lunß Deutschlands an bic Entente in Löhe von 35 733000 Dollars infolge von .Kursschwankungen statt 150 nur 140 Millionen Goldmark betrage. Die Auffassung fei unrichtig, da der Dollar aus Grund der Goldparität von ca. 420 gutaeschrieben wird Zu der weiteren Meldung, daß Deutschland bereit sei, einen der Wechsel über 10 Millionen Dollars in wenigen Tagen einzulösen und daß Berliner Banken an der Arbeit feien, die Summe aufzubringen, hören wir, daß die 10 Millionen Dollars bereits vorhanden sind.
Uebergabe der Rheinschiffe an Frankreich.
P aris, 2. Juni. Die Uebergabe derRhein - lcyiffe an Frankreich gemäß des amerikanischen Schiedsspruches, die in Artikel 357 des Friedens- Vertrages vorgesehen ist, wird jetzt, wie Havas meldet, vorgenommen. Das erste dieser Rheinschisfe ist unter französischer Flagge am 1. Juni in den Hafen von Straßburg eingelausen.
Die Lieferung von Holzhäusern.
Paris, 2. Juni. (WTB.) Die Verhau d- Lungen über die Steuerung von Holzbau- fetit an Frankreich haben in den letzten Tagen einen guten Verlaus genommen. In etnqclxnben .Verhandlungen wurden zunächst die Konstruktion imd die Grundrisse erörtert. Neben der reinen Ho^bauwei'e sollen auch aenvifchte Bauweisen, bei denen GipSdrele, Betvnplalten usw. Verwendung finden, für die drei Hausarößen beabsickchgt sein. Für beide Bauweisen ist Vorsorge getroffen, daß die weitesten Kreise zur Lieferung herange-ogen werden können. Da diese Bauweisen für die Bevölkerung in den scrfbfrrten Gebieten eine Neue- rung bedeuten, wünscht die französische Regierung zunächst eine größere Borlieferung, di? es ihr ermöglichen soll, diese Bauroeisen bei der Bevölke-» rung kinLuMren, #
Die Politik Belgien»
Brüssel, 2. Juni. (WTB.) Agence Belgc. In der .stanimer erklärte bei der Beratung des Etats des Ministeriums des Auswärtigen Mini- sier Jaspar, Deutschland habe den ersten Beweis seines guten Willens gegeben. Man solle ihm Glauben schenken. Dü Regierung Wirths sei durchaus entschlossen, die durch den Vertrag von Versailles auferlegten VerpfliclKungcn zu erfüllen. Tie belgische Regierung werde ihr ihre Aufgabe gewiß nicht erschweren. Man betrete luinmehr den Weg, ter den politischen und wirtschaftliäxn Frieden .enhgilltig sichere. Belgien trete entschlossen für einen westlichen Block ein, der Frank- reich, England, Italien und "Beigien umsäsließen >nü!se, auf dem Belgiens Sicherheit beruhe In -dem Enteuuuonzert sei Belgien zu einer wichtigen MoUe berufen. Indent die Regü rung der Ver- cytigicn Staaten es abgelehnt habe, die unannehm- baren Vorschläge Deutschlands rveitcvzuleiten, habe s re der Sache des Friedens einen Treust ettviesen. , Ter Minister gab der Hoffnung Ausdruck, das; tüte velgrsch-englischc militärische Entente di? belgisä^ ivcmzösische Entente vervollständigen werde.
Die Lage in Sberschleste».
Oppeln, 2. Juni. (WTB. ■ Tie Lage In Oberschlesien hat gegen gestern feine wesentliche Aenderung erfahren. Tic schweren Ausschreitungen der Insurgenten im Mtetfe 9iosen- berg dauern an. Meldungen über die Fortsetzung des au in EtilIsland getiommenen 'Liormarsllus^ der englischen T.rnppen in der Gegend von Grol^L-tre liy liegen bisher noch nicht vor. Ter deutsche Bevollmächtigte in Oppeln imirte erneut bei der interalliierten Kommission ivegen ter Bersctüep rung des Abg. Hartmann vorstellig. Tic 'interalliierte Kommission teilte Gral Prafch.ua mit, sie bade 'Nachprscl>ungen eingcleitet und würte, lobäld wi? Niiendmöglich, iwn dem Ergebnis der zur Freilassung eingeleiteten Schritt' Kenntnis neben. Ter deuticlre Berwllmächtigte ist angewir- ien, nocl)diüälichst die sofortige Freilassung Hart- 'nann-. '»eiter zu betreiben.
Die englischen Truppen.
Berlin, 2. Juni. «Wolfs.» Heule trifft - htr voraussichtlich englische Komm a n- deur in Oppeln ein. ES ist anznnchmen, daß dann eine endgültige Entschei duug über die Verwendung der englisck)en Truppen erfolgt. Die Engländer stehen un- gefikln' 3 .Kilometer von Groß-Strchlitz cnt- sernt.
Die Sachvcrstäudigenküinmiffion.
Landoii, 2. Juni. (Wolff.) „Daily (^hronicle" schreibt in einem Leitartikel, der Vorschlag BriandS, eine Sachver- ft n il d i g en f v m Mission für die ober - »chlesjsche Frage ein,zusetzen, sei von der bvih iö;en Regierung mit zwei Vorbelwlteu angc nommen worden: I das» eine Roiiferciu des Obersten Rates stattfinden solle, um der stom Mission ihre Instruktionen zu geben, und das; der Sitz der Kommission sich in Oppeln befinden müsse. Tie französische Regierung habe in ihrer Antwort den ziveiten dieser Vorbehalte angenommen, jedoch gegen den andern Einwände erhoben. „Daily Ehro- nie le' hofft, daß Frankreich nicht auf seinen Einwänden belpirren werde.
Streckung der Kohlenvorrate.
Berlin, T Juni Wegen der durch die Ereignisse ui Qberfchlesien und den Berg üibeiterirreit im niederfchlesischeu Mahlen leoier hervorgernfenen Kohlenkalami tai richtet der Reichs kohlen kvm mifsar an das Reichsverkehr-Ministerium btc dringende Mabnnng, mit allen zur Bei sugung stehenden Mitteln eine S l re d u n a der zur Zeit im Besitz der Eisenbahn befi ch lühen Kohlenvorräte zu erzielen tiefem Wunsche des Reichsrohlentommiffaiiwll hie Eisenbahnverivaltung durch geeignete Be rriebsmaßnahmen Rechnung tragen, sie hofft fedoch, den Verkehr in vollem Umfang auf r^chterhalten zu können.
Die Demiffion
der österreichischen Regierung.
Wien, 2. 3uni. >Wolff.) In der Sitzung des sozialen Klubs begründete der Bundeskanzler heute die Demission der Regierung. Er erklärte, da es her Regierung in drei Fällen nicht gelungen sei, die Vornahme bzw. den Beschluß auf länderweise Abstimmung über den Anschluß zu verhindern, glaube sie die Verantwortung für die möglichen Wirkungen dieser Abstimmungen auf die Kreditaktion, deren günstigen Fortgang sie feststelle, nicht übernehmen zu können. Gänzlich unhaltbar sei die Lage der Regierung durch die .Haltung der Großdeut-* scheu Volkspartei geworden.
Wien, 2. Juni. (Wolff.- In den Besprechungen über die Kabinettskrise stimmt die gesamte Presse darin überein, daß die länderweise Abstimmung Über den Anschluß der unmittelbare Anlaß war. Die tiefere Ursache sehen die Blätter aber in der Verfassung Teutsch-Ocster- reichs, die den Ländern die Möglichkeit gebe, unbekümmert um die Zentratregierung in Wien eine eigene Außenpolitik zu machen. Mit Ausnahme der „Reichspvst" heben die Blätter den (Gegensatz zwiselben den Echrist- lichsozialen in den Ländern und den Christlichsozialen in der Regierung hervor. Die „Reichspost" macht die Anschlußpolitik der lro ßdeutschenParteileitung fa stausschließlich für die Krise verantwortlich, da sie die Erfüllung der von der Regierung übernommenen Verpflichtungen verhindere Die „Deutsch-Oesterreichische Tageszeitung"', das Organ der großdeutschen Volkspartei, schreibt demgegenüber, daß für die <Äroß- deutschen keine Veranlassung vorliege, die bisherige Taktik zu änbern.
Aus Sem Reiche.
Der preußische Haushaltsplan.
Berlin, 2. Juni. (Wolff.) Zm neuen pren ßischen Haushaltsplan sind vorge- Wkm an Beihilfen zur BekämpNina von Typhus 20 000, zur Schaffung des Ersatzes für das ivegen der Gebietsabtretung wegfallende Leprakran- kenhans in Memel 505 000 Mark. Als Zuschuß für die Hochschule für Musik in C h a r l o t t e n b n r g mcrbcn 1685 280 M k. mehr gefüttert; für Wirtschaftsbeihilfen für Beamte und Volksschullehrer in den besetzten Wcbieten sind 63 550 000 Mk. angesetzt. Zur Verbilligung des K o b l e nt i a n s P ü r t s auf dem Wasserwege nach Ostpreußen weiden 1350 000 Mark verlangt.
Lärmszenen im preußischen Laudtag.
Berlin, 2. Juni iWB.> Der preuBifrfK Landtag nahm in seiner heutigen Sitzung gegen die Stimmen der sozialistischen Parteien und ter demokratischen Minderheit den Antrag des Rechtsausschusses auf'Beibehaltung terSondergerichte an In namenHicber Abstimmung nahm der Landtag sodann bei einer Stimmentljaltung mit 189 gegen 123 Stimmen ten Ausschuß cm krag auf Ge- nehiiiigung der Strafverfolgung gegen beit Ah- geordneten Scholem (K.) an Die Verkündigung des Abstimnmngtergebnisses führte zu bisher im Abgeordneten Sclwlem (K.> an Tie Verkündung des s z e n e n. Sie riefen vielstimmig : Pfui! 3hr Zu - Hilter!, pfiffen und mad)ten durch dauernden Lärm die Fortführung ter Sitzung unmöglich, fo daß diese um Gi/< Uhr geschlossen iverden mußte.
Uus dem besetzten Gebiet.
Sckießkreien btr Besatzungstruppen.
Köln, 2. Juni Tie „Köln. Ztg." meldet ans Eschweiler: Heule nacht wurden bei einer Sclfießerci durch die Besatzuugstruppeit ein Zivilist und ein Polizeibeamter getötet, eine zweite Zivilperson schwer verletzt.
Aus Stadt und Land.
G i e ß e u , ten 3. Juni 1921
Welche Waren find Feindbundwaren'?
Ter Verband Deutscher Hansfrauenvereine, Berussorganisationcn der teutjdjcu Haus fronen, unb ter Honsabund für Handel, Gewerbe und Industrie haben gcnieinßmi et.i Flugblatt heraus- gvgebeu, ans dem wir folgendes entnehmen: Im Fuhre 1990 find au> deutschem T<olksvermögen l l Milliarden Mark für Luxus und Ec nußmittel nart) Fvaukreich, England und Belgien gcivandert Tiefes Geld ist der teiih.ivn Balksivirtidzast entzogen worden Arteitslvsigk.it ter teutschcn Amzestrlltnr und Arbeiter nt Die Folge! Kauft feine ausländischen Lebensmittel: englische Konserven ^Arniy and navy food ), eng- lijdK Saucen z. B. Worcester Sauce) Straßburger Gänfelederpastcte, franzöfiscle und englische Schovoladcn, Zuckenoaren, Keks Prince Albert- KekS), Pralines, fiaiizösisä-e Läxnmumnne, französische, englische, volniicke unb tschechische Spirituosen > Whisky , fvanzöiische Liköre, Magnat. Kauft feine französische 'Seiten, 'JJanümcriai, llidiie, Sianmete luib tcdinciiidx Artikel Kcrusi fein, französischen Seiden Lyon-, Samte England, englischen, belgischen, französischen Tuclie <Homes spnn, Buckstm, Mohair), Spitzen >Valeneienncs, Brüssel Tülle Frankreich), englischen .Uramatien, (SjununiniäiiteL belgischen Leinen, cnglucben Baum UMllroarrn, englischen Hüte, franzö iülien Perl- unb "hallettestuteieccn, diusläntxfdx'n c^arne T. M. G .-tücriie, riiQliidit u Vigown aniej und sran-
londKH oeiotii. iraiizösischen uns Brokate, englische
tischen ; B. Raoy cat, fcanzo j . n, l- lgrsct.m Takakwareu. Es ui EbrenpüiäK eine-, jeb. -t T schon, daß er die öotiiebeiui auigr führt en Waren "ij-t kouic, ünteui deutsch-.' Eizuigiusfe, btt in dentfchen Industrien hergestcllt «inb, veilang.
T»e Besichtigungen &ce oberhessischen und Lahnbergbaueö.
Am Dienstag wurde nach den id>jn ge- schildenen Besichtigungen von der Gesellschaft teul-- idxr Meiallhüuen und Bergleute nach der Tagebau des Gießener B r a u nste i nhc r gwc r- ke s befud:t Ter LetNel>sleitcr Frei lag -ab einen technischen Uelertiüf über die Lagerstätten und Pros. Ha r r a s sow i tz zeigte die eigenartige KarstlandiäMk auf den Kallen, in deren Taschen und Mulden sich das Erz zum Teil mit Sauten unb Tonen wechs^lagentd befindet Ter größere Teil ter Eisen-Mangan-Erz? besitzt aber einen mulmigen Charakter. In der Lindener Mark hegt eine der bedeutendsten Lagerstätten Teulsch- lands dieser Art vor uns.
Am Mittwoch wurde die Roteiseu- ste in-Grube Georg Joseph bei Gräven- ed südlich Weilburg befahren. Mit großem Jii- teresse wurden die neuen Tagesaulagen der neuer-' dings umgebauten Grube besichtigt und eine Be- fabrnng der 50 Meter^Sohle vorgenommen. Die wiifenschastlichen Verhältnisse wurden durch Prof. Harrassowitz, die tectuttschen durch Ttrcftor Haasters und Berg Inspektor Schür mann er* Läutert.
In Wetzlar nxurbeu die gesamten Anlagen der Buderusschen Eiseiiwerke unter Führung mehrerer Herren der £>üttenDenualtung in r^rschiedv- neu Gruppen erläutert. Tie toeitaudgetebnten Anlagen des Werkes, die sich über ein großes Areal verteilen, zeigten ten Teilnehmern, weiche teten- tenbe Arbeit von den teitenteu Persönlichkerta, gefeiftet ivorten ist. Die Teilnehmer der Veranstal- tinig fanden fick schließlich zu einem genieinsamen Mittagessen in den schönen Räumen des Weilarer Kasinos zusammen, wo Generaldirektor Berggrat (Trödler die Berg- und Hüttsilsute begnibte. Ansprachen von Bergrat Hühn unb von Pros. Horrassowitz folgten.
Wenn die Teilnehmer gerate von den Befictx- tignmgcn ter öbxn-hessischen unb Lahnbetriebe mit so größer Befriedigung nad) Saufe fuhren, so beruht dies zum großen Teil auf demiEntgegen- kommen zahlreicher Firmen und ein» zelner Herren, bic bte Durchsüßung ex* niöglichten.
Der Naturkalender von Gießen.
Ter phäuologische Kalender von Geh. Rat Hoffmann hat vielen unserer Leser Anlaß zu vergleichenden Beobachtungen gegeben. Wir wollen ihn daher auch für die Folge jeweils am Anfang des Monats betauntgeben unb bemerken nur nochmals, daß die einge- klammerten Ziffern die s^ahl der Beobachtungen innerhalb fünfzig Beobachtungsjahren bedeutet.
Im Jüni steht die Natur auf ihrem Höhepunkt, unb leise machen sich schon Zeichen bev Niedergangs bemerkbar. Am 6. beginnt die wilde Hunds- oder Heckenrose (15) z.u blühen, ber öanu die Gartenrosen folgen. Am 9. ftäubt das Zittergras (6), am 22. die Gerste (25) und am' 11. hat die Walderdbeere die ersten reifen Früchte (21), während die Brombeere erst am 15. gnsängt zu blühen (6). Im (harten zeigt ani 20. hie Johannisbeere (36) die ersten reisen Früchte. Am 22. blüht die großblättrige Svmmer- und am 2b. Die kleinblättrige Winterlinde (92). Am 26 .beginnt das Muhen des Heus (31), am 28. blüht der Flachss (17) und am 29. der Hafer (26). Am 13. fliegt das erste leuchtende Johanniskäferchen oder „Glühwürmchen" (22).
Wettervoraussage
für Samstag:
Vorwiegend ivolkig, trocken, keine ivesent- iid>e Teniperaturändernng. östliche Winde
Die Wetterlage hat sich nur wenig verändert. Das über England liegende Hoch hat sich etioas verstärkt und wandert ansckfeinend langfam ostwärts. Vorerst stehen wir noch unter- bem Einstnß des über Ungarn liegenden Tiefs. Es ist aber allmähliche Aufheiterung zu erwarten.
Tie Niederschlagsmenge betrug in Gießen gestern 1,7 Millimeter.
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" Amtlich e P c r s o n a l n a cb ri d)t c u. Der Vizekonsul bt'i dem Kubanischen G c n c i gl f ou i ul a t in Homburg, Antonio Medina Barrios, dem das Efeguotnr des Reiches cv teilt morten ist, ist zur A-isübmig konsularischer Verriästungen im Volksstaat Hessen zngelo'sen worden — Ernannt wurde der Tirektor deS^ Renen Ginnnasnrms zu Darmstadt Geheimer Schulrat Tr. Üudiv Bnchhold zum Dir-'ktor des Ludwig GeorgS'Gpmnasium in Tannstadt mit Wirkung vom 1. April 1921 an: ter Privatdozent an der Technisäien .Hochschule Professor Dr. Fug. Wilh. Molden Hauer aus Darmstadt zum nichtplqn mäßigen auKerortemlicben Professor für allgemeine Elektrochemie an ter Technischen Hochschule zu Darmstadt
Universitäts - Gottcsdienft. Am Sonntag vormittag 11 •/< Uhr findet in der 'Neuen Aula ein Univerfi- tatS'Gottesdicnst statt, yi tem in erster Linie die Angehörigen ter Universität eingelaten sind. Sell'swerständlich hat aber and) ieter andere Zutritt Die Predigt hält Professor Dr. B u 11 nt a nn
♦* T ie Gesellschaft der Gießener Kun st freunde hat sich ein Verdienst erworben mit (vbcünuit Tr Königs Vortrag über Goethes Farben lehre. Sachlich und bc- fdje.teit erläuL-rte Gcdeimral König den Kcrn- uunfi uüh Goclltes Lehre, die Erscheinung ter farbigen Schatten, oas Gesetz ter gegenseitigen Förderung der Farben und die bezeichnende Folgerung daraus, saß die Farben Enipfintmngsi'ache se«cn. Aus diesem einen Punkte brachte er seine Hörerschaft zum Verständnis des Für und Wider das sich im Lau' ter Zeit um die Farbenlehre Goeches spann Gleich bei ten ersten Veröffenl- : d üngen, ja schon bei ter Arbeit aur diesem (vc- birt, die sich feil ter großen Jtalienreise, von stets neuen Ecidrenimwen getrieben, in ihm vor- ■' täugte, (teilte er i et’ in ofienen W'öerspruch zu ' c.oton, testen E.ust.llnngen als Phpsiter ihm ent- ae.it waren In eaunt Versuch ließ Geheim rat e.-ug ten für Gtelhes Lehre und falsche Ein- st ing au» 11 laggetenteu Augenblick wieder auf- t > Ta:- durch em Prisma absdoifte Bild üui Fenster.-. Newton, so war sein Sostuß, toi nicht recht. Tas Licht der Sonne werte nicht
. rlegt, sondern inc Farben seien Emyftnvimgen, ternorgeruren durch eine, allcrtenge ihm 'etter nicht yn\» klare. Verschiebung ter Bttdränder gegen ten Grund, aus tem sie erfdxiuen. Konnte Goethe für sich zu einem anderen Ergebnis tom in eit? Aber bei Streu "Jlovton —oxx-ite ist aurii beute noch nicht gelöst Tie Möglichkeit, die Farben als physikalische unb djemüd, Ereignipe einerseits unr phynologi' ch-psychow nidv Fnnktiv neu andererseits aufiufaiien, ist teure zwar als Problem erlamrt, aber nicht geklärt Ivette hat den Gegensatz auch gefühlt, unb eine Lehre sich geschaffen, die diesen Puiikt umging. Seine Fortee lehre ist in ihrem physikalischen unb chemischen Teil von ter Wissenschaft als unteawtiber er wiesen. Ter physiologische Teil dagegen, bet Ans gangs- unb Endpunkt aller Burbenlebre, teeiei neben ten gelungenen Deutungen eine J-ülle von Material, die einen ungeheuren Fleiß^ und Hart nädigleü erkennen lassen, die ter Schwere der Ausgabe und ter Bedeutung für Goethes Wesen und Wettanichairung ten größten Nachdruck verleihen. Goethes Erklärungen unb Lehre über bic physiologischen Farben erleben beide eine Rettung unb Würdigung in dem fünfbändigen von W. Ostwald geplanten Werk über Farbenlehre, dessen bet den ersten Bände ersdiienen falb. Goethes bc -sonterer Standpunkt bleibt ein genial geschauter, loeiut auch zur Gesamtdeutung ter Farbenerschei- nung imzuliviglicher Weg.
** Wann gibt es billige Pässe? Die Gebrllw für einen Auslandspaß wird neuerdings zur Pflege des Deutschtums im Ausland 'auf 10 Mark ermäßigt und die Gc buhr für den Sichtvermerk erlassen oder auf 1 bis 2 Mark ermäßigt. Zu diesen Reisen gehören Besuche von ^ierwMidhen in den abgetretenen 6k bieten und mit ter Wucht, deutsche Kulturgüter im Ausland zu erhalten. Dies gilt nach einet neuen Anordnung für Mitglieder von Vereint guitgai zur Pflege des Deutschtums ün Ausland, von T^rn und Sportvereinen sirr '2ißettfondc, deutsche Gelehrte oder Fachleute, für Berswnm Lungen, für Touristenvereine, wie tem Alpen vereine zum Besuche von Deutsch-Oestevreich und dem Riesengebirge 'sowie zum Besuch von Hochschulen 4um Studium in DeutschOesterveich, Prag, Brünn ober Danzig. Jahresixrsfe kosten 25 Mk., für das Studium nur 10 Mk Für ein mehr maliges lieber schreiten der Reickrsgiknze wird nur ter einfache 'Ausveisesickitvermerk berechnet.
** Grenzen der Gene^miguno von Gemeindesteuern. Die Steuer orbnungen der Gemeinden werden durch bic Reichsfinanzverwaltuug geprüft. Gegen eine übermäßige Ausdehnung dieses Reckst es wendet sich eine besondere Verfügung des Reichsministers des Innern. Er mißbilligt insbesondere oie vielsach beobachtete Hebung der Landesfinanzämter, gegen eine Steuer ordnung „vorsorglich" Einspruch zu er heben. Ob die Voraussetzungen des Einspruchs gegeben sind, hätten die Aemter selbst »u enischeiden. Es luäre ihrem Ansehen nicht förderlich, wenn sie sich unnötigerweise der eigenen Entschließung enthalten. Dem Einspruchsverfahren unterliegen mir neue Steuerordnungen, aber nicht Umlagebeschlüssc über߀orbiu'ter Berbänoc. Es kommen nur Ojenieindebeschlüsse in Frage, oie ein befon- deres Ortsrecht für die Dauer bearünbcit oder amuenoen, nicht aber die AuSsührung des Lanocsrechts.
** Reiche Heidelbeerernte in Aussich t. Aus dem Odenwald und aus dem Spessart wird gemeldet, daß die Hei bc (beeren sehr gut blühen und daß daher mit einer reichen Er.nte gerechnet werden darf.
Voruotizen.
— Tagest aTen der für Frei tag: Caf6 Li:ib, 81 । Hbv, offentticte VeriMnniIimg der So zialtenwkratisd-cli Partei. — Lichtspielhaus, „Tue Tänzerin Barberi» a". — Licktsptele, Seltersweg. „Die graue Elster" und „Die ^Dtarouifc von Ou "
— Tic Vereinigte Komm unistis ä;c Partei hält, wie aus dem Anziigcnteil ersickü- lief» ist, Samstagabend im Eafö Leib eine off ent« lidjc Volksversammlung ab.
— Marcello, ter Mann mit tem 6. Sinn, hält am Sonntag unb 'l’Lontag seine Ezperi- mental- Abende im Hotel Einhorn über Tele- pathie. Marcello hat, wie uns mitgeteilt wftd, seine Ezverirn »ttal Abende in allen größeren St'idlen Tcutsd>lands mit großem Ersolg abge halten.
Landkreis Gießen.
* Allendorf sLahns, 30. Mai Am Sonn» tag bifit ter hiesig- Kaninchenzuchtverein sein 15. Stiftuugssest ab. woran fast sämtliche Ver eine ter Umgebung teilnahnien. Verbunden hier mit war die diesjährige Berbandsausstellung tes Mitleldeulschen Kaninctien und Geslügelzüchter verbantes Fast sämtliche Raffen waren vertreten. Platzmangel tx-ibietet es leitet, die Namen ter zahlreichen Preisträger zu veröffentlichen.
tt. Kirchberg b Lollar, 2. Juni Gestern te» ging unser Pfarrer, Dekan Gußmann, in aller Stille den Tag feiner 25jährigen Amtstätig^ feit in. unserem Kirchspiel Twtztem er sich jede libritngen verbeten balle, ließen es sich die Fraueu- unciue und der Kircheiworstand des Kirchspiels nicht nehmen, ihn zu diesem Tage zu beglückwünschen.
Kreis Schotten.
j. 2a u bad), 31 Mai. Für bic V ogels berg Überlandleitung iverden letzt mir Holzmaste ncrrooibet, te die Ifa en malte zu teuer sind. Ein Eisenträgec ter Hochspannungsleitung kostet heute rund 10 000 Mk., ein gewöhnlicher, mit Pew bestrichener Leimngsmast nur 1000 Mk. — Tie Versammlung der Deutschen Volkse Partei am S-mmtag erfreute sich guten Besuches. Parteisekretär Kraust lorad) über „Die Arbeit ter Deutschen Volkspanei". — Die Kriegs Notgeld und Briefmarkenausstellung bei Äcltkorrespantenz batte nickt allzu zahlreichen Besuch. Bei ter ländlicken Bevölkerung fehlt das Interesse für d.-rartiae Veranstaltungen. Ausgestellt hatten: -Notgeld: j- Schuritt, Güßen; Brres- marken: Fr Engel, Gießen, sowie Ehr Kreiling, Wüstck Tie V<-ransuiltung, die hauptsächlich als Propaganda gelten sollte, brachte ter jungen Crr^ gruppe iühliadie neue Mitglieder - Vü in an-, deren Städten, hat man and) hier damit begonnen, Vorarbeiten nz>- die ,,'Bolttettaine" zu tref.cn. Sn wurde ein ieter Briefkasten „angebohrt", um dir ReklamLicküter ananngeu zu können Ob das Stcaßenbild einer Stkiniüite dadurch besonders ver> schönen wird, mag dohmgestM bleiben.


