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Nr. 105 Zweites vlaü Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Sametag, 7. Mai 1021

Deutscher Mcicbstag.

Berlin, 6. 1921.

Prä'ident Loebe teilt zu Beginn der Sitzung nut, *»& ter Reichskanzler übet die Xhxtguthc der letzteii Tage tu® Erllärung ab geben möchte

Unserem yotfd-ojter m London al gestern dos Ultimatum deS Obersten Rat« durch den englischen Premierminister übergaben worden. Außerdem ist int Lail sc der Nadn Der englische Text der Bc> sck»lüsse der $Ulitertcn über Ke Reparationen und ßaMuugdFo; bcrimgen eutpctroffen. Es sind um- swigr eiche Schri tsLcke. btc gegenwärtig der Prü- Turtg der f^cfiork' unterliegen Tas Kabinett wird alle Sargsalt darau, tciTfcnbct. die sachlichen Un- tetlagen für Ke (Snt irfieibung vorzuberciten, die dem nenen Kabinett -;b(rgt Ucbcr die Auf- flcitbdbcto.ginifl in Cbu-rf'lie[icn hat da- Kabinett gestern dem ausivärttgen Ausschuß Bericht erstattet. ES hat sich ereignet, woraus die alliierten Regie­rungen immer wieder mit gröfitem Nachdruck hin- gewiesen. Die Vorbereitungen zu einer gewalt­samen tolmfthen Mion sind so offen vor sich flcqanflen, datz über die aufrührerischen Zwecke und Wsidsten längst kein Zweifel möglich war. Heute hat sich dec polnische Olufstmtd bereits über das aan^r Gebiet bcrbccitct, das nach Sterben durch Die 'ogenannte Korfanth-Linie bezeichnet wird. Teil­weise hat die Bewegung über diese Linie hinaus- gcgriften. (Hört: hört!) lieber die polnische Grenze find Waffen und Ausrüstungen nach Oberschlesien gelangt. (Hört, hört!) Die Aufruhrer sind nach vielfach vorliegenden Meldungen glämend bewaff­net. Ans weldicn Beständen sollen diese Mengen von Waffen stammen'? Tie Vorbereitung des Aufstau dcS läßt auch über die mili­tärische Leitung der Bewegung keinen

Zweifel. f£>ört, hört!) Daß polnische

Offiziere und Soldaten, rocrtn cnrch keine regulären polnisch-n Trnvpeirkörver beteiligt sind, wird lanm in Abrede gestellt werden können. (Hört, hört!) Ofsenbar besteht der Plan, vollendete Tatsachen im Jntcrcsse Polens zu schissen und damit den alli­ierten Regierungen die Hände zu binden. Die pol­nisch? Presse in Warschau ruft die polnische Ge- sellschrst zur Hilfe für die Insurgenten. Auch liegen Anzeichm für Polens Mobilmachung vor. (Hört, hört!) Ten bitteren Ernst der Lage empfindet unser Volk in allen feinen -Suchten. ES ist das Schicksal heuer deutscher Mitbürger, der Bevölke­rung eines beut] dyn Landes teils durch dert Frie­densvertrag in die Hände der alliierten Möchte aelegt, und es muß mm mit zerrissenem Herzen sehen, wie unter den Augen dieser Mächte, ent­gegen ihrem verpfändetem Wort, unsere deutschen Brüder Opfer polnischer Gewalttaten werden, an Leib und Leben bedroht, an Haus und Heim ge- fäbrbct. Bon allen Seiten dringen Hilferufe zu uns. Unseren oberschlesischen Volksgenossen ver­sichern wir, daß wir alles, was in unserer Macht steht, tun, um sie in ihren Rechnen und in ihrem Leben zu schützen. (Lebhafter Beifall.) Wir müssen daraus achten, daß nicht irgend welche Akte von Unbesonnenheit und Verzweiflung stattfinden. Es ist ja klar, daß die Gegner nur darauf lauern, um uns in Unreck- zu setzen, um vor der Welt sich der Schmack zu entziehen, daß sie ein wehrlos gemachtes Volk vernichtet haben. Mit Rücksicht auf die gesamte Lage müssen wir auch an die Deut schm ausyrhalb des ausständischm Gebietes die Aufforderung richten, die Aufgabe der Re- aierung durch b sonneues Verhalten -u unterstützen. So lehr unS das Blut in den ^ch.wn Hxljt, io überlegt muß alles fein, was in Oberschlesien zu tun ift Ich darf nunmehr die Note verlesen, Die gestern an die Besatzuirgsmächte in Lotidon, Paris uni) Rom gerichtet worden ift nadjöem wir am Tage zuvor bei diesen Mächten nachdrücklich Ein- sprach eingelegt und 90>büfe gefordert haben. Diese Note vom 5 Mai hat folgenden Wortlaut:

Tas oberscheiisd« Abstimmungsgebiet befmbet fach beute zum gröb'en Teü in bet Hand pZnucher Banden. Die friedliebeid? Bevölkerung wird au s schlimmste terrorisiert. Morde mid Verschleppungen häufen sich Ter Betrieb der Gruben- und Hütten­werke wird gewaltsam verhindert. Tie Zerstörung dieser to:r trollen Produttr'nsüätten i>t zu befurch» ten. Sborfantn matzt sich die Stellung eines ober­sten Leiters der Verwaltung an. Er ernennt Militär- und Zivilbannte und verhängt TrdrS- strafen. (Hört, hört!) Tie polnisttien Beamten fmd i" dimer bewaffnet und militärisch orgariiert. ^^re Aktion hat sich planmäßig und blitzartig über? ganze Land verbreitet. Die frv.b tdx Bevölkerung lewahrt demgegenüber bisher eine musterhafte Rul* Da^ Gelder ist gemäß bent Frieden von Versailles der internllivrten Kom- mission zur Verwaltung amxrrtraut; Tr:ipven der alliierten Mäctüc holten es besetzt. Bislier hat weder die Kvmmisfioii. die onenbar von langer Hand rorberer.eie Bewegung ;u verhindern, noch die Truppenmack2 den Aufruhr wirksam zu be­kämpfen uermodü. Die deutsche Regierung ver­wahrt sich wiL» rholt dagegen, frift bie biShetr;e Zurückhaltung der großen Mehrheit der Ber 51- tecung so aufgefastt wick». als oo sie sich bei der Gewaltherrschaft der polnischem Beamten beruhten und daß die gegcnnmrtige Sachlage bn der be­

vorstehenden Entscheidung ül»er Oberschtesien in I Betracht gezogen wird. Die Bevölk rung kann verlangt, tute die alliierten Regicrungim irrer | schwere i BerantNwrtting teimi&t, uvver üg ich für eine derartige Stärkung der Besatzung:truppen ar­gen, datz der Aufruhr binnen kürzester Zeit mb.*«* getuorfcit mrd die £h tranig im Lande wieder l.ern- Itellt wird. Tie deutsch^ Regierung schließt sich br* fern 95erlangen mit allem Nacktdruck an u?;b ei fudit um eine Erklärung der dortigen Regierung, ob fte gesonnen ist, gemeinsam mit den anderen beteiligten Regierungen alsbald die zur Herstellimg der 9tnb' erforderlichen Tmlitä.rildjen Kräfte rinrzu setzen. Sic ist bereit, ein tatkräftiges imb schnelles Erngrciscn der Maditmittel der Alliierten zu ertädjtmr und ihnen alle gebotene Forderung zuteil werden zu lassen. Tic deutsche Regierung bedarf einer sol­chen Erklärung, um enh'dxnben zu kennen, ob von bcutfdier Seite Maßnahmen zum Schutze der ober* sckckefischen Bevölkerung %u treffen sind, die vom deuttchen Volke auf das entschiedenste geseibert werden. (Lebl-after Beifall.) Die deutsche Regie­rung vertraut, daß die alliierten Mächte die ilmen nach dem MiedenSver trage zu fallende Anfaabc tu vollem Umfange erfüllen werden, wie es ffrre Bo- volsmächtiaten Vertreter in Opreln der Bevölke­rung am d. Mai öffentlich an gekündigt und wie sie es den deutschen Bevollmächtigten gegenüber wiederholt bestätigt haben.

Hin^ufügen will ich noch, daß inzwischen die Anordnungen in die Wege geleitet sind, um die Reichswehr in den Stand zu setzen, in kürzester Frist dasjenige zu tun, was nach dem Ergebnis unseres Schrittes bei den alliierten Mächten als notwendig erscheinen mödyte. Mit diesen Erklä­rungen Muß ich mich für jetzt begnügen. Ich glaube, daß ich in Ihrer aller Namen und im Namen des deutschen Voltes spreche, wenn ich der schwer geprüften oberfdilefifdcn Bevölkerung iarrufe: Harrt aus, standhaft wie bisher! Auch Euer Weg wird allen finsteren Mächten zum Trotz aus dem gegenwärtigen Dunkel wieder ins Helle führen. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Ledebour (IL): Wir beantragen Be­sprechung der Erklärung des Reichskanzlers. Nach unserer Auffassung ist das dringend notwendig. Wir hatten erwartet, daß das ohnehin geschehen würde. Die Notwendigkeit ist verstärkt worden durch einige Ausfül-rungen des Reichskanzlers, die den Ansdrein erwecken, daß die Regierung von der Haltung, die sie gestern eingenommen hat, sich in eine Richtung hat abdrängen lassen, die büxmkliche Konsequenzen hat. Gerade weil die gegenwärtige Regierung nur eine Geschäftsregierung ist, ist es notwendig, daß der Reichstag für die politischen Geschäfte bic Verantwortung tragt.

Abg. Braß (K.): Auch wir sind der Mei­nung, daß eine Besprechung folgen muß. Die Er­klärung des Reichskanzlers entlrält schwerwiegend« Mitteilungen, besonders bezüglich der Verwen­dung bet Reichswehr. / Wir sind nicht gewillt, das deutsche Proletariat wie im August 1914 in den Krieg und in den Tob treiben zu lassen, ohne daß eine Aussprache im Reichstag erfolgt (Zuruf: Zur Geschäftsordnung!) Don dem Prinzip der Geheimdiplomatie unb van dem Bor-vollenbetv- Tatsachen-stellen muß abgegangen werden.

.Abg. Müll e r - Franken (S.): Wir sind mit dem Reichskanzler darin ein^, daß der bitter« Ernst der Lage von allen Schichten der Bevölke­rung empfunden wird. Unb gerade in dieser Stim­mung müssen wir uns fragen, ob es im Interesse des deutschen Volkes unb besonders brr deutschen Arbeiter liegt, jetzt in erne Debatte etitsutreron. (Lärm auf der äußersten Linken.).Hierüber hat auch in den Verhandlungen, die vorgestern und gestern im Ausschuß für auswärtige Angelegenhci'en statt- gefunben haben, Einigkeit geherrscht. Vor dem Einsatz militärischer Kräfte muß natürlich das Plenum gehört werden. .(Zuruf Adolf Hosf- mamis: Müller fäfrrt wieder nach Paris!)

Abg. Lcbebvur (USP.): Wirixn ein mal erleben wir, daß bei einer gcfafrrbnobei ben Si­tuation die Haltung des Reick-stages eine Be­sprechung unb Beichtußfasstmg veihindei t unb es vertrauensvoll einigen Herren überläßt, die Ge­schäfte weilerzuführen, bie sich bereits tiotrec.urt haben. Tic letzten Erfahrungen sollten uns lehren, selbst zu entfdxibat, statt sie einigen von Eharakter und Gemütsart sehr angenehmen Herren zu über­lassen. Ofsenc ÄuSspiuche kann niemals schaden. Tas bip'.omansche Geiximkrämerfysiem bat abge­wirtschaftet.

Reichskanzler Fchrcnbach: Die Lehaiip- tung von einer nächtlichen Linnesänderug der Regierung gehört in das Gebiet der Traume. Ick tonn nur feststellen, biß de Auftasfnng der Re­gierung heule nock gmiz bie gleiche ist. (Abg. Ledebour: Sie haben sich hier aber ganz anbcrs ausgibrückt!) TaS ist mir gar nicht eingefallen. Zck habe mit der Möglichkeit gerechnet, datz even­tuell, wenn desenigen, bic in erster Linie letzt bie Pflicht haben, für Wiederberstcl'unq dec Ord­nung m Oberschlesien zu sorgen, benagen, was dann? (Lärmende Zurufe in b lln.'erbreckllng.'n links, Rufe reckts, erneute länneibe Zurufe ItnK unb große Unruhe, bi der bic nächsten Worte des ReichSkmizlers brUig verloren gehen. Man hört nur noch bie <schiuhmorte, vor ledern Einsatz

irgenboelckxr rni.iiärischer Mackftn-itiel bav Po.- lamcnt zu befragen.)

A>y. Malt »ahn (JT.): Tie Erklärung, die der Reid'skanzler abgejebet hat, wird uns vcr cmlaiseii, eine Bespiedmug zu erzwmgcn. .Ge­lächter.) Sie hradt rcckrs werben mit ihren Aal kulatiouen sehlaelxn, und Si.- werden bäte» mit allem dbackidruck erfahren, öS die V. K. P. D be- deutet Ick kann Zlmcn venidrm, die Monwbic, die hier gespielt wird, madu das dcutscke Volk rridu mehr mit Wir fpredm dieser Regierung, wir fpreckien jeder anderen Regierung, die tnrrd) Knl> iKDibl aufgebaut wird das Reckt ab, über die Lebens- und Sclnck'alsfvagen her deulsdnm Ar- bciten'dxift «i cntfdieiben. (Gelächter und Zurufe: RdoSkmi !) Jetzt l>at daS deutsdx Volk hav Wort Stüvmifdxs Geläditer.) Ich verstehe nicht, wie der Wg. MÄlec-Fransen erklären fmur, cS liege keim Bevanlassung zu einer Be'pnedr.mg lot. Der Reichskanzler hat mit aller Deutliditeil gesagt, das; die ReickSwehr m Gang ge'etzt werden soll Gestern im -lusschuß haben die Dcnitschnationalen sclzou nach tem Kriege gerufen, und dazu erdärcu wir, daß die deutschen Arbeiter über ilyre wichtigste Lebensfrage sckbst zu entscheiden haben Deshalb ist es unbebuigt notwendig, in eine Bespredning etnyitreten, unb wenn wir sehen, daß die bürgev* lichcn Parteien einschließlich der Sozialdem7oratic (Zuruf bei den Kourmuiiisten: Wie immer!) es verhindern wollen, frier in bncitefter Oefsentlich feit diese Dinge davzulogen, Jo werden wir ihnen beweisen, daß wir bie Besprechung erzwingen werden.

Ter Antrag auf siofbetigc Besprechung hnrt» gegen Kommunisten unb Unabhängige abgdelmt. Unter großer Erregung unb Lacm fdXiefit Prä­sident Loebe die Silmng, indem er unter ftftr- rroifdxnn Beifall der bürgerlichen Parteien mit teilt, Hatz er die nächste Sitzung sestsetzcn wechc.

Schluß 41/4 Uhr.

An- dem Ueiche.

Die Derteurrung des Druckpapiers.

Berlin, 5. Mai. Don den Reichstags­abgeordneten der sozialdemokratisch. Fraktion, des Zentrums, der Deutschnatwnalen, der Demokraten, der Bayrischen Volkspactei und von dem beutschvolksparteilichen Abgeordne­ten Dr. Cremer ist dem Reichstag folgen­der Antrag zug.'gangen:

1. Die Reichsrepierung zu ersuchen, mit tunlichster Beschleunigung unter Anwendung der Verordnung gegen Preistreiberei vom 8. Mai 1918 die Gestehungskosten für Zell­stoff, Holzstoff und Zeitungsdruckpa­pier durch genügend zahlreiche und ein­gehende Revisionen festzustellen und zur Prü­fung der Preise an Hand der Revisionsergeb­nisse einen Ausschuß einzusetzen, dem Mit­glieder des Reichstags, des Reichsrats, des Reichswirtschaftsrates sowie Vertreter der Zeitungsverle^er und der beteiligten Indu­strien m paritätischer Zusammensetzung an­gehören,

2. hierbei feststellen zu lassen, ob eine Preissenkung etwa durch Kartellmaß­nah m e n behindert wird,

3. das Zeitungsdruckpapier in die Tarif­klasse B ohne Erhebung eines Zuschlags für gedeckte Wagen zu versetzen,

4. um der deutschen Presse den lieber» gang von der gebundenen zur fre en Wirtschaft zu erleichtern, für die Monate April bis Juni 1921 je 6 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen.

Aus der GetperkschastSbewegung.

mc. Frankfurt a. M., 2. Mai. Die Gründung des Gewerkschoftsbundes der GastwirtsangefteIlten auf christlich­nationaler Grundlage wurde auf dem Ver- bcmdstag in Halle vollzogen. Der Bund der Hotel-, Restaurants- und Kaffeehausango- stellten (vormals Deutscher Kellnerbund im Genfer Verband) ist aus den Freien Gewerk­schaften ausgeschieden unb hat sich den christ­lichen Gewerkschaften durch Verschmelzung mit dem schon bestehenden Reichsverband der Gasthcrusangestellten cmgeschlossen.

Uns dem besetzten Gebiet.

Marokkanische Mörvcr.

fpd. Höchst a. M., 6. Mai. Der dreißig­jährige Kaufmann Burkinann wurde in der vergangenen Nacht in der Nähe der Farb­werke von zwei Marokkanern des hier einquartirrten 63. französischen Infanterie­regiments überfallen. Die Soldaten richteten chr Opfer durch Messerstiche in den Kvpf schwer zu und schnitten ihm dann den Hals durch. Burkmann verstarb nach wenigen

tzerrn Collins Abenteuer.

Roman von Frank Heller.

10. Fortsetzung. (Nachdruck txrbottn.)

Eines schönen Tages im Mai sand ;et»sch Mr. Ingram in Gsthenburg Rv.cks eleganterem Bsaidng House Nr. 45 eine Annonce unDailv Telegraf', d c ed ich einen l'cüraben für btc Absichten dee Professors zu geben Ickten, «sie lautete in extenso so:

Psvckifckc Fondmng. Pvofeffor Peteftard aus Paris sucht für großes wiisensck»'tlicheS Werk Taten über verschiedene Fälle von Simmlerwut und Demxnibte Manien. Da eS bekannt ist, datz solche Geifiesrichtungen meistens mit hochgratt'.er Zerstreurhe t, seelischer Unruhe und^Gedäctti.is- jckwäckx Zusammenhängen, ive.ben Sic gebeten, bei enentu-l er B-antirortung JÜrigft mit»:itetiei, mroiciwir das bei Ilmen »ilb.vn Dollstäubige Diskretion wird von Professor Pelotarb .luyitfhert, der alle emgZandien Angaben ba'.t!b?.r bestättgt.

Die unangenehmen Folgeerscheinungen, tnc bte Zerstreucheil unb bic Srf±lafrum des Gedächt­nisses zu einer wahten Geißel ür oen macken, der darunter le btt, werden nach Professor Pc- lotards neuer psychischer Methode verhütet u b efirftir» geheilt.

Man wende sich brieüid) an Professor Pete>- tard, Gothenburg Rvah, London NW."

Bei einer Untersuckung der ülrtgen Zeitun­gen stellte es sich heraus, datz bic Annonce bes Proiessors, bie in alten Boa.binghäußern ar t bebtittert wurde, sich in so gut )mc allen rona b vonTaily News" unbEhnonicle" aurbem linte i Flügel bis zuPall Mall ©a^ette" und der ehrwürdigenTimes" aui'bem rechten Sie fta: b inPmter" unbTitbitS" fte fanb sich in allen Monatsschriften vor und prangte <m ber ersten Seite vonCurio" unbColleclvrs Journal" Nur in billigen Volksblällcrn wieStar" unb ,^Lloyt^ Dcek.v" sehlte sie. Ihre $;g ette ein Herr, der mit einem Ausdruck ber Gcritrsabwc en- heit und des Ledens in den 'äugen einen Sho'e- spcarc-Banb in der Ha. b hielt wurde bald ebenso bekannt wie irge.x>:vie ber Rcktemebi der von Pear oder Black Mw White.

Von Mai an Banftaiierte man in ©Ottenburg Rood eine beüänbig zunehme b Steigerung in der Post des Pvoiessors. I<de.i Tag gab bei Briefträger schwere Pakete und verschnürt- Streuü» bänbe ab. Aber im übrigen gelang es nickt, Mr. Pelotard näher zu kommen als bisher.

Tas Jahr 1906 ging vorbei, das Jahr 1907 folgte und verschwand, ohne nennenswerte Verän­derungen m Gochenburg Rood herbeixuführen. Zwei neue Punkte wurden von den vorrückend n Boarbinghäusern besetzt: Pnori or Pe cord batte sich an sunt seines Daimler cinen w.itzm Dion- Soutonroagen angesthafst, und ein nstes H»ris-

mäbeben nxrr dem schwcdi'chen geofgt. Aber bie Poir an bat Professor wuchs ixm Tag zu Tag, Oz Tomen in den 'äoarbingbäufem von Gothen bürg Roab fuhren tert, ihm vertieote Blicke ruz»m>er'en, unb ber rothaarige Mann verlieh noch xtft jcf> n Tag sein HauÄvr.

Man sthrieo rote Jules Dnme zu jagen pflegte April 1908, wck wir Verla'en Gote^i- burg Road. das Haus Nr. 49, u b Dvoiri-or Pcloiard, um von ganz anderen Tinge.: xu nbn. Die Zeitungen, die den ganzen Frühlmg von dem internationalen Maiv.'ko-ons itt erfüllt ge-- wesen waren, hatten sich mm daneben mit einer eirabeimifdxn Angelegenheit zu befassen.

Selten ober n;e hat eine solche Erregung in ber Deinen GescdirftÄre t Englands gehe recht unb die Deine Geschäftswel: in England ift einer der Haupmerven des Lor.dos wie in den vrei Docken, bie das Mysterium anbauerte. Man nxir mißttawsch gegen die ganze Welt, man batte Angst Geld verlieren unb befand sich, nachdem man sich in feinem Vertrauen zur Polini Öl sah, am dem Wege rx allgemeinen

Vas war geschehen, ten diesen Zustand her­beizuführen ? Tie Sufnogetten waren tm Jahre 1908 noch sanfte Lämmchen, de ihren Hirten yiKtiten. War ttm das doMcke ©efDOtü nn,der ajyyxudx.? Muhten bte Beritt Sc^vrrgke^M.

Augenblicken an Verbluiungen Tif Di. t nun den bon Arbeitern bei Farb'.perke bei brcr Blutttat überrascht imb Hofrcn in bte nahe »las er ne. Hier ivarben sie von dem wach!habenden fronAufifdKn Offizier, der iw Muifd)cn t^oii dem Mord Kenntnis erhalten hatte, an den Blutsvurrn erMnnl mit» sesd ^eiwmmen Zu dieser Bluttat teilt die BesatzungSbchörbe u. a. mit: ,.Trotz' der oftmals ergangenen Berbotc und bet' diesbezüglich verhängten Strafen hat ein Wirt von Med zrvei Marokkanern eine Flasck)« >K)gnak verkauft. Die Soldaten, zrvn M schlechtesten des Bataillons, sind offenbar durch den verabfolgten Lllvohol verrückt K' worden und haben einen Streit hervor ge­rufen, der sehr traurige Folgen hakle. Die ganze Garnison bejammert diesen bedauerns­werten Vorfall, sie richtet an die schu»er be­troffene Familie ihr herzlichstes Beileid und an die ^anze ^völkeruug den Ausdruck ihre» aufrichtigen Bedauerns. Sie gibt die for­melle Zusick>entng, daß i^enugtuung statt- frnden wird und daß bic SckuUdigen eilte exeinplarisck)e Strafe zu verbüßen haben iverden."

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fpd. Mainz, 3. Mai. Erne franzö­sische Schauspielertruppe bereist gegenwärtig bas besetzte Gebiet und gibt in zahlreichen Städten Gastspiele. Die deutsck)e Bevölleruna hält sich den Aufführungen voll stündig fern.

fpd. Frankfurt a. M., 4. Mai. An den Zollgrenzstationen wird von den Franzosen die Zollschraube allmühlig scharfer avgezogen. Während man in den ersten Tagen die Reisenden noch ziemlich nnbe- helligt ließ, mehren sich seit Anfang dieser Woche bte Zollplackereien. Fast in jedem Zuge werden bei bat Reisenden Stichproben auf, verzollbare Waren borgenommcii. Auch die Nachprüfung der Personalausweise ist schär­fer als bisher. Der Zolldienst aus den Laud- siraßen gestaltet sich nunmehr ebenfalls schär­fer. Jedes Fichrwcrk, das eine dieser Sta­tionen passiert, muß sich einer genauen Durchsuchung unterwerfen. Wie wir erfahren, soll neben den bereits bestehenden Zoll« stationen noch eine Reihe neuere eingerichtet werben, um das l»esetzte Gebiet gegen das un­besetzte mäglichst lückenlos abzusch.ießen. Bis­her scheiterte bie Einrichtung der neuen Kon- trollftationen an dem Mangel an Personal.

Gießener Strafkammer.

Gießen, >4. Mai 1921

Die gestrige Sitzung wurde 'hmiptsäcklick durch bnnxh die Dechm b ung mehrerer Deiner Sachen in Anspruch genommen, bie für die Allgemeinheit ohne Interesse sind.

Der W M au5 9tid> und G *S1. sind deS gemeinsamen schweren Diebstahl- beist-ul- bigt. Sie Pollen einem Kaufmann in fHriJhrdm für 12000 Mk. Kleiber stofte aller Art g ei buht en haben und zwar mittels Einbruchs. Ein bnlttr Teilnehmer ist ge'tor ben M. fall mc herbem ben MiiangeDagken L. imb ben geftorbenm Tritt m davon benachrichrigt friben, daß i >nc 1 bie Polt n auf "ber Spur fei, und ihnen gcfafe.i haben, »ich m Sicherheit »u bringen. ES handelt sick um nnen Indizienbeweis Dieser wurde nur bzljg'ih b k L. für ausreichend <tehal!en unb b e er zu zw« Jahren Gefängms vearrtrilt. M. erl'äft teegni Begünstigung 3 Monate 2 Wochen Gefängnis.

Schöffengericht.

Gießen, 3. Mai 1921

Eine zwar harte, aber wohlverdiente Strafe erhielten zwei junge Gelegenheitsarbeiter auS Wiefeck, die im Januar im Philosophen- wald an mehreren dort stehenden Ruhebänken die gußeisernen Beine abschlugen unb bad Material als Alteisen oertauften. Der hierdurch der Stadt Gießen entstandene Schaden beläuft sich auf rund 2000 Mk. Mit Rücksicht «auf die Roheit unb Ge­meinheit der Tat unb der Gesinnung und Die sinnlose Zerstörung öffentlichen Eigentums er­hielten die beiden arbeüSfchcuen Burschen je vier Monat Gefängnis und wurden sofort in Strafhaft abgefübn.

Arn Silvcüerabeild hat em Backer von hur an einer Landsturmbaracke 2 Fensterscheiben ein* geschlagen und wegen Sachbeschädigung einen Strafbefehl über 150 M k. erhalten Er legte dagegen Einspruch ein, um, wie er heute angab, dadurch zu bewirken, daß ein Teilnehmer seiner Tat, der angeblich die Deranlassung dazu gegeben hat, ebenurlls seine Strafe erhält. Nach­dem ihm ctDärt worden war, daß dies geschehen

ober hatten die frir-brrtiaitfenb Arbeit lo en sich iu rühren begonnen? Nick s von alledem. Tie Unbekannten, b t bvn Wochen b r Polizei 'trj^en und die Gesellschaft in Schvecken vergelten, hauen an etwas Heiligeres gerührt als die Unob^ängigtctt ber Nation, die irische Frage tber bi? Sicherheit es Grundbesitzes. Mit frecher Hand 7-at en fte die Münze des Reichs angeraftet, und bimii hatten sie das englische Volk ins Herz geta)|-eiL

Tenn etwas Höheres und Heiligeres al3 Piund, Schilling unb Pennn gibt es in Engler b nicht, weder bie Kirche noch ben König od-r "cte Ihmfhtution. Au» ihrer Eckt .-cit r»jfrt der Beste: d des brittschen Reiches und die Gedankenwelt des Engländers.

Wann die Falschmünzerb<rnbe des Jahres 1908 eigentlich ihre Ope'a innen begann. <1 unbekannt. Nach zerstreuten Notizen $11 schließen, scheinen sie kfvn den ganzen Frühling br imb dort oeriucks- weise operiert zu haben. Aber erst Mon­tag, 14. 2lpril, richteten ,'ie ihren ersten grnfeen Schtag gegen bie Gesellschaft

Arn 15. April enthielten sämtliche Morgen­reitungen bte Mitteilung, datz es am Tage varcker gelungen war, nidy weniger a s 118 falsch« So- rereigns in verschiedenen Teilen der City cm- itthitngaL

IFortsetzmrg folgt.)