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einer zum Teil falschen Konsumtheorie ausgeht und zu einer mechanischen Steigerung unseres Lohnniveaus ohne Rücksicht auf Konjunktur. Er­zeugungskosten und Auslandswettbewerb führt. Die bevorstehende Gesetzgebungszeit legt mtihin der deutschen Politik eine schwere Verantwortung und eine Ausgabe auf, die nur unter Abkehr von vielen bisherigen Praktiken zu lösen ist. Ziel Lieser Aufgabe muh sein: Ablehnung jeder neuen Aufgabe und Sparsamkeit in der Finanzwirt­schaft, Kurswchsel in unserer amtlichen Wirt­schafts- und Sozialpolitik, Raum jum Leben und Schaffen für die Wirtschaft, damit sie die Pro­duktivität sichern kann, aus der allein die über­nommenen Lasten getragen und gleichzeitig un­sere Volkswirtschaft und das soziale Leben ge­sichert und weiterentwickelt werden können. An- sere Politik stand bisher im Zeichen der Auf­blähung von Lasten und Ausgaben, sie muh hin- fort im Zeichen der Restriktion, der Sparsamkeit und einer Ordnung stehen, der ein ehrbarer Geschäftsmann ver­trauen und mit der er weltwirtschaftlich kal­kulieren kann.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 22. Juni 1929.

Das Gleiberg-Jubiläum.

Die Jubiläumsfeier des Gleiberg- Vereins aus Anlaß der 50. Wiederkehr der Besitzübereignung der Burg Glei­berg vom preußischen Staat auf den Gleiberg- verein nimmt in steigendem Maße das Interesse der breiten Oeffentlichkeit in Anspruch. Nachdem am vorigen Sonntag in den Ausstellungsräumen des Oberhessischen Kunstvereins in Gießen (Turm­haus am Brand) eine reich beschickte A u s st e l - lung von Gemälden und Bildern aus Gleibergs alter und neuer Zeit eröffnet wurde, folgt am kommenden Donnerstag, 27. Juni, um 20 Uhr im Gießener Stadttheater die Auffüh­rung des von Studiendirektor S ch m e h l i n g ver­faßten historischen F e st s p i e l sGleiberg" (ein Spiel in drei Bildern). Das von dem Schau­spieler Paul Gehre vom Gießener Stadttheater einstudierte Bühnenwerk spielt im Jahre 1104 auf dem Gleiberg. Für Samstag, 29. Juni, ist nachmittags eine Familienfeier des Gleiberg- vereins und seiner Freunde und Gönner auf Burg Gleiberg (Konzert, Tanz, Bolts- und Kinderbelufti- aungen, Ballonaufstieg usw.) vorgesehen, der sich am Abend eine große Burgbeleuchtung anschlie­ßen wird. Am Sonntag, 3 0.1uni, wird vormittags ein Festakt im großen Burgsaal auf Burg Gleiberg stattfinden, nachmittags um 2 Uhr wird ein großes Volks- und Heimatfest beginnen, in dessen Rahmen zwei historische Festzüge auf der Burg zur Abwicklung kommen werden, Dr. Lampe (Gießen) die Festrede halten wird und Sonderoorsührungen des Gießener Ju- gcndtanzkreises die Vortragsfolge noch bereichern sollen. Den Abschluß dieses Festtages bildet wieder­um eine große Burgbeleuchtung. An beiden Festtagen ist für reichliche Fahrgelegenheit mittels Kraftpost von Gießen nach der Burg Gleiberg Sorge getragen. Die Veranstaltung verdient als rechtes Heimatfest die Unterstützung aller Mitbürger in Stadt und Land.

Hessisches Gängerbundesfest.

Das Ehrenpräsidium des H e s s i s ch e n S ä n g e r- bundesfestes, das vom 12. bis 15. Juli in Darmstadt stattfindet, haben Staatspräsident Dr. Adelung und Oberbürgermeister Müller (Darmstadt) übernommen. Der Ehrenausschuß, der neben den hessischen Ministern führende Persönlich­keiten der Staats- und Stadtverwaltung, der Kunst und Wissenschaft, der Landwirtschaft, des Handels, der Industrie, des Handwerks, der Presse, der Schule und Universität, nicht zuletzt der in Hessen tätigen Reichsbehörden aufweist, zeigt in der Vielgestaltigkeit seiner Zusammensetzung, daß alle Kreise ein leb­haftes Interesse an dcr großen Kundgebung des Hessischen Sängertums bekunden. Das Fest beginnt mit dem Eröffnungskonzert des Gaues Darmstadt- Stadt am Freitagabend in der Festhalle der Landes­hauptstadt. 1400 Sänger im Verein mit dem Lan­destheaterorchester werden sich zu einer eindrucks­vollen Ehrung Arnold Mendelsohns zusammen- schließen. Der Samstag gibt in 16 Konzerten Ge­legenheit, Leistung und Aufstieg verschiedener Ver­eine aus allen Teilen des Bundesgebiets kennenzu­lernen.» Höhepunkte der Sonntagsoeranstaltungen sind die vaterländische Kundgebung im Orangerie­garten, der Festzug und das Konzert in der Festhalle.

Gießener Wochenmarktpreife.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Dutter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 30 bis 35, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 15 bis 20, grüne Bohnen 40 bis 50, gelbe Dohnen 60 bis 70, Spargel 50 bis 90, Erbsen 25 bis 35, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 100, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5,5, neue Kartoffeln 15 bis 20, aus­ländische Aepfel 45 bis 70, Kirschen 40 bis 50, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 60 bis 100, Aprikosen 50 bis 70, Dörrobst 3540, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppen­hühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.: Tauben 70 bis 90, Gier 12 bis 13, Blumenkohl 30 bis 90, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 60, Einmachgurken 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 10 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück: Radieschen 10 bis 15, gelbe Rüben 15 bis 20 Pf. das Bund: Kartoffeln 4,50 Mk. der Zentner.

** Gegen die Verunreinigung der Lahn. Das Polizeiamt teilt mit: Die vorjährige Verunreinigung des Lahnwassers in der Sommer­zeit gibt Veranlassung, rechtzeitig darauf hin­zuweisen, daß jede vorsätzliche und fahrlässige Verunreinigung des Lahnwassers strafbar ist. Erwünscht ist es, daß diejenigen Personen, welche eine Verunreinigung der Lahn, z. D. auch das Einwerfen von Ankraut, wahrnehmen, der Poli­zei Mitteilung machen. Die Polizei- und Feld­schutzbeamten werden für die Folge auf die Ver­unreinigung des Lahnwassers ihr besonderes Augenmerk richten.

" Zwecklose Gesuche. Die Stadtverwal­tung weist in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß die Gesuche um Vermittlung von Arbeitsstellen bei den städti­schen Dauämtern und Betrieben, die in großer Zahl an die Verwaltung gerichtet werden, aus­sichtslos sind, da ständige Arbeitsstellen fehlen und die nichtständigen Arbeiter aus der großen Zahl der Wohlfahrts-Unterstützungsempfänger den Dauämtern überwiesen werden.

Die Arbettslosenversichekung imb die Gemeinden.

Von einem Kommunalpolitiker.

Es kann den deutschen Städten nicht zum Vor­wurf gemacht werden, daß sie dem Gedanken einer Arbeitslosenunter st ützung fein Verständ­nis entgegengebracht hätten; es fei nur darauf hin­gewiesen, daß schon vor dem Kriege einige Städte, darunter auch Berlin, das sog. Genter System über­nommen hatten, wonach die Gemeinden den gewerk­schaftlich organisierten Arbeitnehmern den gleichen Betrag, den sie von ihren Gewerkschaften erhiel­ten, aus städtischen Mitteln zuwendeten. Ebenso haben die Städte der Beschaffung von Ar­beitsmöglichkeiten, lange bevor sich das Reich darum kümmerte, die größte Beachtung ge­schenkt. Um so bedauerlicher war es, daß das neue Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung trotz des heftigen Widerspruchs der kommunalen Spitzenoraanisationen die Arbeitslosen­versicherung und die Arbeitsvermittlung von den Städten losgelöst und damit gerade die In­stanzen ausgeschaltet hat, die an einer vernünftigen Lösung dieser Fragen das nächstliegende Interesse haben.

Was die Städte befürchteten, ist denn auch bald eingetreten. Da die Arbeitslosenversicherung ihrer ganzen Natur nach nur zeitlich bearenzt wirksam sein kann, ist sie für die Bekämpfung der Dauerarbeitslosigkeit und diese ist heute in vielen Gegenden Deutschlands und in vielen Zwei­gen von Handel und Industrie das Tyypische völlig ungeeignet. Die Versicherung steuert nach einem bestimmten Zeitraum die Versicherten aus, und dieseAusgesteuerten" belasten den Wohlfahrtsetat der Städte in einem kaum mehr tragbaren Ausmaße. So sind z. B. in der Stadt Offenbach a. M. von den rund 7000 Erwerbslosen nicht weniger als etwa 2 3 0 0 aus­gesteuert. Wie kann man dieser Tatsache gegen­über noch davon sprechen, daß durch die Einfüh­rung der Arbeitslosenversicherung die Städte eine wesentliche finanzielle Entlastung erfahren haben? Es ist ein schwacher Trost, wenn man auf normale Zeiten verweist, in denen die Versicherung wohl ihre Aufgabe voll erfüllen werde. Die Aus­sicht auf diese normalen Zeiten ist doch noch recht vage; dazu kommt, daß allgemein die Leistungen der Versicherung nicht derart sind, daß sie eine zu­sätzliche Unterstützung durch die Gemeinden über­flüssig machen.

Das allerbede^klichste aber ist, daß in der Praxis zwei Arten'von Arbeitslosen geschaffen werden, die von der Arbeitslosenversicherung betreu­ten, an deren Unterbringung ganz naturgemäß die Arbeitsämter zur Entlastung der Versicherung ein besonderes Interesse haben, und die dem Wohl­

fahrtsamt überwiesenen Arbeitslosen, deren Wieder­eingliederung in den Produktionsprozeß kaum mög­lich ist.

Die jetzige außerordentliche Wirtschaftskrise hat nun gezeigt, daß die Arbeitslosenversiche­rung nicht in der Lage ist, ihre Aus­gaben zu decken, und da das Reich es ab­lehnt, sich mit dauernden Zuschüssen für die Ver­sicherung zu belasten, gehen die Versuche, einen Ausgleich herbeizuführen, nach zwei Seiten. Die einen und das sind die Kreise um die Gewerk­schaften wollen der angeblich vorübergehenden Krise durch eine vorübergehende Erhöhung der Bei­träge beikommen, die anderen glauben, durch eine Kürzung der Ausgaben den Ausgleich herbeiführen zu können. In einem Punkte sind sich beide Teile einig: Es müsse unter allen Umständen versucht werden, dem zweifellos vorhandenen Mißbrauch der Versicherung zu st euer n. Daran haben auch die Städte ein großes Interesse; es wäre nur zu wünschen, daß alle, die dazu in der Sage wären, Lazu mithelfen würden. Es will scheinen, daß auch die Arbeitgeber hier eine besondere Auf­gabe und Möglichkeit hätten. Aber mit der Be­seitigung dieser Uebelstände allein wird eine Sa­nierung der Arbeitslosenversicherung nicht zu er- reichen fein. Die deutschen Gemeinden müssen nur eins verlangen: Daß die in Aussicht ge­nommene Regelung nicht zu einer neuen Bclastung der Gemeinden führt. Sie be­fürchten aber, daß die geplante Herausnahme be­stimmter Gruppen aus der Arbeitslosenversicherung nur dazu führen wird, eine immer größere Zahl von Arbeitslosen den Wohl- fahrtsämtern zuzuführen und damit die heute schon nicht mehr tragbaren Soziallasten der Städte um ein bedeutendes zu steigern.

Das Reich hat sich die Sorge um die Arbeits­losen langsam, aber sicher vom Halse geschafft und überläßt es den Gemeinden, wie sie damit fertig werden. Die Städte, die heute zum großen Teil nicht einmal in der Lage sind, die dringendsten Un- terhaltungsarbeiten durchzuführen, um ihren Ver­mögensstand zu wahren, werden immer wieder und wieder mit neuen Ausgaben belastet, ohne daß ihnen jemand sagen kann, wie sie diese Ausgaben decken sollen. Daß an dieser Entwicklung weder das Reich, noch die Länder und vor allen Dingen der deutsche Staatsbürger eine reine Freude haben werden, sollte eigentlich einleuchten. Die Städte haben es an Warnungen nicht fehlen ltssen. Sie müssen daher die Verantwortung für das Kom­mende ablehnen.

** Rindermarkt in Gießen. QIm kom­menden Dienstag findet in Gießen Rindvieh- (Rutzvieh-) Markt statt. Der nächste Schweine­markt ist auf den 10. Juli anberaumt.

** Vorsicht beim Aufbewahren von frischen Lebensmitteln in der heißen Jahreszeit! Bekanntlich sind frische Lebens­mittel, insbesondere Fleisch- und Wurstwaren, Fische usw. während der wärmeren Jahreszeit leicht dem Verderben verfallen. Die Erfahrungen haben gelehrt, daß beim Genuß derart verdorbener Waren leicht Nachteile für die menschliche Gesundheit entstehen können. Die einschlägigen Geschäfte werden schon in ihrem eigenen Interesse darauf bedacht sein, leicht verderbliche Waren nur in einwandfreiem Zustande an die Käufer abzugeben, verhältnismäßig oft kommt es aber vor, daß manche Käufer unbewußt oder fahrlässig nicht immer für eine sachgemäße Aufbe­wahrung solcher Nahrungsmittel Sorge tragen, so daß diese in wenigen Stunden verdorben sind. Be­sonders bei Gewitterbildungen nimmt der Zer­setzungsprozeß bei derartigen Lebensmitteln einen raschen Verlauf, wenn sie in falscher Weise in den Haushalten aufbewahrt werden. Wer im Zweifel ist über die sachgemäße Behandlung und Aufbewah­rung leicht verderblicher Genußmittel, sollte sich un­bedingt bei dem Verkäufer erkundigen, und er sollte die von dieser sachverständigen Seite gegebenen Ratschläge auch befolgen.

" Sieger-Ehrung. Man berichtet uns: Die hervorragenden Erfolge, die die Turner und Turnerinnen des hiesigen Männer-Tarn- vereins bei den verschiedensten turnerischen Veranstaltungen in diesem Llcchre bereits er­rungen haben, legen Zeugnis ab von dem guten turnerischen Geist, der in dem Verein herrscht. Der 1. Sprecher nahm daher Veranlassung, in der letzten Turnstunde den Siegern und Siegerin­nen die QInerlennung und den Dank des Vereins auszusprechen. Dabei feierte er ganz besonders! die Erfolge beim 76. Feldbergfest, von dem die 15 dorthin entsandten Vereinsmitglieder alle sieg- gekrönt heimkehrten. Er gedachte der glänzen­den Leistungen von Else Bickelhaupt, die unter 164 Bewerberinnen den 1. Sieg, und des Heinz Rothermel, der unter 367 Mit­bewerbern den 2. Sieg an die Vereinsfahne heften konnte, und überreichte ihnen eine kleine Erin­nerungsgabe. Mit den herzlichsten Glückwünschen an alle Sieger und Siegerinnen ihre Rainen wurden von uns bereits am Dienstag veröffent­licht verband er die Mahnung, jetzt nicht zu rasten und zu rosten, sondern fleißig weiterzu­arbeiten zum Wohle des Vereins und der Deut­schen Turnerschaft.

** Der Konsumverein Gießen und Umgegend wird, wie er im heutigen Anzeigen­teil bekanntgibt, seine im Asterweg 6 durch Um­bau erweiterte Verteilungsstelle am nächsten Montag wieder eröffnen. Der Verein ist, wie man betont, mit dieser jetzt modern eingerichteten Derteilungs- stelle den Wünschen seiner Mitglieder in dieser Stadt­gegend gerecht geworden.

** Vom Kurhaus Bad-Nauheim. Ein Lieder- und Arienabend des Sängers Umberto Urbano von der Mailänder Scala findet am kom­menden Dienstagabend im großen Bühnensaal des Nauheimer Kurhauses statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.

"Herrenlose Fahrräder. Der Polizei- bericht teilt mit: Bei der Kriminalabteilung des Polizeiamts Gießen sind nachstehend beschiebene Fahrräder sichergestellt, deren Eigentümer bis heute nicht ermittelt werden konnten: Herrenrad MarkeMasi", ohne Fabriknummer, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen und hochgebogene Lenk­stange; Herrenrad MarkeDiamant", Fabrik­nummer 450 877; Herrenrad MarkeHammonia", ohne Fabriknummer, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen und hochgebogene Lenkstange; Herrenrad MarkeAllright", ohne Fabriknummer, schwerzer Rahmen, schwarze Felgen und graue Bereifung; Herrenrad MarkeViktoria", Fabriknummer un­bekannt, das Rad ist schwarz überlackiert. Emp­

fangsberechtigte wollen sich bei der Kriminal­polizei melden.

** Allerlei Diebstähle. Der heutige Polizeibericht meldet: Ende Mai oder Anfang Juni wurde aus einem Hofe in der Kirchstraße eine Stehleiter, die grau gestrichen war, am 11. 3uni mittags aus einer verschlossenen Wohnung ein lila Damenkleid und ein rosa Untcrrocf mit gelben Spitzen und am 13. 3uni zwischen 14,30 und 15 Ufjr aus einem Cas6 am Marktplatz eine gelbe Aktentasche mit Geschäftsbüchern der Firma 3reks A.-G. Kulenbach, derEinkaufsgenossen­schaft der Konditoren Frankfurt a. M. und Um­gegend" und Papiere der FirmaHeinrich Lenz, Frankfurt a. M." entwendet. 3m letzten Falle kommt eine schwarzgekleidete Frau in Frage, die angeblich im Cafe gewesen war und den Vdrgang beobachtet hatte; sie soll 30 bis 35 3ahre alt sein. Am 14. 3uni wurde aus dem Wartezimmer der Kinderklinik eine Geldtasche mit 40 Mk. entwendet.

Starkenburg.

WSN. Darmstadt, 21.Juni. Heute Nacht ent­stand in der Waldstraße 16 im ersten Stock eine folgenschwere Benzinexplosion. Eine Ehefrau wollte die Petroleumlamve fül­len, vergriff sich in der Flasche und öffnete eine gefüllte Benzinflasche. Der neben ih? stehende Ehemann hatte unvorsichtigerweise eine brennende Stearinkerze in der Hand. Die rasch ent­wichenen Benzindämpfe entzündeten sich an der Ker^e. Die Flasche explodierte, und im Nu stand das ganze Zimmer in Flammen. Der Ehemann mußte mit schweren Brand Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Während die Feuerwehr die Frau und ein Kind in Sicherheit bringen konnte, brannte das Zimmer völ- l i g aus.

Preußen.

Schweres Bootsunglück auf dem Main.

WSR. iFrankfurt a.M., 21.3uni. Heute nachmittag gegen 16 Uhr ereignete sich auf dem Main ein schweres Dootsunglück, dem zweijunge MenschenlebenzumOpfer fielen. Zwei etwa 20jährige Burschen, deren Ramen im Augenblick noch unbekannt sind, miete­ten ein Paddelboot und fuhren mainabwärts. 3n der Rähe des Städtischen Krankenhauses wollten sie das Boot drehen, das Boot kenterte und schlug um. Die beiden Burschen, die an­scheinend des Schwimmens unkundig waren, machten verzweifelte Anstrengungen, sich zu ret­ten, und schrien laut um Hilfe, doch niemand wagte es, ins Wasser zu springen; ein Fahrzeug war zudem nicht zur Hand. Rach einem furcht­baren Todeskampf verloren sie die Kräfte und sanken unter. Der Besitzer des Bootes, sowie ein anderer Schiffer bemühten sich spater, die Leichen zu bergen, was nach einiger Mühe auch gelang, Loch waren die sofort angestellten Wie­derbelebungsversuche erfolglos.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M., 21. 3uni. 3n Frankfurt a. M. operierte seit Mai d. 3. ein Schwindler mit einem neuartigen Betrüger­trick. Er suchte in 3nferaten der Tageszeitungen Leute, die Fahrräder, Motorräder oder Musik­instrumente anzubieten hatten, einigte sich sehr schnell über den geforderten Preis und gab einen schon vorher ausgestellten Scheck in Zah­lung, der stets 20 bis 25 Mk. höher war als der geforderte Preis. Die Differenz ließ er sich i n bar auszahlen. Ferner suchte er Frauen auf, deren Gatten, wie er aus 3nferaten feststellte, einige Tage vorher gestorben waren. Er Rente sich als Angestellter einer Lebens­versicherung vor, wo der Verstorbene eine Le­bensversicherung in Höhe von 5000 Mk. gemacht hätte. Diese Summe brachte er den

Frauen in einem Scheck und ließ sich jedesmal eine Gebühr von 25 Mk. auszahlen- Der Schwindler wurde nunmehr von der Kriminal­polizei verhaftet. Es handelt sich um einen gewissen Friedrich Maurer, geboren in Aschaffenburg im 3ahre 1902. Ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem es drei Schwerverletzte gab, ereignete sich heute vormittag in der Hohenstaufenstraße. Ein Auto, das von Franz B r u e r aus Laubeseschbach (Oberlahnkreis) gesteuert wurde und in dem sich als Beifahrer Otto Kleinschmidt aus Rod a. d. Weil befand, stieß mit einem Motor­rad zusammen, dessen Fahrer das Auto vor dem Einbiegen in die Ludwigstrahe schneiden wollte. Der Zusammenprall war so stark, daß der Führer des Autos und der. Führer des Motorrades sowie der Beifahrer mit schwe­ren Verletzungen in das Krankenhaus ge­bracht werden mußten.

$ünf Jahre Zuchthaus für einen internationalen Betrüger. WSR. Mainz, 21.3uni. Der gemeinsamen Tätigkeit der Mainzer, Wiesbadener, Frank­furter und Mannheimer Kriminalpolizei ist es gelungen, einen internationalen Be­trüger zu stellen. Es handelt sich um den 46jährigen Italiener D a g n o l i, der im Verein mit andern 3talienern während einer Reihe von 3ahren größere Betrügereien verübt hat. Es fielen ihm in den Städten Mainz, Wiesbaden und Frankfurt, sowie in vielen kleinen Land­ortschaften durch betrügerische Machen­schaften Beträge bis zu 15 000 Mk. in die Hände. Die Betrüger wandten sich in der Regel an kleine Landwirte, an Handwerker und Be­amte, deren Gutmütigkeit sie ausnützten. Der Führer der Bande, D a g n o I i, stritt zuerst ab, der Gesuchte zu fein, wurde aber durch Gegen­überstellung mit den Geschädigten einwandfrei festgestellt. Er wurde wegen Körperverletzung, Bettelns, Landstreicherei und Betrugs zu fünf 3ahren Zuchthaus und 1200 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Spielplan -er frankfurter Theater.

Opernhaus: Sonntag, 23. 3uni, von 19 bis nach 22.45 Ahr: Der Rofenkavalier. Mon­tag, 24., von 19.30 bis 22.30 Ahr: Die Macht des Schicksals. Dienstag, 25., von 19.30 bis gegen 22.30: Cosi fan tutte. Mittwoch, 26., von 19.30 bis gegen 22.30: Hoffmanns Erzählungen. Don­nerstag, 27., von 19.30 bis 22.30: Der Zigeuner­baron. Freitag, 28., von 20 bis 21.30: Elektra. Samstag, 29., von 20 bis nach 22.30: Der Trou­badour. Sonntag, 30., von 17.30 bis gegen 23: Die Meistersinger von Rürnberg. Montag, 1. 3uli, von 19.30 bis 22.45: Die Fledermaus.

Schauspielhaus: Sonntag, 23. 3uni, von 11 bis gegen 1 Ahr: 2. Dramatische Aufführung der Frankfurter Opernschule. 20 bis 22.15: Das Gerücht. Montag, 24., von 20 bis gegen 22.15: Der Mann, der seinen Ramen änderte. Diens­tag, 25., von 20 bis gegen 22.15: Das Gerücht. Mittwoch, 26., von 20 bis gegen 22.15: Der Mann, der seinen Ramen änderte. Donnerstag, 27., von 20 bis gegen 22.45: Was 3hr wollt. Freitag, 28., von 19 bis gegen 22: Wilhelm Teil. Samstag, 29., von 20 bis gegen 22.15: Katharina Knie. Sonntag, 30., von 20 bis gegen 22.15: Der Mann, der feinen Ramen änderte. Montag, 1.3uli, von 20 bis gegen 22.15: Katharina Knie.

Berliner Börse.

B e r I i n, 22.3uni. (WTB. Funkspruch.) Zum Wochenschluß ist im Frühverkehr eine Tendenz noch schwerer erkennbar als sonst. Der Markt liegt ohne besondere Anregungen, auch von einem Ordereingang war bei den Banken noch nichts festzustellen. Der Grundton scheint aber freund­lich zu bleiben, man taxiert vorläufig gestrige Abendkurse. So hört man Siemens 402, Farben 253 bis 253,5, Gelsenkirchen 138,5 und Mannes­mann 120. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,99, London gegen Mailand 92,68, London gegen Spanien 34,27, London gegen Amsterdam 12,07, London gegen Schweiz 25,1925 zu 25,1950, London gegen Kabel 4,8483.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 23. Juni. 4. Sonntag nach Trinitatis.

Sladlkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; Zugleich Chri­stenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Mahr 11: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde; Pfarrer Mahr. Jo- hanneskircye. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christen­lehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde 9.30: Pfarrer Becker; abends 8: Bibel­besprechung im Johannessaal Pfarrer Müller. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luther­gemeinde; 10.45: Kinderkirche. Elisabelh-Klein- kinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfir­mierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrer Lic. Waas. Wieseck. 9; 10.45: Christenlehre. Kirch­berg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die kon­firmierte männliche Jugend 1.30: Lollar. f)aufen- Garbenleich. 10: Garbenteich; Christenlehre; 1: Hausen. Watzenborn-Steinberg. 9: Christenlehre; 10: Hauptgottesdienst. Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; Rieder-Bessingen 9.30: Got­tesdienst.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 22. Juni.

Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 23. Juni. 5. Sonntag nach Pfingsten-.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe: Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre­digt; 11: Messe mit Predigt; 2: Christenlehre und Andacht. Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Echzell. 11: Hochamt mit Predigt.

Sonntagsdienst d.Aerzreu. Apotheken am 23.6.29 Dr. Klewitz. Dr. Geyer. Pelikanavotheke.

Zahnarzt: Dr. Gonter. "D

Geschäftliches.

Selbst wenn Sie von der Gesundheilsrichlong ab- sehen, istkornfrcmck" für weite Kreise das ge­gebene, alltägliche Familiengetränk. Seine Aus­giebigkeit geht bei verblüffender Kaffeeähnlichkeit des Geschmacks fagar so weit, daß man aus einem Pfund-Paket 20<rXaffen aufzubrühen in der Lage ist. Kornfranck darf jedenfalls als ein in geschmack­licher wie auch gesundheitlicher Beziehung emp­fehlenswertes Kaffeegetränk gelten.