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1L30 bi» 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen._________________________________
to« M und keine neue Arbeit finden Wnne und pah er deshalb noch Amerika auSwandere. Die irische Regierung habe olle seine Vorschläge zum Ausbau der irischen Luftflotte abgelehnt, woraus ihm nicht« anderes übrig geblieben fei, als seinem Posten zurückzu treten.
Zwei Todesopfer eines Fabrikbrandes.
3n den Bergmann Elektrizitätswerke 21.-®. in Berlin-Rosenthal, wo sich daS Metall- und Kabelwerk, der Auto-. Großmaschinen- und Turbinenbau us»d eine Drahts abrik befinden, brach am Montag, und zwar in der Presserei für Isoliermaterial gegen 10 Llhr vormittags ein Oelrohr, Oeldämpfe entzündeten sich an einem offenen Feuer und eine ries i ge Stichfl am mc setzte Tische. Bänke und Verschlüge sowie die Kleider einer Arbeiterin und eines Arbeiters in Brand. Die Arbeiterin verbrannte biß zur Llnkenntlichkeit und konnte nur als verkohlte Leiche geborgen werden. Ein Arbeiter wurde mit schweren Brandwunden am ganzen Körper nach der älniversitätsklinik geschasst, wo er starb. Gin dritter Arbeiter, der bei Löschversuchen Brandwunden an den Ohren und an der rechten Hand erlitten hatte, konnte nach Anlegung von Rotverbünden nach seiner Wohnung gebracht werden. Die Hausfeuerwehr gab aus vier Rohren Wasser, doch konnte daß Feuer erst nach Eingreifen der Feuerwehr vollständig gelöscht werden.
Bor der Entlarvung eine» Massenmörders.
Der unter dem Verdacht des Mutter- nlvrdeS verhaftete 24 Jahre alte Schuhmacher Hans Kraut aus Prommenhof bei Warienbad hat nach längerem Verhör gestanden, die Tat. die vor drei Tagen entdeckt wurde, begangen za haben, um sich Geld zur Deckung dringender Schulden zu verschaffen. Es besteht aber gegen Kraut der Verdacht, dah er seine Mutter getötet hat, um eine unbequem e Mitwisserin anderer von ihm begangener Mordtaten aus der Welt zu schaffen. Kraut ist nämlich auch dringend verdächtigt, an der Ermordung der Obsthändlerin Sophie Kraut in Asch, die eine Verwandte von ihm ist. beteiligt zu sein. Ebenso besteht große Wahrscheinlichkeit dafür, dah ein noch unaufgeklärter Mord an dem Wucherer Franz Schell- berget in Petschcm und ein ebenso noch ungeklärter Word an der Lehrerin Marie Fritsche in Galtenstallung auf sein Konto 3» setzen sind.
Cin rechtskräftige» Todesurteil.
Im Fvehdank-Wordprozeh hat der 2. Strafsenat de« Reichsgerichts in seiner DonnerStag- Sitzung erkannt: Die gegen das Urteil des Schwurgerichts Potsdam vom 17. Dezember 1928 eingelegte Revision des Arbeiters Willi Schmidt wird verworfen. Damit ist das gegen Schmidt erkannte Todesurteil bestätigt. Schmidt ist bekanntlich vom Schwurgericht Potsdam wegen Ermordung des Drauereibesihers Frehdank in Brandenburg und wegen schweren Raubes in Tateinheit mit diesem. Mord zum Tode verurteilt toor'en. Das Schwur- aerichtsurteil besagte, dah Willi Schmidt seinen Freund Grich Schmidt, der als geisteskrank erkannt wurde und sich in der Irrenanstalt Görden ün März 1929 erhängte, zu dieser Tat an- gestiftet hatte und, wenn er auch selber nicht der eigentliche Täter war, er jedoch Erich Schmidt als fein Werkzeug gebraucht habe, bei der Tat Schmiere gestanden und deshalb als Täter anznsehen sei. Der Strafsenat hat sich mit der Begründung im wesentlichen den Ausführungen des Reichsanwalts angeschlossen.
Die Stadt Berlin hat zum Andenken an den Todestag Ludwig van Beethovens Stipendium von jährlich 10000 Mark für dürftige und begabte Mnslkstudierende gestiftet. Da eine Verleihung im vorigen Jahre nicht stattgesunben hat, konnte der für die Vergebung des Stipendiums eingesetzte Ausschuß in diesem Jahr 2 0 Schulern der Staatlichen Hochschule für Musik in Charlottenburg und der Orchesterschule ein Iahresstipendium von jo 100 0 Mark zuwenden.
vavreologkschen 3nftthit Für Angehörige Metel ich Gelegenheit, in Gießen den vom 30. Septbr. bis 12. Oktober über da« Thema .Deutsche Denker. Dichter und Künstler" stattfindenden Ferienkurs der Universität zu besuchen, von dem einzelne Vorträge in Rachmittags- und Abend- iunden auch in den ärztlichen Fortbildungskurs eingegliedert sind. Anfragen und Anmeldungen sind an den Dekan der medizinischen Fakultät Gießen zu richten.
Bornotizen
— TageSkalender für Dienstag. Stqdttheater: „6äfat und Cleopatra". 19.30 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Wings". — Astoria-Lichtspiele: „Der Held von Arizona".
— Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Frau Auguste Prasch-Grevenberg wird sich am Donnerstag. 28. März, von dem Gießener Publikum verabschieden. Die Künstlerin wird daS letztemal als Kiertje in Heyermans „Hoffnung auf Segen" auftretcTL. Die Vorstellung geht im FrcttagS- Abonnement in Szene. — Run wird auch Gießen demnächst das vielbesprochene neue Singspiel Franz Lehars .Friederike" erhalten. Die Hauptfigur dieses Stücke« bildet bekanntlich der junge Goethe, dessen Liebesgeschichte zu Friederike von Sesenheim in dem Singspiel behandelt wird. Am zweiten Osterfeiertag soll die hiesige Erstaufführung als Gastspiel des Reuen Operettentheaters. Frankfurt a. M. vonstatten gehen, wo „Friederike" denselben sensationellen Erfolg erzielen konnte, wie dies bereits vorher in Berlin, Wien und Hamburg dec Fall gewesen ist. Wie in Frankfurt a. M., so wird die Titelrolle auch hier von Lydia Petry verkörpert werden.
*• Hessen und der .Tag des Buches". Aus Der Erkenntnis heraus, daß durch die werbende Kraft des Wortes, und sei es schönster Prägung, allein dem deutschen Schrifttum und seinen Dichtern und Schriftstellern nicht gedient werden kann, hat Staatspräsident Dr. Adelung als Minister für Kultus und Bildungswesen den vom Reichsministerium des Innern angeregten.Tag des Buches" zum Anlaß genommen, eine größere Anzahl von Werken hessischer Dichter anzukaufen und an Volks- und Arbeiterbüchereien verteilen zu lassen. Gleichzeitig ist es durch das Entgegenkommen der Darmstädter Stadtverwaltung und vor allem durch die verständnisvolle Unterstützung des Herrn Ministers deS Innern gelungen, an die Stadtbücherei in Darmstadt versuchsweise eine „Beratungsstelle für volkstümliches Düchereiwesen" anzugliedern, die diesen wichtigen Zweig der Volksbildung im ganzen Lande soll fördern helfen.
Backen am Karfreitag. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat an die hessischen Gewerbeaufsichtsämter eine Verfügung erlassen, in der empfohlen wird, die Herstellung von Bäcker- und Konditorwaren und die Beschäftigung von Gesellen. Lehrlingen und sonstigen Arbeitern in Bäckereien und Konditoreien am Karfreitag nur auf Antrag und frühestens von 5 Uhr nachmittags an zu gestatten.
•* Eine Prüfung für Geschäfts- stenographen veranstaltet die Industrie- und Handelskammer Gießen am Sonntag. 21. April, im Sitzungssaale des Handelskammergebäudes. Die Anmeldungen müssen bis 14. April erfolgt sein. Rähere« ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
" Das Theater-Cafe Ernst Ludwig in der Reuen Baue wird am Gründonnerstag wieder eröffnet werden. Der neue Geschäftsinhaber CH. Horstmann erklärt tn seiner Ankündigung im heutigen Anzeigenteil, daß er das Cafe im Sinne eine« vornehmen Familien-Cafes zu führen gedenke.
(welkere Lokalnachrichten im zweiten Blatt.) Preußen.
KreiS Biedenkopf.
T Waldgirmes, 25. März. In der Generalversammlung des Raiffeisen- Vereins gab der Vorsitzende. Buchhalter Aug- Schmidt, einen Heberblid über die gute Entwicklung des Vereins im verflossenen Geschäftsjahr. Rach der Bilanz des Rechners Schmitt nahmen die Spareinlagen im letzten Jahre um 44 000 Mk. zu und erreichten eine Höhe von 67 000 Mk. An Darlehen wurden 52 000 Mk. M- währt und in laufender Rechnung 50000 Mk.
Aus her Provinzialhaupkffahi.
Gießen, den 26. März 1929.
Schützt Hecken und Raine!
Don Siudienrat Holzel, Gießen.
Alljährlich im Frühjahr erlebt man das Schauspiel. daß hier eine große Hecke, dort ein Streifen Oedland, mit altem Gras oder Heidekraut und Ginster bedeckt, in Flammen steht. Meist sind cS nicht die Nutzungsberechtigten, die das Feuer anlegten, sondern Schulkinder und halbwüchsige Bü^chchen wollen sich damit einen „Spaß" bereiten. Der Landwirt, der Vie Hänge und Böschungen abbrennt, glaubt dabei in seinem Interesse zu handeln. Denn er hofft recht viele Mäusenester und Schnecken damit zu vernichten. Diese Hoffnung ist trügerisch. Denn jene Schädlinge und ihre Brut überwintern nicht im trockenen Gras über der Erde, sondern suchen sich in der Erde einen frostsicheren Platz. Da wo der ode, arme Sandboden durch ein Pflanzenkleid geschmückt wurde, das wie blühende Schwarz- oornhecken. glühender Ginster oder leuchtende Heide das Auge des Raturfreundes erfreute, dehnt sich eine verkohlte schwarze Fläche auS. Verbrannt steht die Hecke da, während allenthalben die Ratur ihr Festkleid anlegt. Im vorigen Jahre noch brüteten muntere Sänger in ihr, erfreuten den Menschen und halfen ihm im Kampfe gegen die vielen Schädlinge, die die Früchte seiner Arbeit zehnteten. Tot ist die Hecke und tot ist das Leben, daS in ihr herrschte. Vernichtet ist mit dem Wegbrennen des Grases und der Hecke der letzte sichere Brutplatz, der letzte Deckung gebende Ort für Feldhuhn und Fasan, jene eifrigsten Vertilger von Mnfcaut» samen, Schnecken und vielen Schädlingen aus der Insektenwelt. Lind wo sollen Lerche. Grasmücke, Pieper und viele andere Sänger ihre Brut groß- 51 tirttcr Aufwendung nicht unerheblicher Mittel und mit viel Idealismus treiben wir Vogelschutz, weil wir nicht nur den ideellen Wert unserer gefieberten Freunde erhalten wollen, sondern weil wir ihre außerordentlich große wirtschaftliche Bedeutung erfaßt haben. Wen es auch in der kältesten Winterzeit hmaustrieb in die Ratur, wer mit offenem Auge und fühlendem Herzen die Leiden der Tierwelt sah, der weiß, welche Lücken der Frost in die Reihen unserer Singvögel gerissen hat. Allenthalben fanden wir ihre erstarrten kleinen Körper, und tot ist jetzt noch der Wald, der um diese Zeit sonst längst erfüllt war von einem Lied auS Hunderten von Kehlen. Wir können uns den Luxus nicht leisten, daß wir tatenlos einer weitverbreiteten Unsitte zusehen, die nichts nützt, sondern nur schadet. Das bißchen aller schiech teste Weide, das an die Stelle des alten Grases vielleicht tritt, gleicht in keiner Weise den Schaden aus, der angerichtet worden ist. Richt Zerstören der Hecken, sondern vermehren müßte unser Ziel fein. Jedes Fleckchen Oedland müßte mit Ginster, Dornhecke oder Akazie u. a. bepflanzt werden, um einen Ersatz zu schaffen für den gewaltsamen Eingriff in die Ratur, wie ihn die Feldbereinigungen, Meliorationen n. ä. barstellen.
Wir können nicht ungestraft in daS feine Räderwerk der Schöpfung eingreifen. Es müßte gerade in der jetzt kommenden Zeit Aufgabe aller Ratur- freunbe und aller Interessenten sein, aufklärend zu wirken, die Schulen um ihre Mithilfe zu bitten, selbst draußen warnend ober verhütend einzugreifen und vor allem von den Behörden und ihren Beamten energische Schritte zu verlangen. Steuern wir dem Unfug, so erhalten wir Raturschönheiten. helfen unserer schwer bedrohten Vogelwelt, helfen durch sie dem Landwirt, unterstützen die Hegetätigkeit des Weidmannes und erhalten der Ratur ihr Leben. Drum „Schütz t Hecken und Raine!"
Fortbildungskurs für praktische Aerzte.
Die medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet vom 30. September bis einschl. 5. Oktober 1929 einen allgemeinen Fortbildungskurs für praktische Aerzte. Vortragende sind sämtliche klinischen Zachvertreter sowie die Fachvertreter für Physiologie und physiologische Chemie. Ferner ist ein Ausflug nach Dad-Rauheim geplant mit Besichtigung der Dadeeinrichtungen und Vortrag in dem neuerrichteten medizinisch-
»S mit Menthol wirken schleimlösend ^Sodener un6 afritoen» 3I8V
HJonen Sie tritt eisl outtt Söinßen Ilog morhon9 Sollen Ihnen die dünnen Stellen tn WClUlUl Ihrer kostbaren Wäsche erst -einen tute schädlich scharfe Waschmittel sind? Seien Sie klug, nehmen Sie Naumann s erirnfetne, weihe Kernseife. Besser können Sie Ihre Wäsche nicht schonen. Gute Kernseife «reift bie Wäsche ncht an. 13593V
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Unter Produktions- Programm 1929/30 ift aus den BedürfnifTen des deut- X—
fchen Marktes geboren. - Die amtliche Automobil-Verkaufs- (
k Statiftik beweilt, daß wir mit
unterem Programm für Europa das Richtige getroffen haben! /_
—Die Nachfrage nach Opel-Wagen < nimmt ständig zu. Dementfpre-
chend haben wir durch weitaus- schauende Verträge bis in das fJahr 1930 hinein die Produktion r
unterer bewährten Modelle auf kZ/Ä erweiterter Easts stchergestellt. >xW
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ob Werk.
Die Wetterlage.
umg«setzt. Der Warenverkehr war durch neue Konkurrenz auf 17 000 Mk. zurückgegangen. Rach- dem den Mitgliedern auf das frühere Stammkapital 154 Mk. gut- und der frühere Verlust an Aktien bei der Raiffeisenbank Berlin um 300 Mk. abgeschrieben worden waren, blieb bet einem Gesamtumsatz von 250000 Mk. ein Reingewinn von 615 Mk., der dem Reservefonds überwiesen wurde. Dieser erreicht damit eine Höhe von 3500 Mk. Dem Rechner und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Das auS- scheidende Vorstandsmitglied Lehrer Schrupp wurde einstimmig wiedergewahlt. in den Aussichtsrat wurde der Maurermeister L. Bernhardt entsandt.
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Wettervoraussage.
Während im Norden Tiefdruckstörungen vorüber» ziehen, hält über dem zentralen Europa der hohe Druck stand und breitet sich weiter nach den Donauländern aus. Die über England gelegene warme Luft Hot bereits Mittel- und Norddeutschland erreicht und eine Erwärmung von etwa 2 bis 4 Grad gebracht, sowie zu vielfacher Nebelbildung und zu vereinzelten Niederschlägen geführt. Obwohl das Fallgebiet im Raume von Island sich weiter vertieft hat, so wird bei uns der Hochdruckeinfluß noch standhalten. Der Witterungscharakter sowie die Temperaturen ändern sich wenig, jedoch dürften sie allmählich etwas zurückgchen.
Voraussage für Mittwoch: Immer noch nebliges, auch wolkiges Wetter mit Aufheiterung. trocken. Temperaturen wenig verändert, jedoch im ganzen etwas kühler.
Voraussage für Donnerstag: Roch Fortdauer der herrschenden Wetterlage.
Lufttemperaturen am 25. März: mittags 11,9 Grad Celsius, abends 6 Grad: am 26. März: morgens 5 Grad. Maximum 12,3 Grad, Minimum 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. März: abends 5,9 Grad: am 26. März: morgens 1,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5 Stunden.


