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Italienische Truppen in vberschlesieu.
Berlin. 3 Mar». (SBoIff.) Nach einer Mitteilung der itolienifdkm Botschaft entsendet die italienische Rcgürung reeihrc Truppen m Stärke eines Regiment- zur Abstimmung nach Oberschlesien.
nuiB noch unternehmender sein. Unsere Industrie hängt v
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datsfrage der Regierung Harbing überlassen. Das Staatsdepartement erhielt in der gleichen Angelegenheit auch eine Note der englischen Regierui g, deren Text jedenfalls einen Tag später veröffentlicht werden wird, als der Text der Note des Völler- bundsrats.
biet, die *nnt einer solchen ffkmfotibtcrimg der Verhältnisse verbunden wäre, würde allen Staatsparieren zugute kommen. Außerdem würde nach Regelung der R'pararion-sragr ein ivich iger Au^- gabepoi'ien der m i .en Ländr nämlich ie Rü - slungsausgabe, sogleich n< e. tlich sich h rab- setzen lassen.
Unsere Sachverständigen glauben, daß unter diesen Bedingungen am dem internationalen Markte 6 Milliarden Goldmark realisierbar sind Tas würde, wenn man die Summe beispielsweise in Franken um rechnet, heute einen Betrag von e twa 3 0 Millia rde n französische Franken mismachen. SB-r würden von deutscher Seite diese Summe zu Dcr,tnfen und tu amortisieren haben, daneben aber noch den Restbetrag der übernommenen Gesamt Verpflichtung, also entsprechend der Höhe der Anleihe etwa noch 22 Milliarden Goldmark. Tie deutschen Sachoer- rCmbigen haben berechnet, daß. adges hm von dem Zinsendienst für die Anleih:, die Summe odn einer Milliarde Goldmark der .Höchstbetrag sei. den Deutschland voraussichtlich in diesem Zeitraum würde aufbringen können. Sollte diese eine Mil- liarde. die an sich schon eine optimistische Schätzung ist, nicht ausreichen, um die 22 Milliarden zu verzinsen, so würden diese Zinsen nach unserem Gegenvvrsch'ag unverzinslich zu stunden sein, so daß sie nach Ablauf von fünf Jahren b*r Gesamtsumme zu Zuschlägen wären, lieber den Rest der gesamten Summe würde 1926 ein neuer Finanzvlan aufzustellen sein Bon da an müßten sich natur* g-nnäß die deutschen Jahresleistungen erhöhen, da Deutschland den Rest innerh 15 30 Iah namo- ti Heren wolle. In der Uebergangszcit von fünf Jahren würde Teutschland verpflichtet fein, zum großen Teil in Sachl istungen zu Zahlen. Taneben ist es auch bereit. Arbeitsleistungen zur Bersügung zu stellen. Tie Sachleistungen und Arbeitsleistungen würden auf di: Annuitäten anzurechnen sein. — Nach diesen einleitenden Bemerkungen darf ich anheimstellen, unsere formulierten Vorschläge verlesen zu lassen. Ich bin dann bereit, über die Einzelheiten weitere Aufklärung zu geben.
Einverständnis mit Frankreichs Alliierten keinen neuen Nachlaß gewähren, der Frankreichs Guthaben herabfetze. Man iverde Besiegten die Bedingungen diktieren.
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Paris, 3. März. (WTB.) Nach tri«.*. Havasmeldung aus Washington wird das Staatsdepartement die Beantwortung der Note des Dötkerbundsrats in der Man-
Bertin, 3. März. Im Zirkus______
fand heute die erste Tagung des Reichst
hängt vom Ausland ab. Tausenderlei Lachm müssen wir ein iü teert. 2»» bald eS heißt: „Tcuhdy Wove", Tie fer, usw.. wrrd'S gekauft. Wie überall, muß \ctMSd Den Markt erst studieren und dann arbeiten.
Gcietzgebung? Motto: Bei Gott und in ffr* silien ist alles möglich. TaS Geietz i t gut. »btt vor dem Geld gibt es keines. Aussichten fttr ®v zelne Berufe: Dte meisten Kch leider, usw mühen nebenbei noch In der Vaiihnnrd®«* arbeiten fönst reicht'» nicht An den (Fi enix**! usw. arbeiten meistens Neger; auch in bc.i_5tant* Plantagen in Sao Paolo. Nur keine Beul* scheu bewegen, nach Sao Paolo i n bij K a f f ee plan t a g en zu gehen, sie werd» direkt Sklaven. tÄndrvirtfchaft. arberS «du tj TeuN'chland, viel schwerer, öairt hi er. Kow« des Hn:eihal:eS z rmlich hoch. Für TlaiHiurti» ist es hier nichts »gründen von Fa.'riken): W wen.« Leute, zu wemg Siä^te. 4>aupnade: L'ani*
mit wmi; Ausnahmen in Ostpreußen ke nen Schaden gelitten. Die deutschen Fabriken sind völlig unoerührt. Im Augenblick der Beendigung des Krieges stand es ihnen frei, ihre Waren herzustellen und an die Welt zu verkaufen, wahrend ihve Kon- Eurren^fabritcn und Werkstätten zerstört und ihre Maschnrn entfernt ober abgebrochen waren. Daher bedeutet es, wenn die Reparalwnsschuld von Deutschland nicht geleistet wird, daß die Sieger
tifen mtb Walzwerke tn Belgien. Sie wurden absichtlich mü Dynamit -'sprengt und der Grunb und Boden in Trümmer lieg.m gelassen, damit mach Beendigung des Krieges die belgische Jndu- stri' Jahre brauchen sollte, um mft Deutschland wieder m Wettbewerb traten zu können. Ich kann noch mit vielen anderen Fällen dienen, in welchen französisch? und belgisch: Fabriken, die für die deutich? Konkurrenz eine Bedrohung darstellten, mit Vorbrdach stil gelegt mürben.
Anderseits haben di? Gebäude in Teulschlano
Die Hetze in Frankreich.
P aris, 3. März. (WTB.) Die Bereinigung der Genossenschaften der durch den Krieg Geschädigten hat eine Kundgebung an Ministerpräsident B r i a n d gerichtet, in der es heißt, der Friedenswille Frankreichs komme täglich zum Ausdruck, während jeden Tag klarer werde, daß sich heute unter der Maske von Jammern in Deutschland ein Imperialismus geltend mache. Das verwüstete Frankreich werde fein weiteres Nachgeben dulden. Ministerpräsident Briand werde im
vielen Punkten der Denkschrift der fintierten Recht gibt. In anderen Punkten gibt fie allerdings abweichende Angaben über die b e 1t i d>c Lei - stungss ähia keil. Diese kann des! alb nur f'?üg:stellt werben durch kontrabiktatorische Verhandlung en.
Die wirtschaftliche Denkschrift ist sehr kurz. Ich bitte zu.bedenken, bar, itber Tag das Ergebnis eingehender Prüfung bt: Sachlag gewesen iit. Aul die Pariser Beschluss muß ich nur ionx.t eingeben, i m $u zeigen, wi: wir, von diesen B - l'ckllien ausg?l/end, zu scheinbar sehr entgegenge» fehlen Folg.rung7n gekommm sind. Wle W<ll iit sich barüber einig, daß diese ungrh uere Summe nur herausgekolt werlen kann aus bum lieber- fchuß der Ausfuhr über bie Einfuhr, i m aber einen solclpn Heber schuß von 6 Milliarden Gollrnark herbelluführen, ist eine Ausfuhr notwendig. bi: den lährlichm Ausfuhrüberschuß um ein Mehrfaches übersät. Tas kann nur sein, wenn Deutschland in ferner Pwduklivn sehr ergiebig ist unb freie Hand hat m der Einfuhr von Rohstoffen und Lebensrnitteln, da wir durch den
Bus Oesterreich.
Wien, 3 März. (WTB.) Bundeskanzler Dr. Mayr gab im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten ein Exposee, in dem er angesichts der immer bedenklicheren Gestalt uny der gesamten Lage Oesterreichs die Dringlichkeit der Entscheidung der Großmächte über die Hilfsaktion betonte. Die Politik der Regierung stelle sich loyal auf den Standpunkt des Friedens von St. Germain. Wir brauchen daher den Vorschuß der fremden Hilfe bald und können nicht länger zuwarten und zusehen, wie unser gequältes Volk äu Grunde geh-t Sollten die erörterten Pläne der Hilfeleistung und des Wiederaufbaues scheitern, so müßten wir als Mitglied des Völkerbundes vor dem Rate desselben unsere Lebensfragen verteidigen. Hinsichtlich der Frage der Auslieferung des Goldschatzes teilte der Bundeskanzler mit, daß die ursprünglichen Fristen der Ablieferung verlängert und verändert sind und daß die endgültigen 93er* l)andlungen hierüber Mitte März tn Paris vor der Reparationskommission stattfinden werden. Bezüglich der Beziehung Oesterreichs »um deutschen Reiche erklärte er, daß die polittsche Klugheit gebiete, augenblicklich alles »u unterlassen, was die internationale Lage Deutschlands erschweren könne, und daß unsere besten und innigsten Wünsche die deutsche Delegation auf der Londoner Konferenz begleiten.
Au» 6cm Neiche.
Der ReichSlanübund.
Deutsches Stimmungsbild aus Rio Grande öo SuL
Tem Deutschen Auslano-Jnstikut Stuttgart schreibt ein seit Jahren schon ansässiger Reichsdeutscher aus dem Innern des Staates Rio Ärande do Sul (Brasilien, nähere Einzelheiten, welche zugleich für deutsche Kaufleute und Auswanderer werb volle Winke enthalten:
„Tas Schlimmste ist, daß unter VolkSstam» so roeniq einig ist. Man hal in Teutsch.a:ib Bw- frl-itm vielfach als einen Verbannung^on angv- leben, wo bie hin gingen und geschoben wurde», welche ettvas aui dem Kerlholz batten Unö t> eie batten bann em $u schlechtes Deispft) gegeben. Tas war der größte Felder. ES kommen 13 unter allen Böllern schlimme Sachen vor. aber Heer speziell von ben Reichsdeutschen auch Viele memen, hier läge das Geld aui der ©trabe, mal brauche es nur aufzuhebcn. Nein, nur iüttd) charakterfeste Menschm, die wissen, was fie wollen, kommen vorwärts, die auch einen relinöwn FsiD haben. — Bitte arbeiten Sie daran> *tnn, dotz wrr gute, mit Land und Leute so ziemlich bo* kannte Konsuln bekommen, die ein Herz hoben hir uniert deutschen Brüder rat Auslaich: und nicht stolz und unnahbar smd. Ja, es ist ungeheuer fl* fehlt worden Bon Porto Aiegro läuft eine Eis.-nbahn (Schmalspurbah.i) nad) Taguara Jv weubcm Zustach f;e ist, will ich Derfdxtxigfli Aber schon öfter sind die Mtunäre geroerbieö worden Darum betejigt sich der Teutiche w wem- an solchen Unternehmen? Vie ganz anberö wäre cd bann damit bestellt. Man b.trächte fctl'otrtf* weife bie gegenwärtigen Unternehmungen der Nordamerikaner! Tie Leute veo- stehen es unb machen Bombengeschäfte. Ter Deutsche
fache ti Annuität ausgchührt werben muß, um bas Verlangte Ut leisten, b. h. es müßten um 6 Milliarden Goldmark %u zahlen, ungefähr 2 4 M i llia rden au5g,effi‘brt werd n Teutsch- lanb ft'l gc^ratngert/ auf d msW lttnarkt de>i ariber-m Industriestaaten eine Konkurrenz zu machen in einer Weise, wie sie bie Geschichte noch nicht gesehen hat. Die Schwierigkeiten würben durch die I2vrozentige Aus fuhr ab gäbe nur vermehrt weiden, denn mich btefc wirb man ja nur leisten können durch eine reitete Steigerung dcr Ausfuhr. Entweder wird sic vom Ausland getragen, weil der Preis der Warm um 12 Prozent erhöht werden kann, ober aber die Industrie wirb durch bie UebcrnalMe der 12 Pvl^cnt belastet, uub bae würde fie auf die Tmrcr »um Erliegm bringen muffen. Augenblictlich ftnb bie deutschen Exportindustrien in ber Lage, billig zu exportieren. Das wird aber nicht nt^r lan^ der Fall sein. Die gegenwärtige Lage der deutschen Industrie ist bedingt durch den schlechten Stand ber deutschen Valuta. Im Hinblick auf die heutige Lage bet deutschen Wirtschaft muß man schm ein rechter Optimist sein, um den Bedenken der deutschen finanziellen unb reittsckioftliclxn Sachvetständigen zum Trotz beitintmte Versprechungen zu machen. Tie deutsche Regierung hat nichlsdestoweuiget feste Ziffern gebrmht, weil sie daraus vertraut, baß das deutsche Volk gmofre Lasten auf sich nehm'n unb in harter Arbeit ab trogen wirb, wenn es die Aus- stcht hat, sich tn bestimmter Zeit von den Verpflichtungen des Fri:dmsvertragcs frei zu machen. Das beiitidx Volk stirb niäst leistungsfähiger werden. wenn cs sicht, boß auch seinen Kindern unb Enkeln Zahlungsverpf.ichtungen anserlegt werten. Für den Stcuerzckl^er in ben allnrte.i Ländern oder für die Bewolwer in den zerstörten Gebieten ist es kein Trost zu wissen, batz wir nach vielen Jahrzehnten Amruüäten zahlen müssen, deren heutige Werte nicht für sie mobilisier b a r sind.
Tie deutsche Regierung glaubt deshalb, daß ein anderes System an die Stelle der Annnftäben gestellt toetben muß, nämlich di: ber festen Zahlungen, bie cui Gegenreattswett- ^rechnet find und bie auf die gewöhnliche Wctse zu verzinsen unb zu amortilieren find. Wenn man bie Annuitäten ber Pa iier Vorschläge mit ben uns zugestaubenen 8 Prozent auf *ben 1. Mai 1921 rückdiskontiert, fommt man zu wenig nicht als öO Milliarben Goldmark, eine Ziffer, bie aud) wiederholt in ber alliierten Preße genannt worden ist. Es ist tn ben Pariser Beschlüßen nicht ganz klar ausgesprochen worben, inwiewcu auf bie Annuitäten die Leistungen anzurechnen find, die nach dem Friebensverttag auf Repara- tivnskonto angeröchnet werden rnüsen. Ti ie Sachleistungen wurden von ber Reparaftms- komrnission ncuerbi igs berechnet, aber nach .inem System, das nach Ansicht der deutschen Regierung nicht in Frage kommen kann wenn es sich um die Frage banden, wieviel Deutschland bisher cm Repa rat ionskvnto gezahlt, geliefert und abgetreten hat. Die Reparativ s ommr, wn hielt sich nämlich lediglich an die Bestimmungen des Artikels 235 des FrickenSvertra^.v Die er Artikel enthält aber einige Posten, die zwar angeredxnet iver- ben auf bie Ziffer von 20 Milliarp.m Goldmart, bie biä zum 1. Mai 1921 fällig ist, ikboch leine Dorleistmiqen TeuN'chlauds tarstelen, lei'pie's- weise die Vorschüsfe ber Alliierten für bie’ Lebens- mittetlieserungen an Teutschland, und btc Auslagen ber Armeen für O k ku pa t i o n s ko st e n, die noch nicht von Deud'chland erstattet worden sind Auf brr anderen Seite enthält Drttlel 23 > verschiedene Leistungen nicht, bie Teutschland bereits gemadit hat, wie bei.p-.elSweise das Heeres- gut, bas beim Rückzüge über den Rhein zursick- tzclassen wurde, und übergebenes deutsches ReichS- unb Staatseigentum. Man kann hier noch die Uebergabe von großen Kolomatwerten in Rech- nimg stellen. Tie bcuiftbe Rebiening fchätzl den Gesamtwert der b s ictzc oelrese ten Daren und Werte auf etreaS über 20 Milliarden Golt- mark. Sie schlägt vor, dielen Betrag von der vorhin erwähnten Summe von 50 Milliarden Goldmark abzuziehen. Dcr B^ft'ag von 30 Mil- liarben Gvldmark ist auch dis Marrmum deften, was irgendein Sachverständiger wigemutet (>at. Natürlich müßte bie cummt von 20 Milliarden Goid- marl nachgeprüft werben, ba, soviel ich weiß, die Berechnungen von alliierter Seile davon erheblich abweuben.
Tie so gewonnene Restf'umme würde, ftonvit als mdgfidw, durch eine internationale Anleihe zu mobilisieren fein, für deren Verzinsung uno Amoni ierung De'itfrtckano eine G«vähr übernehmen müßte. Ai genb i lich wü'd: s ach Ansicht ber Sachverständigen nicht mög ich ein, eine solche Summe auf d.*r Welt unterzubriugn. Um uberfxniot eine crbfblüfec Summe im Weg? ber Anleihe flüssig sm mndien, müßte fie mit befon - be re n Vorrechten au-genattet werben. waS nur recht und billig erscheint, da der Zweck der Anleihe sein roüric. Zivil schaden zu ersetzen, di zer^ö ften Gebi.fte rerde- aufjubanen und bi: Welt ron ber gno'<n Svammng -u befrei.m. unter be: fit fetzt lei'et Eine solch' BeovrrechtunA der Anleihe erblicken wir vor allem darin, datz man ibr in allen Ländern Steuerfreiheit gewährt. Ich verkenne br' Beb nken nicht. H1 in ei an solchen Vorschlag für bie Fina mi ifter aLer be- te lvrtcn Staaten I egen würd.n. Einmal wä e bad investierte Lavita! den Sm eMtme- eiitioa n. Sodann würde eine solche Anleihe gerignet »ein, ben ff u r d ro e r t ber anbmn S.t a a t -5 p a v i e . e ju brücken. Trotzdem kalte ich iric Bedenken nicht für unüberwind ick.. t>mn di: Beseitigung der Unsicherheit auf wirtschaftlichem und politischem Go
Vie Rede de; Minister; Simons.
London, 3 Män. (Wolsf.s Die Rede Dr. Simon- am 1. bs lautete:
Tie deutsche Regierung ist nicht in der Lage, bie Pariser Beschlüsse in ber Form an ju nehm en, in der fie übermittelt wurden. Sie wirb jedoch Gegenvorschläge machen. Ich habe zunächst baS Bedauern ber deutschen Regierung auszusprechen, baß bie Vorschläge nicht früher übermittelt werden formten. Aber bie beut» schcn Sachverständigen waren so verschiedener Ansicht über Deutschlands Leistungs ähigteii unb bie Art ber Leistungen, daß das ffabinet: ei e Entscheidung trcfsen mußte. Die Entscheidung, bie sehr diel mehr volitischcr als techni cher Natur war, erfolgte erst am Freitag ben 25. Februar. Am Samstag mußten noch bie Partei ühver gehört werden. Die Vorschläge tonnten daher erst roäb- renb ber Reise im einrelnen formuliert werben. Der Wortlaut wurde cnb-iültig erst in vergangener Nacht scstgcstellt. Die Schwierigkeit, bie iich bei Aufstellung ber Gegenvorschläge ergab. lag in bem erkennbaren inneren Widerspruch bc 5 o bl e ms. Finanziell sollte aus ber beutschen Witttchaft bie denkbar höchste Leistung beraus- Seholt roerben, waö nur möglich reäre, wenn ber euticbe Handel aui ben höchsten ®rai> ber Lei- stungSiäbigkctt gebracht würde. Andererseits will man die deulichc Industrie auf ein solches Niveau herabbrücken, baß sie für bie an eren Länber wenig ober feine tonturren3ge;abr bildet. Beide Zwecke !D^rt*n^v'nt^aF auf ber Pariier Konferenz verfolgt. Die Aufgabe ist aber nach Ansicht ber deutichen Regierung durch Nebeneinanderstellung der Annuitätcn^ahlungen und ber AuS.uhrabgabe nicht richtig gelost.
Ich will eS nicht imtemehmen, hier in eine eingehende ffritif ber Parier Vorschläge ein zu- treten. D e beutschen Sachverständigen ’iajen eine wirtjchailliche unb finanzi lle Denlschr s. auoie- arbeitet bie ich mir erlauben we.be, am Schluß dieser Sitzung zu übergeben Die finanzielle Denkschrift bildet zudlrich Die Annvon aui daS cu.- führliche Gutachten. daZ bie Brüsseler Vertreter ber alliierten Mächte ihren Regierungen über die Finanzwirt chaft Deut'ch.and> übene dit ha e.t Lch kann feststellen, daß biete Gegendenkfchnjt in
den Prei5 der N:eberlagc bezahlen und die Unterlegenen die Frucht deS Sieges ernten werden. Ich habe durch die anw?senden belgischen Minister davon Kenntnis erhalten, daß die Zerstörung belgischer Fabriken und Maschineneinrichtungen soweit gegangen ist. daß die deutsch- Armee in Belgien loO 003 belgisck^ Arb i er nach Teutschla.'id deportiert hat mit der Begründung, daß fie arbeitslos feien.
Aber das stellt nicht die Gesamtheit des Schavens dar, ber als Folge deS durch die kaiserliche Reaierung provozierten Krieges verursacht wurde. Ich habe nicht die Zahlen Für Italien angegeben, nicht bie Gesamtheit ber Balten für Großbritannien. ^ch habe jene Zahlen nur an- gegeben ali Beispiel für die Zerstörungen, die Uattfanden. Da ist weiter die Zerstörung von Millionen Tonnen von Handelsschiffs- r a u m s. Großbritannien, das mehr als irgend ein anderes Land von feiner Schisfahrt abhängig ist. wurden acht Millionen Tonnen versenkt. Aber diese Aufstellung ist unvollständig ohne die Erwähnung deS noch bitteren und verheerenderen Verlustes, der den alliierten Ländern zugefügt wurde durch den Tod und die Verstümmelung von vielen taufenden ihrer jungen Männer in der Blüte ihrer Kraft Frankreich verlor 1400 000 an Gefallenen unb muß für 1350 000 Menschen Pensionen zahlen. Das britische Reich verlor 1 Million an Gefallenen unb btr Verstümmelten, die Pensionen beziehen, zählen 1700000. Ich habe nicht die Zahlen für Italien und Belgien bei mir. Diese »Verluste bedeuten nicht mir einen Schaden für bas ganze Land an wirklichn: Stärke unb Probuktions- fäbigteit, sondern auch eine schwere jährliche Bürbe &bie Hilfsquellen bes Landes, um die Hilfs- rftigen uno Verstümmelten, bx nid* md/r erwerbsfähig find, zu erhalten. Allein Frankreich 4znd Grotzbritannien tragen in dieser Beziehung jährlich eine Last, dir nahezu den dvrifachen Betrag der ganzen Jahreszahlung ausmacht, die Deutschland jetzt anbietet, um ber Rcparations- •forbenmg für Schäden sämtlicher Art zu ent» iprechcn.
Zweifellos hat Deutschland unter dem Kriege gelitten Sein Menichenverlust kann je- . doch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl nicht »mit ben von Frankreich erlittenen verglichen toetben und was den Sachschaden anlangt, ist die Verwüstung in Ostpreußen unbedeutend im Vergleich zu der, die Frankreich zugefügt wurde. Was wird bei dieser rieten haften Unbill Frankreich jetzt angeboten? Dem Frankreich, das erbebt Hinter der Last ber Ausgaben, bie ihm anserlegt sind, dessen reichste Pwvinzen in eine scheußliche Wildnis der Zerstörung unb Berzwei lung verwandelt find? Dem Frankreich mit ।einem bringenden Bedürfnis, zerstörte Heimstätten wieder aufzu» 6aurn, Fabriken wieder herzustellen, die die einzige - Grundlage des he mischen Lebensunterhaltes bilden, deS Lebensunterhaltes für die Armen, bie fünf Jahre lang bie Schrecken beS Krieges in ihren verwüsteten Pwvinzen ertragen haben ? Dem Frankreich mit seinen ungeheuren Pemionsver- pflichtungen. bie äu ben übrigen noch hinzu kommen ? WaS wird Großbritannien angeboten mit feiner riesenhasten Schuld und einer Pen- sionSlast. die es bei Durchsetzung eines Vertrages auf sich nahm, ben fein König mit bem König von Preußen unterzeichnete, der aber von des letzteren Nachkomme gebrochen wurde? Was wird Italien unb Belgien angeboten, um ihre Lasten zu erleichtern? Nicht ein Viertel der Summe, die zur Reparation des Schadens eiforoer» sich ist!
tfnftergrr.
B erlitt, 3. März. Wolff.) Der schäftsordnungsausschuß be3 Reichstags bo» ' schloß heute, in der Steuerangelegenheit Erz- 1 b e r g e r auf dringendes Ersuchen Gtjberger* die Immunität Erzbergers für die cn FaU aufzuheben. Der Beschluß wurde gegen vier Stimmen gefaßt.
Generalstreik und Bürgerabwehrftreik in Stettin.
Stettin, 4. März (WTB 1 In ratet großm Bersammlund ber Betriebsräte unb 8oC. ftänbe ber freien Gewerkschaften würbe gestern nachmittag als Gegenmaßnahme ge e.i die Aus. sperrung ber Arbeiter aui ben K ilka iwerftemA mit 780 gegen 484 bei 23 ungültigen S imm« beschlossen, am Freitag mittag in den Öeneral- streik zu treten. Den Arbeitern in den Bäckereü» und Kranlcnhäu ern wird Die Arbeit geftat.eL Elektrizitätswerke dürfen nur soviel Strom ab geben, als bie Ärantrnhäu er benötigen. Im übrigen werden die Elektrizitätswerke mllgeieflL Ju | den Gas- und Dasfenverken bür en nur NotitanbS- I arbeiten verrichtet werden. Auch die Zeit ua. gen mit Ausnahme des sozialistischen „Volks- boten" und des unabhängigen „Kampf" büriew nicht erscheinen Als Gegenmaßnahme wird der Bürger bund morgen einen Abwehr- streik ankündm. Die Eisenbahner streiken mdn unb bie Gewerkschaften finanzieren den Streik nicht ES heißt, baß keine >s:reikgelder bezahlt werben. Für ben Fall, daß bie Technische Not'.nlfc in Aktion treten wirb, sollen auch bte Notstands- arbeiten verweigert werben.
Eine BettiebSschließung.
Berlin, 3. März. Am Samstag vormittag wurde dem Betriebsrat der Bel^schast der Waggon-.Reparaturwerk st Lite Ambi in Potsdam bie Mitteilung gemacht, daß infolge gänzlicher Unrentabilität bes Wev» kes der Betrieb geschlossen werden müßte. Bisher bestand bie von allen Organi. sationsvertretern anerkannte Möglichkeit auf einer für die Ambiarbeiterschast einig«, maßen erträglichen Grundlage, die Betriebsschließung ouszuhalten. Diese Möglichkeit ist jetzt, wie verschiedene Blätter berichten, ent» fallen.
Aus dem bayerischen Landtag.
München, 3. März MB.) In der heutigen Sitzung des Ausschußes des ba oe rti tbee Landtages erklärte Fmanzm irisier It. K raus neck bei bem Kapitel ,.Gesundhei tS- pflege", daß sich bet der E.atsaufstellu^w du ungedeckter Fehlbetrag von .370 Millionen ergebe. Nur durch Streichung ane4 Teiles ber Ausgaben sei bte Bilanzte.u.ig möglich. Es läge eine tiefe Tragik darin, baß sich te! Volk größte Einschränkungen gerade in einer Seit auierlcflcn müße, m der die allgemeine Not nach staaclichcr Dilfe schreit. Bei btc er Beschränkung müsse uns der Gedanke trösten, biß bi* ben Volks- körper bedrohettden Gte afoven m;t sanitären Matz- | nahmen allem nicht ausgerottet werben können, I denn das liebel, an dem unser Volk krankt, liegt in den allgemeinen wrrtschaftlickten V ihättntk>en begründet, welche die Unterernährung weiter rk<otks- kreiie zur Folge hätten. Hier toirriamt ßü<e zu schaffen, liege nicht allein in unserer Macht. $>ia ieien wir von ber Einsicht unserer Feuibe abhängig.
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landbunbes, dcr Spitzenorganisa- tion der deutschen Landwirte, statt. In seinen einleitenden Ausführungen setzte ber Vorsitzende R ösicke auseinander, daß bie wirtschaftliche Not der Landwirtschaft ben Zusammen'chluß aller Landbesitzer in einer einzigen Organisation notwendig gemacht habe. Der Redner gedachte ber Lonboner Konferenz und der bevorstehenden Entscheidung in Oberschlesien. In beiden Fragen sei eine stolze, feste Haltung des deutschen Volkes zu erwarten. Der Tagung wohnten il a. der frühere Landw rfchattsministcr v. S-ckiorle- mer-fiiefet, der Staats ekretär a. T. v. Linde- quift, Prinz August Wilhelm und Prinz OS- kar von Preußen bd.
Krieg wichtige Gebiete verloren habe seither zur xterfuqaing standen. Unie Händigen haben benyf"'ft, daß etwa


