Nr. 274 Dritter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)greitag, 22. November (929
Tumen, Sport und Spiel.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
ö. 3m Gebiete des Westdeutschen Spielverbandes fallen anläßlich des Totensonntags alle Fuß- ballspiele aus.
Die Spielvereinigung 1 9 0 0 trägt deshalb bereits am morgigen Samstagnachmittag ein noch ausstehendes Rückspiel gegen die Fußballmannschaft der älniversitätGie- ß e n aus, da man an den anderen Sonntagen durch Meisterschaftsspiele verhindert ist. 1900 wird in dieser Begegnung drei Spieler der Ligaeis an die akademische Mannschaft abgeben. Man hofft aber im Lager der Blauweißen immer noch auf ein gutes Abschneiden der eigenen Vertretung, da die ausscheidenden Studenten verhältnismäßig gut erseht sind. Aber auch die Studentenmannschaft verfügt zur Zeit über ganz auserlesene Kräfte. Die Leute um Lorbacher u. a. Bantle, Kah, Adelberger, Hohmann, Brambach, Rijcken
werden starken Widerstand leisten. Das Spiel findet auf dem älniversitätssportplah statt. Der Ausgang ist vollständig offen. Eine Wiederholung des Borspielsicges (2:1 für 1900) steht sehr in Frage.
Billard-Wettspiel.
Nächsten Sonntag findet hier ein Dillardwett- spiel des 1. Gießener Billard-Clubs gegen den Mainzer Billard-Club um den Ebsten-Pokal im Cafö Amend statt.
Arbeiter-Turn- und Gportbund.
Am Sonntagvormittag treffen sich die Uebungs- warte aller Bezirksvereine zur Herbstübungs- t u n b e in der Stadtknabenschule zu Gießen. An- chließend findet eine Aussprache über das verflos- cne Jahr statt, worauf die Wahl der Techniker vorgenommen wird.
Verein für Bewegungsspiele 08.
Rückblick und Vorschau.
Am 10. November ging die Vorrunde der diesjährigen Derbandsspielserie zu Ende. Das bisherige vorzügliche Abschneiden aller aktiven Fußballmannschaften des V. f. B. gibt die Berechtigung oder vielmehr die Verpflichtung, ihre Anerkennung verdienenden Erfolge in einem kurzen Rückblick zu würdigen und ihre Aussichten für die kommenden Kämpfe kurz zu besprechen.
Die Ligamannschaft
errang im Vorjahre in 16 Verbandsspielen, von denen sie 15 gewann und 1 unentschieden beendete, bei einem Punktverhältnis von 31:1 und einem Torverhältnis von 77:2O ungeschlagen und mit großem Vorsprung überlegen die Meisterschaft des Gaues Gießen-Wehlar. Für die diesjährige Saison 1929/30 gab man ihr bedeutend weniger Chancen auf ein so gutes Abschneiden, da sie durch die Neueinteilung ungleich stärkere Gegner hatte. Um so erfreulicher ist die Tatsache, daß sie bei Beendigung der Vorrunde nun doch wieder, wie die nachfolgende Tabelle zeigt, die Führerstellung in der 1. Dezirksklasse der Gruppe Lahn einnimmt, und zwar hat sie nicht allein das bessere Punkt-, sondern auch das bessere Torverhältnis. Von 7 Spielen hat sie 5 gewonnen und 1 verloren, eins endete unentschieden. Bei der Bewertung der einzelnen Resultate und beim Vergleich mit den in 1928/29 errungenen muh man berücksichtigen, daß die Spielstarke der einzelnen Vereine nicht allzu sehr verschieden, jedenfalls ausgeglichener als im Vorjahre ist, was ja schließlich auch der Zweck der Neueinteilung war. Wallau wurde mit 4:1, Herborn mit 3:0, Spielvereinigung Gießen mit 3:1, Ockershausen mit 2:0 und Breidenbach mit 5:3 geschlagen. Das Treffen gegen den damaligen Tabellenersten „Germania" Marburg, das mit 2:3 verloren ging, hätte, nach den Torgelegenheiten zu urteilen, mit demselben Resultat gewonnen werden können. Dagegen konnte die V.f.B.-Elf von Glück sagen, daß sie in Wetzlar statt des Unentschieden (2:2) nicht eine Niederlage einstecken mußte. Nachdem sie ansanglich stark überlegen gespielt und mit 2:0 geführt hatte, ließ sie sich durch das hohe und reichlich scharfe Spiel des Gegners, der ihr spielkulturell weit nachstand, aus dem Konzept bringen und verlor damit einen wertvollen Punkt. Die übrigen Begegnungen gewann sie nach überlegen durchgesührtcm Kampf verdient, meist mit einem dem Spielverlauf nach zu knappen Resultat.
Die Tabelle nach dem Stand bei Beendigung der Vorrunde am 10. November:
Verein
Spiele
gew.
unentsch
. verl.
Pkte.
D. f. B.
7
5
1
1
11:3
Marburg
7
5
0
2
10:4
Ockershausen
7
4
1
2
9:5
1900
7
4
0
3
8:6
Herborn
7
3
0
4
6:8
Wetzlar
6
1
3
2
5:7
Breidenbach
6
1
0
5
2:10
Wallau
7
1
1
5
3:11
Auf eigenem Platz hat die V. f. B.-Elf nun in der Nachrunde nur noch drei, auswärts da- ?egen noch vier Spiele auszutragen; Sp. V. Wetz- ar, Spielvgg. Gießen und F. V. Breidenbach sind die Gegner auf hiesigem Platz, gegen Wallau, Herborn, Ockershausen und „Germania" Marburg muh sie nach dort. Ob sie auch in diesen Spielen, die zweifellos große Anforderungen in bezug auf spielerisches Können, Ausdauer und Energie an fie stellen wird, sich durchsetzt und den ersten Tabellenplatz zu behaupten vermag, kann nicht vorausgesagt werden. Cs erscheint zweifelhaft, wenn man bedenkt, daß gerade „Germania" Marburg, Ockershausen und Herborn den Vorteil ihres wenig guten, für fremde Mannschaften ungewohnten Platzes haben. Auch das Treffen gegen die Gießener Spielvercinigung ist ebenfalls noch lange nicht gewonnen. Der Vorsprung der D. f. CB.er vor Marburg, Ockershausen und Spielvereinigung ist zu knapp, als daß sie von diesen nicht mehr eingeholt werden könnten. Da im nächsten 3ahre nur die zwei Ersten zur Bezirksliga aufsteigen, wird jeder der vier genannten Vereine alles einsehen, um sich einen der beiden ersten Plätze zu sichern. Es wird ein scharfer Kampf werden.
dessen Ausgang bei dem derzeitigen Stand nicht vorauszusehen ist.
Wie bereits berichtet, hat V. f. B. inzwischen am 17. November das Tressen gegen Wallau mit 2:4 verloren. Die Entscheidung, ob Wallau die Punkte behält, ist noch nicht getroffen. Auch „Germania" Marburg hat am selben Tag durch seine 1:2-Niederlage in Wetzlar überrascht. Dagegen hat Spielvereinigung durch einen hohen 9:1-Sieg über Herborn seine Stellung wesentlich verbessert. Der vierte Verein der Spitzengruppe, Ockershausen, hat sein Spiel gegen Breidenbach ebenfalls gewonnen (2:1), so dah nach dem neuesten Stand der Tabelle die Plazierung folgende ist: V. f. D. 11 Punkte, Ockershausen 11 Punkte, Spielvereinigung und „Germania" Marburg je 10 Punkte. Die Lage ist also noch komplizierter geworden, sollte aber wohl in den nächsten Spielen voraussichtlich geklärt werden.
Die 2. Mannschaft
knüpfte an ihre guten Leistungen der letzten Verbandsspielsaison an, wo sie hinter der gleichen des Wetzlarer Sportvereins an zweiter Stelle landete, und hat nun die Vorrunde ohne Punktverlust beendet, somit in ihrer Abteilung, Gruppe Gießen der 2. Mannschaften der 1. und 2. Be- zirksklasse, mit 3 Punkten Vorsprung führend. Sie gewann gegen Niedergirmes mit 8: 2, gegen die Spielvereinigung mit 2:1 und gegen Butzbach mit 4: 0. Während Wetzlar durch Nichtantreten ihr die Punkte kampflos überließ, zog Sportverein Heuchelheim seine zweite Mannschaft schon zu Beginn der Serie von den Verbandsspielen zurück. Die Tabelle nach Beendigung der Vorrunde:
verl. Pkte.
Niedergirmes
0
1
3
3
3 bis
gern.
4
2
0
1
0
8:0
5:3
4:4
2:6
2:6 jetzt
Spiele 4 4 4 4 4
unentsch. 0
1
1
0 1
Verein
V. f. B.
Nieder-Girmes • Wetzlar Spielvereinigung
noch nicht mit der Austragung der Nachrunbe begonnen haben, machten Butzbach, Wetzlar und Spielvereinigung bereits den Anfang. Wetzlar schlug Butzbach glatt mit 5:0, dagegen mußte die Spielvereinigung am vergangenen Sonntag in Butzbach eine hohe 0: 8°Niederlage einstecken, sodaß nun die beiden Tabellenletzten die Plätze
Butzbach
Während V. f. D. und
tauschen. Die V. f. B.-Elf hat also die besten Aussichten, Meister ihrer Gruppe zu werden, vorausgesetzt, daß sie mit demselben Geist an die kommenden schweren Aufgaben herangeht, mit dem sie die Vorspiele erledigte. Rein spielerisch hat sie ihren sämtlichen Gegnern einiges voraus, um weiterhin erfolgreich zu sein, mutz sie ihr Können mit dem nötigen Siegeswillen paaren.
Eine hervorragende Leistung vollbrachte im Vorjahre
die 3. Mannschaft.
Sie trug 10 Derbandsspiele aus, die sie bei einem Torverhältnis von 45:10 und einem Punktverhältnis von 20:0 sämtlich gewann und damit die Meisterschaft der 1. Gruppe der Gaullasse 2 errang. Auch in diesem 3ahre hat sie von fünf Spielen vier gewonnen und eines unentschieden beendet. Gegen Steinberg 1., Lich i. und Garbenteich gewann sie mit 3:2, 2:0 und 5:0, gegen die gleiche der Spielvereinigung erhielt sie die Punkte kampflos zugesprochen. Lediglich gegen die in letzter Zeit stark aufgekommene Steinbachs Erste verlor sie durch ein 3:3 einen Punkt. Diese und Steinberg sind ihre stärksten Gegner. Wenn die V. f. B.-Elf, die schon seit Jahren stets prächtige Leistungen aufweist, auch in den noch ausstehenden Tressen so spielt wie bisher, kann sie auch in dieser Saison wieder Meister werden. 3eden-
falls verdient sie das Lob schon seit Jahren, die beständigste Mannschaft des Vereins zu sein. Die Tabelle nach Beendigung der Vorrunde:
Verein
Spiele
gew.
unentsch. verl.
Pkte.
V. f. B.
5
4
1
0
9:1
Steinbach
5
3
1
1
7:3
Steinberg
4
3
0
1
6:2
Lich
4
2
0
2
4:4
Garbenteich
5
1
0
4
2:8
Spielvereinigung
5
0
0
5
0:10
Am 17. November begann die V. f. B.-Elf mit der Austragung der Nachrundc. Sie konnte gleich das erste Spiel gegen Garbenteich auf dortigem Platz mit 6:3 für sich entscheiden und damit ihre Spitzenstellung weiter festigen.
Die 4. Mannschaft
spielt mit der gleichen der Spielvereinigung, der zweiten Grotzen-Busecks, Steinbachs und Dau- bringen, sowie mit Bieber in der 2. Gruppe der Gauklasse 2. Infolge Schwierigkeiten bei der Gestellung von Schiedsrichtern ist diese. Abteilung mit der Austragung der Derbandsspiele stark in Rückstand gekommen. Die V. f. B.-Mannschast hat erst zwei Spiele absolviert und beide gewonnen, dabei ein Torverhältnis von 14:1 erzielend. Steinbach ll. mußte sich mit 0:9 und Grotzen-Buseck ll. mit 1:5 geschlagen bekennen. Ein drittes Spiel- gegen Daubringen wurde wegen Plahschwierig- leiten beim Stand von 2:1 für Saubringen abgebrochen und muß wiederholt werden. Auch in dieser Gruppe hat V. f. B. recht gute Aussichten. Eine bestimmtere Voraussage zu machen, ist jetzt noch nicht möglich.
Daß namentlich auch die unteren Mannschaften bisher so glänzend abgeschnitten haben, ist erfreulich und spricht von einer systematischen Arbeit in die Breite, die sich sicherlich später mehr noch als heute als sehr zweckmäßig und wertvoll erweisen wird. Gerade dies läßt, wenn nicht unvorhergesehene Fälle eintreten, auch für die Zukunft nur Gutes erhoffen.
Zusaiymengefaßt darf jedenfalls gesagt werden, daß die Gesamterfolge der V.f.B.-Mannschaften im Gau Gießen-Wehlar und Gau Marburg einzig dastehen. Sie stellen der Leitung sowohl wie den Spielern das beste Zeugnis aus, die für sich in Anspruch nehmen können, das Ansehen des Gießener Fußballsports gestärkt und gefördert zu haben. Eine Tatsache, auf die der V.f.B. stolz sein kann!
Oberhcssen.
Landkreis Gießen.
:—: Beuern, 21. Nov. Bei der Wahl der Gemeindevertreter entfielen auf Wahlvorschlag I 143 Stimmen, Wahlvorschlag 11 69, Wahlvorschlag Hl 133, Wahlvorschlag IV 73 und Wahlvorschlag V 54 Stimmen. Cs wurden in den Gemeinderat gewählt: Wahlvorschlag I (3 Sitze) Phil. Wilhelm Sommerlad, Ludwig Muhl und 3ohann Otto Konr. Sommerlad; Wahlvorschlag ll (1 Sih) Daniel Ludw. Sommerlad; Wahlvorschlag 111 (3 Sitze) Johann Karl Belloff, Ludwig Stein 11., Konrad Wilhelm Wißner; Wahlvorschlag IV (1 Sih) Philipp Karl Damm; Wahlvorschlag V (1 Sih) Wilhelm Fuhr. Ungültig waren 34 Stimmen.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 19. Nov. Ein besonderes Kennzeichen der diesjährigen hiesigen Gemeinderatswahl war die von den Landwirten in dieser Sache bewiesene ungewöhnliche Gleichgültigkeit. Es wurden nur drei Landwirte gewählt, von denen außerdem der eine auch Metzgermeister ist. Die Arbeiter hatten überhaupt keinen Wahlzettel einge- reicht. Die Wahlbeteiligung betrug 45 Prozent. Der Gemeinderat setzt sich aus folgenden Herren zusammen:!. Kaufmann Em melius; 2. Schmiedemeister Kopp; 3. Landwirt und Metzgermstr. Neidt; 4. Landwirt Friedrich Frank; 5. Oberreallehrer G e r h a r d; 6. Kammerobersekretär Hamburger; 7. Justizsekretär Becker; 8. Forstmeister Müller; 9. Kaufmann Kreiiker; 10. Architekt Schmidt; 11. Landwirt Friedrich Wagner; 12. Apotheker Dr. R o ß b a ch. Da Forstmeister M ü l - l e r versetzt ist (nach Dieburg), wird er durch Ober- bahnmeister Dulcher ersetzt. Für den Kreistag wurde Bürgermeister H ö g y gewählt.
Gießener Jugendgericht.
3n der letzten Sitzung des Jugendgerichts wirkten als Schöffen mit, Werkmeister Heinrich Leh und Kaufmann Karl Lang, beide von Gießen.
In einem Hause, in dem Handwerker beschäftigt waren, hängte der Meister unvorsichtiger Weise seinen Rock, in dem sich das Portemonnaie mit einem größeren Geldbetrag befand, in das Treppenhaus. Ein Junge, der in dem Hause zu tun hatte, griff in eine Rocktasche und eignete sich das darin befindliche * Portemonnaie an. Da er noch nicht bestraft ist, konnte das Gericht von einer Strafe absehen und die Anordnung von Erziehungsmitteln für ausreichend ansehen.
Das Stadtjugendamt hatte in seiner Eigenschaft als Vormund eines Jugendlichen gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt mit dem Erfolg, daß der Junge freigesprochen wurde. Auf Geheiß seines Lehrers hatte er einen schulschwänzenden anderen Fortbildungsschüler auf dem Marktplatz gesucht und dabei fein Fahrrad mitgenommen. Dieses ist bekanntlich zur Marktzeit verboten Da der Angezeigte in Erledigung eines Auftrags zum Zwecke der Aufrechterhaltung der Schul- disziplin gehandelt hat, entfällt die Strafbarkeit der Hebertretung der besagten Vorschrift.
Zwei Lehrlinge sind der Hehlerei angeklagt. Sie ließen sich von einem älteren Bekannten je eine Fahrrad la lerne schenken, obwohl sie wußten, daß dieser die Laternen von fremden Rädern entwendet hatte. Auch in diesem Falle wurde im Hinblick auf das reumütige Geständnis und die guten häusiichen Verhältnisse der Angeklag- ten die Anordnung von Erziehungsmaßregeln für
ausreichend erachtet. Der Erwachsene wurde vom Einzelrichter wegen zweier Laternendiebstähle zu G e l d st r a f e n von je 25 Mark, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit je fünf Tagen Gefängnis zu verbüßen sind, verurteilt, da er vollkommen geständig ist und seine Taten bereut.
Am Himmelfahrtstage 1929 kam im Allen- Dusecker Walde, wie alljährlich, die Jugend der Gegend zusammen, um den Tag auf ihre Art zu feiern. Als die Alten-Busecker Burschen an denen von W.eseck vorbeikamen, wurden sie von diesen angeblich belästigt und beleidigt, so daß die in solchen Fällen leider übliche Schlägerei entstand. Ein Alten-Busecker Bursche bat die Wiesecker, sie möchten doch Ruhe halten. Dabei kam er bei einem von ihnen, H. K., übel an. Dieser schlug dem Alten-Busecker mindestens dreimal auf den Hinterkopf, und z.var mit einem sehr scharfen Gegenstand, so daß blutende Wunden entstanden. Neben der Annahme des Aiz eS. den der Verletzte aufsuchen mußte, daß es sich um Messerstiche handele, besteht die Möglichkeit, daß der wenig gut beleumundete Täter mit dem Fuße einer zerbrochenen Flasche geschlagen hat. 3n Anbetracht seiner großen Roheit, die von den schlimmsten Folgen hätte bekleidet fein können, wurde dem Angetlagten ein Monat Gefängnis zudiltiert. Das Vorliegen von Notwehr wurde verneint. 3m Hinblick auf die erstmalige Bestrafung erhält er eine fünfjährige Bewährungsfrist.
Zwei an der Margarethenhütte wohnende junge Menschen sind durch ihr Geständnis und die Angaben anderer 3ugendlicher überführt, daß sie im Mai d. 3. an dem Geleise der dort befindlichen städtischen elektrischen Dahn Kupferdraht in der Absicht entwendet haben, ihn durch Verkauf an Althändler zu Geld zu machen. Sie verfügen über die Einsicht, die sie die Strafwürdigkeit ihres Tuns erkennen ließen und wurden zu kurzen Freiheitsstrafen unter Strafaufschub bei mehrjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Gleichzeitig wurden Erziehungsmaßregeln für erforderlia- erachtet, über deren Anordnung der Vormundschaftsrichter das weitere veranlassen wird.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
M. 6. h. Die Wahlkommissionen und Abstimmungskommissionen für die Wahl der Gemeindevertreter wird nach Art. 11 des Gesetzes vom 7. Oktober 1925 allein durch den Bürgermeister gebildet. Die Abstimmungskommissionen, die für die d r e i Wahlen (Gemeinde, Kreis und Provinz) tätig werden, bildet gleichfalls der Bürgermeister. Bestimmungen darüber, ob ein Ablehnender zur Mitwirkung gezwun- gen werden kann, finden sich zwar im Wahlgesetz nicht, wohl aber in der Landgemeindeordnung vorn 8. Juli 1911. Auf Antrag des Bürgermeisters verhängt der Kreisausschuß gegen einen nicht genügend Entschuldigten Strafen (Entziehung der Wahlberechtigung und der Wählbarkeit für die Dauer von drei bis sechs Jahren und Ordnungsstrafen bis zu 500 Reichsmark).
K. QI. in R. Nach § 107 der Landgemeindeordnung können Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderatsmitglieder in Angelegenheiten, bei denen ihr oder ihrer Angehörigen Privatinteresse berührt wird, an der Beratung und Abstimmung nicht teilnehmen. Sie haben sich während der betreffenden Verhandlung aus dem Sitzungsraum zu entfernen.
M., Scßlffenberger Weg. Die Müllabfuhrgebühren und die Straßenreinigungsgebühren sind vom 1. April 1928 ab zu erheben.
„Wekh em mndervsller Teintl
e
Haben Sie das Rezept dafür in der Handtasche?" — Allerdings, meine Herren; das Rezept ist der Diätzettel, den mir der Kurarzt gegeben hat, und darauf steht: Kein Coffein."
„Nun trinken Sie keinen Kaffee mehr?" — „Im Gegenteil, mehr und besseren als je zuvor, nämlich den coffeinfreien Kaffee Hag. — Ihm verdanke ich mehr Genuß und gute Gesundheit.**
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