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Blutung versorgt Blutung
Erfahrung lehrt, daß zum Glück selbst beträchtliche Blutstürzc kaum je das Leben unmittelbar gefährden, Refecn der seelischen Beruhigung ist für völlige Körperruhe zu sorgen. Es empfiehlt fti) dabei, soweit vom Arzte nicht anders bestimmt wird, Bettruhe in Rückenlage, beim Lungen- Iranken am besten mit gut erhöhtem Oberkörper. I5in leicht erreichbares blutstillendes Mittel ist bic Eisblale, die allerdings wegen der Gefahr einer Erkältung nur kürzere Zeit hintereinander (eine Viertel- bis eine halbe Stunde) beim Lungenkranken in den Racken oder auf die Brust, beim Magenkranken auf den Leib zu legen ist.
Fälle, bei denen trotz zweckmäßigster Behandlung eine Blutung nicht zum Stehen kommt, Itnt» im allgemeinen selten. Dann kommt, wenn auch die Einspritzung gerinnungsbefördernder Mittel unter die Haut oder in die Blutader versagt, als letztes Mittel die Operation, bei der Lungenblutung die künstliche Gasbrust, bei der Magenblutung die Hebernähung der bluten* dm Stelle in Betracht.
Die Hämorrhoidalblutung ist nur ausnahmsweise so stark, daß sie nicht durch festes Zu- lammenprcssen der Gesäßhälften unter Zuhilfenahme blutstillender Salbe oder Zäpfchen zum Siillstande käme. Kommt man damit allein nicht ans, dann ist der Cisumschlag, der mit blut»
trvphe in Italien.
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verläßlich, aber auch wirklich verläßlich 'ft, sonst könnte es vorkommen, dah die aeber von neuem beginnt.
Rettungsschwimmen.
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itg hat Präsiden' den Oberst a.D. verstorbenen mili> Dauer ernannt, ter dem bayrischen
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gen am Platze.
Mit der Dekämpsung der durch den Blutverlust hervorgerufenen Blutarmut — sie äußert sich in ?(ässe des Gesichtes, Erschöpfung. Durst, in chweren Fällen in Flimmern vor den Augen. Ohrensausen, Schwindel und Ohnmacht — soll nicht eher begonnen werden, bis die
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stillenden Mitteln getränkte Druckverband oder die Ausstoplung des Afters mittels eines fingerdicken etwa 20 Zentimeter langen, mit Jodoform» gaze umwickelten Gummirohres und letzten Endes, wenn alles dies nichts nützt, die Hilfe des Chirur-
, Die Deutsche Lebensrettungs-Ge» 1 < 11 f d) a f t (DLRG.) entfaltet in den letzten Zähren wieder eine rege Tätigkeit. Sie hat sich v.m Ziel gesetzt, die in die Tausende gehende Zahl der alljährlich in Deutschland Ertrinkenden auf das geringstmögliche Maß herabzumindern, sie ist sich klar darüber, daß dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn jeder Deutsche sch w im i,'. en lernt und wenn nach Möglich» keit jeder, der die Schwimmrunst beherrscht, es arch fertig bringt, einen Ertrinkenden vor dem Tode in den Fluten zu retten. Diese Fertigkeit st aber in der Regel nur durch besondere Ausbildung zu erlangen, und hier seht deshalb im wesentlichen die praktische Arbeit der DLRG. ebn. Heute gibt es bereits in ganz Deutschland ehe große Zahl von Rettungsschwimmern, die sich ständig vermehrt. Auch der
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 25. September 1929.
Wie verhalte ich mich bei plötzlichen Blutungen?
Von Dr. med. Lisbeth Fink.
Eine plötzlich auftretende Blutung ist gewöhnlich ein aufregendes Ereignis. Fast immer wird aber zum Glück vom Laien die Gefahr weit unterschätzt. 3n der Regel droht dem gesunden 1 Erwachsenen die Gefahr des Verblutungstodes erst beim Verlust seiner halben Blutmenge. Das | ist bei einem Körpergewicht von 60 Kilo immer» 5 hin das stattliche Maß von über 2 Liter. 3e ßs schneller die Blutung erfolgt, desto größer ist ! natürlich die Gefahr: nur eine kleine Gruppe । von Menschen ist auch schon durch langsam erfolgende Blutungen gefährdet. Das sind die Bluter, jene abnorm Veranlagten, in deren ' Blut die Gerinnbarkeit stark herabgesetzt ist. 's’ Schon an einer geringfügigen Gelegenheitswunde oder beim Zahnziehen können sie sich verbluten, . , weil die Blutstillung nicht gelingt.
Erstes und oberstes Gebot bei jeder Blutung ist die Blutstillung. 3n zweiter Linie erst kommt die Bekämpfung der durch den Blutverlust hervorgerufenen Blutarmut in Betracht, j Die Blutstillung gelingt am einfachsten bei Blutungen aus äußeren Wunden. Ein fest gegen die Wunde angedrückter Verband aus keimfreiem | Verbandstoff, im Rotfalle aus frisch gewaschenem Seinen, mittels eines Tuches oder einer Binde . befestigt, dazu bei Blutungen an den Armen oder Beinen die Hochlagerung der entsprechenden Gliedmaßen, bringt den roten Strom in vielen Fällen fast sofort zum Stillstand. Auch Blutungen aus geplatzten Krampfaderknoten, ja selbst die kleineren, hellrot spritzenden Schlagaderblutungen hören unter dieser Behandlung auf oder lassen sich mindestens so lange in Schach halten, bis ärztliche Hilfe erreichbar ist. Bei größeren Schlagaderblutungen wird man zunächst ebenso verfahren. 3n bedrohlichen Fällen aber zugleich das ganze Glied oberhalb der blutenden ? Wunde mittels eines Gummischlauches, eines Diemens, eines Hosenträgers oder Taschentuches umschnüren, vor allen Dingen aber für s o - ’ortige Heberführung ins Krankenhaus sorgen, damit das spritzende Gefäß durch - die Raht verschlossen werden kann. Viel leichter läßt sich in der Regel Rasenfeluten beherrschen. Es steht meist schon, wenn der Patient dcn Kopf hochrichtet, den Rasenflügel derjenigen Seite, aus der das Blut kommt, fest gegen die Dosenscheidewand preßt, den Hals vom engen Kragen befreit und kalte Umschläge, womöglich einen Cisschlauch in den Racken und auf die , Stirn legt. Rur in den seltensten Fällen gelingt es auf diese Weise nicht, eine Rasenblutung zu stillen: dann ist der Arzt zu Rate zu ziehen, der durch Verätzung ober Verschorfung der blutenden Stelle, im Rotfalle durch Aus- ftopfen der Rase (die sogenannte Tamponade), aus rasche Weise Hilfe bringen kann.
Weit ernster aufzufassen sind die hellrote, schaumvermengte Lungenblutung und die bräunliche, kaffeesahartige Magenblutung. Gewiß kann in einer so verantwortungsvollen Lage, wie sie eine Lungen» ober Magenblutung derstellt, bie Behandlung nur vom geschulten Arzt richtig geleitet werden, der darum so schnell , clls möglich zuzuziehen ist. Viel, sogar sehr viel - hängt aber auch vom richtigen Verständnis der Umgebung des Kranken für die Anordnungen des Arztes ah. Alle überflüssigen und aufgeregten Angehörigen sind aus dem Krankenzimmer öii entfernen, damit der ohnedies durch die Diu» * tung gewöhnlich aufs äußerste geängstigte Kranke ' nicht noch mehr aufgeregt und beunruhigt wird. Dazu ist um so weniger Veranlassung als die
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Die Aumen- und Obstausstellung in Gießen.
Die Blumen- und Obstausstellung des Gießener Ob st - und Gartenbauvereins in der Turnhalle an Oswaldsgarten erfreute sich am Sonntag eines überaus zahlreichen Besud)es. Wenn der ausstellende Verein mit dieser Schau bestrebt gewesen ist, Verständnis für die Schönheit der Blumen in weitesten Kreisen zu erwecken und neu zu beleben, so kann fest- gestellt werden, dah er dieses Ziel erreicht hat. Die Ausstellung gehörte zu den besten Leistungen dieser Art, die man bisher hier gesehen hat. Zu diesem erfreulichen Ergebnis haben in erster Linie die herrlichen Rosen der bekannten Spezialfirma Gebrüder Schultheis in Steinfurth, nicht weniger aber auch die prachtvollen Dahlien der Samenhandlung von Heinrich Hahn in Gießen beigetragen. Ein festliches Leuchten dieser farbenfrohen Blütenmengen verbreitete Glanz und Schimmer über den Raum, dessen Reiz sich niemand zu entziehen vermochte. Bei geschickter Raumausnuhung war fein Eckchen ungenützt geblieben, das nicht etwas besonderes geboten hätte, so daß das Fehlen eines auswärtigen Teilnehmers kaum aufgefallen ist. Um jede lieberfüllung zu vermeiden, unter der die meisten Gartenbau- Ausstellungen leiden, mußten einzelne Abteilungen für eine gelegenere Zeit verschoben werden.
Refeen dem Farbenreichtum der Blumen, die jeder Gartenbau-Ausstellung die Sympathie des Publikums sichert, kam auch die beabsichtigte D e- lehrung zu ihrem Recht. Heberall sah man eifrig schreibende Menschen, die sich das ihrem Geschmack entsprechende notierten, um mit den mancherlei entzückenden Heut)eiten die Lücken ausfüllen zu können, die der letzte kalte Winter verursacht hat. Ramentlich fanden die Rosen- freunde in der Sammlung von Gebr. Schultheis reiche Auswahl. Richt weniger als 25 hier noch nicht gezeigte Rosensorten des vergangenen Jahres konnte man feewundem. Leider verbietet der zur Verfügung stehende Raum, näher darauf einzugehen. Wir können aber nicht unterlassen, die hauptsächlichsten von ihnen zu nennen. Es sind: Königin Luise weiß mit grünlichem Schein, Frau E. Weigand, leuchtend gelb wie Golden Emblem, aber härter als diese Sorte, Julia Porten, ebenfalls gelb, verbesserte Ville de Paris, Fontanelle primelgelb, Mad. Albert Barbier zart aprikosengelb, Mevrouw G. A., von Rössern- dunkelorange. Lady Margret Stuart orangerot. Christoph Weigand malmaifonrofa, Charles P. Kilham frisches Rosenrot mit scharlachroten Reflexen, Joseph Goy frisch rosenrot, Dame Edith Helen seidenrosa, Mabel Turner salmrosa. Goldlachs feurig granatrot, Lady Helen Maglona dunkelrot, duftreich usw.
Ebenso großes, fast noch lebhafteres Interesse erregten die neuen Dahlien. Sorten wie Anemone lilarosa, Cayderc orange mit scharlach Rückseite, Ehrenpreis kupferrosa, Faith Garibaldi hellrosa, Goldrose, frisches Rosenrot, Frau Mansfeld leuchtendstes Kanariengelb, Friedrich Rückert lilarosa, Goldne Sonne, gelb mit orange, Goldina
kupferrosa,Hans Berger orange, Resthäkchen matt- rosa mit orange, Märchenschön rot mit weißen Spitzen, Pride of California dunkelscharlach, Riefenmeisterstück lila, Robert Treat, rosenrot, besonders langstielig, Sekretarius Vors mattes Hellrosa mit gelblich waren nicht zu übersehen und durften bald die alten Sorten verdrängen und neuen Farbenreichtum in unsere Gärten bringen.
Viele Bewunderer und Verehrer fanden ferner die bei uns noch viel zu wenig beachteten Winterhärten Stauden der Firma Goos & K öne - mann aus Rierderwalluf (Rheingau), die mächtige Sträuße von H e r b ft a ft c r n in den neuesten und schönsten Sorten, leuchtende Rud- beckien, Goldruten. Harpalium oder Sonnensterne, ausdauernde gefüllte Sonnenblumen und vieles andere geschickt hatten.
Tafeldekorationen und Bindereien lieferte die Gärtnerei Schmitz und bewies insbesondere durch den eigenartigen Tafelschmuck der vier Tische, auf denen je eine Jahreszeit durch Blumen- und Pslanzenschmuck zum sinnigen Ausdruck gebracht wordeir war, hohes Können und künstlerisches Verständnis für die Behandlung des Stosses, die fleißige Rachahmung schon Darum verdient, weil sie mit so einfachen Mitteln überraschende Wirkung erzielte, die auch dem weniger Geübten es ermöglicht, einen Familientisch festlich zu gestalten. Dieselbe Gärtnerei hatte auch die dekorative Ausgestaltung des Raumes mit Blattpflanzen übernommen.
Alle ausgestellte Handelsware zeugte von guter Pflege und fand ihre Liebhaber. Auf dem Bühnenraum, wo es noch mancherlei zu sehen gab, das hier übergangen werden muß, wirkte als Anziehungskraft für Blumenliebhaber eine neue Dlumennessel, Coleus Rehneltianus, von Ceylon stammend, sowie eine noch nicht im Handel befindliche Hängepflanze, deren prächtige Blüten leider nicht gezeigt werden konnten.
Alles angelieferte Obst war in diesem Jahre fleckenrein und gut ausgebildet, so daß das meiste davon mit Preisen bedacht werden konnte. Von "Neuheiten auf dem Gebiete der Obstzucht waren in prächtigen Exemplaren ausgestellt Chemsford Wonder und Gascohnes Sämling. Beide sind englischen Ursprungs. Ob sie die Bezeichnung Aepfel der Zukunft rechtfertigen, muß noch abgewartet werden.
Zum Gelingen der Ausstellung nicht wenig beigetragen hat die Firma Löwer & Bechstein durch die Bereitstellung von Hunderten Vasen in gleicher Größe und passender geschmackvoller Form, wie man solche zu gleichem Zweck verwendet, selten auf Ausstellungen Wiedersindet. wo man sich mit Diergläsern und Honigtöpfen begnügen muß. Auch das Tafelporzellan war von der genannten Firma gestellt.
Alles in allem kann gesagt werden, daß diese Ausstellung in jeder Hinsicht von hoher Leistungsfähigkeit der Aussteller zeugte und als voller Erfolg gebucht werden kann. R.
Bezirk Oberhessen der DLRG. veranstaltet zur Zeit einen Kursus im Gießener Hallenschwimmbad, an dem sich etwa 30 Mitglieder der hiesigen Turnvereine, des Schwimmvereins, der Sanitätskolonne und der Polizei zwecks Erwerbung des sog. Grundscheins der DLRG. beteiligen. Die Prüfungen, die in aller Kürze beginnen, sollen öffentlich abgehalten werden. Jedermann. der Interesse an den Bestrebungen der Gesellschaft hat, kann durch kostenlosen Besuch der Prüfungsabende einen wertvollen Einblick in das ideale Merk der DLRG. erhalten.
Die Wirren in Palästina.
Am Montagabend sprach in hiesigen zionistischen Kreisen der palästinensische Journalist Z. Levanon über die jüngsten Vorgänge im heiligen Lande. Don seinem zionistischen Standpunkt aus betonte er anfangs, daß der Zionismus unter den Unruhen nicht gelitten habe. Es habe nur einzig und allein die politische Organisation, die Exekutive, versagt. Daß das palästinensische Hauptproblem, das Verhältnis zwischen Juden und Arabern, eine solche Zuspitzung erfahren habe, sei nicht zum mindesten eine politische Deamtenmache. Die Araber seien noch zu 90 Prozent Analphabeten. Rur eine dünne arabische Oberschicht, die Familien der Großgrund- feesiher, hätten den Anlaß 31 den Unruhen gegeben. Don ihnen sei das zweite mohammedanische Heiligtum nach Mekka, die Jerusalemer Omarmoschee, als angeg-ijen dargestellt worden. Der frühere Ober.ommissar Sir Herbert Samuel habe der arabischen Intelligenz gegenüber eine Deruhigungspolitik getrieben. Das habe das Selbstgefühl der Araber gehoben. Das jüdische Ziel sei eine starke Majorität im heiligen Lande. Palästina sei kein arabisd)es Zentrum. Der Irak, der von 1932 ab seine staatliche Selbständigkeit erhalten soll, und Syrien seien sehr untervölkerie arabische Zentren. Man müsse auch anerkennen, daß in dem unter türkischem Regime verlotterten Palästina Wüsteneien von den Juden in ein Paradies verwandelt worden seien. Heber zehn Millionen Pfund seien investiert worden. Der Redner verlangte z-. m Schluß von seinem jüdisch-politiichen Standpunkt aus die Wiederherstellung der jüdischen Regimenter in Form der jüdischen Legion, wie sie bereits bestanden hat.
Die Ausführungen des Herrn Levanon, der als Mitglied der großen hebräischen Tageszeitung „Doar Hajorn" über einen besonders umfassenden Einblick in die augenblicklichen Verhältnisse verfügt, boten einen recht interessantes Bild von den gegenwärtig im heiligen Lande herrschenden Zuständen.
GroßflugLag in Gießen.
Am kommenden Sonntag wird der hiesige Flugplatz einen Großflugtag haben. Die Raab »Katzen st ein Flugzeugwerke werden das gesamte fliegeriiche Programm heft reiten. Raab-Kotzenstein. die gerade in letzter Zeit in verschiedenen Orten derartige Veranstaltungen durchgesührt haben, sind durch ihre guten fliegerischen Leistungen weitgehendst bekannt. Das Programm der Veranstaltung ist außerordentlich reichhaltig: es werden u. a. folgende Vorführungen gezeigt: Flugzeugschau. Lustreigen, Posllack- abtourf, Dallonjagd, Einzelkunstllug, Gefchteader- flüge, Lustschleppzug, Bleriot, Luftturnier, Fallschirmabsprung usw. Ein Rundslug- zeug wird während des Tages dauernd Passagierslüge ausführen. Hm allen Kreisen den Eintritt zu ermöglichen, sind die Preise, wie man hervorhebt, volkstümlich niedrig festgesetzt. Raab»
Katzenstein haben sich bereit erklärt, an die Kinder der Volksschulen Freikarten zur Verteilung zu bringen. Diese Karten haben jedoch nur in Begleitung eines Erwachsenen pro Kind Gültigkeit: es ist dies erforderlich, damit sicherhrits- technisch alle Maßnahmen glatt vonstatten gehen. Für Autoparkung, sowie Omnibuspendelverkehr ist gesorgt. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
Daten für Donnerstag, 26. September.
Sonnenaufgang 5.51 Uhr, Sonnenuntergang 17.51 Uhr. — Mondaufgang 22.02 Uhr, Monduntergang 15.04 Uhr (Mond in Nordwend).
1826: der englische Forschungsreisende Alexander Gordon Laing ermordet.
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: V.f.D. 08: a. 0. Generalversammlung, 20.30 Hhr, im Derrinsheim. — Lichtspielhaus, Dahnhosstr., „Die Dame in Schwarz" und „Hoppla, Vater sieht's ja nicht". — Astoria-Lichtipiele, „Menschenschmuggel" und „Der Mann mit der eisernen Faust".
— Abendmusik der Darmstädter Musikantengilde. Im Rahmen der Volkshochschule veranstaltet die Darmstädter Musikantengilde am Mittwoch. 2. Oktober, in der Stadtkirche eine musikalisch: Abendfeier. Außer Orgel- und Streichmusik, Chorälen und Kanons von Joh. Seb. Dach (1685—1750), Hans Leo Hasler (1564—1612), Orlandus Lassus (1532—94), Clemens non Papa (16. Jahrh.) u. a. werden zwei Motetten, eine fünfstimmige von Heinrich Schütz (1585—1672) und eine achtstimmige von Joh. Ehr. Bach vorgetragen. Die Musikanten- gilfeenbetocgung teilt, so schreibt man uns, dem Dolle und vor allem der Jugend Musik nahe- bringen, das Doll wieder zur musikalischmSelbstbetätigung anregen. Als zweites Ziel hat sie sich zur Aufgabe gestellt, alte Meister, die für ihre Zeit von großer Bedeutung waren, wieder lebendig werden und aus ihren Werken das Kraftvolle und Lebenswahre zu uns sprechen zu lassen. So hofft die Darmstädter Musikanten» gilde, weitesten Kreisen der Gießener Bevölkerung in der Stadllirche eine Feierstunde zu bereiten. (Siehe heutige Anzeige.)
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’* Der erste Reif. Heute morgen waren Wiesengründe und Felder bereift. Das Thermometer zeigte nahe am Boden 0 ©rat». An tief» gelegenen Stellen find bereits die Dahlien gebräunt. Es ist nunmehr Zeit, daß alle empfind» liche Zimmerpflanzen unter Dach kommen.
** E i n Raturspiel seltener Art wurde in der Gießener Gartenbau-Ausstellung an einer Frucht der Goldparmäne gezeigt, die im Garten von Heinrich Burger V. in Steinberg bei Gießen gewachsen war. Dieser Apfel war genau zur Hälfte einfarbig dunkel- blutrot gefärbt, w ihr end die andere Hälfte haar» scharf begrenz'. Die normale Färbung zeigte.
*• Don der Darmstädter- und Ra- tionalbanE. Dankdirektor Emil Gottschalk, der seit nahezu neun Jahren dem Vorstand der hefigen Zweigniederlassung der Darmstädter- und Rationalbank angehört hat. wird am 1. Oktober als ordentliches Vorstandsmitglied zur Filiale Osnabrück des gleichen Instituts Übertretern
** Schulpcrsonalien. Ernannt wurden die Schulamtsanwärter Georg Heß aus Hetzbach (Kr. Erbach) und Dr. Adam Sdjeurer aus Mainz zu Lehrern an der Volksschule zu Gießen, ferner die Zeichenlehramtsanwärterin Katharina Grobe aus
Bad-Nauheim zur Zeichenlehrerin an der Volksschute zu Gießen.
“ Bezirksausschußsitzung der ober- hessischen Z e n t r u m s p a r te t. 3n der in Bad-Nauheim stattgehabten Bezirksausschußsitzung der oberhessischen Zentrumspartei wurden folgende Parteimitglied in den Landesausschuh des Zentrums gewählt: Hotelbesitzer Schwab (Gießen), Professor M u 11 e r (Büdingen), Pfarrer Kissel (Ockstadt), Bürgermeister Jung (Dornassenheim). Für die bevorstehenden Provinzialtaaswahlen wurden folgende Herren als Spitzenkandidaten des Zentrums aufgestellt: Rechtsanwalt Schröder (Friedberg), Bürgermeister Schmidt (Obermörlen), Professor Müller (Büdingen).
** Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Dos Stadttheater beginnt die neue Winterspielzeit am Dienstag, 1. Oktober, mit Lion Feuchtwangers „Dasantasena". Dieses Stück ist nach dem Indischen des Sudraka von Feucht- toanger nach gedichtet. Der Originaltitel heißt Mritschakatika, zu deutsch „Das irdene Wägelchen". Es führt diesen Titel nach einer Szene, die im zweiten Akt des Schauspiels vorkommt. Die Intendanz hat absichtlich gerade „Vasanta- fena“ als Eröffnungsvorstellung angesetzt, da, ähnlich wie bei der Eröffnungsvorstellung der vorigen Spielzeit „Das Kirschblütenfest" (Kla» bund), alle theatralischen Register aczogen werden. Das Stück ist dekorativ und kostümlich vollkommen neu ausgestattet und bietet regietechnisch starke Gestaltungsmöglichkeit. -
** Ehrung der Hausange st eilten. Wie uns vom Vorstand des Alice-Frauenvereins mitgeteilt wird, handelt es sich bei der im Anzeigenteil unserer Samstagausgabe angekündigten Hausangestelltenehrung nm 3. Dezember, zu welcher Anmeldungen bis zum 1. November erfolgen müssen, um eine private Stiftung zu Händen des Alice-Frauenvereins. In Betracht kommen für die Ehrung Hausangestellte mit fünf:, zehn- und fünfzehnjähriger Dienstzeit in e i n e m Hause.
** Schwerer Unfall. Heute vormillag gegen 9 Uhr ereignete sich hinter der Fabrik von Heyligen- staedt am Aulweg ein schwerer Unglücksfall. Dort war ein Elektriker einer hiesigen Jnstallationssirma mit Arbeiten auf einem Leitungsmast beschäftigt, wobei der Mast plötzlich umstürzte und der Monn aus ansehnlicher Höhe stark auf den Boden auf- schlug. Hierbei erlitt der Bedauernswerte einen schweren Schädelbruch. Die Freiwillige Sanitöts- tolonne vom Roten Kreuz verbrachte den Verunglückten in besinnungslosem Zustande nach der Chirurgischen Klinik.
" Das Segelflugzeug „Stadt G test e n“ wurde am Montag nachmittag trotz Windstille und schlechten Wetters in dem Wiesen» gelände bei der Dergschenke eingeflogen. Vor zahlreichen Zuschauern machte der Jungflieger F. Schmidt bei strömendem Regen einige Probeflüge, wobei er 5 Meter Höhe und etwa 200 Meter Länge erreichte. Darauf wurde von K. H. Schmidt ein Flug von über 200 Meter Länge ousgeführt. Die Jungfliegergruppe unseres Gießener Vereins für Luftfahrt ist mit dem Ergebnis dieser Probeflüge sehr zufrieden. Jin übrigen sei bei dieser Gelegenheit berichtigend festgestellt, daß mit dem Gleitflugzeug „Zögling" nicht, wie am Montag in dem Artikel fälschlich zu lesen war, fünfzig Flüge ausgeführt wurden. Es sind vielmehr mit diesem Flugzeug bisher über fünfhundert Flüge ohne Beschädigung des Flugzeugs vorgenommen worden.
" Glückwunschtelegramme zu den jüdischen Feiertagen. Die Deutsche Reichspost richtet — wie bisher bereits zum Weih- nachtsfest und zum Jahreswechsel — in diesem Jahre auch zum jüdischen Reujahrsfest (5. Oktober) einen Glückwunschtelegrammdienst zu wesentlich ermäßigter Gebühr ein. Derartige Glückwunschtelegramme können in der Zeit vom 1. bis 15. Oktober bei allen Telegrammannahmestellen aufgeliefert werden.
Der Deutschnationale Hand» lungsgehilfenvcrband, Ortsgruppe Gießen, hielt am Samstagabend im Saale des Cafe Leib seine 31. Gründungsfeier ab. Das feinsinnig zusammengestellte Programm übte insofern schon besondere Anziehungskraft aus, als der musikalische Teil von dem Musikkorps des l.Batl. 15. Jnf.-Regts. unter Leitung von Ober- musikmeister L 0 b e r in altbewährter Weise durchgeführt wurde. Obermusikmeister Gober bot mit seiner unermüdlichen Musikerschar Werke von R. Wagner, Lorhing, Suppe, Hcmnemann usw. und erntete reichen Beifall, den die Kapelle mit vielen Zugaben quittierte. Don den reichhaltigen Darbietungen verdient das Cellosolo von Obcrgrenaöler Beau „Ich grüße Dich" besondere Erwähnung. Der übrige Teil des Programms wurde von dem Männerchor „Deutscher Sang im D. H. D." unter Leitung von Chormeister O. Gor lach bestritten. Dieser junge Chor, der durchweg gute Leistungen bot, erfreute durch Lieder von Wohlgemuth „Wie's daheim war", Silcher „In der Ferne", Dehß „Heimat, Heimat, ewig liebe“ und Bitterscheid „Sonniger Lenz am Rhein". Auch der Chor mußte sich zu Zugaben entschließen. Die Ansprache hielt Kreisgeschäftsführer Drzezinski. Er wies darauf hin, dah der D. H. V. mit seinen 365 000 Mitgliedern die größte Angestelltengewerkschaft der Welt sei, zeigte die in jahrzehntelanger Arbeit erreichten Dorteile für die Angestellten des Derbandes auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet und berichtete über die vom Verband durchgesührten Bildungsbestrebungen, die in der Jetztzeit besondere Bedeutung hätten. Sein Hoch galt der Angestelltenbewegung und dem Vaterland, woraus das Deutschlandlied folgte. Dem langjährigen Mitstreiter Friedrich Kühne wurde aus Anlaß feiner 25jährigen Zugehörigkeit zum Verband die Silberne Radel und ein Diplom überreicht. Mit einem schön verlaufenen Ball fand die Feier ihren Abschluß.
** Jung deutscher Orden. Man berichtet uns: Die Kleinkaliber--Abteilung der Gefolgschaft Gießen des Jungdeutschen Ordens veranstaltete am Sonntag unter Leitung des Dalleiwander- warts ihr Abschluß» und Wertungsschieheir, an dem 33 Schützen, darunter 12 Junabrüder, teil» nahmen. Die Bedingung war: drei Schuh liegend freihändig,, ohne Anzeigen der einzelnen Schmsse. Jeder Schütze schoß auf eigene Scheibe. Von den 33 Schützen haben 22 über 24 Ringe geschossen, allo mindestens eine 8 im Durchschnitt. Die drei besten Schützen, darunter ein Jungbruder, erreichten 34, Ringe. Mit den 66 Schuh der 22 besten Schützen wurde 41 mal Spiegel geschossen (13mal 12, 17nial 11 und llmal 10). Das Ergebnis kann als gut bezeichnet werden. Anschließend an das Frühschießen fand die Weihe des Wanderbanners der Gefolgschaft durch den Komtur der Dallei statt. Dieses "Sanner soll zum ersten Male mitgesührt werden anläßlich des Wehrsporttages in Ridda am 29. September.


