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Derboi an der Llnwersiiäi Sranffurf.

WSR. Frankfurt a. M., 26. Rov. Rektor und akademischer Senat haben in ihrer heu­tigen Sitzung folgenden Beschluß gefaßt:Die tzochschulgruppe Frankfurt a. M. des Rationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes wird gemäß § 41 der Vorschriften für die Studierenden vom 1. Oktober 1914 wegen der Beleidigungen gegen die Frank­furter Universität dauernd verboten, die in einem am 21. und 22. Rovember von dieser Gruppe verteilten Flugblatt enthalten sind. Ge­gen die Verantwortlichen soll disziplinarisch eingeschritten werden."

Kirche und Schule.

Kreis Alsfeld.

mr. Sieben, 26. Nov. Dieser Tage hatte die Kreisschulbehörde Alsfeld eine Sitzung wegen unseres Schulhausneubaues einberufen. Die hiesige Schule, die vor ungefährt 100 Jahren aus einem Bauernhaus umoebaut wurde, genügte schon längst den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr. Der Saal ist viel zu klein, zu niedrig, unvollständig belichtet und daher sehr ungesund. Der Schulhof besteht aus einem kleinen Platz, der uneingezäunt an die Durch­gangsstraße BiebenLingelbach grenzt, und daher eine stete Gefahrenquelle für Lehrer und Kinder bedeutet. Ebenso schlecht ist es mit der Dienstwoh­

nung dcs Lehrers bestellt, die aus drei Meinen Zim­mern und einer winzigen Küche besteht. Diese Miß- stände will man nun durch einen Neubau beseitigen. Nachdem in der Sitzung ein dahingehender, ein­stimmiger Beschluß zustande kam, soll mit den Ar- beiten sofort im nächsten Frühjahr begonnen werden. Man hofft, im Laufe des Winters auch die Platz­frage regeln zu können. Der bei der Feldbereinigung ausersehene Platz sagt der Gemeinde Reimenrod, die ihre Schulkinder ach Sieben schicken muß, nicht zu, weil der Schulweg noch weiter würde als seither. I Durch Tausch wird man sich wohl auch hierüber I einigen können.

I Bernsburg, 22. Rov. Die in der hie­sigen Kirche neu aufgestellte und am 10. No­

vember erstmals ht Gebrauch genommene Orgel ist aus der Werkstatt der Firma Förster und Rikolaus in Lich hervorgeaangen. Sie ist nach dem pneumatischen Kegelladensystem erbaut und besitzt 6 klingende und ein abgeleitetes Register, auf zwei Manuale und ein Pedal verteilt. Die Luftzufuhr wird durch ein elektrisches Gebläse vermittelt. Bei der Prüfung und Abnahme deS Werkes wurde es durch den Sachverständigen als sehr gut bezeichnet. Auf dieser neuen Orgel au spielen, müßte für jeden Organisten eine Freud« fein. Leider ist aber hier die Organisten- frage noch nicht endgültig geklärt, fo daß die Orgel nach der Einweihung vorerst stumm blieb.

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Brüder in Not!

Eine Katastrophe über Deutsche im Auslande ist herein- gebrochen. Tausende deutscher Bauern sind durch Hunger, ivirt- fchaftliche Not und Zeitverhältnisse von chrer Scholle in Sibirien vertrieben. Eine deutsche Hungerwanderung hat in Rußland be­gonnen!

Zehntausend Heimat- und existenzberaubte deutsche Bauern haben sich angesammelt, um auf dem Wege über Deutschland nach Uebersee auszuwandern. Hunderte sind bereits bettelarm in Deutschland eingetroffen. Kinder, Frauen und Greise leiden un­säglich. Den Flüchtlingen bleibt in Rußland keine Wahl. Sie müssen weiter wandern, well der ihnen sonst drohende Rücktrans­port nach Sibirien sicheren Hungertod bedeutet.

Deutsche Bauern, deren Einwanderung vielfach Jahrhunderte zurückliegt, haben in Sibirien vorbildliche Kolonien geschaffen und sich ihre deutsche Art, Sprache und Sitte erhalten. Wirtschaftlich und heimatlich entwurzelt, religiös und seelisch bedrängt, sind sie jetzt der Verzweiflung preisgegeben.

Das Schicksal eines Deutschen geht einen jeden Deutschen an!

Tie unterzeichneten Verbände rufen deshalb trotz der schweren wirtschaftlichen Not im eigenen Lande das deutsche Volk zu einer Sammlung für seine furchtbar heimgesuchten Brüder auf. Wir haben den Hunger selbst durchgemacht. Hier aber hat er Tausende von Vertriebenen ergriffen, denen in der jetzigen Jahreszeit zu allen anderen Qualen die Unerbittlichkeit des Winters droht.

Berlin, den 12. November 1929. 9728D

Deutsches Rotes Kreuz

Centralausschuß für Innere Mission

Deutscher Caritasverband

Fünfter Wohlfahrtsverband

Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt

Jcntralwohlfahrtsausschutz der christlichen Arbeiterschaft Zentralwohlfahrtsstctte der deutschen Juden

Den vorstehenden Aufruf bringen wir im Einverständnis mit den hessischen Landesorganisationen der Verbände, welche ihn unterzeichnet haben, zur öffentlichen Kenntnis und bitten herzlich um freiwillige Spenden für die aus S 'wjet-Rußland ausgewan­derten und in großer Not befindlichen deutschen Bauern.

Heber die Verwendung der eingehenden Spenden entscheidet ein Ausschuß der Verbände, die den Ausruf erlassen haben, mit Sitz in Berlin.

Nachstehende Banken nehmen Spenden auf KontoBrüder in Not" entgegen:

Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft, Filiale Gießen Darmstädter und Nationalbank, Zweigniederlassung Gießen Deutsche Bank und Diseonto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen

Handels- und Gewerbebank, Gießen

Hessisches RoteS Kreuz

(Hess. Landesverein vom Roten Kreuz und Alice-Frauenverein von Hahn. Dr. Kratz.

Volkshochschule

Am Freitag, 39. November, 6. und 13. Dezember, 30 Ubv, Universität, II. etoef links, Hörsaal 51 (9715D

Vertrüge mit Aussprache: Der Weltkrieg in der Literatur; Sinndeutung des Kriegserlebniffeü. Pfarrer Ad. Nbeinsiirtb-Branerfchwend. Äurögebühr: 1.20 RM^ f. Nichtmitglteder 1.50 RM. Gebühr kür Probebefnch 50 "KL bleie Gebühr kommt bei vorherigem Be­legen in Wegfall: wegen der besonderen Kosten des Kurses haben die schon au6= gegebenen AusweiStai ten keine Gültigken

Vom kommenden Christentum

Dritter öffentlicher Vortrag von

Gertrud Spoerrl-Stuttgart

Geburt und Tod in der Anschauung kommenden Christentums

Freitag, 29. November, 20.15 Uhr, Universität, Hörsaal 41. Zur Unkosten- deckg. Mk.1od.0.50; Studenten Mk.0.40 Bewegung f.rellgiöseErneuerung

Die Christengemelnechaft

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Orchester: Der Gießener Orchesterverein

Am Flügel: Mimi Bock, Gießen

Chor: Gemischter Chor des Sängerkranz Gießen

Leitung: Chormeister Albert Kasten, Gießen

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Studentenkarten Mk. 1.50 bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis.

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Donnerstag, den 28. November 1929, abends 81/* Uhr:

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l .Teil; Lichtbilder-V ortrag:

Die neue Rud olf-Schäfer-Bilderbibel

Lichtbilder-Vortrag des Herrn Syndikus H. Gaede von derVereinigung evangelischer Buchhändler Deutschlands

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