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stürzte.

Kreis Schotten.

SDrt im Vorstand seine Vertretung hat, bestimmte man zu Vorstandsmitgliedern Gustav Hehler, Hungen, Hugo Kammer. Dellersheim, Kon­rad Wagner, Muschenheim, Georg Müller und 3oh. Gg. 6 teu I II., Dettenhausen. Lehrer Schiefer st ein, hier, hat sich bereit erklärt, wahrend der Wintermonate in den Rachbar- dörsern im Interesse des Vereins und der hohen volkswirtschaftlichen Dcdeutung der Geflügel­zucht Werbe- und Aufklärungsvorträge zu hallen. Es ist damit zu rechnen, dah der Verein, der schon annähernd 50 Mitglieder zählt, in kurzer Zeit zu einem der größten oberhessischen Ge­flügelzuchtvereine anwachsen wird.

Lang-Göns, 27. Aug. Mit Ablauf dieses Monats verläßt Oberbahnhofsvorsteher

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

G. h. Wir empfehlen Ihnen, sich in dieser An­gelegenheit mit dem Ersuchen um Auskunft an die Polizei zu wenden. .

G.W. in G. 1. Cimclien (griechisch) bedeutet Kostbarkeiten: die Bezeichnung wird speziell für die Kleinodien der Kirchen- und Klosterschatze angewendet, ist aber auch im Bibliothekswesen zur Bezeichnung besonders wertvoller Stücke gebräuchlich. 2. Die Stein­medaillen über dem Eingang zum neuen Finanzamt si)mbolisieren Handwerk, Handel und Landwirtschaft. I Die Entwürfe stammen von den Bildhauern Köd - d i n g und G ü n g e r i ch.

Gottesdienste die feierliche Eröffnung des diesjährigen K o n f i r m a n d e n u n t e r- richt s statt. Es .sind in diesem Jahre 11 Konfir­manden (im Vorjahre 17), 5 Knaben und 6 Mäd­chen, darunter 2 Knaben und 1 Mädchen aus Klein-Eichen.

Kreis Lauterbach.

$ Herbstein, 26. Aug. Am vorigen Sonntag fand hier ein D e z i r k s f e u e r w e h r t a g statt, an dem sich die Wehren der umliegenden Orte in großer Anzahl beteiligt hatten. Vach Abschrei- ten der Front durch den Kreisfeuerwehrmspektor Bechtold führte die Freiwillige Feuerwehr Herbstein ein Fuß- und Geräteexerzieren und einen Brandangrisf vor, dem sich ein Vorbei­marsch der sämtlichen Wehren unter Vorantritt der Kapelle der hiesigen Wehr anschloß. Auf dem Marktplatze hielten der Bürgermeister von Herb­stein und der Kreisfeuerwehrinspektor An­sprachen. 3m Anschluß hieran hielten die Weh­ren eine Versammlung im Gasthaus zum Lamm. Der Kreisfeuerwehrinspektor sprach hier zunächst anerkennende Worte über dir Vorführungen der Herbsteiner Wehr und wünschte ihr ein ferneres Wachsen und Gedeihen. Der Genannte hielt hier­aus einen Vortrag über Feuerwehrfragen und aab Winke für die Abhaltung der Hebungen und für das Verhalten bei Bränden. 3n der folgenden Aussprache wurde der Wert der De- zirksversammlungen allseitig anerkannt und für das nächste 3ahr die Veranstaltung einer solchen in Engelrvd in Aussicht genommen. 3m Anschluß an die Tagung fand unter Mitwirkung der Fruer- wehrkapelle ein Kommers statt, der ' uscy verlief.

Preußen.

Laubach, 27. Aug. Die Verhandlungen zum Erwerb des zur Errichtung der Badeanstalt nötigen Geländes sind jetzt ab­geschlossen. Die Anstalt wird an die Vordwestseite desObersees" gelegt werden. Der Graf zu Solms-Laubach hat 500 Quadratmeter an Gelände für die gemeinnützige Einrichtung ge­stiftet. Das Decken der Badeanstalt wird nach dem neuesten Deschlusse des Gemeinderats in einer Länge von 50 Meter und einer Dreite von 15 Meter angelegt werden: diesem Decken wird einPlanschbecken" für Kinder in einer Länge von 15 Meter und einer Dreite von 6 Meter an­gefügt werden. Am letzten Sonntag führte der hiesige Zweigverein des Vogels­berger Höhenklubs eine genußreiche Wanderung über die Friedrichshütte durch die schönen Waldungen des Horlofstales nach der Hub" aus. Durch das idyllische Tal der Silbach kehrte man heim. Die Getreideernte ist jetzt beendet. Wit dem Ktzrnerertrag kann man im allgemeinen recht zufrieden sein. Weniger kann der Ertrag an Stroh befriedigen. Die trockene Witterung hat das Auswachsen des Getreides gehindert, dagegen die Aussichten der Grummeternte sehr verringert. Der Klee steht ebenfalls sehr schlecht. Dagegen besteht be­gründete Hoffnung auf eine gute Obsternte. Die Hackfrüchte stehen ausgezeichnet. Von den beim Autounfall bei Gonters­kirchen verletzten 13 Personen aus Laubach liegt noch die Frau des Weihbindermeisters Decker auf dem Krankenlager. 3hr Zustand war nicht unbedenklich, hat sich jedoch jetzt gebessert. Sattlermeister D r e m t e r, der auch schwer ver­letzt war, ist jetzt außer Gefahr.

t G r o ß - E i ch e n, 27. Aug. In der vorigen Woche wurde unser neues Pfarrhaus bezogen. Bis auf einige Kleingkeiten und die Umzäunung ist der Bau fertiggestellt. Am Ausgang des Dorfes nach Sellnrod zu gelegen, ist es eine Zierde des gan­zen Ortes, von weither schon sichtbar. Von einer Einweihungsfeier wurde aus mannigfachen Grün­den abgesehen, jedoch wurde im Gottesdienst des vergangenen Sonntags des Neubaues in geeigne­ter Weise gedacht. Das neue Pfarrhaus und das neuhergerichtete Schul Haus leiben das Ortsbild bedeutend verschönert. Das alte Pfarrhaus, im Jahre 1670 erbaut, soll entweder verkauft oder von der Gemeinde als Gemeindehaus übernommen werden. Am vergangenen Sonntag, der gleich­zeitig als Jugendsonntag gefeiert wurde, fand im

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zur Frage des Gießener Viehhofes.

Seit Jahren plant man in Gießen den Bau eines Viehhofes. Die Angelegenheit war schön vor etwa Jahresfrist soweit gediehen, daß man anneh­men konnte, der Bau der Anlage würde bald be­ginnen. Leider blieb es bei der Annahme, denn die Sache ist bis heute nicht wesentlich vorwärtsgekom- men. Der eigentliche Grund der Verzögerung laßt sich nicht ohne weiteres feststellen; man hört nur, daß die Reichsbahn Schwierigkeiten wegen der Gleisanlage macht.

Wenn man auch nicht verkennen darf, daß Der Bau eines Viehhofes allen damit in Berührung kommenden Stellen, insbesondere der Stadtverwal­tung, größere Schwierigkeiten bereitet und weit­gehender Ueberlegungen bedarf, so kann man sich trotzdem des Eindrucks nicht erwehren, daß die An- geleaenheit durch die städtischen Stellen nicht mit der nötigen Tatkraft betrieben wird. Oder sollte man an maßgebender Stelle die wirtschaftliche Bedeu­tung des Gießener Marktes noch nicht genügend er- käynt haben? _

Man bedenke, daß der Viehmarkt in Gießen, der im Zeitraum von 14 Tagen jeden Dienstag hier stattfindet, mit mehr als 1000 Tieren pro Markt beschickt wird und somit unter sämtlichen Zuchtvieh- märkten Deutschlands in bezug aus Die Auftriebs zahlen mit an der Spitze marschiert. Diejenigen Kreise, die mit dem Markt direkt zu tun haben, ins­besondere die Händlerschaft (Einkäufer und Ver­käufer) steheg einmütig auf dem Standpunkt, daß die Verhältnisse, wie sie z. Z. in Gießen bestehen, unter allen Umständen eine baldige Aenderung er­heischen. In diesem Zusammenhang dürfte inter­essieren, daß man derartig primitive Einrichtungen, wie fi'e auf dem Gießener Markt bestehen, auf keinem bedeutenderen Marktplatz in Deutschland mehr vorfindet. Es würde zu weit führen, all die Unzulänglichkeiten, die beim jetzigen Marktvekkehr zu­tage treten, einzeln cmizuführen. Man denke nur an die Störungen des öffentlichen Verkehrs durch das Treiben der Tiere am Vormarkttage nach den (9a fb stallungen und am Markttage von den Stallungen nach dem Marktplatz usw. Auch der Marktplatz selbst ist der Bedeutung und Gröhe des Marktes unwür­dig, vor allem deshalb, weil der Markt im Freien stattfindet und dadurch Mensch und Tier jeglicher Witterung ausgesetzt sind. Im übrigen werden die Behörden in ihren verschiedenen Ressorts selbst ge­nügend Beispiele erlebt haben, die durch die Unzu­länglichkeiten des jetzigen Marktverkehrs bedingt worden sind. Ein geeignetes Lokal zur Abwicklung der Geschäfte nach dem Markt ist ebenfalls nicht vorhanden. Die Händler find hierdurch auf Lokale vor dem Bahnhof angewiesen, die natürlich nicht alle Interessenten fasten können, wodurch es sich nicht vermeiden läßt, daß Ansammlungen usw. auf offener Straße entstehen.

Wenn seither nur von den internen Einrichtun­gen des Marktes gesprochen wurde, so ist auch im allgemeiner zu sagen, daß nach Errichtung eines Viehhofes Gießen infolge seiner gunstiacn geo­graphischen Lage und durch die Ueberlleserunaen der Viehmärkte aus früheren Jahren wohl den größten Zuchtoiehmarkt Deutschlands bekommen würde. Es würden dann auch diejenigen Käufer­schichten, die jetzt noch die besser eingerichteten Vieh­höfe in Dortmund und anderen Städten oorgiehen, als ständige Besucher des hiesigen Marktes zu er­matten sein. Es liegt auch klar auf der Hand, daß nicht nur die am Markt direkt interessierten Kreise, wie Viehhandel und Landwirtschaft, sondern auch Handel und Gewerbe unserer Stadt an dem wei­teren Ausbau des Marktes das größte Interesse haben. Eine Umfrage in solchen Kreisen wird zei­gen, daß die Märkte in Gießen den mit dem Ver­kehr in Berührung stehenden Betrieben, in erster Linie den Hotels und Gasthäusern, eine erhebliche Belebung des Geschäftes und einen entsprechenden Nutzen gebracht haben. Aus all diesen Gesichts­punkten wäre es an der Zeit, daß die Stadtver­waltung, an deren gutem Willen nicht gezweifelt werden soll, mit aller Energie die endliche Der- wirklichunq des Projektes anstrebt.

Erich Stern.

Ungepflegte Anlage.

Vor wenigen Tagen ging ich wieder durch die so hübsche, in der Stadt viel zu wenig bekannte Anlage im unteren Hardtwäldchen. Leider fand ich sie in recht wenig gutem Zustand. Die Wege werden nicht gepflegt, stellenweise wachsen so viele Brennesseln darüber, daß es nicht angenehm ist, durch sie zu gehen. Der Platz um die Banke ist aber überall derart ver­schmutzt, daß man sich nicht hinfetzen wag. Es muß doch irgendeine Stelle da sein, die die Anlage in Ordnung hält. Prof. W. M.

00 H o che lheim , 27. Aug. Am ^amstag- nachmittag fand die Einweihung der neu» erbauten Wasserleitung mit Kanali­sierung für die hiesige Gemeinde statt. An der Einweihung nahmen außer dem größten Teile der hiesigen Ortseinwohner die Gemeinderäte von Ho- chelk^im, Hörnsheim, Niederkleen, die Baufirmen sowie folgende behördlichen Vertreter teil: Landrat Miß (Wetzlar), Bürgermeister Dr. Neumann (Groß-Rechtenbach), Amtsobersekretär Sänger (Groß-Rechtenbach), Pfarrer Schneider (Hochel­heim). Die Bauleitung war durch Kreisbaumeister Flender (Wetzlar) und Kreistiefbautechniker Schmidt (Wetzlar) vertreten. Mit einem Gesang­vortrag des hiesigen Gesangvereins Frohsinn" nahm die Einweihungsfeier ihren Anfang. Kreis- baumeijter Flender (Wetzlar) schilderte tn lan­cieren Ausführungen den Werdegang des Waster- keitungsbaues und wies auf die erfreuliche Tatsache hin, daß die Gesamtkosten der Anlage sich voraus­sichtlich im Rahmen des Kostenanschlages bewegen, ja vielleicht noch unter diesen bleiben würden. Er sprach den beiden Baufirmen seine volle Anerken­nung für die von ihnen geleisteten Arbeiten aus und überreichte den Schlüssel zum Hochbehälter dem Gemeindevorsteher Jung zu Hochelheim mit dem Wunsche, daß das Werk der Gemeinde zum dauernden Segen gereichen und die Hoffnungen erfüllen möge, die man auf es gesetzt habe. Ge­meindevorsteher Jung übernahm den «chlussel, dankte besonders dem Kreistiefbauamt in Wetzlar für die umsichtige Leitung der Bauarbeiten, ferner Bürgermeister Dr. Neumann in Groß-Rechten­bach für die tatkräftige Mitwirkung bei der Durch­führung des Projektes, sowie den GemeinderSten von Hochelheim, Hörnsheim und Niederkleen, dem Bauunternehmer Zöller zu Dornholzhausen, der Firma Weimer in Gießen, dem Bauführer Fa­ber, dem Schachtmeister Mandler, sowie allen Arbeitern und Vorarbeitern für ihre geleisteten Arbeiten. Er schloß die Kammer des Hochbehälters auf, entnahm diesem ein Glas Wasser und trank es zum Wohle der Gemeinde Hochelheim und des beutfdym Vaterlandes. Der Gesang-Verein Frohsinn" unter Leitung des Dirigenten Koh­ler (Großen-Linden) sang hierauf das Lied:Das Wandern ist des Müllers Lust". Im Anschluß an die Feier am Hochbehälter fand eine Druckprobe im Dorfe statt, welche zeigte, daß auch im Falle eines Brandes genügend Wasser mit entsprechen­dem Drucke vorhanden ist. Alsdann begab sich die Festversammlung in die Gastwirtschaft Philipp Jung. Als erster Redner ergriff hier Bürger­meister Dr. Neumann (Groß-Rechtenbach) das Wort. Er wies darauf hin, daß der heutige Tag in den Annlen der Dorfgeschichte verzeichnet zu werden verdiene. Die Gemeinde Hochelheim sei die erste Gemeinde des Kreises Wetzlar, welch« neben einer Wasserleitung eine Kanalanlage gebaut habe. Als den geistigen Urheber des ganzen Projektes bezeichnete er den leider allzufrüh verstorbenen Bürgermeister Schneider. Die treibende Kraft des Unternehmens sei der Gemeindevorsteher Jung, der yier eine rührige und umsichtige Ar­beit geleistet habe. Sein besonderer Dank galt der Bauleitung (Kreisbaumeister Flender und Kreis- tiefbautechniker Schmidt), ferner den ausführen­den Firmen Weimer (Gießen) und Zeller (Dornholzhausen), dem Bauführer Fabers dem Schachtmeister Mandler, der ganzen Arbeiter­schaft, ferner den Gemeinderäten von Hochelheim, Hörnsheim und Niederkleen, auch den Beamten und Angestellten des Bürgermeisteramts zu Groß- Rechtenbach- welche durch Amtsobersekretär Sän­ger vertreten waren. Die Ausführungen des Red­ners wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Landrat Miß (Wetzlar) bezeichnete die Durchfüh­rung des Wasferleitungsprojektes als den Abschluß eines wichtigen wirtschaftlichen Unternehmens. Hier sehe man, was der rege Schaffensgeist der Orts­einwohner in kurzer Zeit zu leisten vermöge. 13ani>= rat Miß sprach der Gemeinde Hochelheim den Dank des Kreises Wetzlar und der Kreisverwaltung für das geschaffen« Kulturwerk aus. Er wünschte der Gemeinde Hochelheim alles Gut« für ine Zukunft. Die Ausführungen auch dieses Redners wurden beifällig ausgenommen. Dr. med. E rl er (Hörns­heim) dankte den Gemeinderäten von Hörnsheim und Hochelheim, insbesondere den Vorsteher bei- der Gemeinden dafür, daß er als einziger Horns- heimer Einwohner schon heute an die Wasserleitung angeschlossen sei. Pfarrer Schneider (Hoche - Heim) wünschte, daß, wie die heute emgewetht« Wasserleitung stets frisches und klares Wasser lie­fere so auch die Quelle göttlichen Wortes di« Ein­wohner frisch und klar speisen möge. Weitere An­sprachen hielten Bauunternehmer Weimer (Gie­ßen), Gemeinderatsmitglied Reitz (Hochelheim u. a. Umrahmt wurde die Feier durch Gesangs- oorträge des GesangvereinsFrohsinn" (Hochel­heim) unter Leitung des Dirigenten Köhler (Gro- , ßen-Linden), sowie durch Musikvorträge. Den Ab­schluß des Festes bildete eine Tanzbelustigung.

g Groß-Rechtenbach, 27. Aug. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemelli- berat mit der Beratung des Haushalts­planes für das Rechnungsjahr 1929. Bei dem

AbschnittEinnahmen" wurde beschlossen, zur Deckung der laufenden Gemeindebedursnisse a;,f bie staatlich« Steuer vom Grundvermögen sowie auf bie Gewerbekapitak- und Gewerbeertragsteuer einen Zuschlag von je 200 Prozent zu erheben. Die vom Schulvorstand beantragten I n - standsetzungsarbeiten in de r Schul« sollen ausgeführt werben, lieber di« Errichtung eines Freibades für Schulkinder konnte ein bestimmter Beschluß nicht gefaßt werden, weil ein Kostenanschlag noch nicht vorlag. Für die 11 n - terhaltung der Kirche und des Pfarrhau­ses wurden 2000 Mk. zur Verfügung gestellt, ^ur Wegebauzwecke wurden 1200 Mk. bewilligt, bie für den Ausbau derEcke Loh" im Dorf, die Herstellung einer Kleinschlagdecke am Holzweg und die Instandsetzung des Weges nach dem Steins­berg Verwendung finden sollen. Fortbildung s- schulun ter richt soll, wie im vorigen Winter, abqebalten werden. Zur Schaffung eines e i fer­nen Bestandes sollen 500 Mk. angelegt wer­den. Im übrigen wurde der HauslMsplan in Einnahme und Ausgabe auf 45 000 Mk. festgestellt.

hei der Steuer von Gebäuden nur 15 Pf. und bei land- und forstwirtschaftlichem Grundbesitz 1 nur 30 Pf. erhoben werden. Bei der Gewerbe- . steuer sind folgende Sähe vorgesehen: a) vom Betriebskapital 80 Pf. von je 100 Mk. Steuer­wert: das Aufkommen wird 7420 Mk. ergeben, b) vom Gewerbeertrag 3,60 Mk. von je 100 Mk. Steuerwert: das Aufkommen wird 9460 Mk. er­geben. Der nächste Punkt betrifft die Bera­tung der Ortssahung über die Anstellung eines Berufsbürgermeisters. Der vor­liegende Entwurf, der sechs Paragraphen umfaßt, wird in längerer Aussprache durchberaten und mit geringen Aenderungen gutgeheißen. Para­graph 1 sieht laut Artikel 88 der Landgemeinde­ordnung die Anstellung eines besoldeten Beruss- bürgermeisters auf neun 3ahre vor. Par<^ graph 2 behandelt das Wahlverfahren. Vach Ausschreibung der Stelle erfolgt die Wahl durch den Gemeinderat. Paragraph 3 regelt die Besol­dung. Diese soll nach der staatlichen Besoldungs­ordnung erfolgen, vorgesehen wird. Gruppe 3a bis zur 7. Stufe. Der Gemeinderat kann be­schließen, etwaige Vordienstzeit ganz oder teil­weise anzurechnen. Paragraph 4 behandelt Ruhe­gehalt und Hinterbliebenenversorgung. Vorge­sehen ist die Verpflichtung des Bürgermeisters zum Eintritt in die Versicherungsanstalt für Ge­meindebeamte. Die Beiträge zahlt die Stadt, die damit keine Verpflichtung zur Zahlung von Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung über­nimmt. Bei Ausscheiden des Bürgermeisters aus dem Amte erlischt die Verpflichtung der Bei­tragszahlung durch die Stadt. Paragraph 5 re­gelt das Ausscheiden des Bürgermeisters aus dem Amte, das unter Verzicht auf Gehalt jeder­zeit erfolgen kann. Paragraph 6 ordnet beson­dere Verpflichtungen an. Danach sind die mit dem Vürgerineisteramte ost zusammenfallenden Dienstverrichtungen als Standesbeamte und Oris- gerichtsvorsteher ohne Vergütung zu leisten, die Gebühren hierfür sollen in die Stadtkasse fliehen.

U Aus der nordöstlichen Wetterau, 27. Aug. Untere hiesige Vogelwelt scheint um «inen Vertreter ärmer geworden zu sein. Trotz aller Aufmerksamkeit bekommt man bei uns kaum mehr eine Eule zu Gesicht. Sowohl die Schleier­eule als auch das Käuzchen sind anscheinend den Unbilden des letzten Winters zum Opfer gefallen. Der Vogelfreund wie auch der Landwirt dürften das Verschwinden dieser Ruhvögel sehr be­dauern. Dagegen richten neuerdings die Wildschweine auf Kartoffel- und Frucht­äckern beträchtlichen Schaden an. Eine Anzahl 3äger, die sofort die Verfolgung der Tiere auf­nahm und eine Rächt auf dem Anstand ver­brachte, muhte erfolglos heimkehven. Auch wur­den in diesem 3ahre Hirsche, die jedenfalls aus den nahen Vogelsbergwaldungen herüber­gewechselt waren, beobachtet.

=.= Watzenborn-Steinberg, 26. Aug. Der hiesige TurnvereinGut Heil" hielt gestern sein diesjähriges Abturnen ab. Das Preisturnen am Vormittag hatte folgendes Er­gebnis: Oberstufe: K. Wehrum 1. Preis (199 Punkte), 2. E. Schäfer, 198; 3. Th. 3ung, 174; 4. K. Pitz, 166; Unterstufe: 1. O. Weih, 189, 2. K. Weih, 1871/.: 3. Rud. Möckel, 178; 4. Otto Sommer, 174; 5. Otto Dern, I6V/2. Volkstümliche Riege: 1. Ldw. Buh, 82; 2. H. Schmandt, 75; 3. K. Fr. 3ung, 73; 4. K. 3ung, 62; 5. E. Sames, 61; 6. Wilh. Som­mer, 54; 7. O. Sommer, 44; 8. Rob. Rinn, 43; 9. K. Schmandt, 41. Schüleroberstufe: 1. L. Schmandt, 98; 2. K. 3ung, 96; 3. W. Schmandt, 78. Schülerunterstufe: 1. Karl Fink, 91; 2. O. 3un g, 88; 3. W. Ander­mann, 85; 4. Helmut Buh, 83; 5. O. Hirz, 82; 6. H. Euler, 62; 7. E. Fink, 60 Punkte. Da das Abturnen als eine Werbeveranstaltung gedacht war, gab es nachmittags einenUmzug des Vereins durch den Ort nach dem Festplatz der Mockswies, auf dem sich nach der beherzigens­werten Ansprache des 1. Vorsitzenden Otto 3ung bald ein echtes turnerisches Treiben entwickelte. Ein vom 1. Turnwart Fr. Größmann muster­gültig eingeübter und vorgeführter Dlumen- reigen fand allgemeinen lebhaften Beifall. Mit­glieder der Reichswehrkapelle bestritten den musi­kalischen Teil der Feier.

)( L i ch , 27. Aug. Im Nachmittagsgottesdienst des letzten Sonntags, der in der hessischen Landes­kirche der Jugend gewidmet ist, fand die feierliche Einführung der diesjährigen Kon­firmanden statt. Es waren von Lich 10 Kna­ben und 14 Mädchen, vom Rettungshaus Arnsburg 5 Mädchen, dazu kommen 3 Konfirmandinnen von Niederbesfingen, die den hiesigen Konfirmanden­unterricht besuchen. Di« geringe Anzahl der Kon­firmanden in diesem Jahr ist einerseits durch die schwachen Kriegsjahrgänge, andrerseits durch di« schwächere Besetzung des Rettungshauses Arnsburg zu erklären. Am Schluß des gutbefuchten Gottes- oienstes traten nach alter Sitte die Eltern und Paten der Konfirmanden an den Altar, um durch Handschlag dem Geistlichen Mithilfe bei dem wich­tigen Unterricht zu geloben.

R 0 d h e i m a. d. H 0 r l 0 f f, 27. Aug. Ein vier­jähriger Knabe von hier erlitt auf dem Friedhof durch einen aus ungeklärter Ursache plötzlich um- stürzenden schweren Grabstein Ä e r l e tz u n g e n, die sich glücklicherweise als ungefährlich heraus­stellten. , .

* Bettenhausen, 27. Aug. Da in hiesiger Gegend schon seit Fahren großes 3nteresse für Geflügelzucht besteht und namhafte Züchter auf den größten Schauen mit höchsten Preisen aus­gezeichnet wurden, trug man sich schon, lange mit dem Gebanken auch hier einen Geflügelzucht­verein zu gründen. Darum sanden sich dieser Tage die Züchter von Muschenheim, Birklar, Bellers­heim, Langsdorf. Hungen und Bettenhausen da­hier zusammen und gründeten den Geflügel­zuchtvereinRördliche Wetterau" mit dem Sitz in Bettenhausen. Als Vorsitzender wurde Schneidermeister Georg S t e u l, hier, einstim­mig gewählt. Zum Schriftführer wurde Karl Block, Bettenhausen, und als Rechner Eduard Schäfer, Muschenheim, ernannt. Damit jeder

Flach wegen Pensionierung unseren Ort. Er wird seinen Wohnsitz in Frankfurt a. M. nehmen. Herr Flach, der hier lange Zeit Vorsitzender des Kriegervereins war. wurde von diesem aus An­laß seines Wegzuges zum Ehrenvorsitzenden er­nannt. Als Rachfolger des Herrn Flach ist sei- tens der Eisenbahndirektion Oberbahnhofsvor- steher Steitz seither in Braunfels be­stimmt,

Kreis Büdingen.

rl. Dieichenbach, 27. Aug. Bei bem ge­stern hier veranstalteten Schweinemarkt war trotz nicht geringen Auftriebs die Rachfrage viel größer als das Angebot. 3nf öl gebe ff en würben 68 Wochen alte Ferkel mit 25 bis 44 Mk. je Stück und Springer entsprechend höher, in einem Fall sogar mit 180 Mk. je Paar bezahlt. Dieser Tage hielt der Bezirks-Lehrer­verein Ortenberg in hiesiger Schule seine Monatskonferenz ab. Lehrer Diehl, Blofeld, führte die Schneidersche Schulslöte vor und sprach über ihre Verwendungsmöglichkeit im Sing- und Musi^ unterricht der Volksschule. Die Flöte stellt sich als das billigste 3nstrument für den ersten Musik­unterricht dar. Lehrer Sauer, Ober-Lais sprach über das von den heimatkundlichen Arbeits­gemeinschaften des Kreises Schotten nun im zwei­ten 3ahrgang herausgegebene HeimatblattVo­gelsberger Steimat und regt« mit Erfolg seine Verbreitung über den Kreis Schotten hinaus an.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 27. Aug. 3n der Rächt zum Dienstag statteten Ein brechet unserer Stadt einen mehrfachen Besuch ab. Die Diebe (nach den Fußspuren äu urteilen waren es mehrere) stiegen durch ein Fenster in die Villa des praktischen Arztes Dr. Brill am Schwabenröderweg ein und plünderten das Eßzimmer, sie nahmen das gesamte Silberzeug mit, verschiedene Schmuck­sachen. Geldbeträge und einen Lautsprecher. Die gestohlene Beute verpackten sie in dem gleich­falls gestohlenen 3nstrumentenkoffer. Auch der in nächster Rähe gelegenen Finanzkasse statteten die Einbrecher einen Besuch ab, nachdem sie die Haustüre unter Anwendung eines Bohrers ge­öffnet hatten. Es gelang ihnen zwar, die den Kassenschrankraum abschließende eiserne Türe durch Herausschneiden des Schlosses zu offnen, jedoch widerstand der Kassenschrank ihren Ein­bruchsversuchen. Außerdem wurden noch ver­schiedene Schubladen durchwühlt. Auch in der neu erbauten Villa des Brauereibesitzers Wal­lach verübten offenbar dieselben Täter einen weiteren Einbruch, indem sie vom Fenster aus in die Küche einstiegen, dort ein Portemonnaie mit Geld entwendeten, merkwürdigerweise aber keine Wertsachen mitgehen hießen. Die sofort eingeleiteten Ermittelungen führten bis jetzt noch zu keinem Anhaltspunkt und werden eifrig fort­gesetzt. Rach der Art der Ausführung der Ein­brüche zu urteilen, scheinen gewerbsmäßige Ein­brecher an derArbeit" gewesen zu sein.

ch A u s d e m K r e i s e A l s f e l d , 27. Aug. Eine in anderen Kreisen schon längere Zeit bestehende segensreiche Einrichtung wird demnächst auch in unserem Kreise Verwirklichung finden. In begrüßens­werter Weise hat das Kreisamt Alsfeld durch An­schaffung eines Filmapparates F i l m Vorfüh­rungen für dem ganzen Kreis ermöglicht. Die ersten Filmvorführungen finden in der Woche vom 12. bis 18. September statt. Gezeigt wird der Groß­filmDas Paradies Europas", ein Film vom Schweizer Volk und seinen Bergen.

= Ober-Ohmen, 27. Aug. Hm m Zukunft erfolgreicher arbeiten zu können, beschloß der hiesige Volksbildungsverein auf An­regung der Volkshochschule Gießen in seiner jung* ften Sitzung einen engeren Anschluß an diese, so gleichzeitig dem von der Provinzialhauptstadt aus verfochtenen Gedanken einer ober hessischen Volks­hochschule näherkommend. 3m Laufe der ver­flossenen Woche ereigneten sich in unserem Dorfe nicht weniger als drei Unfälle. Einem Landwirt wurden von seinem Pferde fünf Rip­pen eingedrückt, so dah er in bedenklichem Zu­stande darniederliegt. Aus dem Fenster fal­lend, zog sich ein anderer Einwohner einen KnocheIbruch zu. Eine Frau erlitt einen Armbruch dadurch, paß sie beim Besteigen des Hühner- Hauses von der Leiter abgvitt und auf den Hof

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