Einzelbild herunterladen

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

U Großen-Linden,28. Nov. Beim Holz­fällen im hiesigen Walde wurde heute der hier wohnende, verheiratete Otto Spengler von einem umfallenden Baumstamme am linken Bein schwer verletzt. Der Ber- unglückte, der alsbald durch die Freiw. Sani­täts-Kolonne vom Boten Kreuz Gießen in die Chirurgische Klinik überführt wurde, hat einen Unterschenkelbruch erlitten.

is. Steinbach, 28. Nov. Der Turnver­ein Steinbach hielt dieser Tage seine ordent­liche Generalversammlung in seinem Bereinslokal Görlach ab. 3n Verhinderung des 1. Vorsitzenden erstattete der 2. Vorsitzende 3. Serth den Bericht über das verflossene 3ahr, Schriftführer Gerhard gab den Kassenbericht, Turnwart Größer sprach über den allgemeinen turnerischen Teil. Bei der darauffolgenden E r - sahwahl des Vorstandes wurden alle Ausscheidenden wiedergewählt. Anschließend be­richtete Lehrer Müller ausführlich über die Verhandlungen auf dem Derbands-Turntag in Groh-Karben. Das nächstjährige Verbands-Turn­fest, das in den Lahn-Dünsberg-Gau fällt, wurde dem hiesigen Verein zugesprochen, das damit sein 25. Stiftungsfest verbindet. Als Festtage wurden der 19., 20. und 21. 3uli 1930 festgesetzt. Der Verein ist sich der schweren Aufgabe bewußt, die er hier übernommen hat. Es muh mit dem Erscheinen von etwa 800 bis 1000 Wetturnern gerechnet werden, außerdem wird voraussicht­lich noch eine große Anzahl Vereine des Süd­westdeutschen Turnverbandes als Gastvereine er­scheinen. Der Turnverein Steinbach wird alle verfügbaren Kräfte in den Dienst der Sache stel­len, damit jeder Festbesucher voll und ganz auf seine Rechnung kommt. Die Vorarbeiten sind be­reits im Gange; die Wahl der einzelnen Festaus­schüsse wird demnächst erfolgen.

gck. Grohen-Buseck 2Z.Nov. Am Diens­tagabend setzte Dr. Ma lech aus Gießen in der Volkshochschule seine Vortragsreihe über neuzeitliche Ernährung fort. Nachdem in dem ersten Dortrage hauptsächlich die Vitamine behandelt worden waren, folgten jetzt die übri­gen Bestandteile unserer Nahrung, wie Eiweiß, das die Bausteine unseres Körpers darstellt, die Oele und Fette, die Stärke-, Zuckerstoff« und Salze. Wieder verstand es der Vortragende in wissenschastlicher und doch allgemeinverständlicher Form die Art und die Einwirkung dieser Stosse auf unseren Körper seinen Zuhörern zu erklären. 3n glücklicher Weise verknüpfte der Redner Theorie und Praxis miteinander. Auch diesmal wurde gezeigt, wie falsche Zusammenstellung und verkehrte Zubereitung unserer täglichen Nahrung die Widerstandskraft des Körpers schwächen, da­gegen sachkundig verordnete Diät von schwerer Krankheit heilen kann. Eine Reihe durch den Bildwerfer gezeigter Tabellen erläuterte die Ausführungen. Dankbarer Beifall der diesmal etwas zahlreicher Erschienenen lohnte den Redner. Die Zuhörer blieben noch eine Weile beisammen, um einen von Lehrer 3 u n g gezeigten und bei­fällig aufgenommenen FilmDer Rhein, von der Quelle bis zur Mündung" anzusehen. Auch im Anschluß an weitere Vorträge sollen derartige Landschaftsbilder vorgeführt werden.

-/-Rieder-Bessingen, 27. Nov. Auch in unserer Gemeinde fand am Totensonntag eine besondere Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges an dem neben der Kirche stehen­den Denkmal statt. Nach einer Ansprache von Stiftsdechant Kahn aus Lich, der zur Zeit den Pfarrdienst in unserer Gemeinde versieht, legte der Vorsitzende des Kriegervereins am Denkmal einen schönen Kranz nieder. Der Kriegcrverein hatte vorher geschlossen am Gottesdienst teil­genommen.

# Aus der mittleren Wetterau. 28. Nov. Gegenwärtig wird hier gewaltig unter den Birnbäumen aufgeräumt. Schon seit Jahren ist keinerlei Absatzmöglichkeit für den alljährlich anfallenden Birnensegen vorhanden, so daß der größte Teil der Ernte einfach um­kam. Die selbst für gute Honigbirnen gebotenen Preise von 2 bis 3 Mark für den Zentner lohnten das Pflücken nicht. Birnlatwerge wird kaum noch begehrt, da Gelee und Marmelade immer mehr als Brotaufstrich Verwendung fin­den. Ein Umpfropfen der Wirtschafts­birnen auf haltbare Winterware ist

auch nicht mehr lohnend, da auch hierfür die Nachfrage weit geringer als das Angebot ist. Da die alten Buckel- und Schulbirnbäume keine Unkultur zulassen, werden überall in hiesiger Gegend Dutzende gefällt, um als Brennholz be­nutzt zu werden. Als Nachpflanzung kommen hauptsächlich Zwetschen- und Apfelbäume in Be­tracht.

Kreis Schotten.

T. Ober-Lais, 27. Nov. Am Totensonntag fand nach dem Gottesdienst, wie im vorigen 3ahr, eine Gedächtnisfeier für die Kriegsopfer am Gefallenendenkmal statt. Nach dem gemeinsam gesungenen LiedUnsrer Brüder denken wir" und dem Vortrag des GedichtesVergeht uns nicht" durch zwei Kon­firmanden. legte der Präsident des Krieger­vereins, Polizeidtener Nies, mit Worten ehrenden Gedächtnisses einen Kranz am schön geschmückten Denkmal für die 33 Kriegsopfer aus der Gemeinde nieder. Der Gesangverein Liederfreund" widmete den Toten das LiedCs jagen die Rosse". Nach einem Gebet des Orts- geistlichen spielte die Musik das alte Soldaten­lied3ch hatt' einen Kameraden". Die Feier war sehr eindrucksvoll. Auch im Gottesdienst war der Gefallenen in der Predigt und durch Verlesen der Namen und einem Lied des Mäd­chenchores unter Leitung von Lehrer S trö­st i n g e r gedacht worden. Die übliche Verlesung der Namen der im letzten Kirchenjahr im Kirch­spiel Verstorbenen brachte die Namen von acht Gemeindeglicderrn aus Ober-Lais und nur drei Gemeindealiedern aus Glashütten. Unter den letzteren befand sich auch die im 3anuar ver­storbene älteste Frau des Kirchspiels. Karoline Ullrich Witwe, welche im 90. Lebensjahr stand.

Kreis Alsfeld.

H- Alsfeld. 28. Nov. Als am 1. Oktober das neue Postgebäude seiner Bestimmung über­geben wurde, konnte das neue Selb st an- schlußamt Alsfeld infolge verspät ter Lie­ferung der Apparate durch die Firma noch nicht in Betrieb genommen werden. Nachdem nun­mehr die Anlage vollständig montiert ist, wird das neue Selbstanschlußamt am Sam. tag, 30. No­vember, nachmittags um 1 Uhr eingeschaltet. Während der Umschaltung bei dem Postamt

muß der Fernsprechverkehr etwa ein bis zwei Stunden ruhen. Die Anlage wird von allen Fernsprechteilnehmern freudig begrüßt, da sie eine wesentliche Derkehrsverbesserung bedeut.'t, weil nun für Teilnehmer des Selbstanschluß­amtes unurt rbrochener Dienst besteht.

mr. Grebenau, 28. Nov. Die 3agdpächter der hiesigen Gemeindejagd hielten dieser Tag« ihre diesjährige Treibjagd ab. Der Wild­bestand scheint aber kein allzu guter zu sein, denn es wurden bei dem zweitägigen Treiben nur 7 Rehe und 17 Hasen zur Strecke gebracht. Noch geringer war die Deute bei der darauf­folgenden fiskalischen Treibjagd. Sie betrug 4 Rehe und 3 Hasen.

Kreis Lauterbach.

P. Schlitz, 28. Nov. Unsere Stadt ist schon seit 3ahren eine der stärksten hessischen Hochburgen der Deutschen Dolkspar- t e i. Die D. D. P. trug auch bei den letzten Ge­meinderatswahlen wieder den Sieg davon. Don den 12 neugewählten Gemeinderäten gehören ihr 7 als eingeschriebene Mitglieder an, nämlich: Rektor Adolph, Schreinermeister Paul, Land­wirt und Mühlenbesitzer Reinhardt, Fabri­kant Baumgärtner, Uhrmacher Habicht, Rentmeister F e i ck, und Kaufmann Hühn. Da­neben entsandten die Sozialdemokratische Partei Maurer Fehr, Steinmetz Karn, Lagerhalter S u p p e s; der Landbund Heinrich Pfiffer­ling, und das Gewerbe Georg Habermehl aufs Rathaus. Bei der Provinzialtagswahl er­rang gleichfalls die volksparteiliche Liste, dank der Beliebtheit des Landtagsabgeordneten, Bür­germeister Dr. N i e p o t h, der auch ihr Spitzen­kandidat war und als anerkannter Führer im Schliherland gilt, im Amtsgerichtsbezirk Schlitz einen glänzenden Sieg mit über 1500 Stimmen gegenüber 600 bei der letzten Wahl.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 28. Nov. Der Bericht der Städtischen Sparkasse Darmstadt über das Geschäftsjahr 1929, das 92. seit Be­stehen, stellt trotz der allgemein wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine günstige Entwicklung fest. Der Einlagenbestand ist um 5,5 Mill. Mk. auf rund 18,1 Mill. Mk. gestiegen, d. h. es sind 46,4 Prozent der Einlagen von 1914 erreicht. Bei 42 210 Sparern (5230 neue) entfällt jetzt auf jeden dritten Einwohner der Stadt Darmstadt ein Sparkassenbuch der Städtischen Sparkasse. Aus dem Reingewinn von 188 000 Mk. wurden nach Abschreibungen und Rücklagen 25 000 Mk. der städtischen Armenkasse überwiesen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 28. Nov. Der gestrige Ferkel- markt war mit 364 Ferkeln und einer kleinen Anzahl Läufer beschickt. Käufer hatten sich zahl­reich eingefunden. Der Handel ging schleppend. Es wurden bezahlt: für 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 32 bis 36, für 7 bis 8 Wochen alte 40 bis 44, für 9 bis 10 Wochen alte 45 bis 48 Mk. Der Preis für Läufer bewegte sich zwi­schen 65 und "(5 Mk. Der Markt wurde fast voll­ständig geräumt.

0 Atzbach, 28. Nov. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde über die neue Friedhofsanlage und über die lieber» nähme der Kleinkinderschule auf die Ge­meinde beraten. Der jetzige, bei der Kirche im Ort gelegene Friedhof ist voll belegt. Bei dem hier zur Zeit laufenden Zusammenlegungsverfahren der Grundstücke ist nun auf dem sog.Berg" eine aus­reichende Fläche für einen neuen Friedhof vorgesehen worden. Das neue Gelände liegt nicht allzuweit vom Ort an einem Bergabhang in der Richtung nach Kinzenbach und Heuchelheim und ist nach seiner Lage und Bodenbeschaffenheit durchaus geeignet- Auch das kreisärztliche Gutachten über den neuen Platz ergibt keine Beanstandungen. Es gilt jetzt zu erreichen, daß der neue Plan vorweg aus- gewiesen und möglichst bald der Gemeinde zugeteilt wird, damit die Verebnungs- und die sonstigen Ar­beiten in Angriff genommen werden können. Ge- meindeoertreter Koch berichtete über eine mündliche Rückfrage zu diesem Zwecke auf dem Landeskultur- amt in Kassel, als deren Ergebnis in aller Kürze das Landeskulturamt eine Besprechung abhalten will. Bis dahin wurde die Friedhofsfrage vertagt. Der an die Gemeinde gestellte Antrag, die Kleinkinderschule zu übernehmen, fand nicht die Zustimmung der Vertretung. Zwar wünscht man allerseits die Erhaltung dieser guten Einrichtung, doch soll zunächst versucht werden, durch Grün­dung eines Vereins einen Träger für das Unternehmen zu schaffen. Da der bisher in dem Schulhaus notdürftig untergebrachte Kindergarten auf die Dauer dort nicht bleiben kann, ist die Ge­meinde auch bestrebt, für den geplanten Neubau einer Kleinkinderschule Beihilfen zu er­wirken. Hoffentlich kann die unseren Landwirts- und Arbeiterfamilien in gleicher Weise zugute kommende Kinderbewahrstätte weiterhin tatkräftig gefördert werden.

<5 Dutenhofen 28. Nov. Die Kreis­st r a h e von hier über Garbenheim nach Wetzlar reicht bis Block Dorlar in ihrer jetzigen Gestaltung für den Verkehr, insbesondere für den stark zugenommenen Verkehr mit Kraftfahr­zeugen, nicht mehr aus. Cs ist daher eine ausrei­chende Erweiterung dieser Strecke ge­plant. Das erforderliche Gelände ist erworben, der Ausbau der Straße soll im kommenden Winter durchgeführt werden. Die hiesige Kleinkinderfchule ist bisher in dem Ver­einshaus der evang. Gemeinschaft untergebracht. Die zur Verfügung stehenden Räume sind aber unzureichend, und es ist daher in Aussicht genom­men, dem Kindergarten aus der alten Pfarr­scheune ein neues Heim zu schaffen. Die Ge­meinde stellt die alte Scheune zur Verfügung. Durch Umbau sollen wohnliche Räume geschaffen und ein kleiner Saal angebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf rd. 10 000 Mk. und wer­den durch einen Zuschuß aus dem Zugendpflege­fonds, einer Beihilfe aus der Gemeindekasse und durch Beiträge der Eltern aufgebracht.

Lützellinden, 28.Nov. Die Gewerk­schaft Gießener Braunsteinberg- werke vormals gemie, die im nördlichen Ge­markungsteil ein Manganeifenerzberg­werk betreibt, hatte im vorigen 3ahre mit der hiesigen Gemeinde eine Vereinbarung getroffen, die den gemeinsamen Ausbau des Weges an der Alten Holzburg" zum Gegenstand hatte. Nach einem vertraglich festgelegten Plane sollte die hiesige Gemeinde für die Herstellung bzw. Pla­nierung des Wegebettes aufkommen, während die Bergwerksverwaltung die nachfolgende Chaussierung des Weges vornehmen wollte. Da i dieses Projekt der Gemeinde Lützellinden die

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mit­teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 240. Don Dr. G. Fano. Schwarz.

1

8

6

5

3

4

2

Z

h

8

7

6

5

4

3

2

1

Weiß zieht und

a b

a b c d e f

d e f g h Weiß.

seht in drei Zügen matt.

*

'WKW,

W MW L

Ä

L ä

Weiß: 10 Steine. Kb3, Dg8; Td6; Lf8; Sb8, e7; Bb4, c2, f3, h4.

Schwarz: 10 Steine. Ke5; Lc7, e8; Shl, h3; Bc6, e3,, h5, h7.

Lösung des Problems Dr. 236.

1. Db4d2! usw.

Der Lchachweltrneisterkampf beendet.

Dr. Aljechin behauptet feinen Titel.

Vor Beginn der holländischen Etappe des Weltmeisterkampfes war stark die Rede davon, daß Bogoljubow jetzt viel besser spielen würde als früher und auch seine Erfolge demgemäß größer sein würden. Aber gerade das Gegenteil war der Fall: Die holländischen Partien haben nichts int Verlaufe des Wettkampfes geändert, ja, Bogoljubow hat hier seine schlimmste Niederlage erlebt. Genau wie in den früheren Phasen des Wettkampfes hatte der Weltmeister auch jetzt wieder einen Vorsprung gewonnen, so daß man sagen kann, daß er nicht allein den vollständigen Weltmeisterkampf zu seinen Gunsten entschieden hat, sondern auch in den einzelnen Abschnitten zu Wiesbaden, Heidelberg, Berlin und Holland als klarer Sieger hervorgegangen ist. 3n keiner Phase jedoch errang er einen so großen Vorteil wie in Holland: Zwei Punkte mehr als sein Gegner aus sechs gespielten Partien. 3m ersten Teil zu Wiesbaden hatte er auch zwei Punkte Vorsprung, jedoch war die Zahl der hier ge­spielten Partien acht. Diese empfindlichere Nie­derlage hängt zum größten Teil davon ab, daß Bogoljubow schon erschöpft war und selbst fühlte, daß der Wettkampf für ihn verloren sei. Dieselbe Ansicht äußerte er auch in Berlin. Zwar hat er hier gerade seine beste Partie geliefert, die ihm neue Hoffnungen gab, doch änderte dies nichts mehr an dem nachfolgenden traurigen Ausgange des Schlußaktes. Von den übrigen fünf Partien konnte er nur zwei Remisen er­zielen, in einer ließ er den Gewinn aus und die restlichen drei Partien gewann Aljechin über­legen.

Man irrt sich aber gewaltig, wenn man dieses Resultat allein der Deprimierung Bogoljubows zuschriebe. Einen ähnlichen Verlauf wie in Hol­

land bietet uns jeder Teil des Wettkampfe-. Zum Schlüsse jeder Etappe erschöpft sich Dogol- jubow und schreitet von Verlust zu Verlust. 3n Wiesbaden stand der Wettkampf nach sechs Par­tien gleich, doch verlor Bogoljubow dann die beiden folgenden Partien; in Berlin hatte er sogar nach den ersten vier Partien Vorsprung erlangt, und wieder verlor er die beiden letzten Partien. Dasselbe Bild bietet sich uns in Hol­land. Demnach muß man annehmen, daß er gegen einen solch gewaltigen Meister wie Aljechin nicht imstande ist, eine Reihe ernstgespielter Partien, so klein he auch sein mag, durchzuhalten. Er kann sehr gut einige Partien glänzend und stark spielen, doch hat er sich bann so verausgabt, daß er in den restlichen Kämpfen versagen muß.

Man wußte genau, daß Bogoljubows Spiel sich nicht gleichblieb. Nach einem 1. Preise wurde er manchmal letzter Preisträger, nach'^iner glän­zenden Partie lieferte er manchmalmittelmäßi­ges Schach". Hier aber wurden feine Kräfte noch auf eine härtere Probe gestellt. Hier hatte et eine Einzelschlacht auszukämpfen, und in jedem solchem Kampfe treten die Schwächen eines weni­ger guten Spielers klar zutage. 3eder schwächere Spieler erlahmt nach und nach, wenn er Tag für Tag gegen einen stärkeren Gegner zu kämpfen hat. Dabei ist noch zu bemerken, daß der Welt­meister seine ganze Kraft bei Schluß jeder Partie einfehte, gerade im gegebenen Moment, wenn fein Gegner vollständig ausgepumpt war. 3edes- mal, wenn Bogoljubow seine beste Leistung ge­liefert und fein höchstes Resultat erzielt hatte, erwachte in dem Weltmeister der Ehrgeiz, er be­gann seine ganze Kraft einzusehen und zeigte sich auf der Höhe feines Könnens.

Ein solcher Wettstreit ist wirklich nicht nur ein Schachstreit, sondern auch eine sportliche Wette. Und gar noch mehr: Hier kämpfen zwei Meister mit all ihren menschlichen Qualitäten. Es genügt nicht allein, gut Schach zu spielen, man muß auch ein Kämpfer fein, man muß Geduld, Kaltblütig­keit, Zähigkeit und eine ungeheure Energie be­sitzen, und immer und immer den Willen des Sieges vor Augen, das Streben zum Besseren und Schöneren. Diese Gabe besitzt nun der Welt­meister in ungewöhnlichem Grade. Und es er­scheint und fast wie ein Zweifel, nach den über­legenen Siegen gegen Capablanca und Bogol­jubow. ob überhaupt vorläufig jemand imstande fein sollte, gegen ihn ernsthaft in die Schranken treten zu können.

Schluhstand: Aljechin 11 Siege; Bogoljubow 5 Siege, 9 Remis.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom DedaktionStisch.

Neue Sprache.

Ich sitze in der Näh« der Speisenausgabe und höre die Bestellung des Kellners:

Spispi, Schellbu, Kabra!"

Sie haben wohl ausländische Küche?" frage ich.

Nee, bet nich! Er meint Spinat mit Spiegel­eiern, Schellfisch mit Butter unö Kalbsschnitzel mit Bratkartoffeln." (Lust. Bl.)

Das Paradies.

In der Religionsstunde einer Stettiner Volks» schule erzählt die Lehrerin den siebenjährigen Mäd­chen von Adams und Evas Sündenfoll und von dem Engel mit dem Flammenschwert, der das Tor des Paradieses bewachte. Nach einer kurzen Pause des Schweigens fragt die Lehrerin, um den Ein» druck ihrer Worte festzustellen:Was, glaubt ihr, haben Adam und Eva gedacht, als sie sich so aus dem Paradiese vertrieben sahen?" Pause. Plötzlich ein kleines Mädchen:Wenn er wech is, jehn wa wieda rin." (Simplicissimus.)

Möglichkeit bot, zu dem Ausbau des Weges, der als einziger Zufahrtsweg zu dem Gemeinde­steinbruch und als Ho^abfuhrweg aus dem in der Gemarkung Großen-Linden gelegenen Markwald von besonderer Wichtigkeit ist, nur einen Teil der Kosten aufbringen zu müssen, ließ sie noch im vorigen 3ahre die Planierung durch den Bau­unternehmer Allendörfer von hier aus­führen. An die vorgesehene Chaussierung seitens der Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke ist jedoch in absehbarer Zeit nicht zu denken, weil wegen der gegenwärtigen schlechten wirtschaft­lichen Verhältnisse die Vertragspartnerin zur Zeit ihrer Zusage nicht entsprechen kann.

O Hochelheim, 28. Nov. Bei einem hier abgehaltenen Kesseltreiben wurden 50 Hasen zur Strecke gebracht.

<Ö> Hörnsheim, 28. Nov. Der Ver­bindungsweg von hier nach Lang-Göns ist in der letzten Zeit durch Lastautos derart stark befahren worden, daß sein baulicher Zu­stand erheblich gelitten hat. Dieser Um­stand gab dem Gemeinderat Veranlassung, den Erlaß einer Polizeiverordnung zu beantragen, nach welcher der Weg für Lastautover- kehr gesperrt werden soll. Es wurde hierbei betont, daß der jetzige Zustand des Weges eine Gefahr für die öffentliche Verkehrsordnung be­deute und daß auch der Unterbau des Weges nicht stark genug sei, um den Anforderungen, die der Lastautoverkehr an ihn stellt, zu genügen. Der hiesige Geflügelzuchtverein ver­anstaltet am 1. Dezember eine Lokal aus- Wellung, zu der ihm durch Beschluß des Ge­meinderats eine Beihilfe aus Gemeindemitteln bewilligt wurde.

O Dornholz Hausen, 28. Nov. 3n seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Ge­meinderat mit der Prüfung und Abnahme der Gemeinderechnung für das Rechnungsjahr 1928. Die Prüfung gab zu Erinnerunaen keinen Anlaß. Die Rechnung wurde festgestettt in Ein­nahme auf 53 822,44 Mk., in Ausgabe auf 52 450,55 Mk., die Sonderrechnung auf 885,14 Mark und der Bestand auf 1371,89 Mk. Dieser Tage ist im hiesigen Gemeindewald mit den diesjährigen Holzfällungsarbeiten be­gonnen worden. Die Zahl der Holzhauer beträgt 20. Es sind kleine Landwirte und arbeitslose Dauhandwcrker.

Kreis Marburg.

J[ Marburg, 28. Nov. Auf dem letzten diesjährigen Schweinemarkt gingen bei flauem Handel die Preise etwas zurück. Es ko­steten 6 Wochen alte Ferkel 25 biS 30, 6 biS 8 Wochen alte 30 bis 35. 8 bis 13 Wochen alte 35 bis 45, Läufer 60 bis 100 Mk. je Stück. Angefahren waren 645 Ferkel und 27 Läufer.

Oer Generalkuliurplan für das Nied.

WSN. Darmstadt, 28. Nov. Der hessische Mi­nister für Arbeit und Wirtschaft K o r e l l hatte für heute nachmittag die Presse, die Landtagsabgeord­nete und eine Reihe von Gästen zu einem Zusam» mensein in denFürstensaal" gebeten, um den Ge­neralkulturplan für das Ried der Oes» senllichkeit zu unterbreiten. Ministerialrat H e y l, der Verfasser der umfangreichen Denkschrift, er­läuterte an Hand von Karten die in dem General» fulturplan vorgesehenen Maßnahmen. Die Fläche des Entwässerungsgebietes ist rund 29 700 Hektar groß. Der Fiskus ist mit 3300 Hektar, die Gemein­den find mit 8100 Hektar beteiligt. Nach dem Ge­neralkulturplan ist das Entwässerungsgebiet in 28 Einzelgebiete eingeteilt, für die teils natürliche, teils künstliche Vorflut gefunden wurde. Im ganzen find außer 10 alten Pumpwerken im Generalkulturplan 24 neue Pumpwerke vorgesehen, von denen bereits 11 errichtet sind. Die gesamten Entwäsierungsanla» gen find zu 11,5 Millionen Mark veranschlagt. Di« Anlagekosten schwanken pro Hektar zwischen 114 und 640 Mark, die Iahreskosten bei einer Verzinsung und Tilgung von zusammen 10 v. H. zwischen 19 und 56 Mark pro Hektar und Jahr; nach Tilgung der Baukosten betragen die jährlichen Kosten 5 bis 35 Mark pro Hektar. In einer eingehenden Renta­bilitätsberechnung ist der Mehrertrag an landwirtschaftlichen Erzeugnissen infolge der Ent» lSasserung zu rund 3 Millionen Mark und der Rein­gewinn während der Tilaungsdauer zu 1,57 Millio­nen Mark, das sind im Mittel rund 13,6 v. H. bet Anlagekosten, errechnet. Nach Abtragung der Bau» kosten soll ein jährlicher Reingewinn von 2,7 Millionen Mark erzielt werden. Die nach den Richtlinien des Generalkullurplans bereits aus­geführten Arbeiten in Höhe von 4200 000 Mark zei­gen, daß es möglich ist, fast wertloses Sumpf gelände in hohe Kultur zu brin­gen. Gelingt es, die erforderlichen Mittel zu trag­barem Zinsfuß zu erlangen und die Tilgung auf einen längeren Zeitraum zu erstrecken, so wird die Verwirklichung des Generalkulturplans nicht nur der im Ried ansässigen Landwirtschaft, sondern dem gan­zen Volke zum dauernden Segen gereichen.