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DU Vereinbarung zwischen Hausbesitzer- und Mieteroerein.

Sieben, 7. Steril 1921.'

Dar kurzem wurde -wischen dem Gießener Hausbesitzer oerrin und dem Mietervernn Gießen «ine Vereinbarung über die Mietoreisblldung und die Rechte der Vermieter und Mieter getroffen, die Wohl geeignet erscheint, alle (rührigen Streitig feiten annfrfjen beiden Parteien ohne weiteres aus dem Wege zu räumen, oder eine ftiedli-le Drr- ständigung antuixchnen In gebrängtec tja - fung wurde diese Vereinbarung bereits vor einigen Tagen al- Bekanntmachung des MieteinigunzK- «amteS im Tlnzeisenteil veröffentlicht.

Noch der Vereinbarung soll die Grund- miete einer 8i/«prozentigen Verzinsung des G> bäudewerteS gleichkommen. Bei dieser Berechnung wird aber in allen Fällen nicht der heutige Wen deS Gebäudes, sondern der Friedenüwert zu Grunde gelegt, wie ec sich nach der WhrbeitragS- Veranlagung 1913/14 bz-v. der Ortsgerichtstare ergibt.

Wurden nach dieser Taxierung bauliche Ver­änderungen, wie Umbauten, Balloncr bauten usw (nicht bloße Repa aturen) tx>cgtnonrme i, dann kamt eine neue Tarie ung beantragt werden. Aber auch hierbei wird stets der ^rie>en3wrt des OS1 bLuors tu Grunde gelegt, gleichgültig, ob die Orts «erichtSto^e inzwischen meist um 2D P.oza.it «'höht worden iit

3n diesen 8»/<% sind sämtliche Sinsen, Bei' ke'h Ssteue n. Grw dswuern, Boandversichr mg, Zta nalgibühr-n Schornste nf gec,ebührcn, L'aftpslicht sowie Amo ti atwn u. Hai.sverwttt-uig enthalten. Weiter sind in den 87« Vwz enthalten dir not­wendigen Hansreroraturen a.«bald der Woh­nungen, also im Treppenhaus, Waschküche usw. Wenn z. B. ein Fensterschenkel durchgefault ist, auch von innen, dann ist es s. lbstverständlich, daß der HauSles'tzer diese Reraratuc auf seine Kosten ausführt, denn die Fenster sind in tiefem Sinne ein Bestandteil der Wohnung: die Fäulnis er olgt ja Mich meist durch äußere Eini'lüise, wie Wit erung. Ebenso gehört das Verkitten der Fenster zur äußeren Reparatur und geht dm Mieter nichts an. Etwas anderes ist es freilich bei zerbrochenen Fensterscheiben. die muß der Mieter erfeten.

Nicht einbegriffen in den 87« Droz ist der Waisewerbrauch. Er wird auf die einzelnen Da ­teien verteilt, weil Verbrauch und Preis des Wasser- zu unberechenbar und verschiedenartig sind.

Reparaturen und Instandsetzung in den Woh- nungen, auch in dem sogenannten Zubehör, rote Klosett-, Bodenkammer, Keller usw, fororit die e Räume dem betreffenden Mieter zur alleinigen Benutzung überlassen sind, sind ebenfalls nicht in den 87« Proz. enthalten. Zu diesen sogenannten inneren Reparaturen ber Wohnung zählen die Erneuerung durchgebrannt« Rohre, ZavfHähne, ÄuSmauern des OjenS, Deckenstveichen, Sanieren, Fußbodenorbeiten usw.

In der Regel wird wohl der Mieter diese Re­paraturen auf seine Kosten au-führen lassen. Aus Verlangen deS Mieters können diese Kosten aber auch vom Hausbesitzer vorlaaSweise bezahlt wer­den. In diesem Falle muß der Mieter die auf- gewendeten Beträge einichließlich Verzinsung in Jahresraten abzahlen, und »war bei Küchen in sechs, bei den übrigen Räumen in acht Jahres­raten. Die Küche wird ja im allgemeinen stärker verwohnt und bedarf häufiger der Reparatur als die Wohnräume. Die Jahresraten sind gestaffelt und betragen bei Küchen in den ersten beiden JahrenJe 25 Pro», im dritten und vierten Jahre je 90 Proz. uno im fünften und sechsten Jahre je 15 Pro» : bei Wohnräumen in den ersten drei Jahren je 18 Proz., in den beiden nächsten Jahren je 15 Pro», und in den drei letzten fahren je 12 Proz. der aufgewendeten Beträge. D.ese Ab­stufung trägt der allmählichen Abnutzung ber Wohnung Rechnung, und e» ist nur gerecht, daß bei einem etwaigen Wechsel der später einzielrende Mieter für die zum Teil bereits verwolm en Räume nicht die gleich hohe Rate zu zahlen braucht wie sein Vorgänger. Die noch fälligen Jahresraten werden selbstverständlich von dem neu einziehenden Mieter übernommen.

Wenn ein Mic'er Reparaturen aut eigene Kosten ausgeführi bat und vor Ablaut der sechs, lyw acht Jahre auSzicht, ist btt Hausbesitzer ver­pflichtet, ihm die letzten Raten, die nach jliter Berechnung tuxl) zu zahlen wären, »urückzube- zohlen, intb die neuen Miet« müssen die fürfftän» btgen Ra en übernehmen.

Werden die Räume in übermäfjta abgenutztem Zustande verlassen, so nriib der Anspruch kes Miel«» auf die fnücftvrgiLur.g entsprvche.ch ge­kürzt oder ganz aufgehoben.

Stal der Hau »besitz« dem Miet« schon vor Uhtgewr Zeit, gar schon im Frieden versprochen, die Wvhnuna Herrichten zu lassen, bann ist er auch verpflichtet, fein Versprech)« zu halten und die In- famdsetzung auf seine Kosten auSzuführen. Biel- leicht läßt sich in manchen Fällen auch insofern eine Sßcritäittngung «zielen, als der itauSbcfifrtr den Betrag zahlt, den die Reparatur im Frieden gekostet httte, und ber Mitt« den Rest.

AustvOtdungen be üb« das gewihn licke Matz hmauSgelten uitb als Lupus angesehen weiden müs­sen, werden bei Auszug nicht »urürfrergütet. Wenn sich em Miet« z. B ri :e außer.-,ewslfnlt h kost­bare Tapete zulegt, die Rolle vielleicht zu 30 Mk., so wird bei etwaigen Rückvergütungen nur der Wert einer DurchschmttStaprie, also 7 bi5 9 Mk., als Grundlage genommen.

Bet allen Instandsetzung-arbriten sind un­mittelbar nach Üt.t gfbefhma die Re Iwungen von der an beten Partei durch Unter torit anzuerfen- nen. Wenn ber Mieter also eine Reparatur still- sckweigend auSiühten de so liere er Getai r, bab 'diese Reparatur beim Abzug nicht an«kannt Würde, und er betonte nichts -iurückv«gütet.

2-n allen Streitfällen entfdxibet daS Mict- ernigungSamt.

Die Bestimmungen diel« neuen Vereinbarimg Zoben^ aber nicht die Wirkung ein« ge etzlickrn Verordnung, und der Ha-i-bcsitzer kann nicht ein­fach seinen Mietern mitteilen, daß ber neue Miet­preis auf Grund der Vereinbarung foundfoviel be» trage Tie neuen Bestimmungen müssen erst in den Mietvertrag bineingearb i et werden, besonders die Dorschri len üb.*r die Ratenza'lungen bei Rera- raturen. Der lnSberige Mietvartrai muß also durch einen neuen ersetzt werben und bieS kann ja mir nach Ablauf einer bestimmten Kündigungsfrist geschehen.

Am besten tritt wohl ber LauSbesitz« seinen Miettrn mit:Aus den und den Termin kann ich kündigen. Sind Sie damit einverstanden, daß das MietSoerhüftniS von diesem Tage ab »u bim neuen Bedingungen forigeführt wird?" Bri Be­rechnung der neuen Miete muß b« HauSbe-'itz« aber dic genauen Unterlagen, not allem den Wen

seines Dauses, angeben. Erkennt der Miet« diese neuen Bedingungen an, dann läuft das MietSver- hältnis ruhig weiter und di» Sache ist für beide Teile auf die beste und kürzeste Att «lebigt.

Glaubt sich der Mieter durch bieic neuen Bedingungen im Unrecht, fo steht eS chm auf Grund ber bestehenden Miet«schutzbestimmungen rei, beim Mreteinigungsarnt Einbruch zu «- i-eben. Dabei muß er ab« berücksichtigen, daß diese neue Vereinbarung unter Mitwirkung des MieteinigungSamtes zustande kam und von diesem als Richtlinie für alle Mietstreitigkeiten an- gesehen wird. Wenn ber Miet« also gegen eine gesteigerte Miete, die jedoch eine 87«vrozentige Verzinsung nicht übedingt, Einspruch «hebt, bann wird er beim Mictciniaun^samt bestimmt nichts rreichen und muß obenornn noch die sehr «beb» Heben Kosten tragen.

Im umgekehrten Falle wird auch ber Haus­besitzer nichts erreichen, wenn er mehr als 87.Proz oeriangen würde: auch er würde bann in die Kosten oeS Vor ahrenS verurteilt ro«ben

Zw fch.n Hausbesitzer- und Mieter- vercin wurde übrigens ve'einbart. etwaige Streitfälle möglichst zwischen b tben Vereinen zu schlichten, und es ist jedem Hausbesitzer und Mieter zu raten von dieser Möglichkeit vor Anrufung des MieteinigungSamtes Gebrauch zu machen. Unter Mitwirkung der Sachverständigen beider öeteine wird sich fnerbri rnttst eine Dinisuns erzielen lassen, lostenlos und zur Zufricb nheit bibet Tci e.

Wird bisher eine höhere Miete bezahlt, als die neuen Bestimmungen vorsehen bann muß die höhere Miete auch weiterhin entrichtet toerben. Wenn oer Mieter die Miete herab-etzen wollte, oann müßte er erst ten Mieto«trag kündigen. D« .Hausbesitzer brauchte die Kündigung nur anzu- nebmen und ber Mieter säße auf ber Straße, denn eine Kündigung deS Miet«; ist bekanntlich ohne Anhören des MieteinigungSamtes wirksam.

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Die vorstehenden Ausführungen find der rotrent- l!ck)e Inhalt des Vortrages, den ber Vorsitzende des DauSvesitzervereins, H«r L a u n s p a ch, gest«n abend in der Mitgliederversammlung deS .Hausbesitzervereins hielt sowie das Ergebnis der Aussprache, die sich an diesen Borttag anschloß. Wir verweisen hierbei auch auf die heutige Generalversammlung deS Mie - terveceinS im Felsenteller, die sich bi ber Hauptsache ebenfalls mit der neuen Vereinbarung beschäftigen wird.

Ans Stadt nnS ktand.

Gießen, den 7. April 1921.

Das Meistgebot.

Aus Londorf liegt uns folgende Nach­richt vor:

Die hiesige Fe ld bere f n i g u n g ist nun soweit beendigt. Die Versteig«ung ber Masses Mundstücke brachte Prci e, wie man sie hier nicht erwartet hatte. Im ganzen sind etwa 700 000 Mark «löst toorben, für den Morgen ein Durchschnittspreis von ca. 9000 Mk. Ta die Kosten der Bereinigung bei weitem nicht so hock sind, bleibt eine ansehnliche Summe übrig, die für Wegebauten usw. verbraucht wirb. Tr. Wagner von Homberg a. d. Ohm hat seine Grund­stücke in der hiesigen Gemarkung auf sechs Jahre »«pachtet und habet so hohe Pacht preise erzielt, daß diese die Ankaufspreise, die seinerzeit für das Land bezahlt worben sind, bei weitem übertreffen. Man berechnet hi« vergeblich, wie die Pächter auf ihre Kosten kommen können.

Dieser Fall der Preistreiberei bei und durch Versteigerungen steht nicht allein da. Ueberall, wo versteigert wird, bei Privaten, Gemeinden, dem Forstfiskus, den Staatsver­waltungsstellen, Die ihre ErzeugungS- und Matecialverkäufe ohne Wertgrenze dem Meistbietenden überlassen, tritt ein förmlicher Wettlauf ein. Das Verfahren ist durchaus ungesund. Den Versteigerern fließen somit zwar erhöhte Einnahmen zu, aber weder die geleerten Kassen werden dadurch aufgefüllt, noch eine vernünftige Preispolitik erreicht. Das Me stgebot verteuert die Rohmaterialien wie den Grund und Boden, und hat demnach zur Folge, daß auch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Fertigfabrikate wieder zu unerschwinglichen Preisen auf den Markt kom­men müssen. Aus diese Weise entsteht bei fis­kalischen Versteigerungen der sogenannte amt­liche Marktpreis, aus den sich die wilden Händ­ler immer berufen können, und bei privatem Versteigerungen ein gewisser Richtpreis, der das gesunde Urteil bei späteren Versteigerun­gen trübt.

Das übliche Verfahren einer Versteige­rung abzuändern, wird nicht leicht sein. Bei gutem Willen der Beteiligten lassen sich aber vielleicht doch Einschränkungen durchführen. Wie bei Submissionen meist nicht mehr Das billigste Angebot den Zuschlag erhält, son­dern das der Ermittelung durch Sachverstän­dige nächstliegende, so könnte auch >. bei amtlichen Versteigerungen der tatsächliche Wert vorher durch Sachverständige festge­stellt werden, und über diesen Wert hinaus dürste kein Zuschlag erfolgen. Ferner könnten in manchen Fällen von vornherein Orts­fremde von ber Versteigerung ausgeschlossen werden, ober man könnte bestimmte Verstei- aerungSobjekte B. Wiesen und Raine für Kleinzüchter) Minderbemittelten Vorbehalten. Wenn Fachleute bei ber Wertfestsetzung die örtlichen Verhältnisse unparteiisch mit berück­sichtigen, werden die Versteigerer, Gemeinden ober Private keinen Nachteil haben, sondern zeitgemäße Preise erzielen, und die Preis­bildung wird auch auf diesem Gebiete zum Preisabbau streben.

Da» Wetzlarer Notgeld.

In Gießen herrscht vielfach Ungewißheit über die Gültigkeit der ccqdnebenen Ausgaben ixti Wetz­larer Notgeldes, bad infolgedessen sehr häufig als Zahlungsmittel zurückgewiesen wird.

Man unterscheidet zwei Serien deS Not­geldes unserer Nackbarstadt.

Tiealte n" Scheine, die in den Jahren 1917 und 1918 ausgcgeben wurden, verlieren am l.Mai dieses Jahres ihre Gültigkeit. ES sind die» die gelben 50 Pi.-Scheine mit dem Bilde der Stadt Wetzlar, sowie die nur einltettg bedruckten 25 und 10 Pf.-Scheine.

Seit November des vergangenen Jahres wur­den in Wetzlarneue" Notgcldscheine ausgege- ben, die bis jetzt noch nicht aufgerufen wurden, und die überall als Zahlung angenommen werden können. Es sind dies bie bunten 50 und 25 Pf.- Scheine mit den Goeitebildern und die 10 Ps.- Scheine mit den Jndustriebildern.

-Vettcrvorautzsage

für Freitag:

Vorwiegend wolkig und trocken, lall, nordöst­liche Wurde.

Wir stehen nx* immer unter dem Einfluß von Randwirbrin ber über Polen liegenden De­pression. Auch die gefangen Niederschläae (4,4 Mälim.'t«) wurden durch klri e Stunnwirvel ver­ursacht. Durch die Lage ber Luftdruckgckiete wurde rin starker Erckruch von kalten nördlichen XBintei veranlaßt, ber erhebliche Abkühlung zur Folge hatte. Bei weiterem Aufklaren unter Wirkung b<4 über Eng and licgatte.i Hochs ist mit Nacht­frösten zu rechnen.

Veranstaltungen.

Donnerstag: Neue Aula, 81/* Uhr, öffent­licher Fraurnvo.t ai über Geschlecht4 ran Seiten. Felsenkeller 87* Uhr, Generalversammlung bei MietervereinsCaf6 Leib 77, Uhr, Konzert. Hotel Einhorn, 8 Uhr, Theater-Banets. Licht- ipielhaus wie gestern. Lichtspiele, SelterSweg, Der Krieg auT bet Ranch",Nach hem Gesetz" und Gastspiel Margot Werner.

* Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 1. April der Studien rat an dem Gymnasium Fridericianum zu Lauloch Tr. Mar Zimmermann zum £tub;e.irat an dem Wvllga.lg-Ernst-Gymnasium in Büdingen mit L l - lung vom 1. April 1921 ab. Ueb«tragen wurde am 2. April dem Lehrer Lrinrich T-ern zu Klein-Karben eine Lehrerstelle an ber Lolkssä)u e zu Garn loch (Jriet« Friedberg). Am 2. April b. IS. wul-de b« Förster trr Forstwariei Swm- borf, Gustav Leger zu Sbrnbon, in gleicher Eigensrlxift in die Focslwartei 'Kalbfen dn Ober* förflerei Kranichftem versetzt.

** Eine öffentliche Sitzung beS PrvvintzialauSschusse- findet SamS- t ag den 9. Apr il 1921, vo.mittags 9 Uhr, im SitzungS'ackl des fRc^erung8gebäut<3 mit fol­gender Tag.-snorbnung trott: 1. Antrag d« Bu- terusschen Ei enwerie in STetiar auf Enteig­nung von Gelände in bet Gemarkung Atzen­hain (Versündung deS Urteils). 2. Gesuch deS Wilhelm S>etl in Friedberg um Erte lang b« Wirtschaft-ko n^efs io n in btm Saufe Große Kostergasse 1 zu Frichberg. 3. Gesuch des Bäckeimri>'iel.s Emst Strttter zu Gieren um Or­tet .'ung der Genchmfaung -um Beliebe eines KaffeeauSsckankS m dem Dause Neustadt Nr. 24. 4. EntschLdimrng für an Maul- und Klau enseuche gesalleies Vich deS Konrad Krausgrill XI. in Niaber-De^sel, des kkarl L-)'.p, t»a selbst, und deS Will-elm &r.ig&>orf r.t Roclen- bevg hi«: Berufung des KreiSdioektorS des KrriseS Friedberg gegen die Beschlüsse des Kreisausschusses des KrerfeS Friebberg vom 17. Januar 1921. 5. Gesuch des Wilhelm Krause »u Gießen um Erteilung ber Erlaubnis »um Betriebe einer Kaffee- wirtschaft in d.m Lxru.se Gutenb«gltraße Nr. 2.

** Eine ringförmige Sonnen­finsternis wirb morgen vormittag zwischen 8.38 Uhr d.s 11,14 Uhr bei unS zu sehen sein, wenn nch biS dahin vor dem seltsamen Natur­schauspiel ber Wolkenvorhang rechtzeitig auftun sollte. Der Höhepunkt ber Verftnsterung, die 96 Pro», beträat, wirb 9.53 Uhr erreicht. ES empfiehlt sich, Beobachtungen nur burch v«ußte Gläser vorzunehmen.

"KleineMitteilungen. In der Oe f- fentlichen Bücherhalle wurden im März 1658 Bände audgegeben. Davon kommen auf: Er­zählende Literatur 1177, Zeitschriften 113, Iugend- schriften 92, Literaturgeschiet te 7, ©ebirfTte und Dramen 33, Länder- unb Völkcrfunde 64, Kultur- g schichte 8, G-sckichte und Biographien 55. Kunst­geschichte 16, Naturwissenschaft unb Technologie 52, X)cer» unb Seewesen 2, DauS- und Landwirischaft 3, Gesund'hritsl hre 4, Religion unb Plnlosophie 12, StaatSwissenscha^t 3, Fremb'pmchlicheS 17 Bände. Nach auswärts kamen 40 Bände. Die neuen Postgebühren haben nachträglich einige Aende- rungen ersahrcn. iTrucksachenkarten ohne schnstliche Aend«ungen odn Zusätze zu 10 Pf. sind auch nach Teutschösterreich undnachUn- garn zulässig. Warenproben nach unbaus fiurem- vurg sclwic Ungarn sind bi; 500 Gramm zug:lassen. Im Grenzverkehr nach Belgien sind Postkarten gegen ermäßigte Gebühr von 40 Pf. zulässig. Entwendet wurden in Gießen ein Fa hrrad (Marke Seidel u. NaumannV Tie Fabr-iknumm« ist unbekannt. DaS Rad hat schwarz überstrichenen Rahmenbau, an ter Vordergabel mar ein Gepäck­träger angebracht. Falls dies« entfernt wurde, wird die Stelle noch sichtbar fein. Entwendet wurden ferner eine goldene Scrrcanterubr mit Sprungdeckel auf dem C. W. eingravürt ist: acht Frauenh7mdcn (weiß, mit Monogramm L B ), ein weiß« Unt«- rock, eine weiße Nack/tiacke und Stoff zu einer Nacht- jacke, zwei weiße Blusen, eine blauseidene Bluse, di grauer Tamenregenmantel mit Tüfenri gel und zwei äußeren Taschen. AuS einer höheren Schutt wurde ein avaugriber einreihig« Regen m antel mit losem Gürtel irnh eine dunkelgelbe Düchermappe entwendet. Als Ersatz fürunbrauchbarge- wordene Reichsbanknoten berechnet bie Reichsbank bie DerstellungS7osten« bie sie neben an­deren Gebühren in 2brüg bringt, wie folgt: eine Reichsbanknote zu 1000 Mk. 1,50 Mk., eine solche von 100 Mk 1,20 Mk., zu 50 Mk. 1 Mk., «u 20 Mk. 30 Pf. und »u 10 Mk. 20 Pf Irr Naturheilverein veranstaltete am Montag einen Vortragsabend, an ban Stud. Jng. Beck« über Jtranfe Serien" sprach, wobei « ausführte, baß Trauer. Furcht unb Sorge neben o dm an- deren die schlimmsten Krankt« ten d« Seele seren Ansteckung burch Gefundhett fei der naturarmäie D<^ auch in der Sedcnfrage M' guten Lebens­kräfte müßten mobil gemacht werden, alles was als Seelengiftt eriannte be, fei fern zu hatten Unsere Seett brauche zweckentsprechende Nahrung, um gesund zu werden und zu bleibet 2* Er­ziehung ein« starken unb geunbe.t Seele sei für leben Einzelnen und für un ec Boll da- erstrebens­werteste Ziel

** In der demokratischen Frauen. gruppe sprach am Dienstag abend Frau L> e u tz- Knavv ub« denFr jede n - ver t ra g und die deutsche Familie". Tie Gar bagt ds Versailler Vortages, aus dessen 4 2jädrigem SckulbgesängniS «st de nächste Genera.ion ent­lassen werde, fei die B.-Hauomng von ber All«n- fdutb TeuttchlMchs am öe Kriege. Tiaer Bc- bauptimg müsse imm« wieder erügegengetreten werden. Den LuxuS der Resgnation in außen­politischen Dingen DnnLn wir unS nicht mehr

leisten, trotz ber Kevferlmgschen

Rohr achS Enthüllungen üb« ^11:«.? t h ^ügengeipele, und nach bem 5dxoeigen h#r rente auf Telb.ückS '2lufrrri<nnn ju en« Tt*. initarwn mit emem gegi e ichen Sve it < en tT KriegSgesck<chte bät en wir ein Recht. . t 3^ L frage für unS zu üernemen. Auch geg -nu.« >-n gegenwärtigen Druck te. 6nte.tr telangt u-Z auted Gewesen ein sZe,chatten an unter« üngiei Ablehnung. Daneben müset wir a ec auch Be­schränkung unb Sparsamkeit üben. Alt bat 0- * das wir für Tabak, ParrumS, Seide u ro i 1 land werfen, müßte unfe.en frmb^nt jug.tr men. Alle Lohn Bewegungen kämen so .an« y- ihre Wirkung, als d« Einzelne Lpariamkeit r« vom Staate verlange. Es werte l>ituvd> anJ teur« und teurer, unb de Un»uI4nglil)frt: f<r Lebensführung werde be mri'ten ipurlo» ttrlsnu, ven lassen. Erne geschmackvolle, ei fade tieu lichkrit sei bann unmöglich, u b b« sc.-tt imt druck em« unhifhien $IacTr.ei fei aui H? unb die ganze £>au5gemeinbe dann unajinxfitr Ttt5 vernichte auch da- Sel'^eul»! riTmti*e unb persönlicher Ari. das We.t^oll e u b <x> zige, waS das Elternhaus m den Jrirbrm groBjidt

" Bornotizen. Tie Deutsche Vollt- Partei ixnanualtd am Freitag im , L-mdenburo einen DiSkussionsabend über den Hess. 'Bartetiag urt "ft.'ßener Schuliragen D« A kn dem Gesangverern macht untetfci weis auft*fc tige Anzeige darauf a .smn.fam. bau it naq Unterbrechung durch bie Osterferien seine r^el. mäßigen Uehungen am Montag ben 11. Lvrü. abent« 8 Uhr, im großen Dörsaale ber Universal Bieter aufnimmt. Sie gelten diesmal dem Ltutiu« eines weltlichen Oratoriums, Schumanns M - werkParadies unb Peri". Tie L icktspiele SelterSweg, bitten uns mrtzuteilen, daß der Fl-« ,,Ter Totenwps" telegrpahisck abgerufen wurde kt gelangt dafür heute ein neues Programm jur Ver­führung:Nach dem Gesetz", ein sech«akf.ger sri- mtnalnlm, untTer Krieg auf brr Ranch", em amerikanisch« Film. Nirvana (3. Teil) gelannt t«. jegen erst ab SamStag zur Vorführung. RöherkS liebe Anzeige lieber ben FilmDie Dundcr bei Schneeschuhs", t« im L i cht s p ie l ha u i, Lahir- hofstraße, läuft, ist unt«Turnen, öpid, 5Dorr' eingehend berichtet.

©nlbbränbe.

Nonnenro th ö. finngen, 5. A^il. Bn- aestern entstand in unf«em Qkmei d.irast». in sog.LSchen", zwischen unterem Ture u b ixme*. darf, ein W aldbranb der leiI» a- inte dchnung hätte nehmen können. Tec St-rben er­streckt sich auf einen wertvollen Besard 2nährran Fichten, und ist durchaus nicht unbebeut nb. ftr Tat vnbächtig erschri'ien b et u ge Leute cui Langsbors, die an bet betveffenben Stelle kurz vor dem AuSbrechen dcS Yrande; ges-chm wurden. Die Staatsanwaltschaft ist bereits in Kennt- ü gefetzt worden.

ZS W e t terfeld b. Laubach, 5 April. Der Wald brand im benacVa ten ..SttäuckeS' (un. weit unserer Bahnstation), von dem wir am Mn» tag tun berichtetrn, enfbanb. wie ctzt eruwai btrn festgestellt ift durch abfa i genbr Fu:kn bet Lo­komotive. Nur 180 Cuabtatme er zehnjähn-ae Fichtenbestandes nruitxm vom Brande e r 6t, ber durch das tatkräftige dingtet fett be.» Fo-stnani Neuß mit tLiitcrftüßimi te5 Vari ri^xr 3a *> aufteh«S rasch gelöscht wurde. Ter d-tch den Brand entstandene Schaden ist unlAXutenb.

Oeffen-Nassau.

Dai Eodk dcS Tren#|ortarbfitfrtiTtfll.

fpd. Frankfurt a. M., 6 M 'RoÄ fünfstündigen Serba düngen it laute a-erd jrv schen ben Arbeitgebern unb den Arbeitnehmer, des Transvoriaewerbes eine Einigung eqett worden. Tie Tarn.» rin rief er u fcn SO Ja-vu erholten eine Lohnerhöhung von 12 P ozent, de üb« 20 Jahre eine foldx non 6 Prozent Sdyveo» arbeit« bctontmei 10 Prozent. TaS JrbLmaiai hat Gültigkeit bis 30. April b. IS Tr Arbeit wird am Donnerstag morgen in vollem Umwn| wieder ausgenommen.

Schöffengericht.

Gießen, 5 April 1981.

Am 3 WeihnachtSftieriag 192) schlug eie lunger Bursche aus Leihgestern ob« jede Veranlassung einem Bergmann mit ein« teeren SchnapSslasche derart auf ben Kops M eine Haffenbe Wunbe entflanb Diesen RobeitS« streich muß ber I4tet mit 400 M k. GelbÜreir büßen.

Ein Fabrikarbeiter von Klein- Linden bat in einer hiesigen Gummi abnk re AutoschlSuche unterschlagen unb erhält dri- balb mit Rücksicht auf seine bilberiae Unbd»tt' peit nur eine Geldstrafe von 3 0 0 M k.

Wegen Diebstahls eine» SackeS wu Kohlen in dem hiesigen Bahnhof erhält ein Fuhr­mann drei Tage Gefängnis

Ein ßüttenarbeiler und feine ffMr® auS Lollar haben im letzten Herbst au be« Hofgut in Friedethause.l aus väjt «.*1 ju Kartoffeln geswhlen und werden betfaj wegen Notdicbstahls zu je 7 5 M k. Gelbstra« verurteilt

Degen Diebstahls tnrirr rb'togtatJb Ao parate im Wette von etwa 200) Mk. »uv eine- Revolver- hat ein in Bad-Naubrim wow- Hafter Photograobengehilfe aus Dorh im rire Oe* larntgefängniSstraie von 6 Wochen durch w»* befehl erhalten. Da « heute unat schuldiat eu»* geblieben ist, wird sein Einspruch dagegen verworfen. _

Bei der Hundeausstellung im Avril 1920 bette ein in Berlin wohnender Hchaust i ler von v« eine von ihm gelauste Ba r so i-H ü nbi« aestellt. Da der Verdacht entstand, daß sie ihre« -rüheren Besitzer abhanden gekommen let «ur« sie von der Polizei beschlagnahmt. ie»a dem Vater deS Angellagten un « Betonn^gahe vei Beschlagnahme zur weiteren «rung über.a it» Twtz brr Beschlagnahme brachte d« Angeklag» die Hündin einige Tage spät« von (9 eben und veräußerte lie. Er wird deshal» einer Geldstratt von 100 M k. öerurtnlL

Eine Witwe aus Rödgen, die bei ven tertigen Landwirten die Milch sammelt sie in die Grücksche T^ofleret dahier oblieieri. w» trotz ihres Leugnens ü.erfübrt, die in ihrem Haushalt genxnmene Milch »ur Verbutterung <r ralmt unb die Magermilch der von ihr zur av* lief«ung g-fcunndiei Voll muck »ucc etzt W-gen die « Nahrung-mit te _ * ® erhält sie m t RESicht auf ben Mi »brauch r-rer Vi-mra-uensitellung al- MilchernsaiirmlerM G)db''JXT\' von 1000 Mk .

Pech hatte ewi Kraftwagen f ührer Gladenbach, d« emai St.nftd hl üb« 10^- «halten batte, weil er mit «emem XW** trotz deS besvchendai SperrverhotS Und) den engr»