen übertragen. Pfarrer Frank hat die Leitung des Religionsunterrichts übernommen.

ra. Robheim a. b. Bieber, 6 Aug Lehrer Helwig aus Hambach (Untertaunu8trei8) wurde für bie hiesige erlebigte Hauptlehrerstelle in Vor­schlag gebracht.

Vermischtes.

Don Dienen fürchterlich zugerichtet.

mc. granffurt a. M., 9. Aug. Das acht- jährigeTöchterchen eines Imkers im Stadt­teil Heddernheim machte sich in einem un­bewachten Augenblick an ben Stöcken deS Vaters zu schaffen. Die aufgeregten Bienen fielen über das Kind her unb versetzten ihm hunderte von Stichen. DaS leichtsinnige Mäbchen mußte schwerverletzt in bas Krankenhaus über­führt werden.

Handel.

Berlin. 9. Aug. Börsen st immungS- b i I b. Wiewohl eS heute an ber Börse im Groh- verkehr nicht mehr ganz so lebhaft herging alS gestern und in einigen in der letzten Zeit stark gestiegenen Papieren Realisationen und damit leichte Rückgänge erfolgtem blieb die ©runbftim- mung doch fest, wobei zum Teil andere Papiere an bie Stelle der bisher bevorzugten traten. Die Kurserhöhungen betrugen durchschnittlich 5 bis 8 Prozent für eine ganze Anzahl von Montan- und Industrieaktien, von denen übrigen- beson­ders oberschlesische auf günstige Hoffnungen bezüg­lich ber Entscheidung ber Pariser Konferenz weiter gesteigert wurden (1020 Prozent). Ferner flie­gen Augsburg-Rümberger um 25, Harpener eben­soviel wobei immer toieber auf die angeblich un­mittelbar bevorstehende Kapitalsvermehrung bei wertvollem Dezugsrecht verwiefen wurde. Ver­nachlässigt blieben die gestrigen Lieblinge ber Spekulation, wie Phönix, Rheinische Braunkoh­len, Allumulatoren unb Bergmann bei Einbußen bis zu 10 Prozent. In ben zu Einheitskursen gebanbeiten Inbustriewerten hielt bie KaWflust des Publikums unvermindert an, so dah weiter ansehnliche Kurssteigerungen bie Regel bilbeten. In Valuta-, Dank- und Rentenwerten war das Geschäft bei belanglosen Kursveränberungen still. Mexikaner unb Kanadas etwas niedriger. Am Devisenmarkt blieb die Unsicherheit weiter vor­herrschend. Die Ententeplätze waren recht fest. Dagegen Reuyork wegen ber bärtigen Markbesse­rung schwächer. Sonst hielt auch weiterhin bie feste ©runbftimmung unter vereinzelten Schwan­kungen an.

Frankfurt a. M, 9. Aug. Börsen- stimmungSbild. Im freien Verkehr hatten Ludwig Ganz auf bie bevorstehenbe Einführung m Berlin bei großen Umsätzen eine Kurserhöhung von etwa 20 Prozent, sie notierten 295, 298, 296 Fest lagen Wintersche Papiers.. 304, Reckarsulmer 434, Prag 274, ManSfelder Kuxe wesentlich ruhi­ger, 62256250, Deutsche Petroleum 810. Auf bem Montanaktienmartt setzten Oberbedarf ihre Aufwärtsbewegung fort bei großer Rachfrage stellte sich ber Kurs auf 381 rationiert Pyöntx lebhaft. 10101015. Mannesmann 695 unb Har­pener 685 Elektro Schuckert konnten sich be­festigen. 291. Lahmeher abgeschwächt In Rvrbb. Lloyd fanden Käufe zu 160 statt. Hapag gaben etwas nach, 175,50. Chemische Weite lagen ruhi­ger. Der Kassamarv der Indus! rietoerte zeigte wieder KurSerhöhungen. Zellstoff Aschaffenburg fliegen auf 515. Schuhfabrik Leander auf 318. Fahrzeug Eisenach lebhaft 250, neue 229,50. Oeflerr. Erebit schwächten sich auf 39,50 ab. Fein­mechanik Zetter, Siegener Eisen, Zuckers. Offstein waren toieber stark gesucht. Die Qlbenbbörfe schließt bei lebhaftem Geschäft.

Frankfurt a. M., 10. August.

Berliner Devisenmarkt.

Geld Brief Gelb Brief

Datum: 8. August 9. August.

Umfierbam- Rotterd. 2499,95 2505,55 2499,95 2505,05 Brüssel.Antwerpen . 612,35 613,65 617,85 619,15 Thristiania 1043,95 1046,05 1039,95 1 42, 5 Kopenhagen 1252,20 1254,80 1252,20 1254,80 Stockholm 1678,30 1681,70 1688,30 1691,70

fjelfingfor» 123,35 123,65 122,85 123,15 Italien........ 352,20 353,40 354,69 355,40

London 295,20 295,80 295,95 296,55 NeuyorK 81,53 81,71 80,41 80,59

Dans 637.35 638,65 635,35 636,65

Schweiz 1367,101369,90 1358,60 1361,40 Spanien ..... .1051,40 1053^60 1046,451048,55

Wien (alles). . . . .,,

Deutsch-Qesterr. . . . 8,73 8,77 8,98 9,02

Prag 101,95 102,25 101,80 102,10

Budapest 20,27 20,33 20,32 20,38

Bulgarien .....** **»

Konstantinopel. . .. -«**#

Börsenkurse.

granlfurt Berlin

Abend- 21benb- Schluß- Scplus^ KurS Kurs Kurs Kurs

Datum: 8.8. 9.8. 8.8. 9.8

5 *, Ttfd) flriegsant. 77,50 77,50 77,50 77,50 4*/, Discd Neichsanl. 76,50 79,60

3'/, Dllch. Ne.chsanl. 77, 5 77,25

4°. Preuh Konsols 7*',75 70,80

DarmsiL ter Bank . 170,- 170,-

veutsche Bank . . . 304,50 303, 3< 2,50

Disconto-Befellschaft 261,- 262,50 261 50

Dresdner Bann. . . 214,75 215.76

Na'ionaldank s. D. . -,190, - 190,50

Muteid. Treditbank. 165,- 164,75 161,75 ;6-.,f»0 H.Amerik Pakets. . 179,- 175 50 176,75 175*50

Norddeutscher Lloyd. 159,- 160,- 157,. 6 158,-

Bach Guhstaklwerk . 535,- 545,

V.-Luxemd. Bergw.. 414,- 425,- 416,- 419.75

Gelsenkirch.Dergw. . 424,- 43),- 420,- 429,60

Harpener Bergbau . 649,- 693,- 650,- 677,

Oberschles. Eiscnb..'L. 350, - 381,- 349,- 376,-

Oberschles. Lisenind. 303,50 320, - 310,- 315 50 phönix.Bergd -Akt . 1015,- 1015,- 10'0,- 1004* - Bad. Anilin- u. Soda 41 8 - 4 8,- 409*50

höchster Farbwerk«. 338,- 340^- 339,75 339,-

Elektr.A.tk.G..... 839,- 339,- 342,- 340,75

Schuckert-Werke. , . 291,- .'86,- 2o9,50

3ehcn.Guilleaume. ,,- 6 5,

Daimler -,- 262,- 260,- 256 75

Bnd.. Tisenw .Akt . 615,- 619 53

Adlerwerke-,- 284 :0 4". Hess.Staatsanl. -,- 69.80 60 80

Elektron Griesheim. - 345.50 346,♦ 347.72

Marknotierungen.

Für 100 deut,che Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.1 v. 8.8. 9.7.

Zürich Fr. 125,1) 7,35 7,32

Amsterdam Fl. 59, >) 3.99 3,99

Kopenhagen Hr. 88,3) 8,10 8,10

Prag Ar. 117,0 -,-

Stockholm Kr. 83,3) 6,- 5,95

Wien llr 117,38 -,-

London Sh 97,0 5,25 6 67

Paris Fr. 125,13 15,75 15,75

NeuyorK I 23,8) 1,23 1,28

Züricher Devisenmarkt.

9. 8. 10. 8.

Wechsel auf Schweizer Franken

Holland 100 Ft * 184.2j 18..-

Veutschland 100 = 7.375 7U12K

Wien 100 At. = 0.625 0^5

Prag 100 Är. = 7.525 7^0

Paris 100 Fk. » 46.95 46.20

London 1 / = 21.78 21.72

Italien 100 ß. 26.30 25.90

Brüssel 100 Fr. - 45.- 45.-

Budaoest 100 Mr. 1.50 1.50

NeuyorK 100 > = 588.- 593.-

Agram 100 Mr. » 3 50 3.60

Bukarest 100 2. => 7425 7.65

Bücherlisch.

Das Abonnement auf bie Weg- gendorfer-Dlätter kann jederzeit begon­nen werden. Bestcllungen nimmt jede Buchhand­lung unb jedes Postamt entgegen, ebenso auch der Verlag in München, 'Perusaftt. 5. Der Abvnne« mentSpreiS beträgt vierteljährlich nur 15,fX) ML, die einzelne Rümmer kostet 1,25 Mk. (ohne Porto). Die feit (Beginn eines Vierteljahres bereits er­schienenen Rummern werben neuen Abonnent« auf Wunsch nachgeliefert.

DaSliterarischeSchv. HalbmonatS- schiist. Derlaa: Egon Fleischet u. Eo., Berlin W 9. Das 2. Äugustheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Albert Ludwig: Der Lügner,- Ernst Heinrich Heß: Die Personen in ber Erzäh­lung; Max Abler: Ein verschollener Romanttker; Robert Zanecke: Rubolf Paulsen; Paul Fttebrich: Historische Romane.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Pariser Presse glaubt an ein Kompromiß.

Paris, 9. Aug. (WTB.) Die Pariser Morgenpresse beurteilt ben Verlaus deS ersten DerhandlungstageS fast burchweg nicht pessimistisch. Im Gegenteil, einige Blätter sprechen offen auS, dah sie angesichts des (Segen* satzeS, bet zwischen ber englischen unb französischeo These über Oberschlesien vorhanden fei, an ein Kompromiß glauben.

Die Haltung Italiens.

Paris, 9. Aug. (WTB.) liebet ben Ver­lauf ber gestrigen ersten Sitzung deS Obersten Rates berichtet bie Havasageniur weiter: Der italienische Sachverständige und Dee- gierte Torre Fransa machte alsbald einige Bemerkungen unb erklärte, bie englische Linie, obzwar sie nicht volllommen fei, nähere sich mehr bem Ergebnis ber Volksabstimmung als bie von dem fran^fifchen Vertreter votgefchlagene Grenz­linie. Diese spreche nicht ein einziges Bergwerk Deutschlanb zu. Zebvch sprach sich Der ttalientsche Delegierte für keine ber beiben Lösungen auS.

Paris, 9. Aug. (WTB.) Rach dem ,Pe- ttt Parisien" griff auch Minister Lvucheur gestern in die Debatte ein, um nach den Aus­einandersetzungen deS englischen juristischen Sach­verständigen, Sir 6ecil Hurst, einige Ziffern richtig zu stellen. Lvucheur bemerfte, daß ber englische Vorschlag bie Ungerechtigkeit begehe, neun Elftel ber polnischen Bevölkerung Deutsch­land zuzusprechen unb nur zwei Giftel dieser De» völkerung Polen selbst.

Der Duchdruckerstreik in Rheinhessen.

Mainz. 9. Aug. (WTB.) Der Streik bet Buchdrucker bauert fort unb dehnt sich auch über Mainz hinaus aus. Die Mainzer bürgerlichen Blätter geben feit gestern eine ge­meinsame Zeitung heraus. Rur bie sozialdemo­kratische .Volkszeitung" erscheint unverändert wei­ter. In W 0 r m s sind gestern die Buchdrucker gleichfalls in ben Streik getreten. Auch bort be­helfen sich bie bürgerlichen Blätter mit der gemein­samen Herausgabe eines RachrichtenblatteS. Auch im übrigen hessischen Gebiet, sowie in Biebrich unb im Maingau wirb mit einem Buchdrucker­streik gerechnet. In Wiesbaden ist der Streik heute morgen gleichfalls auSgebrochen.

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