Nr. 6 Zweiter vielt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Samstag, 8. Januar 192J
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Vorschläge zur Beseitigung der wirtschastzlrisi;.
In Chicago sand kürzlich eine Konferenz vSn 3,0 Vertretern der b-- Deulenbi'ten Hinang unb Industrie- Organisationen ter Bereinigten Staaten statt, au dem Zweck, mit einem Kapital von 100 Millionen Dollar eine ausländische Finanzkooreralion zu begrünt eit. In dieser Ver.ammluna hielt Herbert Hoover eine aus- ehenerregende Rede, deren wichtigste Teile in folgendem roiebergegeben werden:
3m Gegen atz zu allen Wirischaftskonserenzen. die seit dem Waffenstillstände Unttgerunbcn und sich damit begnügt haben, bestenfalls Resolutionen zu fassen, ist bieie Konferenz bemüht, praktische Arbeit zu leisten. Tie gegenwärtige Wirtschastsnot, die groben Verluste der Farmer und die wachsende Arbeitslo igleit, die ihren Grund in dem Stocken des Exporthandels haben, lehren uns, daß Amerikas Wohlstand mit dem der Welt auf das engste verknüpft ist. Ich sehe nur einen Weg, der uns aus dieser Wirtschaftskrisis heraussühren tarnt, nämlich beit, daß wir fremden Ländern Kredite eröffnen, aber nicht kurzfristige, wie bisher, sondern in der Form, daß mir unser Gelb auf längere Zeit hinaus in ausländischen, aewinnbringenden Unternehmungen anlegen. Der soziale und wirtschaftliche Versall Europas unb die veränderten Wirtschaftsbeziehungen innerhalb seiner Grenzen fefren es aufierftanbe, gegenwärtig in größerem Umfange Käufe zu tätigen, wofern es nicht für Rohmateriaffen und dtahrungsmUtel Kredite erhält, zur Wiederbelebung seiner Produktion unb seines Exports. Wenn wir nun bieie Kredite vergrößerten und dadurch erreichten, baß sich Europa langsam erholte und in die Lage versetzt wirb, diese Summen durch den Import verschiedener Waren abzuzahlen, so werden wir auf diese Weise eine Konkurrenz mit unseren heimischen Industrien ins Leben rufen, die auch durch eine Zollmauer unabwendbar wäre. Ueberdies hat der Krieg bei uns insofern eine Umwälzung hervorgerufen, als wir nicht mehr Waren zu exportieren brauchen, um unsere Zinsen zu bezahlen, sondern vielmehr Anspruch auf den Import großer Warenmengen haben, als Gegenleistung für Gelber, die wir in Europa bereits investiert haben. Trotz der günstigen Position, in der wir uns heute befinden unb aus der wir auch bann nicht zu verdrängen wären, wenn die Produktivität Europas wieder erstarkte, so ist dock dessen wirtschaftliche Gesundung für leben amerikanischen Arbeiter eine Lebensfrage, will dieser nicht zu europäischen Lebensbedingun- aen herabgedrückt werben. Wir teilen das Schicksal jener europäischen Staaten vor dem Kriege, deren wirtschaftliche Blüte in erster Linie auf der Beteiligung an fremdländischen Unternehmen beruhte. Für unser Volk sind derartige Kapitalsanlagen ein neuartiges Phänomen und wir werden daher dies notwendige Glied unserer neuen Wirtschafts kette nicht einfügen können, solange nicht unsere Regierung bereit fft allen Amerikanern, die an der Entwicklung ausländischer Unternehmen finanziell interessiert sind, nach Kräften zu unterstützen.
Es ist jedoch entschieden vorteilhafter, die Lösung dieser Probleme auf rein gesellschaftlichem Wege unb durch dir Initiative einzelner, als durch eine Regierungsaktion anzustreben. Die Zuflucht zu biceften Darlehen von Regierung zu Regierung, die den Zweck haben, den Handel in die Höhe zu bringen, muß zu den schlimmsten Folgen führen. Zum Beispiel würde unsere Regierung jeder politischen Pression ausgeliefert fein, die fremde Staatsmänner in ihrer Verzweiflung erfinden können unb die in unseren Grenzen lebenden Landsleute des betreffenden Volkes würden int Kongreß besondere Vergünstigungen für ihr Mutterland fordern. Zur Beseitigung dieser Schwierigkeiten, die sich bereits im Kriege fühlbar gemacht batten, war die Kriegs-Finan»--Kooperation begrünbet hrorben; man sollte jedoch auf diese nicht eher zurückgreifen, bis jede Möglichkeit der Schwierigkeiten durch private Initiative Herr zu werden, erschöpft ist. Voraussetzung »ur Schaffung einer wirksamen Grundlage für den wirtschaftlichen Wiederaufbau ist erstens die Her
stellung friedlicher Beziehungen zu Rußland unb zweitens bie eirbgültigt Festsetzung der von Deutschland »u zahlcndm Entschädigung in enter vernünftigen Höhe, die es Deutschland ermöglicht, wieder zu Kräften zu kommen. euwpäischen Regierungen müssen endlich damit auf kören, ihre Budgets durch Ausgabe neuer Paviernoten -,u saldieren Wenn die Versammlung den Vorschlag, dem Auslände langfristige, Kredite äu gewähren, zum Beschluß erhebt so wird das einerseits einen gewaltigen Schritt vorwärts für die wirtschaftliche Sanierung Europas, andererseits einen Meilenstein in der Entwicklung der organisierten Zusammenarbeit zwischen unseren Va.iken, Kaufleuten, Farmern unb der gesamten Arbeiterschaft bedeuten.
Klus dem Amtsvcrkürrdmrlttqsblatt.
*♦ Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 3 vom 7. Januar enthält: Bekanntmachung des Hefsischen Landes-Arbffts- unb Wirtschaftsamtes. — Bestellung von Nährmitteln. — Benutzung von Leichen zu wisscitschafttickien Zwecken der Landes- universität. -- Viehseuchen. — Einsendung der Kreisabdeckerciverzeichnisse. — Gefunden, verloren.
Bestellung von Nährmitteln. Für die Landgemeinden des Kreises sollen ausgegeben werden: 1. für brotgetreideversorgungsberechtigte Kinder bis zu 12 Jahren (rote Kartei: auf die Marke 69 der Nährmittelkarte B 125 Gramm Grieß (das Pfund 1.90 Mi ), aui die Marke 70 der Nährmittelkarte B 125 Gramm Zwieback ober Keks (Zwieback Paket 1.95 Mk., Keks Paket 1.90 MkO; 2. für die übrige brotgetreibeoerfor* gungsberechtigte Bevölkerung (blaue Karte): auf die Marke 79 der Nährmittelkarte C 125 Gramm Grieß (das Pfund 1.90 Mk.), auf die Marke 80 der Nährmittelkarte C 125 Gramm Teigwaren (das Pfund 8 Mk.). Wer die auf ihn entfallende Ware zu beziehen wünscht, .hat unter Vorlage feiner Karie bei einem Kleinhändler seines Wohnortes bis zum 15. d. M. eine Bestellung aufzugeben. Wer die vorgesehene Frist für die Bestellung nicht einhält, verliert den Anspruch auf die ihm zu stehende Ware.
Gesunden und verloren. In der Zeit vom 16.—31. Dez. 1920 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldnes Arm Kettchen. 1 schwarzer Handbeutel, eine Plüschmütze, 1 gestreiftes Deckchen, 1 goldne Brosche, 2 Portemonnaies mit Inhalt.1 wollenes Umhängetuch und 1 schwarzer Herrenfilzhut; verloren: 1 schwarzer Muff (Alaskafuchs, Kopf und Schwanz), 1 Handtasche mit 300 Mk., 1 schwarze Ledertasche mit 200 Mk., 1 Visitenkartentasche mit Inhalt, 1 goldener Siegelring mit totem Stein, 1 weißer wollener Strumpf, ein Zeug beutel mit etwa 600 Mk., 1 silberner Manschetten knöpf, 1 goldener Zwicker und 1 Kollier mit Brillanten besetzt.
Turnen, Spiel und Sport.
Lokal-Derby.
<5omrtag, den 9. Januar, findet auf dem Sportplatz Trieb das Lokaltreffen des B. f. B. gegen V. f. R. um die Meisterschaft des Lahn- kreises im Westdeutschen Spiel verbände statt In Sportkreisen ist man begreiflicher Weile am dieses Treffen besonders gespannt und über den Ausgang recht geteilter Ansicht. Wenn auch dem ältesten Verein mehr Siegesausiickjten zuaesprochen werden, so wird der junge, erst ein Jahr alte D. L B. doch mindestens ein gleichwertiger Gegner sein, der sich nicht so leicht besiegen läßt, zumal er dieses Mal die Vorteile seines eigenen Platzes genießt. Will man jedoch aus Grund des letzten V. f. B.-Sieges von 3:1 über den spielstarken F. C. 05 Wetzlar ein Urteil fällen, so müßte man eigentlich den B. f. B. als Favoriten bezeichnen; dmn V. f. R. 1900 konnte gegen den seinerzeit geschwächten F. C. 05 nur knapp 1:0 durch einen Elfmeter gewinnen, lieber die Mannscho te- aufstellungen kann noch nichts gesagt werden, doch ist zu erwarten, daß beiderseits nur das beste Spielermaterial ins Feld geführt wird. — Tie zweiten Mann jcha ft en obiger Vereine treffen sich um 12.15 Uhr aut demselben Platze lieber den Ausgang dieses Treffens läßt sich schwer etwas Voraussagen. V. f. B. wird mit einer verstärkten Mannschaft, die am 2. 1. den Spitzenreiter der ^.--Klasse, F. C. 05 Wetzlar, mit 2:0 Toren
besiegen konnte, an treten. Jedenfalls wird auch dieser Ätanjri em lehr fgannmber und heißer sein. — Tie dritten und vierten Mannschas- t c n treffen sich am Vormittug 10.30 bzw. 8.3'j Uhr. Diese Spiele bürfte der älteste Verein V. s. 9i 1900, der i eben falls über das größere Spieler» material verfügt, für sich entjdriben, zumal V. s. B mit fast burdyveg jugendlichen Kräffen antreten wird. Allerdings haben auch diese schon mancher spielstarken Mannschaft durch ihren großen Eifer Die Punkte abgerungen. — Alles in allem bedeutet Der 9. Januar für die Sportntttttflcnten non Gießen und Umgtgenb ein Eretgnis. Hoffentlich ist Die herrlich gelegene Platzarckage des V. I. B. aui dem Trieb groß genug, um die SporÜiebhaber alle zu fassen, bie sich leit Wochen aui dieses Treffen freuen und sie eifrigst bdritii'iercn. (Siöhe Anzeige in der SamSbagnummer.)
Fußball. Dm Sonntag, den 9. Januar, hat aus dem Sportplatz Trieb der Ballspielklub Merkur 1904 bie 1. Mannschaft des Tu r n- und Sportverein Kassel-B. zu Gast. Dieses Treffen dürste äußerst interessant werden, da bie Gästemannschaft über sehr gute Kräfte verfügt und beste ^-Klasse repräsentiert. So konnte sie vor einigen Wochen gegen die Liga-Ntannfcksaft des F.-E. 05-Göttingen 5: 1 gewinnen und gegen wtdere Lisa-Vereine beste Resultate erzielen. Tas Spiet beginnt wni 1 Uhr.
vermischte».
Ein raffinierter Hochstapler.
Der Berliner Kriminalpolizei ist es gelungen, einen besonders raffiniertenHochstapler, dessen Betrügereien alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, zu entlarven unb festzunehmen. Es handelt sich um den 26 Jahve alten Bereiter Walter Derlei aus Dresden. Er hatte kurz vor dem Kriege 325 000 Mark geerbt, bie er mit der Angestellten einer Bar in wenigen Tagen veriubelle.
Als er aus England zurückgekehrt war, wurde er als Soldat eingezogen und kam bald darauf ins Feld. Hier verstand er es so überzeugend, den Geisteskranken zu spielen, daß er aus acht Monate einer Irrenanstalt und später dem Garnisonlazarett II in Tempelhof überwiesen wurde. Mit Unterstützung einer Krankenschwester rückte er aber aus, schrieb aus seinem Versteck unter dem Namen eines angesehenen Mannes an bas Standesamt von dessen Geburisori und bat um Ueberfenbung eines Geburtsscheins. Prompt wurde ihm die Geburtsurkunde der betreffenben Persönlichkeit zu- gefanbt, bie ihm nun als Unterlage für eine polizeiliche Anmeldung diente. Auf Grund dieses Anmeldescheins und der Geburtsurkunde erhielt er von der Polizei auch einen Paß. So verwandelte sich der Bereiter Oertel in einen dreimal polizeilich abgestempelten Frriherrn von Egloffstein. In gleicher Weise besorgte er sich echte Ausweispapter«. auf bie Namen von König, von Richth-ffen, ferner eines Amerikaners Norvad und argentinischen Arztes De. Macenry.
Bei Ausbruch der Revolution ging er als Soldaten rat nach Dresden, wo man ihm die Leitung des GeneralkommandoS übertrug. Bald darauf erschien er als Freiherr von^Egloffstein in dem damals mit fraTtzösischen und englischen Offtzi-ren belegten Gefangenenlager Holzminden als Soldatenrat. Der eigentliche Sager?ommanbant wurde abgefetzt unb „Egloffstein" nahm die Zügel der Rogierung in die Hand. • I
Mit mehreren französischen Offizieren fuhr er zum Feldmarschall Foch. der ihn auch, nachdem er bie rote Armbinde hatte oblegen müssen, empfing und in einem Schreiben an ben französischen Bevollmächtigten in Berlin, General Dupont, ben „Freiherrn von Egloffstein" zur Wahrnehmung der KriegeSgefangenensürsorge bestellte. Damft war der Gauner offiziell beglaubigt und ging in der Folgezeit in der französischen, spanischen unb rumänischen Gesandtschaft sowie in ben deutschen Ministerien ein und aus. Man stellte ihm eine Schreibmaschine, zwei ?Lutos, erteilte ihm Ge-- fangenentransport-Vollmach.en aus „Egloffstein" besuchte den gefangenen Feldmarschall v. Mackensen. In Rumänien war er -um Delogierten des Roten Kreuzes ernannt worden.
Bei seinen Versuchen, von den deutschen Behörden weitere finanzielle Mittel zu erhalten,-fand
er aber bald keine Gegenliebe mehr unb befd’Jog nun, bircü nach Spaa zu fahren. Unterweg? er« eilte ihn icdoch in Frankfurt das Schicki al üt Gk statt ber Sick-erbest Lpottzei, bie ferner Roten* Kreuz-Uniform nicht reckst traute. ES gelang ihm jeboch aus der Untersuchungslxtst zu entkommen und noch Berlin zurücktzukehren 'ibunmebr sagte er der polstischen Lauflxchn Lebewohl uno lvschtoß, semen Sebm-Mmtcrbalt auf eine andere Grund» lüge zu stellen.
3u diesem Zwchk schaffte er sich eine neu! Frnmdin an, die bei einer Privatbank angeOelltc Dora Leblnaun, veranlasse fic.ci icn Wertbr-cf und Steuermarken zu unterschlage.i unb i. m Sckrcck> bÜcker, gcfälfdüe C-uütungtn über angebliche Ein«« zalstungen, gefalsckffe Kamoauszügc u. a m »4 liefern, mit denen ec ein Guthaben vcm über 80000 Mark nacfjwiienjorcitc. 'Dann verband er sich mit einem gewissen Schadeco, ber in bei ö-riebt rutiftiaf-c 41 einen SBarenoenritb „Ilona" barte, zu umfangreidzn Lebencmitlett-erick.itbm g n Ein ebenfalls von ihm gesälsckstes Sckueucn des Auswärtigen Amtes beglaubigte ibn als Dr. Macenry. das Mitglied ber Hohen Alliierten Kommission.
Zusammen mit einem Leutnant a. D CttM Lcrrncs fährt er baim nach Kassel und will hier- nackdem er pro forma eine KrivsSgefangenensü», sorge etabliert hat, als Freiherr von Rffckad-'ien ben Berkaus von Mstllonen polnischer Mark zwischen einem Kasseler und ctirm Bveslaue.t Bank^ hause vermstteln Der Betrug wurde jedoch rechte zeitig entdeckt. In Düsseldorf liefert „Egloffslem" Steine statt der bezahlten Bosch-Magnete, ul Frankfurt, Wiesbaden, Hannover und Mstuckxn und anderen Städten schädigt er viele Geschäftsleute, indem er seine wertlosen Sckiecks in Zah< lung gibt.
Nach ber Suche nach einem neuen Geschäfte freund ftnbet er Anschluß in Berlin an einen ybauf«# mann Walter Schrowe, der in verschiedene Straf«# verfahren verwickelt ist und „Ggtomirin" 10 000 Mark bietet, wenn er ihm feine Akten beforgt, von denen er genau wisse, daß sie in Moabit liegen. „Wird gemacht!" Oeriel-E^offstein fährt nach Moabit, legt auf dem Flur Mantel und Hut ab, steckt sich einen Bleistift hinters Ohr, geht mit der an ihm so verblüffeirden Sicherheit in die Ixn treffende Kanzlei und wendet sich hier iin geschäftsmäßigem Ton an einen Beamten: „Ach, Herr Kollege, geben Sie mir doch mal die Akten Schrowe?" Und richtig, der „Kollege" händigt ihm and) die gewünschten Akten aus. Bon seinem neuen Freunde erhält cr allerdings nicht bk versprochenen 10000 Mark, sondern nur 200, die gerade reichen, um nach Hannover zu fahren unb hier als Sbaatsanwa.lt unter fDHtrovrnrrog deS Orts- Vorstehers auf einem Dorfe bei einem Bauern Ostld» Lu beschlagnahmen, das angeblich and Wuchergp« schäften herrühren sollte. Auch dies« Raubzug verlief ganz programmäßig.
In Bingerbrück werde er anläßlich einer bew suchten Kokainschiebung feftgenommen, und da ei sich 2s Amerikaner Dr. Macenry legitimierte unb behauptete, zur Hohen Kommission zu gehören, zunächst der amerikanischen Besatzimysbehörde in Koblenz zugeführt, die jedoch die Falnstina ferneS Ausweises feststrllte und ihn an dre deutsche Poli^ zei zurückgab. Nach Berlin gebracht, lebte er auch im Gefängnis Moabst weiter als Dr. Maeenrv- verstand kein Wort Deutsch, sprach nur Englisch, Französisch und Spanisch, bis er nach mehreren Tagen von der Polizei feinen gemütlichen fach« fischen Dialekt wieder erlernte.
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Berlin, 7. Jan. (Priv.-Tel.) Ein Fürsorge- zögling und ein Arbeiter raubten in der oetx gangenen Nacht aus der Friedenskirche in Nowawes vier Altarteppiche, A'tar- unb Taufbecken usw. Beide wurden feftgenommen.
©teuerfragen. Um einem zweifellosen Bedürfnis abzuhelfen, hat sich die Mitleid ut che Creditbank in Gießen entschlossen, eine Steuer» beratungsstelle unter Leitung eines sachkundigen Juristen einzurichten. Tie Sprechstunden finden täglich von 10—12 Utjr vormittags tu den Räumen der Mitteldeutschen Credittemk statt, liniere heutige Steuer^fetzgebung ist so ko^npffffen unb für den Laien in vielen Fällen derart unnerftäniM lich, daß die neue Struerbevadmgsstelle gewiß von manchem Steuerzahler gern in Anspruch genommen werden wird. 274D
WTffffTTiffFnTiffffiTTTTifflTTfflTniffiTffTTiTTnTHinH Bitte um Beachtung meiner Schaufenster!
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Dom 10. bis 18. Januar einschließlich 2910
Inventur-Ausverkauf
I. Schmucker Nachfolger, Marktstt. 8
Enorme Preisermäßigung in sämtlichen Abteilungen
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Behördliche Anzeige».
Milch:
ES werden bis auf weiteres beliefert:
In Gruppe I:
a) Kinder im 1. Lebensjahr mit 1 Liter täglich,
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b) schwer aftü Erkrankte, unt zwar für' die Dauer der bedrohlichen Krankh?itsersd'rinungen (Hohes Fieber u. bgl.' mit v, bis 1 Liter täglich
Weitere Gruppen umfassen die übrigen Per- fonen, die nach den Bestimmungen Anspruch auf Milchzusatz haben; hier wird die Belieferung nach Maßgabe der jewells zur Verfügung stehenden Mengen erfolgen (Ausfallen einzelner Gruppen, teilweise — gekürzte — Belieferung^ und zwar: Gruppe II: Sie werdenden Mütter in den letzten drei iNonaten mit Vs Liter;
„ HI: die Mil chbezugsberech tig ten für 3/* Liter;
„ IV: „ „ „ „ % „
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Eier:
1 Stück
zum Preise von 1,30 Mark der Lebensmittelmarke 3 vom 12.
gegen Abgabe__________________
bis einschließlich 15. Januar 1921. Ausgabe in den Verkaufsstellen der Firma Gebr. Grieb und Eiephandtung H. Steinreich. Die eingegangenen Lebensmittelmarken sind bis spätestens 17. Januar 1921 dem Lebens mittel amt, Zimmer 7, ein- «'rrich-n. । 235B
Statt. £ebensmittelamf.
Warenausgabe
für die Woche vom 10. bis 16. Januar 1921.
Nicht rechtzeitig abgeholte Ware verfällt.
Brot: 1850 Gramm Brot oder 1370 Gramm Mehl. Kilogramm 2,25 Mk.; Brötchen 15 Pf.; Weizenbrotmehl Kilogramm 2,90 Mk; stranken- brot Kilogramm 2,60 Mk. Kvankenbrotbäcker: Kanfumc-Berein, in sämllichen Filralen: I. Müller, SelterSweg. Mchl für Kranke: Kilogramm 3,20 Mark. (Verkaufsstrile siehe unter Nr. 2.)
Mehl, Nährmittel und Zucker für Kranke: Hch. Jung, Rittergasse; Hch. Reuter, Ludwigsplatz: Ehr. Schönhals, diord-Anlage; Th. Schlierirach, Frankfurter Straße.
Krankenzwieback: Preis für ein Paket 125 Gramm 1,95 Mk. Verkaufsstellen: Gg. For- bach, Kaiser-Allee- Ad. Teicdert, Liebigstraße; Ph. Lange, Neustaot: Ad. Neurath, Asterweg.
Zucker: Monat-antell 600 Gramm zum Preise von 4 Mk. das Pfund. Ausgabe in den Kleinhandelsgeschäften gegen Abgabe der Znckev- marfe für Januar bis einschl. 31. Januar 1921. Die Zuckernrarke für Januar 1921 ber 1 irrt mit Dem 31. Januar 1921 ihre öültigfeit. Tie Klein Handelsgeschäfte haben ine eingegangenen ZuckermarVm dis spätestens 3. Februar 1921 dem Lebensmittel- aml, Zimmer 7, einzureicherr.
Fische: Verkaufsstelle in den Marktlauben.
Gießen, den 6. Januar 1921. 239B
Ter Oberbürgermeister. (LeborLmittÄLMt^
Bekanntmachung.
Ausgabe von Schinkenwurst.
Die bestellte Schinkenwurst ist ein getroffen. Ausgabe bis einschließlich Montag, den 10. b. Mts„ von Dorrn. 9—1 Uhr und nachm. 3—5 Uhr im Lebensmittelamt. Samstag den 8. d. Mts. finde! Der Verkauf von norm. 9—1 Uhr statt. Preis 13 Mk. das Pfund. Nicht rechtzeitig abgv- holte Wurst tont) anderweit verkauft.
Kartoffelausgabe.
Von Mittwoch, den 12. bis einschließlich Freitag, den 14. b. Mts., vvrm. 8—12 Uhr und nachm. von 2—4 Uhr findet im Lager, Graben- stratze 7, eine Kartoffelausgabe statt.
Preis 35 Pf. das Pfund. 214B
G ießen, den 6. Januar 1921.
Der Oberbürgermeister. (Lebensmittriamt).
Jagd - Verpachtung.
Samstag den 2 2. Januar l. Js., nachmittags 1 Uhr, soll im hiesigen Rathaus die der ©emernbe Wetteneld zust^hende Jagd bi» stehettd aus 1900 Morgen Feld und 650 Morgen Wald öfferttlich meiübietenb aui sechs weitere Jahre verpachtet wecken. Wettericld ist Haltepunft der Bahn Friedberg, Hungen, Laubach, Mücke. Tie Haltestrile liegt mitten im Jagdgebiet.
2B e ttcrfelb, den 4. Januar 1921.
Heffische Bürgermeisterei Wetterfeld.
Srtuik 223D
Verßeigkrüng von Nutzholj.
Am Donnerstag den 13. Fanuar ds. Js., vormttta^ 10 Uhr, kommen auf dem Holzlager- Platz in ber GabelsbevgerfLraße etwa 15 Raummeter als Werkholz geeignetes Eichenholz und 1 Raum« meter Weischuchen zur Serfteigcrung.
Der Zuschlag bleibt Vorbehalten. 300B Gießen, ben 7. Januar 1921.
____________Städtisches Bvennstoffamt.____________
Bekanntmachnng.
Betr.: Versorgung des Handwerks mft Nutzholz.
Tie Handwerker in dem Verwaltungsbezirk der Oberförsterei Treis a. h. Lba werden hiermit aufgeforbert, ihre Anmeldung ix*5 auf ben brnv gendsten Bedarf zu beschrankenden Nutzholzes bis zum 1 7. Ja nuar bei den $orftÖJLbrn ber Handwerker-Organisationen ei 'zureichen. Svä.'ere Anmeldungen tönnen nicht berück icmigt werden.
Treis a. b. Lda., ben 7. Januar 1921. Hess. Oberiörfterei Treis a. b. Lba.
Schneider. 320D
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Cafe Leib.
Heute Samstag den 8. ds., abends 7 Uhr
Tanzkränzchen.
ES lobet höflichst ein 0333
Kegelklub Einigkeit.
nnnnrrn nnnnryinnnnn QQDQ Q QQOQQQ


