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Die Zerstörungswut der Entente.

Berlin, 7. April. (Wolfs.) Tas Aus- taürtiße Amt richtete an Die interalliierte MilitärKontroll-Kommission so - gcubc Note:

Die deutsche Regierung hat Kenntnis da- von genommen, datz die Botschafterkonferenz ihren Vorschlag, die den augenblicklichen Be darf übersteigenden Bestände an Halbfabri­katen und Ersatzteilen für das Heeresgut ois zum Eintreten des Bedarfsfalles im besetzten Gebiet lagern zu lassen, ablehnt und auf s o > fortige Zerstörung dieser Vorräte be steht. Damit würden Werte von mehr als einer Milliarde Mark ohne militärische Not- wendiakeit vernichtet. Die deutsche Regierung wird dadurch genötigt, ibr Budget in kom­menden Jahren mit hoyen Aufwendungen für den Bedarf der Wehrmacht zu belasten, die bei der Annahme des Vorschlages erspar! wären. Die »ur Durchführung dieses Be­schlusses erforderlichen Anordnungen werden erteilt.

Lansing über den Raub der deutschen Kolonien.

Zn d m letzten der von darTimes" veröffent­lichten Auszüge aus d-rn Buch LansingS wird die Kiitik miede:gegeben, bi.- Lansing gegen daS Systcrn der Mandate erhebt. Lansing sagt dar­über:

Wenn diejenigen, die das Syrern befürworten, beabsichtigten, dadurch dm Schein zu vermeiden, datz sie feind ichcS Gebiet als KnogSb ute re' men, so war das eine Anssiucht, die niemanden täuschte. . IBcmt die to o.iialcn Bllitzunge.i Teutschlants > ach der alten Ucbung unter die siegreichen Mächte auf- getei t und ch.ren uinn ttelbar >u voller Souveräni­tät abgct eien woiden wäre,, so hätte Deutschland mit Recht den Anpsruch erheben können, daß der Wert Weser territorialen Wtretungen auf alle Kriegsentschädigungen ange^echnet werde, die »u beanspruchen bi.: Mächte berechtigt waren Andererseits verfuhr der Dölk-rbund b i der Verteilung der Mandate wahrscheinlich im Interesse der Bewohner der fiioloiiicii, und die Mandate wurden von den Mächten übe.nvmmrn alS eine Pflicht und nicht, um neue Besitzungen ui erteilten So verlor Deutschland unter bim Mandats ystem sei re territorialen Ak­tiva, bte seine Fina ^schuld gege rüber dm Wli- ierten hätten stark vermi dem Eön en, während die Wl.rerten die deutsä-e i Äalonialbesitzung-m erhiel­ten. ohne den Verlust irgend eines ihrer Ansprüche auf Entschädigung. In Wahrheit wirkte die scheinbare Selbstlosigkeit tes Mantats- shstems )u ®imfLcn dec selbstsüchtigen und materiellen Interesse her Mächte.

Arrr dein Neiche«

GozialdemokrEchrr Antrag zu den außerordentlichen Gerichten.

Berlin 7. April. (Priv.-Tel) Tie preußi­sche Landtag'fvaktion derSo-ialdemokratie müliert einen Antrag, der die StaatSvegierung ersucht, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß die Beiordnung deS Reichspräsidenten über bieaußerordentlichenG e ri ch te dahin ab- aeändert wird, daß diese Gerichte auf diejenigen Bezirke beschränkt bleiben, in denen der AuSnarme- Hustand verhängt war und daß jugendliche Per- fcmen und leichte Fälle ausschließlich vor den ordentlichen Gerichten abgeurteilt werden, sowie daß für die Betveisaufnahme in der Haupwerhand- lung die Bestimmungen der Sttafprozeßvrdnung tn vollem Umfange Anwendung finden.

preuhlsche Landrrversammlung.

4. Sitzung.

(WTB.) Berlin, 7. April.

Präsident ßeinert eröffnet die Sitzung mit geschäftlichen Mitteilungen.

. Abq. E b e r l e i n (Äomm.'i .beantragt unter Sette riett deS HauseS, vor Eintrttt in die Tages- ordmina des LauseS, die Anträge seiner Partei wegen der Vorfälle in Mitteldeutschland auf die Tagesordnung zu setzen. Die AuS uhrungen deS Redners über Vergewaltigungen und Mord'äen an unschuldigen Arbettern erregen stürmischen Unwillen.

Präsident Le inert fordert den>ner auf, sich im Rahmen der Geschäftsordnung zu halten.

Abg. Eberlein fährt fort, ohne sich an die Glocke oeS Präsidenten zu kehren, wütende Be­schimpfungen gegen Hans und Regierung zu richten.

Präsident L e i n e r t stellt fest, daß die Aeuße- rungen, die gefallen sind, während er die Glocke schwang, nicht in das amtliche Stenogramm aus­genommen werden.

Abg. Eberl-in protestiert unb ergeht sich in weitere:i Besch.mpfungen, von der äußer firn Linken unterstützt, von der Mehrheit stürmisch unterbrochen.

Geaen die fofartige Besprechung dieser An­gelegenheit erhebt sich Widerspruch. ES bleibt somit bei der alten Tagung.

Zu der 3. Beratung des Antrages Tr. Koch und Ge.r. betreffs vollauf ger Wahlen in der Provinz Oberschlei'ien nimmt der Abg. von Kries lDeutichnatll daS Wort zu läng.ren Aus- sührnngen und d:r Begründung eines Antrages, Oer den Artikel 86 der preußischen Verfassung mit dem Antrag Koch in Eingang bri.igt. Der Antrag Kries wird angenommen, ebaLO der An­trag Koch. Angenommen wird der Äntrag des Abg. £> o f f m a n n Komm, auf Einstellung des Verfahrens gegen die 2lbgg. Kloth, Frankfurt, Schollen. Dr. Meyer und Frau Woln'cheidt, sämt­lich Kommunisten, und ein Antrag Fi.ring (Soz.'» auf Aushebung eines Strafantrages gegen die Abg. Frau Dr. Weflscheider fSoz.1.

Es folgt die Bevatuny des Antrages der Dem- scheu Volkspartei auf Entsetzung je eines beson­deren ständigen Ausschusses für das ländliche Sied­lungswesen und für das städtische Wahnungs- und Heimstattemvcsen.

Abg. Tr. Role (D.Bp.i begründet den An­trag, dec eine Entlastung des grogen Ausschusses bedeutet und verlangt die Ueberw.isung an den Gc- setzordnungsausschutz. Nach kurzer Debatte wird bet Antrag dem Ausschiß für Siedlungs- und Woh­nungswesen überwiesen.

Ein vorn Abg. Ebersbach (D.N.) begrün- deter Antrag aus Bestellung eines ständigen Aus­schusses für Beamtenangelegenchiten wird an­genommen.

Abg. Tr. Großmann (D.Lp.) begründet einen Antrag seiner Fraktion, es möge ein beson­derer Ausschuß von 21 Mitgliedern eingesetzt wer- den, der die gesetzliche Regelung des Vergebungs- wesens zur Fühlungnahme mit der großen Beruss- organisation des Handwerks vorbereitet. Nach kur­zer Aussprache wird der Antrag angenommen.

Es folgt die erste Benttung des von dem Abg. Koch, Oehiihiusen, sT.Vp.) und Gen. beantragten Gesetzentwunes über die Neuregelung der Verfas­sung der evangelischen Landeskircheder neuen Provinzen Preußens.

Aba. Koch, Ochnhausen (DBp.) begrüßt den neuen Entwurf, der in den neuen Provinzen die Landes ii chenverfassung neu regeln will, und zwar in ähnlicher Weise, wie dies schon für die alte preu­ßische Landeskirche geschehen ist.

Abg. Adolf Dos f mann (Komm.) ist gegen die Vorlage. Tie Landes Versammlung sollte sich überhaupt nicht mehr um kirchliche Gemeinschaften kümmern.

Abg. Tr. Bredt (Wirtschp.) tritt dem Abg. Hoffmann entgegen. Eine öffentliche rechtliche Rege­lung der Kirchenversassung sei nach der Verfassung unvermeidlich.

Abg. Frau Dr. Weg scheibet (Soz.) wendet sich gegen bie Vorlage und beantragt die lieber«* Weisung an den Reichsausschuß.

Abg. Kleinspohn (llnadh.) stimmt bet Ausschußüberweisung zu.

Ein RegierungSvertvetet, Ministerialdirektor Dr. Fleischer, bittet um sofortige Annahme ohne Ausschußberatung, da sonst eine andere Be­handlung her neuen Provinzen gegenüber bet alten Landeskirche erfolge. Tie Kvmmissionsbeta- tung wird sodann abgelehM und der Antrag Koch angenommen.

Im weiteren Verlaus der Sitzung begründet der Abg. SHrieS (Sozj) einen Antowg, der des Fraktion zur Linderung der Arbettslosigkeit im Sauer- und Siegerland zua ng, und zwar beantragt er den bereits im Iahte 1912 genehmig­ten Bahnbau der Strecke Siegen Creuzthal und Creuzthal Olpe und Olpe Meinetzhagen sofort in vollem Umfang in Angriff zu nehmen und auf die Reichs- regierung entsprechend ernzuwirken.

Ter Aba. Dr. Grundmann (T.Bv.) unter­stützt den Antrag und wendet sich gegen einen deutschnationalen Zu'atzanttag. der ganz allgemein der Arbeitslosigkeit überall durch Mm bau, Kana- tilterung ober andere öffentliche Arbeiten steuern wül.

Abg. Martin (D.-Nall.) betont demgegen­über bie Wichtigkett des Antrages seiner Partei. Mit bloßen Reden werde die A besiS'osigkeit nicht beseitigt ES müsse etw"s geschehen Es haben jetzt wohl nfvlge ter Sacktionei crvße Aufträge, in daS Rih gebt t ert ilt worden warm z irück- gezogen w?.de rnüs en. Te deut chnationai.' A trag wolle gleich für alle Fälle Klarheit schaffen.

Um 5 Uhr schlägt Präsident Seiner t Ver­tagung vor.

Ter Abg. Adolf Hoffmann (Komm.) wider­spricht und beantragt, den deutschnationalen An­trag über die Arbeitslosigkeit noch zu beraten.

Abg. Kr ieS (D.-Natl.) bemerkt, die Behänd* lung eines solchen Antrages in so vorgerückter Stunde fet unerwünscht.

Tie übrigen Parteien treten für Vertagung ein, die bis Samstag auch beschlossen wird.

Att» Stadt nnd Land.

Gießen, den b. April 1921.

Die Sammlung für die deutsche Sinderhilfe

hat am 31. Mär; ihren Abschluß gefunden. Einig« ^Janbeöteile, wie Bayern und bleuen, stehen zwar noch am Anfang ihrer Sammcltätmkett: trvtzdem [ann schon jetzt ein gewisser Ue-e^v.ick über oen Erfolg dec @eiam:a?tijn gegcle.t werden. Tanach ist das ^Ziel etwa 5 0 Mlll» onen Mark für die DeuN'che Ki b.nchilie cinzub t tgen nicht nur erreicht, sondern voraussichtlich überschritten worden, xer Reick^utssckmtz m d demnächst mit Vertretern der Länoer u.ib Proornzen lescstelten, wie die Mi ttel des ReichSausgl i hsnr'dZ zu ver­wenden sind Ein sehr erhettia)er Bettag wird zentralen Einrichtungen für Kinderoersen- düng an dieSee undins Gebirge zugute kommen. Ferner sind mit tef Jitter en Zuwendung m ;u bedenken be Nvtilanbsgeöiete in Ocer- und Mittelschleiien, Ruhr- und Saargeöret, Sachen und Dhürmgen.

Veranstaltungen.

Freitag: Stadttheater, 6ch- Uhr:Denn Siebe erwacht". 6af6 Seib, 7i£ Uhr: Kon­zert. Hotel Einhorn, 8 Uhr: Theater- Variete. Lichtspieltheater, wie gestern.

* Amtliche Persvnalnachrichten. Uebettragen wurde am 4. April dem >vchu!amts- anwärter Heinrich Sang aus Tarrnftact eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Heuchelheim (Kreis Gießen). Er.e^ral ist bte Stelle deS Vorstandes brr Oberförstern Eichelsdon Bewer­bungen sind bis zum 23. ds. Mts. bet der Mt- liisterialabteilung für Forst- und Kamevaloernul- mng einzureichen.

** Kleine Mitteilungen. Tie Neu­einteilung der städtischen Ttenststellen 11 aus dem Anzeigenteil uirfercS heutigen Blates zu ersehen. In den Waldungen der Stadt Gießen findet am Tienstag, den 12. April, etne Äolzversteigerung statt. Siehe Anzeigen­teil. Tie Eröffnung der Ausstellung tm O ber­de sjt scheu Kunstverein der Frankfurter Künstlergefellschaft kann nicht, wie vorgesehen, mor­gen erfolgen. Durch die in Frankfurt emgetro tenen Transportoevhältnisie ist nur ein Tett oer zur Ausstellung angemeldeten Kunstwerle zum Ein­lieferung stermin eingetrof.en. Die (kiö tnung der Ausstellung f.ndet irunmehr im Laufe der nächsten Woche statt. Tie Gesellschasi<Ejncorbia", gegr. 1864, vereinigte sich mit dem Männer-Geiang- öerernO r pheuS" und führt fetzt den Namen ©efangoere.n ,,Co n co rdia". Tie(Lonco b a'* ist einer mit der ältesten Dereme imb wurde von Ratsdiener Herrn Moll, welcher auch Ehren- vorsltzenber ist, gegründet. Die Tätigklit des Ver­eins die schon mehrere Jahre ruhte, wirb nach der Vereinigung wieder au,genommen weiden. Tie Singitunden sinben jeden Tienstag statt. Tru­gen! ist der bisherige Leiter des Männer-Gesang- vereinsOrpheus", Herr Gesanglehrer Schucharot. Karl Hetz aus Gießen bestand dieser Tagt beim stenographischen Landesamt in Dresden bie staa tl iche Stenographielehrerprü­fung m GabelSbergerfcher Stenographie. Mit dem 1. April sind die Platzkarten für O- I ü ge versuchsweise wieder eingeführt motten. Tie Platzpreisc sind 1. Sfiafie 6 Mark, 2 KLrsse 4 Mark und 3. Klasse 3 Mark. Gegen Ende Aorrl werden von der Reichspostvenoaltung neue Briefmarken ausgegeben werden. TaSQuan­tum ist aber vorläusig ß, gering, datz bte alten Bestände aufgebraucht werden müssen. Es handelt sich um Marken nach Entwürfen von Prafesiar Will: Geiger-München. Sie enthalten nur Mc Zahlen, nicht das Germanirbild. Die Marken wer­den ausgegeben in Werten von 5, 10, 25 und 30 Pfennig.

Hessen-Nassau.

Nach den Transportarbeitern Sie Kellner.

fd. Fr a n f f u r t a. M , 7. April Heutt be­gannen die Transportarbeiter wieder mit der Ar­beit, und morgen wollen ausgerechnet die Kellner der Kaffeehäuser in den Streck treten, wenn ihnen nicht rund 100 Prozent Teuerungszuschläge bewilligt werden. Die Beliher lehnen eS ab, diese weitere Belastung bn dem immer geringer werden­den Besuch ihrer Häuser zu überne.' men. Wenn es nicht noch in letzter Stunde zu einer Einigung zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern kommt, dann gibt es «rr Messe einen Frank­furter Kafteehauskellnerstreik. lieber die biS^rigen Einnahmen eines Kellners eines besseren Kaftees hört man, daß hier täglich neben dem Monats­gehalt von 150 Mk. TageSeinna! mm von 70 bis 100 Mark erzielt werden. In mittleren Kaffees verdient rin Kellner 60 Mar( in den Dielen aller­dings 200 bis 300 Mark. Andere Leute haben weniger. e

[1 Marburg, 5. April. In der Heutigen Stadtverordnetensitzung kam eS, nach­dem man mit bat Stimmen der Vertreter der Ge­werbetreibenden bm fe.therigen Vorstand ernstn-

mig wiedevgewSdlt hatte, am Schkutz zu errtc* Auseinander eyungen wegen der Ai2 üh ungx bet Entichltehmtg in der tünlii

großen PrJtntoerlanunlung gt e.t du Ra e v, bung von ru.ib 203 Prozent Gewerbe, u t» Grundsteuern. Mau In te t arntluh rd ii der Besitilutz ntcht bbmen 3 Tagen ;u v ., L men würde, mit ei em Steuerstrert f\t> und den Stadtväten', bte für ttr Steuer gti-ummt daS Vertrauen abgesprvchen Es wu ben jnxiotote Erklärungen des Stab re o b cte vorstche:- * be? Beamtenbmtt»^, bec sich b- or.be s 6 fügten mußte, verlesen und der L e genr.e ,ttr wies noch emmal oersönli h btt Ang t t zurück. In der beiberfti.igeh 2luS,prache, bte ii > >tu.^w lang himog, wurden bie verschiedenen Re«, z, tn der Be.-sammlung gehalten n?i e , noch '^ mal in sehr ein geilende: Wet'e dch.. J)e.L (fr* bte späte stw be modüe der Aus mach: eil Die Nachuntlage hat i tzw.schen bte ÖentH^ gung der Reg ierung geu. ben.

X. Hanau, 8. April. Tie Stadtve*.. ordneten haben gestern in nichtöffentlu!« Sitzung einem Abkommen zwischen der Hanau und dem Oberbürgermeister Hiitz zugestimmt. Nach dem Abkommen wird btefer, der sich derzeit in Urlaub befindet, nicht wehr auf seinen Posten zurückkehren; er wird do*. läufta Gehalt unb später Pension bezieben. Die Oberbürgermeisterstelle wird neu befchr werden. Im März vorigen Jahres ist d bekanntlich aus Anlaß deS Ausstandes der städtischen Arbeiter unb bes sich hieraus enr* wickelnden Generalstreiks zu einem fchweckn Konflikt zwischen der damaligen Mehrheu der Stadtvervrdneten unb dem Magistrat ge­kommen. Die auS den Kommunisten unb den Sozialisten bestehende Mehrheit der Stad> Verordnetenversammlung erteilte dem w fhat cm Mißtrauensvotum und forderte dev Mcktritt des Magistrats. Der Konflikt sühne zur Auflösung der (stabtocrorbnelcnDerfami» lung und zu Neuwahlen. Die Stadwcrortz netenversammlung hat über den Kon kur» ber Hanauer Straßenbahn A.-y eine lebhafte Aussprache geführt und cir.cn Antrag auf alsbalbige Sanierung bet Gefell* schäft angenommen. DaS Aktienkapital der Gesellschaft befindet sich zum größten Teil im Besitze der Stadt Hanau. Die höfischen Se* meinben Grvß-Stemheim und Klein-Steia- heim besitzen ebenfalls für 50 000 M Aktien. Hauptgläubigerin ist bte Stadt Hanau

** Kurze Nachrichten auS Hessen unb den Nachbarstaaten. Bti der llegd- verpachtung 500 Hektar Feld und 90 6e«r Wald in H örnshe i m erhielt Dr Emst 9n^- Wetz.'ar den Zuschlag auf ein Gebot to t -210 M Ter frühere Pachtpr^r) betrug 1110 Mk )n Lau ba ch istläe Maul- und KlaueNicuche, die ha sehr ntilde auftrat, völlig gesckwwrden. Morzw wird der Laubacher Zwergverein deS B H. L ein FrühlingSstelldichein abhalten bei den^Der Volt Hunb" von Niebergall zur Aufführung MI. Am Dienstag wurde in der Kirche f» N ib da durch den Gemilchten Edor ein -ntbe- fuchtes Kirchenkcmzert gegeben. Neben Ch rrn M Vereins gelangten kirchliche Mu ititikflr rar fw> mxyrmmt ionne geistliche Cibcr von jtonitrttoifienn Fräulein Haubach #um Vortrag Das jsirHett tv gab einen Überschuß von 600 Mk . die de» Drod/ bausonds übenvrefen werden Auf zwei ler v** marBung Siechenbausen gd Stigei sind effmfxdtige Schlacken gestorben worbe.», die aus einer früheren .Eisenschmel e stammen vu man hört, sind Eisenschlacken jn La »ienhcki »in weiteren Ausbeute be eiti verladen Worten. Such in der Gemarkung Kaulstos an der oberen Hillers' bach finden sich solche Schlacken Bn der erstm Pserchversleigerung des JckhteS erzielte die meinte Eschenrod für eine Slarfn 129 Rack, bie Herde zählt allerdings 450 Stück

Kircbc rrn- Schul«.

Gießen, 8. April. Die evangelische Gemeinde Gießen veranstaltet nächsten Sonntag, abends 8 llhr, in der JohanneS- kirche eine Fe st Versammlung zur ®r* innerung an ben Reichstag zu Dorrn-. Qkb. Kirchenrat Professor D. Dr. Krüger nnrd den Festvortrag halten. Der getstvolle unb formvollendete VortragDer Genius Lu­thers", den er am 31. Oktober 1917 in der Universitätsaula gehalten hat, ist ja noch allen, die an dieser Versammlung teilgenom­men haben, in lebendiger Erinnerung Liga- nist Habicht wird zum Eingang unb Schluß Orgelvorträge darbieten, unb der Kirchengefanaverein wird fingen. Der Ein* tritt ist frei, alle Evangelischen sind tut- geladen. _

Ein Iugendtraum.

Von H. vonderOsten.

U. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Keinen Momwtt zweifelte er daran, MR In» diese ablehnenden Worte üt die Feier bttticrt waren. Ec begrih nur »sicht, welche Mittel Frau­lein Techow Migeweiidet hauen ltiunte, um Inas sonst st se.bstäiwiges Wv.leii in die ec Wei.e zu beirren. Ober war es der Bci^er, dessen Einst utz er d»ese Seilen zu verdanken batte. Gleichviel, wer es auch gelvesen sein mochte, KönigSmarl fühlte sich stark genug, den Kampi mit i<dein retnte lichen Clemente auszunchmen. Auge in Auge sollte sie ihm gcgenü.erste.nm und sagen, big Ite ibn liebte, unb bann wollte er diesem gdoib zcn Ha»»- telÄ>errn yigax, datz auch ein armer Mann leinen ©tolj besatz. Keinen P emsig wollte er Mn ihren» ®clbe nd)men; so wie sie Ivar, so lollie sie il)m svlgmi. Uno in dem stolzen Frohge.ühl der eigene« ffraft unb deni leiten, une^fchüt eclichen Vcnrauen aus fehlen otern unb seine Zutun t streifte er auch nicht mit einem Gedanken die Mög'lltikcn, datz es ihm nicht gelingen würbe, ibr et en gc- nügenden Ersatz für ben gevvseiten Reiackum zu geben.

Mit einem Ruck zog er bie Klingel ber Sol- lamdxn Wohnung Tas 3öfdxn der Damen kam erschrocken hecbeigestürzt. Tas iinitere G. i ?t ce-3 Besuchers, seine barsche F-age nach Friulein Solkau schüchterten sie vollends ein. Wie em kleiner, aesLeuchter Vogel fljq sie in bas Zimmer ihrerGnädigen", au5 dem sie nach wenigen Mi­nuten mit dein Besckeid Aurücflc^rtc, biR die Herc- jchasten bedauerten, den Herrn nicht emprangen zu

können. Ter gnädige Herr sei ausgegangen, Fräu­lein Techow krank unb Fräulein Solkau mit ber Wege beschäftigt.

..Bestellen Sie, ich nrützte Fräulein Solkau sprechen und zwar sostrt," antwortete Königs­mark in einem Tone, die keine Widerrede duldete.

Unter den schvarzen Brauen blitzten bie Augen fo herrisch befehle*ib zu bem Mädchen nieder, datz dieses ohne einen Einspruch zu wagen, die Tür des LxsionS öfhiete.

,^Fch konnte nicht anders, der Herr ließ sich nicht abweisen," entschulbigte sie sich gleich daraus bei ihren Tarnen.

Fräulein Techow richtete sich empön m ihrem dette aufHinauSwerfen will ich ihn lasten!" zischte sie, nhrtr.'enb ihre mageren Finge* ib um ben Arm ter Nichte krampften.Tiefe Rücksichts­losigkeit, mit ber er versucht, dich zu kamprami:- tieren, g ernt fi»n an Nicküachtung Tag auch Jesko gerate auSgegangen sein muß' Ec ivürde diesen verrn von .Ha.enichts »chan lchren."

Sei unbesorgt, Tante, ich werbe meine Stel­lung selbst zu wahren wissen " fiel Ina ter Aus- geregten schroff ms Wort, ssie war aurgeitanDcn und hatte d:e Hand der Tante von 'sich abgatreift.

Was willst du tun ?"

Königsmark sprechen!"

Tas dulde ich nicht!" rief'Fräulein Techow außer sich. , ES wäre Selbsterniedrigung, wenn du beteil Mann noch an hörtest, nach dem, was du von ihm erfahren hast '

Ina matz die Tantc mit einem Halten Blick. Ein Gefühl deS W.terwi.lLnS regte sich t.i ihr, wäbreiid sie die verlernen Züge ter alten laute beobachtete. Lolche Angst, so feige, tödliche Furch:

konnte nur ein schlechtes Gewisien ih em Gesicht zeichnen

Was willst du denn noch von diesem Men­schen?" fuhr Minna Techow au cezvgt rart

Tie Wahrheit will ich!" Drohend bitten bte Augen des Mädchens au der Kranken meder, die bei dem WorteWahrheit" zusammengezuckt war, als habe sie ein Schlag getroffen.

Stumm wandte Ina ihr den Rücken. Minna Techow war allein. Einen Moment starrte sie wie irr vor sich hin, bann wühlte sie ben Kops ver­zweifelt in ihre Kis'en.Wenn es doch um lauft gewesen wäre, alles umsonst: Wenn bieier KömgS- mark schließlich doch mit dem Sollauschen Gelbe sich sein Erbe retten sollte?"

Während diese Gedanken marternd ihren Stackel in das Herz des alten Mädbens brückten, standen Ina und Königsmark sich gegenüber, stumm und blaß.

Sie haben sich den Eintritt bei und er­zwungen," tagte Ina endlich.

Er war dicht zu ihr berangetreien.Sagte dem Herz dir nicht, datz ich kick, sprechen, datz ich Lusllaruiig fordern mutze für beinen Brief?" fragte er leise und zog aus seiner Brusttasche das Blatt hervor. , Ober hieltest bu eS für möglich, datz ich glaube;: könnte, dein Herz hätte btt diese Worte diktiert?"

Mit gesenktem Blick stand sie vor ihm. Er erfaßte .b.e schlaft 'fe abhängende Rechte. ^Ättmist bu mir i*»s Auge sehen Unb sagen, datz bu mich nickt liebst, Mäxten?"

Seme Sicherhett reizte ttren Stolz Mit einer sähen "Bewegung richtete sie sich auf.Sehen Sie mir ins Äuge, Otto Königsmark, und geben

Sie mir Ihr Ehrenwort, datz Sie dem 3*® Goldstern nicht geschrieben haben."

In sasiungSlosem Staunen blickte er SU »ti nieder: ,ll)ch verstehe Sie nicht."

In Inas Herzen flackerte heiß bte HsstwoiS aus. Atemlos stieß sie hervor:So da g g* diesen Menschen nicht gexten noch drei W)wen aut die Bezahlung seines Geldes zu warten, bis . . .'

TaS häßliche Wort wollte nicht über itee Lippen und er ließ ihr auch Seine Zeit. eS e* zusprechen.

Allerbrngs schrieb ich bas an Hettn G«l> stein," Erklärte er.Aber meine pekuniirvi ve.' legenhe:len zu erörtern, dächte ich, wäve nt« »i Zweck meines Kommens, dazu rehe ick t» dc- Juden und Mallern, nicht zu Tomen. 'M mir leid, da- erst sagen tu müfen. aber men Geldangelegenheiten getimte td> auch tn ovr-UI selbst zu ochnen."

Vermutlich sedock mit meinem SeDe?" Wort war ihr entflohen, ehe sie fick :w® rem a» ülitr seine Tmgnxn.c geworden war.

De maßlose Enttäuschung darü'-er, dar sich selbst zu diesem Briese tetamti hatte velt schmerzlich nach dem kurzen Hosten y Gereiztheit über bte hochkahrei b: An, rt bet trotzdem wagte, ihr au begegnet all w. sie der klaren Uc etieaunn wohl imnuxiMflÖ raubt. Tm alS sie bte öirhrtg i«WX

unselig vorschnelle Wort auf ihn kruSütte, sie, was sie getan hatte.

(Fortsetzung folgt.)